Beschreibung
Transformator mit temperaturabhängiger Kühlung
Die Erfindung betrifft ein elektrisches Gerät mit einem Ge¬ häuse, einem in dem Gehäuse angeordneten und mit Hochspannung beaufschlagbaren Aktivteil, das bei seinem Betrieb Wärme er¬ zeugt, einer zur Kühlung vorgesehenen Isolierflüssigkeit, mit der das Gehäuse befüllt ist, und einer Kühlanlage zum Kühlen der Isolierflüssigkeit, die wenigstens ein wärmeleitend mit der Außenatmosphäre verbundenes Kühlelement aufweist, über das die Isolierflüssigkeit geführt wird.
Ein solches elektrisches Gerät ist aus der ständigen Praxis bereits bekannt. So werden Öltransformatoren gemäß dem Stand der Technik zur Kühlung mit Radiatoren ausgestattet. Diese sind direkt am Gehäuse des Transformators angeschlossen, so dass die Isolierflüssigkeit den Radiator von innen durch¬ strömt. Mit ihrer Außenseite sind die Radiatoren der Atmo¬ sphäre zugewandt. Insbesondere bei großen Kühlanlagen sind mehrere Radiatoren vorgesehen, die parallel zueinander angeordnet sind und sogenannte Radiatorbatterien ausbilden. Beim Betrieb des Transformators kommt es aufgrund von Lastschwan¬ kungen zu erheblichen Änderungen der vom Aktivteil abgegebenen Wärmemenge und infolgedessen zu erheblichen Änderungen der Temperatur der Isolierflüssigkeit. Zur Aufnahme der durch diese Temperaturschwankungen verursachten Volumenänderung der Isolierflüssigkeit ist üblicherweise ein Ölausdehnungsgefäß vorgesehen, das mit dem Gehäuse des Transformators verbunden ist. Große Temperaturschwankungen können dem Wärmeausdehnungskoeffizienten der Isolierflüssigkeit entsprechend zu großen Volumenänderungen führen, so dass raumgreifende Ausdehnungsgefäße notwendig sind, um die bei hohen Temperaturen entstehenden großen Volumina an Isolierflüssigkeit im Trans¬ formator sicher aufzunehmen.
Bei hermetisch abgeschlossenen Transformatoren treten von der Temperatur der Isolierflüssigkeit abhängige Druckschwankungen
auf, die sich ebenfalls nachteilig auf den Betrieb des elekt¬ rischen Geräts auswirken. Im Falle einer Entfeuchtungseinrichtung, die mit dem Gehäuse eines atmenden Transformators verbunden ist, sollte der Durchsatz von Luft begrenzt werden, da sich ansonsten der Verbrauch an Entfeuchtungsmitteln erhöht .
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Transformator der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem Temperaturschwan- kungen kostengünstig begrenzt oder sogar vermieden sind.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die Kühlanlage einen mit dem Gehäuse verbundenen und mit Steigabzweigungen versehenen Steigabschnitt aufweist, der an jeder Steigabzwei- gung mit einem Kühlelement verbunden ist, wobei das Volumen des Steigabschnittes in Abhängigkeit eines Wärmeausdehnungs¬ koeffizienten der Isolierflüssigkeit so gewählt ist, dass der Füllstand bei vorgegebenen Temperaturen eine unterschiedliche Anzahl von Steigabzweigungen erreicht.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein elektrisches Gerät, beispielsweise ein Transformator oder eine Drossel bereitge¬ stellt, die mit einer passiven temperaturabhängigen Kühlanlage ausgerüstet ist. Mit anderen Worten wird mit steigender Kühlanforderung, also mit steigender Temperatur der Isolierflüssigkeit, die wirksame Kühloberfläche der Kühlanlage er¬ höht. Hierzu ist die Kühlanlage mit einem Steigabschnitt bei¬ spielsweise einem Steigrohr oder einer Steigkammer ausgerüstet, der mit Steigabzweigungen versehen ist. Jede Steigab- zweigung ist mit dem Eingang eines Kühlelements verbunden, so dass erwärmte nach oben steigende Isolierflüssigkeit von dem Steigabschnitt in das mit dem Steigabzweig verbundene Kühl¬ element fließen kann. Das Volumen der Isolierflüssigkeit ist so gewählt, dass bei Temperaturänderungen in dem vorbekannten Temperarturbereich sich der Pegel der Isolierflüssigkeit, al¬ so ihre Oberfläche oder der Füllstand, im Steigabschnitt än¬ dert. Zweckmäßigerweise ist jede Steigabzweigung mit dem obe¬ ren, also vom Bodenbereich des elektrischen Geräts, abgewand-
ten Eingang des Kühlelements verbunden, wobei der Ausgang des Kühlelements weiter unten, also mit einem geringeren Abstand zum Bodenbereich des elektrischen Geräts angeordnet ist. Der Ausgang des Kühlelements ist wieder zweckmäßigerweise über eine Rohrleitung mit dem Gehäuse verbunden, so dass die Kühlflüssigkeit über das jeweilige Kühlelement geführt werden kann, also mit anderen Worten zirkuliert. Grundsätzlich ist die Ausgestaltung des jeweiligen Kühlelements im Rahmen der Erfindung beliebig. Das Volumen der Isolierflüssigkeit ist so gewählt, dass der Füllstand, also der Pegel der Isolierflüs¬ sigkeit, innerhalb des Steigabschnitts von der Temperatur der Isolierflüssigkeit bestimmt ist. So wird bei einer vorbe¬ stimmten Temperatur Tl ein Füllstand oder ein Pegel der Isolierflüssigkeit erreicht, bei dem die Isolierflüssigkeit über die von ihr erreichte Steigabzweigung in das dieser zugeordnete Kühlelement strömt. Hierbei wird die Strömung durch Kon- vektion in dem Sinne bedingt, dass erwärmte Kühlflüssigkeit nach oben strömt. Der vertikale Abstand der Steigabzweigungen und das Volumen des Steigabschnittes, der durch ihren Durchmesser bestimmt ist, sind in Abhängigkeit des Wärmeausdehnungskoeffizienten der Isolierflüssigkeit ausgewählt beziehungsweise dimensio¬ niert. Dies bedeutet, dass bei einer vorgegebenen zweiten Temperatur Tl, die beispielsweise kurz unterhalb eines kriti¬ schen Wertes liegt, der Isolierflüssigkeitspegel die zweite Steigabzweigung erreicht und somit die Isolierflüssigkeit über zwei Kühlelemente geführt ist, wobei sich die Oberfläche der gesamten Kühlanlage vergrößert. Es stellt sich somit eine stufenweise erhöhte Kühlung ein. Selbstverständlich ist es im Rahmen der Erfindung möglich, den Steigabschnitt mit zwei, drei, vier oder mehr Steigabzweigungen auszurüsten, je nachdem wie feinstufig die Kühlung eingestellt werden soll. Auf diese Weise ist eine kostengünstige, zuverlässige und hoch- wirksame temperaturabhängige Kühlung bereitgestellt.
Darüber hinaus wirkt die Kühlanlage auch als Ausdehnungsge¬ fäß, so dass das ansonsten üblicherweise vorgesehene Ausdeh-
nungsgefäß, entweder vollständig entfallen oder aber kompakter ausgestaltet werden kann.
Im Rahmen der Erfindung sind das Gehäuse des elektrischen Ge- rätes und die Kühlanlage mit so viel Isolierflüssigkeit befüllt, dass das Gehäuse bei allen Temperaturen im vorbe¬ kannten Temperaturbereich bis zur Unterkante eines das Gehäu¬ se nach oben abschließenden Deckels mit der Isolierflüssig¬ keit gefüllt ist.
Die Erfindung wirkt sich insbesondere auch vorteilhaft auf das Kaltstartverhalten eines Transformators aus. Ist der er¬ findungsgemäße Transformator beispielsweise nach einer War¬ tung längere Zeit außer Betrieb und wird anschließend wieder in Betrieb genommen oder wird er beispielsweise neu aufge¬ stellt, ist die Kühlung mangels eines hohen Füllstands an Isolierflüssigkeit gering. Die Isolierflüssigkeit kann sich schneller erwärmen und erreicht so schneller ihre gewünschten Eigenschaften. Das günstige Kaltstartverhalten des Transfor- mators ist insbesondere beim Einsatz von flüssigen Estern als Isolierflüssigkeit vorteilhaft und stellt eine wesentliche Motivation der Erfindung dar.
Im Rahmen der Erfindung sind beispielsweise auch mehrere Steigabschnitte möglich. Die geometrische Ausgestaltung des oder der Steigabschnitte ist im Rahmen der Erfindung grundsätzlich beliebig. Bevorzugt ist jedoch, dass jeder Steigab¬ schnitt als Steigrohr ausgebildet ist. Vorteilhafterweise weist der oder jeder Steigabschnitt einen schräg zu einer Seitenwand des Gehäuses verlaufenden Schräg¬ abschnitt auf, wobei die Steigabzweigungen im Schrägabschnitt angeordnet sind. Mit dem Begriff „schräg" ist im Rahmen der Erfindung gemeint, dass dieser weder senkrecht noch horizon- tal, sondern geneigt verläuft. Mit anderen Worten spannt der Schrägabschnitt mit einer Horizontalen einen Winkel auf. Die Steigabzweigungen sind in dem Schrägabschnitt angeordnet. Mit zunehmender Temperatur steigt die Isolierflüssigkeit in
dem Schrägabschnitt an, so dass je nach Abstimmung des Volu¬ mens des Steigrohres oder Steigabschnittes der Schräglage und des Wärmeausdehnungskoeffizienten ein, zwei oder mehrere Kühlelemente von der Isolierflüssigkeit durchströmt werden. Gemäß einer bevorzugten diesbezüglichen Weiterentwicklung sind auch die Kühlelemente unterschiedlich hoch angeordnet, also mit anderen Worten in der Höhe gestaffelt.
Zweckmäßigerweise ist die Isolierflüssigkeit ein Öl, ein Es- ter oder eine sonstige bekannte Isolierflüssigkeit, mit der die notwendige Spannungsfestigkeit zwischen dem auf Hochspan¬ nung liegenden Aktivteil und dem üblicherweise auf Erdpoten¬ zial befindlichen Gehäuse ermöglicht ist. Als Ester kommen hier Ester in Betracht, die bei der angegebenen Betriebstem- peratur in flüssiger Form vorliegen. Solche Ester werden auch als Esterfluid bezeichnet.
Zweckmäßigerweise ist jede Steigabzweigung mit einem Radiator verbunden, der mehrere innere Kühlkanäle aufweist. Radiatoren sind dem Fachmann bekannt, so dass hier auf eine ausführliche Erläuterung und Darstellung verzichtet werden kann. Wesentlich ist hier, dass der Radiator mehrere innere Kühlkanäle aufweist, die alle mit einem oberen Einlass des Radiators verbunden sind. Am unteren Ende des Radiators münden die Kühlkanäle in einem unteren Sammelkanal, der über den Ausgang des Radiators und eine entsprechende Rohrleitung mit dem Ge¬ häuse des Transformators verbunden ist. Das Zuschalten eines weiteren Radiators durch entsprechenden Anstieg der Isolierflüssigkeit im Steigabschnitt erhöht die Oberfläche der Kühl- anläge beträchtlich. Mit anderen Worten ist die so genannte
Stufenhöhe der Kühlung gemäß dieser Ausgestaltung vergleichsweise groß.
Abweichend hiervon ist jede Steigabzweigung mit jeweils einem separaten einzelnen Kühlrohr verbunden. Das Kühlrohr weist im Vergleich mit dem einen Radiator eine wesentlich kleinere Kühloberfläche auf, so dass gemäß dieser Darstellung eine entsprechende feinstufigere Kühlung bereitgestellt ist.
Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung weist der Steigabschnitt einen senkrechten Rohrabschnitt auf. Dieser verlängert das Gehäuse zu einer von einer Bodenwandung abgewandten Seite, also nach oben hin, wobei die Steigabzwei¬ gungen in dem senkrechten Rohrabschnitt angeordnet sind.
Gemäß einer diesbezüglich zweckmäßigen Weiterentwicklung der Erfindung ist jede Steigabzweigung mit einem Eingang einer rohrförmigen Rohrkühlung verbunden, die an ihrem Ausgang mit dem Gehäuse in dessen Bodenbereich verbunden ist. Die Verwendung eines vertikalen Steigrohres ermöglicht eine kompaktere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen elektrischen Gerätes.
Zweckmäßigerweise ist wenigstens eine Steigabzweigung mit ei¬ nem Eingang einer zu einem Wärmetauscher führenden Rohrleitung verbunden, wobei der Wärmetauscher ausgangsseitig mit dem Gehäuse im Bodenbereich verbunden ist. Gemäß dieser vorteilhaften Weiterentwicklung wird die erwärmte Isolierflüs¬ sigkeit bei einer bestimmten Temperatur zusätzlich über einen Wärmetauscher geführt, so dass die Wärmeenergie einer weite¬ ren Verwendung zugeführt werden kann. Zweckmäßigerweise ist bereits die Steigabzweigung mit einem Wärmetauscher verbunden .
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist wenigstens eine Steigabzweigung mit einem Wärmerohr und beispielsweise mit so genannten Heat-Pipes verbunden. Heat-Pipes sind dem Fachmann als solche bekannt, so dass auf deren Ausgestal¬ tung im Detail verzichtet werden kann. Wärmerohre oder Heat- Pipes sind effektive Kühlmittel und üblicherweise mit einem ersten Ende wärmeleitend mit dem zu kühlenden Gegenstand ver¬ bunden. Aufgrund der Erwärmung wird an diesem Ende im Inneren des Wärmerohres eine Flüssigkeit verdampft. Die endotherme Verdampfung sorgt für die gewünschte Kühlung. Der Dampf steigt dann an eine kühlere Stelle und kondensiert dort. Die kondensierte Flüssigkeit wird z.B. über Kapillareffekte wie¬ der an das untere Ende gebracht.
Weiterhin kann es im Rahmen der Erfindung zweckmäßig sein, dass ein Ventilator zum Verstärken der Kühlwirkung der Kühlanlage vorgesehen ist. Der Ventilator kann beispielsweise mit einem Wärmeaustauschregister in dem Sinne zusammenwirken, dass ein vom Ventilator erzeugter Luftstrom an der Außenfläche der Kühlelemente oder des Radiators vorbeigeführt wird, wobei Wärme von der vorbeiströmenden Luft aufgenommen und so abgeführt wird.
Gemäß einer diesbezüglich zweckmäßigen Weiterentwicklung ist der Ventilator mit einer Regelungseinrichtung verbunden, die ihrerseits mit einem Füllstandssensor verbunden ist. Der Füllstandssensor stellt ausgangsseitig Signale bereit, die einem Füllstand im Steigabschnitt entsprechen. Entsprechend dieser Füllstandssignale steuert die Regelungseinrichtung den Ventilator an, so dass bei hohen kritischen Temperaturen die Rotationsgeschwindigkeit des Ventilators erhöht und somit ein erhöhter, schnellerer Luftstrom erzeugt wird. Dies verstärkt die Kühlwirkung des Ventilators. Natürlich kann der Ventila¬ tor auf diese Weise auch einfach nur ein- oder ausgeschaltet werden .
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bilden das Gehäuse, die Kühlelemente sowie das Steigrohr eine druckfes¬ te, hermetische abgeschlossene Einheit, wobei der Raum ober¬ halb des Füllstandes der Isolierflüssigkeit mit einem komp- ressiblen Inertgas befüllt ist. Das kompressible Inertgas, beispielsweise Stickstoff, wirkt dann wie ein Gaspolster. Steigt die Temperatur und somit der Füllstand der Isolier¬ flüssigkeit in der Kühlanlage und dem Steigrohr, so wird das Inertgas im über der Isolierflüssigkeit verbleibenden Teil der Kühlanlage komprimiert. Bei Bedarf werden zusätzliche mit dem Inertgas befüllte Behälter über eine Rohrleitung mit dem Gas führenden Teil der Kühlanlage oder des Steigrohres ver¬ bunden. Somit erhält man einen hermetischen Abschluss des Transformators und die Isolierflüssigkeit wird vor Einflüssen der Umgebungsluft zuverlässig geschützt.
Durch geeignete Gestaltung des Querschnittes des Steigrohres, des Höhenversatzes zwischen den Steigabzweigungen sowie der Anzahl der zu jeder Steigabzweigung zugeordneten Kühlelemente kann die Kühlfunktion exakt gesteuert werden. Der Anstieg der Last/Temperaturkurve lässt sich gezielt einstellen. Der Tem¬ peraturanstieg ist als lineare, als exponentielle, aber auch als logarithmische Funktion steuerbar, da bei einer erfindungsgemäßen Gestaltung des elektrischen Gerätes jeder Tempe- ratur eine bestimmte Kühlfläche zugeordnet werden kann. Dazu wird je nach gewünschtem Verlauf der Kühlkurve jeder Steigab¬ zweigung im Steigrohr eine bestimmte Anzahl von Kühlelementen zugeordnet . Die Auswahl richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen:
Kaltstartverhalten, Einsatz bei arktischen Temperaturen, Viskosität der Isolierflüssigkeit (Ester) , Druckausgleich bei hermetisch abgeschlossener Ausführung, Wicklungsverluste. Zur Verringerung des Luftaustausches bei atmenden Transforma- toren sowie zur Begrenzung der Druckschwankungen bei hermetisch abgeschlossenen Transformatoren kann logarithmischer Verlauf des Temperaturanstieges durch überproportionale Zu¬ nahme der einbezogenen Kühlelemente vorteilhaft sein. Das heißt, die Zuordnung der Anzahl von Kühlelementen je Steigab- zweigung steigt mit der Höhe der Anordnung der Steigabzwei¬ gung im Steigrohr.
Zur Beibehaltung niedriger Wicklungsverluste eignet sich eine rasche Einbeziehung der gesamten Kühlanlage bei Erreichung der optimalen Betriebstemperatur.
Vorteilhafterweise ist der Steigabschnitt oberhalb eines ma¬ ximalen Füllstandes der Isolierflüssigkeit mit einer Öffnung versehen ist, durch welche bei durch Temperaturänderungen der Isolierflüssigkeit verursachten Volumenänderungen derselben ein Gasaustausch mit der Umgebung oder weiteren Gefäßen möglich ist, und dass der Innenraum der Kühlelemente die Volu-
menschwankungen der Isolierflüssigkeit ganz oder teilweise aufnimmt .
Die Gewährleistung einer minimalen Betriebstemperatur ist beispielsweise auch mit nur wenigen oder nur einer Steigrohrabzweigung möglich, an die dann die gesamte Kühlanlage ange¬ schlossen wird.
Vorteilhafterweise ist das elektrische Gerät ein Transforma- tor oder eine Drossel.
Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfin¬ dung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figuren der Zeichnung, wobei gleiche Bezugszeichen auf gleich wirkende Bauteile verweisen und wobei die
Figuren 1 bis 6 jeweils ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen elektrischen Gerä- tes in schematischer Darstellung zeigen .
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungs¬ gemäßen Gerätes, das hier ein Transformator 1 ist. Der Trans- formator 1 verfügt über einen Aktivteil 2, welcher wiederum aus einer Wicklungsanordnung 4 besteht, die um einen Magnetkern 3 gewickelt ist. Die Wicklungsanordnung 4 besteht aus einer figürlich nicht weiter dargestellten Unter- sowie Oberspannungswicklung. Darüber hinaus verfügt der Transformator 1 über ein Gehäuse 6, das mit einer Isolierflüssigkeit 20 befüllt ist. Zur Aufnahme von Isolierflüssigkeit bei hohen Temperaturen ist ein Ölausdehnungsgefäß 26 vorgesehen, das über eine Rohrleitung 15 mit dem Gehäuse 6 des Transformators 1 verbunden ist. Zwischen dem Ölausdehnungsgefäß 26 und dem Gehäuse 6 ist eine Kühlanlage 8 angeordnet. Die Kühlanlage 8 verfügt über ein Steigrohr 15 als Steigabschnitt, das einen Schrägabschnitt 15.1 aufweist. Ferner ist ein Rückleitungs- rohr 16 vorgesehen. In dem Schrägabschnitt 15.1 der Rohrlei-
tung 15 sind Steigabzweigungen 9, die mit dem oberen Eingang von Radiatoren 10 verbunden sind. Jeder Radiator 10 ist seinerseits mit mehreren parallel zueinander verlaufenden Kühlkanälen ausgerüstet, die über einen Ausgang mit dem Rücklei- tungsrohr 16 verbunden sind. In Figur 1 sind ferner Füllstände der Isolierflüssigkeit durch gestrichelte Linien verdeut¬ licht. Der Füllstand 21.3 entspricht dem minimalen Füllstand der Isolierflüssigkeit, der sich einstellt, wenn der Trans¬ formator 1 nicht in Betrieb ist. Bei Normalbetrieb stellt sich ein Füllstand ein, der mit 21.1 referenziert ist. Der Füllstand 21.5 entspricht einem maximalen Füllstand.
Aufgrund des zum Teil schrägen Verlaufs der Rohrleitung 15 sind die Radiatoren oder mit anderen Worten Kühlelemente 10 in der Höhe gestaffelt angeordnet. Diese Höhenstaffelung wirkt sich vorteilhaft auf die Zirkulationsgeschwindigkeit der Isolierflüssigkeit 20 durch die Kühlanlage 8 aus. Durch die Rückführleitung 16 sind die Radiatoren ferner hydraulisch mit dem Transformator 1 verbunden. Bei steigender Temperatur kommt es durch die Ausdehnung der Isolierflüssigkeit 20 zu einem steigenden Füllstand in den Radiatoren 10 sowie der Rohrleitung 15 und insbesondere in dem Schrägabschnitt 15.1. Die Radiatoren 10 können nur wirksam werden, wenn die Isolierflüssigkeit diese durchsetzt beziehungsweise in ihnen zirkuliert. Dazu muss der Isolierflüssigkeitstand in dem
Schrägabschnitt 15.1, die jeweils dem Radiator 10 zugeordne¬ ten Steigabzweig 9 erreichen. Die Anordnung der Kühlelemente 10 ist derart gewählt, dass je nach gewünschter Kühlrate eine dem Füllstand der Isolierflüssigkeit entsprechende Anzahl von Radiatoren in die Strömung der Isolierflüssigkeit 20 einbezo¬ gen ist. Da die Kühlanlage 8 erfindungsgemäß die Aufnahme der thermisch bedingten Volumenschwankungen der Isolierflüssigkeit übernimmt, kann das Ausdehnungsgefäß 26 kompakter ausge¬ staltet und in einem hiervon abweichenden Ausführungsbeispiel vollkommen entfallen.
Figur 2 zeigt ein von Figur 1 abweichendes Ausführungsbei¬ spiel des erfindungsgemäßen elektrischen Gerätes 1, das hier
ebenfalls als Transformator 1 ausgebildet ist. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel sind das Gehäuse 6 und die Kühlanlage 8 so dimensioniert, dass die Unterkante des Deckels des Trans¬ formators bei allen Temperaturen der Isolierflüssigkeit 20 unterhalb der Oberfläche der Isolierflüssigkeit 20 angeordnet ist. Somit sind die unteren Teile einer figürlich nicht dar¬ gestellten Hochspannungsdurchführung stets vollständig von der Isolierflüssigkeit 20 umgeben. Auch gemäß dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Rohrleitung 15 einen Schrägabschnitt 15.1 auf. Die Steigabzweigungen 3 des
Schrägabschnitts 15.1 sind jedoch jeweils mit dem Eingang ei¬ nes separaten Kühlrohrs 10 verbunden. Die Kühlrohre 10 wirken ebenfalls als Kühlelement und können je nach Füllstand der Isolierflüssigkeit 20 in die Zirkulation der Isolierflüssig- keit 20 einbezogen werden, so dass die Kühlleistung soweit ansteigt, dass sich ein Gleichgewicht zwischen der zugeführten Verlustwärme des Transformators 1 und der abgegebenen Wärme der Kühlanlage 8 einstellt. Ist der Füllstand so hoch, dass nahezu sämtliche Kühlrohre 10 in die Kühlung mit einbe- zogen sind, wird dies durch einen Sensor 34, der in einem senkrecht sich aus der Rohrleitung 15 hervorragenden rohrför- migen Fortsatz angeordnet ist, erfasst. Das Ausgangssignal des Sensors 34 wird an eine figürlich nicht gezeigte Rege¬ lungseinrichtung überführt, die daraufhin einen Ventilator 12 zuschaltet, der eine zusätzliche Kühlung bereitstellt. Die Ansteuerung des Ventilators 12 ist so mit der hydraulischen Kühlung kombiniert.
In dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel wird das obe- re Sammelrohr der Kühlanlage 8, also die Rohrleitung 15, mit einer Entlüftungsleitung 18 versehen. Bei steigendem Isolier- flüssigkeitsspiegel wird Luft aus der Kühlanlage 8 verdrängt und über die Entlüftung 18 und einem Entfeuchter 28 abgeführt, welcher an dem äußeren Ende der Entlüftungsleitung 18 angeordnet ist, um bei Erkalten der Anlage und der dann ein¬ tretenden Absenkung des Füllstands der Isolierflüssigkeit ei¬ ne Befeuchtung der Isolierflüssigkeit zu vermeiden.
Figur 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfin¬ dungsgemäßen Transformators 1, der hier Mittel zur Wärmedämmung 39 aufweist, in dem gezeigten Beispiel durch Dämmplatten realisiert sind. Die Wärmedämmplatten 39 sind außen am Gehäu- se 6 des Transformators 1 angebracht. Damit wird es bei¬ spielsweise möglich auch bei arktischen Außentemperaturen einen wechselnden Lastbetrieb zu fahren, da nun die Leerlauf¬ verluste zu einer Erwärmung des Transformators führen bei der die Viskosität der Isolierflüssigkeit auf Werte sinkt, welche eine Zirkulation derselben ermöglichen. Damit wird die Bildung gefährlicher lokaler Heißstellen in der Wicklung bei Lastwechseln vermieden. Dies ist insbesondere bei Transforma¬ toren vorteilhaft, deren Gehäuse 6 mit einer Isolierflüssig¬ keit 20 auf Basis von natürlichen oder synthetischen Estern befüllt ist, da die Viskosität dieser Fluide deutlich höher ist als bei Isolierflüssigkeiten 20 auf Basis von Mineralöl. Die Steigabzweigung 9 im Steigrohr 15 ist derart angeordnet, dass erst bei Erreichung einer den sicheren Betrieb des elektrischen Gerätes gewährleistenden Temperatur der Isolier- flüssigkeit 20 die Zirkulation der Isolierflüssigkeit 20 des Gerätes in den Kühlelementen beginnt.
Weiterhin ist in Figur 3 ein Kreislauf zur Nutzung der Verlustwärme des Transformators dargestellt . Dieser besteht aus einem Wärmetauscher 17.1 der einen Heizkreislauf zur
Abwärmenutzung 17.5 speist . Der Eintritt der Isolierflüssig¬ keit 20 ist in einer Höhe vorgesehen, welche einer Temperatur entspricht bei der eine sinnvolle Nutzung der Abwärme möglich ist. Weiterhin werden bei einer Ausführung mit Abwärmenutzung die weiteren Kühlelemente mit ihrem oberen Fluideinlass ober¬ halb der Steigabzweigung 9 für den Kühlkreislauf mit
Abwärmenutzung angeordnet . Somit ist eine effektive Nutzung der Abwärme ohne motorisch verstellbare Armaturen möglich, da automatisch der Kreislauf zur Abwärmenutzung bevorzugt mit warmer Kühlflüssigkeit versorgt wird . Überschreitet die Ver¬ lustwärme des Transformators 1 die von der Anlage zur Ver¬ lustwärmenutzung benötigte Wärmemenge oder ist die
Abwärmenutzung außer Betrieb, so kommt es zur weiteren Erwär-
mung der Isolierflüssigkeit und damit zu einer Volumenzunah¬ me. Damit steigt die Isolierflüssigkeit 20 an, so dass weite¬ re Kühlelemente in die Kühlung einbezogen werden. Durch geeignete Einstellung des Durchmessers des Steigrohres 15 zur Versorgung der Kühlanlage 8 lassen sich die Temperaturdiffe¬ renzen die zur Einbeziehung weiterer Kühlelemente 10 führen, präzise steuern . Somit ist bei entsprechend kleinem Durchmes¬ ser des Steigrohres 25 der Isolierflüssigkeit 20 eine Steuer¬ genauigkeit kleiner 1 K möglich .
Im Rahmen der Erfindung sind das Gehäuse des elektrischen Gerätes und die Kühlanlage mit so viel Isolierflüssigkeit 20 gefüllt, dass das Gehäuse bei allen Temperaturen im vorbe¬ kannten Temperaturbereich bis zur Unterkante eines das Gehäu- se nach oben abschließenden Deckels mit der Isolierflüssig¬ keit gefüllt ist und somit die Wicklungen 4 und die Untertei¬ le der Durchführungen 7 stets von der Isolierflüssigkeit umgeben sind. Vorteilhafterweise wird der Durchmesser des Steigrohres 15 oberhalb der obersten Steigabzweigung vergrößert, so dass bei einem weiteren Temperaturanstieg die Kühlleistung nicht mehr mit der Kühlfläche, sondern nur noch als Funktion der Temperaturdifferenz zur Umgebungstemperatur steigt . Diese Vergrö- ßerung des Querschnittes des Steigrohres dient weiterhin der Aufnahme einer weiteren durch Erwärmung bedingten Zunahme des Volumens der Isolierflüssigkeit, nachdem durch Erreichung des entsprechenden Füllstandes der Isolierflüssigkeit bereits al¬ le Kühlelemente in den Kühlkreislauf einbezogen sind.
Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem konventionelle Radiatoren 10.1, 10.2, 10.3 derart an dem Transformator 1 angeordnet sind, dass ihre oberen Sammelrohre 10.8 in der Höhe versetzt angeordnet sind . Der Transformator 1 verfügt über ein im Volumen erheblich reduziertes Ausdehnungsgefäß 26. Die Entlüftung der Kühlanlage 8 erfolgt über Rohrleitungen zum Ausdehnungsgefäß 26, die oberhalb eines Buchhol zrelais 31 angeordnet sind .
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Kühlelemente 10 zumindest teilweise auf gleicher Höhe ange¬ ordnet und über ein mit Steigabzweigungen ausgerüstetes
Steigrohr 15 mit dem Transformator 1 verbunden.
Die beim j eweiligen Füllstand nicht mit Isolierflüssigkeit 20 gefüllten Kühlelemente 10, sowie die Zuleitung zur Kühlanlage sind kompressible Gasvolumina und können bei entsprechender Gestaltung bei einem inneren Kurzschluss des Transformators als Berstschutz dienen.
Figur 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel bei dem die Anpassung der Kühlfläche an die Temperatur des Transformators 1 durch Schrägstellung handelsüblicher Platten oder Rohrradi- ator 10 erreicht wird. Der Schrägabschnitt 15.1 des Steigroh¬ res 15 ist am oberen, im Ausführungsbeispiel dem Eingang ge¬ genüberliegenden, Ende mit einem Entlüftungsanschluss verse¬ hen . Über diesen Anschluss wird die bei steigendem Füllstand verdrängte Luft über die Rohrleitung 18 abgeführt . Der Radia- tor 10 wirkt somit sowohl kühlend und dient darüber hinaus als Ausdehnungsgefäß des Transformators 1. Die technische Lö¬ sung ist sowohl als atmender Transformator 1 , als auch als hermetisch abgeschlossener Transformator 1 ausführbar . Bei hermetischer Ausführung wird an die Rohrleitung 18 an Stelle des Luftentfeuchters 28 eine Gaskompressionskammer 29 ange¬ schlossen, die in Figur 5 gestrichelt dargestellt ist . Der Raum über der Isolierflüssigkeit 20 wird mit einem Inertgas , vorzugsweise Stickstoff , gefüllt . Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 6 ist der Transformator 1 zusätzlich mit Wärmerohren 14 ausgestattet . Diese sind derart angeordnet, dass sie erst bei Erreichung eines bestimmten Füllstand der Isolierflüssigkeit 20 ihre Kühlwirkung entfal¬ ten . Die Wärmerohre 14 sind für relativ hohe Betriebstempera- turen ausgelegt und führen zu einer erheblichen Erhöhung der abführbaren Verlustleistung . Die Wärmerohre sind z.B. eine „Heat pipe" oder ein „Thermosiphon" , die als solche bekannt und ohne Pumpen oder dergleichen auskommen . Im Ausführungs-
beispiel sind die Wärmerohre als Thermosiphon 14 ausgestal¬ tet. Dabei wird ein Kondensationsabschnitt des Thermosiphons 14 mit zusätzlichen Kühlflächen versehen . In einer speziellen Ausgestaltung ist die zusätzlich Beblasung des Kondensations- abschnitts des Wärmerohres 14 mit einem Ventilator 12.5 mög¬ lich . Weiterhin ist der Transformator 1 im Ausführungsbei- spiel in hermetisch abgeschlossener Ausführung ausgeführt . Dazu ist das Steigrohr 15 oberhalb des maximalen Füllstandes 24 mit einer Gaskompressionskammer 29 erweitert.
Bezugszeichenliste :
• 1 Elektrisches Gerät
• 2 Aktivteil
• 3 Kern
· 4 Wicklung
• 6 Gehäuse
• 7 Hochspannungsdurchführung
• 8 Kühlanlage
• 9 Steigabzweigung
· 10 Kühlelement
• 10.1 ... 10.5 Kühlelemente 1,2,3,4,5
• 10.8 Oberes Sammelrohr des Kühlers (bei Radiator)
• 12 Ventilator
• 14 Heat Pipe / Wärmerohr
· 15 Steigrohr
• 16 Rückleitung
• 17.1 Wärmeaustauschanläge
• 17.2 Pumpe
• 17.5 Heizkreislauf für Abwärmenutzung
· 18 Rohrleitung
• 19 Rohrleitung
• 20 Isolierflüssigkeit
• 21 Isolierflüssigkeitsstand
• 21.1 IsolierflüssigkeitsSpiegel bei Normalbetrieb · 21.3 Minimaler Isolierflüssigkeitsstand
• 21.5 Maximaler Isolierflüssigkeitsstand
• 24 Bereich oberhalb des Isolierflüssigkeitsstands
• 26 Ölausdehnungsgefäß
• 28 Luftentfeuchter
· 29 Druckkompensationsgefäß
• 31 Buchhol zrelais
• 33 Temperatursensor
• 34 Füllstandssensor
• 36 Drucksensor
· 39 Wärmedämmplatten