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DE1508168B2 - Verfahren und vorrichtung zum frischen von phosphorhaltigen roheisen - Google Patents

Verfahren und vorrichtung zum frischen von phosphorhaltigen roheisen

Info

Publication number
DE1508168B2
DE1508168B2 DE19621508168 DE1508168A DE1508168B2 DE 1508168 B2 DE1508168 B2 DE 1508168B2 DE 19621508168 DE19621508168 DE 19621508168 DE 1508168 A DE1508168 A DE 1508168A DE 1508168 B2 DE1508168 B2 DE 1508168B2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
oxygen
blowing
converter
lance
bath
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19621508168
Other languages
English (en)
Other versions
DE1508168A1 (de
Inventor
Jacques Marchienne-au-Pont Ledune (Belgien)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Cockerill Ougree Providence et Esperance Longdoz
Original Assignee
Cockerill Ougree Providence SA
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Cockerill Ougree Providence SA filed Critical Cockerill Ougree Providence SA
Publication of DE1508168A1 publication Critical patent/DE1508168A1/de
Publication of DE1508168B2 publication Critical patent/DE1508168B2/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C5/00Manufacture of carbon-steel, e.g. plain mild steel, medium carbon steel or cast steel or stainless steel
    • C21C5/28Manufacture of steel in the converter
    • C21C5/30Regulating or controlling the blowing
    • C21C5/32Blowing from above

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Carbon Steel Or Casting Steel Manufacturing (AREA)

Description

1 2
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vor- a) daß der Konverter während der ersten Blasrichtung zum Frischen von phosphorhaltigem Roh- phase in an sich bekannter Weise in aufgerichteter eisen mittels eines oxydierenden Gases in zwei Blas- Stellung in Ruhe bleibt,
phasen mit einer Zwischenentschlackung zwischen b) daß die Zwischenentschlackung bei einem Koh-
der ersten und zweiten Blasphase, wobei das oxydie- 5 lenstoffgehalt des Bades zwischen 0)7 und l,7»/0
rende Gas in beiden Blasphasen zusammen mit pulver- durchgeführt wird
förmigen oder stückigen Schlackenbildnern auf das '
Bad in einem symmetrischen, um seine Längsachse c) daß der Konverter zu Beginn der zweiten Blasdrehbaren Konverter mittels einer nicht eintauchenden phase in an sich bekannter Weise in Rotation Lanze geblasen wird. io versetzt, gegen die Waagerechte in eine Schräg-
Es ist bekannt (französische Patentschrift 1 219 089), lage zwischen 15 bis 25° geschwenkt wird und
phosphorhaltiges Roheisen in der Weise zu frischen, mit einer Umlaufgeschwindigkeit zwischen 20
daß in zwei Blasphasen dem Bad mit dem oxydieren- bis 30 Umdrehungen je Minute gedreht wird,
den Gas Kalk und/oder Soda als Schlackenbildner d) daß im Verlauf der ersten drei Viertel der zweiten
in Form von Pulver oder in Stücken bzw. Granulat 15 Blasphase die Lanze gegen die Waagerechte in
zugesetzt wird, wobei zwischen den beiden Blasphasen ejnem zwjschen 35 und 90° liegenden Winkel
eine Entschlackung durchgeführt wird und das Ver- geneigt wird und während des letzten Viertels
fahren mittels eines drehbaren Konverters durch- der Gesamtdauer der zweiten Blasphase die
geführt werden kann. Sauerstoffzufuhr entweder durch Verkleinerung
Es ist weiterhin bekannt (französische Patentschrift 20 des Blasdrucks oder durch Verwendung einer 1218 043), bei einem Verfahren zum Frischen von Lanze mit kleinerem nutzbarem Durchmesser phosphorhaltigem Roheisen mit zwei Blasphasen in verringert wird und daß während dieser Periode der ersten Phase das oxydierende Gas in das Bad die Lanze so geneigt wird, daß der Sauerstoff mittels einer nicht eingetauchten Lanze einzublasen, oberflächlich auf das Bad geblasen wird, wobei wobei der Konverter in aufrechter Stellung in Ruhe 25 die Lanze gegen die Waagerechte in einem zwibleibt, und während der zweiten Frischphase den scnen 15 und 45°, vorzugsweise bei 20° liegenden Konverter in eine etwa gegenüber der Waagerechten Winkel geneigt wird,
geneigte Stellung zu senken und in Rotation zu versetzen, wobei das oxydierende Gas ebenfalls wieder In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird mittels einer nicht in das Bad eintauchenden Lanze 30 während der ersten Blasphase auf die Schlacke in aufgeblasen wird. an sich bekannter Weise eine aus Sauerstoff und
Es ist auch bekannt, beim Frischen von phosphor- einem gasförmigen Brennstoff von hohem Heizwert
haltigem Roheisen eine mit Sauerstoff und gasförmi- erzeugte Flamme gerichtet, die — wie bei Sauerstoff-
gem Brennstoff, wie z. B. Erdgas, betriebene Brenner- lanzen bekannt — nicht in das Metallbad eindringt,
lanze zu verwenden (USA.-Patentschrift 3 202 201) 35 In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
und die Sauerstofflamme auf die Schlackenschicht werden dem Bad Natriumkarbonatbriketts zugesetzt,
derart zu richten, daß sie nicht in das Metallbad die aus pulverförmigem Natriumkarbonat und einem
eindringt (britische Patentschrift 823 996). Bindemittel mit metallurgischem Teer so zusammen-
Es ist weiterhin bekannt, bei der Stahlherstellung gesetzt sind, daß sie gerade in dem Zeitpunkt völlig
aus phosphorreichem Roheisen in der zweiten Blas- 4° geschmolzen sind, in welchem das Blasen zum Ent-
phase Natriumkarbonat zuzugeben bzw. die Abkoh- schlacken unterbrochen wird.
lung durch eine erhöhte Blasgeschwindigkeit zu be- Dabei kann erfindungsgemäß das Schäumen der
schleunigen, wobei gleichzeitig durch Zugabe von Schlacke durch Einblasen von im Sauerstoff strahl
Alkalihalogeniden oder Kalkpulver ein Schäumen suspendiertesNatriumkarbonatpulvergesteuertwerden.
der Schlacke herabgesetzt wird (französische Patent- 45 In vorteilhafter Weise kann erfindungsgemäß je
schrift 1133 958). Tonne des behandelten Roheisens drei bis 10 kg
Es ist auch bekannt (französische Patentschrift Natriumkarbonat eingebracht werden.
1124 851), bei der Stahlherstellung einen drehbaren Der Konverter zur Durchführung des erfindungs-
Konverter zu verwenden, der zusätzlich um eine zur gemäßen Verfahrens ist im wesentlichen dadurch Drehachse senkrechte Achse gekippt werden kann. 5° gekennzeichnet, daß er in an sich bekannter Weise
Bei diesem bekannten Drehkonverter werden die rotationssymmetrisch ausgebildet ist, seine Innenwand
zur Entphosphorung und zur Kühlung dienenden sich kegelförmig vom Boden bis zur Haube erweitert,
Zuschläge im allgemeinen in Stücken vor und wobei der Winkel der Kegelerzeugenden gegen die
während des Blasens hinzugegeben. Das kann zu Konverterlängsachse zwischen 10 und 25° liegt und einer schnellen Abnutzung der feuerfesten Ausklei- 55 vorzugsweise 18° beträgt, daß er eine sich gegen den
dung führen. Hals zu schließende kegelige Haube hat, wobei der
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Spitzenwinkel dieses Kegels zwischen 70 und 130°, Verfahren sowie eine Vorrichtung der eingangs er- vorzugsweise nahe 90° liegt, daß er eine Wiege mit wähnten Gattung unter teilweiser Verwendung an in zur Konverterlängsachse senkrechten Ebenen ansich bekannter Verfahrensschritte zu schaffen, das 60 geordneten Laufbahnen hat und einen von der Wiege die Nachteile bekannter Verfahren — nämlich die getragenen Antriebsmotor und daß die Wiege mit ungleichmäßige Beschaffenheit des erzeugten Stahls in festen Lagern ruhenden Lagerzapfen versehen ist, und die Abnutzung der Auskleidung — nicht auf- deren gemeinsame Drehachse senkrecht zur Konverweist und ein wirtschaftliches und technisches Opti- terlängsachse angeordnet ist.
mum ergibt. 6g Ein übermäßiges Schäumen der Schlacke in der
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ersten Blasphase wird dadurch vermieden, daß sie
die Kombination folgender Verfahrensschritte ge- von Anfang an in einen hinreichend flüssigen Zustand
löst: gebracht wird, und zwar dadurch, daß auf die Schlacke
eine aus Sauerstoff und einem gasförmigen Brennstoff von hohem Heizwert erzeugte Flamme gerichtet wird, die nicht in das Bad eindringt, sondern vielmehr lediglich die Schlacke erhitzt.
Der Brennstoff und der Sauerstoff für die Verbrennung können durch eine besondere Lanze oder auch durch die Hauptblaslanze zugeführt werden, welche im letzteren Falle Heizkanäle aufweist.
Die Flamme kann in vorteilhafter Weise mittels kleiner, schräg gegen die Badoberfläche gerichteter Gasstrahlen gebildet werden.
Durch diese Maßnahmen ist es möglich, das Ausmaß des Schäumens der Schlacke durch die Regelung der Brennerleistung zu steuern. Eine Verringerung der Brennerleistung hat eine geringere Erhitzung der Schlacke und.damit ein stärkeres Schäumen zur Folge. Im umgekehrten Falle erhält man durch Erhöhung der Brennerleistung ein vermindertes Schäumen. Durch Zugabe von Eisenoxyd kann die Schlacke ebenfalls flüssiger und weniger schäumend gemacht werden.
In dem Falle, daß man das Roheisenbad sehr schnell vom Phosphor befreien will, ist es erforderlich, die Aktivität der Schlacke zu erhöhen, indem man ihr Natriumkarbonat zuführt, das mittels Teer als Bindemittel zu Briketts gepreßt wurde. Die Briketts werden mittels einer Schurre dem Konverter zu einem Zeitpunkt zugeführt, daß sie gerade in dem Augenblick geschmolzen sind, in welchem das Blasen der ersten Frischphase beendet ist. .
Das Natriumkarbonat kann auch in Pulverform gegebenenfalls vermengt mit pulverisiertem Kalk im Sauerstoffstrahl suspendiert zugeführt werden. Dieser Sodazuschlag bekämpft das Schäumen der Schlacke und kann dieses sogar vollständig unterdrücken, wenn die in das Bad zusammen mit dem Kalk eingebrachte Sodamenge hierfür ausreicht. Durch eine geeignete Sodazufuhr kann demnach das Schäumen der Schlacke innerhalb gewisser Grenzen gehalten werden. Zu diesem Zwecke werden 3 bis 10 kg Natriumkarbonat je Tonne des behandelten Roheisens entweder in Brikettform oder in Form von im Sauerstoffstrahl suspendiertem Pulver zugegeben.
Die erste Frischphase wird beendet, sobald der Kohlenstoffgehalt des Bades auf einen zwischen 1,7 und 0,7°/„, vorzugsweise zwischen 1,2 und 0,9°/0 liegenden Wert verringert ist. Dieser Zeitpunkt wird in Abhängigkeit von der in das Bad eingeblasenen Sauerstoffmenge bestimmt, die ihrerseits durch einen Mengenmesser bekannter Bauart gemessen wird.
Eine einfache chemische Rechnung, deren Ergebnis nach den bei den vorhergehenden Prozessen erhaltenen Ergebnissen berichtigt wird, erlaubt es, die Gesamtmenge des Sauerstoffs sehr einfach zu bestimmen, der in das Bad im Verlauf der ersten Frischphase einzuführen ist, um den Grundstoffgehalt beispielsweise auf einen Wert zwischen 1,7 und 0,7% zu vermindern.
Da man jedoch nicht genau die betreffenden Entphosphorungs- und Entkohlüngsgeschwindigkeiten kennt, ist es nicht möglich, lediglich aus der Kenntnis der eingeblasenen Sauerstoffmenge auf den Kohlenstoffgehalt mit absoluter Genauigkeit zu schließen, der nach dem Einblasen einer vorausbestimmten Sauerstoffmenge erhalten wurde. ' s
Für den Fall, daß am Ende der ersten Frischphase ein zwischen engen Grenzen liegender Kohlenstoffgehalt erreicht werden soll, ist es notwendig, eine Kohlenstoffgehaltsbestimmung kurz vor dem Ende der ersten Frischphase vorzunehmen. In vorteilhafter Weise wird dabei wie folgt vorgegangen:
Unter Berücksichtigung der vorangegangenen Prozesse wird die zur Senkung des Kohlenstoffgehaltes beispielsweise bis auf 1,5% in das Bad einzuführende Sauerstoffmenge berechnet. '
Das Blasen wird unterbrochen, die Lanze zurückgezogen, und nach Senken des Konverters wird eine ίο Metallschöpfprobe entnommen. Diese Probe wird einer schnellen Kohlenstoffbestimmung, z. B. mittels eines Karbometers, unterworfen; weiterhin wird mittels eines quantitativen Spektrographen der Phosphorgehalt be-, stimmt. · '
Aus dem bestimmten Kohlenstoff- und Phosphorgehalt des Bades wird durch Rechnung oder mittels Tabellen die in das Bad noch einzublasende Sauerstoffmenge bestimmt, um das Metall auf die vorgeschriebenen Gehalte an Kohlenstoff und Phosphor zu bringen. Ist der mittels der Probe bestimmte Kohlenstoffgehalt höher als 1,5 %, so wird der Konverter in die senkrechte Stellung gebracht, die Lanze wieder eingeführt und eine hinreichende Sauerstoffmenge, die man aufzeichnet, eingeblasen, so daß der Kohlenstoffgehalt auf annähernd 1,2% gesenkt wird, worauf das Blasen eingestellt wird. Der Konverter wird dann wieder gesenkt, es erfolgen das Abschlacken des Bades und der Übergang zur zweiten Frischphase.
Ist dagegen der Kohlenstoffgehalt der Probe unter. 1,5% abgesunken, so geht man, nachdem das Bad ebenfalls abgeschlackt wurde, unmittelbar zur zweiten .Frischphase über.
Zur Durchführung der zweiten Frischphase wird der Konverter gesenkt, so daß er leicht gegen die waagerechte Richtung geneigt ist, wobei seine Längsachse gegen die Waagerechte einer vorzugsweise zwischen 15 und 25° oberhalb derselben liegenden Neigung hat.
Der Konverter, wird anschließend um seine Längsachse mit einer zwischen 20 und 50 Umdrehungen pro Minute liegenden Geschwindigkeit in Rotation versetzt. Anschließend wird die zweite Lanze in den Konverter eingeführt und die zur Beendigung des Frischens noch zuzuführende Sauerstoffmenge in das Bad eingeblasen. Im Sauerstoffstrahl sind in vorteilhafter Weise schlackenbildende Stoffe wie z. B. Kalk mit oder ohne Soda- und Eisenoxydzuschlag in Pulverform suspendiert.
Es ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, daß die Frischreaktionen um so besser verlaufen, je größer die Umdrehungsgeschwindigkeit des Konverters ist.
Die Schlackenbildner können auch in vorteilhafter
Weise in Form von Körnern eingeführt werden, die mittels einer durch eine mechanische Schleuder gespeiste Vorrichtung in die vom Sauerstoffstrahl ge-. troffene Metallzone gebracht werden.
Es können auch wie in der ersten Frischphase zur Erhöhung ihrer Aktivität Sodabriketts eingebracht werden, falls ein sehr geringer schwacher Phosphorendgehalt erhalten werden soll. ' :
Es wurde als vorteilhaft gefunden, daß vom Beginn der zweiten Frischphase an während einer vorzugsweise zwischen der Hälfte und drei Viertel ihrer Gesamtdauer liegenden Zeit die Neigung des Konverters und die der Lanze so zu regeln, daß der Sauerstoffstrahl tief in das Bad eindringt, und zwar vorzugsweise nahe dem Konverterhals. Das tiefe Eindringen des Sauerstoffstrahls in das Bad und die Rotation des
Konverters beschleunigen in diesem Falle erheblich die Frischreaktionen.
Dieses tiefe Eindringen des Sauerstoffstrahls in das Bad nahe des Konverterhalses bietet außerdem den großen Vorteil, daß ein Schleudern von oxydiertem Metall an die Wand und den Boden des Konverters verringert wird und daß dadurch die Korrosion und Abnutzung der feuerfesten Auskleidung verlangsamt wird.
Während des größten Teils der zweiten Frischphase wird das Ende der Lanze gegen die Waagerechte um . einen Winkel zwischen 35 und 90° geneigt, wobei der bevorzugte Wert nahezu bei 45" liegt.
Um mit der gewünschten Genauigkeit das Ende des . Frischprozesses zu beherrschen, wird vorzugsweise während des letzten Viertels der Gesamtdauer der zweiten Frischphase die Sauerstoffzufuhr verringert, und zwar entweder durch Verringerung des Blasdruckes oder durch Verwendung einer Lanze von kleinerer nutzbarer Weite. Zusätzlich wird während dieser Periode in vorteilhafter Weise die Lanze derart geneigt, daß der Sauerstoff oberflächlich auf das Bad auftrifft, um den in der Masse zerstreuten Einschlüssen das Ausseigern zu ermöglichen. Hierzu wird die Lanze gegen die Waagerechte um einen zwischen 15 und 45° . liegenden Winkel, vorzugsweise um einen Winkel von 20°, geneigt. Das Blasen wird eingestellt, sobald, der registrierende Mengenmesser anzeigt, daß die vorgesehene Sauerstoffmenge dem Bad zugeführt wurde. In diesem Augenblick wird auch die Rotation des Kon-■ verters unterbrochen und die Lanze zurückgezogen. Gleichzeitig wird eine Metallprobe entnommen, um ' die Zusammensetzung durch eine Schnellanalyse zu bestimmen. Erforderlichenfalls wird ein kurzes ergänzendes Blasen durchgeführt. Das Entschlacken und Ausgießen des Stahls wird nach dem in Thomas-Stahlwerken üblichen Verfahren durchgeführt.
Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens-erfolgt in vorteilhafter Weise .mittels eines symmetrischen Konverters, dessen Innenwand sich vom Boden bis zur Haube in Gestalt eines Rotationskegels erweitert, wobei der Winkel der Erzeugenden mit der Längsachse zwischen 10 und 25° C und vorzugsweise nahe 18° liegt. Die konische Haube schließt sich gegen den Hals zu, wobei der Winkel an der Spitze dieses Kegels zwischen 70 und 130", vorzugsweise in der Nähe von 90° liegt. . '
Der Konverter wird von einer Fassung oder Wiege mit Hilfe von Laufbahnen unterstützt, die in zur Konverter-Längsachse senkrechten Ebenen liegen. Die Rotation des Konverters um seine Längsachse wird mittels eines von der Wiege getragenen Motors durchgeführt. Die Wiege selbst ist mit in festen Lagern ruhenden Zapfen versehen, deren gemeinsame Drehachse senkrecht zur Konverterlängsachse angeordnet ist. Durch diese Maßnahme kann die den Konverter tragende Wiege so gekippt werden, daß sie diesen in • senkrechte oder in die liegende Stellung bringt.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert, die die Herstellung von Stahl mit 0,100%" Kohlenstoffgehalt betreffen. . . '·■"■.;..
B e i s ρ i e 1 1
Zur Durchführung des Frischprozesses wird ein symmetrischer Konverter mit vollem Boden benutzt, der um seine Längsachse mittels eines auf der Wiege gelagerten Rotationsantriebs gedreht werden kann; der Konverter ruht in der Wiege auf Laufbahnen, die in zur Konverterachse senkrechten Ebenen angeordnet sind. Diese Wiege kann um zwei gleichachsige Zapfen in der Art eines herkömmlichen Konverters geschwenkt werden.
Am Beginn des Prozesses wird der Konverter mit 28 t Roheisen, ungefähr 7 t Eisenschrott und 500 kg Stückkalk beschickt.
ίο Das eingebrachte Roheisen enthält 3,5% C,-1,9% P, 0,4 % Si und 0,300% Mn. Nach Aufrichten der Birne, die in ihrer Wiege blockiert wird, wird die senkrechte Blaslanze gesenkt und Sauerstoff in einer Menge von 100 Nm3/Min. (Normalkubikmeter je Minute bei 0°C und 760 mm Quecksilbersäule) und unter einem effektiven Druck von 12 kg/cm2 eingeblasen. Während dieses Blasens wird fortlaufend in den Konverter gekörnter Kalk im Ausmaß von 190 kg/Min, eingebracht. Hierzu wird ein Rüttelverteiler und eine Zuleitung benutzt, die den Kalk in die Badzone wirft, auf die der Sauerstoffstrahl auftrifft. Das Blasen wird nach ungefähr 14 Minuten eingestellt, nachdem so 1 385 Nm3 Sauerstoff in das Bad eingeblasen und 2 640 kg gekörnter Kalk mit einem Gehalt von 2 240 kg wirksames CaO. eingebracht wurden. Die durch die Lanze eingeblasenen 1 385 Nm3 Sauerstoff von 99,5 % Reinheit führen dem Bad bei Berücksichtigung der Verluste in den Konverterabdämpfen 1,315 Nm3 Sauerstoff zu. Während dieser ersten Phase verbrennt Kohlenstoff zu CO und CO2 im Verhältnis von 70% CO und 30 % CO2. Es wird nun die Lanze angehoben und der Konverter umgelegt. Dann wird die phosphorreiche Schlacke entfernt, die 23% P2O5 und 6% Eisen enthält. Es wird eine Schöpfprobe des Metalls zur spektrographischen Phosphor- und Kohlenstoffbestimmung entnommen, hierauf die Badtemperatur mittels eines Eintauch-Termoelements gemessen. Man findet, daß das Metall noch 1,2% C und 0,15% P enthält und seine Temperatur 1 580° C beträgt.
Nunmehr werden 2 900 kg Schrott eingebracht. Der Konverter wird so geneigt, daß seine Längsachse mit der Waagrechten einen Winkel von 20° bildet, wobei der Hals höher liegt als der Boden, und die Birne mit einer Geschwindigkeit von 28 Umdr./Min. in Rotation versetzt. Es wird eine Sauerstofflanze durch den Hals eingeführt, wobei der Blasdruck des Sauerstoffs 3 kg/cm2 und die Zufuhr 40 Nm3/Min. beträgt. Nach ungefähr 14 Minuten Blasung sind so in das Bad 580 Nm3 Sauerstoff eingeblasen und 335 kg gekörnter Kalk eingebracht worden. Nach diesen 14 Minuten wird das Blasen zu einer'endgültigen Nachprüfung der Zusammensetzung und der Temperatur des Metalls unterbrochen. Erforderlichenfalls wird, wenn die gewünschte Zusammensetzung nicht erreicht ist, das Blasen für einige Sekunden wieder aufgenommen.
Die endgültige Zusammensetzung des Stahls enthält
0,100% C, 0,020% P, 0,100% Mn und unter 0,003% N bei einer Temperatur von 1600"C. . .. ' Es ist zu beachten, daß das Roheisen im Verlauf des Frischens eine Entschwefelung von 70% erfahren hat und der im Roheisen zu 0,050% enthaltene Schwefel mit 0,015% in den Stahl übergegangen ist..'..
Nach Beendigung des Frischprozesses wird die Lanze zurückgezogen und der Guß in die Metallpfanne durch icin im Konvcrterhals angebrachtes Gießloch vorgenommen.
Dem in die Pfanne fließenden Stahlstrahl werden 340 kg gefrischte ILiscnschmclze mit einem Mangan-
7 8
gehalt von 50°/0 hinzugefügt. Es wird so der Mangan- Natriumkarbonat in Pulverform eingeführt. Nach
gehalt des Stahls auf 0,400°/0 erhöht. diesen 7 Minuten wird das Blasen zur endgültigen
Die Schlacke wird in der Birne für den folgenden Nachprüfung der Zusammensetzung und der Tempe-
Prozeß zurückbehalten. ratur des Metalls unterbrochen. Man findet 0,100 °/0 C,
Die Bilanz des beschriebenen Frischprozesses ist die 5 0,014°/0 P, 0,100% Mn und einen unter 0,003 °/0
folgende: ' liegenden Stickstoffgehalt, wobei die Temperatur
Für 1000 kg Roheisenbeschickung wurden 247 kg 16000C beträgt.
Schrott in der ersten Phase und 103 kg Schrott in der Nach Beendigung des Frischprozesses wird die
zweiten Phase eingebracht, was eine Gesamtbe- Lanze zurückgezogen und der Guß in die Stahlpfanne Schickung von 1350 kg ergibt. Es wurden 1220 kg Stahl io durch ein im Konverterhals angebrachtes Gießloch gewonnen. Die Ausbeute des Prozesses war also vorgenommen. Dem in die Pfanne fließenden Stahl
strahl werden 340 kg gefrischte Eisenschmelze mit
1220 · 100 _ OQ>0, einem Mangangehalt von 5O°/o hinzugefügt. Es wird
1350 ' . so der Mangangehalt des Stahls auf 0,400 °/0 erhöht.
15 Die Schlacke wird in der Birne für den folgenden
Die verschiedenen Abschnitte des eben beschriebenen Frischprozeß zurückbehalten.
Frischprozesses haben folgende Dauer: Das erfindungsgemäße Verfahren hat vor allem den
„ , . , .-or,,· großen Vorteil, daß ein wirksames Bewegen des Bades
Beschickung mit 28 t Roheisen, während des gesamten Frischprozesses erfolgt.
i? u° . 20 Infolge der dauernden Bewegung des Bades herrscht
. , /2 t Kalk ^w. en ein physikalisch-chemisches Gleichgewicht zwischen
Blasen in der ersten Phase . . .. 14 Minuten Metaund Schlaoke während der ganzen Behandlung,
Abschlagen, spektrographische Pm- wie es beim Martin.Prozeß vorliegt. Daraus ergibt sich
fung Temperaturmessung 10 Minuten unmittelbar, daß die Endeigenschaften des erzeugten
Beschickung mit 2,9 t Schrott 4 Minuten 2$ StahJs mit vid ößerer Genauigkeit zu beherrschen
Blasen in der zweiten Phase 14 Minuten sind als ^ den michm bekannten Verfahren. Weiter-
abschheßende Prüfung und Tempe- hin wjrd eine übermaßige Abnutzung der Auskleidung
raturmessung 5 Minuten des Konverters unterbunden.
Abgießen in die Pfanne 5 Μιημίεη
Gesamtdauer des Prozesses 62 Minuten 3°

Claims (6)

Patentansprüche: Beispiel2 · 1 w c u τ? ■' u u u 1 n-
1. Verfahren zum Frischen von phosphorhalti-
Es wird derselbe Konverter wie im ersten Beispiel gern Roheisen mittels eines oxydierenden Gases in benutzt und ein dem ersten Beispiel sehr ähnlicher 35 zwei Blasphasen mit einer Zwischenentschlackung Frischprozeß durchgeführt. zwischen der ersten und zweiten Blasphase, wobei Der Konverter, der die flüssige Schlacke vom vor- das oxydierende Gas in beiden ■ Blasphasen zuhergehenden Abgießen enthält, wird mit 281 Roh- sammen mit pulverförmigen oder stückigen eisen, ungefähr 7 t Eisenschrott und 200 kg Stückkalk Schlackenbildnern auf das Bad in einem symmebeschickt. Das eingebrachte Roheisen enthält 3,5 °/0 C, 40 irischen, um seine Längsachse drehbaren Konverter l,9°/o P und 0,4°/0 Si. mittels einer nicht eintauchenden Lanze geblasen Es wird die senkrechte Lanze gesenkt und Sauerstoff wird, gekennzeichnet durch die Kombiim Ausmaß von 100 Nm3/Min. unter einem effektiven nation folgender Verfahrensschritte: Druck von 12 at eingeblasen. Der Sauerstoffstrahl ent- a) daß der Konverter während der ersten Blashält in Suspension eine Mischung von pulverisiertem 45 phase in an sich bekannter Weise in aufge-KaIk und Natriumkarbonat im Verhältnis von 1,8 kg richteter Stellung in Ruhe bleibt, Mischung je Nm3 des eingeblasenen Sauerstoffs. b) daß die Zwischenentschlackung bei einem Das Blasen wird nach 14 Minuten unterbrochen, ■ Kohlenstoffgehalt des Bades zwischen 0,7 und während welcher Zeit in das Bad 1400 Nm3 Sauerstoff, I570/o durchgeführt wird, 2360 kg Kalk und 140 kg Natriumkarbonat eingebracht 5° c) daß der Konverter zu Beginn der zweiten Blaswurden. Die Lanze wird zurückgezogen, der Konverter phase in an sich bekannter Weise in Rotation umgelegt und die Schlacke entnommen. Am Ende versetzt, gegen die Waagerechte in eine dieser ersten Phase enthält das Metall l,2°/oC und Schräglage zwischen 15 bis 25° .geschwenkt 0,08°/0 P, und seine Temperatur ist 1580° C. . " wird und mit einer Umlaufgeschwindigkeit Nun werden 2900 kg Schrott eingebracht. Die Birne 55 zwischen 20 und 50 Umdrehungen je Minute . wird auf 5° unter die Waagerechte mit tiefer als der gedreht wird,
Boden liegendem Hals geneigt. d) daß im Verlauf der ersten drei Viertel der Die Birne wird einer Geschwindigkeit von 28 Umdr./ zweiten Blasphase die Lanze gegen die Waage-Min. in Rotation versetzt. Durch den Hals wird eine rechte in einem zwischen 35 und 90° liegenden Sauerstofflanze mit einer Neigung von 45° gegen die 60 ■ ■ - Winkel geneigt wird und während des letzten Waagerechte eingeführt. Der durch die Lanze in das Viertels der Gesamtdauer der zweiten Blas-Bad eingeblasene Sauerstoff enthält in Suspension ein phase die Sauerstoffzufuhr entweder durch Gemisch von Pulverkalk und Natriumkarbonat im Verkleinerung des Blasdrucks oder durch VerVerhältnis von O;58 kg je Nm3 des eingeblasenen Wendung einer Lanze mit kleinerem nutz-Saucrstoffs. Der Blasdruck beträgt 6 at, und die 65 baren Durchmesser verringert wird und daß Zufuhr beträgt 80 Nm3/Min. Nach ungefähr 7 Mi- während dieser Periode die Lanze so geneigt nuten Blasung wurden so in das Bad 580 Nm3 Sauer- wird, daßi der Sauerstoff oberflächlich auf das stoff eingeblasen und 310 kg Pulverkalk und 28 kg Bad geblasen wird, wobei die Lanze gegen die
Waagerechte in einem zwischen 15 und 45°, vorzugsweise bei 20° liegenden Winkel geneigt wird.
2. Frischverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während der ersten Blasphase auf die Schlacke in an sich bekannter Weise eine aus Sauerstoff und einem gasförmigen Brennstoff von hohem Heizwert erzeugten Flamme gerichtet wird, die — wie bei Sauerstofflanzen bekannt — nicht in das Metallbad eindringt.
3. Frisch verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Bad Natriumkarbonatbriketts zugesetzt werden, die aus pulverförmigem Natriumkarbonat und einem Bindemittel mit metallurgischem Teer so zusammengesetzt sind, daß sie gerade in dem Zeitpunkt völlig geschmolzen sind, in welchem das Blasen zum Entschlacken unterbrochen wird.
4. Frisch verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schäumen der Schlacke durch Einblasen von im Sauerstoffstrahl suspendiertem Natriumkarbonatpulver gesteuert wird.
5. Frischverfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß je Tonne des behandelten Roheisens 3 bis 10 kg Natriumkarbonat eingebracht werden.
6. Konverter für die Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß er in an sich bekannter Weise rotationssymmetrisch ausgebildet ist, seine Innenwand sich kegelförmig vom Boden bis zur Haube erweitert, wobei der Winkel der Kegelerzeugenden gegen die Konverterlängsachse zwischen 10 und 25° liegt und vorzugsweise 18° beträgt, daß er eine sich gegen den Hals zu schließende kegelige Haube hat, wobei der Spitzenwinkel dieses Kegels zwischen 70 und 130°, vorzugsweise nahe 90° liegt, daß er eine Wiege mit in zur Konverterlängsachse senkrechten Ebenen angeordneten Laufbahnen hat und einen von der Wiege getragenen Antriebsmotor und daß die Wiege mit in festen Lagern ruhenden Lagerzapfen versehen ist, deren gemeinsame Drehachse senkrecht zur Konverterlängsachse angeordnet ist.
DE19621508168 1961-02-14 1962-02-13 Verfahren und vorrichtung zum frischen von phosphorhaltigen roheisen Pending DE1508168B2 (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
BE38947 1961-02-14

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Publication Number Publication Date
DE1508168A1 DE1508168A1 (de) 1969-10-09
DE1508168B2 true DE1508168B2 (de) 1971-12-02

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ID=3840138

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19621508168 Pending DE1508168B2 (de) 1961-02-14 1962-02-13 Verfahren und vorrichtung zum frischen von phosphorhaltigen roheisen

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BE (1) BE600203A (de)
DE (1) DE1508168B2 (de)
GB (1) GB1003953A (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2502176A1 (fr) * 1981-03-18 1982-09-24 Sueddeutsche Kalkstickstoff Procede pour empecher un debordement de mousse lors de l'affinage de fonte brute ainsi que pour abaisser la teneur en phosphore, et produit et dispositif pour la mise en oeuvre du procede

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FR2502176A1 (fr) * 1981-03-18 1982-09-24 Sueddeutsche Kalkstickstoff Procede pour empecher un debordement de mousse lors de l'affinage de fonte brute ainsi que pour abaisser la teneur en phosphore, et produit et dispositif pour la mise en oeuvre du procede

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