[go: up one dir, main page]

Inland

Nach der Ankündigung von Medienmanager Gerhard Zeiler, SPÖ-Chef Andreas Babler den Parteivorsitz streitig machen zu wollen, halten sich große Teile der Partei weiter mit öffentlichen Sympathiebekundungen zurück.

Unterstützung für Babler kam heute von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Staatssekretärin Michaela Schmidt. Babler habe die SPÖ in die Regierung geführt und ein Regierungsprogramm mit stark sozialdemokratischer Handschrift durchgesetzt, sagte Schmidt gegenüber dem ORF. Zudem verwies sie darauf, dass Babler erst im März mit eindeutiger Mehrheit im Amt bestätigt worden sei.

GPA-Chefin: Babler gewählter Vorsitzender

Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA und SPÖ-Abgeordnete, Barbara Teiber, sagte in der ORF-Sendung „Hohes Haus“, sie wolle sich nicht an der Personaldebatte in ihrer Partei beteiligen. Babler sei der gewählte Vorsitzende der SPÖ. Zeilers „Inhalte“ kenne sie noch nicht.

Der nächste reguläre SPÖ-Vorstand ist für November angesetzt, jedoch könnten vier Mitglieder eine vorgezogene Sitzung einberufen lassen. Damit müssten sich dann erstmals Zeilers Unterstützerinnen und Unterstützer deklarieren.

Ex-Landeshauptleute für Zeiler

Unterstützung erhielt Zeiler unterdessen von ehemaligen SPÖ-Landeshauptleuten. Der ehemalige steirische Landeshauptmann Franz Voves sagte der „Kleinen Zeitung“, Zeiler sei „eine große, seltene Chance – nicht nur für die SPÖ“. Er traue ihm zu, „Menschen jeden Alters eine neue, mitreißende Erzählung für eine gute Zukunft im 21. Jahrhundert anzubieten und damit erfolgreich den Angstmachern von extrem rechts und extrem links entgegenzutreten“.

Kärntens früherer Landeshauptmann Peter Ambrozy sagte der „Kleinen Zeitung“, Zeiler sei „ein fähiger Mann, nicht nur, weil er im ORF war, sondern weil er sich im internationalen Mediengeschäft durchgesetzt hat“. Zugleich warnte er: „Wenn sich das Klima in der Partei nicht ändert, bringt es auch nichts, dass wir nun eine neue Person in diese Position bringen.“

Niessl: Treffen Zeiler – Doskozil

Burgenlands Ex-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der Ambitionen für einen Einzug in die Hofburg hegt, sagte der „Presse“, die SPÖ müsse sich angesichts schlechter Umfragewerte „natürlich Gedanken personeller und inhaltlicher Art machen“. Zeiler sei „ein Musterbeispiel dafür, was für ein Aufstieg einem durch Leistung gelingen kann“.

Niessl kündigte ein Treffen Zeilers mit dem aktuellen burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil im Oktober an. Doskozil hatte sich nach dem Bekanntwerden von Zeilers Ambitionen kritisch geäußert.

Rund 30 Hilfs- und Patientenorganisationen fordern im Bereich der medizinischen Begutachtungen weitere umfassende Schritte und Reformen. Eine Aktion vor dem Sozialministerium am Dienstag soll den Auftakt zu einer Petition mit dem Titel „Meine Würde. Für faire, ärztliche Begutachtungen“ setzen.

Dabei sollen auch Auszüge und Zitate „aus teils schockierenden Erfahrungsberichten“ präsentiert werden. Gefordert werden unter anderem Respekt statt Misstrauen sowie eine Reduktion der Begutachtungen. Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) erklärte: „Der Fahrplan für weitere Reformschritte steht.“

Fast 30 Organisationen beteiligt

Getragen wird die Petition von knapp 30 Organisationen wie der Lebenshilfe Österreich, der Caritas und der Diakonie. Gefordert wird auch ausreichende Kompetenz der Gutachter und Gutachterinnen. Wer komplexe Diagnosen bzw. eine seltene Erkrankung beurteilt, müsse sich damit auskennen. Auch müssten bereits existierende Fachgutachten verpflichtend als Grundlage herangezogen werden.

Ebenso auf der Wunschliste steht eine Reduktion der Zahl der Begutachtungen. Es brauche weiters Anspruch auf eine „klare, schriftliche Begründung“ sowie die Möglichkeit, das Gutachten zu sehen und anzufechten. Ebenso wird die seit Langem diskutierte Einrichtung einer unabhängigen Begutachtungsstelle gefordert.

Schumann: Recht auf Behandlung auf Augenhöhe

Von Schumann hieß es dazu, Menschen hätten ein Recht darauf, ernst genommen und auf Augenhöhe behandelt zu werden – es brauche „mehr Qualität, Transparenz und Respekt bei Begutachtungen“. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Betroffenen seien für Schumann „ein klarer Auftrag, die Begutachtungen weiterzuentwickeln“.

Gleichzeitig verwies die Ministerin auf bereits gesetzte Schritte, wie den seit 1. September in Kraft getretenen Rechtsanspruch auf die Mitnahme einer Vertrauensperson bei allen medizinischen Begutachtungen. Auch erinnerte Schumann daran, dass die PVA auf ihr Betreiben am 29. Juni einen verbindlichen Verhaltenskodex für Gutachter beschlossen hatte.

Die Grünen fordern vor der morgen anstehenden Sondersitzung des Nationalrats zur neuen Spritpreisbremse eine höhere Margenbegrenzung der „Ölmultis“ und die Ausweitung der Übergewinnsteuer für Stromerzeuger auch auf Gas und Fernwärme.

Außerdem verlangen sie eine „Öffi“-Preisbremse für das Klimaticket und regionale Zeitkarten sowie eine Verlängerung der Senkung der Elektrizitätsabgabe für Haushalte und Wirtschaft, hieß es in einer Aussendung.

Für die neue Spritpreisbremse für Oktober und November soll die Mineralölsteuer um 6,7 Cent – und bei Diesel damit auf das EU-Minimum – herabgesetzt werden. Hinzu kommt eine Margenbegrenzung um 3,5 Cent pro Liter. Dadurch verringert sich auch die Mehrwertsteuer. Insgesamt soll sich so eine Gesamtentlastung von mehr als zwölf Cent pro Liter Treibstoff ergeben.

„Fossilriesen zur Kassa bitten“

Generell wollen die Grünen „Fossilriesen und Landesenergieversorger zur Kassa bitten“. Während die Marge beim Diesel vor dem Iran-Krieg bei etwa 15 Cent gelegen sei, betrage sie derzeit 40 bis 50 Cent. Die Spritpreisbremse der Bundesregierung senke sie gerade einmal um 3,6 Cent.

Die Übergewinnsteuer wiederum umfasse Strom, aber Gas und Fernwärme nicht. Damit werde der Erneuerbaren-Ausbau gebremst, statt ihn zu finanzieren.

Weiters wird argumentiert, dass für die Spritpreisbremse eine Sondersitzung einberufen wird, während die Preise für „Öffi“-Tickets ungebremst steigen. Bund und Länder sollten auch die Ticketpreise deckeln und die Finanzierung mit den Verkehrsverbünden klären. Außerdem brauche es gezielte Entlastungen für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit geringem Einkommen.

Die Grünen wiederholen im Vorfeld des morgigen „Safe Abortion Day“ ihre Forderung nach einer Entkriminalisierung und Kostenübernahme von Abtreibungen sowie Schutzzonen rund um Schwangerschaftsabbruchkliniken.

In Österreich komme es hier „regelmäßig zu Belästigungen durch Abtreibungsgegner:innen“, bestätigte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) in einer Anfragebeantwortung an die Oppositionspartei. Diese fordert die Regierung zum Handeln auf.

Zweimal bereits habe ihre Partei Vorschläge für 150-Meter-Schutzzonen vor entsprechenden Einrichtungen vorgelegt, ohne dass diese umgesetzt wurden, so die grüne Nationalratsabgeordnete Meri Disoski. Die Regierungsparteien hätten „lediglich eine Evaluierung beschlossen“.

Wegweisungen in Wien möglich

Derzeit würden „die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft und unterschiedliche Modelle für eine bundeseinheitliche Schutzregelung erarbeitet“, heißt es in Holzleitners Beantwortung.

In Wien bestehe die Möglichkeit, Personen unter bestimmten Voraussetzungen wegen „unzumutbarer Belästigung“ wegzuweisen, in den anderen Bundesländern aber nicht. Vor einem Jahr hatte Holzleitner gemeint, die Schaffung von Schutzzonen sei „erklärtes Ziel“.

Schumann: Kostenübernahme nicht möglich

In einer weiteren Anfrage an Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sprach sich diese dafür aus, „den Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch zu streichen und stattdessen ausschließlich im Gesundheitsrecht zu regeln“. Ihr Ressort sei dafür aber nicht zuständig.

Die Übernahme von Schwangerschaftsabbrüchen als Kassenleistung sei derzeit geplant und nach momentaner Rechtslage auch nicht möglich, da eine Schwangerschaft „keine Krankheit im sozialversicherungsrechtlichen Sinn“ darstelle. Mit Blick auf die Einführung eines „telemedizinisch begleiteten medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs“ sagte Schumann, dass das aus fachlicher Sicht zu begrüßen wäre.

Ausland

Gegen fünf Männer, die heute außerhalb des von den US-Luftstreitkräften genutzten britischen Militärstützpunkts RAF Fairford festgenommen wurden, besteht laut der Nachrichtenagentur PA Terrorverdacht. Sie werden der Vorbereitung eines terroristischen Anschlags verdächtigt.

Außerdem wird gegen die Männer wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Sie wurden festgenommen, nachdem der Polizei in der Nacht drei verdächtige Fahrzeuge aufgefallen waren, die in Richtung des Luftstreitkräftestützpunkts unterwegs waren.

Die Hintergründe des Vorfalls sind bisher nicht bekannt. „Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Ermittlungen“, sagte eine Sprecherin der britischen Anti-Terror-Polizei laut PA. Der britische Premierminister Andy Burnham werde laufend über die Lage informiert. Anrainerinnen und Anrainer aus etwa 85 Haushalten in der Nähe des Stützpunkts in Gloucestershire mussten ihre Häuser verlassen.

Erst im März hatten die US-Streitkräfte Langstreckenbomber an die RAF-Basis Fairford verlegt. Das Verteidigungsministerium in London hatte in dem Zusammenhang bestätigt, dass die USA britische Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ im Iran-Krieg nutzten. Die US-Nutzung wurde zu Beginn des Krieges hitzig diskutiert.

Gegendemonstranten und -demonstrantinnen haben eine umstrittene Parade des protestantischen Oranier-Ordens in einem überwiegend katholischen Teil der nordirischen Stadt Portadown blockiert.

Erstmals seit den 1990er Jahren hatte die zuständige Parades Commission zuvor den Marsch entlang der Garvaghy Road erlaubt. Auf der Straße hatten sich jedoch nach Angaben britischer Medien heute Früh bei heftigem Regen rund 2.000 Gegendemonstranten und -demonstrantinnen versammelt.

Demonstranten auf der Garvaghy Road in Portadown, Nordirland
AP/PA/Peter Morrison

Parade konnte nicht starten

Die Parade, bei der 35 Teilnehmende, aber keine Bands oder Unterstützer zugelassen waren, konnte deshalb zunächst nicht starten. Laut britischen Medien beteiligten sich auch Mitglieder der in Irland und Nordirland für die Wiedervereinigung eintretenden Partei Sinn Fein an dem Protest gegen die Parade. In der Nähe der Straße wurden in der Früh Feuerwerkskörper abgeschossen.

Die nordirische Regierungschefin, Michelle O’Neill, rief unterdessen auf der Plattform X zu „Ruhe auf allen Seiten“ auf. Die Sinn-Fein-Politikerin schrieb aber auch, sie unterstütze das Recht der Anrainer und Anrainerinnen, „gegen diesen unerwünschten konfessionell geprägten Marsch“ zu protestieren.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen Gaza-Einwohner getötet, der am 7. Oktober 2023 an der Entführung von Israelis in den Gazastreifen beteiligt gewesen sein soll. Er sei gestern bei einem israelischen Luftangriff in Nuseirat im Zentrum des Küstenstreifens getötet worden, teilte auch das Al-Aksa-Krankenhaus im Gazastreifen mit.

Drei weitere Menschen seien dabei verletzt worden. Aus Kreisen der islamistischen Terrororganisation Hamas hieß es ebenfalls, der Mann sei an der Geiselnahme vor knapp drei Jahren beteiligt gewesen.

Die israelische Armee bestätigte palästinensische Berichte, denen zufolge der Mann damals auf einem Motorrad gefahren sei, mit dem die Israelin Noa Argamani und ihr Freund Avinatar Or entführt worden waren. Zuletzt sei er an der Planung neuer Anschläge beteiligt gewesen und daher getötet worden, „um die von ihm ausgehende Bedrohung zu beseitigen“.

Das Schicksal der vom Nova-Musikfestival in Israel in das angrenzende Küstengebiet verschleppten jungen Frau hatte weltweit große Anteilnahme ausgelöst. Im Juni 2024 wurde Argamani von einer israelischen Spezialeinheit gemeinsam mit drei weiteren Geiseln aus der Gewalt der Hamas befreit. Laut Armee kam es dabei zu heftigen Gefechten mit bewaffneten Palästinensern.

Israel: Hamas-Kommandant getötet

Wie die israelische Armee weiter mitteilte, wurde bereits am Dienstag ein Hamas-Kommandant getötet, der während des Krieges Geiseln im Gazastreifen festgehalten haben soll. Der Kommandant sei bei einem Angriff im nördlichen Gazastreifen tödlich getroffen worden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Militärs und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet.

Israels Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara hat die Ausschreibung für den Bau eines besonders umstrittenen Siedlungsprojekts im besetzten Westjordanland verlängert.

Die Frist für die Einreichung von Angeboten für den Bau Tausender Wohnungen im Siedlungsprojekt E1 werde um einen Monat verschoben, teilte ihr Büro heute mit. Der Termin liege nun nach der Parlamentswahl am 27. Oktober, um das Risiko zu verringern, dass die Ausschreibung für „Wahlpropaganda“ genutzt werde, wie es hieß.

Das Siedlungsprojekt E1 östlich von Jerusalem war im vergangenen Jahr nach jahrzehntelangem Stillstand genehmigt worden. Im Juli schrieb das israelische Wohnungsbauministerium den Bau von mehr als 1.200 der insgesamt geplanten 3.400 Wohnungen in dem Gebiet zwischen Ostjerusalem und der israelischen Siedlung Maale Adumim aus.

Kritik: Projekt würde Westjordanland teilen

Kritikern und Kritikerinnen zufolge würde der Bau der riesigen Siedlung das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil zerteilen und die Aussichten auf einen palästinensischen Staat so weiter verringern.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien hatten die israelische Regierung im August zur Beendigung des Projekts aufgefordert. Mehrere israelische Organisationen klagten zudem gegen die Ausschreibung.

Ein Jerusalemer Gericht wies einen Eilantrag gegen das E1-Projekt jedoch vor gut zwei Wochen zurück. Das Gericht argumentierte, bis zur Umsetzung des Bauprojekts bleibe noch genug Zeit für eine juristische Überprüfung.

Ukraine-Krieg

Ukrainische Truppen haben laut Behörden mit Lastdrohnen vier Tonnen Lebensmittel in die seit Monaten abgeriegelte Stadt Oleschky auf russischem Besatzungsgebiet im Süden gebracht.

Russland halte in der Stadt etwa 2.000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder, teilte der Gouverneur des ukrainischen Gebietes Cherson, Olexander Prokudin, heute auf Telegram mit. „Sie sind gezwungen, ohne Nahrung, Strom und Wasser zu überleben.“ In einem Video soll der Lebensmittelabwurf zu sehen sein.

Hilfsorganisationen beklagen seit Langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt, die auf dem südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, doch dazwischen verläuft die Front.

Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Das letzte Geschäft schloss nach UNO-Angaben im Jänner. Seit Mai seien keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt.

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge fünf Menschen getötet worden. Bei Angriffen in der Nacht auf heute auf die südliche Region Saporischschja seien drei Menschen getötet worden, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Zudem habe es ein Todesopfer durch einen russischen Drohnenangriff in Kiew gegeben.

Kiews Bürgermeister Witali Klitschko sagte, dass eine Frau und zwei 16-Jährige in der Hauptstadt verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. „Der Feind greift die Region Kiew weiterhin unerbittlich mit Angriffsdrohnen an“, so die Stadtverwaltung.

16 Gebäude seien beschädigt worden, darunter zwölf Privathäuser in den Vororten sowie ein Lager und eine Produktionsstätte.

Behörden der Region Odessa berichteten unterdessen von einem heftigen Angriff im Süden des am Schwarzen Meer gelegenen Gebiets mit einem Todesopfer. Der Regionalgouverneur Oleh Kiper sagte, russische Angriffe hätten „ein Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung, ein Hotel, ein Geschäft sowie ein Lagerhaus für Getreide“ beschädigt.

Krieg in Nahost

Bei einem saudi-arabischen Luftangriff auf die Stadt Tais im Jemen sind nach Angaben der jemenitischen Huthi-Miliz heute sieben Menschen getötet worden. 40 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf einen Marktplatz in der Stadt verletzt worden, meldete der Huthi-Fernsehsender al-Masirah.

Rund um die Großstadt im Südwesten des Jemen, die unter der Kontrolle der Regierungstruppen steht, hatte es zuletzt heftige Kämpfe gegeben.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm die Miliz nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Die vom Iran zur Verwaltung der Straße von Hormus eingerichtete Behörde PGSA hat Schiffe vor Konsequenzen gewarnt, wenn sie „nicht autorisierte“ Routen in der Region befahren.

„Dieses Vorgehen birgt nicht nur das Risiko finanzieller und menschlicher Verluste für das Schiff, die Reederei, den Kapitän und die Besatzung, sondern schränkt auch die künftige Durchfahrt des Schiffes durch die Straße von Hormus erheblich ein“, teilte PGSA auf der Plattform X mit.

Schiffseigner müssten mit Blick auf solche rechtswidrigen Handlungen die gebotene Sorgfalt walten lassen. Im Falle von Verstößen durch Charterer müssten alle Schiffe der betroffenen Unternehmen künftig mit Einschränkungen rechnen.

Iran pocht auf diplomatische Lösung

Zuletzt hatte der Iran den USA laut dem iranischen Außenminister Abbas Araktschi über Katar einen „Siebentageplan“ für eine Wiedereröffnung der Seestraße übermittelt. Die USA sollten demzufolge bestimmte Anforderungen erfüllen, und im Anschluss sollte die Meerenge am Persischen Golf wieder geöffnet werden.

US-Präsident Donald Trump lehnte den iranischen Vorschlag ab. Das Angebot sei nicht annehmbar gewesen, sagte Trump gestern vor Journalisten am Weißen Haus.

Der Iran drängt nichtsdestoweniger weiter auf eine diplomatische Lösung. „Unsere Bedingungen sind klar, und jeder Schritt zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus setzt die Erfüllung dieser Bedingungen voraus“, schrieb Araktschi heute in sozialen Netzwerken. Er erklärte auch, die Vermittler hätten eine offizielle Ablehnung des „Siebentageplans“ durch die USA bis dato nicht übermittelt.

Wirtschaft

Ein Manipulationsskandal an der Börse erschüttert die Türkei. Im Rahmen von Ermittlungen wegen Unregelmäßigkeiten auf dem Kapitalmarkt sei unter anderem das Vermögen von 42 Personen und 46 juristischen Personen eingefroren worden, teilte Justizminister Akin Gürlek gestern Abend auf der Plattform X mit.

Zuvor waren mindestens 45 Personen verhaftet worden, darunter Führungskräfte von Investmentfirmen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ermittle unter anderem wegen Betrugs, Verstößen gegen das Kapitalmarktgesetz und Gründung einer kriminellen Vereinigung, so Gürlek.

131 Investmentfonds liquidiert

Seit Mitte September beschäftigt die Krise um Investmentfonds die Türkei. Die türkische Kapitalmarkbehörde SPK liquidierte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge 131 Investmentfonds, in denen Medienberichten zufolge Vermögenswerte in Milliardenhöhe gebunden waren. Mehr als 455.000 Anleger und Anlegerinnen sind Anadolu zufolge betroffen.

Die türkischen Behörden ermitteln, ob die Fondsbewertungen künstlich aufgebläht wurden. Medienberichten zufolge sind zahlreiche Kleinanleger betroffen. Wegen der hohen Inflation in der Türkei investieren viele Menschen ihr Erspartes in Aktiengeschäften, in der Hoffnung, es so gegen den Wertverlust zu schützen.

Die größte Oppositionspartei Yeni sprach von einer schweren Krise und forderte die Regierung Anadolu zufolge dazu auf, Anleger zu entschädigen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte erklärt, das Problem betreffe einen begrenzten Bereich der Kapitalmärkte, und es bestehe kein Risiko für das Finanzsystem oder die türkische Wirtschaft.

Angesichts der hohen Kraftstoffpreise in Italien will der Energiekonzern Eni einen Benzinpreisdeckel an seinen Tankstellen einführen. Die Maßnahme sorgt jedoch für Streit in der Branche. Der Tankstellenverband Assopetroli-Assoenergia wirft Eni vor, mit der Preissenkung den Wettbewerb zu verzerren. Kleinere Anbieter könnten mit den angekündigten Preisen nicht mithalten, sagte Verbandspräsident Andrea Rossetti.

Eni will ab kommender Woche an seinen Tankstellen für Privatkundinnen und -kunden maximal 1,99 Euro je Liter Benzin und 2,19 Euro je Liter Diesel verlangen. Der Konzern erwägt, den Preisdeckel bis zum Jahresende beizubehalten.

Maßnahmen könnten 100 Mio. Euro im Monat kosten

Nach Berechnungen auf Grundlage der jüngsten Halbjahreszahlen könnte die Maßnahme Eni rund 100 Millionen Euro im Monat kosten. Der Konzern verkauft im Privatkundengeschäft durchschnittlich rund 600 Millionen Liter Kraftstoff pro Monat.

Die Preisbegrenzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die staatliche Entlastung beim Dieselpreis reduziert wird. Der von der Regierung gewährte Tankrabatt von bisher 12,2 Cent je Liter wurde am Wochenende auf 6,1 Cent halbiert. Nach Berechnungen des italienischen Verbraucherschutzverbands Codacons verteuert sich das Tanken dadurch bei einer Tankfüllung von 50 Litern um rund 3,05 Euro.

Tankstellenverband fürchtet Folgen für kleinere Tankstellen

Nach Einschätzung von Assopetroli können kleinere Wettbewerber die Eni-Preise nicht nachvollziehen. „Auch wenn wir unsere Margen vollständig aufgeben, können wir niemals auf diese Preise kommen“, sagte Rossetti. Der Verband will sich deshalb an die italienische Regierung wenden.

Enis Maßnahme sei nicht nur wettbewerbsverzerrend, sondern zudem unzureichend, weil sie einen Teil des Kraftstoffmarktes nicht erfasse. Eni verfügt landesweit über rund 3.847 Tankstellen, von denen etwa drei Viertel dem Konzern gehören bzw. von ihm betrieben werden.

IT

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat nach einem neuen Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten Modelle künstlicher Intelligenz (KI) ausgesetzt. Bei dem Vorfall schaffte es ein KI-Modell, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl es eigentlich keinen Internetzugang haben sollte.

Die Software habe jedoch eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen gefunden und ausgenutzt, wie OpenAI selbst berichtete. Das Training soll erst wieder aufgenommen werden, wenn man sich sicher sei, dass die Lücke geschlossen ist.

Der Zwischenfall sei zwar weniger gravierend als einige frühere, argumentierte OpenAI. Allerdings sei er der erste, seit die Sicherheitsvorkehrungen nach der Hacking-Attacke von OpenAI-Software auf die KI-Firma Hugging Face verschärft worden waren.

Weitere Enthüllungen könnten folgen

Mittlerweile wurden mehrere Zwischenfälle mit der KI von OpenAI bekannt. Dazu gehört, dass sie 53-mal von Nutzern und Nutzerinnen hochgeladene Bilder auf Onlineplattformen platzierte. Erstmals waren bei einem Vorfall damit auch Daten von OpenAI-Nutzenden betroffen. Wenig später wurde bekannt, dass automatisierte KI-Agenten von OpenAI auch auf mehreren Websites der US-Regierung aktiv waren, darunter beim US-Bildungsministerium.

Es könnten noch zahlreiche weitere Enthüllungen um eigenständige Hacking-Aktivitäten der KI von OpenAI folgen. Man habe „Dutzende“ Organisationen informiert, mit deren Websites Software von OpenAI auf ungeplante Weise „interagiert“ habe, teilte die KI-Firma mit. Man überlasse es ihnen, die Vorfälle öffentlich zu machen.

Australien will über Regulierung reden

Zuletzt hatte die australische Regierung mit der Mitteilung für Schlagzeilen gesorgt, dass KI von OpenAI in eine Website des australischen Gesundheitssystems eingedrungen war. In dem bisher aufsehenerregendsten Fall „brach“ künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers aus einer abgesicherten Testumgebung „aus“ und drang ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma ein, der Plattform Hugging Face.

Australien zitiert nun die Chefs von OpenAI und Konkurrent Anthropic für Donnerstag vor einen Untersuchungsausschuss. Sam Altman und Dario Amodei müssten sich „den Fragen des Senats stellen und ein ehrliches Gespräch darüber führen, wie eine wirksame, dauerhafte Regulierung dieser Branche aussehen sollte“, hieß es dazu.

Chronik

Bei schweren Unwettern und Erdrutschen in Indien und Nepal sind mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. In Indien starben 56 Menschen, wie die Behörden heute mitteilten. Zudem seien 46 Personen verletzt und mehr als 1.000 Häuser beschädigt worden.

Zerstörte Gebäude nach einem Hochwasser in Nepal
APA/AFP/Prakash Mathema

Rettungskräfte seien in den überfluteten Gebieten im Einsatz, um Hilfsgüter zu verteilen. Im Nachbarland Nepal kamen 14 Menschen ums Leben, elf werden vermisst. Die Behörden warnten vor weiteren Sturzfluten.

In Indien fielen im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh seit Freitag 66,5 Millimeter Regen, normalerweise sind es 7,6 Millimeter, wie der dortige Katastrophenschutz erklärte. Die zentrale Wasserkommission stufte die Lage an 30 Flussmessstationen in sieben Bundesstaaten als ernst ein. Mehrere große Flüsse wie der Ganges überschritten die Gefahrenmarke.

Stromausfälle in Nepal

In Nepal führten die Überschwemmungen zu Stromausfällen, zudem wurde ein 40-Megawatt-Wasserkraftwerk beschädigt. Unabhängig davon riss eine Lawine im nördlichen Bezirk Manang das Basislager des 7.126 Meter hohen Berges Himlung Himal mit sich. Seitdem werden zehn einheimische Arbeiter vermisst, die Zelte für ausländische Bergsteiger aufbauen sollten.

Die Region wird immer wieder von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Erst im vergangenen Monat waren bei verheerenden Überschwemmungen in Nepal mehr als 1.450 Menschen ums Leben gekommen. Tausende gelten weiterhin als vermisst.

In Südafrika haben Bewaffnete bei zwei separaten Schusswaffenangriffen insgesamt 27 Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt.

In einer Bar westlich von Johannesburg seien gestern Abend (Ortszeit) 17 Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden, teilte die südafrikanische Polizei heute mit. Die acht Täter seien mit Sturmgewehren bewaffnet gewesen.

Sie hätten auch „einige Gäste durchsucht und deren Mobiltelefone an sich genommen“. Danach seien sie in zwei Fahrzeugen vom Tatort geflohen. Die Bewaffneten setzten vor ihrer Flucht auch zwei Fahrzeuge in Brand.

Angreifer stürmten Nachtclub

Bei einem weiteren Schusswaffenvorfall in einem Township in der Nähe von Kapstadt gab es heute Nacht zehn Tote und elf Verletzte. Bewaffnete Männer stürmten einen Nachtclub und „schossen auf die Gäste“, wie die Polizei erklärte.

Die Motive für die Angriffe waren zunächst unklar. In Südafrika sind zahlreiche legale sowie illegale Waffen im Umlauf und Schusswaffenvorfälle sind relativ häufig. Dabei spielt oft Rivalität zwischen kriminellen Banden eine Rolle. Das Land mit rund 62 Millionen Einwohnenden hat mit rund 60 Morden pro Tag eine der höchsten Mordraten weltweit.

Auf der deutschen Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu ist heute Früh ein Reisebus umgekippt. Zwei Menschen seien dabei ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher heute.

Zahlreiche Menschen der philippinischen Reisegruppe wurden verletzt, darunter acht schwer. Eine Person sei in kritischem Zustand.

Nach ersten Erkenntnissen war der Bus von Zürich nach Mailand unterwegs. Allerdings liegt der Unfallort weit weg von der direkten Route an der Autobahn Richtung München, wo derzeit das Oktoberfest stattfindet. Ob die Gruppe einen Abstecher zur Wiesn geplant hatte, ist noch unklar.

Umwelt & Klima

Dutzende tote Jungwale sind an die Strände der argentinischen Halbinsel Valdes gespült worden. Als mögliche Todesursache gilt nach bisherigen Erkenntnissen ein Bakterium, das bei den Kälbern der Südlichen Glattwale systemische Erkrankungen auslösen kann, wie die Regierung der Provinz Chubut erklärte.

Die Provinzregierung untersucht die Strandungen gemeinsam mit Wissenschaftlern, das Bakterium sei eine „Arbeitshypothese“, hieß es. Hinweise auf einen vom Menschen verursachten Grund seien bisher nicht gefunden worden.

Weiters hieß es, dass jedes Jahr Glattwale sterben würden. Die aktuellen Fälle könnten daher auch Teil der natürlichen Populationsdynamik sein. Der argentinische Forschungsrat CONICET sprach hingegen von einer „recht hohen Sterblichkeitsrate“.

Die Tiere ziehen zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen an die Küsten Argentiniens, Brasiliens und Uruguays. In den nordpatagonischen Gewässern Argentiniens halten sie sich dabei in großer Zahl auf. Die rund 4.000 Quadratkilometer große Halbinsel Valdes in Nordpatagonien ist ein bedeutendes Rückzugsgebiet für Meeressäuger und UNESCO-Weltnaturerbe.

Religion

Im französischen Marien-Wallfahrtsort Lourdes hat Papst Leo XIV. eine Messe mit 150.000 Teilnehmenden gefeiert. In seiner Predigt sprach das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken und Katholikinnen auch von „tiefen Wunden, Untreue und schmerzhaften Fehltritten“, die in der Kirche begangen worden seien.

Tausende Teilnehmer einer Open-Air-Messe in Lourdes, Frankreich
AP/Laurent Cipriani

„Das Eingeständnis unserer Fehler ist für unser spirituelles Wachstum unverzichtbar.“ Am Nachmittag will sich Leo mit einer kleinen Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche treffen. Der Papst hält sich seit Freitag in Frankreich auf.

Gestern waren in Paris bereits 800.000 Menschen zu einer Papst-Messe gekommen. Die Angaben zur Teilnehmerzahl stammen vom Vatikan und den französischen Behörden.

Leute

Hollywood-Legende Sylvester Stallone hat in jüngeren Jahren laut eigenen Angaben an Bulimie gelitten. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu „Rambo“-Zeiten sei sein Körper seine Rüstung gewesen, sagte der heute 80-Jährige in einem Interview der „New York Times“.

Es sei zu einer schlimmen Obsession geworden. „Es ging so weit, dass ich bulimisch wurde.“ Beim Dreh zu „Rocky III“ sank sein Körperfettanteil auf 2,6 Prozent, und er habe nichts bei sich behalten können. Stallone, der damals in seinen Dreißigern war, nannte es eine „zwanghafte Körperanbetung“. Niemand könne das ohne Hilfsmittel und Drogen – man müsse Steroide nehmen.

„Habe meinen Körper missbraucht“

Mit Blick auf Teile seiner Karriere sagte er: „Ich habe meinen Körper missbraucht.“ Er habe neun Rücken- und zwei Schulteroperationen sowie mehrere Eingriffe an der Halswirbelsäule gehabt. Heute sei er zwar noch einigermaßen in Form, aber er nehme eine Menge Tabletten, um dranzubleiben, so Stallone.

Der Schauspieler erzählte auch von Panikattacken. Die erste habe er im Alter von 36 Jahren erlebt. Er habe sich Rohmaterial von Aufnahmen angesehen, sei plötzlich aufgestanden, die Nackenhaare stellten sich ihm auf, ihm sei heiß geworden, und er habe gedacht: „Ich sterbe. Das war’s. Jetzt ist es vorbei mit mir.“ Dann sei er zusammengeklappt. Das habe sich dann immer wieder wiederholt.