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Drehtrommel, insbesondere Trocken-oder Kalziniertrommel Die Erfindung
betrifft eine drehbare Trommel, insbesondere eine Trocken- oder Kalziniertro:mmel,
die in ihrem Innern Wärmeaustauscherrohre und an ihrer entnahmeseitigen. Stirnwand
zwei aus der Trommel koaxial herausgeführte Zu- und -Ableitungsrohre für das Wärmetauschmedium
aufweist, die durch einfeststehendes, den Endteil der Trommel an einer seitlichen
Öffnung übergreifendes Austrittsgehäuse einer Vorrichtung zur kontinuierlichen gasdichten,
Gutentnahme hindurchgeführt sind.
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Bei solchen Behandlungstrommeln ist es. für eine kontinuierliche Behandlung
des Materials wichtig, daß das an der einen Stirnseite der Trommel durch eine ortsfeste
Zuführungsvorrichtung kontinuierlich eingeführte Material nach seiner Behandlung
und/ oder sonstigen Reaktion an der anderen Stirnseite zu einer ortsfesten Aufnahmevorrichtung
herausgeleitet wird. In gewissen Anwendungsfällen ist es außerdem noch wünschenswert,
daß auch die in der Drehtrommel befindliche Gas- oder Luftatmosphäre geregelt werden
kann.
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Es kann z. B. zweckmäßig sein, innerhalb der Drehtrommel gegenüber
der äußeren Atmosphäre einen Unterdruck oder einen Überdruck aufrechtzuerhalten.
Auch kann es wichtig sein, das Material innerhalb der Drehtrommel mit einem anderen
Gas als Luft zu behandeln, z. B. Kohlendioxyd, Wasserstoff, Stickstoff oder sonstigen
vorzugsweise inerten Gasen. Dabei müssen. die verschiedenen Anschlüsse der Drehtrommel
sämtlich hermetisch abgedichtet werden., obgleich. die Trommel verdrehbar bleiben
muß. Gerade wegen der gasdichten. Abdichtungen ist eine geeignete Konstruktion der
Drehtrommel schwierig, weil aus ihr laufend große Mengen des behandelten Materials
herausgeführt werden müssen.
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Ein typisches Beispiel für solche Drehtrommeln ist eine gegen Ende
der Ammoniak-Sodäherstellung zur Herstellung von Natriumcarbonat oder kalzinierter
Soda dienende Trommel. Gegen Ende dieses Herstellungsprozesses muß eine gewisse
Menge wasserhaltigen Natriumbicarbonats erhitzt werden, um das Wasser auszutreiben
und das Natriumbicarbonat in Natriumcarbo:nat zu verwandeln, wobei Wasser und Kohlendioxyd
frei werden. Hier ist es wünschenswert, daß das entstehende Kohlendioxyd aufgefangen
und am Anfang des Herstellungsprozesses der Ammoniak-Soda wieder verwendet wird.
Hierzu muß es von dem Wasserdampf getrennt und vor einer Vermischung mit anderen
Stoffen, etwa mit Luft, bewahrt werden. Infolgedessen, rnuß die Drehtrommel so betrieben
werden, daß ihr Inneres gegenüber der Außenluft abgedichtet bleibt und das Kohlendioxyd
- sowie auch der Wasserdampf - gesammelt und aus, der Trommel herausgeführt werden
können, obgleich sich die Drehtrommel dabei ständig dreht und das Material der Trommel
zugeführt und aus dieser wieder abgeführt werden muß.
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Bei einer bekannten, zur Durchführung der vorgenannten Verfahren geeigneten
Drehtrommel übergreift das Austrittsgehäuse, mit dem die aus der Trommel herausgeführten
beiden Rohre fest verbunden sind, das entnahmeseitige Ende der Drehtrommel über
deren vollen Durchmesser, während die Trommel selbst kurz vor ihrer Stirnseite entlang
ihrem äußeren Umfang mit Öffnungen versehen ist, durch welche das zu behandelnde
Gut nach unten in das Austrittsgehäuse einfallen soll. Das Austrittsgehäuse ist
an seinem unteren, außerhalb des Bereiches der eigentlichen Trommel befindlichen
Ende mit einer gesondert angetriebenen, Austrittsschnecke versehen, die in Verbindung
mit dem in der Schnecke befindlichen auszutragenden Gut den gasdichten Abschluß
des Innenraumes der Trommel gegenüber der äußeren Atmosphäre herbeiführen soll.
Abgesehen davon, daß eine solche Austragvorrichtung verhältnismäßig groß ausfällt,
ist auch die Abdichtung zwischen dem Austrittsgehäuse und der Drehtrommel um deren
ganzen Umfang herum schwierig. Schließlich machen auch die um den ganzen Umfang
der Trommel herum vorgesehenen Austrittsöffüungen für das behandelte Gut besondere
Maßnahmen zur Beibehaltung der erforderlichen
Festigkeit der ganzen
Trommel notwendig.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die entnahmeseitige Anordnung
der Drehtrommel zum Herausführen der verhältnismäßig großen Mengen des behandelten
Materials zu vereinfachen und zugleich bezüglich der Abdichtung zu verbessern, wobei
die verbesserte Austragvorrichtung in ihren.Abmessuugen zugleich kleiner als die
vorstehend angeführte bekannte Austragvorrichtung ausfallen soll.
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Bei der erfindungsgemäßen Drehtrommel sind die beiden Rohre bei einer
an sich bekannten, Ausbildung des genannten Endteiles als ein gegenüber dem äußeren
Trommelumfang auf einen kleineren Durchmesser abgesetztes und an der dortigen Stirnwand
der Drehtrommel axial befestigtes Zylinderstück mit diesem gegenüber den Rohren
im Durchmesser größeren Zylinderstück über eine das äußere der beiden Rohre umgebende
Förderschnecke mit Schaufelblättern od. dgl. zum Austragen des behandelten Materials
verbunden und gegenüber der verdrehbar durchsetzten Außenwand des Austrittsgehäuses
hermetisch abgedichtet, wobei die beiden Rohre weiterhin an eine das Zylinderstück
umgebende, mit der Drehtrommel fest verbundene Sammelvorrichtung für die Wärmetauscherrohre
angeschlossen sind.
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Eine solche Kombination der Austrag-vorrichtung mit den aus der Trommel
axial herausgeführten Rohren des Wärmetauschers ergibt eine- einfache, starre und
auch gut nach außen hin abdichtbare Konstruktion., bei der der eigentliche Trommelmantel
durch die Austragvorrichtung in keiner Weise beeinträchtigt wird.
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Ausgestaltungen der Erfindung betreffen konstruktive Einzelheiten
der Anordnung zur Gutentnahme und zur Hinein- und Herausführung des Wärmetauschmediums
in die bzw. aus der Drehtrommel.
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In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht;
es zeigt Fig. 1 eine gemäß dem Ausführungsbeispiel als Trockentrommel ausgebildete
Drehtrommel, die mit einer erfindungsgemäßen Gutentnahmevorrichtung versehen ist,
in einer Seitenansicht, Fig. 2 die Drehtrommel gemäß Fig. 1 in einem senkrechten
Querschnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1 (in gegenüber Fig. 1 vergrößertem Maßstab),
Fig. 3 die Drehtrommel gemäß Fig. 1 in einem senkrechten Teillängsschnitt nach der
Linie 3-3 der Fig. 2 durch ihren. mit der Gutentnahmev orrichtung versehenen Teil
(in einem gegenüber Fig. 2 nochmals vergrößerten Maßstab, wobei einzelne Teile zur
besseren Sichtbarmachung von. Einzelheiten gebrochen dargestellt sind), Fig. 4 die
gleiche Drehtrommel in einem senkrechten Teilquerschnitt nach der Linie 4-4 der
Fig. 3 durch den außerhalb dar eigentlichen Drehtrommel befindlichen Teil der Gutentnahmevorrichtung,
wobei auch ein Teil der dortigen Stirnseite der Drehtrommel in Ansicht sichtbar
ist, Fig. 5 die gleiche Drehtrommel in einem senkrechten Querschnitt nach der Linie
5-5 der Fig. 3.
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Die an der beispielsweise dargestellten Drehtrommel befindliche Gutentnahmevorrichtung
kann bei solchen oder ähnlichen Trommeln eine vielfache Verwendung finden. Sie kann
z. B. an einer Trommel angeordnet sein, in der das Material erhitzt oder gekühlt
wird oder in der das erhitzte oder gekühlte Material außerdem einer chemischen Behandlung
ausgesetzt wird. Dabei kann, die Behandlung innerhalb der Drehtrommel bei Atmosphärendruck
oder auch bei über-oder Unterdruck vor sich gehen. Ferner kann das innerhalb der
Drehtrommel befindliche Gas statt aus Luft auch aus Wasserdampf, Kohlendioxyd, Wasserstoff,
Stickstoff oder irgendeinem anderen, vorzugsweise inerten Gas bestehen; Bei dem
nachstehenden Ausführungsbeispiel wird eine Anwendung beschrieben, nach welcher
die Drehtrommel bei einem abschließenden Verfahrensschritt der Ammoniak-Sodaherstellung
als Trockentrommel dient, in der nasses Nabriumbicarbonat zur Ausscheidung des Wassers
und zugleich zur Umwandlung des Natriumbicarbonats. in Natriu.mcarbonat erhitzt
wird, wobei zugleich Wasser und Kohlendioxyd frei werden.
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In Fig. 1 der Zeichnung ist die ganze Drehtrommelanordnung, zu der
auch die nachstehend noch im einzelnen beschriebene Gutentnahmevorrichtung gehört,
mit 10 bezeichnet. Die Drehtrommeianordnung 10 besteht vor allem aus einer zylindrischen
Drehtrommel 12, die an ihren beiden Stirnseiten hermetisch abgedichtet ist und vorzugsweise
eine im wesentlichen horizontal, jedoch vorzugsweise nach dem austrittsseitigen
Ende der Drehtrommel 12 (gemäß Fig. 1 von links nach rechts) schwach geneigt verlaufende
Achse aufweist. DieDrehtrommel ist in dieser Stellung mittels zweier sie umgebender
Reifen 14 gehalten, die an ihr mit gegenseitigem Abstand befestigt und je auf mit
ihren Lagern ortsfest angeordneten Lagerrollen 16 gelagert sind. Außerdem sind Mittel
vorgesehen, um die Drehtrommel 12 um ihre Achse verdrehen zu können. Hierzu dient
ein Elektromotor 18, der über ein Untersetzungsgetriebe 20 ein Ritzel 22 antreibt,
welches in einen: großen, die Drehtrommel 12 umfassenden und an ihr befestigten:
Zahnkranz 24 eingreift und die Drehtrommel dadurch antreiben kann. Vom Elektromotor
18 aus kann die Drehtrommel 12 gemäß dem Ausführungsbeispiel - von. ihrem austrittsseitigen
Ende her (gemäß Fig. 1 von ihrer rechten Stirnseite her) betrachtet - im Uhrzeigersinn
verdreht werden, wobei dieDrehtrommel 12 über die Reifen 14 auf denLagerrollen 16
abrollt.
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An der eintrittsseitigen Stirnseite der Drehtrommel 12 ist eine Gutbeschickungsvorrichtung,
mit 26 bezeichnet, vorgesehen, mittels welcher das zu behandelnde Gut in die Drehtrommel
12 eingebracht werden kann. Zur Gutbeschickungsvorrichtung 26 gehört vor allem ein
senkrechtes Zuführungsrohr 28, durch welches das zu behandelnde Material, z. B.
nasses Natriumbicarbonat, zunächst von einer (nicht dargestellten) Stelle aus in
einen axial vor der Drehtrommel befindlichen Trichter 30 gelangt. Innerhalb des
Trichters. 30 befindet sich eine Förderschnecke 32, die von einem Elektromotor 34
aus über einen, Riementrieb 36 drehbar ist. Die Förderschnecke 32 erstreckt sich
nach der Drehtrommel 12 hin zunächst durch ein Gehäuse 38 und ragt mit ihrem (gemäß
Fig. 1) rechten Ende noch ein kurzes Stück in die Drehtrommel 12 selbst hinein,.
Zur Aufrechterhaltung eines hermetischen Abschlusses des Inenraumes der Drehtrommel
12 dient hier eine Dichtvorrichtung 40 zwischen der Drehtrommel 12 und dem feststehenden
Gehäuse 38.
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Die während der Behandlung des Materials in der Drehtrommel 12 entstehenden
Gase gelangen vom eintrittsseitigen Ende der Drehtrommel 12 aus in eine Rohrleitung
42, durch die sie abgeführt werden. Das Ende der Rohrleitung 42 ist gegenüber der
Drehtrommel 12 durch die Dichtvorrichtung 40 ebenfalls hermetisch abgedichtet.
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Innerhalb der Drehtrommel 12 befindet sich ein Wärmetauschersystem,
welches im wesentlichen aus
einer ersten Gruppe von Rohren 44 und
aus einer weiteren. Gruppe von etwas kleineren Rohren 46 besteht, die sich alle
in Längsrichtung der Drehtrommel 12 erstrecken und von denen die der äußeren Gruppe
entlang der Innenwandung der Drehtrommel 12 gleichmäßig verteilt angeordnet sind,
während die der anderen Gruppe konzentrisch etwas weiter innerhalb der Drehtrommel
12 verlaufen. Dabei ist die Anordnung der einzelnen Rohre 44, 46 zueinander derart,
daß je zwei Rohre 44, 46 radial zur Drehtrommel 12 liegen. Die rechten Enden der
Rohre 44, 46 münden in eine Sammelvorrichtung 48 (Fig. 3), die am Ende der Drehtrommel
befestigt ist. Im übrigen sind die Rohre 44, 46 zwischen ihren. Enden noch durch
übliche (nicht besonders dargestellte) Halter od. dgl. an. der Innenwandung der
Drehtrommel 12 festgelegt.
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Nachstehend wird zunächst die Sammelvorrichtung 48 - sowohl bezüglich
ihrer Konstruktion als auch bezüglich ihrer Wirkungsweise - an Hand der Fig. 3 und
5 beschrieben. Der zum Aufheizen der Rohre 44 und 46 dienende Dampf wird durch eine
Rohrleitung 50 von einer (nicht dargestellten) Quelle her durch ein etwa axial zur
Drehtrommel 12 feststehend angeordnetes Muffenstück 52 zugeführt, das in seinem
Innern eine seine Bohrung umgebende und mit der Rohrleitung 50 in Verbindung stehende
Ringnut 52 a aufweist. Das Muffenstück 52 umfaßt mit seiner Bohrung ein Rohr 54,
welches an der Stelle der Ringnut 52a, mit einer Anzahl entlang seinem Umfang verteilter
Öffnungen 56 versehen ist. Das über das Muffenstück 52 (Fig. 3) nach rechts vorstehende
freie Ende des Rohres 54 ist durch eine Abschlußplatte 58 abgeschlossen, während
in das Rohr 54 an der der Platte 58 abgelegenen Seite der Öffnungen 56 eine Ringscheibe
60 dicht eingesetzt ist, die zugleich einen Außenflansch eines an dieser Stelle
beginnenden und sich (Fig. 3) nach links in das Rohr 54 hinein erstreckenden, weiteren
Rohres 62 bildet. Das im Rohr 54 konzentrisch: verlaufende Rohr 62 geht an seinem
linken Ende über eine dichte, jedoch in gewissem Umfange elastische Kupplung 64
in ein axial anschließendes Rohr 66 über, welches sich nach der Drehtrommel 12 hin
bis in den Bereich der Sammelvorrichtung 48 erstreckt. An dieser Stelle gehen von
dem Rohr 66 drei radial nach außen verlaufende Verbindungsrohre 68 aus, die entlang
dem Umfang des Rohres 66 gleichmäßig verteilt angeordnet sind und das Innere des
Rohres 66 mit der Sammelvorrichtung 48 verbinden.
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Die Sammelvorrichtung 48 besteht im wesentlichen aus einer zugleich
die rechte Stirnwand 70 der Drehtrommel 12 bildenden. Ringscheibe und einer weiteren
Ringscheibe 72, die an der erstgenannten Ringscheibe über eine Anzahl Abstandsbolzen
74 in einem die Breite der Sammelvorrichtung 48 festlegenden Abstand gehalten ist.
Den äußeren Abschluß der Sammelvorrichtung 48 bildet eine zylindrische Wand 76,
die einerseits (Fig. 3 links) an der Stirnwand 70 und anderseits an der Ringscheibe
72 zugleich abdichtend festgelegt ist. An ihrer Innenseite ist die Sammelvorrichtung
48 mit einem Zylinderstück 78 verbunden, wobei diese und auch die anderen Verbindungen
der Sammelvorrichtung 48 z. B. durch Schweißen hergestellt sein können. Die äußeren
Enden der Verbindungsrohre 68 durchziehen dabei das Zylinderstück 78 mit entsprechenden
Bohrungen und sind mit ihren dortigen. Enden in das Zylinderstück eingeschweißt.
Die Stirnwand 70 ist entlang ihrer ganzen Ringfläche mit - im Querschnitt den Rohren.
44,46 angepaßten -Bohrungen versehen, in welchen die Enden der Rohre 44 und 46 zugleich
abdichtend gehalten sind, so daß die Sammelvorrichtung 48 zugleich mit den Innenräumen
der Rohre 44, 46 in Verbindung steht.
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Aus Fig. 5 ist ersichtlich, daß die Sammelvorrichtung 48 entlang ihrem
ringförmigen. Innenraum durch radiale Trennwände 80 in drei gleichmäßige Ringabschnitte
aufgeteilt ist. Dabei sind die Trennwände 80 gegenüber den Einmündungsstellen der
Verbindungsrohre 68 so angeordnet, daß jedes Verbindungsrohr 68 etwa im Mittelbereich
eines Ringabschnittes in die Sammelvorrichtung 48 einmündet. Infolgedessen hat der
durch die Verbindungsrohre 68 zugeführte Dampf Zutritt zu allen drei Ringabschnitten,
von denen aus er in alle Rohre 44,46 einströmen und so das in der Drehtrommel 12
befindliche Gut aufheizen kann.
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Beim Aufheizen des in der Drehtrommel 12 befindlichen Gutes muß damit
gerechnet werden, daß der in den Rohren 44,46 befindliche Dampf kondensiert und
das Kondensat durch seine Schwerkraft entlang den Rohren 44, 46 wieder in die Sammelvorrichtung
48 zurückfließt, was noch durch die schwache Neigung der Drehtrommel 12 unterstützt
wird.
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Die Drehtrommel 12 wird im Betrieb - von ihrem austrittsseitigen Ende
her gesehen - im Uhrzeigersinn verdreht, wodurch sich das Kondensat in Drehrichtung
vor jeder Trennwand 80 der Sammelvorrichtung 48 (Fig. 5) ansammelt. Es ist deshalb
noch eine weitere Maßnahme getroffen, um das Kondensat aus der Sammelvorrichtung
48 abführen und einem außerhalb der Drehtrommel 12 befindlichen Ablauf zuführen
zu können. Hierzu dienen drei weitere Verbindungsrohre 82, die sich ebenfalls radial
zur Drehtrommel 12 erstrecken und je von einer Stelle der Sammelvorrichtung 48 ausgehen,
die in Drehrichtung unmittelbar vor einer Trennwand 80 liegt. An ihren inneren Enden
sind dieVerbindungsrohre 82 mit einem das Rohr 66 konzentrisch umgebenden -und zugleich
eine Verlängerung des Rohres 54 bildenden - Rohr 84 verbunden. Auch die Rohre 84
und 54 sind an ihrer mit der Verbindungsstelle der beiden Rohre 62 und 66 in einer
Ebene liegenden Verbindungsstelle durch die Kupplung 64 dicht - und doch zugleich
in gewissem Umfange elastisch-verbunden. Das aus der Sammelvorrichtung 48 in dieVerbindungsrohre82
eintretende Kondensat kann dabei aus dem zwischen den Rohren 84. und 66 befindlichen
Ringraum durch entsprechende Öffnungen der Kupplung 64 hindurch in den Ringraum
zwischen den Rohren 54 und 62 abströmen.
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Beim Betrieb der Drehtrommel 12 laufen dieTrennwände 80 mit der Drehtrommel
12 um, wobei sie nacheinander zunächst in eine waagerechte und anschließend in eine
schräg nach außen oben geneigte Stellung zur Trommel gelangen, wodurch das in Drehrichtung
vor ihnen angesammelte Kondensat in das jeweils vor der Trennwand 80 befindliche
Verbindungsrohr 82 fließt. Da auch dieses Verbindungsrohr 82 in diesem Augenblick
schräg nach der Achse der Drehtrommel 12 hin geneigt ist, fließt das Kondensat somit
nach dein Rohr 84 ab, in dem es - innerhalb des Ringraumes zwischen diesem Rohr
und dem Rohr 66 - weiter nach außen, d. h. zu dem Muffenstück 52 hin, abströmt.
Damit das in den genannten Ringraum zwischen den beiden. Rohren 84 und 66 eingeströmte
Kondensat nicht sogleich anderseits des Ringraumes wieder in das weiter nach unten
führende Verbindungsrohr 82 abfließen kann, sind an der inneren Einmündungsstelle
der Verbindungsrohre 82 zwischen den beiden Rohren 84 und 66 noch radial verlaufende
Trennwände 86 vorgesehen, die sich auch in Längsrichtung der beiden
Rohre
noch über den Bereich der Verbindungsrohre 82 hinaus erstrecken.
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Aus dem Rohr 84 gelangt das Kondensat durch die Öffnungen der Kupplung
64 hindurch in das Rohr 54, aus dem es unmittelbar vor der Ringscheibe 60 durch
radiale Austrittsöffnungen, 88 des Rohres 54 in einen Ringkanal 90 des Muffenstückes
52 und aus diesem Ringraum 90 schließlich zu einem Austrittsstutzen 92 für das Kondensat
gelangt. Der Austrittsstutzen 92 ist zweckmäßig an einen Kondenstopf (nicht dargestellt)
angeschlossen., durch welchen der im Innern des Wärmetauschersystems herrschende
Dampfdruck trotz des Kondensatablaufs aufrechterhalten werden kann.
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Das nasse Natriumbicarbonat wird in die Drehtrommel 12 durch das Zuführungsrohr
28 (Fig. 1) geleitet. Innerhalb der Drehtrommel 12 wird das nasse Natriumbicarbonat
durch den durch die Rohre 44 und 46 geleiteten Dampf aufgeheizt, wobei das im Natriumbicarbonät
gebundene Wasser als Wasserdampf ausgeschieden und das Natriumbicarbonat zu Natriumcarbonat
- unter gleichzeitiger Bildung von Kohlendioxyd - umgesetzt wird. Der Wasserdampf
und das Kohlendioxyd werden durch die Rohrleitung 42 abgezogen. Die Drehtrommel
12 und das zur Aufheizung des Natriumbicarbonats dienende Wärmetauschersystem sind
auf den Durchsatz der Trommel derart abgestimmt, daß das durchgesetzte und innerhalb
der Drehtrommel 12 zunehmend in Natriumcarbonat verwandelte Natriumbicarbonat bei
seiner Vorwärtsbewegung (Fig.1) durch die Trommel schließlich vollständig in trockenes
Natriumcarbonat übergeführt wird. Dabei wird der Vortransport des Materials nicht
nur durch die schwache Neigung der Drehtrommel 12, sondern zusätzlich auch durch
die innerhalb der Trommel verlaufenden Rohre 44 und 46 erzielt, durch welche das
Material immer wieder aufgelockert und bei seinem anschließenden Absinken auf den
Grund der Trommel um einen entsprechenden kleinen Betrag nach rechts bzw. nach dem
austrittsseitigen Ende der Trommel hin gefördert wird.
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Das umgesetzte und getrocknete Material soll aus der Drehtrommel 12
schnell und vollständig ausgeschieden werden, ohne daß dabei Kohlendioxyd v erlorengeht
oder etwa dasselbe verunreinigende Luft in die Trommel eindringt. Das durch die
Rohrleitung 42 gemeinsam mit dem Wasserdampf abgezogene Kohlendioxyd läßt sich durch
Abkühlen leicht von dem dabei kondensierenden Wasserdampf trennen, wonach es dem
Ammoniak-So.daherstellungsprozeß in einer vorhergehenden Stufe wieder zugeführt
wird.
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Die nachstehend im einzelnen beschriebene Gutentnahmevorrichtung der
Drehtrommel 12 soll vor allem dazu dienen, die Verluste beim Betrieb der Drehtrommel
auszuschließen. Wie Fig@3 der Zeichnung zeigt, ist das Rohr 84 an seinem Ende in
das Innere der Drehtrommel 12 hinein verlängert und trägt an seinem Teil 94 eine
Anzahl um diesen Teil schraubenlinienförmig verlaufender Schaufelblätter 96. Vorzugsweise
sind entlang dem Umfang des Rohres 84 und des Teiles 94 vollkommen gleichartig ausgebildete
sechs Schaufelblätter 96 gleichmäßig verteilt angeordnet, wobei jedes Schaufelblatt
96 einem der Verbindungsrohre 68 und 82 zugeordnet ist. Sollten mehr oder weniger
Verbindungsrohre 68 und 82 vorhanden sein, dann, wird zweckmäßig eine entsprechend
andere Anzahl von Schaufelblättern 96 vorgesehen. Die Schaufelblätter 96 sind außerdem
so angeordnet, daß sie an den einzelnen Verbindungsrohren 68, 82 jeweils in Drehrichtung
der Trommel (Fig@5) unmittelbar vor diesen Verbindungsrohren verlaufen, wodurch
das entlang den Schaufelblättern 96 geförderte Gut in seiner Vorwärtsbewegung durch
die Verbindungsrohre nicht gehemmt werden kann. Die Schaufelblätter 96 erstrecken.
sich vom inneren Ende des Teiles 94 bis zum äußeren Ende des Zylinderstückes 78
und sind innen am Teil 94 und außen (entlang ihrem äußeren. Rand) am Zylinderstück
78 befestigt.
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Am äußeren Ende des Zylinderstückes 78 enden auch die Schaufelblätter
96 innerhalb einer gemeinsamen, mit dem äußeren Ende des Zylinderstückes 78 zusammenfallenden.
Ebene, während an dieser Stelle noch ein Austrittsgehäuse 98 der Drehtrommelanordnung
10 anschließt. Die der Drehtrommel 12 zugekehrte Seitenwand 100 des Austrittsgehäuses
98 weist eine dem Durchmesser des Zylinderstückes 78 angepaßte Öffnung auf, durch
welche das äußere Ende des Zylinderstückes 78 noch um einen kleinen. Betrag in das
Austrittsgehäuse 98 hineinragt. Die andere, mit Abstand vor dem äußeren Ende des
Zylinderstückes 78 befindliche Seitenwand 102 des Austrittsgehäuses 98 ist mit der
Seitenwand 100 über eine das Austrittsgehäuse 98 haubenförmig überdeckende Wand
104 verbunden, während am unteren Ende des so gebildeten Austrittsgehäuses noch
eine mit einem Anschlußflansch versehene Austrittsöffnung 106 für das behandelte
Gut vorhanden ist.
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Das Austrittsgehäuse 98 ist feststehend angeordnet, wogegen die Drehtrommel
12 gemeinsam mit dem Zylinderstück 78 beim Betrieb der Drehtrommel verdreht wird.
Damit auch beim Betrieb der Drehtrommel eine hermetische Abdichtung zwischen dem
Austrittsgehäuse 98 und dem Zylinderstück 78 aufrechterhalten bleibt, ist an der
Öffnung der Seitenwand 100 des Austrittsgehäuses 98 noch eine Dichtvorrichtung 108
vorgesehen. Zu dieser Dichtvorrichtung 108 gehört ein die Öffnung und den dortigen
Teil des Zylinderstückes 78 in geringem Abstand umgebender und an der Seitenwand
100 befestigter äußerer Ringflansch 108a. Ein zweiter Ringflansch 110 ist in geringem
Abstand vor dem Ringflansch 108 a. auf dem Zylinderstück 78 lose gelagert und wird
durch eine Anzahl axial verlaufender Verbindungsbolzen 112 am Ringflansch 108 a
einstellbar gehalten. Zwischen den beiden Ringflanschen ist eine übliche Dichtpackung
114 vorgesehen, die beim Anziehen der Verbindungsbolzen 112 abdichtend zwischen
das Zylinderstück 78 und die Seitenwand 100 des Austrittsgehäuses 98 gepreßt wird.
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Mit der Drehtrommel 12 wird auch das die andere Seitenwand 102 des
Austrittsgehäuses 98 nach außen durchsetzende Rohr 84 verdreht, weshalb auch an
dieser Stelle eine hermetische Abdichtung notwendig ist. Zu diesem Zweck befindet
sich an dem zugleich zur Kupplung 64 gehörigen äußeren Ringflansch des Rohres 84
noch ein kurzes Zylinderstück 116, welches sich von diesem Flansch aus noch um einen
kleinen Betrag bis in das Austrittsgehäuse 98 hinein erstreckt. An der Stelle der
Öffnung der Seitenwand 102 befindet sich dabei eine Dichtvorrichtung 118, die wie
die Dichtvorrichtung 108 aufgebaut ist.
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Das in das Austrittsgehäuse 98 geförderte Material gelangt durch die
Austrittsöffnung 106 in ein nach unten anschließendes (nicht dargestelltes) Vakuum-Sternventil,
wodurch auch an dieser Stelle ein gasdichter Abschluß zwischen der äußeren Atmosphäre
und dem Innenraum der Drehtrommel 12 erzielt wird.
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Ein weiterer hermetischer Abschluß ist außerdem noch zwischen dem
Dampfeinlaß und dem Kondensatauslaß des feststehend angeordneten Muffenstückes 52
und
dem mit der Drehtrommel 12 verdrehten Rohr 54 notwendig. Wie Fig. 3 zeigt, dienen
hierzu zwei an beiden Stirnseiten des Muffenstückes 52 angeordnete Stopfbuchsen
120 und 122.
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In manchen Fällen ist es erwünscht, in das Innere der Drehtrommel
12 verschiedene Gase einzuführen, wozu am austrittsseitigen Ende der Drehtrommel
12 noch eine entsprechende Vorrichtung vorgesehen ist. Gemäß Fig.3 erstreckt .sich
durch die äußere Abschlußplatte 58 des Rohres 54 axial noch eine Rohrleitung 124;
die nach innen auch noch in die Rohre 62 und 66 und den Teil 94 des Rohres 84 hineinragt,
wodurch ihr Ende im Innern der Drehtrommel 12 liegt. Das rechte Ende der Rohrleitung
124 (Fig. 3) ist über eine eine gegenseitigeVerdrehung der Teile zulassende hermetische
Abdichtung 126 mit einem Ventil 128 verbunden, das über eine Leitung 130 an eine
(nicht dargestellte) Gasquelle angeschlossen ist. Auf diese Weise kann irgendein
erwünschtes Behandlungsgas durch die sich mit der Drehtrommel 12 drehende Rohrleitung
124 gasdicht in die Drehtrommel 12 eingeführt werden.
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Bei der Verwendung der Trommel zur Ammoniak-Sodaherstellung kann es
am Anfang jedes Betriebes der Drehtrommel 12 zweckmäßig sein, die vorher in der
Drehtrommel 12 befindliche Luft aus derTrommel durch Kohlendioxyd auszuspülen. Das
Kohlendioxyd dient dabei zugleich zum Ausspülen von Wasser, Dampf, usw., wobei die
ausgespülten Medien aus der Drehtrommel 12 durch die Rohrleitung 42 abgeführt werden.
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Bei der Trommeldrehung sorgen die Rohre 44 und 46 der Wärmetauschervorrichtung
für eine Lockerung des Materials, wobei es jeweils etwa radial von oben nach unten
und - im Bereich der Förderschnecke -zwischen die dortigen Teile der Schaufelblätter
96 fällt. Das Eintreten des behandelten Materials in die Förderschnecke wird noch
durch eine Anzahl Leitbleche 132 unterstützt, die sich innerhalb der Trommel zwischen
den Rohren 44 und 46 gleichmäßig verteilt befinden und sich jeweils radial nach
innen bis kurz vor den äußeren Umfang der Schaufelblätter 96 der Förderschnecke
erstrecken. Wie Fig.2 zeigt, sind innerhalb der Drehtrommel 12 neun Leitbleche 132
entlang dem inneren Umfang der Trommel gleichmäßig verteilt angeordnet, die einerseits
an der Stirnwand 70 der Trommel beginnen und sich nach der Mitte der Trommel bis
etwas über das innere Ende der Förderschnecke hinaus erstrecken (Fig. 3). An ihren
äußeren, Enden sind die Leitbleche 132 mit der Innenwandung der Drehtrommel 12 verbunden.
Beim Drehen der Drehtrommel 12 leiten die Leitbleche 132 das Material nach unten
in die Zwischenräume der Schaufelblätter der Förderschnecke, während das behandelte
Material durch die Schaufelblätter 96 an den Verbindungsrohren 68 und 82 vorbei
nach außen gefördert wird. Bei dieser Förderung entfällt eine Hemmung durch die
Verbindungsrohre 68 und 82, weil sich diese Rohre in Drehrichtung der Drehtrommel
12 stets gerade hinter je einem Schaufelblatt 96 befinden. Das behandelte Material
gelangt schließlich entlang -der Förderschnecke in das Austrittsgehäuse 98 und fällt
durch dieses hindurch nach unten, von wo es durch die Austrittsöffnung 106 zu dem
(nicht dargestellten) Sternventil gelangt.
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Durch die beschriebene Gutentnahmevorrichtung wird das behandelte
Material - auch bei einem beträchtlichen Durchsatz - zwangläufig dem Austrittsgehäuse
98 zugeführt, ohne daß sich etwa hinter den Verbindungsrohren 68 und 82 eine nennenswerte
Materialanhäufung bilden könnte. Trotzdem bleibt der hermetische Abschluß des Innenraumes
der Drehtrommel 12 infolge der beschriebenen Abdichtungsmaßnahmen vollkommen
erhalten. Die Leitbleche 132 unterstützen die Zuführung des behandelten Materials
zur Förderschnecke der GutentnahmevoTrichtung, indem sie das Material vom äußeren
Randbereich des Trommelinnenraumes radial nach innen - an den Rohren 44 und 46 des
Wärmeaustauschersystems vorbei -zwischen die Schaufelblätter 96 der Förderschnecke
fördern.
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Die beschriebene Gutentnahmevorrichtung weist Dichtflächen auf, die
im Vergleich zu den. Dichtflächen der bisher bekanntgewordenen Gutentnahmevorrichtungen
von Drehtrommeln klein sind, wobei die Abdichtung überdies wirkungsvoller als bei
den bisher verwendeten größeren Gutentnahmevorrichtungen ist. Die beschriebene Gutentnahmevorrichtung
weist einen einfacheren Aufbau und weniger Teile als die vorbekannten Gutentnahmevorrichtungen
auf, obgleich sie einen großen Durchsatz von behandeltem Material - aus dem Innern
der Drehtrommel 12 in das Austrittsgehäuse 98 hinein - zuläßt.