Bei der offiziellen Gründungsfeier des Bildungsprojekts im Schloss Kremsegg in Kremsmünster vor einigen Wochen war auch der künftige US-amerikanische Rektor, Professor für kontemplative Geisteswissenschaften, John Dunne, vor Ort: „Anderen Universitäten fehlten bislang weitestgehend die wissenschaftlichen Grundlagen darüber, wie wir uns verändern können. Wie hilft Meditationspraxis dabei? Wie funktioniert Achtsamkeit tatsächlich?“
Fragen wie Meditationspraxis und Achtsamkeit sollen künftig im Rahmen von zwei Studienrichtungen wissenschaftlich untersucht und beantwortet werden. Das Projekt ist nach Angaben der Initiatoren europaweit bisher einzigartig. Gerhard Weißgrab, Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft, sieht in dem Projekt mehr als ein regionales Experiment: „Hier ist wirklich die oberste Schicht an religiösen Menschen sowie an Wissenschaftlern vertreten. Also da, glaube ich, geht es um weit mehr als ein regionales Experiment.“
Auch Abt Bernhard Eckerstorfer vom Stift Kremsmünster sieht eine neue Bedeutung von Religion: „Man hat ja lange geglaubt, irgendwie modernes Leben absorbiert Religion und das ist dann nicht mehr bedeutsam. Und jetzt merken wir, dass Religion wichtig ist.“
Die buddhistische Gruppe, die das Schloss gekauft hat, hat im August ihre Tore auch für die Menschen in Kremsmünster geöffnet. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Sara Hindenlang erklärt, warum der Austausch wichtig ist: „Dass man sich austauschen kann, was jetzt genau vielleicht in der Zukunft passiert, wer wir überhaupt sind, dass wir uns einmal vorstellen können, was uns wichtig ist und was unsere Werte sind.“
Seit diesem Herbst bietet das buddhistische Bildungszentrum regelmäßig Yoga- und Meditationskurse an. Bis an der geplanten Privatuniversität tatsächlich die ersten Studierenden ein- und ausgehen, dürften allerdings noch mindestens drei Jahre vergehen.