CH689999A5 - Verfahren zur Herstellung einer auf einen Puppenkopf aufklebbaren Perücke und Puppenkopf mit aufgeklebter Perücke. - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer auf einen Puppenkopf aufklebbaren Perücke sowie auf einen Puppenkopf mit aufgeklebter Perücke. Es ist, bekannt, einen Puppenkopf dadurch mit Haaren zu versehen, dass Haarbüschel in den Kopfteil der Puppe eingenäht werden. Das Material des Puppenkopfs muss hierzu verhältnismässig weich sein, um von der Nähnadel durchstochen werden zu können. Diese weichen Materialien haben den Nachteil, dass die von der Nähnadel durchstossenenen Löcher leicht ausreissen, so dass die eingenähten Haarbüschel schlecht verankert sind. Zudem ist bei einem solchen Material die Oberfläche nur schlecht und wenig dauerhaft bemalbar oder bedruckbar. Die genannten Nachteile eines aus einem weichen Kunststoffmaterial bestehenden, mit Haaren zu bestückenden Puppenkopfs können dadurch vermieden werden, dass auf einen aus einem beliebigen anderen Material bestehenden Puppenkopf eine Haarperücke aufgeklebt wird. Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, das einfach und kostengünstig ist und das eine solide, natürlich aussehende Puppenperücke beliebiger, also insbesondere geringer Grösse, liefert. Zur Lösung dieser Aufgabe weist das erfindungsgemässe Verfahren die im Patentanspruch 1 angeführten Merkmale auf. Weitere Ausführungsformen des erfindungsgemässen Verfahrens sind in den abhängigen Patentansprüchen definiert. Durch die Vornahme eines Stickvorganges auf einer flachen, biegsamen Unterlage kann eine Haartracht beliebigen Aussehens und jeglicher Grösse und Form in einfacher Weise maschinell erzeugt werden. Diese Perücke kann anschliessend auf den aus einem benutzungsfreundlichen und umweltverträglichen Material bestehenden Puppenkopf problemlos aufgeklebt werden. Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Verfahrens werden nachstehend anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 eine Ansicht einer auf einer Unterlage durch Sticken markierten Kontur einer auf einen Puppenkopf aufzuklebenden Perücke; Fig. 2 eine schematische Ansicht von innerhalb der markierten Kontur der Fig. 1 schlingenförmig mit unterschiedlichen Längen gestickten Haarfäden oder Haarbüschel; Fig. 3 schematisch in der Unterlage vorgenommene Ausschneide- oder Ausstanzschritte zur Trennung des nach Fig. 2 innerhalb der Kontur gestickten Bereichs von der Unterlage; Fig. 4 eine Ansicht eines auf einer Unterlage durch Sticken festgelegten Grundbereichs einer auf einen Puppenkopf aufzuklebenden Perücke; und Fig. 5 eine schematische Ansicht eines Puppenkopfs mit einer Vertiefung zur Aufnahme des gestickten und von der Unterlage entfernten Bereichs der Fig. 3. In einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wird gemäss Fig. 1 die Kontur 1 der anzufertigenden und auf einen Puppenkopf aufzuklebenden Perücke festgelegt. Die Kontur 1 hängt natürlich von der Form und der Grösse des mit der Perücke zu versehenden Puppenkopfs ab. Sie weist im dargestellten Beispiel eine Stirnpartie 2, eine Nackenpartie 3, vier Lappen 4 auf, die zwei Ausschnitte 5 begrenzen und die bei auf den Puppenkopf aufgebrachter Perücke aneinander zu liegen kommen. Die festgelegte Kontur 1 wird auf einer ausschnittweise dargestellten, flachen Unterlage 6 dadurch markiert, dass sie auf die Unterlage 6 flach gestickt wird. Die Unterlage 6 soll biegsam sein und kann textiler Art sein, also ein Gewebeband. Es ist aber auch möglich, eine Unterlage mit Faserstruktur, beispielsweise auf Papierbasis, oder eine Unterlage aus einem Kunststoff zu verwenden. Das Sticken der Kontur 1 erfolgt zweckmässigerweise auf einer an sich bekannten Stickmaschine. Eine weitere Möglichkeit des Stickens der Kontur 1 besteht darin, dass die Stirnpartie 2 und die Nackenpartie 3 mit zusätzlichen Konturen 2 min bzw. 3 min knopflochartig umstickt werden, was in Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist. Hierauf werden die umstickten Partien 2, 2 min , bzw. 3, 3 min der Unterlage 6 wie bei einem Knopfloch mindestens teilweise freigelegt. Dies kann mit Vorteil mittels der Stickmaschine selbst erfolgen, da gut ausgerüstete Stickmaschinen über Bohreinrichtungen verfügen, die es erlauben, die genannten Partien 2, 2 min bzw. 3, 3 min entweder vollständig oder teilweise, also gitterförmig freizubohren. Diese Ausführungsform der Kontur 1 hat den Vorteil, dass das spätere Ausschneiden der gestickten Perücke aus der Unterlage 6 erleichtert wird. Das nur teilweise Freibohren der Partien 2, 2 min bzw. 3, 3 min bezweckt, dass für das nachfolgend beschriebene Sticken der Perückenhaarfäden oder Haarbüschel die Unterlage 6 sich nicht ausweiten kann. In einem zweiten Verfahrensschritt werden gemäss Fig. 2 in den durch die Kontur 1 der Fig. 1 begrenzten Bereich der Unterlage 6 Haarfäden der Haarbüschel 7 und 8 schlingenförmig gestickt. Hierbei werden die Fäden oder Büschel zuerst innerhalb der Kontur 1 auf die Unterlage 6 genäht, dann radial nach aussen gezogen und ausserhalb der Kontur 1 auf die Unterlage 6 genäht, worauf sie wieder in den Bereich innerhalb der Kontur 1 gezogen und dort erneut auf die Unterlage 6 genäht werden. Auf diese Weise werden alle Haarfäden bzw. Haarbüschel 7 und 8 nacheinander auf die Unterlage 6 gestickt. Die schlingenförmigen Haarfäden bzw. Haarbüschel 7, 8 können alle gleicher Länge sein oder, wie in Fig. 2 dargestellt, unterschiedliche Längen haben. Da, wie nachstehend noch erwähnt, die schlingenförmigen Haarfäden bzw. Haarbüschel nach dem Aufkleben der Perücke auf den Puppenkopf abgelängt werden, muss ihre Länge grösser als die gewünschte Haarlänge sein. Ist eine Art "Wuschelkopf" vorgesehen, wird man die Haarfäden bzw. Haarbüschel, die eventuell nicht geschnitten werden, mit entsprechender Länge sticken. Auch das Sticken der Haarfäden bzw. Haarbüschel 7, 8 erfolgt zweckmässigerweise mit einer Stickmaschine. Als Material für die Haarfäden dient mit Vorteil Polyamid oder ein anderes Polymer, das beliebig gefärbt sein kann. Hierbei können die Fäden bzw. Büschel glatt oder texturiert sein. In einem dritten Verfahrensschritt wird unter Bezugnahme auf Fig, 3 der durch die Kontur 1 begrenzte, mit den Haarfäden bzw. Haarbüscheln 7, 8 bestickte Bereich von der die Kontur 1 umgebenden Unterlage 6 entfernt. Hierzu werden zum Beispiel aus der Unterlage 6 zuerst seitliche Streifen 9 geschnitten oder gestanzt, die sich bis zu den Ausschnitten 5 der Kontur 1 erstrecken. Hierauf wird die Unterlage 6 längs den erhaltenen streifenförmigen Ausschnitten nach unten geklappt. Dies erlaubt es, den bestickten Bereich längs der Kontur 1 vollständig aus der Unterlage 6 zu schneiden oder zu stanzen, wozu man beispielsweise wie folgt vorgehen kann: Längs halbkreisförmigen Linien 10 wird der sich ausserhalb des eigentlichen Stickbereichs befindliche Teil der Unterlage 6 durch Ausschneiden oder Ausstanzen abgetrennt. Hierauf kann die längs der Kontur 1 zwischen der verbleibenden Unterlage 6 und den gestickten Haarfäden bzw. Haarbüscheln 7, 8 hindurch geschnitten oder gestanzt werden, was den Vorteil hat, dass die Schlingenspitzen auf der Halbbkreisfläche verankert bleiben und so nicht durcheinander geraten können. Erst am Schluss werden die Schlingenspitzen von der restlichen Unterlage 6 getrennt. Das genannte Ausschneiden oder Ausstanzen erfolgt mit Vorteil maschinell unmittelbar vor dem Aufbringen der Perücke auf den Puppenkopf. Das Ausschneiden oder Ausstanzen der gestickten Perücke aus der Unterlage 6 ist einfacher, wenn die Stirnpartie 2 und die Nackenpartie 3, wie vorgängig erläutert und in Fig. 1 dargestellt, knopflochartig umstickt und freigebohrt werden. Es ist dann im Wesentlichen nur erforderlich, die seitlichen Streifen 9 zu schneiden oder zu stanzen. Gemäss einer Verfahrensvariante kann das erwähnte Ausschneiden oder Ausschneiden des bestickten Bereichs der Unterlage 6 längs der Kontur 1 vermieden werden. Hierzu wird gemäss Fig. 4 der ganze mit Haarfäden oder Haarbüscheln zu bestickende, die Kontur 1 aufweisende Bereich 11 der Unterlage 6 flach gestickt, worauf gemäss Fig. 2 die Haarfäden bzw. Haarbüschel 7, 8 schlingenförmig gestickt werden. Die Unterlage 6 kann nun in einem weiteren Verfahrensschritt auf chemischem und/oder thermischem Weg vom mit den Haarfäden bzw. Haarbüscheln versehenen Bereich 11 entfernt werden. Da eine Stickmaschine normalerweise eine grosse Anzahl von Nadeln aufweist, können ebenso zahlreiche Stickvorgänge gleichzeitig vorgenommen werden, was die Herstellungskosten sehr niedrig hält. Die gemäss den oben erwähnten Verfahrensbeispielen hergestellte Perücke wird anschliessend auf den vorgesehenen Puppenkopf aufgeklebt. Dieser besteht vorzugsweise aus einem Kunststoffmaterial, beispielsweise Polystyrol. Ferner wird der Puppenkopf bei seiner Herstellung mit Vorteil mit einer aus Fig. 5 ersichtlichen Vertiefung 12 versehen. Dadurch wird einerseits das Positionieren der Perücke beim Aufkleben erleichtert und andererseits ein stetiger Übergang von der unbedeckten Oberfläche des Puppenkopfs zur bestickten Unterlage der Perücke erzielt. Die Haarfäden bzw. Haarbüschel der aufgeklebten Perücke können nun je nach Bedarf abgelängt und gekämmt werden. Neben den einfachen und den jeweiligen Erfordernissen bezüglich Form und Aussehen der Perücke leicht anpassbaren Herstellungsvorgängen hat das erfindungsgemässe Verfahren den Vorteil, einen dichten Haarbesatz ohne Kahlstellen erzielen zu können.
Claims (17)
1. Verfahren zur Herstellung einer auf einen Puppenkopf aufklebbaren Perücke, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer flachen, biegsamen Unterlage (6) alternierend in einem durch eine gewünschte Perückenkontur (1) begrenzten Bereich, und in einem Bereich ausserhalb dieser Perückenkontur Haarfäden (7, 8) schlingenförmig gestickt werden, und dass hierauf der gestickte Bereich längs der Perückenkontur (1) von der Unterlage (6) entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als biegsame Unterlage (6) eine textile Unterlage verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Haarfäden (7, 8) Kunstfäden verwendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterlage (6) Einzelfäden schlingenförmig gestickt werden.
5.
Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterlage (6) gebüschelte Mehrfachfäden schlingenförmig gestickt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterlage (6) Fäden mit unterschiedlicher Farbe und/oder Schlingenlänge gestickt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die gewünschte Perückenkontur (1) auf der Unterlage (6) markiert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Markierung die gewünschte Perückenkontur (1) linienförmig gestickt wird.
9.
Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stirnpartie (2) und eine Nackenpartie (3) der Perückenkontur (1) mit weiteren Konturen (2 min , 3 min ) knopflochartig umstickt werden, und dass anschliessend der knopflochartige Bereich (2, 2 min ; 3, 3 min ) mindestens teilweise freigebohrt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zum Entfernen des gestickten Bereichs von der Unterlage (6) zuerst zwei einander bezüglich des gestickten Bereichs gegenüberliegende, sich bis zur Perückenkontur (1) erstreckende Streifen (9) aus der Unterlage (6) ausgeschnitten werden, und dass hierauf durch Anheben der schlingenförmig gestickten Haarfäden (7, 8) der Umgebungsbereich der Unterlage (6) bis zur Perückenkontur (1) weggeschnitten wird.
11.
Verfahren nach den Ansprüchen 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Ausschneiden der sich bis zur Perückenkontur (1) erstreckenden Streifen (9) gleichzeitig die Stirnpartie (2) und die Nackenpartie (3) freigelegt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausschneiden durch Ausstanzen erfolgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterlage (6) der durch die gewünschte Perückenkontur (1) begrenzte Bereich (11) flach gestickt wird, worauf auf diesen Bereich (11) die Haarfäden (7, 8) schlingenförmig gestickt werden, und dass hierauf die Unterlage (6) vom mit den Haarfäden (7, 8) gestickten Bereich auf chemischem und/oder thermischem weg entfernt wird.
14.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass längs einer Unterlagenbahn (6) mehrere durch je eine Perückenkontur (1) begrenzte, nebeneinander liegende Bereiche gleichzeitig mit Haarfäden (7, 8) gestickt werden, und dass die gestickten Bereiche längs den Perückenkonturen (1) von der Unterlagenbahn (6) entfernt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ablängen der gestickten Haarfäden (7, 8) nach dem Aufkleben der Perücke auf den Puppenkopf vorgenommen wird.
16.
Puppenkopf mit nach einem der Ansprüche 1 bis 15 hergestellter, aufgeklebter Perücke, dadurch gekennzeichnet, dass die Perücke eine biegsame Unterlage (6) aufweist, welche in einem durch eine gewünschte Perückenkontur (1) begrenzten Bereich mit herausragenden, in die Unterlage (6) gestickten Haarfäden oder Haarbüscheln (7, 8) versehen ist.
17. Puppenkopf nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass er mit einer Vertiefung (12) versehen ist, in welche die Perücke eingesetzt ist.
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