Verfahren für die Herstellung eines Quarzglastiegels mit transparenter Innenschicht aus synthetisch erzeugtem Quarzglas
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren für die Herstellung eines Quarzglastiegels mit transparenter Innenschicht aus synthetisch erzeugtem Quarzglas.
Quarzglastiegel werden zur Aufnahme der Halbleiterschmelze beim Ziehen von Einkristallen, insbesondere aus Silizium, nach dem sogenannten Czochralski- Verfahren eingesetzt. Die Wandung eines derartigen Quarzglastiegels wird in der Regel von einer opaken Außenschicht gebildet, die mit einer Innenschicht aus transparentem, möglichst blasenfreien Quarzglas versehen ist.
Die transparente Innenschicht steht beim Ziehprozess im Kontakt zur Schmelze und unterliegt hohen mechanischen, chemischen und thermischen Belastungen. In der Innenschicht verbliebene Blasen wachsen unter dem Einfluss von Temperatur und Druck und können schließlich zerplatzen, wodurch Bruchstücke und Verunreinigungen in die Schmelze gelangen, wodurch eine geringere Ausbeute an versetzungsfreiem Einkristall erzielt wird.
Um den korrosiven Angriff der Schmelze zu verringern und damit einhergehend die Freisetzung von Verunreinigungen aus der Tiegelwandung zu minimieren, ist die Innenschicht daher möglichst homogen und blasenarm.
Zudem erhöhen sich im Zuge der fortschreitenden Miniaturisierung der Halblei- terwafer die Anforderungen an die Reinheit des Halbleiterkristalls und damit auch an die Reinheit der Quarzglastiegel ständig. Stand der Technik
Aus der DE 10 2008 030 310 B3 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Quarzglastiegels bekannt, bei dem in einer Vakuum-Schmelzform mittels einer Formschablone eine rotationssymmetrische, tiegeiförmige Körnungsschicht aus me-
chanisch verfestigtem Quarzsand mit einer Schichtdicke von etwa 12 mm gebildet, und auf dieser anschließend eine Innenkörnungsschicht aus synthetisch hergestelltem Quarzglaspulver ebenfalls unter Einsatz einer Formschablone ausgeformt wird. Das synthetische Quarzglaspulver hat Teilchengrößen im Bereich von 50 bis 120 pm. Die Körnungsschichten werden anschließend von Innen nach Außen mittels eines im Innenraum der Schmelzform gezündeten Lichtbogens gesintert. Es wird eine transparente Innenschicht auf einer opaken Tiegelvorform erhalten.
Das synthetische Quarzglaspulver wird beispielsweise durch Granulation einer Suspension aus pyrogen hergestelltem Si02-Pulver hergestellt. Dabei wird aus dem lockeren Si02-Sootstaub eine Suspension erzeugt und diese durch Nassgra- nulieren zu Si02-Granulatkörnern verarbeitet. Diese werden nach dem Trocknen und Reinigen durch Erhitzen in chlorhaltiger Atmosphäre zu einer dichten Quarzglaskörnung gesintert. Beim Homogenisieren und Granulieren der Suspension kann es zu intensiven Kontakten mit Wandungen der Gerätschaften oder Mahlkörpern kommen, die zu einem Eintrag von Verunreinigungen in das Granulat führen können.
Diesen Nachteil vermeidet das aus der US 3,741 ,796 A bekannte Verfahren zur Herstellung eines Tiegels, der vollständig aus synthetischem Si02 besteht. Dabei werden Si02-Partikel durch Flammenhydrolyse von SiCI4 erzeugt und mittels mehrerer Knallgasbrenner auf einem rotierenden Graphit-Dorn abgeschieden. Die Knallgasbrenner erzeugen dabei Flammentemperaturen im Bereich von 1500°C, die die Si02-Sootschicht thermisch vorverdichten, so dass eine Grünfestigkeit erreicht wird, die es ermöglicht, den tiegeiförmigen Grünkörper nach dem Abkühlen vom Dorn abzunehmen und in einen Heizofen zwecks vollständigem Verglasen einzubringen.
Das Sintern des vorverdichteten Grünkörpers in einem separaten Heizofen erzeugt zusätzliche Apparate-, Zeit- und Energieaufwand und ist daher kostenintensiv und nicht produktiv.
Diesen Nachteil vermeidet das in der JP 1 1 -01 1956 A beschriebene Verfahren, das auch der eingangs genannten Gattung entspricht. Zur Herstellung eines Quarzglastiegels mit einer Innenschicht aus synthetisch erzeugtem Quarzglas wird vorgeschlagen, eine Tiegelvorform aus Quarzglas bereitzustellen, diese mit seiner nach unten weisenden Tiegelöffnung um eine Rotationsachse zu rotieren und auf seiner Innenseite mittels Gasphasenabscheidung eine Innenschicht aus Quarzglas zu erzeugen. Hierfür wird ein Knallgasbrenner eingesetzt, dem Sauerstoff, Wasserstoff und ein siliziumhaltiges Ausgangsmaterial zugeführt werden und dessen Brennerflamme in den Tiegel-Innenraum gerichtet ist. In der Knallgas- flamme werden Si02-Partikel erzeugt und diese auf der Innenseite der Tiegelvorform abgeschieden und dabei mittels der Knallgasflamme unmittelbar zu der Innenschicht verglast.
Technische Aufgabenstellung
Die so erzeugte Innenschicht besteht aus hochreinem, synthetischem Quarzglas. Herstellungsbedingt enthält das Quarzglas der Innenschicht jedoch einen hohen Gehalt an Hydroxylgruppen, was mit einer vergleichsweise niedrigen Viskosität einhergeht. Hohen Temperaturen beim Kristallziehprozess kann der bekannte Tiegel daher nicht lange standhalten.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein kostengünstiges Verfahren zur Herstellung eines Quarzglastiegels mit einer Innenschicht aus transparentem, blasenarmem und reinem Quarzglas anzugeben, der sich eine außerdem durch eine lange Standzeit auszeichnet.
Darstellung der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, das folgende Verfahrensschritte umfasst:
(a) Erzeugen eines eine Innenseite aufweisenden gasdurchlässigen Tiegelsubstrats durch Verfestigen mindestens der Oberfläche einer Partikelschicht aus Si02-Partikeln,
(b) Abscheiden einer porösen Si02-Sootschicht (21 ) auf mindestens einer Teilfläche der Innenseite des Tiegelsubstrats durch Gasphasenabscheidung, und
(c) vakuum unterstützes Sintern der porösen Si02-Sootschicht (21 ) und mindestens eines Teils des Tiegelsubstrats mittels eines Lichtbogens und unter ei- nem über die Wandung der Vakuum-Schmelzform einwirkenden Vakuum, unter Bildung des Quarzglastiegels und der Innenschicht aus transparentem Quarzglas.
An der Innenseite einer Vakuum-Schmelzform wird eine tiegeiförmige Schicht von Si02-Partikeln, wie etwa Quarzsand oder Si02-Sootpartikeln, erzeugt, die durch Verfestigen eine gewisse mechanische Festigkeit erhält, und insgesamt oder mindestens im Bereich ihrer freien Oberfläche verfestigt. Diese verfestigte Schicht wird hier als„Tiegelsubstrat" bezeichnet.
Das Tiegelsubstrat weist einen Boden auf, der über einen gekrümmten Übergangsbereich mit einer zylinderförmig umlaufenden Seitenwand verbunden ist. Boden, Übergangsbereich und Seitenwand definieren die Tiegel-Innenseite und den Tiegel-Innenraum.
Die mechanische Festigkeit des Tiegelsubstrats kann gering sein. Ihre Innenseite muss lediglich soweit verfestigt sein, dass beim anschließenden Verfahrensschritt, nämlich der Gasphasenabscheidung zur Erzeugung einer porösen Si02- Sootschicht, die Si02-Sootteilchen ein ausreichend festes Substrat vorfinden, das nicht durch den Abscheideprozess weggeblasen wird. Wesentlich ist aber, dass die Verfestigung nicht derart ist, dass das Tiegelsubstrat gasundurchlässig wird. Dies wird weiter unten noch näher erläutert.
Auf der Tiegelsubstrat-Innenseite wird eine poröse Si02-Sootschicht mittels Gas- phasenabscheidung erzeugt. Dabei werden in einer Reaktionszone Si02-Partikel durch Hydrolyse oder Pyrolyse einer siliziumhaltigen Ausgangsverbindung gebildet und unter Bildung der porösen Si02-Sootschicht auf des Tiegelsubstratsinnenseite abgeschieden. Die Sootschicht bedeckt die gesamte Innenseite oder einen Teil davon, zumindest aber den Übergangsbereich.
Wichtig ist dabei, dass auch die Si02-Sootschicht - abgesehen von einer optional vorhandenen, dichten Hautschicht, die weiter unten noch näher beschrieben wird - eine offene Porosität aufweist. Diese wird erhalten, indem beim Abscheidepro- zess die Oberflächentemperatur der Sootschicht auf einer niedrigen Temperatur gehalten wird, die ein unmittelbares Dichtsintern der abgeschiedenen SiO2- Partikel verhindert. Die Oberflächentemperatur kann beispielsweise durch den Abstand der Reaktionszone zur Oberfläche eingestellt werden. Geeignete Oberflächentemperaturen können anhand weniger Versuche ermittelt werden.
Die Porosität von Tiegelsubstrat und Sootschicht ermöglicht einerseits Nachbe- handlungen, wie ein Trocknen der Schicht und ein Beladen mit Dotierstoffen, und andererseits ein vakuumunterstützes Sintern in einer Vakuumschmelzform mittels einer Plasmaflamme (hier auch als„Lichtbogen" bezeichnet). Beides - das vakuumunterstütze Sintern und der Einsatz eines Lichtbogens - stellen bewährte und produktive Verfahrenmaßnahmen dar, die eine besonders schnelle, reproduzier- bare und kostengünstige Tiegelherstellung erlauben.
Beide Maßnahmen sind jedoch nur möglich, wenn das Tiegelsubstrat porös ist. Denn beim Sintern der Sootschicht kommt es zu einer deutlichen Verminderung des Schichtvolumens, wobei es leicht zum Einschluss von Blasen kommen kann. Ein blasenfreies Dichtsintern der Sootschicht mittels Lichtbogen erfordert daher das gleichzeitige Absaugen von Gas aus der Sootschicht, also das gleichzeitige Anlegen eines Vakuums an der Außenwandung der Sootschicht.
Ein Verglasungsofen zum Sintern der Sootschicht ist nicht erforderlich, so dass der apparative und Energieaufwand entfällt. Da zum vakuum unterstützten Sintern keine Knallgasflamme eingesetzt wird, entfällt auch der Nachteil der Beladung mit Hydroxylgruppen der Innenschicht. Die nach dem Sintern der porösen Sootschicht erhaltene Innenschicht ist transparent und weitgehend blasenfrei. Infolge der anfänglichen Porosität des Tiegelsubstrats ist sie mit diesem verzahnt und verschmolzen, so dass ein Delaminieren ausgeschlossen ist. Erfolgt das vakuumunterstütze Sintern in einer wasserarmen - idealerweise einer wasserfreien - Um-
gebung, so wird eine auch ein vergleichsweise niedriger Hydroxylgruppengehalt von vorzugsweise weniger als 200 Gew.-ppm erhalten.
Zum Verfestigen der Si02-Partikelschicht kann diese beispielsweise thermisch verdichtet werden, beispielsweise mit durch Erhitzen mittels Laser (C02-Laser) oder Heizbrenner, beispielsweise einem Flammhydrolysebrenner, wie er auch zum Abscheiden der Si02-Sootschicht verwendet wird. Besonders bevorzugt erfolgt das Verfestigen der Partikelschicht gemäß Verfahrensschritt (a) jedoch durch thermisches Verdichten mittels Lichtbogen.
Dabei kann in üblicher Weise eine Partikelschicht an der Wandung der rotieren- den Vakuum-Schmelzform erzeugt und diese anschließend mittels eines Lichtbogens erhitzt und zu dem porösen Tiegelsubstrat thermisch verdichtet werden. Für die Herstellung des Tiegelsubstrats kann preiswerte Quarzkörnung aus natürlichem Quarzrohstoff eingesetzt werden. Auf diese Weise wird eine schnelle und preiswerte Herstellung des Tiegelsubstrats ermöglicht. Da auch beim vakuumun- terstützten Sintern gemäß Verfahrensschritt (c) ein Lichtbogen eingesetzt wird, erfordert diese Art und Weise der Verdichtung der Partikelschicht zum Tiegelsubstrat keinen Systemwechsel in der Heizmethode.
Alternativ oder ergänzend zur erwähnten thermischen Verdichtung umfasst das Verfestigen der Partikelschicht gemäß Verfahrensschritt (a) ein mechanisches Pressen der Partikelschicht oder ein Aufbringen eines Si02-Schlickers auf die Partikelschicht.
Das mechanische Pressen erfolgt beispielsweise bei der Herstellung der Partikelschicht unter Einsatz eines Werkzeugs, wie eines Spatels, wie er auch zur Formung der Partikelschicht eingesetzt wird. Dadurch wird eine im Wesentlichen gleichmäßige Vorverdichtung über die gesamte Dicke der Partikelschicht erreicht. Bei Einsatz eines Si02-Schlickers verstopfen die in dem Schlicker enthaltenen feinen Si02-Teilchen die Poren der Partikelschicht, so dass sich im Wesentlichen eine oberflächennahe Verdichtung einstellt.
Die mittlere Dichte der porösen Sootschicht liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 35 % der Dichte von Quarzglas, besonders bevorzugt im Bereich von 15 bis 30 % der Dichte von Quarzglas. Dabei wird eine Dichte von undotiertem Quarzglas von 2,21 g/cm3 zugrunde gelegt. Geringe Sootdichten erschweren ein blasenfreies Verglasen der Sootschicht. Dies gilt für Dichten von weniger als 15 % und insbesondere bei Dichten von weniger als 10%. Sehr hohe Dichten von mehr als 30%, insbesondere mehr als 35 %, können die Effektivität einer nachfolgenden Gasphasenbehandlung verringern, beispielsweise einer Dehydratationsbehandlung, und führen leicht zu Inho- mogenitäten sowohl innerhalb der Sootschicht als auch in der daraus erhaltenen, verglasten Schicht..
Es hat sich bewährt, wenn die Si02-Sootschicht gemäß Verfahrensschritt (b) mit einer Schichtdicke im Bereich von 5 mm bis 50 mm erzeugt wird.
Bei einer Schichtdicke von weniger als 5 mm ergibt sich nach dem Sintern eine dünne Innenschicht, die beim Einsatz des Tiegels schnell abgetragen werden kann. Schichtdicken von mehr als 50 mm sind schwierig zu verglasen und verlängern aufgrund ihrer wärmeisolierenden Wirkung die Aufheizdauer.
Das vakuum unterstütze Sintern kann in zwei Phasen unterteilt werden. In der Anfangsphase wird im Tiegel-Innenraum eine hohe Temperatur erzeugt, die zum Sintern der Sootschicht ausreicht. Es wird aber üblicherweise kein oder allenfalls ein geringer Unterdruck angelegt, um das Einsaugen von Gasen aus der
Schmelzform-Atmosphäre in die porösen Bereiche zu vermeiden. Die eigentliche Sinterphase beginnt nach Ausbildung einer dichten Haut auf der Sootschicht, die das Einsaugen von Gas aus dem Schmelzform-Innenraum vermindert. Erst dann wird der Unterdruck auf den Sollwert in der Sinterphase eingestellt. Der in diesem Verfahrensstadium anliegende Unterdruck wird im Folgenden auch als„Vollvakuum" bezeichnet.
In dem Zusammenhang hat es sich als günstig erwiesen, wenn die Sootschicht vor dem vakuum unterstützten Sintern eine obere Soothaut mit einer Dicke von
weniger als 5 mm mit einer Dichte von mehr als 50 % der Dichte von Quarzglas aufweist.
Die vorverdichtete Soothaut wirkt als Barriere gegen das Einsaugen von Gas aus dem Schmelzform-Innenraum. Sie weist außerdem eine erhöhte Sinteraktivität auf, was das anschließende Dichtsintern erleichtert, so dass ein frühes Anlegen des Vollvakuums ermöglicht und das Verglasen der darunter liegenden porösen Bereiche beschleunigt wird. Es ist nicht erforderlich, dass die oberste Soothaut vollständig dicht ist. Auch eine Soothaut mit einer geringen Gasdurchlässigkeit kann hilfreich sein. Die verdichtete Soothaut wird beim Sootabscheideprozess erzeugt oder in einem separaten Verfahrensschritt vor dem vakuum unterstützten Sintern. Zur Erzeugung der Verdichtung kann ein Laser oder ein Lichtbogen eingesetzt werden. Vorzugsweise erfolgen das Erzeugen der Sootschicht und das Vorverdichten im Bereich der oberen Soothaut jedoch mittels eines Soot-Abscheidebrenners. Der Soot-Abscheidebrenner erzeugt eine Reaktionszone in Form einer Brennerflamme, in der SiO2-Sootpartikel gebildet werden. Der Flammendruck kann dazu genutzt werden, die in der Reaktionszone gebildeten SiO2-Sootpartikel in Richtung auf die zu beschichtende Tiegelsubstrat-Innenseite zu beschleunigen. Um die gewünschte Verdichtung der oberen Soothaut zu bewirken, wird die Tempera- tur der Brennerflamme lediglich leicht erhöht oder der Abstand zur Oberfläche der Sootschicht verringert, so dass sich eine geringfügige Temperaturerhöhung auf der Sootoberfläche einstellt, die zu einer Verdichtung bis hin zu einer vollständig verglasten Schicht führen kann. Es ist nicht erforderlich, dass in der Brennerflamme dabei weiterhin SiO2-Partikel gebildet werden. Beim„vakuum unterstützten Sintern" wird von der Schmelzformwandung aus ein Unterdruck erzeugt, der über die porösen Bereiche des Tiegelsubstrats in die Sootschicht eingreift. Die Sinteratmosphäre innerhalb der Schmelztiegels spielt bis zur Ausbildung einer dichten Oberflächenschicht an der freien Innenseite der Sootschicht eine wichtige Rolle, da bis dahin die in der Atmosphäre enthaltenen Gase in die porösen Bereiche der Sootschicht und des Tiegelsubstrats gelangen.
Dieser Effekt wird bei einer bevorzugten Verfahrensweise verhindert, bei der die Sootschicht vor dem vakuum unterstützten Sintern eine glasige Haut mit einer Dicke von weniger als 0,5 mm aufweist.
Die glasige Haut ist dicht und verhindert das Einsaugen des Gases aus dem Tie- gel-lnnenraum in die Sootschicht und erlaubt unmittelbar nach ihrer Ausbildung das Anlegen des Vollvakuums.
Bei einer besonders bevorzugten Verfahrensvariante ist vorgesehen, dass die SiO2-Sootschicht einem Trocknungsprozess zur Reduzierung des Hydroxylgruppengehalts unterzogen wird, wobei innerhalb eines Tiegelsubstrat-Innenraums eine Atmosphäre aus einem trockenen Gas eingestellt wird, und das trockene Gas erwärmt und vom Innenraum durch die poröse Sootschicht nach außen gezogen wird.
Die Reduzierung des Hydroxylgruppengehalts führt zu einer vergleichsweise höheren Viskosität des Quarzglases der Innenschicht, was sich auf die Standzeit des Quarzglastiegels günstig auswirkt. Der Trocknungsprozess kann vor oder während des Sinterns der Sootschicht ablaufen. Er umfasst beispielsweise eine Vakuumbehandlung der Sootschicht bei erhöhter Temperatur (< 300 mbar; vorzugsweise im Temperaturbereich von 500 bis 1000 °C) oder eine Behandlung mit einem reaktiven Trocknungsgas, beispielsweise einem halogenhaltigen Trock- nungsgas. Bevorzugt wird jedoch ein thermisches Trocknungsverfahren angewandt, bei dem inertes, trockenes Gas eingesetzt wird, das erwärmt und vom Innenraum durch die poröse Sootschicht nach außen gezogen wird. Die Erwärmung des Gases kann dabei auch innerhalb der heißen oder noch heißen Sootschicht und des Tiegelsubstrats erfolgen. Die Temperatur des erwärmten inerten Gases beträgt vorzugsweise mindestens 800 °C. Dadurch ist der mittlere Hydroxylgruppengehalt in dem Quarzglas der Innenschicht auf weniger als 150 Gew.-ppm einstellbar.
Das Sintern der Sootschicht erfolgt vorzugsweise in einer wasserstoffarmen Atmosphäre - wie etwa unter Helium. So wird die Entstehung neuer Hydroxylgrup- pen durch Reaktion von Sauerstoff oder Oxiden mit Wasserstoff verhindert, so
dass im Quarzglas der Innenschicht auch ohne thermisches oder reaktives Trocknen geringe Hydroxylgruppengehalte einstellbar sind, vorzugsweise von weniger als 200 Gew.-ppm. Ein Hydroxylgruppengehalt von weniger als 200 Gew.-ppm führt zu einer ausreichend hohen Viskosität des Quarzglases der Innenschicht, so dass diese auch langen Behandlungsdauern bei hoher Temperatur standhält.
Helium zeichnet sich durch eine hohe Diffusionsgeschwindigkeit in Quarzglas aus. Mit Helium gefüllte Blasen entstehen daher beim Sintern der Sootschicht nicht oder sie können noch während des Sinterprozesses aufgelöst werden. Auf diese Weise wird ebenfalls eine besonders blasenarme Innenschicht erreicht.
Zur Herstellung der Si02-Sootschicht sind die bekannten Verfahren zur chemischen Gasphasenabscheidung grundsätzlich geeignet, sofern eine poröse Sootschicht erhalten wird. Vorzugsweise wird die poröse Si02-Sootschicht gemäß Verfahrensschritt (b) mittels einer Methode erzeugt, bei der das Tiegelsubstrat um eine Mittelachse rotierbar ist, und einen Bodenbereich und einen mit dem Bodenbereich verbundenen umlaufenden Seitenwandbereich mit einem oberen Rand aufweist, und dass das Abscheiden der porösen Si02-Sootschicht gemäß Verfahrensschritt (b) mittels eines Abscheidebrenners bei um die Mittelachse rotierendem Tiegelsubstrat erfolgt, indem dieser vom Bodenbereich beginnend unter Be- Schreibung eines wendeiförmigen Bewegungspfades entlang des Seitenwandbe- reichs in Richtung oberen Rand bewegt wird.
Dabei wird auf der Innenseite des um seine Mittelachse rotierenden Tiegelsubstrats vom Bodenbereich beginnend eine Sootschicht abgeschieden, indem der Abscheidebrenner entlang der Seitenwandung in Richtung oberem Rand bewegt wird. Dabei beschreibt der Abscheidebrenner einen wendeiförmigen Bewegungspfad entlang der Seitenwand, wobei die Sootschicht in der gewünschten Dicke in einem einzigen Durchgang erzeugt wird. Die auf diese Weise erzeugte Sootschicht ist homogen und im Wesentlichen frei von koaxialen Schichtungen, die parallel zur Ablagerungsfläche verlaufen, so dass einem Delaminieren der Soot- schicht entgegengewirkt wird.
Wenn es auf eine besonders hohe Produktivität ankommt, ist eine Verfahrensvariante zu bevorzugen, bei der das Abscheiden der porösen Si02-Sootschicht gemäß Verfahrensschritt (b) mittels einer Brenner-Anordnung erfolgt, die mehrere Abscheidebrenner aufweist. In der Regel ist die Innenseite des Quarzglastiegels vor Auslieferung zu reinigen. Hierfür sind Ätzverfahren gebräuchlich. Beim erfindungsgemäßen Verfahren stellte sich jedoch eine von Anfang an hohe Oberflächenqualität ein, die keiner Ätzbehandlung oder allenfalls einer wenig intensiven Ätzbehandlung bedarf. Vorzugsweise wird von der Innenschicht nach dem Sintern gemäß Verfahrensschritt (c) eine Schichtstärke von weniger als 0,5 mm abgeätzt, die in der Regel nicht durch Sintern unter Vollvakuum erzeugt worden ist und daher Blasen enthält.
Ausführungsbeispiel
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und einer Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt im Einzelnen in schematischer Darstellung Figur 1 eine Verfahrensweise zur Herstellung einer Tiegelvorform,
Figur 2 eine Verfahrensweise zum Abscheiden einer Sootschicht auf der Innenseite der Tiegelvorform
Figur 3 eine Verfahrensweise zum vakuum unterstützten Sintern von Sootschicht und Tiegelvorform zwecks Herstellung des Quarzglastiegels, Figur 4 eine weitere Verfahrensweise zur Herstellung einer Tiegelvorform,
Figur 5 eine weitere Verfahrensweise zum Abscheiden einer Sootschicht auf der Innenseite der Tiegelvorform, und
Figur 6 eine weitere Verfahrensweise zum vakuum unterstützten Sintern von
Sootschicht und Tiegelvorform zwecks Herstellung des Quarzglastiegels.
Die Schmelzvorrichtung gemäß Figur 1 umfasst eine Vakuum-Schmelzform 1 aus Metall mit einem Innendurchmesser von 75 cm und eine Höhe von 50 cm, die um die Mittelachse 2 rotierbar ist. In den Innenraum 3 der Schmelzform 1 ragen eine Kathode und eine Anode (Elektroden 5) aus Grafit, die - wie anhand der Rich- tungspfeile 7 angedeutet - innerhalb der Schmelzform 1 in allen Raumrichtungen verfahrbar sind.
Die Schmelzform 1 ist mittels einer Vakuumeinrichtung evakuierbar und weist zu diesem Zweck eine Vielzahl von Durchlässen 8 auf, über die ein an der Außenseite der Schmelzform 1 anliegendes Vakuum in den Innenraum 3 durchgreifen kann. Die Durchlässe 8 sind jeweils mit einem Stopfen 10 aus porösem Graphit verschlossen, der das Austreten von Si02-Körnung aus dem Innenraum 3 verhindert.
Im Folgenden wird die Herstellung einer Tiegelvorform für einen 28-Zoll- Quarzglastiegel anhand Figur 1 beispielhaft erläutert. Kristalline Körnung aus natürlichem, mittels Heißchlorierung gereinigtem Quarzsand, mit einer Korngröße im Bereich von 90 pm bis 315 pm wird in die um ihre Längsachse 2 rotierende Vakuum-Schmelzform 1 eingefüllt. Unter der Wirkung der Zentrifugalkraft und mittels einer Formschablone wird an der Innenwandung der Schmelzform 1 eine rotationssymmetrische tiegeiförmige Körnungsschicht 4 aus mechanisch verfestigtem Quarzsand geformt. Die mittlere Schichtdicke der Körnungsschicht 4 beträgt etwa 15 mm. Die Höhe der Körnungsschicht 4 im Sei- tenwandbereich entspricht der Höhe der Schmelzform, also etwa 50 cm.
Zum thermischen Verdichten der Si02-Körnungsschicht 4 werden die Elektroden 5 in den Innenraum 3 eingeführt und zwischen den Elektroden 5 ein Lichtbogen 6 gezündet. Dabei werden die Elektroden 5 in Figur 1 gezeigte seitliche Position gebracht und mit geringer Leistung beaufschlagt, um die Körnungsschichten 4 im Bereich der Seitenwandung soweit zu verfestigen, dass eine gewisse Agglomeration der Körnung erzeugt wird, die offene Porosität aber erhalten bleibt. Zum thermischen Verdichten der Körnungsschicht 4 im Bereich des Bodens werden
die Elektroden 5 unter Rotation der Schmelzform 1 um ihre Längsachse 2 in eine zentrale Position gebracht und nach unten abgesenkt.
Auf diese Weise wird eine thermisch verfestigte, aber weiterhin gasdurchlässige Tiegelvorform 20 (Figur 2) erhalten, die ein Tiegelsubstrat im Sinne der Erfindung 5 darstellt. Beim Verdichten kann es im Bereich der Innenseite 9 lokal zu einem vollständigen Dichtsintern kommen, was aber unschädlich ist, solange die Gasdurchlässigkeit der Tiegelvorform 20 insgesamt gewährleistet ist. Andernfalls müssen die dichtgesinterten Oberflächenbereiche der Innenseite 9 nachträglich entfernt werden, beispielsweise durch Abschleifen oder Abätzen.
10 Nach dem Abkühlen wird die Tiegelvorform 20 aus der Schmelzform 1 entnommen, wobei ein Bett nicht gesinterter Quarzglaskörnung in der Schmelzform 1 verbleibt. Die Außenseite der entnommenen Tiegelvorform 20 wird abgeschliffen. Sie hat einen Bodenbereich 27, der über einen gekrümmten Übergangsbereich mit einer zylinderförmigen Seitenwand 28 verbunden ist. Die Wandung der Tie-
15 gelvorform 20 hat insgesamt eine einheitliche Stärke um 10 mm und sie ist fast durchgängig offenporig und gasdurchlässig.
Auf der Innenseite der Tiegelvorform 20 wird anschließend eine SiO2-Sootschicht 21 abgeschieden, wie in Figur 2 schematisch dargestellt. Die Tiegelvorform 20 wird hierfür kopfüber mit nach unten weisender Tiegelöffnung in ein Haltegestell 20 22 montiert, das um eine Rotationsachse 23 rotierbar ist. Die Rotationsachse 23 ist im Ausführungsbeispiel in einem Winkel von 30°C zur Vertikalen geneigt.
Mittels eines üblichen Flammhydrolysebrenners 24, dem als Brenngase Sauerstoff und Wasserstoff und als siliziumhaltiger Ausgangsstoff Octamethylcyclo- tetrasiloxan (OMCTS) zugeführt werden, wird eine Sootschicht 21 auf der Innen-
25 seite der rotierenden Tiegelvorform 20 erzeugt. Der Abscheidebrenner 24 wird hierzu vom Bodenbereich 27 beginnend entlang der Seitenwandung 28 in Richtung oberem Rand 26 verfahren, wie dies der Richtungspfeil 25 andeutet. Dabei beschreibt der Abscheidebrenner 24 einen wendeiförmigen Bewegungspfad entlang der Seitenwandung 28. Die thermisch verdichtete Tiegelvorform 20 stellt da-
30 bei eine geeignete, mechanisch feste Grundlage für die Sootschicht bereit.
An der Innenseite der Tiegelvorform 20 wird auf diese Weise eine gleichmäßig dicke, offenporige SiO2-Sootschicht 21 mit einer mittleren Dicke von etwa 10 mm erzeugt, die im Wesentlichen frei von koaxialen Schichtungen ist und die eine Dichte von 25 % der Dichte von Quarzglas hat. Während des Abscheideprozesses liegt die Oberflächentemperatur im Bereich der sich bildenden Sootschicht 21 bei maximal 1250 °C. Um in einer dünnen Oberflächenschicht von etwa 2 mm eine höhere Verdichtung um 80% (der Dichte von Quarzglas) zu erreichen, wird die Oberfläche der fertigen Sootschicht 21 abschließend mit dem Abscheidebrenner 24 ohne Partikelabscheidung abgefahren, wobei eine um etwa 100 °C höhere Oberflächentemperatur erzeugt wird.
Anschließend wird die gasdurchlässige Tiegelvorform 20 mitsamt der porösen Sootschicht 21 mit verdichteter Oberflächenschicht in einem vakuum unterstützten Sinterprozess verglast. Das Sintern erfolgt in derselben Vorrichtung wie die Herstellung der Tiegelvorform 20 und ist schematisch in Figur 3 dargestellt. Die Tiegelvorform 20 mitsamt der oberflächennah verdichteten Sootschicht 21 wird hierzu wieder in die Schmelzform 1 eingesetzt und der Spalt zwischen der Schmelzform-Innenseite und der Außenseite der Tiegelvorform 20 mit der Quarzglaskörnung wieder vollständig aufgefüllt. Die Elektroden 5 werden in die um ihre Längsachse 2 rotierende Schmelzform 1 in der Nähe der Sootschicht 21 positio- niert und zwischen den Elektroden 5 ein Lichtbogen 6 gezündet. Die Elektroden werden dabei mit einer Leistung von 600 kW (300 V, 2000 A) beaufschlagt, so dass sich im Schmelzform-Innenraum 3 eine Hochtemperatur-Atmosphäre einstellt.
Auf diese Weise wird auf der Sootschicht 21 eine Hautschicht aus dichtem, je- doch blasenhaltigem Quarzglas mit einer Dicke von etwa 0,5 mm erzeugt, begünstigt durch die dichtere Oberflächenschicht in diesem Bereich.
Nach Ausbildung der dichten Hautschicht wird über die Durchlässe 8 im Bodenbereich und im unteren Wandungsbereich ein Vollvakuum (100 mbar Absolutdruck) angelegt, wie durch die Richtungspfeile 1 1 angedeutet. Beim vakuumunterstütz-
ten Verglasen wandert eine Schmelzfront von Innen nach Außen durch die gesamte Sootschicht 21 und einen Teil der Tiegelvorform 20.
Die Sootschicht 21 verglast dabei zu einer transparenten und hochreinen Innenschicht ohne nennenswerte Blasenbildung (abgesehen von der dünnen Haut- schicht). Sobald die Schmelzfront etwa 4 cm von der Schmelzform-Wandung entfernt ist, wird das Evakuieren beendet. Dadurch verglast die rückwärtige Seite der Tiegelvorform 20 und des restlichen Körnungsbetts im Boden- und unteren Sei- tenwandbereich zu opakem, blasenhaltigem Quarzglas. Das Verglasen wird gestoppt, kurz bevor die Schmelzfront die Wandung der Schmelzform 1 erreicht. Von der gesinterten Schicht wird anschließend die beim Sintern erzeugte Hautschicht, die einen höheren Blasengehalt hat, entfernt. Hierzu wird eine Schichtstärke von etwa 0,4 mm durch Abätzen in Flusssäure abgetragen.
Die Innenschicht des so hergestellten Quarzglastiegels hat eine mittlere Dicke von 3 mm. Sie ist glatt, blasenarm und hat einen Hydroxylgruppengehalt um 180 Gew.-ppm. Sie ist mit der ehemaligen Tiegelvorform 20 fest verbunden, die einen transparenten und einen opaken Außenbereich des Quarzglastiegels bildet.
Sofern in den Figuren 4 bis 6 identische Bezugsziffern wie in den Figuren 1 bis 3 verwendet sind, so sind damit gleiche oder äquivalente Bestandteile der Vorrichtung bezeichnet. Insoweit wird auf die obigen Erläuterungen zu den Figuren 1 bis 3 verwiesen.
Die Schmelzvorrichtung gemäß Figur 4 entspricht derjenigen von Figur 1 . Zur Herstellung einer Tiegelvorform für einen 28-Zoll-Quarzglastiegel wird an der Innenwandung der Schmelzform 1 eine rotationssymmetrische tiegeiförmige Körnungsschicht 4 mit einer Dicke von etwa 15 mm aus kristalliner Körnung mittels einer Formschablone ausgeformt und dabei mechanisch verfestigt, wie oben anhand Figur 1 beschrieben.
Die Innenseite 9 der Körnungsschicht 4 wird mit einer Suspension aus deionisiertem Wasser und Si02-Teilchen besprüht. Bei den Si02-Teilchen handelt es sich um synthetisch hergestellte, im Wesentlichen sphärische Partikel mit bimodaler
Teilchengrößenverteilung, wobei ein erstes Maximum der Verteilung bei etwa 0,5 pm und ein zweites Maximum bei etwa 40 pm liegt. Der Feststoffgehalt der Suspension liegt bei 65 Gew.-%.
Die sphärischen Si02-Teilchen füllen die Zwischenräume der Körnungsschicht 4 teilweise auf. Sie haben eine kleisterähnliche Wirkung und führen in einer Oberflächenbereich 44 mit einer Dicke von 3 bis 5 mm zu einer gewissen Verdichtung und Verfestigung der Körnungsschicht 4, wobei aber die Gasdurchlässigkeit der so erhaltenen Tiegelvorform 40 erhalten bleibt. Diese stellt somit ein poröses Tiegelsubstrat mit mechanisch verfestigtem Oberflächenbereich 44 im Sinne der Er- findung dar.
Auf der Innenseite der Tiegelvorform 40 wird anschließend eine SiO2-Sootschicht 41 abgeschieden, wie in Figur 5 schematisch dargestellt. Die Tiegelvorform 40 verbleibt dabei in der Schmelzform 1 , die beim Abscheidprozess um ihre Rotationsachse 2 rotiert. Mittels eines üblichen Flammhydrolysebrenners 24, dem als Brenngase Sauerstoff und Wasserstoff und als siliziumhaltiger Ausgangsstoff Oc- tamethylcyclotetrasiloxan (OMCTS) zugeführt werden, wird die Sootschicht 41 auf der Innenseite 9 der rotierenden Tiegelvorform 40 erzeugt. Mit dem Abscheidebrenner 24 wird hierzu vom Bodenbereich beginnend die Sootschicht 41 abgeschieden, indem der Abscheidebrenner 24 entlang der Seitenwandung 28 in Rich- tung oberem Rand 26 bewegt wird, wie dies der Richtungspfeil 25 andeutet. Dabei beschreibt der Abscheidebrenner 24 einen wendeiförmigen Bewegungspfad entlang der Seitenwand. Der verdichtete Oberflächenbereich 44 stellt dabei eine geeignete, mechanisch feste Grundlage für die Sootschicht 41 dar.
Während des Abscheideprozesses liegt die Oberflächentemperatur im Bereich der sich bildenden Sootschicht 41 bei maximal 1250 °C. An der Innenseite 9 der Tiegelvorform 40 wird auf diese Weise eine gleichmäßig dicke, offenporige SiO2- Sootschicht 41 mit einer mittleren Dicke von etwa 10 mm erzeugt, die frei von Schichtungen ist und die eine Dichte von 25 % der Dichte von Quarzglas hat.
Das anschließende Sintern der innenbeschichteten Tiegelvorform 40 erfolgt in derselben Schmelzform 1 und ist schematisch in Figur 6 dargestellt.
Vorab wird die Tiegelvorform 40 mitsamt der Sootschicht 41 getrocknet. Hierzu wird im Schmelzform-Innenraum 3 ein Hochtemperatur-Atmosphäre aus Helium erzeugt, indem Helium eingeleitet und zwischen den Elektroden 5 ein Lichtbogen 6 gezündet wird, so dass sich die Temperatur im Schmelzform-Innenraum auf et- wa 800 °C erhöht. Durch Anlegen eines Vakuums über die Durchlässe 8 im Bodenbereich und im unteren Wandungsbereich wird anschließend das heiße Heliumgas aus dem Schmelzform-Innenraum durch die Tiegelvorform 40 gezogen, so dass das in den Zwischenräumen der Körnungsschicht 4 enthaltene Gas ausgetauscht wird. Nach Abschalten der Absaugung werden die Elektroden kurzzeitig mit einer Leistung von 600 kW (300 V, 2000 A) beaufschlagt, so dass sich im Schmelzform- Innenraum 3 eine weitere Temperaturerhöhung einstellt, infolge der auf der Sootschicht 41 eine Hautschicht aus dichtem, jedoch blasenhaltigem Quarzglas mit einer Dicke von etwa 0,5 mm gebildet wird. Nach Ausbildung der dichten Hautschicht wird ein Vollvakuum (100 mbar Absolutdruck) angelegt, wie durch die Richtungspfeile 1 1 angedeutet. Beim vakuumunterstützten Verglasen wandert eine Schmelzfront von Innen nach Außen durch die gesamte Sootschicht 41 und einen Teil der Tiegelvorform 40.
Die Sootschicht 41 verglast dabei zu einer transparenten und hochreinen Innen- schicht ohne nennenswerte Blasenbildung (abgesehen von der dünnen Hautschicht). Sobald die Schmelzfront etwa 4 cm von der Schmelzform-Wandung entfernt ist, wird das Evakuieren beendet. Dadurch verglast die rückwärtige Seite der Tiegelvorform 40 und der restlichen Körnungsschicht im Boden- und unteren Sei- tenwandbereich zu opakem, blasenhaltigem Quarzglas. Das Verglasen wird ge- stoppt, kurz bevor die Schmelzfront die Wandung der Schmelzform 1 erreicht.
Von der gesinterten Schicht wird anschließend die beim Sintern erzeugte Hautschicht, die einen höheren Blasengehalt hat, entfernt. Hierzu wird eine Schichtstärke von etwa 0,4 mm durch Abätzen in Flusssäure abgetragen.
Die Innenschicht des so hergestellten Quarzglastiegels hat eine mittleren Dicke von 3 mm. Sie ist glatt, blasenarm und hat einen Hydroxylgruppengehalt um 130 Gew.-ppm. Sie ist mit der ehemaligen Tiegelvorform 40 fest verbunden, die einen transparenten und einen opaken Außenbereich des Quarzglastiegels bildet.