DE1464755B2 - Vorrichtung zum Erzeugen eines Plasmastrahls mittels einer Hochfrequenz-Gasentladung - Google Patents
Vorrichtung zum Erzeugen eines Plasmastrahls mittels einer Hochfrequenz-GasentladungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Plasmastrahls mittels einer Hochfrequenz-Gasentladung
mit einer in Form eines spitz zulaufenden Stabes geformten, innen gekühlten Anregungselektrode
aus Metall, die axial in einem vom zu ionisierenden Gas durchströmten Zylinder untergebracht
ist.
Bei den bekannten derartigen Vorrichtungen, wie sie etwa in der Zeitschrift »Elektronische Rundschau«,
1959, Nr. 11, S. 404 bis 406, beschrieben sind, besteht die Anregungselektrode aus Hartmetall,
etwa Wolfram oder Molybdän. Derartige Hartmetaüelektroden haben aber, abgesehen von den hohen
Herstellungskosten, den wesentlichen Nachteil, daß während ihres Betriebs an ihrer Oberfläche eine vergleichsweise
starke Metallabdampfung auftritt. Dieser sogenannte Zerstäubungseffekt bewirkt eine schnelle
Elektrodenabnutzung und damit eine kurze Lebensdauer dieser Elektroden.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, Anregungselektroden der erwähnten Art zu schaffen, die bei
geringen Herstellungskosten eine hohe Lebensdauer aufweisen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß die Anregungselektroden zumindest an den Stellen, wo sie mit dem Plasma in Berührung
kommen, aus Aluminium bestehen.
Durch die Verwendung von Aluminium an Stelle eines hochschmelzenden Metalls werden mehrere
technische Vorteile erzielt. Der bei Wolfram- und Molybdänelektroden auftretende Zerstäubungseffekt
ist bei einer Aluminiumelektrode wesentlich vermindert, die Elektrodenabnutzung damit beträchtlich
kleiner. Außerdem bildet sich bei der Verwendung einer Aluminiumelektrode während des Betriebs an
der Oberfläche eine dünne Oxydschicht, die äußerst hitzebeständig ist und damit eine Abnutzung der
Elektrode vermindert. Ferner kann eine Aluminiumelektrode wesentlich wirkungsvoller gekühlt werden,
da Aluminium eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit aufweist. Schließlich ist Aluminium wesentlich billiger
als beispielsweise Wolfram oder Molybdän und kann außerdem wesentlich einfacher bearbeitet werden,
womit die Herstellung der Elektroden vereinfacht und verbilligt wird.
Bei Vorrichtungen zum Erzeugen einer Gleichstromentladung über einen von zwei Elektroden gebildeten
Spalt ist zwar als Elektrodenmaterial unter anderem auch Aluminium vorgeschlagen worden, so
in der USA.-Patentschrift 2 422 324 und der französischen Patentschrift 408 933. Diese Vorschläge
basieren jedoch nicht auf den besonderen Eigenschaften von Aluminium bei Gasentladungen und
vermögen die überraschende neue Wirkung der Anregungselektroden aus Aluminium für Plasmaerzeuger
schon deshalb nicht nahezulegen, da die bei der Plasmaerzeugung so wesentliche und vorteilhafte
Bildung eines Oxydfilms bei einer Gleichstromentladung nachteilig ist, d. h., die Gleichstromelektrode
einen hohen Gleichstromwiderstand erhält, mit der Folge einer Überhitzung der Elektrode. Die bei
Gleichstromentladungen bekannten Techniken konnten somit für die Lösung der erfindungsgemäß gestellten
Aufgabe kein Vorbild darstellen.
Die Erfindung wird nun an Hand der Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt :
A b b. 1 einen Querschnitt durch eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Plasmastrahls mittels einer Hochfrequenz-Gasentladung
(Hochfrequenz-Plasmagenerator),
Abb. 2 bis 4 Spektren von Entladungsplasmen verschiedener Hochfrequenz-Bogenentladungsgeneratoren,
wobei sich A b b. 2 auf den Fall der Verwendung einer Wolframelektrode, A b b. 3 auf den Fall
der Verwendung einer Kupferelektrode und A b b. 4 ebenfalls auf eine Wolframelektrode bezieht,
Abb. 5 das Spektrum des in der vorliegenden
ίο Vorrichtung erzeugten Entladungsplasmas, bei dem
eine Aluminiumelektrode verwendet wird, und
A b b. 6 ein Beispiel für ein Plasmaspektrum, das durch eine Gleichstrom-Bogenentladung erzeugt
worden ist.
Eine Hochfrequenz-Bogenentladung kann so erzeugt werden, daß Elektroden, die an einer Hochspannung
hoher Frequenz liegen, in einem Gasstrom angeordnet werden. Bei einem derartigen Entladungsgenerator besteht im allgemeinen das wesentlichste
Problem in der Gefahr einer Elektrodenkorrosion. Tritt eine E'.ektrodenkorrosion auf, so vermag sie
eine Instabilität der elektrischen Entladung zu verursachen. Demgemäß wird beispielsweise im Fall
eines Plasmastrahlgenerators mit Gleichstrom-Bogenentladung als die Entladung aufrechterhaltendes Gas
ein Edelgas, als Kathodenmetall Wolfram und als Anodenmetall Kupfer verwendet, wobei die Elektroden
zum Schutz gegen Korrosion mit Wasser gekühlt werden. Ausgedehnte Versuche des Erfinders
haben jedoch ergeben, daß diese Maßnahme für Hochfrequenz-Bogenentladungen unwirksam ist.
Wenn nämlich das Bogenentladungsplasma einer spektroskopischen Untersuchung unterworfen wird,
so tritt bei Verwendung von Wolfram als Elektrodenmetall ein Wolframspektrum gemäß den Abb. 2
und 4 auf, und zwar auch dann, wenn ein Wolfram verwendet wird, das sehr schwer zu verdampfen ist.
Andererseits ist ein Kupferspektrum gemäß A b b. 3 festzustellen, und zwar auch dann, wenn Kupfer
hoher Wärmeleitfähigkeit als Elektrodenmetall verwendet wird und für eine genügende Wasserkühlung
gesorgt ist. Aus diesen Tatsachen ergibt sich, daß ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Hochfrequenz-Bogenentladung
und einer Gleichstrom-Bogenentladung besteht und ebenfalls zwischen den eigentlichen Entladungserscheinungen selbst. Üblicherweise
nimmt ein durch Gleichstrom-Bogenentladung erzeugtes Plasma einen Zustand ein, der
dem Zustand thermischen Gleichgewichtes angenähert ist, und die Gastemperatur im Plasma sowie
die Elektronen- und Ionentemperatur liegt zwischen 7000 und 8000° C. Dagegen ist die Gastemperatur
in der Hochfrequenz-Bogenentladung bemerkenswert
. niedrig. Diese Tatsache dürfte sich darin bestätigen, daß im Spektralbild bei spektroskopischer Untersuchung
einer Gleichstrom-Bogenentladung und einer Hochfrequenz-Bogenentladung unter Verwendung
des gleichen Stickstoffgases als Entladungsgas ein deutlicher Unterschied festgestellt werden konnte.
Werden ein durch eine Gleichstrom-Bogenentladung erzeugtes Spektrum gemäß A b b. 6 und ein durch
Hochfrequenz-Bogenentladung erzeugtes Spektrum gemäß A b b. 5 miteinander verglichen, so ist zu erkennen,
daß die Intensität der Stickstoff-Molekularbande im ersteren Fall schneller abnimmt als im letzteren
Fall. Dies bestätigt, daß die Gastemperatur im Fall der Hochfrequenz-Bogenentladung niedriger istals
die Gastemperatur im Fall einer Gleichström-
bogenentladung. Wie sich aus den Abb. 2 und 4 ergibt, kann jedoch bei Hochfrequenzentladung Wolfram
mit sehr niedriger Leuchtcharakteristik leicht erregt werden. Demgemäß kann im Fall der Hochfrequenz-Bogenentladung
die auftretende Erregungstemperatur als relativ hoch angenommen werden.
Es wird ein Hochfrequenz-Bogenentladungsgenerator geschaffen, der Elektroden aus im wesentlichen
Aluminium aufweist und sich durch eine Vielzahl von Vorteilen auszeichnet, beispielsweise daß die
Elektroden keiner Korrosion unterworfen sind, daß die Entladung über einen langen Zeitraum in einem
sehr stabilen Zustand gehalten wird und daß die Entladung von keinen Störeffekten begleitet ist.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß
Aluminium das geeignetste Material für die Hochfrequenz-Bogenentladung
ist. Diese Erkenntnis hat sich als Ergebnis einer Vielzahl von Versuchen mit verschiedenen Elektrodenmaterialien ergeben. Bei
einem Hochfrequenz-Bogenentladungsgenerator mit wassergekühlten Aluminiumelektroden tritt keinerlei
Korrosion der Elektroden auf, was durch spektroskopische Untersuchungen erhärtet wird, die zeigen,
daß keinerlei Aluminiumlinien im Spektrum auftreten, wie aus A b b. 5 hervorgeht.
In Abb. 1 ist ein Beispiel eines Hochfrequenz-Bogenentladungsgenerators
dargestellt. Dieser Generator besteht aus einer Aluminiumelektrode 1, einem Elektrodenhalter 2, einer Hochfrequenzstromquelle 3,
einem Quarzrohr 4, einem durch die Hochfrequenzentladung erzeugten Plasma 5, einem Einlaß 6 für
das die Entladung unterhaltende Gas und einem Einlaß 7 sowie Auslaß 8 für das Kühlwasser. Eine Hochfrequenzspannung
von, einigen 1000 Volt wird mit Hilfe der Hochfrequenzstromquelle 3 an die Aluminiumelektrode
1 angelegt, wobei die Elektrode durch Wasserkühlung gegen Erhitzung auf hohe Temperaturen geschützt wird. Das Kühlwasser wird
durch den Einlaß 7 eingeführt und durch den Auslaß 8 ausgetragen. Durch den Einlaß 6 wird ein die
Entladung unterhaltendes Gas in das Quarzrohr 4 eingeführt und dort an dem spitzen Ende der Elektrode
1 einer Bogenentladung unterworfen, wodurch sich ein Plasma 5 ausbildet.
Im Hochfrequenz-Bogenentladungsgenerator mit aus im wesentlichen Aluminium bestehender Elektrode
tritt keinerlei Elektrodenkorrosion auf, der Betrieb ist über einen langen Zeitraum äußerst stabil,
und Störeffekte bzw. Rauscheffekte werden vermieden. Aus diesen Gründen kann der vorliegende Generator
für verschiedene Zwecke verwendet werden. Beispielsweise kann der Generator als Erregerquelle
für die Spektralanalyse und für Messungen angeregter Zustände von Atomen oder Molekülen und verschiedene
andere physikalische Werte verwendet werden. Wenn der erfindungsgemäße Generator in einem
Spektralanalysator verwendet wird, so ergibt sich der wesentliche Vorteil, daß die charakteristischen Spektrallinien
der Probe mit höchster Genauigkeit festgestellt werden können, bei welchem Verfahren die
Proben im Fall festen Materials in pulverförmigen Zustand und im Fall flüssigen Materials in nebeiförmigen Zustand versetzt und dann durch den in
A b b. 1 gezeigten Einlaß 6 oder durch einen besonderen Probeneinlaß zusammen mit dem eine Entladung
unterhaltenden Gas eingeführt werden, worauf das eingeführte Gemisch in einem Entladungsplasma
angeregt wird.
Claims (1)
- Patentanspruch:Vorrichtung zum Erzeugen eines Plasmastrahls mittels einer Hochfrequenz-Gasentladung mit einer in Form eines spitz zulaufenden Stabes geformten, innen gekühlten Anregungselektrode aus Metall, die axial in einem vom zu ionisierenden Gas durchströmten Zylinder untergebracht ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Anregungselektrode (1) zumindest an den Stellen, wo sie mit dem Plasma in Berührung kommt, aus Aluminium besteht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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