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DE1458753B1 - Verfahren zur selbsttaetigen regelung des hochofenganges - Google Patents

Verfahren zur selbsttaetigen regelung des hochofenganges

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Publication number
DE1458753B1
DE1458753B1 DE1965C0037531 DEC0037531A DE1458753B1 DE 1458753 B1 DE1458753 B1 DE 1458753B1 DE 1965C0037531 DE1965C0037531 DE 1965C0037531 DE C0037531 A DEC0037531 A DE C0037531A DE 1458753 B1 DE1458753 B1 DE 1458753B1
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DE
Germany
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blast furnace
heat
melt
wind
amount
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DE1965C0037531
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English (en)
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DE1458753C2 (de
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Arthur Poos
Roland Vidal
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Centre de Recherches Metallurgiques CRM ASBL
Original Assignee
Centre de Recherches Metallurgiques CRM ASBL
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21BMANUFACTURE OF IRON OR STEEL
    • C21B5/00Making pig-iron in the blast furnace
    • C21B5/006Automatically controlling the process

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Waste-Gas Treatment And Other Accessory Devices For Furnaces (AREA)
  • Manufacture Of Iron (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur selbsttätigen Regelung des Hochofenganges zur Erzielung einer Schmelze einwandfreier Qualität und vorbestimmter Zusammensetzung bei geringem Koksverbrauch.
Die Steuerung des Hochofenganges besteht in der schnellstmöglichen Feststellung eventueller Verschlechterungen und Durchführung von Maßnahmen zum Verhindern solcher Verschlechterungen und Rückführen des Hochofenganges in einen zufriedenstellenden Zustand. Hierzu stützen sich die Fachleute häufig auf die Qualität der abgegossenen bzw. abgelassenen Erzeugnisse, z. B. deren äußeres Aussehen und deren Zusammensetzung, um daraus gegebenenfalls vorzunehmende Eingriffe zur Gewinnung der gewünschten Qualität abzuleiten.
Diese Methode hat eine Reihe erheblicher Nachteile: Sie erlaubt es nicht, so schnell wie notwendig, d. h., sobald der Hochofengang sich verschlechtert, einzugreifen, denn das abgelassene oder abgegossene, fehlerhafte Erzeugnis ist auf plötzlich vor dem Abgießen bzw. Ablassen eintretende Verschlechterung des Ganges zurückzuführen und der notwendige Eingriff kann erst nach Untersuchung des abgegossenen oder abgelassenen Produktes festgesetzt und durchgeführt werden; der auf diese Weise festgesetzte Eingriff ist zwar genau für den Zeitpunkt gültig, zu dem die Verschlechterung eintrat, wird aber gegenüber diesem Zeitpunkt mit einer gewissen Verzögerung, die im allgemeinen ziemlich folgenschwer sein kann, vorgenommen, und es liegen keinerlei Beweise dafür vor, daß in dem Augenblick, in dem der Eingriff vorgenommen wird, die Bedingungen, die zum Zeitpunkt des Auftretens der zu beseitigenden Störung herrschten, noch dieselben sind, und wenn neue Störungen aufgetreten sind, kann unter Umständen der nach dieser Methode festgesetzte Eingriff ungeeignet sein.
Zur Überwindung dieser Schwierigkeiten wurden bereits Überlegungen zur automatischen Regelung des Hochofenganges angestellt (Neue Hütte, 1958, S. 404 bis 408), die jedoch zu keinen praktikablen Ergebnissen führten:
So wurde bereits die Aufstellung eines Rechenautomaten, der in jedem gegebenen Moment ein System von Gleichungen löst, das analytisch die Grundgrößen des Hochofenprozesses verbindet und den Umfang der Impulse für die Regelung des Hochofenganges errechnet, erwogen. Praktische Ergebnisse wurden jedoch bislang nicht erhalten.
Auch von dem Einsatz einer Analogmaschine bzw. eines Analogrechners wurde abgesehen, da, obwohl eine vollkommene Lösung des Problems möglich wäre, ein zu großer Zeitaufwand zum Auffinden der quantitativen Gesetzesmäßigkeiten zwischen den Prozeßgrößen erforderlich wäre, so daß von einer derartigen Analogmaschine abgeraten wurde.
Weiterhin wurde die Schaffung eines Systems der automatischen Regeleinrichtung, das mit dem Arbeitsprozeß verbunden ist und ihn nach dem Verfahren steuert, das z. Zt. weitgehend in der Praxis der Roheisenerzeugung Verwendung findet, erwogen. Dabei wurde eine Aufteilung des Regelsystems in vier Kreise, nämlich in eine automatische Steuerung der Arbeit des Schichtverteilers, eine automatische Steuerung des Begichtungssystems, eine automatische Regelung der Parameter des Heißwindes und eine automatische Regelung der Wärmeführung des Ofens erwogen. Auch dieses System der automatischen Regeleinrichtung hat bisher zu keinen bekanntgewordenen Ergebnissen geführt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, trotz dieser zum Teil mißlungenen Versuche, ein Verfahren zur Steuerung des Hochofenganges zu schaffen, das die Erzeugung von Schmelzen einwandfreier Qualität und vorbestimmter Zusammensetzung unter allen möglichen Betriebsbedingungen ermöglicht, wie auch immer die Unsicherheiten und Zufälligkeiten des Hochofenganges beschaffen sind, und zwar unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Forderungen, die für maximale Produktion bei minimalem Koksverbrauch zu erfüllen sind. Dieses Verfahren soll die Mängel bekannter Methoden vermeiden und ein schnelles Eingreifen in den Hochofengang sofort ermöglichen, wenn eine Störung auftritt.
Dabei wird von der Erkenntnis ausgegangen, daß im Hochofen zwei Reaktionszonen unterschieden werden können:
1. eine obere Zone, die sich von der Gicht bis zum Bereich des Auftretens von Wüstit bei 1000° C, im folgenden Schachtzone genannt;
2. eine untere Zone, die die unteren Teile des Ofens enthält, im folgenden Gestellzone genannt.
Die Aufgabe wird daher erfindungsgemäß durch folgende Maßnahmen gelöst:
1. im Hochofenschacht wird der Gang nach dem Koeffizienten 57g? des Ausnutzungsgrades des Kohlenmonoxydgases geregelt, der durch
a) die Windmenge,
b) die Zusammensetzung der Gichtgase (CO, CO2, N2, H2),
c) die Feuchtigkeit und den Sauerstoffgehalt des Windes,
d) den Eisengehalt und Oxydationsgrad des Möllers,
e) den Gehalt des Möllers an Karbonaten und Hydraten,
f) die Menge des eingeblasenen Heizöls und/oder zusätzlicher Hilfsbrennstoffe,
bestimmt ist, wobei die Einflußgrößen gemäß a) bis f) so verknüpft sind, daß bei Soll- ungleich Istwert die Abweichung beseitigt wird;
2. im Hochofengestell wird der Wärmebedarf des Ganges nach dem Koeffizienten E0 geregelt, der gleich der Differenz aus
A) dem sogenannten Normbedarf NBW an Wärme, der der im unteren Hochofengestell zur Erzeugung einer Normtonne Schmelze bei 1300° C mit vorbestimmten Gehalten an Phosphor, Mangan und anderen üblicherweise in Schmelzen anwesenden Elementen, aber ohne Gehalt an Silizium, benötigten Wärme-
menge entspricht, wobei zum Zeitpunkt der Messungen
g) die Temperatur des Windes,
h) das Schlackegewicht,
i) der herrschende Schachtgang,
k) die Möllerzusammensetzung,
1) die jeweilige Produktion des Hochofens,
m) die Wärmeverluste,
n) die Temperaturunterschiede der in den unteren Hochofenteil eintretenden Stoffe und der diesen Teil verlassenden Gase,
berücksichtigt werden, und
B) dem sogenannten Sollwärmebedarf EBW, der die zur Erzeugung einer Tonne den Hochofen tatsächlich verlassenden Schmelze in der Hochofengestellzone benötigten Wärmemenge darstellt, ist,
wobei die Einflußgrößen gemäß 1. a) bis f) und 2. A), g) bis n) und 2. B) so verknüpft sind, daß bei Soll- Φ Istwert die Abweichung selbsttätig beseitigt wird.
Erfindungsgemäß werden bei Änderung des Koeffizienten η^ο die Ursache oder Ursachen festgestellt und entsprechend folgende Maßnahmen einzeln oder in Kombination durchgeführt:
1. Für einen gegebenen Möller wird das feststehende Verhältnis zwischen Hochofendurchsatz und Ausnutzungsgrad (^cc?) überprüft; ist eine Verschlechterung des Ausnutzungsgrades ηΖ"° auf den Hochofengang zurückzuführen, auf den man sich festgelegt hat, werden keine Eingriffe vorgenommen ;
2. Mittels einer waagerechten Sonde wird die Gasverteilung in einem Schachtquerschnitt ermittelt: ist diese Verteilung nicht befriedigend, werden notwendige Vorkehrungen getroffen, um wieder eine befriedigende Gasverteilung zu erreichen, indem insbesondere der Aufgabenzyklus des Einsatzes oder seine Körnung entsprechend geändert werden;
3. Die Reduzierbarkeit des Einsatzes wird ermittelt: bei nichtbefriedigender Reduzierbarkeit werden entsprechende Eingriffe in die Zusammensetzung des Einsatzes vorgenommen;
4. Das Wärmeprofil wird überprüft: ist es mangelhaft, werden entsprechende Eingriffe zu dessen Verbesserung, insbesondere entsprechende Ände- 5<> rungen der Verbrennungstemperatur an den Brennern vorgenommen.
Weiterhin erfolgt erfindungsgemäß die Steuerung des Ganges in der Gestellzone des Hochofens bzw. des Wärmezustandes in der Gestellzone durch Gleichmachen des Effektivwertes und des Sollwertes der Kenngröße E0 für den Gestellgang (Ecc = E0) durch Zufuhr einer dem jeweiligen Bedarf entsprechenden Wärmemenge und dies durch Einblasen eines geeigneten Brennstoffes gegebenenfalls gekoppelt mit einer entsprechenden Erhöhung der Windtemperatur und/oder einer Anreicherung des Windes mit Sauerstoff, daß dabei keine ungünstige Veränderung anderer Einflußgrößen wie die Flammentemperatur vor den Formen oder ganz allgemein keine Störung des Wärmeprofils des Hochofens hervorgerufen wird.
In vorteilhafter Weise wird ein Meßzyklus von ein bis vier Messungen je Minute vorgenommen, wobei folgende physikalische Größen in der Gestellzone gemessen werden: Windmenge, Zusammensetzung des Gichtgases (CO, CO2, N2, H2), Windtemperatur, Windfeuchtigkeit, Sauerstoffgehalt des Windes; bezüglich des Möllers (der Gattierung): Gehalt an Eisen, Oxydationsgrad, Gehalte an Karbonaten und Hydraten, Schlackengewicht; bezüglich der eingeblasenen oder eingespritzten Stoffe: Mengen des Brennstoffes oder zusätzlicher Brennstoffe. Die Einflußgrößen des Ganges im Schacht sind erfindungsgemäß die Reduktionsgrade (rco; Th2, R) und/oder die Ausnutzungsgrade der Gase (??coo
Bei einer Verschlechterung des Ausnutzungsgrades des Kohlenmonoxydes η^ werden die Ursache bzw. Ursachen hierfür festgestellt und folgende Eingriffe vorgenommen:
1. Das feststehende Verhältnis zwischen dem Hochofendurchsatz und dem Ausnutzungsgrad ηζϊ? für einen gegebenen Hochofenmöller (Gattierung) wird überprüft: ist die Verschlechterung des Ausnutzungsgrades J7cc? auf den Hochofengang zu- | rückzuführen, auf den man sich festgelegt hat, " werden keine Eingriffe vorgenommen;
2. Mittels einer waagerechten Sonde wird die Gasverteilung in einem Schachtquerschnitt festgestellt: ist diese Verteilung nicht befriedigend, werden notwendige Vorkehrungen getroffen, um eine befriedigende Gasverteilung wieder zu erreichen, indem insbesondere der Aufgabezyklus des Einsatzes oder die Körnung des Einsatzes entsprechend geändert werden;
3. eine Prüfung der Reduzierbarkeit des Einsatzes wird vorgenommen: ist diese Reduzierbarkeit schlecht, werden entsprechende Eingriffe in die Zusammensetzung des Einsatzes vorgenommen, um die Reduzierbarkeit zu verbessern; und
4. das Wärmeprofil wird überprüft: im Falle von Fehlern werden entsprechende Eingriffe, insbesondere entsprechende Änderungen der Verbrennungstemperatur an den Brennern vorgenommen. A
Erfindungsgemäß werden demnach, wenn eine Verschlechterung des Hochofenganges auf eine Verschlechterung des Ganges im Hochofenschacht zurückzuführen ist, entsprechende Maßnahmen vorgesehen. Offenbar können solche gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen zur Verhinderung der Verschlechterung einer Einflußgröße des Schachtganges Rückwirkungen auf den Gang im Gestell haben. Da zwischen dem Zeitpunkt des Eingreifens im oberen Teil des Hochofens und dem Zeitpunkt, zu dem derartige Eingriffe sich in der Gestellzone des Hochofens bemerkbar machen, eine genügend lange Zeit verstreicht, müssen während dieses Zeitraumes gleicherweise entsprechende Maßnahmen zur Aufrechterhaltung eines einwandfreien Ganges im Gestellteil des Hochofens oder auch Gegenmaßnahmen gegen einen schlechten Gang in der Gestellzone dann, wenn dieser auf eine auf diesen Gang einwirkende Einflußgröße zurückzuführen ist, durchgeführt werden.
Zur Steuerung des Ganges der Gestellzone des Hochofens, d. h. zur Einstellung der in dieser Zone anfallenden Schmelze, muß unter allen möglichen, den Gang beeinflussenden Verhältnissen ein Wärmeniveau aufrechterhalten werden, das sich jedoch für eine
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Schmelze vorgegebener Zusammensetzung mit dem Reduktion des Siliziums notwendig ist und be-Basengrad der Schlacke ändert. Erfindungsgemäß rücksichtigt insbesondere den zur Reduktion bewählt man daher als Bestimmungsgröße für den Gang nötigten Kohlenstoff, die Reaktionswärme, die des Hochofens in der Gestellzone eine Kenngröße E0, Aufheizung der Schmelze und der Schlacke,
deren festgelegter Richtwert ££ durch den Silizium- 5
gehalt der zu erzeugenden Schmelze, durch den Basen- Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsgrad und die Menge der Schlacke vollständig bestimmt form des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der ist, wobei der Basengrad durch die Zusammensetzung Gang des Hochofens im Gestell durch Gleichmachen der Schlacke gegeben ist. der Rieht- und Effektivwerte der Kenngröße E0 für Wie bereits dargelegt, beruht die Steuerung des io den Gestellgang (Ec eff = Εζ) derart durch Zufuhr Ganges in der Gestellzone des Hochofens in der Ab- von Wärme entsprechend dem jeweiligen Bedarf leitung des Effektivwertes E0 eff der Kenngröße E0 aus mittels Einblasens eines geeigneten Brennstoffes oder Messungen physikalischer, die Betriebsbedingungen gegebenenfalls entweder in Verbindung mit einer Erdes Hochofens bestimmender Größen. Ist der auf diese höhung der Windtemperatur und/oder einer An-Weise abgeleitete Wert von dem Richtwert verschieden, 15 reicherung des Windes mit Sauerstoff gesteuert, daß d. h. ist E0 eff φ E% werden selbsttätig gewisse Ände- dabei keine ungünstige Änderung anderer Einflußrungen der Bedingungen für den Hochofengang vor- größen, wie die Flammentemperatur, in Brennerhöhe genommen, und zwar so lange, bis beide Werte wieder eintritt, bzw. ganz allgemein ohne Störung des Wärmegleich geworden sind, d. h. bis E0eff = E% ist; dann ist profils des Hochofens.
der Gang des Hochofens optimal, d. h. es wird eine 20 Zur Erzeugung einer Schmelze gleichbleibender Schmelze konstanter Güte erzeugt, deren Zusammen- Qualität könnte man sich unter gewissen Umständen setzung mit derjenigen übereinstimmt, die unter Be- allein mit der Überwachung und Steuerung des Hochrücksichtigung eines minimalen Koksverbrauchs und ofenganges in der Gestellzone gemäß der Erfindung des Fehlens jeder Unregelmäßigkeit bzw. Verschlech- beschränken, doch stellt diese Verfahrensweise nicht terung des Ofenganges festgelegt wurde. 25 die wirtschaftlichste Verfahrensweise, wie das erfin-Um dies zu erreichen, muß die Kenngröße E0 ge- dungsgemäße Verfahren als Ganzes, dar. Denn die eignet gewählt werden, insbesondere so, daß sie aus- Änderungen des Wärmebedarfs des Hochofens können schließlich vom Siliziumgehalt der zu erzeugenden beträchtlich sein und zu einer Reihe zeitraubender EinSchmelze abhängt; sie muß also unabhängig sein von regelungen des Einblasens von Brennstoff, der Erallen übrigen den Ofengang beeinflussenden Faktoren, 30 höhung der Windtemperatur, der Anreicherung des wie Eisengehalt des Möllers (der Gattierung), Durch- Windes u. a. m. zwingen. Als Beispiel sei hier der Fall Satzgeschwindigkeit, Anwesenheit von Karbonaten angeführt, bei dem die bloße Einregelung des Ge- und Hydraten im Möller, Zusammensetzung des Win- steiles zur Verwendung von Winderhitzern zwingt, die des usw., die alle innerhalb viel zu weiter Grenzen das Einblasen eines Windes mit einer Temperatur von schwanken, als daß sie bei einem industriellen Hoch- 35 10000C ermöglichen, wenn die mittlere Temperatur ofen vernachlässigt werden könnten. des zur Verwendung kommenden Windes beispiels-Erfindungsgemäß wird nun der Effektivwert E0 eff weise 8000C beträgt, damit eine ausreichende Reserve der Kenngröße Ec für den Gang des Hochofens im vorhanden ist für den Fall einer plötzlichen Abküh-Gestell folgendermaßen bestimmt: lung des Hochofens. Dabei ergibt sich, daß während „ „ . , , ,. , , , 40 einer sehr langen Zeit nicht die gesamte Kapazität der L ^-erSt X1^rJu s°Senannte Normbedarf an Winderhitzer ausgenutzt wird und daher der Koks-Warme (NBW) bestimmt, der die Wärmemenge verbrauch niemals das mögliche Minimum erreicht,
darstellt, die im unteren Teil des Hochofens notig Ähnlich ist es in b auf den einzublasenden ist, um eine Normtonne Schmelze bei 1300 C mit Brennstoff wobei jedoch n 6 och zusätzliche Schwierigvorbestimmten Gehalten an Phosphor (P) Man- 45 keiten hinsichtlich der praktischen Durchführung und gan (Mn) und anderen, üblicherweise in Schmel- der Einregulierung auftreten. Die einzublasenden zen anwesenden Elementen, die aber kein Si- Brennstoffmengen müssen nämlich in erheblichem lizmm (Si) enthalt, zu erzeugen, wobei der zum Ausmaß verändert werden und hierbei trifft man auf Zeitpunkt der Messungen herrschende Schacht- erhebliche Schwierigkeiten technologischer und megang, die zu diesem Zeitpunkt vorhandene 5o tall ischer Art Muß beiSpielsweise der Brennstoff-Schlackenmenge die Zusammensetzung des Mol- durch s satz auf einen m k£nen Wert herabgeregelt ers, die Produktion im Hochofen, sowie die werd verstopfen sich die Brenner _ muß man ihn Warmeverluste und die Unterschiede der Tempe- auf dnen m hohen Bet heraufregeln, dann ergibt raturen derm die untere Zone des Hochofens ein- ^ dne unvollständige Verbrennung des Brenntretenden Stoffe und der diese verlassenden Gase 55 stoff wag wiederum Störungen des Hochofenganges im Zeitpunkt der Messung berücksichtigt werden; infolge der Anwesenheit von Glührückständen in der
2. Ausgehend von den bei dieser Bestimmung auf- Rast hervorruft. Diese Feststellungen führen zwingend tretenden Werten wird der sogenannte Wärme- zur Forderung, daß es sowohl vom wirtschaftlichen als bedarf (EBW) errechnet, der die Wärmemenge auch vom praktischen Standpunkt aus vorzuziehen ist, darstellt, die zur Erzeugung einer Tonne den 6o sich nicht einzig und allein auf die Steuerung des Hochofen tatsächlich verlassenden Schmelze in Ganges im unteren Teil des Hochofens (der Gestelider Gestellzone des Hochofens verbraucht wird; zone) zu beschränken.
3. Der Effektivwert Eceff der Kenngröße E0 des Daher beschränkt sich die Erfindung nicht allein Ganges des Hochofens im Gestell ist nun gleich auf die erfindungsgemäße Regelung des Ganges im der Differenz zwischen dem Normbedarf an 65 unteren (Gestell-)Teil des Hochofens, sondern es Wärme NB W und dem effektiven Wärmebedarf findet darüberhinaus eine Steuerung des Ganges im EBW, d. h. Eceff = NBW — EBW: diese Diffe- oberen (Gicht-)Teil desselben statt: die Steuerung im renz stellt den Wärmeüberschuß dar, der zur unteren Hochofenteil ist eine selbsttätige Feinregelung,
die dank der groben Vorregelung des Ganges im oberen Teil des Hochofens, insbesondere durch Einstellung der Beschickung sobald der Möller eine entsprechende Änderung erfahren hat, leicht, wirkungsvoll und sehr wirtschaftlich durchgeführt werden kann. Wird beispielsweise der Möller in einem gegebenen Augenblick minderwertiger, so wird der Wärmebedarf größer. Gemäß der Erfindung wird nicht erst gewartet, bis diese minderwertige Charge das Gestell bzw-.idie Gestellzone erreicht hat und dort ein großes Warmedefizit hervorruft; es wird im Gegenteil vorgeschlagen, der Charge Koks derart zuzuführen, daß der Koks praktisch zur gleichen Zeit in der Gestellzone an-
kommt, wie die minderwertige Charge selbst, wodurch die im unteren Teil des Hochofens nötigen Einregulierungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden; die durch Brennstoffdurchsatzänderungen bewirkten Temperaturänderungen liegen daher in engen Grenzen und auf diese Weise werden die oben beschriebenen Schwierigkeiten, die bei starken Temperaturänderungen nach , oben oder unten auftreten, beseitigt.
\* Das erfindungsgemäße Verfahren ist anwendbar für ίο alle möglichen Möller-Zusammensetzungen oder Gattierungen, d. h., der Möller kann aus einem oder mehreren Arten von Agglomerat und/oder einer oder mehreren Erzarten zusammengesetzt sein.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur selbsttätigen Regelung des Hochofenganges zur Erzielung einer Schmelze einwandfreier Qualität und vorbestimmter Zusammensetzung bei geringem Koks verbrauch, gekennzeichnet durch folgende Maßnahmen:
1. im Hochofenschacht wird der Gang nach dem Koeffizienten ?7coo geregelt, der durch
a) die Windmenge,
b) die Zusammensetzung der Gichtgase (CO, CO2, N2, H2),
c) die Feuchtigkeit und den Sauerstoffgehalt des Windes,
d) den Eisengehalt und Oxydationsgrad des Möllers,
e) den Gehalt des Möllers an Karbonaten und Hydraten, ao
f) die Menge des eingebiasenen Heizöls und/ oder zusätzlicher Hilfsbrennstoffe,
bestimmt ist, wobei die Einflußgrößen gemäß a) bis f) so verknüpft sind, daß bei Soll- φ Istwert die Abweichung beseitigt wird;
2. im Hochofengestell wird der Wärmebedarf des Ganges nach dem Koeffizienten E0 geregelt, der gleich der Differenz aus
A) dem sogenannten Normbedarf NBW an Wärme, der der im unteren Hochofenteil zur Erzeugung einer Normtonne Schmelze bei 130O0C mit vorbestimmten Gehalten an Phosphor, Mangan und anderen üblicherweise in Schmelzen anwesenden Elementen, aber ohne Gehalt an Silizium, benötigten Wärmemenge entspricht, wobei zum Zeitpunkt der Messungen
g) die Temperatur des Windes,
h) das Schlackegewicht,
i) der herrschende Schachtgang,
k) die Möllerzusammensetzung,
1) die jeweilige Produktion des Hochofens,
m) die Wärmeverluste,
n) die Temperaturunterschiede der in den unteren Hochofenteil eintretenden Stoffe und der diesen Teil verlassenden Gase, berücksichtigt werden, und
B) dem sogenannten Sollwärmebedarf EBW, der die zur Erzeugung einer Tonne den Hochofen tatsächlich verlassenden Schmelze in der Hochofengestellzone benötigten Wärme darstellt, ist, wobei die Einfluß-
großen gemäß 1. a) bis f) und 2. A), g) bis n) und 2. B) so verknüpft sind, daß bei Soll- φ Istwert die Abweichung selbsttätig beseitigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Änderung des Koefifzienten 97co° die Ursache oder Ursachen festgestellt und entsprechend folgende Maßnahmen, einzeln oder in Kombination, durchgeführt werden:
1. Für einen gegebenen Möller wird das feststehende Verhältnis zwischen Hochofendurchsatz und Ausnutzungsgrad (^cc?) überprüft: Ist eine Verschlechterung des Ausnutzungsgrades ή%£ auf den Hochofengang zurückzuführen, auf den man sich festgelegt hat, werden keine Eingriffe vorgenommen;
2. Mittels einer waagerechten Sonde wird die Gasverteilung in einem Schachtquerschnitt ermittelt: ist diese Verteilung nicht befriedigend, werden notwendige Vorkehrungen getroffen, um wieder eine befriedigende Gasverteilung zu erreichen, indem insbesondere der Aufgabezyklus des Einsatzes oder seine Körnung entsprechend geändert werden;
3. Die Reduzierbarkeit des Einsatzes wird ermittelt: bei nichtbefriedigender Reduzierbarkeit werden entsprechende Eingriffe in die Zusammensetzung des Einsatzes vorgenommen;
4. Das Wärmeprofil wird überprüft: ist es mangelhaft, werden entsprechende Eingriffe zu dessen Verbesserung, insbesondere entsprechende Änderungen der Verbrennungstemperatur an den Brennern vorgenommen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der reale Wert E0 der den Gang des Hochofens in seiner Gestellzone kennzeichnenden Größe Ec folgendermaßen bestimmt wird:
1. Zuerst wird der sogenannte Normbedarf NBW an Wärme bestimmt, der der im unteren Hochofenteil zur Erzeugung einer Normtonne Schmelze bei 13000C mit vorbestimmten Gehalten an Phosphor (P), Mangan (Mn) und anderen üblicherweise in Schmelzen anwesenden Elementen, aber ohne Gehalt an Silizium (Si), benötigten Wärmemenge entspricht, wobei der zum Zeitpunkt der Messungen herrschende Schachtgang, die zu diesem Zeitpunkt vorhandene Schlackenmenge, die Möllerzusammensetzung zu diesem Zeitpunkt, die jeweilige Produktion des Hochofens sowie die Wärmeverluste und die Temperaturunterschiede der in den unteren Hochofenteil eintretenden Stoffe und der diesen Teil verlassenden Gase zum Zeitpunkt der Messungen, berücksichtigt werden;
2. Ausgehend von der Gichtanalyse und den den Schachtgang beeinflussenden Größen wird der sogenannte Sollwärmebedarf EBW errechnet, der die zur Erzeugung einer Tonne den Hochofen tatsächlich verlassenden Schmelze in der Hochofengestellzone benötigte Wärmemenge darstellt;
3. Der Effektivwert der Kenngröße E0 des Ganges im Hochofengestell ist gleich die Differenz NBW — EBW und stellt den zur Reduktion des Siliziums benötigten Wärmeüberschuß unter Berücksichtigung insbesondere des zur Reduktion benötigten Kohlenstoffs, der Reaktionswärme, die Aufheizung der Schmelze, die Aufheizung der Schlacke dar.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung des Ganges in der Gestellzone des Hochofens bzw. des Wärmezustandes in der Gestellzone durch Gleichmachen des Effektivwertes und des Sollwertes der Kenngröße E0 für den Gestellgang {ßcc = Ec) durch Zufuhr einer dem jeweiligen Bedarf entsprechenden Wärmemenge und dies
durch Einblasen eines geeigneten Brennstoffes gegebenenfalls gekoppelt mit einer entsprechenden Erhöhung der Windtemperatur und/oder einer Anreicherung des Windes mit Sauerstoff erfolgt, daß dabei keine ungünstige Veränderung anderer Einflußgrößen, wie die Flammentemperatur vor dem Formen oder ganz allgemein keine Störung des Wärmeprofils des Hochofens hervorgerufen wird.
DE1458753A 1964-12-10 1965-11-30 Verfahren zur Regelung des Hochofenganges Expired DE1458753C2 (de)

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CN112593030A (zh) * 2020-11-26 2021-04-02 山西太钢不锈钢股份有限公司 一种利用高炉渣铁热量指数确定炉热的方法

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LU47562A1 (de) 1966-06-10
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