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DE1571961B2 - Gasdicht verschlossener Bleiakkumulator mit antimonfreien Plattengittern - Google Patents

Gasdicht verschlossener Bleiakkumulator mit antimonfreien Plattengittern

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DE1571961B2
DE1571961B2 DE1571961A DE1571961A DE1571961B2 DE 1571961 B2 DE1571961 B2 DE 1571961B2 DE 1571961 A DE1571961 A DE 1571961A DE 1571961 A DE1571961 A DE 1571961A DE 1571961 B2 DE1571961 B2 DE 1571961B2
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Germany
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lead
antimony
electrolyte
plates
accumulator
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DE1571961A
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Harald Dr. 7000 Stuttgart Reber
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Robert Bosch GmbH
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Robert Bosch GmbH
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Publication date
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
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Description

gestellt werden und im Falle von Bleioxiden keine Fremdstoffe enthalten. Andererseits ist es bisher auch nicht gelungen, Legierungsbestandteile oder besondere Zusätze zum Elektrolyten oder zur positiven aktiven Bleimasse zu finden, die ein auch nur annähernd vergleichbares Kapazitätsverhalten ergeben wie das Gitterantimon, dessen Wirkungsweise nicht eindeutig geklärt ist, aber offensichtlich darin besteht, eine besonders leitfähige, kapazitätserhaltende Berührzone mit der aktiven Bleimasse zu bilden.
Aus der französischen Patentschrift 1 280180 ist ein Akkumulator bekannt, dessen Elektrolyt in Gelform festgelegt ist, z. B. mit Hilfe von Siliziumdioxid, jedoch soll hier nur so viel Verdickungsmittel eingesetzt werden, daß der beim Überladen des Akkumulators durch Gasen aus der aktiven Masse verdrängte Anteil des Elektrolyten nicht mehr absorbiert wird, das Verdickungsmittel also an Elektrolyt gesättigt ist.
Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, daß ein antimonfreier, gasdicht verschlossener elektrischer Bleiakkumulator mit Plättengittern, gleich welcher Art, das bisher ausschließlich mit Blei-Antimon-Plattengittern erreichbare Kapazitätsverhalten aufweist, wenn gemäß der Erfindung die Schwefelsäure mit mehr als 0,3 % unlöslichen Verbindungen der as Erdalkalimetalle, vorzugsweise des Calciums und Strontiums vermischt ist und der Akkumulator vorzugsweise nur etwa 9O°/o derjenigen Elektrolytmenge enthält, die seiner Fähigkeit, Flüssigkeiten zu binden, entspricht.
Eine Normalzelle N enthielt 12,1 ml Schwefelsäure der Dichte 1,28 g/cm3, aufgesaugt in einem Sinterkörper aus 10 g Polyäthylen/Polypropylen und 25 g Ammoniumkarbonat, der durch Erwärmen auf 240° C hergestellt war.
Eine erfindungsgemäße Zelle E enthielt in ihrem Elektrolytsystem ebenfalls 12,1 ml Schwefelsäure und außerdem 20 cm3 Calciumsulfat und 20 cm8 Siliziumdioxid, sowie 40 g Polyäthylen/Polypropylen.
dem bei Bleiakkumulatoren mit antimonhaltigen Gittern beobachteten Verhalten, auch nach der 100. Entladung noch weit mehr als 50% ihrer Änfangskapazität.
Die vorstehenden Messungen der beiden Vergleichszellen wurden unter gasdichtem Verschluß durchgeführt. Nebenreaktionen traten nicht auf und der Ladestrom wurde jeweils nach beendeter Ladung abgeschaltet. Ähnliche Versuchsreihen mit Verbindüngen anderer Erdalkalimetalle und mit Mischungen von Verbindungen mehrerer Erdalkalimetalle ergaben, daß offenbar nur die Verbindungen der Erdalkalimetalle Calcium und Strontium diese unerwartete Wirkung haben. Die vorliegende Erfindung eröffnet also im wesentlichen 3 Anwendungsmöglichkeiten:
1. Benutzung antimonfreier Plattengitter in Bleiakkumulatoren mit vorwiegend flüssigem Elektrolyten.
2. Bleiakkumulatoren, deren antimonfreie Platten mit einem in nichtflüssiger Form gebundenen Elektrolytsystem in Berührung stehen, dessen Hauptbestandteil wäßrige Schwefelsäure ist.
3. Gasdicht verschlossene Akkumulatoren als wichtigstes Anwendungsfeld der Erfindung.
Für die erfindungsgemäßen Bleiakkumulatoren, deren antimonfreie Platten mit einem vorzugsweise durch Kieselsäure in Gelform eingedickten Elektrolytsystem in Berührung stehen, wird vorgeschlagen, daß als Ausgangsstoff des Elektrolytgels eine feinkörnige Pulvermischung aus Siliziumdioxid und mindestens einer Erdalkalimetallverbindung, vorzugsweise einem Erdalkalisilikat dient, dessen mittlere Korngröße kleiner als 30 μ, insbesondere kleiner als 5 μ ist.
Ein Bleiakkumulator, dessen Elektrolyt mindestens teilweise in den Porenräumen saugfähiger Separatoren aus Kunststoff oder Glasfasern enthalten ist, muß entweder in der aktiven Bleimasse bereits Erdalkalibestandteile enthalten oder, wenn diese dem Elektrolyt-
35
folgende Werte:
N 1. 2. 3. Entladung 5. 6. 7.
E 9,5 8,9 9,1 4- 6,4 5,5 6,1
Zelle 8,6 8,4 8,3 7,8 8,9 9,7 10,8
Zelle 8,7
Zur Angleichung an die für Starterbatterien für 40 system beigemengt sind, so konstruiert sein, daß die Kraftfahrzeuge üblichen Meßbedingungen wurden Erdalkalibestandteile in den jeweils der positiven beide Zellen N und E mit einem Entladestrom von Elektrodenfläche zugewendeten Porenräumen samt 2,5 A belastet und die Entladungszeiten dement- diesen unmittelbar auf der positiven Bleimasse aufsprechend in Minuten gemessen. Dabei ergaben sich liegen, damit man auch unter Verwendung eines teil-
weise in kapillarer Form gebundenen Elektrolyten mit mindestens 0,3 % Erdalkalibestandteilen die erfindungsgemäße Wirkung erzielen kann. Weitere besonders vorteilhafte technische Merkmale werden an Hand des folgenden Ausführungsbeispieles im einzelnen erläutert.
In der Zeichnung ist ein gasdicht arbeitender Bleiakkumulator mit den Merkmalen der vorliegenden Erfindung dargestellt, der zur Sauerstoffabsorption vom Elektrolytsystem unbedeckte, negative Elektrodenflächen hat und dessen hierzu paarweise jeder positiven Platte zugeordnete negative Platten auf ihren Rückseiten elektrolytfreien Gasräumen zugewendet und in Weiterbildung der Erfindung durch Anordnung einer Kohlehilfselektrode wirkungsmäßig ergänzt sind. Es sogar 60 zeigt
F i g. 1 das Ausführungsbeispiel von oben, in verkleinertem Maßstab,
F i g. 2 den mit II-II definierten Längsschnitt durch F i g. 1,
F i g. 3 die Hilfselektrode nach F i g. 2 in vergrößertem Schnitt sowie
F i g. 4 in gleicher Vergrößerung einen Teilschnitt, senkrecht zu F i g. 2.
Zelle N
Zelle E
9. Entladung 15. 50.
8. 3,8 10. 0,8 <io%
4,8 11,3 3,3 12,5 6,6
10,7 11,2
100.
5,5
Obwohl demnach die Normalzelle anfangs
eine etwas größere Kapazität aufwies, hatte sie nach 10 Ladezyklen erwartungsgemäß nur noch 30 % und nach weiteren 5 Zyklen kaum noch 10 °/o ihrer Anfangskapazität. Demgegenüber hatte die erfindungsgemäße Meßzelle mit der Anfangskapazität von 8,6 min nach der 15. Entladung sogar eine Kapazität von 12,5 min, die bei weiteren Zyklen sogar noch den Wert von 13 min überstieg und, ganz entsprechend
5 6
Das Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 bis 4 ist ein sind, während die negativen Platten mindestens die
zweizeiliger gasdicht verschließbarer trockener Blei- gleiche, aber besser etwa 20%, höchstens aber 50%,
akkumulator, dessen Deckel 1 und dessen Zellengefäß 2 mehr Masse im noch ungeladenen Zustand enthalten
aus thermoplastischem Kunststoff bestehen und durch als die positiven.
ein Lösungsmittel flüssigkeits- und gasdicht mit- 5 Es wird so erreicht, daß der Aufladevorgang mit einander verschweißt sind. Wie F i g. 4 zeigt, umfaßt Sicherheit durch die positive Ladungskapazität bejede Einzelzelle vier negative Platten 3 und zwei grenzt und bei Dauerüberladung die Gasentwicklung positive Platten 4. Die nach außen führenden Zellen- auf Sauerstoff allein beschränkt bleibt,
pole 3' und 4' sind auf dem Deckel 1 nach F i g. 1 Die in F i g. 2 im Schnitt dargestellte Zelle ist in mit den Zeichen — und + markiert, während eine io Wirklichkeit etwa doppelt so groß und hat mit 80 g Vergußfläche 5 den in F i g. 2 im Schnitt dargestellten positiver und 120 g negativer aktiver Bleimasse eine Zellenverbinder 6 isoliert abdeckt. Die genannten Nennkapazität von 8 Ah und mit 270 g Elektrolytgel Bauteile sind gegenüber dem Innenraum des Zellen- eine Elektrolytmenge, die der eines üblichen Bleigefäßes jeweils durch Gummibuchsen 7, T abgedichtet Sammlers mit flüssiger Schwefelsäure durchaus entsowie mit Vergußmasse der Vergußfläche 5 fest im 15 spricht. Eine solche Zelle verträgt einen Dauerlade-Deckel 1 verankert. strom von 1 A über sehr lange Zeit, ohne daß dabei
Die Zwischenräume zwischen den einander züge- der Sauerstoffüberdruck im eingeschlossenen Zellen-
wendeten Flächen der antimonfreien und aus disper- raum Werte von etwa 1 atü übersteigt. Nach etwa
sionsgehärtetem Blei bestehenden Platten 3 und 4 2000 Stunden ununterbrochener Überladung werden
sind spaltfrei ausgefüllt durch ein Elektrolytsystem, 20 die positiven Gitter durch Korrosion zerstört,
das aus einem Gel 8, und zwar hauptsächlich aus Um auch kurzzeitig extremen Strombelastungen
einem Schwefelsäure-Kieselsäure-Gel besteht. Der wartungsfrei und ohne unzulässigen Druckanstieg
Ausgangsstoff des Elektrolytgels ist eine feinkörnige begegnen zu können, enthält die Zelle nach F i g. 2
Pulvermischung von Siliziumdioxid, das völlig frei von noch zusätzlich eine stöpselartige, auf gasförmigen
Fremdstoffen ist, mit einer 25%igen Beimengung von 25 Sauerstoff ansprechende Zusatzeinrichtung 10, die in
Calciumsilikat. Eine solche Siliziumdioxid-Silikat- F i g. 3 vergrößert im Schnitt gezeigt ist. Der in den
mischung kann z. B. mit vorwiegend calcium-sowie Deckel 1 eingeschraubte Verschlußstopfen 11 aus
noch magnesiumhaltigen Siliziumoxidpulver ange- Kunststoff enthält seinerseits einen von unten her
mischt sein, nachdem dies vorher von seinem Eisen- eingeschraubten Kohlezylinder 12, der durch einen Ge-
gehalt befreit wurde. Auf insgesamt 250 g eisenfreie 30 windebolzen 13 mit einer Kontaktbuchse 14 strom-
Pulvermischung verwendet man 11 flüssige Schwefel- leitend verschraubt ist.
säure der Dichte 1,28 g/cm3. Die zum Anschluß eines nicht dargestellten elektri-
Saugfähige Separatoren 9 aus einem Glasfaser- sehen Kabels dienende Kontaktbuchse 14 sitzt mit
geflecht nehmen einen Teil des Elektrolytgels auf, so einem Ringflansch 15 am Boden des durch Gießharz 16
daß die darin enthaltenen Calciumsilikate mit den 35 abgedichteten und mit einem Stopfendeckel 17 abge-
jeweils der positiven Elektrodenfläche zugekehrten deckten Stopfenraumes 18. Der Kohlezylinder 12 be-
Porenräumen unmittelbar auf der positiven aktiven steht aus porösem Kohlenstoff und taucht nach unten
Bleimasse der Elektroden 4 aufliegen. Dadurch wird hin in das Gel 8 ein, so daß er laufend mit Schwefel-
sowohl die positive Masse zusätzlich abgestützt, als säure benetzt bleibt. Der Kohlezylinder 12 liefert
auch bei Sauerstoffentwicklung infolge von Über- 40 auf diese Weise mit einem Volumen von 7 cm3, als
ladung das Aufsteigen der Sauerstoffbläschen erleich- Hilfselektrode gegenüber der negativen Platte 3 ar-
tert, die zerteilt werden und infolgedessen keine gel- behend, unter normalen Betriebsverhältnissen einen
freien Spalträume durch das Elektrolytgel ausbilden Dauerruhestrom von 1 bis 3 mA in Abhängigkeit vom
können. Dieses ist bekanntlich thixotrop, so daß es Sauerstoffdruck. Er reduziert dabei auch geringe
sich nach dem Hindurchtreten der Sauerstoffbläschen 45 Mengen des in der Zelle entwickelten Sauerstoffs mit
weitgehend wieder schließt. Hilfe des Elektrolyten zu Wasser.
Die vom Elektrolytsystem unbedeckten negativen Wenn der Sauerstoffdruck infolge von Überladung Elektrodenflächen dienen zur Sauerstoffabsorption auf mehr als etwa 1 atü anwächst, steigt der Strom des und dürfen zu diesem Zweck weder zu naß noch zu Kohlezylinders 12 als Hilfselektrode zur negativen trocken sein. Demgemäß hat einerseits das Elektrolyt- 50 Platte 3 um ein Mehrfaches bis nahezu auf 10 mA an system nur etwa 90 % derjenigen flüssigen Elektrolyt- und kann in bekannter Weise durch ein Schaltrelais menge, die das Gel 8 und die Separatoren 9 zu binden unmittelbar, oder auch über eine Transistor-Gleichvermögen, während andererseits die geringere Dicke Stromverstärkerschaltung mittelbar, zur Steuerung der negativen Platten 3 im Vergleich zu den positiven einer nicht dargestellten Ladestromquelle ausgenutzt Platten 4 so bemessen ist, daß noch ein ausreichender 55 werden. Dazu genügt im allgemeinen die Anordnung Durchgriff der Schwefelsäure gewährleistet bleibt. der geschilderten Hilfseinrichtung in einer von meh-Auf diese Weise wird erreicht, daß die elektro- reren Zellen der Akkumulatorenbatterie,
chemischen Vorgänge und die Elektrolytbenetzung Die zweite in F i g. 1 von oben her sichtbare Zelle auf der einen Seite der negativen Plattenoberfläche ist in diesem Fall durch einen Blindstopfen 19 vermindestens teilweise durch die negative Masse und 60 schlossen, der nur mit dem Verschlußstopfen 11 nach bis zur gegenüberliegenden, mit dem freien Gasraum F i g. 3 formgleich sein muß. Zur Sicherheit kann in Berührung stehenden Oberfläche hindurchgreifen natürlich bei mehrzelligen Bleiakkumulatoren die können. zur Druckprüfung mit einer Hilfsvorrichtung ausge-
Bei Einfüllen des Gels 8 vor Inbetriebnahme des stattete Zelle von vornherein weniger negativen Masse-Bleisammlers sind die Elektrodenplatten 3 und 4 65 Überschuß erhalten, so daß der Überdruck in den beider Polaritäten sowie die Separatoren 9 noch naß nichtkontrollierten Zellen stets geringer sein wird als und mit Formiersäure benetzt. Sie sind soweit formiert, in der betreffenden Kontrollzelle. Auch ein Gasdruckdaß die positiven Platten im wesentlichen aufgeladen ausgleich der Zellen untereinander ist selbstverständ-
lieh möglich, wobei nur dafür gesorgt werden muß, daß kein Querschluß einzelner Zellen untereinander über die betreffenden Elektrolytsysteme stattfinden kann.
In an sich bekannter Weise können auch billigere Zusatzeinrichtungen, wie mechanisch arbeitende Druckschalter, verwendet werden. Dann arbeitet der Akkumulator allerdings nicht wartungsfrei, weil eine Steuerung des Ladestromes, bzw. dessen Unterbrechung so lange anhält, bis der vorhandene Überdruck beseitigt wird oder allmählich verschwindet, bevor der Lagevorgang erneut einsetzen kann. Auch wird man in bestimmten Anwendungsfällen ein Überdruckventil vorsehen, notfalls eine Zerreißmembran zusätzlich zur Kontrollschaltung oder nur an deren Stelle, wenn es die Betriebsbedingungen zulassen. Jedoch sind Sicherheitsvorrichtungen dieser Art bekannt und nicht Gegenstand vorliegender Erfindung.
Die Wirkungsweise des besprochenen Ausführungsbeispiels nach F i g. 1 bis 3 ergibt sich aus der Betrachtung des Teilschnittes nach F i g. 4.
Der bei Überladung an der positiven Platte 4 entstehende Sauerstoff kann ohne nennenswerte Verdrängung des Gels 8 durch die Glasfasermatten als Separator 9 hindurch nach oben aufsteigen und den in F i g. 2 dargestellten Gasraum der Zelle errreichen. Auf den elektrolytfreien Rückseiten der negativen Platten 3 führt der dort mit leichtem Überdruck anstehende Sauerstoff zur Oxydation der ungeladenen aktiven Bleimasse, die laufend durch die von der Vorderseite der Platten 3 her durchgreifende Ladung wieder reduziert, also geladen wird. Bei Stromstärken bis 1 A wird dadurch im Bleiakkumulator nur Wärme erzeugt, während dessen chemische Zusammensetzung unverändert die gleiche bleibt. Ein Ausfallen positiver aktiver Bleimasse ist dabei nicht möglich und deren Nennkapazität durch das verwendete Calciumsilikat über eine Lebensdauer gewährleistet, die derjenigen normaler Bleisammler mit flüssigen Elektrolyten vergleichbar ist.
Sämtliche Platten 3 und 4 tauchen mit ihren Unterkanten in eine auf dem Zellenboden ausgebreitete Schicht aus Gel 8 ein, wobei die negativen Platten nach unten hin noch über die positiven hinausragen. Dadurch kann auch nach längerer Betriebszeit das bei Bleiakkumulatoren unvermeidbare Anwachsen der positiven Platten 4 infolge der Massedehnungen durch die Ladungsvorgänge kein mechanisches Verspannen der Plattensätze im Zellengefäß 2 bewirken. Die negativen Platten 3 werden einerseits durch das Gel 8 hinreichend festgehalten und andererseits auf ihren den Gasräumen 20 zugekehrten Oberflächen durch Kunststoffblätter 21 zusätzlich abgestützt. Die Blätter 21 sind gewellt und erfüllen mehrere Aufgaben, indem sie die betreffenden Spalträume 20 von Gel 8 freihalten und außerdem als elastische Stützkörper wirken, so daß die freien Oberflächen der negativen Platten 3 auseinander, bzw. gegenüber den Innenwänden des Zellengefäßes 2 in Richtung auf Gel 8 und Separator 9 gedrückt werden und dadurch einen gleichmäßigen Berührungsdruck sämtlicher Elektrodenflächen gegen das Elektrolytsystem bewirken.
Die Anwendung sämtlicher Konstruktionsmerkmale dieses Ausführungsbeispieles erhöht dessen zuverlässige Arbeitsweise und Lebensdauer gegenüber Belastungen. Einzelne Merkmale, wie die bereits angedeuteten Schaltmittel zur Ladestromsteuerung, sind dabei weniger erfindungswesentlich als vielmehr vorteilhafte Ausgestaltungen des Beispieles. Für Akkumulatoren kleinerer Leistung kann man in bekannter Weise auch koaxiale Elektroden vorsehen, wobei die innerste zweckmäßig negativ und als selbsttragendes Hohlrohr ausgebildet ist; es können statt der gewellten Kunststoffblätter 21 umfangsgerillte Zylinder verwendet werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 209 581/161

Claims (10)

1 2 mechanisch arbeitender Druckschalter vorgesehen ist. Patentansprüche: ^ Bleiakkumulator nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß er ein
1. Gasdicht verschlossener Bleiakkumulator mit 5 Überdruckventil enthält.
antimonfreien Plattengittern und mit ausschließ- 12. Bleiakkumulator nach einem der Ansprüche
Hch festgelegtem, Siliziumdioxid enthaltendem 1 bis 11, gekennzeichnet durch die Verwendung
schwefelsaurem Elektrolyten, dadurch ge- zylindrischer, insbesondere koaxial angeordneter
kennzeichnet, daß die Schwefelsäure mit Elektroden,
mehr als 0,3% unlöslichen Verbindungen der io
Erdalkalimetalle, vorzugsweise des Calciums und
Strontiums vermischt ist und der Akkumulator
vorzugsweise nur etwa 90 % derjenigen Elektrolytmenge enthält, die seiner Fähigkeit, Flüssigkeiten Die Erfindung betrifft einen gasdicht verschlossenen zu binden, entspricht. 15 Bleiakkumulator mit antimonfreien Plattengittern, die
2. Bleiakkumulator nach Anspruch 1 dadurch mit den eingestrichenen aktiven Bleimassen zu gekennzeichnet daß das Elektrolytgel aus einer Elektrodenplatten positiver, bzw. negativer Polarität feinkörnigen Pulvermischung aus Siliziumdioxid formiert sind, sowie mit ausschließlich festgelegtem, und einer Erdalkalimetallverbindung vorzugsweise schwefelsaurem Elektrolyten.
einem Erdalkalisilikat, besteht, dessen mittlere 20 Bleiakkumulatoren mit Elektrodenplatten dieser Art
Korngröße kleiner als 30 μηι, insbesondere kleiner sind gegenüber den üblichen Bleiakkumulatoren mit
als 5 μπι ist. antimonhaltigen Gitterelektroden frei von den Nach-
3. Bleiakkumulator nach Anspruch 1 oder 2, teilen, die sich durch die Verwendung von Antimon dadurch gekennzeichnet, daß er vom Elektrolyt- unvermeidbar ergeben. Hierzu gehören die infolge system unbedeckte negative Plattenflächen zur 25 des beim Betrieb eines solchen Akkumulators durch Sauerstoffabsorption an den von den positiven Korrosion der positiven Platten nach und nach frei Platten abgewandten Seiten der negativen Platten werdenden Antimons hervorgerufenen Nebenwiraufweist, an denen elastische, vorzugsweise poröse kungen: die Selbstentladung, deren Ursache die BiI- und gewellte Kunststoff blätter als Stützkörper dung von Lokalelementen an der negativen Elektrodenanliegen. 30 fläche ist und hierdurch die beschleunigte Zersetzung
4. Bleiakkumulator nach einem der Ansprüche 1 der Elektrolytflüssigkeit unter Bildung von Wasserstoff bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die unteren und Sauerstoff.
Bereiche sämtlicher Platten am Zellenboden in Der bei der Gitterherstellung technologisch wich-
das Elektrolytsystem eintauchen. tigste Vorteil der antimonhaltigen Gitterlegierung ist
5. Bleiakkumulator nach Anspruch 4, dadurch 35 die zur Verarbeitung notwendige Härtung der Gitter; gekennzeichnet, daß die negativen Platten nach hier läßt sich aber das Antimon ersetzen durch zur oben und/oder unten über die positiven Platten Härtung geeignete Legierungsmetalle wie Arsen, hinausragen. Quecksilber, Cadmium, Kobalt und vor allem CaI-
6. Bleiakkumulator nach einem der Ansprüche 1 cium. Der beim Betrieb des Akkumulators wichtigste bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte 40 und durch die genannten Metalle nicht ersetzbare Überschuß an ungeladener negativer aktiver Masse Vorteil ist jedoch die Erhaltung der zur Verfügung gegenüber der positiven aktiven Masse höchstens stehenden Betriebskapazität über lange Betriebsbis zu 30% beträgt. Perioden.
7. Bleiakkumulator nach einem der Ansprüche 1 Die Kapazität eines Bleiakkumulators erreicht bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens 45 bekanntlich nach einigen Ladezyklen einen Maximaleiner der gasdicht verschlossenen Zellenräume eine wert, der dann mit zunehmender Lebensdauer, insauf gasförmigen Sauerstoff ansprechende Zusatz- besondere durch Ausfallen der positiven Elektrodeneinrichtung enthält, die bei Überladung des Akku- masse stetig abnimmt. Gute Bleiakkumulatoren mit mulators bei einer den Sauerstoffdruck auf mehr Masseplatten haben die Fähigkeit, ihre Nennkapazials 1 atü anhebenden Stromstärke die Ladestrom- 50 täten etwa über 200 Ladezyklen zu halten, jedoch nur quelle abschaltet. dann, wenn die positive aktive Bleimasse in Gitter-
8. Bleiakkumulator nach Anspruch 7, dadurch platten aus einer Blei-Antimon-Legierung eingestrichen gekennzeichnet, daß als Zusatzeinrichtung ein ist. Bei allen anderen bisher bekannten Gitterplatten, von den Akkumulatorelektroden getrennter, mit gleichgültig ob sie aus Feinblei, aus Blei-Calcium oder dem Elektrolytsystem in Berührung stehender 55 aus einer sonstigen antimonfreien Bleilegierung be-Kohlezylinder als Elektrode vorgesehen ist, der stehen, erreicht man zwar die gleichen Anfangskapamit der negativen Platte des Akkumulators ein zitäten, aber bei weitem nicht das vorteilhafte Kapazur Steuerung der Ladestromquelle ausnutzbares zitätsverhalten der üblichen, mit Blei-Antimon-Gittern galvanisches Hilfselement bildet. ausgerüsteten Akkumulatoren.
9. Bleiakkumulator nach Anspruch 7 oder 8, 60 Dieser entscheidende Nachteil, durch den die dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlezylinder Kapazität eines antimonfreien Akkumulators bereits als Elektrode im Deckel des Zellengefäßes und nach 10 bis 20 Ladezyklen gegenüber den anfangs vorzugsweise an der Unterseite eines gasdichten erreichten Kapazitätswerten auf höchstens 50%, in Verschlußstopfens angeordnet ist, der einen elek- vielen Fällen sogar auf nur 10 bis 20% herabsinkt, läßt trischen Anschlußkontakt trägt und durch einen 65 sich auch nicht dadurch beheben, daß man sogenannte Blindstopfen ersetzbar ist. »dispersionsgehärtete« Bleigitter verwendet, die be-
10. Bleiakkumulator nach Anspruch 7, dadurch kanntlich nach besonderen Verfahren durch Eingekennzeichnet, daß als Zusatzeinrichtung ein mischen von Metalloxiden in die Bleischmelze her-
DE1571961A 1965-03-09 1965-03-09 Gasdicht verschlossener Bleiakkumulator mit antimonfreien Plattengittern Pending DE1571961B2 (de)

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