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DE1617351B - Überzugsmittel fur Arzneitabletten - Google Patents

Überzugsmittel fur Arzneitabletten

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Publication number
DE1617351B
DE1617351B DE19671617351 DE1617351 DE1617351B DE 1617351 B DE1617351 B DE 1617351B DE 19671617351 DE19671617351 DE 19671617351 DE 1617351 DE1617351 DE 1617351 DE 1617351 B DE1617351 B DE 1617351B
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DE
Germany
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parts
water
coating
tablets
tablet
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19671617351
Other languages
English (en)
Other versions
DE1617351A1 (de
Inventor
Gregor Dr rer nat Heddesheim Rieckmann Peter Dr rer nat 6800 Mannheim Rothe Werner Dr rer nat 6832 Hockenheim Groppenbacher
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roche Diagnostics GmbH
Original Assignee
Boehringer Mannheim GmbH
Filing date
Publication of DE1617351B publication Critical patent/DE1617351B/de
Application filed by Boehringer Mannheim GmbH filed Critical Boehringer Mannheim GmbH
Pending legal-status Critical Current

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Description

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Überzugsmittel für Tabletten, welches nur in dünnen Schichten aufgetragen werden muß. tropenfest ist und auf Wunsch wasserlösliche odei nur im Dünndarm lösliche Tatlettenüberzüge liefert.
AuPer den seit langem bekannten Zuckerüberzügen der Dragees sind in den letzten Jahren mehrere Kunststoff-Überzugsmittcl für Tabletten entwickelt worden, welche gegenüber den Dragee.-, den Vorteil besitzen, daß man schon mit wesentlich weniger und dünneren Schichten einen ausreichenden Überzug für Tabletten erhält. Je nach Art der verwendeten Kunststoffe entstehen dabei wasserlösliche oder magensaftlesistenle Überzüge (vgl. beispielsweise die deutschen Auslegcschriftcn ί 056 786 unu 1 228 73/,. Fin Nachleil dieser Kunststoffühcrzügc ist. daß man die entsprechenden Kunststoffe in organischen Lösungsmitteln wie Aceton. Alkoholen. Chloroform. Tetrachlorkohlenstoff usw. gelöst auf die Tablcttcnkcrne auftragen muß. Obwohl diese Lösungsmittel leicht \erdampfcn und man daher in veihältnismäßig kurzer Zeit fcitige Überzüge erhält, besitzen diese t'hcr/ugsmittcl aber auch viele schwerwiegende Nachteile:
!. Man benötigt große Mengen an Lösungsmitteln, da der Festsloffgchalt in diesen Überzugsmittel?! wegen der Viskosität meist nicht viel höher als 20" „ gewählt werden kann.
2. Die im Vergleich zu Wasser teuren Lösungsmittel gehen beim Trockenvoigang entweder völlig verloren oder können nur mit sehr aufwendigen Apparaten zurückgewonnen werden.
3. Wegen der toxischen Wirkungen der Lösungsmittclclämpfe müssen in den Arbeitsräumen besondere Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des Personals getroffen werden.
4. Die organischen Lösungsmittel sind größtenteils brennbar und die Gemische der Lösungsmitteldämpfe nvt Luft explosi' so daß man mit kostspieligen feuer- und cxplosinnsgcschütztcn Anlagen arbeiten muß.
Aus der deutschen Auslegeschrift I 229 67S ist hekannt, auf vorgewärmte Tahlettenkerne geschmolzenes Polyäthylenglykol aufzutragen. Dieses Verfahren vermeidet zwar die Benutzung von Lösungsmitteln, erfordert aber die Verarbeitung von heißen Schmelzen. Temperaturen bis zu 130 C sind für die Hei stellung von Tablettenüberzügen ungewöhnlich hoch. Sämtliche Leitungen. Sprühdüsen usw. müssen hierzu heizbar sein, um eine Eistarriing des Polväthylenglykols innerhalb der Apparatur zu vermeiden Außerdem müssen die Tabletten vorgewärmt werden, was bei empfindlichen Wirkstoffen nach Möglichkeit zu vei meiden ist. Ein weiterer N.ichteil rlhscs Verfallt ens ist darin zu sehen, daß man auf diese Weise nur die bekanntermaßen schlecht schmeckenden Polyäthylenglykole verarbeiten kann
Es wurde nun übeiraschenderweise gefunden, daß man alle erwähnten Nachteile der bekannten Überzüge vermeiden kann, wenn man ein Überzugsmittel verwendet, das einen wasserunlöslichen, filmbildenden Kunststoff und mindestens eine wasser- oder alkalilösliche Substanz enthält, wobei der Kunststoff in Form einer wäßrigen Dispersion vorliegt.
Dieses Überzugsmittel wird nach dem Verfahren in
-5 einer oder mehreren Schichten auf die Tabletten aufgebracht und die Tabletten mit Luft getrocknet.
Überraschenderweise ist es außerdem erstmals
möglich, daß man das Auftragen des Übeizugsmittels und die Trocknung gleichzeitig durchführt, so daß nicht mehr — wie bisher üblich — nacheinander mehreie Schichten aufgetragen werden, sondern kontinuierlich nur eine einzige, homogene Umhüllung entsteht.
Es sind zwar schon TablettenüberzugsTiiltel bekannt.
3.1S die aus einer Lösung eines saure Gruppen tiagendcn. filmbildenden Polymeren, eines wassei unlöslichen, neutralen Polymeren und einer höheren Fettsäure in einem niedrigsiedenden 01 ganischen Lösungsmittel bestehen (vgl. Schweizei Apolhekerzeitiing. 95, 19^7.
4" S. 158 und 159). Infolge der Verdaubarkcit von Fettsäuren durch Enzyme sowie der pH-abhängigen Löslichkeit des saure Gruppen tragenden, filmbildenden Polymeren sind diese Tabletten ti bcrzügemagcnsaftresistcnt und werden im Dünndarm -jsch aufgelöst.
Die erfindungsgemäßen Tablcttcnübcr/ugsmittel besteher: demgegenüber aus einer wäßrigen Dispersion eines bei jedem pH-Wert unlöslichen Polymeren und einer wasser- bzw. alkalilöslichcn Substanz: lösliche Polymere und verdaubare Substanzen sind crfindungs-
ίη gemäß nicht brauchbar. Die neuen Tablcttenübcrzüge bestehen so überwiegend aus dem unlöslichen, filmbildenden Polymeren, daß sie nicht aufgelöst werden. Es war deshalb sehr überraschend, daß ein Zusatz von 5 bis(S" „einer wasser-bzw. alkalilöslichcnSubstanz ausreicht, um solche an sich undurchlässigen Überzüge so porös zu machen, daß sie für die Wirkstoffe durchlässig werden.
Aus Pharmaceutics Acta Helvetica. 1963. Vol. 38. S. 139, Abs. 3. geht hervor, daß man Dragierlösungen und Dragiersiispcnsionen im Wirbelbett auf Tablettenkefne auftragen kann. Unter Dragiersuspensioneii sind dabei übliche Dragierlösungen zu verstehen, die zusätzlich noch feste Füll- und Hilfsstoffe, wie Talkum. Kreide. Fartstoffpigmente usw.. suspendiert enthalten. Es handelt sich also um relativ grobdisperse Systeme. Wäßrige Kiinststoffdispersionen, wie sie erfindungsgemäß verwendet werden, be tehen demgegenüber aus einer kolloiddispersen Aufschwämmung von Kunst-
-ι, !!leuchen, die einen Durchmesser von weniger als , . h.,hen müssen und wegen der gioßjn Gien.'.!lachen cn, .niherordemlich empfindliches System bilden
\i^ R e i η h ;i r d, Dispersionen synthetischer I i,-L'npol>merer. Teil II. Anwendung. S. 8 his IO r-p-ringer-Verlag. 19.Vi), geht hervor, daß Kimststoffiii-ivrsionen gegen mechanische Beanspruchung. Temivji.iiurändeiiingen und chemische Einwirkungen sehr ^!-.pi'mdlieh sind und leicht kr.ag liieren. Es war de.s- !,.;!ä-> nicht /u erwarten, daß solche Dispersionen
<-■; den. Bedingungen des Dragierens beständig sind.
,! l·. unter der mechanischen Beanspruchung des ν ji-prähens und des Aneinanderieibens der Tabletten- ! Line, der thermischen Beanspruchung des Trocknens '.:·.: der chemischen Beanspruchung durch die zupfi- -ei/.tcn Kislich?n Substanzen und sonstigen Hilfsstorfe.
!umbildende wäßrige Kunststoffdispersionen sind ... - der Anstrichtechnik bekannt und werden im all-.^.meinen auf eine ruhende Unterlage aufgetragen. .'. -hei man Bewegung oder Berührung der lackierten ! Ischen bis zum völligen Austrocknen sorgfältig ■,.-,•meidet. E; war zu erwarten, daß min beim Aufif.igen derartiger Kunststoff dispersionen auf in einem Ivragierkessel bewegte Tablettenkerne keinesfalls glatte ("!beiflächen, sondern nur ungleichmäßige, aufge- ;: -ene Beschichtiingen erhalten würde, welche überwiegend an der Kesselwand hängenbleiben oder die i :ibleuen zu Klumpen verkleben — zumal durch das \neinanderreibcn der Tablettenooerflächeii und die /Linehmende Konzentration neim Trocknen eine vorzeitige Koagulation und Entmischung der Dispersion zu befürchten ist. Tatsächlich liefern die handelsüblichen, wäßrigen Kunststoffdispersionen auch nur Jann zusammenhängende, glaf:e Oberfläehen. wenn ~ie zusätzlich gewisse Mengen an Füllstoffen enthalten.
Erlindungsgcm'iß sind Zusätze von wasserlöslichen oder alkalilöslichen SiIb1IaIiZCn notwendig, webhe vom Nhigensaft oder den alkalischen Säften des Dünndarms herausgelöst werden können, so daß aus den zunächst völlig luft- und fcuchtigkcitsdichten und daher auch tropenfesten Kunststoff-Filmen poröse, für die Wirk-■ toffc permeable Überzüge entstehen. D!ese wassernder alkalilöslichcn Substanzen wiiken dabei gleichzeitig auch als aus ve;fahrcnsicchnischcn Giiindcn erfordcilichc Füllstoffe. Man kann aber auch zusäizlich andere, nicht lösliche Füllstoffe beimengen. Der Anteil dieser Zusätze braucht dabei nicht sehr hoch /u liegen. Es wurde gefunden, daß bereits Zusätze von insgesamt 5 bis 6"/,, ausreichen, um die KunststoffdKpctM'Micn für Tablcticnüberzügegeeignet zu ma ;hcn.
,Ic nach den Anforderungen an die Überzüge vciwc:idct man bis zu 50n n unlösliche Füllstoffe und 2 bis 501VnZuSUtZc an wasser- und alkaliKisIiehcn Substanzen (jeweils bezogen auf die eingesetzte Meng; wäß/ige Kun^lstoffdi.sptision). Mit steigenden Mengen an wasser- oder alkalilöslichen Substanzen werden die Tabletteniiberziige schneller und intensiver im Magen bzw. im Dünndarm angegriffen und liefern dann einen derartig porösen Überzug, daß die Wirkstoffe der Tabletten hindurchdiffundieren können. Wenn mm den Tablettenkernen große Mengen stark quellender Substanzen — sogenannte »Sprengstoffe« — zusetzt, kann es auch zu einem Zerreißen der porösen Umhüllung im Magendarrntrakt kommen; man kann somit je tiiivh Art und Menge der Zusätze den Ort und die Zeit der Wirkstofffreisetzung beliebig variieren. Es («t auf alle Fälle möglich, Zerfalls- und Freigibezeiten zu erreichen, die genauso kurz oder noch kürzer sind als die von guten Dragees. Erfindung ;genväß lassen sich aber auch Tabletten mit stark verzögerter oder ausschließlich enteraler Freigabe herstellen, so daß die neuen Tabletteniiberzüge sehr vielseitig verwendet werden können.
Weitere Vorteile der neuen Überzugsmiuel unter Verwendung von wältigen Kunststoffdisper.sionen sind die Vermeidung org.inischer Lösungsmittel, das Arbeiten bei Raumtemperatur und die relativ hohen
ίο Feststoffanteile. Die Viskosität der wäßrigen Kunststoffdispersionen gestattet nämlich (im Gegensatz zu Lösungen) auch bei Konzentrationen zwischen 30 und 60°/0 noch eine einwandfreie Verarbeitung. Hierdurch wird die (im Vergleich zu organischen SoK'entien) längere und wärmeverbrauchende Trocknung'.zeit zum Entfernen des Wassers wesentlich verkürzt.
Dis Auftragen der erfindungsgemäß mit Zusätzen versehenen wäßrigen Kunsstoffdispersionen kann sowohl manuell durch Aufgießen als auch durch Aufsprühen unter Verwendung von halb- oder vollautomatisch arbeitenden Geräten geschehen. Weiterhin kann man auch in Wirb;lschi;htgeräten arbeiten. Besonders bewährt hat sich dc'.s Auftragen der neuen Überzugsmittel mit Hilfe der automatischen Dragiergeräte gemäß britischer Patentschrift 968 442, welehe unter der Bezeichnung »ZD3« von der Firma Strunck & Co.. Köln, hergestellt werden. Zweckmäßigerweise wird dabei nach dem Auftragen auf die bewegten Tablettenkerne kurze Zeit gewartet, bis sich die aufgetragene Menge gleichmäßig über die Kerne verteilt hat. Danach wird mit Warmluft, vorzugiweise aber normil temperierter Luft getrocknet, bis die Kerne nicht mehr aneinanderhaften. sondern glatt aneinander vorbeirollen. Je nach Form und Große der Tablettenkerne sowie je nach der Zusammensetzung des Überzugsm'ttels genügen bereits fünf bis zehn Schiebten, um einen allen Anforderungen genügenden Überzug auf den Tabhttenkcrncn zu erhalten.
Als wäßrige Kunststoffdisper.sionen für die erfin-
dungigenüßen Übcrzugimittel kommen pinzipiell alle pharmikologisch unbedenklichen filmiildenJen wäßrigen Dispersionen in Frage; beispielsweise lr.ridclsübliche Dispersionen von Polyvinylester.!. PoIyvinylacet.ilen.PolyvinylohloMj.But.idie t-Styrol-Mlsjhpolymc"isäten und Polyacrylsii.uree-.tcrn inw.
Typische aus verfahrenstechnische 1 Gründen zu'.useVcide u-iläsüc'ie F.illstoffe sind Talkum, Kreide, Kaolin. M lisstärke. Reisstärke, hochdispc.sc Kieselsäuren usw.
Bevorzugte wasserlösliche Substanzen sind S.ilzc. Zul!-■;:. Pol/ät'iylcnglykole. Polyvinylpyrrolidone, wobei Polyäthylenglykole gleichzeitig auch als GleitstolTe und Polyvinylpyrrolidone auch als Klcbcnvttel wirken. Hin weiteres gewiinsclUenfall· zuzusetzende; wasscrlösliches Klebemittel ist Stärkesirup.
Als alkalilösliche Substanzen in imgensaftresistcnten Überzügen komti:n alle physiologisch unbedenklichei, festen Stoffe wie höhere Fettsäuren, z. B. Laiii'insäure. in Frage.
Weitere Zusätze, die min gewünschtenfalls zu den Kunstsloffdispcrsioncn zugeben kann, sind Farbstoffe oder FarbpigTieiite sowie Geschmacksstoffe und Konservierungsmittel.
Für den Fall, daß dei fertige Film besonders weich und elastisch werden soll, können auch Weichmacher wie Phthalsäureester, vorzugsweise in Form einer Emulsion, zugegeben werden.
Zur Herstellung der fertigen Mischung ist es wünr
I 617
sehenswert, pulveiförmige Fesistoffe \orher mit enlniineralisie.'tem Wasser sowie gegebenenfalls mit geringen Mengen t'iies Einiilgators und'oder Netzmitlels zu einer Suspension ähnlicher Viskosität wie die der Kunststofl'dispersion anzurühren und dann langsam mit der letzteren zu vermischen. Nach gründlicher Homogenisierung ist eine solche Mischung unmittelbar gebrauchsfertig.
Es hat sich in einigen Fällen als vorteilhaft erwies.-n, vordem Auftragen der ersten Schicht auf die Tabletten- ι ο kerne eine Schicht aus reinem Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon oder festem Polyäthylenglykol aufzutragen und erst dann mit dem Auftragen der erfinüungsgemäßen Überzugsmittel zu beginnen. Außerdem kann man natürlich zunächst eine magensaftresistente Schicht auftragen, welche dann mit weiteren Schichten überzogen wird. Hierdurch erhält man Tabletten, deren Wirkstoffe im Dü'.ndarm durch langsame Diffusion verzögert freigesetzt werden.
Die erfindungsgemäß fertig überzogenen Tablettenkein; sind im allgemeinen nur 5 bis 15% schwerer als die ursprünglichen Kerne, da schon Überzüge von etwa 3% des Kerngewichts völlig geschlossen sind. Ein nachträgliches Polieren oder Wachsen wie bei Dragees ist ebenfalls unnötig, da die fertigen Kunststoflüberzüge selbst einen dauerhaften seidenartigen Glanz aufweisen.
In den nachfolgenden Beispielen sind einige typische Zusammensetzungen der neuen Überzugsmittel beschrieben.
Beispiel 1
13 Teile Talkum, 1 Teil Polyäthylenglykol 20 000 und 1 Teil Tartrazin (Lebensmittel-Gelb Nr. 2, EWG-Nr. E 102) werden mit 70 Teilen entminetalisiertem Wasser suspendiert und unter ständigem Rühren mit 200 Teilen einer etwa 50% wäßrigen Polyvinylacetatdispersion (»Mowilith DM 1«) vermischt. Der Feststoffanteil dieses Überzugmittels beträgt 40,3%,. Auf in einem üblichen Dragierkessel rotierende Placebo-Kerne wird von Hand so vie/ dieser Mischung aufgetragen, daß alle Kerne befeuchtet sind. Man wartet, bis sich die aufgetragene Flüssigkeit auf den bewegten Kernen gleichmäßig verteilt hat, und trocknet dann durch Aufblasen von Luft. Sobald die erste Schicht getrocknet ist. was man am glatten Aneinandervorbeirollen der Kerne sieht, wird in gleicher Weise die nächste Schicht aufgetragen. Nach Auftragen von acht Schichten ist ein völlig geschlossener, seidenglänzender Lacküberzug entstanden, der keiner weiteren Behandlung taedaif. Die Tablettenkerne haben durchschnittlich etwa 10% an Gewicht zugenommen.
Beispiel 2
6 Teile Talkum, 6 Teile Rohrzucker, 3 Teile PoIyäthjlenglykol 20 000 und 1 Teil Ta;trazin werden mit 90 Teilen entmineialisiertem Wasser suspendiert und unter ständigem Rühren mit 200 Teiiu-n einer etwa 50% wäßrigen Polyviny'acetatdispeision (»Miwilith D M Iv) vermischt. Der Feststoffgehalt dei M schung beträgt 38,2%. Auf in einem üblichen Diagierkessel rotierende Placebo-Kerne werden mit einem ZDS-Sprühautomaten gemäß britischei Patentschrifi 968 442 mehrere Schichten so aufgetragen, daß sechs Schichten etwa eine Gewichtszunahme von 4 bis 5% bewirken. Die gleichmäßigen, seideng^nzenden Kerne haben Zerfal'szeiten wie gute Dragees.
Ähnliche Ergebnisse erzielt man mit einer Mischung aus 200 Teilen Polyvinylacetatdispersion (»Mowilith DM1«) und einer Suspension, welche 25 Teile Talkum, 5 Teile Polyäthylenglykol 20 000 und 3 Teile Polyvinylalkohol (»Mowiol N 30-98«) in 100 Teilen entmineralisiertem Wasser enthält.
B e i s ρ i e t 3
10 Teile Rohrzucker, 5 Teile Polyäthylenglykol 4000 und 1 Teil Ponceau 6 R (Lebensmittel-Rot Nr. 1. EWG-Nr. E 126) werden in 125 Teilen entmineralisiertem Wasser gelöst und mit 200 Teilen Polyvinylacetatdispersion (»Mowilith D M 1«) vermischt. Diese Dispeision wird auf in einem üblichen Dragierkessel rotierende Placebo-Kerne kontinuierlich aufgesprüht, und zwar in einer Menge, die etwa 30 "/0 des Kerngevw:hts entspricht; gleichzeitig wird mit Luft kräftig getrocknet. Bei dieser Arbeitsweise muß nur darauf geachtet werden, daß nicht zu schwach getrocknet wird. Zu starkes Trocknen schadet (abgesehen von der Energievergeudung) nicht. Man erhält auf diese Weise Weise Tabletten mit einer einzigen hoimgenen Umhüllung, die etwa 10% des Kerngewichts ausmacht. Die Zerfallszeiten entsprechen denen von guten Dragees.
Beispiel 4
Suspensionen der in der Tabelle aufgeführten Zusammensetzungen werden mit jeweils 200 Teilen iiner wäßrigen, etwa 50%igen Polyvinylacetatdispersion (»Mowilith D M 20«) vermischt.
Talkum
Kreide
Reisstärke
Hochdisperse Kieselsäure (»Aerosil«)
Rohrzucker
Polyäthylenglykol .1O 000
Polyvinylpyrrolidon (»Kollidon 25«j .
Stärkesirup
Polyvinylalkohol (»'.vtowiol N 30-98«)
Emulgator (»Cremophof EL«)
Tartrazin
Ponceau 6 R
F.ntmin. Wasser
10 RczepUir-Nr. 4 5
1 3
Teile
13
40 50 100
10 2,5 5
10 10
5 5 20
10 15 3
4
5
5 1 0,5 0,5
75 1 1
2
1 130 180
150 100
617
Der Feststoffanteil der fertiggemischten Überzugsmittel der Rezepturen 1 bis 5 schwankt zwischen 34 und 46 70.
Sämtliche oben aufgeführten Mischungen ergeben einwandfreie Überzüge; insbesondere die Rezepturen Nr. 4 und 5 liefern Tablettenüberzüge mit ungewöhnlich niedrigen Zerfallszeiten, welche die von guten Dragees weit übertreffen.
B e i s ρ i e I 5
100 Teile Talkum, 25 Teile Polyäthylenglykol 20000, 0,5 Teile Natriumlaurylsulfat, 2 Teile Titandioxyd und 1 Teil Tartrazin werden in 170 Teilen entmin. Wasser suspendiert und mit 200 Teilen einer etwa 50°/oigen wäßrigen Polyvinylpropionatdispersion(»Propiofan 590 D«) vermischt. Beim Auftragen dieser Mischung auf Tablettenkerne gemäß Beispiel 2 erhält man gut aussehende, pharmakologisch einwandfreie Tablettenüberzüge.
Einwandfreie Ergebnisse erzielt man auch beim Vermischen von 200 Teilen der gleichen Kunststoffdispersion mit einer Suspension von 20 Teilen Polyäthylenglykol 4000. 5 Teilen Eisen(HI)-oxyd-Pigment in 50 Teilen entmin. Wasser.
B e i s ρ i e 1 6
15Teile Kreide, 8Teile Rohrzucker, 0,5Teile Natriumlaurylsulfat, 10 Teile Titandioxyd und 60 Teile entmin. Wasser werden miteinander vermischt und mit 200 Teilen einer etwa 50% wäßrigen Polyvinylchloriddispersion (»Lutofan 300 D«) innig verrührt. Beim Verarbeiten gemäß Beispielen 1 und 2 erhält man einwandfreie Tablettenüberzüge.
Beispiel 7
20 Teile Maisstäike, 5 Teile Polyäthylenglykol, 5 Teile Polyvinylalkohol (»Mowiol N 30-98«), 3 Teile Titandioxyd, 1 Teil Ponceau 6 R und 90 Teile entmin. Wasser werden in suspendierter Form mit 200 Teilen einer etwa 50°/0igen, wäßrigen Dispersion von Polyacrylsäureestern (»Acronol 14 D«) vermischt und wie in den vorhergehenden Beispielen auf Tablettenkerne aufgetragen. Man erhält so gut glänzende, pharmakologisch einwandfieie. rosagefäibte Tablettenüberzüge.
Überzüge mit einem anderen und kräftigeren Rot sowie etwas kürzeren Zerfallszeiten erhält man beim Vermischen der gleichen Kunststoffdispersion mit einer wäßrigen Suspension von 25 Teilen Talkum, 5 Teilen Rohrzucker, 5Teilen Polyäthylenglykol 20000, 5 Teilen Eisen(III)-oxyd-Pigment und 2 Teilen Titandioxyd in 80 Teilen entmin. Wasser.
Beispiel 8
20 Teile Talkum, 30 Teile Kreide, 7 Teile Rohrzucker, 2 Teile Polyvinylpyrrolidon (»Kollidon 25«), 10 Teile Eisen(III)-oxyd-Pigment werden in 120 Teilen entmin. Wasser suspendiert und mit 200 Teilen einer etwa 50°/0igen, wäßrigen Dispersion eines Butadien-Styrol-Mischpolymerisats (»Litex SB 40«) vermischt. Beim Auftragen auf Tablettenkerne gemäß Beispiel 1 und 2 erhält man gut aussehende, pharmakologisch einwandfreieTablettenüberzüge, welche etwa so schnell zerfallen wie gute Dragee.
Die verwendeten Substanzen waren am Anmeldetag vorliegender Erfindung unter den angegebenen Handelsbezeichnungen bekannt.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Überzugsmittel für Arzneitableiten. enthaltend einen wasserunlöslichen, !umbildenden Kunststoff und mindestens eine wasser- oder alkalilösliche Substanz, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff in Form einer wäßrigen Dispersion vorliegt.
2. Verfahren zum Überziehen von Tabletten mit einem wasserunlöslichen, filmbildenden Kunststoff und mindestens einer wasserlöslichen oder alkalilöslichen Substanz, bei dem eine oder mehrere Schichten des Überzugsmittels auf die Tabletten aufgetragen und mit Luft getrocknet werden, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Überzugsmittel nach Anspruch 1 aufträgt.
3. Verfahren zum Überziehen von Tabletten gemäß Anspruch 2. dadurch gekennzeichnet, daß man das Auftragen des Überzugsmittels und die Trocknuns gleichzeitig durchführt.
DE19671617351 1967-06-28 Überzugsmittel fur Arzneitabletten Pending DE1617351B (de)

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