DE1508893B1 - Schmelzverfahren zur Herstellung von Gussbloecken mittels Abschmelzelektroden - Google Patents
Schmelzverfahren zur Herstellung von Gussbloecken mittels AbschmelzelektrodenInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft ein Schmelzverfahren zur Grobkorngefüge im Gußblock vermieden werden und
Herstellung von Gußblöcken mittels Abschmelzelek- eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
troden, wobei die unteren Enden der Abschmelzelek- anzugeben.
troden während des Abschmelzen in einer Schlacken- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch geschieht
gehalten werden, und einen Lichtbogen- 5 löst, daß die Abschmelzelektroden mit mehrphasigem
schmelzofen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Wechselstrom gespeist und während des Abschmel-Verfahrens.
zens in an sich bekannter Weise nachgeführt werden. Aus der USA.-Patentschrift 2 445 670 ist ein Licht- Bei einem Lichtbogenofen zur Durchführung des
bogenschmelzofen mit drei Elektroden bekannt, erfindungsgemäßen Verfahrens mit mehreren senkwovon
zwei selbstverzehrende, d. h. Abschmelzelek- io recht und in Abständen voneinander angeordneten
troden sind, die über Schmelzbädern angeordnet sind, Abschmelzelektroden, einer oben offenen, gekühlten,
in die sie abschmelzen. Die beiden Schmelzbäder stillstehenden Kokille und einer das Schmelzbad und
münden in einen Trichter ein, der in eine gekühlte, die unteren Enden der Elektroden abdeckenden
oben offene Kokille einmündet. Die dritte nicht Schlackenschicht sind in vorteilhafter Weise drei
abschmelzende Elektrode ist über der Einmündung 15 Elektroden mit den Phasen einer Wechselstromquelle
der Schmelzbäder in den Trichter angebracht, um das verbunden, wobei die Elektroden an einer gemeinin
die Kokille fließende Material vor dem Einfluß in samen an sich bekannten Elektrodenvorschubeinrichdie
Kokille zu erhitzen. Die drei Elektroden werden tungen angebracht sind.
durch Gleichstrom gespeist. Beim Lichtbogenschmel- Es ist besonders vorteilhaft, wenn drei nebeneinanzen
von Abschmelzelektroden mit Gleichstrom tritt 20 der in einer rechteckigen Kokille angeordnete Elekgrundsätzlich
das Problem auf, daß sich Seigerungen troden, deren mittlere einen größeren Querschnitt als
und Grobkorngefüge in den Gußblöcken bilden. Zur die beiden anderen Elektroden aufweist, vorgesehen
Vermeidung dieser Nachteile ist bei dem bekannten sind. Diese Maßnahme dient dazu, ein schnelleres
Lichtbogenschmelzöfen die außerordentlich aufwen- Abschmelzen der mittleren Elektrode im Vergleich zu
dige Ausgestaltung getroffen worden, daß mittels der 25 den äußeren Elektroden zu verhindern. Wegen des
mittleren Elektrode die aus den oberen Schmelz- geringeren Wärmeaustausches der mittleren Elektrode
bädern in den Trichter fließende Schmelze nachgeheizt mit den Kokillen wänden im Verhältnis zu den beiden
wird und daß die in der Kokille befindliche Schmelze äußeren Elektroden würde bei gleichem Querschnitt
dadurch nachgeheizt wird, daß die unteren Enden des aller Elektroden diese schneller abschmelzen. Es
Trichters als nicht schmelzende Elektroden ausgebil- 30 würde wiederum eine gesonderte Vorschubeinrichtung
det sind. Dieser bekannte Lichtbogenschmelzofen ist für die mittlere Elektrode erfordern. Dadurch, daß
daher hinsichtlich seines konstruktiven Aufbaues und die mittlere Elektrode aber einen größeren Querhinsichtlich
der Betriebskosten außerordentlich auf- schnitt erhält, wird eine derartig aufwendige Maßwendig, da zusätzliche Elektroden zum Heizen des nähme vermieden.
Schmelzbades und damit zusätzliche Stromkosten er- 35 Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung
forderlich sind. Weiterhin erfordern gleichstrom- werden nachfolgend an Hand der Zeichnungen erläu-
gespeiste Lichtbogenschmelzöfen zusätzlichen appa- tert. Es zeigt
rativen Aufwand durch die erforderlichen Gleichrich- F i g. 1 in Seitenansicht, teilweise geschnitten, ein
ter, da regelmäßig nur Wechselspannung zur Verfü- Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Licht-
gung steht. 40 bogenschmelzofens zur Durchführung des erfindungs-
Aus der britischen Patentschrift 872 243 ist ein gemäßen Blockgießverfahrens,
Lichtbogenschmelzverfahren bekannt, bei dem wäh- F i g. 2 schematisch und teilweise geschnitten ein
rend des Abschmelzens die Elektrode nachgeführt weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemä-
wird. Dieser bekannte Lichtbogenschmelzofen wird ßen Lichtbogenschmelzofens und
ebenfalls mit Gleichstrom betrieben, so daß er hin- 45 F i g. 3 einen Schnitt entlang der Linie 3-3 in
sichtlich der Bildung von Seigerungen und Grob- F i g. 2.
korngefüge im Gußblock die gleichen Nachteile auf- Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsweist.
beispiel handelt es sich um einen Dreiphasen-Licht-Aus der deutschen Auslegeschrift 1191520 ist ein bogenschmelzofen 10 mit Abschmelzelektroden mit
Verfahren zum Lichtbogenschmelzen und eine Vor- 50 einem Gießform- oder Kokillenteil 11 und einem
richtung zur Durchführung dieses Verfahrens be- Elektrodenantrieb 12.
leannt, bei dem die Kokille ständig gegenüber dem Der Kokillenteil 11 des Ofens besteht aus einem
Gußblock und der erstarrenden Schmelze gedreht äußeren, im wesentlichen zylindrischen Mantel 13
wird, um Seigerungen zu vermeiden. Außer dem er- mit einem zur Bildung eines Kühlmantels für die im
heblichen Aufwand für diese Maßnahme ist hierbei 55 Mantel 13 angeordnete Kokille 17 mittels Schrauben
noch von Nachteil, daß mit einer derartigen Vorrich- 16 hermetisch dicht daran befestigtem Bodenver-
tung nur kreiszylindrische Gußblöcke erschmolzen schlußteil 14; die Kokille 17 dient zur Aufnahme
werden können. eines aus dem abgeschmolzenen Metall gebildeten
Aus der deutschen Auslegeschrift 1 096 560 ist be- Gußblockes 18.
leannt, gleichstromgespeiste Abschmelzelektroden zu 5o Der Mantel 13 ist mit einer Kühlmittelzufuhrleitung
Bündeln zusammenzufassen und mittels einer gemein- 20 und einer Kühlmittelabführleitung 21 versehen,
samen Elektrodenvorschubvorrichtung nachzuführen. Auf senkrechten Säulen 24 wird eine Tragplatte 22
Auch hierbei treten die genannten Nachteile im gehalten, die mit einer Öffnung 25 zur Aufnahme des
Gefüge des Gußblockes auf. oberen Endes der Kokille 17 versehen ist. Vom obe-
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe 65 ren Ende der Kokille 17 erstreckt sich ein Flansch
zugrunde, ein Schmelzverfahren der oben dargestell- 26 nach außen, der in geeigneter Weise an der Ober-
ten Art so auszugestalten, daß in besonders einfacher seite der Tragplatte 22 befestigt wird. Wenn demnach
Weise Seigerungen von Legierungsbestandteilen und während des Schmelzbetriebes die Kokille 17 ortsfest
3 4
verbleibt, so kann sie doch abgenommen werden, und geringen Abstand vom darunter befindlichen Schmelznach
Ausbildung des Gußblockes 18 kann eine andere bad haben. Der durch die Leiter 57/1, STB und 57C
Kokille für eine anschließende Schmelzoperation ein- zugeführte Dreiphasen-Drehstrom fließt zwischen den
gesetzt werden, während der erste Gußblock 18 abge- unteren Enden der Elektroden 30 A bzw. 3Oi? bzw.
kühlt und aus der zugeordneten Kokille 17 entfernt 5 30 C und durch die Schlackendecke 58 hindurch. Die
wird. hierbei entwickelte Wärme bewirkt ein Schmelzen des
Der Elektrodenantrieb 12 hält drei Elektroden Metalls am unteren Ende der Elektroden, und das auf
30^4, 3OB und 3OC in der Kokille 17 und regelt die diese Weise geschmolzene Metall wird im Schmelz-Lage
der zugeordneten unteren Elektrodenenden in krater 31 aufgefangen, um in diesem fortlaufend
bezug auf das am oberen Ende des Gußblockes 18 io durch das durch die Leitungen 20 und 21 fließende ·
ausgebildeten Schmelzbad 31. Diese drei Elektroden Kühlmittel gekühlt zu werden,
sind auf einer gemeinsamen Querschiene 33 angeord- Beim Abschmelzen der Elektroden und dem Durchnet,
die wiederum am unteren Ende eines hohlen wandern von Metallteilchen durch die Schlackendecke
Elektrodenstößels 34 gehalten wird. gelangen verschiedene Verunreinigungen der Elektro-
Der Elektrodenantrieb 12 ruht oberhalb der Trag- 15 den in die Schlacke; außerdem verhütet die Schlackenplatte 22 auf mehreren senkrechten Stützen 36, die decke 58 eine Verunreinigung des Schmelzbades 31
mit ihren unteren Enden auf der Tragplatte 22 be- durch die Atmosphäre und verhindert eine Wärmefestigt
sind und deren obere Enden eine Kopfplatte abgabe bzw. Wärmeverluste aus dem Schmelzbad 31
37 tragen. Außerdem ist am oberen Ende des hohlen in die Atmosphäre durch das Oberteil der Kokille 17
Elektrodenstößels 34 eine untere Platte 38 befestigt, 20 hindurch. Während die Elektroden 3OA, 3OB und
und senkrecht über dieser ist eine obere Platte 40 30 C abschmelzen, läuft der Motor 46 und bewegt die
angeordnet. In einer Öffnung 42 in dieser oberen Querschiene 33 langsam nach unten, so daß der ge-Platte
40 ist koaxial zum Elektrodenstößel 34 eine wünschte Abstand zwischen den unteren Enden der
Mutter 41 befestigt. Auf jeder dieser senkrechten Elektroden im Schmelzbad 31 aufrechterhalten wird.
Stützen 36 ist gleitbar ein Rohrteil 44 angeordnet, 25 Geeignete Steuereinrichtungen für den Motor 46 sind
deren jedes mit seinem unteren zugeordneten Ende an bekannt und werden hier, da sie nicht zur Erfindung
der unteren Platte 38 und dem zugeordneten oberen gehören, nicht weiter beschrieben.
Ende mit der oberen Platte 40 befestigt ist, so daß die Es hat sich gezeigt, daß die Größe des Gußblockes
beiden Platten 38 und 40 derart miteinander gekup- in einem Lichtbogenschmelzofen mit Abschmelzelekpelt
sind, daß sie senkrecht auf den Stützen 36 gleiten 30 trode, der mit Gleichstrom betrieben wird, bei Metalkönnen.
len, die zum Seigern neigen, auf ungefähr 50 cm
Außerdem enthält der Elektrodenantrieb 12 einen Durchmesser begrenzt ist. Das Auftreten der Seigerung
in geeigneter Weise oberhalb der Kopfplatte 37 ange- von Legierungsbestandteilen scheint in direkter Beordneten
Motor 46 und eine Schraubenspindel 47 ziehung zur Tiefe des Schmelzbades 31 zu stehen, die
zum Antrieb, die mit ihrem Gewinde mit der fest- 35 wiederum erheblich beeinflußt wird von der Schmelzstehenden Mutter 41 in der oberen Platte 40 zusam- badtemperatur und von dem Betrag des Wärmeübermenarbeitet
und sich senkrecht nach unten durch ganges zwischen dem Gußblock-Kern und der Kokil-Öffnungen
48 und 50 in den Platten 37 bzw. 38 hin- lenwand. Da die Erstarrungszunahme in Millimeter
durch in den hohlen Innenraum des Elektrodenstö- eine Funktion der Quadratwurzel der Erstarrungszeit
ßels 34 hineinerstreckt. Die Abtriebswelle 52 des Mo- 40 in Minuten ist, wird durch eine Durchmesserzunahme
tors 46 weiSt ein Ritzel 51 auf, das mit einem Zahnrad des Gußblockes ein Anwachsen der Erstarrungszeit
54 auf dem oberen Ende der Antriebsspindel 47 verursacht, was zur Erzeugung eines tieferen metallizusammenarbeitet
und drehbar in einem in der Öff- sehen Schmelzbades 31 führt, wodurch wiederum eine
nung 48 der Kopfplatte 37 angeordneten geeigneten Herabsetzung der Abschmelzgeschwindigkeit bzw.
Lager 55 montiert ist. 45 -menge erforderlich wird. Außerdem bewirken die
Den Elektroden 30A, 3OB und 3OC wird durch ziemlich starken Gleichströme die Ausbildung eines
zugeordnete Leiter 59 A bzw. 59 B bzw. 59 C Drei- übermäßig erhitzten Bereiches, des sogenannten
phasen-Drehstrom zugeführt. Es ist selbstverständlich, »Anodenflecks«, innerhalb des Schmelzbades 31 undaß
in der Querschiene 33 die oberen Enden der terhalb der Elektrode; auch dies trägt zur Vertiefung
Elektroden 30 A, 3OB und 3OC in geeigneter Weise 50 des Schmelzbades bei, und eine solche Vertiefung erisoliert
werden. höht die Gefahr der Ausbildung unerwünschter Seige-
Die zugeordneten unteren Enden der Elektroden rungsbilder.
3OA, 3OB und30C werden von einer Schlackendecke Da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren und
58 bedeckt, ebenso wie das Schmelzbad 31 am oberen beim Betrieb des erfindungsgemäßen Lichtbogen-Ende
des Gußblockes 18. Die Schlackendecke 58 55 Schmelzofens zur Durchführung dieses Verfahrens in
weist dieselbe wohlbekannte Zusammensetzung auf den Elektroden 30^4, 30 B und 3OC der dreiphasige
wie die, die in einem Einphasen-Lichtbogenschmelz- Wechselstrom alterniert, können sich solche verhältofen
verwendet wird. nismäßig heißen Anodenflecke im Schmelzbad unter-
Jede der Elektroden 3OA, 3OB und 3OC besteht halb der einzelnen Elektroden nicht ausbilden, wie
aus einem erschmolzenen Gußblock, der im wesent- 60 dies in der oben beschriebenen Weise bei einphasigen
liehen die metallischen Legierungsbestandteile ent- Gleichstromofen der Fall ist; dadurch kann ein
hält, wie sie in dem im Ofen herzustellenden Guß- flacherer Krater mit geschmolzenem Metall (Schmelzblock
enthalten sein sollen, der aber infolge seines bad 31) erzeugt werden, was fortschreitendes, gleich-Gefüges
und seiner unerwünschten Einschlüsse nicht mäßiges Erstarren fördert, und der so erzeugte Gußdie
für das Endprodukt verlangte Qualität aufweist. 65 block weist daher das erwünschte Korngefüge und
Wie aus F i g. 1 ersichtlich ist, bedeckt die Schlak- die gewünschten Oberflächeneigenschaften auf und
kendecke 58 das Schmelzbad 36 und die unteren ist im wesentlichen frei von Seigerung. Außerdem ist
Enden der Elektroden 30A1 30 B und 3OC, die einen infolge der Verwendung von drei Elektroden die
Wärme im Gußblock weniger konzentriert, wodurch ebenfalls trotz größerer Schmelzgesehwindigkeit ein
flacherer Schmelzkrater 31 ausgebildet werden kann, d. h. größere Gußblöcke hergestellt werden können.
Bei bekannten Gleichstromlichtbogenschmelzöfen mit Abschmelzelektroden, bei denen mit Schlacke gearbeitet
wird, hat sich ferner herausgestellt, daß magnetische Streufelder im Schmelzbad einen einseitig
gerichteten Rühreffekt bewirken, der die Gefahr der Ausbildung unerwünschten Korngefüges mit sich
bringt. Bei dem Mehrphasenlichtbogenschmelzofen gemäß der Erfindung ist aber, infolge der Verwendung
von drei in den Elektroden 30.4, 30 B und 3OC alternierenden
Stromphasen, die Verwendung einer rotierenden Kokille oder elektromagnetischer Rührspulen
zur Aufhebung dieses unerwünschten einseitig gerichteten Rühreffektes nicht erforderlich.
In den Fig. 2 und 3 ist ein etwas abgewandeltes
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Lichtbogenschmelzofens
dargestellt, der vorzugsweise zum ao Erschmelzen von langen Rohbrammen mit rechteckigem
Querschnitt dient und der darüber hinaus für kontinuierlichen Betrieb geeignet ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist die Kokille 60 als doppelwandiges, an beiden Enden offenes Element ausgebildet,
das, wie aus der Aufsicht in Fig. 3 ersichtlich, im
wesentlichen rechteckigen Querschnitt hat. Dieser Kokille 60 wird Kühlmittel durch die Zuführleitung
62 zu- und durch die Abführleitung 63 aus dieser abgeführt. Die Kokille 60 ist an ihrem unteren Ende
zu Beginn der Arbeit mittels einer abziehbaren Kokillenkappe 65 mit einem Stößel verschlossen. Jede der
Elektroden 66A, 665, 66C weist im allgemeinen
rechteckigen Querschnitt auf, und diese Elektroden sind an einer gemeinsamen Querschiene 68 senkrecht
in einer Reihe aufgehängt.
Zu Beginn der Arbeit schließt die mit einem Stößel versehene Kokillenkappe 65 das untere Ende der Kokille
60 ab, anschließend werden die Elektroden 66 A, 66B, 66C nahe an diese Kappe heran- bzw. herabgeführt,
worauf die Kappe 65 mit einer Schlackendecke 70 bedeckt wird. Dann werden die Elektroden
66.4, 66B, 66 C über zugeordnete Leiter 71^4 bzw.
71B bzw. 71C mit Drehstrom gespeist, so daß innerhalb
der Kokille 60 ein Schmelzbad (Schmelzkrater) 72 sich dann auszubilden beginnt, wenn die durch
den durchfließenden Wechselstrom erzeugte Wärme ein Abschmelzen der unteren Enden der Elektroden
verursacht. Wenn der Gußblock 74 zu erstarren beginnt, wird die mit einem Stößel versehene Kokillenkappe
65 vom unteren Ende der Kokille etwas abgezogen, um auf diese Weise eine längliche Rohbramme
zu erzeugen, deren Querschnitt gleich der inneren Querschnittsfläche der Kokille 60 ist. Wenn die ersten
Elektrodenstücke abgeschmolzen sind, werden an deren oberen Enden in irgendeiner geeigneter Weise,
z. B. durch Schweißen, neue Elektrodenabschnitte befestigt, um auf diese Weise einen kontinuierlichen
Betrieb zu ermöglichen. Nach Befestigung dieser neuen Elektrodenabschnitte wird die gemeinsame
Querschiene 68 in an sich bekannter Weise nach oben in eine neue Stellung am oberen Ende der neuen
Elektrodenabschnitte angehoben.
Besonders vorteilhaft ist es, wie in F i g. 3 dargestellt, der mittleren der drei Elektroden 66 A, 66 B,
C einen im wesentlichen doppelt so großen Querschnitt zu geben als den beiden äußeren Elektroden
66^4 und 66 C. Wegen der unausgeglichenen, ungleichmäßigen elektrischen Verhältnisse in den Elektroden,
die durch gegenseitige Induktion zwischen diesen Elektroden verursacht werden, sowie wegen
dem unausgeglichenen Wärmeaustausch zwischen den Elektroden selbst einerseits und zwischen den
Elektroden und den Wänden der Kokille 60 andererseits, ist diese Maßnahme besonders vorteilhaft. Hätte
nämlich die mittlere Elektrode 665 denselben Querschnitt wie die beiden anderen Elektroden, würde
diese nicht nur mehr Strahlungswärme aufnehmen als die äußeren Elektroden 66 A und 66C, sondern diese
würde auch einer kleineren gekühlten Kokillenwandfläche gegenüberstehen. Hinzu kommt, daß bei diesem
Ausführungsbeispiel veränderliche Drosseln 75 A, ISB, 75 C in Reihe zu den Leitungen 71/4 bzw. 71B
bzw. 71C geschaltet sind, um die durch die in der vorgesehenen Weise ausgerichteten Elektroden verursachte
unausgeglichene Gegeninduktivität aufzuheben; dies zusammen mit dem Ausgleich des Wärmeübergangs
durch Vergrößerung der Oberfläche der mittleren Elektrode 66.B erlaubt eine derartige Abgleichung
des Abschmelzens der Elektroden, daß die Elektroden 66^4, 665, 66 C gleichzeitig mittels der
gemeinsamen Querschiene 68 nachgeführt werden können.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung eines Mehrphasenlichtbogenschmelzofens nach Fig. 2
und 3 ist es möglich, Rohbrammen sowohl· in länglicher Form als auch mit rechteckigem Querschnitt
herzustellen, was mit Gleichstromlichtbogenschmelzöfen nicht möglich ist, da bei diesen Rotation der
Gießform bzw. der Kokille erforderlich ist.
Mit 76 sind in F i g. 2 schematisch an sich bekannte
Schermittel angedeutet, die dazu dienen, die Rohbramme 74 abzuschneiden, wenn sie die gewünschte
Länge erreicht hat. Wegen der guten Oberflächenqualitäten
der in dem erfindungsgemäßen mit Schlacken arbeitendem Schmelzofen erzeugten Rohbrammen
kann diese Rohbramme 74 unmittelbar gewalzt werden, ohne daß vorher eine Oberflächen-Konditionierung
und Zwischenerwärmung erforderlich wäre, wie dies bei Rohbrammen der Fall ist, die
nach den bisher bekannten Verfahren und mit den bekannten Vorrichtungen hierfür hergestellt werden.
Claims (5)
1. Schmelzverfahren zur Herstellung von Gußblöcken mittels Abschmelzelektroden, wobei die
unteren Enden der Abschmelzelektroden während des Abschmelzens in einer Schlackenschicht gehalten
werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschmelzelektroden ausschließlich
mit mehrphasigem Wechselstrom gespeist und während des Abschmelzens in an sich bekannter
Weise nachgeführt werden.
2. Schmelzverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gußblock fortlaufend
nach unten abgezogen wird.
3. Lichtbogenschmelzofen zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2 mit mehreren
senkrecht und in Abständen voneinander angeordneten Abschmelzelektroden, einer oben
offenen, gekühlten stillstehenden Kokille und einer das Schmelzbad und die unteren Enden der
Elektroden abdeckenden Schlackenschicht, dadurch gekennzeichnet, daß drei Elektroden mit
den Phasen einer Wechselstromquelle verbunden
sind und daß die Elektroden an einer gemeinsamen an sich bekannten Elektrodenvorschubeinrichtung
angebracht sind.
4. Lichtbogenschmelzofen nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch drei nebeneinander in einer
rechteckigen Kokille angeordnete Elektroden,
deren mittlere einen größeren Querschnitt aufweist als die beiden anderen Elektroden.
5. Lichtbogenschmelzofen nach Anspruch 3 oder 4, gekennzeichnet durch einen abwärts bewegbaren
Kokillenboden zum Abziehen des Gußblockes.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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009 514/29
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