Starke Mission, ausbaufähige Umsetzung.
ArbeiterKind.de verfolgt eine wichtige Mission: Menschen ohne akademischen Familienhintergrund zu ermutigen und zu unterstützen. Die Veranstaltungen sind gut aufbereitet. Das Community Management antwortet schnell und freundlich, zugleich aber sehr steuernd.
Mein Gesamteindruck ist dennoch gemischt. Die Organisation positioniert die Community als Schutzraum für alle, die als Erste in ihrer Familie studieren. In der Praxis erlebe ich eine Aufteilung in fachspezifische Gruppen, deren Zugang gesteuert wird. Die Kriterien dafür sind für mich wenig transparent, und die frühe Selektion steht für mich im Widerspruch zum kommunizierten Anspruch an Vielfalt. Wer in keine der vorhandenen Fachgruppen passt, bleibt außen vor. Damit entstehen genau die Abgrenzungen, die es außerhalb der Community in der Gesellschaft bereits gibt.
Ich nehme ArbeiterKind.de als Organisation wahr, die sich stark an etablierten Strukturen wie Politik und Begabtenförderwerken orientiert. Das schafft Reichweite, aber aus meiner Sicht auch Distanz zu denen, die nicht in die vorhandenen Kategorien passen.
Mein Wunsch: fachübergreifende Gruppen, offener Zugang und eine Community, die transparent und tatsächlich verbindet. Das Potenzial dafür ist da, wird aktuell aber nicht (mehr) ausgeschöpft.