DE1235322B - Verfahren zur Herstellung von 7-Oxo-desacetamido-colchicinderivaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von 7-Oxo-desacetamido-colchicinderivatenInfo
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- DE1235322B DE1235322B DER38144A DER0038144A DE1235322B DE 1235322 B DE1235322 B DE 1235322B DE R38144 A DER38144 A DE R38144A DE R0038144 A DER0038144 A DE R0038144A DE 1235322 B DE1235322 B DE 1235322B
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C49/00—Ketones; Ketenes; Dimeric ketenes; Ketonic chelates
- C07C49/587—Unsaturated compounds containing a keto groups being part of a ring
- C07C49/753—Unsaturated compounds containing a keto groups being part of a ring containing ether groups, groups, groups, or groups
- C07C49/755—Unsaturated compounds containing a keto groups being part of a ring containing ether groups, groups, groups, or groups a keto group being part of a condensed ring system with two or three rings, at least one ring being a six-membered aromatic ring
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Description
AUSLEGESCHRIFT
Nummer: 1235 322
Aktenzeichen: R 38144IV d/12 ρ
1 235 322 Anmeldetag: 16.Juni 1964
Auslegetag: 2. März 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 7-Oxo-desacetamido-colchicin-derivaten der allgemeinen
Formel
CH3O ^ ^
Verfahren zur Herstellung
von 7-Oxo-desacetamido-colchicinderivaten
CHsO
CH3O
| 4a | 6 |
| 12b | 7 |
| \l2a | */ |
| / 12 |
\ 8 |
| 11 | 9 |
O-R
in der R einen Alkylrest bedeutet. (Das Grundgerüst der Colchicinderivate ist nach dem System RRJ 3923
des Ringindex, 2. Auflage, 1960, numeriert.)
Diese Verbindungen besitzen interessante physiologische Eigenschaften und können unter anderem
zur Herstellung anderer Derivate mit wertvollen physiologischen Eigenschaften dienen. Die Verbindungen
der allgemeinen Formel I besitzen eine starke antimitotische Wirkung und sind relativ weniger
toxisch als die gewöhnhchen Colchicinderivate. Sie können zur Behandlung von myeloider Leukämie,
cutaner Neoplasie, Lymphosarkom, Tumoren des Verdauungstraktes und ganz allgemein von Carcinomen
verwendet werden. Andererseits können sie industriell in der Landwirtschaft für Mitose-Modifikationen
und zum Hervorrufen von Polyploidie angewandt werden, sei es durch Berieseln der Kulturböden
mit wäßrigen Lösungen oder Suspensionen der Produkte oder durch vorherige Behandlung der Samen
mit den Produkten direkt oder verdünnt in einem Lösungs- oder Trägermittel.
7-Oxo-desacetamido-colchicin wurde hinsichtlich seiner antimitotischen Wirksamkeit nach dem Verfahren
von R. Jequier, D. Branceni und M. Peterfalvi (Arch. Int. Pharmacodyn, 103 [1955], S. 243) mit Colchicin verglichen. Dabei wurde
folgendermaßen verfahren:
Mehrere Dosen der zu untersuchenden Verbindung wurden Gruppen von zwei oder drei Ratten subkutan
injiziert, wobei das injizierte Volumen 0,2 cm3 pro 100 g Körpergewicht ausmachte. 6 Stunden nach der
Injektion wurden die Tiere getötet, aus dem Oberschenkelknochenmark wurden Ausstrichpräparate hergestellt
und nach May—Gr üη w a 1 d—Giem s a gefärbt. Dann wurden bei jedem Präparat 1000 Zellen
gezählt. Die DAM 100, das ist die antimitotische Dosis, die bei 1000 ZeUen 100 Mitosen liefert, wurde
Anmelder:
Roussel-Uclaf, Paris
Vertreter:
Dr. F. Zumstein,
Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Ε. Assmann
und Dipl.-Chem. Dr. R. Koenigsberger,
Patentanwälte, München 2, Bräuhausstr. 4
und Dipl.-Chem. Dr. R. Koenigsberger,
Patentanwälte, München 2, Bräuhausstr. 4
Als Erfinder benannt:
Dr. Georges Muller, Nogent, Marne, Seine;
Andre Poittevin, Les Lilas, Seine (Frankreich)
Andre Poittevin, Les Lilas, Seine (Frankreich)
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 19. Juni 1963 (938 630)
an Hand der graphischen Darstellung bestimmt, die den gefundenen mitotischen Index (Zellen in Mitrose
pro Gesamtzahl der Zellen) als Funktion des Logarithmus der Dosierungsmenge wiedergab. Dabei
wurde für das 7-Oxo-desacetamido-colchicin eine DAM 100 von 1,4 mg/kg gefunden, während für das
Colchicin unter den gleichen Bedingungen eine DAM 100 von 0,7 mg/kg ermittelt wurde. Da das
7-Oxo-desacetamido-colchicin eine DL50 von 56 mg/ kg±7 mg aufweist, während das Colchicin selbst eine
DL50 von 2 mg/kg aufweist, ist der mit der vorliegenden Verbindung verbundene technische Fortschritt
klar ersichtlich, da die obengenannte erfindungsgemäß erhältliche Verbindung bei annähernd gleicher
antimitotischer Wirksamkeit mehr als 20mal weniger toxisch ist als das Colchicin, was einen außerordentlichen
Vorteil darstellt.
Die Verbindungen der allgemeinen Formel I werden dadurch hergestellt, daß man in an sich bekannter
Weise N-Desacetyl-colchicein (II) mit N-Chlor-succinimid in saurem Medium umsetzt, das entstandene
N-Chlor-N-desacetyl-colchicein (III) mit einem Alkalihydroxyd umsetzt, das erhaltene 7-Imino-desacetamido-colchicein
(IV) einer sauren Hydrolyse unterwirft, das gebildete 7-Oxo-desacetamido-colchicein (V)
mit einem Diazoalkan reagieren läßt und aus dem erhaltenen Gemisch aus 7-Oxo-lO-desmethoxy-lO-alkoxy-desacetamido-colchicin
(I) und 7-Oxo-9-desmeth-
709 517/530
oxy-9-alkoxy-desacetamido-isocolchicin (VI) ersteres durch fraktionierte Kristallisation abtrennt.
Die Umsetzung von N-Desacetyl-colchicein mit N-Chlor-succinimid wird vorzugsweise in wäßriger
Essigsäure durchgeführt. Unter diesen Bedingungen kristallisiert das gebildete N-Chlor-N-desacetyl-colchicein
sofort aus.
Die Chlorwasserstoffabspaltung aus N-Chlor-N-desacetyl-colchicein wird z. B. durch Umsetzung dieser
Verbindung mit Kalilauge oder Natronlauge erzielt. Man arbeitet vorteilhafterweise in alkoholischem
Medium, z. B. in Methanol oder Äthanol. Das hierbei entstehende 7-Imino-desacetamido-colchicein ist zum
Unterschied von den üblichen Ketiminen relativ stabil und kann daher aus dem N-Chlorderivat mit
befriedigenden Ausbeuten erhalten werden.
Die saure Hydrolyse des Ketimins der Formel IV kann leicht mit Hilfe einer organischen Säure durchgeführt
werden, z. B. mit wäßriger Essigsäure.
Die Umsetzung des 7-Oxo-desacetamido-colchiceins mit einem Diazoalkan wird nach an sich bekannten
Methoden in Methylenchlorid, und vorzugsweise in Gegenwart von Methanol, durchgeführt.
Aus dem Gemisch aus 7-Oxo-10-desmethoxy-10-alkoxy-desacetamido-colchicin und 7-Oxo-9-desmethoxy-9-alkoxy-desacetamido-isocolchicin
trennt man erteres durch fraktionierte Kristallisation, z. B. aus Methanol, ab.
Das folgende Beispiel erläutert die Erfindung.
30
Beispiel
7-Oxo-desacetamido-colchicin (I, R = CH3)
7-Oxo-desacetamido-colchicin (I, R = CH3)
A. N-Chlor-N-desacetyl-colchicein (III)
OD
Man löst 20 g N-Desacetyl-colchicin (II) in 10 ml Essigsäure und 200 ml Wasser, indem man 5 Minuten
bei Zimmertemperatur rührt.
Sodann fügt man eine Lösung von 8,2 g N-Chlorsuccinimid in 82 ml Essigsäure bei 60° C zu und rührt
die Reaktionsmischung 15 Minuten bei Zimmertemperatur. Danach saugt man ab, wäscht mit Wasser,
trocknet im Vakuum und erhält 17,2 g N-Chlor-N-desacetyl-colchicein (III); F. 170 bis 174°C,
[ocjg = -320±10°C (c = 0,5%, Chloroform), das man ohne weitere Reinigung weiterverarbeitet.
Das Produkt erhält man in Form von Nadeln, die unlöslich sind in Wasser, in verdünnten wäßrigen
Säuren, in Äther und Benzol, wenig löslich in Alkoholen und löslich in Aceton und Chloroform.
Die Verbindung ist in der Literatur noch nicht beschrieben.
B. 7-Imino-desacetamido-colchicein (IV)
Man löst 17,2 g N-Chlor-N-desacetyl-colchicein (III) in 85 ml einer 2normalen methanolischen Kalilauge
und läßt 17 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Sodann versetzt man mit Wasser und danach tropfenweise
mit Essigsäure bis zu einem pH-Wert von 6,5 bis 6,7.
Man kühlt auf Eis, saugt das gebildete Produkt ab, wäscht mit Wasser, teigt mit Aceton an, trocknet
und erhält 12,45 g 7-Imino-desacetamido-colchicein (IV), F. 130° C (wäßriges Solvat), das man ohne weitere
Reinigung weiterverarbeitet.
Zur Analyse kristallisiert man das erhaltene Produkt aus Methanol um und erhält ein methanolisches
Solvat vom Schmelzpunkt 150° C5 das nach dem Um-
kristallisieren aus Essigsäureäthylester ein Produkt mit einem Schmelzpunkt von 178° C ergibt. Dieses
Produkt erhält man in Form von Nadeln, die unlöslich sind in Wasser, in Äther und Benzol, wenig löslich in
Aceton und löslich in verdünnten wäßrigen Säuren und Alkalien, in Alkoholen und in Chloroform.
Analyse: C19H19O5N; Molgewicht 341,35.
Berechnet ... C 66,85, H 5,61, N 4,10, O 23,44°/0; gefunden ... C 66,8, H 5,7, N 3,8, 0 23,7%.
Berechnet ... C 66,85, H 5,61, N 4,10, O 23,44°/0; gefunden ... C 66,8, H 5,7, N 3,8, 0 23,7%.
Diese Verbindung wurde in der Literatur noch nicht beschrieben.
C. 7-Oxo-desacetamidö-colchicein (V)
Man löst 12,45 g 7-Inuno-desacetamido-colchicein (IV) in 125 ml 50%igar Essigsäure, erhitzt
30 Minuten auf 50 aC und fügt langsam 125 ml Wasser zu.
Nach Kratzen kristallisiert 7-Oxo-desacetamidocolchicein aus. Man kühlt auf Eis, saugt ab, wäscht
mit Wasser, trocknet und erhält 8,7 g 7-Oxo-desacetamido-colchicein (V), F. 154° C, das ohne weitere
Reinigung weiterverarbeitet werden kann.
Das erhaltene Produkt schmilzt nach dem Umkristallisieren aus einem Gemisch von Methylenchlorid
und Essigsäureäthylester bei 157 °C und kristallisiert in Form von Stäbchen, die unlöslich sind in Wasser,
in verdünnten wäßrigen Säuren und Alkalien, in Äther und Benzol, wenig löslich in Aceton und löslich
in Alkoholen und in Chloroform.
Analyse: C19H18O6; Molgewicht 342,33.
Berechnet... C 66,66, H 5,30%;
gefunden ... C66,6, H5,4%.
gefunden ... C66,6, H5,4%.
Diese Verbindung ist in der Literatur noch nicht beschrieben.
D. 7-Oxo-desacetamido-colchicin (I, R = CH3)
Man löst 9,2 g 7-Oxo-desacetamido-colchicein (V) in 90 ml einer Mischung aus Methylenchlorid und
50%igem Methanol, kühlt die Lösung auf 0°C ab und fügt innerhalb von 10 Minuten 180 ml einer l%igen
Lösung von Diazomethan in Methylenchlorid zu.
Man rührt 1 Stunde bei 0°C, versetzt sodann mit einigen Tropfen Essigsäure und destilliert im Vakuum
zur Trockne.
Man nimmt das erhaltene Produkt in 60 ml einer Mischung aus Methylenchlorid und Methanol (1: 3)
auf, destilliert das Methylenchlorid ab, läßt 10 Minuten stehen, saugt ab, trocknet und erhält als erste
Fraktion 3,78 g 7-Oxo-desacetamido-colchicin, das man aus einem Gemisch aus Methylenchlorid und
Essigsäureäthylester umkristallisiert, wobei 2,93 g 7-Oxo-desacetamido-colchicin erhalten werden; F.
230° C
Das Produkt erhält man in Form von rechteckigen Stäbchen, die unlöslich sind in Wasser, in verdünnten
wäßrigen Säuren und Alkalien, in Äther und Benzol, wenig löslich in Alkoholen und löslich in Aceton und
Chloroform.
Analyse: C20H20O6; Molgewicht 356,36.
Berechnet ... C 67,4, H 5,66%;
gefunden ... C 67,1, H 5,7%.
Berechnet ... C 67,4, H 5,66%;
gefunden ... C 67,1, H 5,7%.
Diese Verbindung wurde in der Literatur noch nicht beschrieben.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von 7-Oxo-desacetamido-colchicin-derivaten der allgemeinen Formel CHaOCH3OO-Rin der R einen Alkylrest bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise N-Desacetyl-colchicein (II) mit N-Chlor-succinimid in saurem Medium umsetzt, das entstandene N-Chlor-N-desacetyl-colchicein (III) mit einem Alkalihydroxyd umsetzt, das erhaltene 7-Imino-desacetamido-colchicein (TV) einer sauren Hydrolyse unterwirft, das gebildete 7-Oxodesacetamido-colchicein (V) mit einem Diazoalkan umsetzt und aus dem erhaltenen Gemisch aus7-Oxo-10-desmethoxy-10-alkoxy-desacetamidocolchicin (I) und 7-Oxo-9-desmethoxy-9-alkoxydesacetamido-isocolchicin (VI) ersteres durch fraktionierte Kristallisation abtrennt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 867 093, 896 803;
deutsche Auslegeschrift Nr. 1 018 872;
Chem. Ber., 88 (1955), S. 883 fF.;
Liebigs Ann. der Chemie, 531 (1942), S. 88ff.; Helv. chim. acta, 44 (1961), S. 540 ff.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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|---|---|---|---|
| FR938630A FR1375049A (fr) | 1963-06-19 | 1963-06-19 | Dérivés colchiciques et procédé de préparation |
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