Gericht in Nordirland lässt umstrittene Parade zu
Nur Stunden vor Beginn einer umstrittenen Parade des protestantischen Oranier-Ordens in der nordirischen Stadt Portadown hat heute Nacht ein Gericht in Belfast die Zulassung des Umzugs bestätigt.
Das Gericht müsse die Entscheidung der zuständigen Parades Commission als einer öffentlichen Einrichtung respektieren, sagte Richter Michael Humphreys laut der britischen Nachrichtenagentur PA heute Früh zur Begründung.
Gegendemonstranten blockieren die Parade nun. Auf der Straße versammelten sich nach Angaben britischer Medien in der Früh bei heftigem Regen Hunderte Menschen, um die Parade zu stoppen. Die Parade, bei der 35 Teilnehmer, aber keine Bands oder Unterstützer zugelassen waren, konnte deshalb vorerst nicht starten.
Erbitterter Streit über Parade
Der Entscheidung des Gerichts war ein erbitterter Streit vorausgegangen. Die zuständige Parades Commission hatte den Umzug zunächst erlaubt und damit zugelassen, dass die Orangemen entlang der Garvaghy Road durch den überwiegend katholisch-nationalistisch geprägten Stadtteil Drumcree marschieren dürfen.
Stopp nach gewaltsamen Auseinandersetzungen
Damit war es den Protestanten erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder erlaubt, entlang der Garvaghy Road zu ziehen. Seit 1998 hatte die zuständige Parades Commission den Marsch über die Straße untersagt. In den 1990er Jahren kam es zu teils schweren gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Die ursprüngliche Entscheidung wurde von einer Anrainergruppe vor Gericht angefochten, das High Court stoppte per einstweiliger Verfügung den Umzug wegen „Eskalationspotenzials“. Ein Mitglied des Oranier-Ordens focht dann diese Entscheidung vor dem Berufungsgericht an. Anschließend erhielt die Anrainerkoalition wiederum die Erlaubnis, diese Entscheidung vor dem High Court anzufechten.