DE1074268B - (V St A) I Verfahren zur Her stellung von Mischpolymeren des Tetra fluorathylens - Google Patents
(V St A) I Verfahren zur Her stellung von Mischpolymeren des Tetra fluorathylensInfo
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Description
DEUTSCHES
Das Verfahren der Erfindung besteht darin, daß man ein Gemisch, das zwischen etwa 3 und 45 Molprozent
Tetrafluoräthylen und im übrigen nur Vinylidenfluorid enthält, in Gegenwart eines Polymerisationskatalysators
polymerisiert. Die Mischpolymerisate enthalten zwischen etwa 5 und 42 Molprozent
Tetrafluoräthylen und zwischen etwa 95 und 58 Molprozent Vinylidenfluorid.
Die Polymerisation kann mit den angegebenen Mengenverhältnissen der Monomeren bei Temperaturen
zwischen etwa —30 und etwa 100° C z.B. in Gegenwart eines freie Radikale bildenden Katalysators
durchgeführt werden. Die bevorzugten Temperaturen hängen von der Art des Polymerisationskatalysatorsystems
und der Methode der Durchführung der Polymerisation ab. Freie Radikale bildende
Katalysatoren sind die organischen Peroxyde, anorganische Peroxyverbindungen und gewisse Azoverbindungen.
Der Katalysator wird im allgemeinen in einer Menge zwischen etwa 0,001 und etwa 5 Gewichtsteilen
je 100 Teile Monomerengemisch und vorzugsweise zwischen etwa 0,01 und etwa 1,0 Gewichtsteile
verwendet. Die Polymerisation kann in wäßrigem oder nicht wäßrigem Medium, in Suspension
oder Emulsion, im Block oder in Lösung durchgeführt werden. Wäßrige Emulsionssysteme sind bevorzugt. Die Mischpolymerisation kann auch durch
aktinisches oder ultraviolettes Licht oder durch ionische Katalysatoren initiiert werden.
Die wäßrigen Polymerisationssysteme enthalten eine Peroxyverbindüngals Katalysator. Auch Emulgatoren,
Reduktionsmittel, Aktivatoren, Puffer und Basen können als Bestandteile von wäßrigen Systemen
anwesend sein.
Für die wäßrigen Emulsionssysteme werden organische und anorganische Peroxyverbindungen als
Katalysatoren verwendet. Beispiele für besonders bevorzugte organische Peroxyde sind Cumolhydroperoxyd,
Diisopropylbenzolhydroperoxyd, Triisopropylbenzolhydroperoxyd, tert.-Butylhydroperoxyd,
tert.-Butylperbenzoat und Methylcyclohexanhydroperoxyd.
Die bevorzugten anorganischen Peroxyverbindungen sind die wasserlöslichen Peroxyde, wie die Perborate,
Persulfate, Perphosphate, Percarbonate, Bariumperoxyd, Zinkperoxyd und Wasserstoffperoxyd.
Besonders wirksam sind die wasserlöslichen Salze der Persäuren, wie die Natrium-, Kalium-,
Calcium-, Barium- und Ammoniumsalze der Perschwefel- und Perphosphorsäure, wie Kaliumpersulfat
und Natriumperphosphat.
Reduktionsmittel, die oft zusammen mit den Peroxyverbindungen verwendet werden, sind Natriumbisulfit,
Natriummetabisulfit, Natriumthiosulfat, Na-Verfahren
zur Herstellung
von Mischpolymeren
des Tetrafluoräthylens
Anmelder:
Minnesota Mining and Manufacturing
Company,
Company,
St. Paul, Minn. (V. St. A.)
Vertreter: Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. I. Ruch,
ig Patentanwalt, München 15, Reichenbachstr. 47/49
ig Patentanwalt, München 15, Reichenbachstr. 47/49
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 30. November 1955
V. St. v. Amerika vom 30. November 1955
Archibald Newton Bolstad, Maplewood, N. J.
(V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
triumdithionit, p-Toluolsulfinsäure, ein reduzierender
Zucker, wie Dextrose und Lävulose, und allgemein jedes wasserlösliche Reduktionsmittel. Solche Reduktionsmittel
werden im allgemeinen in einer Menge zwischen etwa 0,2 und etwa 0,8 Gewichtsteile je
100 Teile Monomerengemisch verwendet.
Aktivatoren, die oft in den wäßrigen Polymerisationssystemen verwendet werden, sind wasserlösliche
Salze von Metallen mit mehreren Wertigkeitsstufen, wie Sulfate, Nitrate, Phosphate und. Chloride, beispielsweise
Cuprosulfat, Ferrosulfat und Silbernitrat.
Solche Aktivatoren werden im allgemeinen in einer Menge zwischen etwa 0,01 und etwa 1,0' und vorzugsweise 0,5 und 5 Gewichtsteilen je 100 Teile an gesamten
Monomeren verwendet. Wenn ein Reduktionsmittel, wie Natriummetabisulfit, und gegebenenfalls
ein Beschleuniger, wie Ferrosulfat, verwendet werden, so wird das Katalysatorsystem als ein Redoxsystem
bezeichnet. Die obenerwähnten organischen Peroxyde werden vorzugsweise in einem solchen
Redoxsystem verwendet.
Die in dem bevorzugten wäßrigen Emulsionspolymerisationssystem
verwendeten Emulgatoren sind Salze, wie die Kalium- oder Natriumsalze von Carbonsäuren
aliphatischer Kohlenwasserstoffe mit einer optimalen Kettenlänge zwischen 14 und 20Kohlen-
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Stoffatomen, und Fluorchloralkancarbonsäuren ttnd
Fluoralkancarbonsäuren mit vorzugsweise etwa 6 end etwa 20 Kohlenstoffatomen je Molekül und deren verschiedene
Derivate. Typische Beispiele für verwenbare Derivate von aliphatischen Carbonsäuren sind
Kaliumstearat, Kaliumoleat und Gemische davon.
Die verwendeten Derivate von Fluoralkancarbonsäuren sind unter anderem die Salze von Perfluoralkancarbonsäuren,
wie Kaliumperfluoroctanoat und die Derivate der in der USA.-Patentschrift 2 559 752
als wirksame Dispersionsmittel für Polymerisationen angegebenen Polyfluoralkancarbonsäuren. Die bevorzugten
Fluorchloralkancarbonsäuren und deren Derivate sind die durch Hydrolyse von Sulfurylchloridtelomeren
des Trifluorchloräthylens in rauchender Schwefelsäure bei einer Temperatur zwischen etwa
140 und etwa 210° C erhaltenen Perfluorchloralkancarbonsäuren. Die Telomeren werden durch Umsetzen
von Trifluorchloräthylen und Sulfurylchlorid in Gegenwart eines Katalysators, wie Benzoylperoxyd,
bei einer Temperatur von etwa 95° C hergestellt. Solche Perfluorchloralkancarbonsäuren enthalten die
wiederkehrende Einheit -CF2-CFCl-, eine chlorhaltige
Endgruppe und eine gerade Anzahl von Kohlenstoffatomen, vorzugsweise zwischen etwa 6
und etwa 14. Beispiele für solche Emulgatoren sind 3,5,7,8-Tetrachlorundecafluoroctansäure und
3,5,6-Trichloroctafluorhexansäure und ihre Kalium-, Natrium- und Ammoniumsalze. Die oben angeführten
Emulgatoren werden im allgemeinen in einer Menge zwischen etwa 0,2 und etwa 10 Gewichtsteilen und
vorzugsweise etwa 0,5 und 5,0 Gewichtsteilen je 100 Gewichtsteile an gesamten Monomeren verwendet.
Um während der Polymerisation geeignete pjj-Werte
zu erhalten, können Puffer verwendet werden. Geeignete Puffer sind beispielsweise Dinatriumphosphat
und Natriummetaborat. Die Puffer werden im allgemeinen in einer Menge zwischen etwa 1,0 und etwa
4,0 Gewichtsteilen je 100 Teile Wasser verwendet oder in solcher Menge, daß der pH^Wert des Systems
bei einem Wert bleibt, der vorzugsweise bei 7 oder darüber liegt.
Wenn das Verfahren in einem wäßrigen Polymerisationssystem durchgeführt wird, so liegt die Reaktionstemperatur
zwischen etwa 0 und etwa 100° C, vorzugsweise zwischen etwa 15 und etwa 75° C und
insbesondere zwischen etwa 35 und etwa 60° C.
Wie oben erwähnt, kann das Polymerisationsverfahren auch bei einer Temperatur zwischen etwa
—30 und etwa 100° C in einem nicht wäßrigen Blockpolymerisationssystem durchgeführt werden, das
einen freie Radikale bildenden Katalysator, wie die organischen Peroxyde und Azoverbindungen, enthält.
Zu den hierfür verwendbaren organischen Peroxyden gehören die aliphatischen und aromatischen Peroxyverbindungen
sowie die fluor- und chlorsubstituierten organischen Peroxyde. Beispiele dafür sind Diaeetylperoxyd,
Lauroylperoxyd, tert.-Butylperoxyd, Caprylylperoxyd,
Trichloracetylperoxyd, Perfluorpropionylperoxyd, 3-Carboxypropionylperoxyd, 3,4-Dibrombutyrylperoxyd,
Trifluoracetylperoxyd, Difluoracetylperoxyd
und Perfluornonanoylperoxy<i Beispiele für geeignete aromatische Peroxyde sind Benzoylperoxyd,
p-Nitrobenzoylperoxyd und 2,4-Dichlorbenzoylperoxyd.
Beispiele für verwendbare Azoverbindungen sind 2,2'-Azo-bis-isobutyronitril, 2,2'-Azo-bis-2,4-dimethylvaleronitril
und 2,2'-Azo-bis-2,3J3-trimethylbutyronitril.
Die für eine Blockpolymerisatiön bevorzugte Temperatur
hängt von dem verwendeten Katalysatorsystem ab. Beispielsweise werden die halogenierten
Peroxyde, wie Trichloracetylperoxyd, Perfluorpropionylperoxyd und 2,4-Dichlorbenzoylperoxyd und Azoverbindungen
vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen etwa —30 und etwa 65° C verwendet. Die
ionischen Katalysatoren und die nicht halogenierten Peroxyverbindungen, wie Acetylperoxyd, Benzoylperoxyd
und tert.-Butylperoxyd, werden vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen etwa 30 und etwa
ίο 100° C verwendet.
Die bevorzugten Mischpolymeren, d. h. diejenigen, die zwischen etwa 15 und etwa 40 Molprozent Tetrafluoräthylen
enthalten, werden bei Verwendung eines Monomerengemisch.es mit zwischen etwa 10 und
42 Molprozent Tetrafluoräthylen und im übrigen Vinylidenfluorid erhalten. Die vorteilhaftesten Mischpolymeren,
d. h. diejenigen, die zwischen etwa 20 und 38 Molprozent Tetrafluoräthylen enthalten, werden
hergestellt, indem man eine Monomerenbeschickung mit zwischen etwa 20 und 38 Molprozent Tetrafluoräthylen
und zwischen etwa 80 und 62 Molprozent Vinylidenfluorid kontinuierlich in eine Polymerisationszone
einleitet, die ein wäßriges Katalysatorsystem enthält und bei einem konstanten Druck
zwischen etwa 3,5 und 49 atü und in dem bevorzugten Temperaturbereich zwischen etwa 15 und 75° C gehalten
wird.
Wenn die Polymerisation unter autogenem Druck durchgeführt wird, so mischpolymerisieren das Tetrafluoräthylen
und das Vinylidenfluorid nicht mit gleicher Geschwindigkeit, so daß die Zusammensetzung
des fertigen Produktes gewöhnlich nicht der Zusammensetzung der Beschickung entspricht, und außerdem
sind die Mischpolymeren manchmal heterogen, sofern die Umwandlung nicht unter einem bestimmten
Maximum gehalten wird. Um Mischpolymere mit den erwünschten, oben angegebenen Eigenschaften zu
erhalten, ist es wichtig, daß diese Mischpolymeren homogen sind, d. h. daß die Verteilung der monomeren
Einheiten in den ganzen Polymerenketten einheitlich ist. Außerdem muß jedes polymere Molekül
das gleiche Verhältnis von Tetrafluoräthylen zu Vinylidenfluorid aufweisen. In anderen Worten, das
Molverhältnis in einem polymeren Molekül soll dem der übrigen Moleküle des gleichen Ansatzes soweit
wie möglich entsprechen. Wenn die Mischpolymeren heterogen sind, so besitzen sie nicht mehr die oben
erwähnten erwünschten physikalischen und chemischen Eigenschaften.
Wenn die Mischpolymerisation unter autogenem Druck durchgeführt wird, so ist es zur Erzielung
relativ homogener und einheitlicher Zusammensetzungen erforderlich, die Umwandlung der Monomeren
zu dem Mischpolymerisat unter etwa 75σ/ο zu halten.
Wenn die Umwandlung nicht in dieser Weise beschränkt ist, so kann sich an jedem Ende der Mischpolymerenkette
ein Überschuß an Tetrafluorethylen oder Vinylidenfluorid ansammeln, wodurch die erwünschte Löslichkeit und die elastomeren Eigenschäften
des Produktes vermindert werden. In diesem Zusammenhang wurde gefunden, daß homogene
Mischpolymere mit etwa der gleichen Zusammensetzung wie die ursprüngliche Monomerenbeschickung
erhalten werden, wenn man ein Monomerengemisch mit den oben angegebenen Mengen kontinuierlich der
Polymerisationszone zuleitet, die unter einem konstanten Druck unter dem Sättigungsdruck von einem
oder beiden Monomeren bei einer speziellen Reaktionstemperatur gehalten wird. Wenn die Polymerisation
der vorliegenden Erfindung in dieser Weise
1 UY 4 ZÖö
5 6
bei konstantem Druck durchgeführt wird, so werden wobei sich Temperatur und Druck leicht einregulieren
auch bei Umwandlungen von etwa 100% homogene und konstant halten lassen.
und einheitliche Mischpolymere erhalten, und die Das Polymerisationsverfahren kann auch in Gegenkritische
Zusammensetzung der Produkte laßt sich wart eines organischen Lösungsmittels an Stelle von
leicht durch Regulieren der Zusammensetzung der 5 oder neben Wasser durchgeführt werden. Beispiele
Monomerenbeschickung einstellen. Das Verfahren für Lösungsmittel dieser Art sind Kohlenwasserstoffe,
wird vorzugsweise in dieser Weise durchgeführt. wie Hexan, Isooetan und Cyclohexane, aromatische
Das Verfahren wird bei relativ niedrigen Drücken Lösungsmittel, wie Benzol· und Toluol, sauerstoffdurchgeführt,
d. h. bei Drücken zwischen etwa Ätmo- haltige Lösungsmittel, wie Methanol, tert.-Butanol,
sphärendruck und etwa 100 atü. In keinem Fall ist ιό· Dioxan und Tetrahydrofuran, und vorzugsweise
es erforderlich oder erwünscht, Wasser in die Poly- Fluorchlorkohlenstoffe, wie Fluortrichlormethan
merisationszone einzuspritzen, um den Druck des (Freon 11).
Systems auf über etwa 100 atü zu erhöhen. Wenn Weichmacher und feinverteilte feste Füllstoffe
das- Verfahren bei autogenem Druck durchgeführt können dem Polymerisationsgemisch zugesetzt werwird,
so hängt der ifr der Polymefisationszöne herr- 15- den, uftd die Polymerisation kann in ihrer Anwesenschende
Druck von der Reaktionstemperatur ab. heit durchgeführt werden. Beispiele für geeignete
Beispielsweise werden bei 0° G Drücke bis zu etwa Füllstoffe sind Pigmente, wie Titanoxyd, Metalle, wie
31,5 atü erhalten, bei Zimmertemperatur (2O'° C) Aluminium-,- Kupfer- und Eisenpulver und andere
Drücke bis zu! etwa 49atü, bei 50°'C beträgt der fein verteilte Materialien, wie Glimmer und Asbest.
Druck etwa 70 atü, und bei Temperaturen über 75° C 20 Oft ist es erwünscht, das Molekulargewicht der
werden Drücke von mehr als lOO atü erzielt. Da- fertigen Mischpolymeren herabzusetzen, um dadurch
Drücke von mehr als etwa 100 atü die Misehpölymeri- größere Löslichkeit in änderen organischen Lösungssation
nicht fördern, ist es nicht erforderlich, die mitteln, wie beispielsweise Alkoholen und halogen-Reaktion
bei einer Temperatur über 75 a C dufchzu- substituierten Kohlenwasserstoffen, zu erzielen. Wenn
führen. Wenn die Mischpolymerisation von" Tetra- 35 ein Verfahren unter konstantem Druck durchgeführt
fluoräthylen und Vinylidenfluorid nach der oben be-* wird, kann das Molekulargewicht des Mischpolymeren
schriebenen Technik unter konstantem Druck durch- durch Einstellet der Temperatur und/oder des Druckes
geführt wird, so werde» die Monomeren vorzugsweise der Polymerisation gesteuert werden. Im allgemeinen
unter einem Druck zwischen etwa 3-,5 und 49 atü und wird bei Anwendung niedriger Drücke ein Material
vorzugsweise zwischen etwa 14 und 21 atü in die 30 mit niedrigem Molekulargewicht un<d bei Anwendung
Polymerisationszone eingeleitet, da bei- den darin hoher Drücke Polymere höheren Mol'ekulargewichta,
herrschenden Reaktionstemperaturen dann eines der d. h. Polymere mit einem- Molekulargewicht von min-Monomeren
öder beide in der Dampfphase vorliegen. destens 5Ö0Ö0' hergestellt. Wenn diese bevorzugte
Das Verfahren kann während einer in einem zienl·- Technik angewandt wir-d, ist es nicht nötig, zur
lieh weiten Bereich variierenden Zeit, beispielsweise 3$ Erzielung eines Produktes mit niedrigerem Mol'ein
einer Zeit zwischen etwa 1 und etwa 60 Stunden, kulargewicht der Pblymeri'sätfensfealfetteneinen Modidurchgeführt
werden. Wenn das Verfahren unter fizierer zuzusetzen·. Wenn1 die Polymerisation jedoch
autogenem Druck durchgeführt wird, so wird die unter autogenem Druck durchgeführt wird, ist es
Reaktionszeit vorzugsweise auf weniger als etwa' manchmal erwünscht, zur Erzielung' einer beträcht-48
Stunden beschränkt, um die !Umwandlung auf 40- liehen Herabsetzung des Molekulargewichts des
75 % oder darunter aus den oben angegebenen Produktes einen Mödifizierer zu verwenden. Geeignete
Gründen zu halten. Modifizierer sind unter anderem Chloroform,
Gemäß der bevorzugten Durehführungsform der l,l,2LTrifluortrichlöräthän, Tetrachlorkohlenstoff j Trivorliegenden
Erfindung, d. h. bei Anwendung der chloracetylehlorid und Dodecylmercaptan. Solehe
oben beschriebenen Technik mit konstantem Druck, 45* Modifizieret werden! vorzugsweise in Mengen zwi»-
wird eine Polytnerisationsbombe mit einer wäßrigen· sehen etwa; OjI und etwa 10 Gewichtsteilen je 100
Katalysatorlösung beschickt, evakuiert und? an; einen' der gesamten, der Polymerisationsreaktiön zügesetz-Zylinder
angeschlossen1, der ein; Gemisch der Mono- ten Monomeren verwendet.
nieren in den oben angegebenett Mengen enthält^ Die erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymeren
wobei der Zylinder mittels eines: an1 der Bombe auge- 5° von Tetraftuoräthylen und Vinylidenfluorid sind
brachten Nadelventils mit der Bombe verbunden wird1. wertvolle Polymerisate, die unerwarteterweise zu-Dann
wird die Beschickung durch das Nadelventil in nehmend kautschukartiger werden, wenn sie auf über
die Bombe eingeleitet, wobei dfe Geschwindigkeit so Zimmertemperatur erwärmt werden, und die Eigeneinreguliert
wird, daß der Druck auf dem gewünsch- schäften zäher El'astomerer annehmen, wenn sie auf
ten konstanten Wert gehalten wird. Die polymeren 55: Temperaturen von etwa 93°'C erwärmt werden. Diese
Produkte werden nach einer geeigneten Reaktions- elastomeren Eigenschaften werden bis- zu Temperatüzeit,
beispielsweise nach etwa 10 Stunden, köntinü- ren von 343° C beibehalten, ohne daß eine merkliche
ierlich abgezogen. Verfärbung oder ein chemischer Abbau des Misch-
Das Arbeiten unter konstantem- Druck läßt sich polymeren erfolgt, selbst wenn sie längere Zeiten in
leicht in einer Vorrichtung ohne bewegliche Teile 60 Gegenwart von Luft oder Sauerstoff bei 343°'C gekontinuierlich
gestalten1. Es kann jedoch auch ein halten werden. Die Mischpolymeren zeichnen' sich
Rührer verwendet werden, oder die ganze Vorrich- auch dadurch aus, daß sie bei Zimmertemperatur in
tung kann gewünschtenfaHs geschüttelt werden. Eine relativ flüchtigen oder niedrigsiedenden Lösungsgroße Sicherheit ist auch dadurch gegeben, daß die mitteln, wie den sauerstoffhaltigen organischen VerMischpolymerisation
so gesteuert wird, daß in: der' 65 bindungen der Gruppe der Ester, Ketone und Äther-Reaktionszone
niemals eine große Menge an Mono- alkohole löslich sind. Einige der Mischpolymeren sind
meren anwesend ist, wodurch eine plötzliche und in allen Verhältnissen in Estern und Ketonen, die die
unkontrollierbare Umsetzung größer Mengen an bevorzugten Lösungsmittel darstellen, löslich. Außer
Material' vermieden wird. Die Betriebssicherheit ist daß sie diese Kombination einzigartigerEigenschaften
mit der Überwachung des- Ver-fährens verknüpft, 70 aufweisen, sind' die erfindungsgemäß hergestellten
Mischpolymeren auch gegenüber starken und korrodierenden Chemikalien, wie Salpetersäure und Alkalien,
gegenüber inert, lassen sich leicht zu einer Vielzahl verschiedener wertvoller Endprodukte verarbeiten
und nach üblichen Methoden vulkanisieren.
Die Verfahrensprodukte sind insbesondere für die Herstellung dauerhafter biegsamer Überzüge auf Geweben
und Metallflächen geeignet. Wenn sie als Schutzüberzüge verwendet werden, so werden sie in
der Form einer Lösung verwendet, für die kein Dispersionsmittel erforderlich ist. Die Mischpolymeren
sind bei Zimmertemperatur am besten löslich in Estern von aliphatischen und aromatischen Carbonsäuren
und Ketonen, wie den zwischen etwa 55 und etwa 160° C oder darüber siedenden. Sie sind bei
Zimmertemperatur schlechter in den Ätheralkoholen, wie Methoxyäthanol und Äthoxyäthanol, löslich als in
den Estern und Ketonen. Andererseits sind sie unlöslich in organischen Alkoholen, wie Äthanol, in Diäthyläther,
in aliphatischen und aromatischen Kohlen-Wasserstoffen, wie Hexan und Toluol, in halogensubstituierten
Kohlenwasserstoffen, wie Tetrachlorkohlenstoff, und in Schwefelkohlenstoff. Besonders wertvolle
und bevorzugte Lösungsmittel für die Aufbringung der neuen Polymeren auf verschiedene Oberflächen
sind die Ester von Alkan- und aromatischen Carbonsäuren und die acyclischen und alicyclischen
Ketone, wobei diese Ester und Ketone vorzugsweise zwischen etwa 3 und etwa 15 Kohlenstoffatomen je
Molekül enthalten. Beispiele für Ester, die sich als Lösungsmittel eignen, sind Methylacetat, Butylacetat,
Amylacetat und Äthylbenzoat. Als Lösungsmittel geeignete Ketone sind beispielsweise Diisobutylketon,
Methyläthylketon, Methylisobutylketon, Cyclohexanon und Aceton.
Die gelösten Mischpolymeren werden auf die zu überziehenden Oberflächen durch Sprühen, Streichen
oder andere übliche Methoden aufgebracht.
Die erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymerisate sind wegen ihrer Löslichkeit in Estern und
Ketonen als Dichtungsmittel, Füllstoffe, Nahtdichtungsmaterial und Kittmassen, in denen feinverteilte
Metalle, wie Aluminium, suspendiert werden können, geeignet. Die ausgezeichneten Hochtemperatureigenschaften
zusammen mit der Löslichkeit dieser Polymeren machen sie als Bestandteile für hitzebeständige
Farben und Lacke geeignet.
Die Produkte können bei Temperaturen zwischen etwa Zimmertemperatur und etwa 232° C durch Auspressen
verformt werden. Sie können unter Drücken zwischen etwa 70 und 7000 kg/cm2 innerhalb des
oben angegebenen Temperaturbereiches auch druckverformt werden. Beispielsweise konnte eine wie im
Beispiel 3 hergestellte Lösung in Aceton bei Zimmertemperatur zu starken Filmen oder Fäden ausgepreßt
werden. Diese Fäden werden zur Verstärkung von Seilen, Auskleidungen, Kanvas, Förderriemen, bei
denen große Festigkeit bis zu hohen Temperaturen erforderlich ist, \'erwendet. Aus diesen Mischpolymeren
werden als wertvolle Endprodukte beispielsweise elastische Dichtungen für Deckel von Reaktionsgefäßen
und Pumpen, Ventildiaphragmen hergestellt. Sie sind auch insbesondere für Bremsbeläge und andere Anwendungen,
für die ein Hochtemperaturelastomeres erforderlich ist, wie für die Isolierung elektrischer
Drähte, geeignet.
Mischpolymere, die weniger als etwa 5 Molprozent und mehr als etwa 42 Molprozent und insbesondere
Molprozent oder mehr Tetrafluoräthylen enthalten, sind steif und haben eine geringere Biegsamkeit, sind
bei erhöhten Temperaturen ein nicht kautschukartiges harzartiges thermoplastisches Material und sind unlöslich
in Ketonen und Estern.
Das Verfahren soll im folgenden an Hand von Beispielen näher erläutert werden.
Dieses Beispiel soll zur Erläuterung der Herstellung
eines löslichen Hochtemperaturelastomeren mit 21 Molprozent Tetrafluoräthylen und 79 Molprozent Vinylidenfluorid
dienen.
Eine Polymerisationsbombe aus rostfreiem Stahl wurde mit der folgenden wäßrigen Katalysatoremulsion
beschickt: 150g Wasser, das Ig 3,5,7,8-Tetrachlorperfluoroctansäure
gelöst enthielt, 30 g Wasser, das 1 g Kaliumpersulfat gelöst enthielt, 10 g Wasser,
das 0,4 g Natriummetabisulfit gelöst enthielt, 10 g Wasser, das 0,1 g Ferrosulfatheptahydrat gelöst enthielt,
und 2 g Wasser, das 0,002 g Zitronensäure gelöst enthielt.
Die Bombe wurde dann evakuiert und an einen Stahlzylinder angeschlossen, der mit einem Druckanzeiger
und einem Nadelventil, das sich zwischen der Bombe und dem Stahlzylinder befand, ausgestattet
war. Der Stahlzylinder enthielt ein Monomerengemisch mit 11,1g Tetrafluoräthylen und 63,9 g
Vinylidenfluorid in flüssiger Phase, das so errechnet war, daß die Beschickung 10 Molprozent Tetrafluoräthylen
und 90 Molprozent Vinylidenfluorid enthielt. Das Nadelventil zwischen dem Stahlzylinder und der
Polymerisationsbombe wurde geöffnet und die Beschickung im gasförmigen Zustand mit ausreichender
Geschwindigkeit in die Bombe eingeführt, um den Polymerisationsdruck bei 25° C über einen Zeitraum
von 17 Stunden bei 21,7 atü zu halten, wonach 69 g an Monomeren in die Bombe eingeleitet waren. Das
Produkt lag in der Bombe in der Form von Krümeln vor. Es wurde gesammelt, mit wäßriger Salzsäure
und dann mit heißem Wasser gewaschen und bis zur Gewichtskonstanz im Vakuum bei einer Temperatur
von 35° C getrocknet. Das Produkt (23,1 g) enthielt gemäß einer Analyse auf seinen Fluorgehalt etwa
21 Molprozent gebundenes Tetrafluoräthylen und 79 Molprozent gebundenes Vinylidenfluorid. Dieses
Produkt war bei 22° C ein Pulver, wurde aber bei Erhitzen auf 100° C ein dehnbares und kautschukartiges
Material. Ungefähr die Hälfte einer Probe dieses Mischpolymeren von 0,5 g löste sich, wenn sie
zu etwa 25 ml Methyläthylketon von Zimmertemperatur zugegeben wurde.
Dieses Beispiel soll die Herstellung eines löslichen
Hochtemperaturelastomeren mit 34 Molprozent Tetrafluoräthylen und 66 Molprozent Vinylidenfluorid erläutern.
Eine Polymerisationsbombe aus rostfreiem Stahl wurde mit dem gleichen wäßrigen Polymerisationskatalysatorsystem beschickt, das für Beispiel 1 verwendet
wurde. Die Bombe wurde evakuiert und mit einem Monomerengemisch aus 25,7 g (25 Molprozent)
Tetrafluoräthylen und 49,3 g (75 Molprozent) Vinylidenfluorid beschickt. Die Beschickung wurde mit
solcher Geschwindigkeit zugeführt, daß der Polymerisationsdruck 17 Stunden bei 25° C bei 21,7 atü
gehalten wurde, wonach 54,7 g Monomere in die Bombe eingeleitet waren. Das krümelige Polymere
wurde mit einer wäßrigen Natriumchlorid-Salzsäure-
ι υ / ft
Lösung behandelt, abfiltriert und mit heißem Wasser gewaschen und dann getrocknet. Man erhielt 52 g
eines pulvrigen Produktes in 95°/oiger Ausbeute, das gemäß einer Fluoranalyse 34 Molprozent gebundenes
Tetrafluoräthylen und 66 Molprozent Vinylidenfluorid
enthielt. Obwohl dieses Produkt bei Zimmertemperatur pulverförmig war, bekam es die Eigenschaften
eines dehnbaren Kautschuks, wenn es auf 100° C erhitzt wurde. Es war in Methyläthylketon besser löslich
als das Produkt des Beispiels 1.
Dieses Beispiel veranschaulicht die Herstellung eines löslichen Hochtemperaturelastomeren mit 37 Molprozent
Tetrafluoräthylen und 63 Molprozent Vinylidenfluorid. Ein mit Glas ausgekleideter Autoklav von
12 Liter wurde mit der folgenden wäßrigen Polymerisationsemulsion beschickt: 7000 ml entionisiertes
Wasser, 140,0 g Dinatriumphosphatheptahydrat, 35 g 3,5,7,8-Tetrachlorperfluoroctansäure und 35 g Kaliumpersulfat.
Der pjj-Wert des Systems war etwa 7. Der Autoklav wurde evakuiert und mit einem Stahlzylinder
verbunden, der mit einem Druckanzeiger und einem Nadelventil, das sich zwischen dem Autoklav
und dem Stahlzylinder befand, ausgestattet war. Der Stahlzylinder enthielt ein Gemisch von 452 g Tetrafluoräthylen
und 546 g Vinylidenfluorid, entsprechend 35 Molprozent CF2 = CF2 und 65 Molprozent CF2
= C H2. Das Nadelventil zwischen dem Stahlzylinder und dem Autoklav wurde geöffnet, und die Beschikkung
wurde in der Gasphase mit solcher Geschwindigkeit in den Autoklav eingeleitet, daß der Polymerisationsdruck
19,25 atü betrug. Das gesamte System wurde durch einen mit Wasser gefüllten Mantel auf
40° C geheizt. Nach 6 Stunden wurde die Polymerisation abgebrochen. Der Druck wurde auf Atmosphärendruck
abgelassen, und der Polymerenlatex wurde durch Ausfrieren bei der Temperatur von flüssigem
Stickstoff koaguliert. Das Produkt war bei Zimmertemperatur ein kautschukartiges weißes Pulver und
enthielt gemäß Analyse 67,26% Fluor, 31,09% Kohlenstoff und 1,69% Wasserstoff. Die Zusammensetzung
des polymeren Produktes, bezogen auf diese Analyse, entspricht 37 Molprozent an gebundenem
Tetrafluoräthylen und 63 Molprozent an gebundenem Vinylidenfluorid.
Dieses Mischpolymere wurde in Gegenwart von Luft auf eine Temperatur von 260° C erwärmt und
28 Stunden bei dieser Temperatur gehalten, wonach sich keine Anzeichen eines Gewichtsverlustes, eines
Abbaus oder einer Verfärbung zeigten. Das Heizen wurde bis zu einer Temperatur von 344° C fortgesetzt,
wobei immer noch keine sichtbare Veränderung festgestellt werden konnte. Während dieser Hitzebehandlung
wurde festgestellt, daß das Mischpolymere, wenn es von etwas über Zimmertemperatur bis etwa 93° C
erhitzt wurde, zunehmend kautschukartiger wurde. Bei 93° C und darüber war es ein sehr dehnbares elastisches,
zähes Elastomeres.
Eine Probe von 0,5 g des Mischpolymerisats war in 25 ecm Aceton, Methyläthylketon und Äthylacetat bei
Zimmertemperatur vollständig löslich. Dagegen war es bei Zimmertemperatur in Schwefelkohlenstoff, Diäthyläther
und Tetrachlorkohlenstoff völlig unlöslich, in Äthoxyäthanol teilweise löslich. Die Zugabe einer
geringen Menge Methylisobutylketon zu diesem Mischpolymeren hatte eine plastifizierende Wirkung, wodurch
es mahlbar wurde und als Kautschuk bei Zimmertemperatur auf der Walze verarbeitet werden
konnte.
Dieses Beispiel veranschaulicht die Herstellung eines löslichen Hochtemperaturelastomeren mit etwa
24 Molprozent Tetrafluoräthylen und etwa 76 Molprozent Vinylidenfluorid.
Ein Polymerisationsrohr aus Glas von 30 ml wurde mit dem folgenden wäßrigen Etnulsionspolymerisationssystem
beschickt, wobei nach der Zugabe jedes Bestandteils der Inhalt ausgefroren wurde: 10 ml
entionisiertes Wasser, 0,038 g 3,5,7,8-Tetrachlorperfluoroctansäure und 0,05 g Kaliumpersulfat. Der
pH-Wert dieser Lösung wurde durch Zugabe von wäßrigem
Kaliumhydroxyd auf 9 eingestellt, wobei auch das Kaliumsalz der Perfluorchloroctansäure gebildet
wurde. Das Rohr wurde an ein Gasübertragungssystem angeschlossen und bei der Temperatur von flüssigem
Stickstoff evakuiert. Danach wurde das Rohr mit einem Monomerengemisch beschickt, das 2 g Tetrafluoräthylen
und 3 g Vinylidenfluorid, entsprechend 30 Molprozent Tetrafluoräthylen und 70 Molprozent
Vinylidenfluorid enthielt. Das Polymerisationsrohr wurde dann verschlossen und bei der Temperatur der
Umgebung, etwa 20° C, End-über-End gedreht. Die Polymerisation wurde bei dieser Temperatur unter
autogenem Druck 48 Stunden fortgesetzt, wonach die Umsetzung abgebrochen wurde, um die Umsetzung
auf 75% zu beschränken. Der dabei erhaltene Polymerenlatex und das Produkt wurden in der gleichen
Weise, wie im Beispiel 3 beschrieben, aufgearbeitet. Es wurde ein kautschukartiges weißes Pulver erhalten,
daß gemäß einer Fluoranalyse 24 Molprozent gebundenes Tetrafluoräthylen und 76 Molprozent gebundenes
Vinylidenfluorid enthielt.
Dieses Mischpolymere wurde in Gegenwart von Luft auf eine Temperatur von 260° C erhitzt und über
einen Zeitraum von 28 Stunden bei dieser Temperatur gehalten, wonach sich keine Anzeichen eines Abbaues
oder einer Verfärbung des Polymeren zeigten. Das Erhitzen wurde bis zu einer Temperatur von 344° C
fortgesetzt, und auch dann zeigten sich keine sichtbaren physikalischen oder chemischen Veränderungen.
Während dieser Hitzebehandlung wurde festgestellt, daß das Mischpolymere, wenn es von etwas über Zimmertemperatur
auf etwa 93° C erhitzt wurde, zunehmend kautschukartiger wurde. Bei 93° C und darüber war es ein elastisches, zähes Elastomeres.
Eine 1-g-Probe war in 50 ecm Aceton, Methyläthylketon
und Äthylacetat bei Zimmertemperatur vollständig löslich. Dagegen war es bei Zimmertemperatur
in Schwefelkohlenstoff, Äther und Tetrachlorkohlenstoff völlig unlöslich. Es wurde gefunden, daß die Zugabe
einer kleinen Menge Methylisobutylketon zu diesem Mischpolymeren eine plastifizierende Wirkung
hatte, so daß es gemahlen und wie Kautschuk bei Zimmertemperatur auf der Walze verarbeitet werden
konnte.
Dieses Beispiel veranschaulicht die Herstellung eines löslichen Hochtemperaturelastomeren mit etwa
15 Molprozent Tetrafluoräthylen und etwa 85 Molprozent Vinylidenfluorid.
Ein Polymerisationsrohr aus Glas wurde mit dem gleichen wäßrigen Emulsionspolymerisationskatalysatorsystem
wie im Beispiel 4 und außerdem mit einem Monomerengemisch von 1,4 g Tetrafluoräthylen und
3,6 g Vinylidenfluorid, entsprechend 20 Molprozent CF2 = CF2 und 80 Molprozent CF2 = CH2 beschickt.
Die Polymerisation wurde 48 Stunden unter autogenem
909· 727/532
1 0/4 2öö
Druck bei etwa 20° C durchgeführt. Der Polymerenlatex
und das Produkt wurden nach dem Verfahren von Beispiel 3 aufgearbeitet. Man erhielt ein kautschukartiges
weißes Pulver in etwa 20°/oiger Umwandlung, das gemäß einer Fluoranalyse etwa 15 Molprozent
gebundenes Tetrafluoräthylen und 85 Molprozent gebundenes Vinylidenfluorid enthielt.
Dieses Produkt wurde in Gegenwart von Luft auf eine Temperatur von 260° C erhitzt und 28 Stunden
bei dieser Temperatur gehalten, wonach keine Anzeichen eines Abbaues oder einer Verfärbung des
Polymeren feststellbar waren. Das Erhitzen wurde bis auf eine Temperatur von 344° C gesteigert, wobei sich
noch immer keine sichtbaren Veränderungen zeigten. Während dieser Behandlung wurde festgestellt, daß
das Mischpolymere, wenn es von etwa Zimmertemperatur bis etwa 93° C erhitzt wurde, zunehmend
kautschukartiger wurde. Bei 93° C und darüber war es ein elastisches,zähes Elastomeres.
Eine 1-g-Probe war in 50 ecm Aceton, Methyläthylketon
und Äthylacetat bei Zimmertemperatur vollständig löslich. Dagegen war es bei Zimmertemperatur
in Schwefelkohlenstoff, Äther und Tetrachlorkohlenstoff völlig unlöslich. Die Zugabe einer kleinen Menge
Methylisobutylketon zu diesem Mischpolymeren hatte eine plastifizierende Wirkung, so daß es gemahlen und
in üblicher Weise bei Zimmertemperatur auf der Walze verarbeitet werden konnte.
Vergleichsversuch
Dieser Versuch soll die Mischpolymerisation von Tetrafluoräthylen und Vinylidenfluorid zu einem
unlöslichen Mischpolymeren, das bei erhöhten Tempe^ raturen nicht kautschukartig ist, veranschaulichen.
Eine Amincobombe aus rostfreiem Stahl von 300 ml
Inhalt wurde mit Stickstoff gespült und mit 10 ml entionisiertem Wasser und 20 ml einer Lösung, die
5 g Ammoniumpersulfat gelöst enthielt, beschickt. Dann wurde das Rohr in ein Ausfrierbad getaucht,
das aus festem Kohlendioxyd und Aceton bestand. Wenn der Inhalt des Rohres erstarrt war, wurden
10 ml Wasser, das 0,2 g Natriummetabisulfit gelöst enthielt, zugesetzt. Der Inhalt des Rohres wurde dann
wieder ausgefroren und 10 ml Wasser, die 0,5 g Ferrosulfatheptahydrat
enthielten, zugegeben. Der Inhalt des Rohres wurde dann wieder ausgefroren und das
Rohr wurde unter Anschließen an ein Gasübertragungssystem evakuiert. Dann wurden 30,5 g Tetrafluoräthylen
und 19,5 g Vinylidenfluorid in das Rohr überdestilliert, und man erhielt eine Gesamtmonomerenbeschickung
aus 50 Molprozent jedes der beiden Monomerenbestandteile. Nach Verschließen der Bombe
im Vakuum bei der Temperatur von flüssigem Stickstoff wurde sie bei Zimmertemperatur (22° C)
geschüttelt. Nach 18 Stunden wurden die dampfförmigen Bestandteile abgelassen, und die Bombe
wurde geöffnet. Das Produkt wurde gesammelt, einige Male mit heißem Wasser gewaschen und bis zur
Gewichtskonstanz in einem Vakuumofen bei 35° C getrocknet. Das Produkt wurde in 57°/oiger Umwandlung
erhalten und enthielt gemäß einer Fluoranalyse Molprozent gebundenes Tetrafluoräthylen und
Molprozent gebundenes Vinylidenfluorid. Dieses Produkt ist unlöslich in Aceton, Äthylacetat und
Methyläthylketon und ist bei Zimmertemperatur und erhöhten Temperaturen ein nicht dehnbares Material.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Mischpolymeren des Tetrafluoräthylens, die in Estern, Ketonen
und Ätheralkoholen löslich sind, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Monomerengemisch, das
zwischen etwa 3 und 45 Molprozent Tetrafluoräthylen und im übrigen nur Vinylidenfluorid enthält,
in Gegenwart eines Polymerisationskatalysators polymerisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei einer Temperatur zwischen
etwa —30 und 100° C polymerisiert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man bei einer Temperatur zwischen etwa 0 und 100° C, vorzugsweise zwischen 15 und
75° C, in einem wäßrigen System in Gegenwart einer Peroxyverbindung als Polymerisationskatalysator
und gewünschtenfaHs eines Emulgators polymerisiert.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch polymerisiert, das
zwischen 10 und 42 Molprozent Tetrafluoräthylen enthält.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man die ■
Mischpolymerisation unter autogenem Druck durchführt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Polymerisationszone,
die ein wäßriges Polymerisationssystem enthält, kontinuierlich mit dem Monomerengemisch
beschickt wird, während in der Polymerisationszone ein konstanter Druck aufrechterhalten
wird, der unter dem Sättigungsdruck
' von wenigstens einem der Monomeren liegt.
In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 608 807.
® 909 727/532 1.60
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|---|---|---|---|
| US827308XA | 1955-11-30 | 1955-11-30 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=22173066
Family Applications (1)
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Country Status (3)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE1074268B (de) |
| FR (1) | FR1168027A (de) |
| GB (1) | GB827308A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4618641A (en) * | 1984-10-11 | 1986-10-21 | Hoechst Aktiengesellschaft | Concentrated, aqueous dispersions of vinylidene fluoride polymers and a process for their preparation |
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|---|---|---|---|---|
| JPH02115253A (ja) * | 1988-10-25 | 1990-04-27 | Daikin Ind Ltd | 電子部品用防湿コーティング材 |
| US9105382B2 (en) | 2003-11-14 | 2015-08-11 | Tundra Composites, LLC | Magnetic composite |
| EP2270085B1 (de) | 2003-11-14 | 2019-02-06 | Wild River Consulting Group, LLC | Metall-Polymer verbundwerkstoff, ein Verfahren zu dessen Extrudierung sowie daraus hergestellte Formteile |
| JP5243558B2 (ja) | 2008-01-18 | 2013-07-24 | ワイルド リバー コンサルティング グループ リミテッド ライアビリティー カンパニー | 溶融成形ポリマー複合物およびその製造方法 |
| CN102083873A (zh) | 2008-07-07 | 2011-06-01 | 阿科玛股份有限公司 | 偏二氟乙烯/2,3,3,3-四氟丙烯共聚物 |
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| US9457315B2 (en) * | 2011-02-18 | 2016-10-04 | Arkema Inc. | Fluoropolymer gas separation films |
| EP3019648B1 (de) | 2013-07-11 | 2021-02-17 | Tundra Composites, LLC | Komposite filament enthaltend oberflächenmodifizierten partikeln, und gesinnerten extrudierten produkten |
| EP3374427B1 (de) | 2015-11-12 | 2023-06-28 | Tundra Composites, LLC | Verbundwerkstoff aus einem thermoplastischen vinylpolymer und mit einem grenzflächenmodifikator beschichteten fasern |
| EP3455265B1 (de) | 2016-05-13 | 2025-08-13 | Arkema Inc. | Zusammensetzungen auf basis von fluorpolymeren, fluorpolymermischbare polymere und durch freie radikale härtbare komponenten |
| WO2019014662A1 (en) | 2017-07-14 | 2019-01-17 | Arkema Inc. | HIGH-RESISTANCE VINYLIDENE POLYFLUORIDE SIZED FIBER DIMENSIONS |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| GB608807A (en) * | 1945-03-01 | 1948-09-21 | Du Pont | Copolymers of halogenated ethylenes |
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1956
- 1956-11-22 GB GB35734/56A patent/GB827308A/en not_active Expired
- 1956-11-29 FR FR1168027D patent/FR1168027A/fr not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| FR1168027A (fr) | 1958-12-03 |
| GB827308A (en) | 1960-02-03 |
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