Zeiler-Vorstoß: Weiter Zurückhaltung in SPÖ
Nach der Ankündigung von Medienmanager Gerhard Zeiler, SPÖ-Chef Andreas Babler den Parteivorsitz streitig machen zu wollen, halten sich große Teile der Partei weiter mit öffentlichen Sympathiebekundungen zurück.
Unterstützung für Babler kam heute von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Staatssekretärin Michaela Schmidt. Babler habe die SPÖ in die Regierung geführt und ein Regierungsprogramm mit stark sozialdemokratischer Handschrift durchgesetzt, sagte Schmidt gegenüber dem ORF. Zudem verwies sie darauf, dass Babler erst im März mit eindeutiger Mehrheit im Amt bestätigt worden sei.
GPA-Chefin: Babler gewählter Vorsitzender
Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA und SPÖ-Abgeordnete, Barbara Teiber, sagte in der ORF-Sendung „Hohes Haus“, sie wolle sich nicht an der Personaldebatte in ihrer Partei beteiligen. Babler sei der gewählte Vorsitzende der SPÖ. Zeilers „Inhalte“ kenne sie noch nicht.
Der nächste reguläre SPÖ-Vorstand ist für November angesetzt, jedoch könnten vier Mitglieder eine vorgezogene Sitzung einberufen lassen. Damit müssten sich dann erstmals Zeilers Unterstützerinnen und Unterstützer deklarieren.
Ex-Landeshauptleute für Zeiler
Unterstützung erhielt Zeiler unterdessen von ehemaligen SPÖ-Landeshauptleuten. Der ehemalige steirische Landeshauptmann Franz Voves sagte der „Kleinen Zeitung“, Zeiler sei „eine große, seltene Chance – nicht nur für die SPÖ“. Er traue ihm zu, „Menschen jeden Alters eine neue, mitreißende Erzählung für eine gute Zukunft im 21. Jahrhundert anzubieten und damit erfolgreich den Angstmachern von extrem rechts und extrem links entgegenzutreten“.
Kärntens früherer Landeshauptmann Peter Ambrozy sagte der „Kleinen Zeitung“, Zeiler sei „ein fähiger Mann, nicht nur, weil er im ORF war, sondern weil er sich im internationalen Mediengeschäft durchgesetzt hat“. Zugleich warnte er: „Wenn sich das Klima in der Partei nicht ändert, bringt es auch nichts, dass wir nun eine neue Person in diese Position bringen.“
Niessl: Treffen Zeiler – Doskozil
Burgenlands Ex-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der Ambitionen für einen Einzug in die Hofburg hegt, sagte der „Presse“, die SPÖ müsse sich angesichts schlechter Umfragewerte „natürlich Gedanken personeller und inhaltlicher Art machen“. Zeiler sei „ein Musterbeispiel dafür, was für ein Aufstieg einem durch Leistung gelingen kann“.
Niessl kündigte ein Treffen Zeilers mit dem aktuellen burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil im Oktober an. Doskozil hatte sich nach dem Bekanntwerden von Zeilers Ambitionen kritisch geäußert.