DE10052082A1 - Verfahren zum Behandeln und Beschichten von Oberflächen aus nichtleitenden, dielektrischen Materialien mittels mokrowellenangeregter Plasmen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Behandeln und Beschichten von Oberflächen aus nichtleitenden, dielektrischen Materialien mittels mokrowellenangeregter Plasmen und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft eine technische Lösung zum Behandeln und Beschichten von Oberflächen aus nichtleitenden, dielektrischen Materialien mittels mikrowellenangeregter Plasmen, bei der DOLLAR A a) die für die Bildung des Plasmas 4 notwendige Energie der wellenleitenden Hohlstruktur 1, in der sich der zu behandelnde Gegenstand 2 befindet und die allseitig mikrowellentechnisch verschlossenen, durch einen Mikrowellengenerator 15 mittels modulierter Mikrowellen zugeführt wird, DOLLAR A b) die Zündung 3 des Plasmas 4 mittels einer Zündvorrichtung 11 an einem vorbestimmten Ort, räumlich getrennt von der Mikrowelleneinspeisung 5 erfolgt, DOLLAR A c) das laufende, sich selbst fortbewegende, lokalisierte Plasma 4 sich innerhalb der wellenleitenden Hohlstruktur 1 vom Ort der Zündung 3 über die zu behandelnden Oberflächen in Richtung auf die Mikrowelleneinspeisung 5 bewegt, wobei in der Behandlungskammer 9 ein für den Plasmalauf ausreichender Hohlraum über der zu behandelnden Oberfläche vorhanden ist, DOLLAR A d) die Plasmabehandlung im Bereich des atmosphärischen Luftdrucks und darüber durchgeführt wird mit einer für die Plasmabehandlung geeigneten Atmosphärenzusammensetzung, die mittels einer Vorrichtung 12 zugeführt wird, DOLLAR A e) das laufende Plasma 4 durch eine Vorrichtung 13 unterbrochen wird, sobald es die zu behandelnde Oberfläche überstrichen hat.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln
und Beschichten von Oberflächen aus nichtleitenden, dielektri
schen Materialien mittels mikrowellenangeregter Plasmen und
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bekannt ist die Innenbeschichtung von elektrisch leitenden
Hohlkörpern mittels laufender Plasmen in einer Niederdruckat
mosphäre (EP 0568049 A1).
Bekannt ist weiterhin die Behandlung von Flaschen zwecks Des
infektion (Sterilisierung) mit sich stationär ausbreitendem
großvolumigen Plasma, welches den gesamten Hohlraum mit einem
möglichst gleichmäßigen Plasma ausfüllt. Die Erzeugung des
Plasmas erfolgt dabei über Masseelektroden mittels Hochfre
quenz (DE 197 19 911, DE 196 15 735) unter Normaldruck, vor
zugsweise unter Zuführung eines geeigneten Fremdgases oder un
ter Vakuum.
Diese Lösungen erfordern einen hohen technischen Aufwand im
Zusammenhang mit der Vakuumerzeugung und lassen ein gleichmä
ßiges Plasma im gesamten Hohlraum, besonders bei langgestreck
ten Hohlkörpern mit einer kleinen Öffnung nicht zu bzw. füh
ren, bedingt durch eine sehr hohe Energiezufuhr, zu Schädigun
gen der zu behandelnden Oberflächen. Eine Innenbeschichtung
bzw. Innenbehandlung und/oder Außenbehandlung von langge
streckten Hohlkörpern und Gegenständen aus nichtleitenden,
dielektrischen Materialien ist mit den genannten Vorrichtungen
bzw. Verfahren unter Normaldruckatmosphäre nicht möglich.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde,
eine Behandlung oder Beschichtung von Oberflächen an langge
streckten Hohlkörpern oder Gegenständen aus nichtleitenden,
dielektrischen Materialien mittels einem modulierten, mikro
wellenangeregten, laufenden Plasma im Bereich des atmosphäri
schen Luftdrucks und darüber zu ermöglichen, ohne daß es zu
einer thermischen Schädigung der zu behandelnden Materialien
kommt.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine technische Lösung, bei
der
- a) die für die Plasmabildung notwendige Energie einer wel lenleitenden Hohlstruktur, in der sich der zu behandelnde Gegenstand befindet und die allseitig mikrowellentech nisch verschlossenen ist, mittels modulierter Mikrowellen zugeführt wird,
- b) die Plasmazündung an einem vorbestimmten Ort, räumlich getrennt von der Mikrowelleneinspeisung erfolgt,
- c) das laufende, sich selbst fortbewegende, lokalisierte Plasma sich innerhalb der wellenleitenden Hohlstruktur vom Ort der Zündung über die zu behandelnden Oberflächen in Richtung auf die Mikrowelleneinspeisung bewegt, wobei ein für den Plasmalauf ausreichender Hohlraum über der zu behandelnden Oberfläche vorhanden ist,
- d) die Plasmabehandlung im Bereich des atmosphärischen Luft drucks und darüber durchgeführt wird,
- e) das laufende Plasma unterbrochen wird, sobald es die zu behandelnde Oberfläche überstrichen hat,
- f) die für eine Plasmabehandlung geeignete Atmosphärenzusam mensetzung genutzt wird,
- g) die Plasmabehandlung so oft wiederholt wird, bis ein ge wünschtes Arbeitsergebnis erreicht ist,
- h) die Zündung des Plasmas am definiertem Ort selbsttätig erfolgt,
- i) durch Einbringen einer zusätzlichen Begrenzung aus nicht leitendem, dielektrischen Material in die Behandlungskam mer eine gezielte Behandlung mittels laufender Plasmen an definierten Oberflächen von Behältern und Gegenständen realisiert wird.
Die gesteuerte stabile Bewegung (Lauf) des Plasmas wird da
durch erzielt, daß die Zündung an einem vorher bestimmten Ort
innerhalb der Behandlungskammer erfolgt, der eine genügend
räumliche Distanz zur Mikrowelleneinspeisung aufweist und daß
diese Mikrowellenenergie moduliert ist, so daß sich das Plasma
innerhalb der definierten Hohlräume zum Ort der Mikrowellen
einspeisung hin bewegt.
Das Plasma ist durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Mikrowel
lenabschaltung durch Zeitsteuerung oder Lichtsensor zu unter
brechen, sobald das laufende Plasma die zu behandelnde Ober
fläche überstrichen hat. Durch erneutes Starten des Behand
lungsvorganges kann der Plasmalauf beliebig oft wiederholt
werden, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.
Die Zündung des Plasmas erfolgt mit bekannten Zündvorrichtun
gen, wie z. B.:
- - feldstärkesteuerndes Element
- - Zusatzentladung/Zusatzplasma
- - Zündflamme
- - Laserstrahl
- - UV-Strahlung
- - sonstige energiereiche Strahlung
Durch Variation in der Modulation der eingespeisten Mikrowel
lenenergie, z. B. in Form von 100 Hz Sinushalbwellen, und Va
riation der Frequenz, durch Veränderung der Druckverhältnisse
auch oberhalb des atmosphärischen Luftdrucks und/oder der Gas
zusammensetzung werden Laufgeschwindigkeit, Größe, Wirkzeit,
Temperatur, Energiegehalt und somit die Wirkung des laufenden
Plasmas auf die zu behandelnde Oberfläche verändert.
Durch Änderungen in der Geometrie der wellenleitenden
Hohlstruktur ist eine Steuerung des Plasmas in Gleichmäßigkeit
und Anpassung an die Geometrie des zu behandelnden Gegenstan
des möglich.
Zusätzlich können, je nach gewünschter Wirkung, dem Plasma Zu
satzstoffe in gasförmiger, fester und flüssiger Form, einzeln
oder in Gemischen zugeführt werden.
Die Plasmabehandlung kann angewendet werden für jede Art von:
- - Keimabtötung (Sterilisierung) von Oberflächen, Gasen und Gasgemischen,
- - Glättung von nichtmetallischen Oberflächen durch kurzzei tiges Anschmelzen einer dünnen Oberflächenschicht, wobei der Energieeintrag derart gesteuert ist, daß ein thermi scher Glättungseffekt einsetzt, ohne daß schädigende Wir kungen bezüglich der vorgesehenen Verwendung des zu glät tenden Objektes/Gegenstandes eintreffen,
- - Reinigung von Oberflächen,
- - Modifizierung der Oberflächenstruktur,
- - Veränderung der Oberflächeneigenschaften, Beschichten von Oberflächen,
- - Analyse und Diagnostik von in die Plasmabehandlung gelan genden Stoffen, z. B. Erkennung von Fremdstoffen in Geträn keflaschen durch Spektralanalyse.
Eine bevorzugte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
enthält folgende Elemente:
- a) eine Behandlungskammer 9, die aus einer wellenleitenden Hohlstruktur 1 gebildet und allseitig mikrowellentech nisch verschlossenen ist,
- b) einen Mikrowellengenerator 15 einschließlich einer Vor richtung zur Modulation der eingespeisten Mikrowellen,
- c) eine Koppelvorrichtung 5 zur Einspeisung der Mikrowellen in die Behandlungskammer 9,
- d) eine Zündvorrichtung 11, die das Plasmas an einem defi nierten Ort zündet,
- e) eine Vorrichtung 13 zum Abschalten des Plasmas.
Eine Vorrichtung mit diesen Merkmaien kann dadurch, daß
- a) eine Vorrichtung 12, mittels der der Behandlungskammer 9 die für die Plasmabehandlung erforderliche Gasatmosphäre zugeführt wird,
- b) in der Behandlungskammer 9 eine zusätzliche, den Plas malauf führende Begrenzung 6 aus dielektrischem Material angeordnet ist,
- c) durch Änderungen der Geometrie der wellenleitenden Struk tur 1 und/oder der Begrenzung 6 das Plasmas 4 an die Geo metrie des zu behandelnden Gegenstandes 2 angepaßt wird,
- d) die Zündvorrichtung 11 aus einem feldstärkesteuernden Element besteht und an den zur Zündung 3 vorbestimmten Ort bewegt wird,
- e) die Zündvorrichtung 11 als feldstärkesteuerndes Element an der Spitze einer in und aus dem Hohlraum des zu behan delnden Gegenstandes 2 verfahrbaren Lanze 10 aus dielek trischem Material angeordnet ist,
- f) die Lanze 10 hohl ist und durch sie dem Plasma flüssige und/oder feste und/oder gasförmige Stoffe zugeführt wer den,
- g) die Zündvorrichtung 11 aus einem feldstärkesteuernden Element besteht und im unteren Bereich der Behandlungs kammer 9 angeordnet ist,
- h) die Behandlungskammer 9 als wellenleitende Hohlstruktur 1 in zwei Teile 7 und 8 geteilt ist, wobei Teil 8 bewegt wird und Teil 7 ortsfest ist,
- i) die wellenleitende Hohlstruktur 1 zwischen der Zündvor richtung 11 und der Koppelvorrichtung 5 zwei gegenüber liegende Öffnungen 14 hat, durch die die zu behandelnden bahn-, platten- oder prismenförmigen Gegenstände 2 wäh rend der Plasmabehandlung durch die Behandlungskammer 9 hindurch geführt werden,
- j) die Lanze 10 durch einen Hohlraum der Koppelvorrichtung 5 geführt wird
zweckmäßig ausgestaltet werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispie
len erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung
zur Innenbehandlung eines Hohlkörpers,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung
zur Außenbehandlung eines Hohlkörpers,
Fig. 3 eine schematische Darstellung zur Behandlung von
Oberflächen eines Körpers
durch Anordnung einer zusätzlichen Begrenzung
Fig. 4 den prinzipiellen Aufbau einer Anlage mit
feststehendem und beweglichem Teil der
wellenleitenden Hohlstruktur,
Fig. 5 den prinzipiellen Aufbau einer Anlage zur
Behandlung von band-, platten- oder prismen
förmigen Gegenständen aus dielektrischem Material.
In Fig. 1 ist der schematische Aufbau einer Vorrichtung zur In
nenbehandlung von Hohlkörpern 2 dargestellt, bestehend aus ei
ner wellenleitenden Hohlstruktur 1, Koppelvorrichtung 5, Be
handlungskammer 9, Lanze 10, Zündvorrichtung 11, Vorrichtung
zur Zuführung 12 der für die Behandlung erforderlichen Atmo
sphäre, Abschaltvorrichtung 13 für das Plasma 4, Einrichtung
15 zur Erzeugung der Mikrowellen und deren Modulation.
Bei einer beispielsweise verwendeten Speisefrequenz von 2,45 GHz,
moduliert mit 100 Hz Sinushalbwellen, lassen sich mit der
erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Fig. 1 Hohlkörper 2 (Fla
schen) mittels laufender Plasmen 4 unter atmosphärischen Be
dingungen besonders vorteilhaft sterilisieren. Vorteilhafter
weise steht der zu behandelnde Hohlkörper 2 aufrecht mit dem
Boden nach unten, so daß die offene Mündung nach oben weist.
Die Zündung 3 des modulierten mikrowellenangeregeten Plasmas 4
erfolgt im Bodenbereich innerhalb der zu behandelnden Flasche
2 mittels einer Zündvorrichtung 11 (hier ein feldstärkesteu
erndes Element) an der Spitze einer in die Flasche eintauchen
den Lanze 10 aus dielektrischem Material. Dazu wird die Lanze
10 mit der Zündvorrichtung 11 an der Spitze bis in Bodennähe
eingefahren und - sobald die Zündvorrichtung den Bodenbereich
erreicht hat - die modulierten Mikrowellen zugeschaltet, so
daß die Zündung 3 des Plasmas 4 am definierten Ort erfolgt.
Nach erfolgter Plasmazündung 3 bewegt sich das Plasma zur Öff
nung der Flasche 2 in Richtung der Einkoppelvorrichtung 5. Die
Lanze 10 wird wieder aus dem Hohlkörper 2 ausgefahren. Sobald
das Plasma 4 den Hals der Flasche 2 erreicht hat, wird es
durch Ansprechen einer Abschaltvorrichtung 13 (z. B. eines
Lichtsensors) gelöscht, indem die Energiezufuhr zum Mikrowel
lengenerator 15 unterbrochen wird. Der gesamte Vorgang kann
bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden.
Durch eine Ausführung der Lanze 10 als Hohlstab, können durch
die Lanze 10 ein oder mehrere Zusatzstoffe direkt in die Plas
mazone injiziert werden. Die Lanze 10 kann aber auch nach der
Behandlung zum Befüllen der Verpackung genutzt werden.
In Fig. 2 ist der schematische Aufbau einer Vorrichtung zur
Außenbehandlung von Hohlkörpern 2 dargestellt, bestehend aus
einer wellenleitenden Hohlstruktur 1, Koppelvorrichtung 5, Be
handlungskammer 9, Zündvorrichtung 11, Vorrichtung zur Zufüh
rung 12 der für die Behandlung erforderlichen Atmosphäre, Ab
schaltvorrichtung 13 für das Plasma 4, Einrichtung 15 zur Er
zeugung der Mikrowellen und deren Modulation.
Der Aufbau der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung ist prin
zipiell identisch mit dem der in Fig. 1 dargestellten Vor
richtung. Allerdings erfolgt die Zündung 3 des Plasmas 4 hier
mittels Zündvorrichtung 11 an definierter Stelle außerhalb des
zu behandelnden Gegenstandes 2 (Flasche), aber innerhalb des
nun hergestellten Hohlraumes zwischen Flasche 2 und wellenlei
tender Hohlstruktur 1, so daß sich das Plasma 4 innerhalb die
ses Hohlraumes über die Flaschenaußenfläche der Flasche 2 be
wegt.
Fig. 3 zeigt den Aufbau einer Vorrichtung zur Außenbehandlung
von Gegenständen 2. Der Aufbau dieser Vorrichtung ist prinzi
piell identisch mit dem Aufbau der in den Fig. 1 und 2 dar
gestellten Vorrichtungen. Die in Fig. 3 gezeigte Vorrichtung
enthält in der Behandlungskammer 9 lediglich eine zusätzliche
Begrenzung 6 aus dielektrischem Material.
Durch das Einbringen dieser spezifischen, zusätzlichen Begren
zung 6 aus dielektrischem Material in die Behandlungskammer 9
ist eine gezielte Plasmabehandlung an ausgesuchten Oberflächen
des zu behandelnden Gegenstandes möglich, indem definierte
Hohlräume über den zu behandelnden Oberflächen geschaffen wer
den und die Plasmazündung 3 so erfolgt, daß der Lauf des Plas
mas 4 über diese Oberflächen erfolgt.
Das Einbringen einer zusätzlichen Begrenzung kann aber auch zu
dem Zweck erfolgen, daß bestimmte Teile der Oberfläche durch
die zusätzliche Begrenzung so abgedeckt werden, daß eine Plas
mabehandlung an diesen Teilen der Oberfläche nicht erfolgt.
Fig. 4 zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Behandlungskammer 9
im Schnitt, bei der die wellenleitende Hohlstruktur 1 aus ei
nem feststehenden Teil 7 (Mantel) und einem bewegten Teil 8
gebildet wird. Die Behandlungskammer 9 als wellenleitende
Hohlstruktur 1 ist so ausgeführt, daß ein kontinuierlicher
Lauf der Flaschen realisiert wird. Je nach geforderter Flaschendurchlaufzahl,
ist die Anordnung einer oder mehrerer Be
handlungskammern 9 möglich. Die Behandlungskammern 9 sind auf
dem bewegten Teil 8 so angeordnet, daß die äußere Seite der
Behandlungskammer 9 offen ist, um den reibungslosen Ein- und
Auslauf der Flaschen in und aus den Behandlungskammern 9 zu
gewährleisten. Zwecks Herstellung einer wellenleitenden
Hohlstruktur 1 wird außerhalb des Ein- und Auslaufbereiches
der Flaschen die offene Seite durch einen feststehenden Teil 7
(Außenwand) begrenzt, an dem die Kammern 9 vorbei geführt wer
den, so daß während der Drehbewegung des beweglichen Teils 8
die wellenleitende Hohlstruktur 1 der Behandlungskammern 9 im
Bereich des feststehenden Teils 7 permanent erhalten bleibt.
In Fig. 5 wird der prinzipielle Aufbau einer Anlage zur Plasma
behandlung von band-, platten- oder prismenförmigen Gegenstän
den dargestellt, z. B. zum Plasmareinigen von Glasplatten vor
dem Beschichtungsprozeß. Der Aufbau dieser Anlage ist grund
sätzlich identisch mit dem Aufbau der in den Fig. 1 und 2
dargestellten Anlagen.
Die wellenleitende Hohlstruktur 1 hat hier zwischen der Zünd
vorrichtung 11 und der Koppelvorrichtung 5 zwei gegenüberlie
gende Öffnungen 14, durch die die zu behandelnden bahn-, plat
ten- oder prismenförmigen Gegenstände 2 während der Plasmabe
handlung kontinuierlich oder diskontinuierlich durch die Be
handlungskammer 9 hindurch geführt werden. Auf diese Weise
entsteht zwischen der zu behandelnden Oberfläche des Gegen
standes 2 und der wellenleitenden Hohlstruktur 1 ein Hohlraum,
durch den das Plasma 4 über die zu behandelnde Oberfläche
läuft.
1
wellenleitende Hohlstruktur
2
zu behandelnder Hohlkörper/Gegenstand
3
Ort der Plasmazündung
4
Plasma
5
Koppelvorrichtung
6
zusätzliche Begrenzung
7
feststehender Teil der wellenleitenden
Hohlstruktur (Wand)
8
bewegter Teil der wellenleitenden Hohlstruktur
9
Behandlungskammer
10
Lanze
11
Zündvorrichtung
12
Vorrichtung zur Zuführung der für die
Behandlung erforderlichen Atmosphäre
13
Abschaltvorrichtung für das Plasma
14
Durchführöffnung
15
Vorrichtung zur Erzeugung der Mikrowellen und
deren Modulation
Claims (16)
1. Verfahren zum Behandeln und Beschichten von Oberflächen aus
nichtleitenden, dielektrischen Materialien mittels mikrowel
lenangeregter Plasmen, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) die für die Plasmabildung notwendige Energie einer wel lenleitenden Hohlstruktur, in der sich der zu behandelnde Gegenstand befindet und die allseitig mikrowellentech nisch verschlossenen ist, mittels modulierter Mikrowellen zugeführt wird,
- b) die Plasmazündung an einem vorbestimmten Ort, räumlich getrennt von der Mikrowelleneinspeisung erfolgt,
- c) das laufende, sich selbst fortbewegende, lokalisierte Plasma sich innerhalb der wellenleitenden Hohlstruktur vom Ort der Zündung über die zu behandelnden Oberflächen in Richtung auf die Mikrowelleneinspeisung bewegt, wobei ein für den Plasmalauf ausreichender Hohlraum über der zu behandelnden Oberfläche vorhanden ist,
- d) die Plasmabehandlung im Bereich des atmosphärischen Luft drucks und darüber durchgeführt wird,
- e) das laufende Plasma unterbrochen wird, sobald es die zu behandelnde Oberfläche überstrichen hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine
für die Plasmabehandlung geeignete Atmosphärenzusammenset
zung genutzt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Plasmabehandlung so oft wiederholt wird, bis
ein gewünschtes Arbeitsergebnis erreicht ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zündung des Plasmas am definierten Ort
selbsttätig erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß durch Einbringen einer zusätzlichen Begrenzung
aus nichtleitendem, dielektrischen Material in die Behand
lungskammer eine gezielte Behandlung mittels laufender Plasmen
an definierten Oberflächen von Behältern und Gegenstän
den realisiert wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
bestehend aus
- a) einer Behandlungskammer 9, die aus einer wellenleitenden Hohlstruktur 1 gebildet und allseitig mikrowellentech nisch verschlossenen ist,
- b) einem Mikrowellengenerator 15 einschließlich einer Vor richtung zur Modulation der eingespeisten Mikrowellen,
- c) einer Koppelvorrichtung 5 zur Einspeisung der Mikrowellen in die Behandlungskammer 9,
- d) einer Zündvorrichtung 11, die das Plasma an einem defi nierten Ort zündet,
- e) einer Vorrichtung 13 zum Abschalten des Plasmas.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
mittels einer Vorrichtung 12 der Behandlungskammer 9 die für
die Plasmabehandlung erforderliche Gasatmosphäre zugeführt
wird.
8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß in der Behandlungskammer 9 eine zusätzliche,
den Plasmalauf führende Begrenzung 6 aus dielektrischem Ma
terial angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß durch Änderungen der Geometrie der wellenlei
tenden Struktur 1 und/oder der Begrenzung 6 das Plasmas 4 an
die Geometrie des zu behandelnden Gegenstandes 2 angepaßt
wird.
10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zündvorrichtung 11 aus einem feldstärke
steuernden Element besteht und an den zur Zündung 3 vorbe
stimmten Ort bewegt wird.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 10 dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zündvorrichtung 11 als feldstärkesteuern
des Element an der Spitze einer in und aus dem Hohlraum des
zu behandelnden Gegenstandes 2 verfahrbaren Lanze 10 aus
dielektrischem Material angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 11 dadurch gekenn
zeichnet, daß die Lanze 10 hohl ist und durch sie dem Plasma
flüssige und/oder feste und/oder gasförmige Stoffe zugeführt
werden.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zündvorrichtung 11 aus einem feldstärke
steuernden Element besteht und im unteren Bereich der Be
handlungskammer 9 angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 13, dadurch gekennzeich
net, daß die Behandlungskammer 9 als wellenleitende
Hohlstruktur 1 in zwei Teile 7 und 8 geteilt ist, wobei Teil
8 bewegt wird und Teil 7 ortsfest ist.
15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß die wellenleitende Hohlstruktur 1 zwischen
der Zündvorrichtung 11 und der Koppelvorrichtung 5 zwei ge
genüberliegende Öffnungen 14 hat, durch die die zu behan
delnden bahn-, platten- oder prismenförmigen Gegenstände 2
während der Plasmabehandlung durch die Behandlungskammer 9
hindurch geführt werden.
16. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6 bis 15, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Lanze 10 durch einen Hohlraum der Kop
pelvorrichtung 5 geführt wird.
Priority Applications (4)
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| DE10052082A DE10052082A1 (de) | 1999-11-12 | 2000-10-19 | Verfahren zum Behandeln und Beschichten von Oberflächen aus nichtleitenden, dielektrischen Materialien mittels mokrowellenangeregter Plasmen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| DE10083551T DE10083551D2 (de) | 1999-11-12 | 2000-11-10 | Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln und Beschichten von Oberflächen aus nichtleitenden, dielektrischen Materialien mittels mikrowellenangeregter Plasmen |
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