Wir haben Harley, eine Proton-Privatsphäre-Expertin in unserem Team, gebeten, uns die physischen Gadgets vorzustellen, die sie und ihre Kollegen nutzen, um sich zu schützen, wenn ein Passwort allein nicht ausreicht.

Keines davon ersetzt eine gute digitale Hygiene, aber sie schließen die Lücke, wo die digitale Welt auf die physische trifft: ein gestohlener Laptop, ein gefälschter Mobilfunkmast, ein Shoulder-Surfer im Zug.

BusKill: ein Kill Switch gegen Laptop-Diebstahl

Stell dir vor, du arbeitest in einem Café. Du blickst für eine Sekunde weg und jemand schnappt sich deinen Laptop und rennt davon. BusKill(neues Fenster) ist ein Magnetkabel, das genau für diesen Moment entwickelt wurde. Wenn es sich unerwartet trennt, kann es deinen Bildschirm sperren, das Gerät in den Ruhezustand versetzen, es komplett herunterfahren oder sogar das Drive löschen, je nachdem, wie du es konfigurierst. Es ist ein einfacher Mechanismus für eine sehr physische Bedrohung, und einer, von dem du hoffst, ihn nie zu brauchen.

IMSI-Catcher-Detektoren: Ausschau halten nach gefälschten Mobilfunkmasten

Mobiltelefone suchen ständig nach Mobilfunkmasten in der Nähe, was normalerweise kein Problem ist. Das Problem sind IMSI-Catcher: gefälschte Masten, die Handys dazu verleiten, sich zu verbinden, und dabei manchmal identifizierende Informationen preisgeben. Strafverfolgungsbehörden haben sie eingesetzt, um zu protokollieren, wer an einer Demonstration teilgenommen hat. Ein IMSI-Catcher-Detektor wie das Open-Source-Tool AIMSICD(neues Fenster) überwacht die Mobilfunkumgebung auf Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Er kann die Existenz eines gefälschten Masts zwar nicht beweisen, aber er kann verdächtiges Verhalten melden.

Faraday-Taschen: Funkstille auf Abruf

Eine Faraday-Tasche(neues Fenster) sieht aus wie eine Lunchtüte, blockiert aber elektromagnetische Signale vollständig und unterbricht Mobilfunk, WLAN und Bluetooth. Ein Telefon darin kann weder geortet noch erreicht oder mit etwas verbunden werden. Einige Proton-Mitarbeiter nutzen eine auf Reisen oder wann immer sie die Gewissheit haben wollen, dass ein Gerät wirklich offline ist und sich nicht nur im Flugmodus befindet.

Sicherheitsschlüssel: ein physischer zweiter Faktor

Ein Passwort allein schützt vor nichts mehr, sobald es durch Phishing gestohlen wurde. Ein Hardware-Sicherheitsschlüssel wie ein YubiKey(neues Fenster) oder Nitrokey(neues Fenster) fügt eine physische Komponente hinzu, sodass ein gestohlenes Passwort nicht ausreicht, um Zugriff zu erhalten. Viele Schlüssel speichern auch Verschlüsselungsschlüssel und führen kryptografische Operationen direkt auf dem Gerät aus, wodurch sensible Daten von einem Laptop ferngehalten werden, der möglicherweise bereits gefährdet ist. Kaufe zwei: einen zur Verwendung und einen zur sicheren Aufbewahrung als Sicherung, da der Verlust deines einzigen Schlüssels eine ganz eigene Art von Aussperrung darstellt.

Privatsphäre-Blickschutzfolien: Blockieren des ältesten Angriffs, den es gibt

Eine Privatsphäre-Blickschutzfolie(neues Fenster) nutzt Tausende mikroskopisch kleiner vertikaler Filter, die so klein sind, dass sie unsichtbar sind. Sie lassen das Licht direkt durch und blockieren es von der Seite. Der Bildschirm lässt sich für dich klar lesen, während er für die Person neben dir wie eine leere Oberfläche aussieht. Sie wurde entwickelt, um den einfachsten Angriff auf der Liste zu verhindern: Jemand, der dir im Zug, am Flughafen oder in einem Großraumbüro über die Schulter schaut.

USB-Datenblocker: Laden ohne das Datenrisiko

Öffentliche USB-Ports übertragen sowohl Strom als auch Daten, was genau das Problem ist, wenn dein Akku am Flughafen bei 2 % liegt. Ein USB-Datenblocker(neues Fenster), manchmal auch USB-Kondom genannt, blockiert physisch die Datenpins, während er den Strom durchlässt. Dein Telefon lädt sich auf. Mehr passiert nicht.

Bargeld: das ursprüngliche Privatsphäre-Tool

Jede Kartenzahlung hinterlässt Spuren darüber, wo du wann warst und wie viel du ausgegeben hast. Bargeld nicht. Es ist eine Erinnerung daran, dass Privatsphäre nicht nur ein digitales Anliegen ist. Derselbe Instinkt, der uns dazu bringt, einen Posteingang zu verschlüsseln, sollte sich auch auf die physischen Spuren erstrecken, die wir hinterlassen.