Beschreibung
Verfahren zum Betreiben eines Chargiergutvorwärmers, sowie Chargiergutvorwärmer und Schmelzofenanlage
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Chargiergutvorwärmers für einen Schmelzofen sowie einen Chargiergutvorwärmer, wobei der Chargiergutvorwärmer einen
Schacht mit einer vertikalen Schachtöffnung umfasst, der an seinem oberen Ende mindestens eine Chargieröffnung zum Befüllen der Schachtöffnung mit stückigem Chargiergut und an seinem unteren Ende eine Entleerungsöffnung aufweist, wobei ein Querschnitt der Schachtöffnung sich ausgehend von der Chargieröffnung in Richtung der Entleerungsöffnung erweitert, und wobei der Chargiergutvorwärmer im Bereich der Entleerungsöffnung weiterhin mindestens eine Rückhalteeinrichtung zum temporären Zurückhalten des Chargierguts im Schacht umfasst. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Schmelzofenanlage umfassend einen derartigen Chargiergutvorwärmer.
Die Erfindung betrifft insbesondere einen Chargiergutvorwärmer für stückiges Chargiergut in Form von Metallschrott, der in einem Schmelzofen, insbesondere einem Lichtbogenofen, eingeschmolzen wird.
Chargiergutvorwärmer und Schmelzofenanlagen der eingangs genannten Art sind beispielsweise aus der DD 292517 A5 bekannt. Die DD 292517 A5 beschreibt ein Einschmelzaggregat mit einem Schachtförmigen Chargiergutvorwärmer und einem Schmelzofen in Form eines Lichtbogenofens. Der Schacht des Chargiergutvor¬ wärmers bildet mit einem Deckel des Lichbogenofens eine kon¬ struktive Einheit. Zum temporären Zurückhalten des Chargierguts im Schacht ist im Schacht mindestens ein bewegliches Sperrglied bzw. eine Rückhalteeinrichtung vorhanden.
Die DE 3940558 AI beschreibt einen Lichtbogenofen mit einem Schachtförmigen Chargiergutvorwärmer, der zusammen mit dem
Deckel des Ofens relativ zum Ofengefäß des Ofens vertikal oder horizontal bewegt wird.
Chargiergutvorwärmer dienen im Allgemeinen dazu, die im Abgas eines Schmelzofens enthaltene Wärmeenergie in möglichst gro¬ ßer Menge zur Vorwärmung einer Charge im Schmelzofen aufzuschmelzenden stückigen Chargierguts zu nutzen und so den spezifischen Energiebedarf des Schmelzofens zu reduzieren und die Energiebilanz des Schmelzprozesses zu optimieren. Das während des Aufschmelzens einer Charge an Chargiergut im Schmelzofen anfallende Abgas wird dazu in der Regel abgesaugt und durch eine nachfolgend in den Schmelzofen einzubringende Charge an stückigem Chargiergut hindurch geleitet. Dazu wird das Chargiergut in einem Behälter oder Schacht seitlich und/oder oberhalb des Schmelzofens zwischengespeichert und mit dem aus dem Ofenraum abgesaugten Abgas beaufschlagt. Der Schacht funktioniert hier wie ein Kamin, an dessen oberen Ende, also im Bereich der Chargieröffnung, aufgrund der Thermik und eines nachgeschalteten Unterdruckerzeugers ein Unterdruck erzeugt wird, der ein Absaugen der Abgase aus dem Ofenraum bewirkt. Der Schacht kann dabei direkt oberhalb des Ofende¬ ckels angeordnet sein, so dass das Chargiergut unmittelbar in den Ofenraum hinabfallen kann. Alternativ kann der Schacht auch seitlich des Schmelzofens angeordnet sein, wobei das Chargiergut in einen, beispielsweise horizontalen, Versorgungsschacht fällt, aus welchem es mittels z.B. eines Schie¬ bers in den Ofenraum verschoben wird.
Eine oder mehrere bewegliche und/oder schwenkbare Rückhalte¬ einrichtungen dienen im Allgemeinen dazu, in einer ersten Position das Chargiergut zum Zwecke der Vorwärmung im Schacht zurückzuhalten und in einer weiteren Position das erwärmte Chargiergut aufgrund seines Eigengewichtes aus dem Schacht hinabfallen oder hinabgleiten zu lassen. Eine Rückhalteeinrichtung kann in Form eines Gitters oder dergleichen ausgebildet sein, das seitlich aus dem Schacht gezogen werden kann, um die Entleerungsöffnung freizugeben. Eine Rückhalteeinrichtung kann aber auch schwenkbare Finger oder Fortsätze
aufweisen, die die Entleerungsöffnung durch ein Verschwenken der Finger oder Fortsätze nach unten freigeben.
Während der Vorwärmung einer Charge an Chargiergut im Schacht liegt das Chargiergut auf der/den Rückhalteeinrichtung ( en) und wird von Abgas durchströmt. Dabei wird das Abgas im Be¬ reich der Entleerungsöffnung des Schachts in die Schachtöffnung eingeleitet und im Bereich der Chargieröffnung des Schachts abgezogen und in der Regel einer Abgasnachbehand- lungsanlage zugeführt. Dabei wird das Abgas häufig durch die Entleerungsöffnung in den Schacht eingeleitet, wobei die Rückhalteeinrichtung ( en) in diesem Fall selbstverständlich für das Abgas durchlässig sein oder das Abgas vorbeilassen müssen .
Bei der Vorwärmung einer Charge an Chargiergut tritt nun das Problem auf, dass im unteren Bereich des Schachts eine stärkere Erwärmung auftritt als im oberen Bereich des Schachts. Zudem wird das Chargiergut aufgrund seiner Masse im unteren Bereich des Schachts stärker verdichtet als im oberen Be¬ reich. Dies ist umso ausgeprägter, je kleiner die Stücke an Schrott im unteren Bereich des Schachtes sind. Hier wird üb¬ licherweise Schott mit Stücken geringerer Abmessung einge¬ setzt als im oberen Bereich des Schachtes, um mit dem klein- teiligeren Schrott den Sturz des Chargierguts in den Ofenraum beim Chargieren des Schmelzofens abzudämpfen. Dies hat insge¬ samt zur Folge, dass das Chargiergut im unteren Bereich des üblicherweise gekühlten Schachtes zum Teil schmilzt oder zu¬ mindest zu Schmelzen beginnt und die einzelnen Chargiergut- stücke miteinander verkleben.
Dadurch werden die Zwischenräume zwischen den einzelnen Stücken an Chargiergut weniger und der durchströmbare freie Querschnitt innerhalb des Schachts vermindert. Die damit ver- bundene Verringerung des Abgasstroms durch die Charge an
Chargiergut ist im schlimmsten Fall so stark, dass es zu ei¬ nem Verschluss des Schachts durch das Chargiergut kommt und der Schacht die Funktion eines Kamins nicht mehr erfüllt. In
Folge kommt es zu einem Ausqualmen des Schmelzofens, d.h. es bildet sich im Schmelzofen ein Überdruck aus und das Abgas wird Undefiniert durch Ritzen und undichte Stellen zwischen Ofendeckel und Ofengefäß, Schacht und Ofendeckel usw. in die Atmosphäre geblasen.
Um die Kaminwirkung des Schachtes wieder herzustellen, muss der Schmelzprozess bisher unterbrochen werden. Häufig sind in einem solchen Fall auch Wartungsmaßnahmen am Schacht oder an der/den Rückhalteeinrichtung ( en) erforderlich. Der Stillstand führt zu einem ineffizienten Betrieb des Schmelzofens und un¬ erwünschtem zusätzlichem Energie- und gegebenenfalls Ersatzteilbedarf . Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines Chargiergutvorwärmers, einen Chargiergutvorwärmer und eine damit versehene Schmelzofenanlage bereitzustellen, mit welchen ein Ausqualmen eines Schmelzofens verhindert wer¬ den kann.
Die Aufgabe wird für das Verfahren zum Betreiben eines Chargiergutvorwärmers für einen Schmelzofen, wobei der Chargiergutvorwärmer einen Schacht mit einer vertikalen Schachtöffnung umfasst, der an seinem oberen Ende mindestens eine Char- gieröffnung zum Befüllen der Schachtöffnung mit stückigem
Chargiergut und an seinem unteren Ende eine Entleerungsöff¬ nung aufweist, wobei ein Querschnitt der Schachtöffnung sich ausgehend von der Chargieröffnung in Richtung der Entleerungsöffnung erweitert, und wobei der Chargiergutvorwärmer im Bereich der Entleerungsöffnung weiterhin mindestens eine
Rückhalteeinrichtung zum temporären Zurückhalten des Chargierguts im Schacht umfasst, mit folgenden Schritten gelöst: a) Anordnen des Schachtes in einer Chargierposition oberhalb und/oder seitlich des Schmelzofens;
b) Einfüllen des Chargierguts in die Chargieröffnung, bis zumindest ein horizontaler Querschnittsbereich der Schachtöffnung mit dem Chargiergut verfüllt ist, wobei das Char-
giergut mittels der mindestens einen Rückhalteeinrichtung im Schacht zurückgehalten wird;
c) Vertikales Anheben des Schachtes relativ zum Chargiergut ausgehend von der Chargierposition in eine Vorwärmpositi¬ on, wobei mindestens eine Hilfsöffnung zwischen einer Innenwandung des Schachtes und dem Chargiergut gebildet wird;
d) Einleiten von Abgas des Schmelzofens in die Schachtöffnung in Richtung der Chargieröffnung des Schachts, wobei das Chargiergut zumindest von einem Teil des Abgases durch¬ strömt und erwärmt wird; und
e) Entleeren des Schachts mittels der mindestens einen Rück¬ halteeinrichtung, wobei das vorgewärmte Chargiergut verti¬ kal durch die Entleerungsöffnung nach unten fällt.
Die Aufgabe wird für den Chargiergutvorwärmer, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei der Chargiergutvorwärmer einen Schacht mit einer vertikalen
Schachtöffnung umfasst, der an seinem oberen Ende mindestens eine Chargieröffnung zum Befüllen der Schachtöffnung mit stückigem Chargiergut und an seinem unteren Ende eine Entlee¬ rungsöffnung aufweist, wobei ein Querschnitt der Schachtöff¬ nung sich ausgehend von der Chargieröffnung in Richtung der Entleerungsöffnung erweitert, und wobei der Chargiergutvorwärmer im Bereich der Entleerungsöffnung weiterhin mindestens eine Rückhalteeinrichtung zum temporären Zurückhalten des Chargierguts im Schacht umfasst, dadurch gelöst, dass weiter¬ hin mindestens eine Hebeeinrichtung zum vertikalen Anheben des Schachtes relativ zu mittels der mindestens einen Rück¬ halteeinrichtung im Schacht zurückzuhaltendem Chargiergut vorhanden ist.
Die mindestens eine Hebeeinrichtung des erfindungsgemäßen Chargiergutvorwärmers ist insbesondere zum vertikalen Anheben des Schachtes relativ zum Chargiergut aus einer Chargierposi¬ tion, in der zumindest ein horizontaler Querschnittsbereich der Schachtöffnung mit Chargiergut verfüllt ist, in eine Vor¬ wärmposition eingerichtet, in der mindestens eine, insbeson-
dere ringförmige, Hilfsöffnung zwischen einer Innenwandung des Schachtes und dem zurückgehaltenen Chargiergut ausgebil¬ det ist. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird demnach zuerst der Schacht mit stückigem Chargiergut gefüllt, wobei sich ein me¬ chanisch weitgehend stabiler Kegel an Chargiergut in der Schachtöffnung bildet, wobei das Chargiergut bereichsweise mit der Innenwand des Schachtes in direktem Kontakt steht.
Anschließend wird der direkte Kontakt zwischen zumindest ei¬ nem Bereich der Innenwand des Schachtes und dem Chargiergut, je nach Ausgestaltung des Schachtes, zumindest an einer Seite ganz oder im Wesentlichen ganz, durch ein vertikales Anheben des Schachtes relativ zum Chargiergut aufgelöst. Ausgehend von der Chargierposition wird der Schacht dabei relativ zum Chargiergut bzw. Kegel an Chargiergut in eine Vorwärmposition gebracht, wobei mindestens eine spaltförmige, insbesondere ringförmige Hilfsöffnung zwischen der Innenwandung des
Schachtes und dem Chargiergut bzw. Kegel an Chargiergut ge¬ bildet wird.
Erweitert sich der Schacht ausgehend von der Chargieröffnung in Richtung Entleerungsöffnung allseits gleichmäßig, so ent- steht eine ringförmige Hilfsöffnung. Erweitert sich der
Schacht dagegen nur an einer bis drei Seiten, indem die Seiten zur Vertikalen schräg positioniert sind, während ein Wan¬ dungsbereich bzw. eine bis drei Seiten parallel zur Vertika¬ len ausgebildet ist/sind, so entsteht je nach Form des
Schachts eine spaltförmige Hilfsöffnung, die bei runden oder elliptischen Schachtformen sichelförmig und bei rechteckigen Schachtformen angrenzend an jede schräggestellte Seite des Schachts jeweils rechteckig ausgebildet ist. Es hat sich dabei gezeigt, dass der Kegel an Chargiergut bei der Bildung der mindestens einen Hilfsöffnung in sich stabil genug ist und nicht in sich zusammensinkt, wenn die Innenwand des Schachtes, welche den Umfang des Kegels begrenzt, zumin-
dest bereichsweise weggenommen bzw. davon zumindest teilweise entfernt wird. Lediglich kleinere Stücke an Chargiergut kön¬ nen in Bewegung versetzt werden, welche allerdings erfahrungsgemäß nicht dazu führen, dass die mindestens eine Hilfs¬ öffnung sich nicht oder im Wesentlichen nicht ausbildet.
Die mindestens eine Hilfsöffnung bildet bei Bedarf eine Pas¬ sage für das Abgas, die zumindest weitgehend oder vollständig frei von Chargiergut ist, so dass zumindest ein Teil des Ab¬ gases aus dem Schmelzofen während der gesamten Vorwärmzeit, in der das Chargiergut im Schacht verbleibt, die Schachtöff¬ nung durchqueren und zu einer Vorwärmung des Chargierguts genutzt werden kann. Der frei durchströmbare Querschnitt im Schacht, der bisher alleinig durch die Zwischenräume zwischen den vorhandenen Stücken an Chargiergut vorgegeben war, wird durch die Ausbildung der mindestens einen Hilfsöffnung bei Bedarf zumindest zeitweise künstlich vergrößert, so dass je¬ derzeit Abgas durch den Schacht gelangen kann. Der Kamin- Effekt des Schachtes wird aufrecht erhalten und ein Ausqual¬ men des Schmelzofens wird zuverlässig vermieden.
Solange der Kegel an Chargiergut im Schacht im unteren Be¬ reich des Schachts durchströmbar ist, wird das Abgas durch die mindestens eine Hilfsöffnung und die Zwischenräume zwi¬ schen den Stücken an Chargiergut gesaugt. Bei einer Verringe¬ rung der Durchströmbarkeit des Kegels an Chargiergut im unte¬ ren Bereich des Schachtes wird das Abgas vermehrt durch die mindestens eine Hilfsöffnung gesaugt und kann erst weiter oben im Schacht in die Zwischenräume im Kegel gelangen und das Chargiergut im Inneren des Kegels weiter erwärmen. Dies gewährleistet einen guten Wärmeübergang vom Abgas auf das Chargiergut .
Die mindestens eine Rückhalteeinrichtung ist insbesondere um eine Schwenkachse schwenkbar ausgebildet, die im Bereich der Schachtwandung parallel zu dieser horizontal angeordnet ist. Vorzugsweise sind zwei schwenkbare Rückhalteeinrichtungen einander gegenüberliegend am Schacht vorhanden. Eine Rückhai-
teeinrichtung kann aber alternativ auch als ein in anderer Weise beweglicher Rost oder Gitter, beispielsweise als hori- zontal verschiebbarer Rost, ausgebildet sein. Der Querschnitt der Schachtöffnung erweitert sich ausgehend von der Chargieröffnung in Richtung der Entleerungsöffnung bevorzugt allseitig gleichmäßig, so dass bei einem Anheben des Schachts relativ zum Chargiergut eine ringförmige Öffnung zwischen der Innenwandung des Schachts und dem Chargiergut überall im Wesentlichen gleichmäßig breit ausgebildet wird. Dies verbessert die Gleichmäßigkeit der Erwärmung des Char¬ gierguts .
Der Schritt d) des Verfahrens erfolgt bevorzugt bereits wäh- rend einer Durchführung des Schritts c) oder der Schritte c) und b) oder der Schritte c) und b) und a) . Insbesondere wird das Abgas ohne Unterbrechung permanent aus dem Ofenraum in den Schacht gesaugt. Dies ermöglicht auch eine Nutzung der Zeit, in welcher der Schacht befüllt und der durchströmbare Querschnitt im Schacht gezielt vergrößert wird. Die Vorwär¬ mung einer Charge an Chargiergut erfolgt dadurch wesentlich schneller, ohne dass zu Beginn des Vorwärmens bereits mit ei¬ nem Verkleben des Chargierguts gerechnet werden muss.
Um einen stabilen Kegel aus Chargiergut zu erzielen, wird be¬ vorzugt Chargiergut mit einer Chargiergutdichte im Bereich von 0,4 bis 0,8 t/m3 in die Schachtöffnung eingefüllt. Insbesondere wird überwiegend kantiges Chargiergut in den Schacht eingefüllt, um ein Zusammensacken oder Nachrutschen des Chargiergutkegels beim Anheben des Schachtes zu verhindern..
Während der Durchführung des Verfahrens wird bevorzugt eine gasdichte Verbindung, mittelbar oder unmittelbar, zwischen dem Schacht und dem Schmelzofen aufrecht erhalten, um einen Abgasaustritt in die Atmosphäre und einen Wärmeverlust zu vermeiden .
Es hat sich bewährt, wenn die mindestens eine Rückhalteein¬ richtung die Entleerungsöffnung während des Vorwärmens des Chargierguts im Schacht lediglich teilweise verschließt und das Abgas durch die Entleerungsöffnung in die Schachtöffnung geführt wird. So kann eine zusätzliche Verbindung von Schacht und Ofenraum zur Überführung des Abgases in den Schacht eingespart werden.
Die mindestens eine Rückhalteeinrichtung des erfindungsgemä¬ ßen Chargiergutvorwärmers umfasst vorzugsweise mindestens zwei Rückhaltefinger, welche derart beabstandet voneinander angeordnet sind, dass die mindestens eine Rückhalteeinrich¬ tung während des Zurückhaltens von Chargiergut im Schacht die Entleerungsöffnung lediglich teilweise verschließt. Dadurch kann das Abgas ohne Umweg direkt in die Entleerungsöffnung und damit in die Schachtöffnung gelangen. Bei einem Einsatz von zwei Rückhalteeinrichtungen können die Finger zueinander derart angeordnet werden, dass die Finger der einen Rückhal¬ teeinrichtung zu den Fingern oder in die Zwischenräume zwischen den Fingern der anderen Rückhalteeinrichtung zeigen.
Es ist bevorzugt, wenn der Schacht relativ zum Chargiergut mittels mindestens einer Hebeeinrichtung von der Chargierpo¬ sition in die Vorwärmposition oder umgekehrt gebracht wird. Die mindestens eine Hebeeinrichtung kann dabei entweder manu¬ ell oder automatisch betätigt werden.
Die mindestens eine Hebeeinrichtung des erfindungsgemäßen Chargiergutvorwärmers ist bevorzugt mit dem Schacht und/oder der mindestens einen Rückhalteeinrichtung verbunden.
Dabei hat es sich für das Verfahren insbesondere als vorteil¬ haft erwiesen, wenn die mindestens eine Hebeeinrichtung am Schacht angreift und der Schacht in vertikaler Richtung be¬ wegt wird. Während das Chargiergut in seiner Position ver¬ bleibt, wird der Schacht vertikal nach oben gehoben. Hier kann die mindestens eine Hebeeinrichtung beispielsweise durch einen Kran oder mindestens einen Hubzylinder gebildet werden,
der unmittelbar am Schacht oder an einer mit dem Schacht mechanisch fest verbundenen Tragkonstruktion angreift.
Alternativ kann die mindestens eine Hebeeinrichtung an der mindestens einen Rückhalteeinrichtung angreifen, so dass die mindestens eine Rückhalteeinrichtung inklusive des darauf zu¬ rückgehaltenen Chargierguts in vertikaler Richtung nach unten bewegt wird. Der Schacht selbst verbleibt hier unverändert in seiner Position und wird lediglich relativ zum Chargiergut angehoben .
Es ist von Vorteil, wenn mindestens ein Abgaswert in der Schachtöffnung erfasst wird, der insbesondere eine Abgasmenge und/oder einen Abgasdruck und/oder ein Abgasvolumen und/oder eine Abgasgeschwindigkeit und/oder eine Abgastemperatur des die Schachtöffnung durchströmenden Abgases charakterisiert, und wobei eine mittlere Breite der mindestens einen Hilfsöff¬ nung, welche dem mittleren Abstand zwischen der Innenwand des Schachtes und dem Chargiergut entspricht, in Abhängigkeit von dem mindestens einen Abgaswert eingestellt wird.
Bevorzugt erfolgt das vertikale Anheben des Schachtes relativ zum Chargiergut solange, bis im Bereich der Entleerungsöff¬ nung ein negativer Abgasdruck, insbesondere im Bereich von etwa - lOPa, vorliegt. Dies gewährleistet, dass der durch¬ strömbare Querschnitt im Schacht jederzeit eine ausreichende Größe besitzt und ein Ausqualmen des Schmelzofens verhindert wird .
Dabei kann entweder der Schacht oder auch die mindestens eine Rückhalteeinrichtung in Abhängigkeit von dem mindestens einen Abgaswert bewegt werden.
Erreicht die erfasste Abgastemperatur im Bereich der Chargieröffnung einen bestimmte Abgastemperaturwert, kann dies als Signal dafür dienen, dass das Chargiergut ausreichend vorgewärmt ist und in Richtung Schmelzofen oder zur Übergabe an den Schmelzofen entleert werden kann.
Der erfindungsgemäße Chargiergutvorwärmer weist dazu am Schacht mindestens eine Messeinrichtung zur Erfassung mindes tens eines Abgaswertes auf, insbesondere einer Abgasmenge und/oder eines Abgasdrucks und/oder eines Abgasvolumens und/oder einer Abgasgeschwindigkeit und/oder einer Abgastemperatur von die Schachtöffnung durchströmendem Abgas, wobei die mindestens eine Hebeeinrichtung und/oder die mindestens eine Rückhalteeinrichtung in Abhängigkeit von dem mindestens einen Abgaswert mittels mindestens einer Steuereinrichtung steuerbar ist/sind. Die Steuereinrichtung erhält die Signale von der mindestens einen Messeinrichtung und verändert auf dieser Basis die Größe der mindestens einen Hilfsöffnung und/oder die Position der mindestens einen Rückhalteeinrichtung .
Die mindestens eine Steuereinrichtung wird dabei als ein wei terer Bestandteil des Chargiergutvorwärmers betrachtet.
Zur Messung des Abgasdrucks im Schacht ist bevorzugt eine erste Messeinrichtung im Bereich der Entleerungsöffnung und eine weitere Messeinrichtung im Bereich der Chargieröffnung vorhanden, um anhand der dort gemessenen Abgasdrücke die op¬ timale Schachtposition relativ zum Chargiergut zu ermitteln und gegebenenfalls durch Verändern der Schachtposition relativ zum Chargiergut eine gewünschte Abgasdruckdifferenz im Schacht einzustellen.
Die Aufgabe wird weiterhin für die Schmelzofenanlage dadurch gelöst, dass diese einen Schmelzofen und einen oberhalb und/oder seitlich des Schmelzofens angeordneten erfindungsge mäßen Chargiergutvorwärmer umfasst.
Bei dem Schmelzofen handelt es sich bevorzugt um einen
Schmelzofen zum Einschmelzen von stückigem Chargiergut in Form von Metallschrott, insbesondere Stahlschrott. Besonders bevorzugt ist der Schmelzofen ein Elektrolichtbogenofen, ins besondere umfassend ein Ofengefäß, einen Ofendeckel, mindes¬ tes eine durch den Ofendeckel geführte Elektrode und mindes¬ tens eine durch eine Ofenwandung des Ofengefäßes geführte,
fossil befeuerte Brennereinheit. Alternativ kann es sich aber auch um einen anderen Ofentyp und/oder um anderes einzuschmelzendes Chargiergut handeln, wie beispielsweise Glas¬ scherben .
In einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Schmelzofenanlage ist weiterhin mindestens eine flexible Dichtungsanordnung vorhanden, welche in der Chargierposition, der Vorwärmposition und jeder weiteren Position zwischen der Chargierposition und der Vorwärmposition des Schachts relativ zum zurückgehaltenen Chargiergut eine gasdichte Verbindung mittelbar oder unmittelbar zwischen dem Schacht und dem Schmelzofen ausbildet. In einer bevorzugten Ausgestaltung, in welcher der Chargiergutvorwärmer oberhalb des Schmelzofens angeordnet ist, ist die flexible Dichtungsanordnung als schlauchförmige Fal- tenbalgdichtung ausgebildet, die insbesondere einerseits mit dem Ofendeckel des Schmelzofens und andererseits dem Umfang des Schachtes gasdicht verbunden ist.
In einer weiteren Ausführungsform, in welcher der Schacht beispielsweise seitlich des Schmelzofens angeordnet ist, wo¬ bei das Chargiergut in einen, beispielsweise horizontalen, Versorgungsschacht fällt, aus welchem es mittels z.B. eines Schiebers in den Ofenraum verschoben wird, ist die flexible Dichtungsanordnung bevorzugt als schlauchförmige Faltenbalg- dichtung ausgebildet, die insbesondere einerseits mit dem Versorgungsschacht und andererseits dem Umfang des Schachtes des Chargiergutvorwärmers gasdicht verbunden ist.
Die flexible Dichtungsanordnung verhindert zuverlässig einen Austritt von Abgas in die Atmosphäre und einen Wärmeverlust.
Die Figuren 1 bis 12 zeigen beispielhaft verschiedene erfin¬ dungsgemäße Chargiergutvorwärmer und Verfahren zu deren Betrieb, sowie schematisch eine damit ausgestattete Schmelz¬ ofenanlage. So zeigt
FIG 1 einen Chargiergutvorwärmer in Chargierposition;
FIG 2 den Chargiergutvorwärmer gemäß FIG 1 in Vorwärmposition;
FIG 3 den Chargiergutvorwärmer gemäß FIG 1 in einer ersten möglichen Draufsicht;
FIG 4 den Chargiergutvorwärmer gemäß FIG 1 in einer zweiten möglichen Draufsicht;
FIG 5 Chargiergutvorwärmer gemäß FIG 1 in einer
dritten möglichen Draufsicht;
FIG 6 schematisch eine Schmelzofenanlage mit dem
Chargiergutvorwärmer gemäß FIG 1 in Chargierposition;
FIG 7 schematisch die Schmelzofenanlage gemäß FIG 6 mit dem Chargiergutvorwärmer gemäß FIG 2 in
Vorwärmposition; und
FIG 8 bis 12 ein Verfahren zum Betreiben eines Chargiergutvorwärmers anhand der Schmelzofenanlage gemäß den FIGen 6 und 7.
FIG 1 zeigt einen Chargiergutvorwärmer 1, welcher einen
Schacht 2 mit einer vertikalen Schachtöffnung 2a umfasst. Der Schacht 2 weist an seinem oberen Ende eine Chargieröffnung 3 zum Befüllen der Schachtöffnung 2a mit stückigem Chargiergut 50 (Chargiergut und seine Lage im Schacht lediglich der Über¬ sicht halber schematisch dargestellt) und an seinem unteren Ende eine Entleerungsöffnung 4 zur Übergabe des Chargierguts 50 aus der Schachtöffnung 2a in einen Schmelzofen (siehe FIG 6 oder 7) oder alternativ in einen Versorgungsschacht, aus dem es in Richtung eines Schmelzofens verschoben wird, auf.
Em Querschnitt der Schachtöffnung 2a erweitert sich ausge¬ hend von der Chargieröffnung 3 in Richtung der Entleerungsöffnung 4. Der Chargiergutvorwärmer 1 umfasst hier im Bereich der Entleerungsöffnung 4 weiterhin zwei um eine Schwenkachse 5a schwenkbare Rückhalteeinrichtungen 5 zum temporären Zurückhalten des Chargierguts 50 im Schacht 2. Der Schwenkbe¬ reich der Rückhalteeinrichtungen 5 um die jeweilige Schwenk-
achse 5a ist hier mit Doppelpfeilen und gestrichelten Linien angedeutet .
Weiterhin ist mindestens eine, lediglich schematisch darge- stellte Hebeeinrichtung 6 zum vertikalen Anheben des Schachtes 2 relativ zu im Schacht 2 zurückgehaltenem Chargiergut 50 vorhanden. Die Hebe- und Senkfunktion der Hebeeinrichtung ( en) 6 ist hier durch einen Doppelpfeil angedeutet. Bei einer He¬ beeinrichtung 6, die in der Lage ist, den Schacht vertikal anzuheben, kann es sich beispielsweise um eine Kombination von Hebeösen am Schacht 2 mit einem Kran handeln oder um am Schacht oder einer mechanisch fest mit dem Schacht verbunde¬ nen Tragkonstruktion angreifende Hubzylinder handeln. In einer hier nicht dargestellten, alternativen Ausgestaltung der Erfindung kann die Hebeeinrichtung auch oder zusätzlich an den Rückhalteeinrichtungen bzw. deren Schwenkachsen, bzw. einem elektrischen Antrieb zur Bewegung dieser Komponenten, angreifen und die Position der Rückhalteeinrichtungen 5 in- klusive des Chargierguts 50 gegenüber dem Schacht 2 zu verän¬ dern .
Die Hebeeinrichtung ( en) 6 ist/sind zum vertikalen Anheben des Schachtes 2 relativ zum Chargiergut 50 aus einer in FIG 1 dargestellten Chargierposition, in der zumindest ein horizontaler Querschnittsbereich der Schachtöffnung 2a mit Chargiergut 50 verfüllt ist, in eine Vorwärmposition gemäß FIG 2 ein¬ gerichtet . In der in FIG 2 dargestellten Vorwärmposition ist der Schacht 2 relativ zum Chargiergut 50 aus der Chargierposition gemäß FIG 1 vertikal angehoben, wobei mindestens eine spalt- oder ringförmige Hilfsöffnung 7 zwischen einer Innenwandung des Schachtes 2 und dem in seiner Kegelform verbleibenden Char- giergut 50 ausgebildet wird.
Am Schacht 2 ist mindestens eine Messeinrichtung 9 zur Erfas¬ sung mindestens eines Abgaswertes, insbesondere einer Abgas-
menge und/oder eines Abgasdrucks und/oder eines Abgasvolumens und/oder einer Abgasgeschwindigkeit und/oder einer Abgastemperatur von die Schachtöffnung 2a durchströmendem Abgas vorhanden. Die Hebeeinrichtung ( en) 6 und/oder die Rückhalteeinrichtungen 5 sind hier in Abhängigkeit von dem mindestens ei¬ nen Abgaswert mittels mindestens einer Steuereinrichtung 10 steuerbar. So kann die Steuereinrichtung 10 beispielsweise bei Erfassung eines Abgasdrucks, Abgasvolumens oder einer Ab¬ gasgeschwindigkeit, welcher/welche ( s ) unter einem festgeleg¬ ten Grenzwert liegt, eine weitere Anhebung des Schachts 2 mittels der Hebeeinrichtung ( en) 6 bewirken, um die mindestens eine spalt- oder ringförmige Hilfsöffnung 7 zu vergrößern und den für Abgas aus einem Schmelzofen durchströmbaren Querschnitt zu vergrößern. Bei einem Abgasdruck, der unter einem festgelegten Grenzwert liegt, kann eine Anhebung des Schachts 2 mittels der Hebeeinrichtung ( en) 6 bewirkt werden, um die mindestens eine Hilfsöffnung 7 zu vergrößern und den für Abgas aus einem Schmelzofen durchströmbaren Querschnitt zu vergrößern, damit mehr Abgas durch den Schacht 2 und das Chargiergut 50 gezwungen wird und dieses optimal erwärmt wird. Die Position des Schachtes 2 relativ zum Kegel aus Chargiergut 50 kann demnach automatisch und dynamisch den Abgaswerten angepasst werden.
Weiterhin kann bei Feststellung einer bestimmten Abgastemperatur auch eine Betätigung der Rückhalteeinrichtungen 5 durch die Steuereinrichtung 10 erfolgen. Überschreitet die Abgastemperatur beispielsweise einen bestimmten Grenzwert, bei dem sicher mit einem Aufschmelzen des Chargierguts 50 im Schacht zu rechnen ist, kann automatisch ein Schwenkvorgang eingeleitet werden, so dass das Chargiergut 50 in Schwerkraftrichtung aus dem Schacht 2 über die Entleerungsöffnung 4 nach unten fallen oder rutschen kann und ein starkes Verkleben mit den Rückhalteeinrichtungen 5 verhindert wird.
Die FIGen 3 bis 5 zeigen den Chargiergutvorwärmer 1 gemäß FIG 1 in jeweils einer möglichen Draufsicht. Gleiche Bezugszei¬ chen wie in den FIGen 1 und 2 bezeichnen gleiche Elemente.
Gemäß FIG 3 ist der Umfang des Schachts 2 des Chargiergutvorwärmers 1 beispielsweise rechteckig ausgebildet. Die Char¬ gieröffnung 3 und die hier nicht sichtbare Entleerungsöffnung 4 sind hier quadratisch ausgebildet, wobei alle vier Seiten des Schachtes 2 gleichmäßig schräg zur Vertikalen ausgeführt sind. Beim Anheben des Schachts 2 relativ zum Chargiergut 50 bildet sich eine ringförmige Hilfsöffnung 7 aus.
Gemäß FIG 4 ist der Umfang des Schachtes 2 ebenfalls recht- eckig ausgebildet. Allerdings sind nur zwei der vier Seiten des Schachtes 2 schräg ausgebildet, während die zwei übrigen Seiten senkrecht ausgerichtet sind. Beim Anheben des Schachts 2 relativ zum Chargiergut 50 bilden sich zwei spaltförmige, rechteckige Hilfsöffnungen 7 im Bereich der schrägen Seiten- wände des Schachtes 2 aus.
Gemäß FIG 5 ist der Umfang des Schachts 2 des Chargiergutvorwärmers 1 beispielsweise rund ausgebildet. Die Chargieröff¬ nung 3 und die hier nicht sichtbare Entleerungsöffnung 4 sind hier kreisrund ausgebildet, wobei sich der Durchmesser des Schachtes 2 ausgehend von der Chargieröffnung 3 gleichmäßig in Richtung Entleerungsöffnung 4 erweitert. Beim Anheben des Schachts 2 relativ zum Chargiergut 50 bildet sich auch hier eine ringförmige Hilfsöffnung 7 aus.
Bevorzugt liegen die Mittelpunkte der Chargieröffnung 3 und der Entleerungsöffnung 4 dabei auf der Längsachse des
Schachts 2. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall. Auch können sich die Umfangsformen der Chargieröffnung 3 und der Entleerungsöffnung 4, wie beispielsweise in FIG 4 darge¬ stellt, voneinander unterscheiden.
FIG 6 zeigt schematisch eine Schmelzofenanlage 100 umfassend einen Schmelzofen 110 und einen oberhalb des Schmelzofens 110 angeordneten Chargiergutvorwärmer 1 gemäß FIG 1 in Chargierposition. FIG 7 zeigt schematisch die Schmelzofenanlage 100 gemäß FIG 6 mit dem Chargiergutvorwärmer 1 gemäß FIG 2 in Vorwärmposition. Gleiche Bezugszeichen wie in den FIGen 1 und
2 kennzeichnen gleiche Elemente. Um beim vertikalen Anheben des Schachtes 2 relativ zum Chargiergut 50 keinen Abgasaus¬ tritt im Übergangsbereich zwischen Schmelzofen 110 und Chargiergutvorwärmer 1 zu provozieren, ist gegebenenfalls mindes- tens eine flexible Dichtungsanordnung 8 vorhanden, welche in der Chargierposition, der Vorwärmposition und jeder weiteren Position zwischen der Chargierposition und der Vorwärmposition des Schachts 2 relativ zum zurückgehaltenen Chargiergut 50 eine gasdichte Verbindung zwischen dem Schacht 2 und hier dem Schmelzofen 110 ausbildet. Hier ist als Dichtungsanordnung 8 eine schlauchförmige Faltenbalgdichtung aus einem hoch tempe¬ raturbeständigen Material vorhanden, die für das Abgas aus dem Schmelzofen 110 gasdicht ist. Die FIGen 8 bis 12 zeigen nun schematisch ein Verfahren zum
Betreiben eines Chargiergutvorwärmers 1 gemäß den FIGen 1 und 2 anhand der Schmelzofenanlage 100 gemäß den FIGen 6 und 7. Auf die Darstellung der mindestens einen Messeinrichtung 9, der Steuereinrichtung 10 und der Daten- und Steuerleitungen zwischen der Steuereinrichtung 10, der mindestens einen Messeinrichtung 9 und den Rückhalteeinrichtungen 5 bzw. deren elektrischen Antrieben, wurde hier zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet. Gemäß FIG 8 wird der Schacht 2 des Chargiergutvorwärmers 1 in einer Chargierposition oberhalb des Schmelzofens 110 angeord¬ net, dessen Ofenraum 110a hier bereits mit stückigem Chargiergut 50 in Form von Metallschrott befüllt ist. Der Char¬ giergutvorwärmer 1 ist hier über einer Öffnung llOd im Ofen- deckel 110c des Schmelzofens 110 angeordnet, der das Schmelz¬ gefäß 110b des Schmelzofens 110 oben abdeckt. Die Entlee¬ rungsöffnung 4 sitzt in diesem Ausführungsbeispiel genau über der Öffnung llOd im Ofendeckel 110c, so dass die Rückhalte¬ einrichtungen 50 in den Ofenraum 110a schwenkbar sind. Eine gasdichte Verbindung zwischen dem Ofendeckel 110c und dem
Schacht 2 ist durch die schlauchförmige, flexible Dichtungs¬ anordnung 8 ausgebildet.
Zur Absaugung von Abgas 12a aus dem Ofenraum 110a ist eine Abgasabsaugung 12 vorhanden. Das Abgas 12a aus dem Ofenraum 110a wird durch die Entleerungsöffnung 4 in den Schacht 2 gesaugt, steigt in der Schachtöffnung 2a nach oben und wird über die Chargieröffnung 3 oder im Bereich der Chargieröffnung 3 abgesaugt. Beim Durchströmen der Schachtöffnung 2a des Schachts 2 erwärmt das Abgas 12a die nächste zum Einschmelzen vorgesehene, mittels der Rückhalteeinrichtungen 5 gespeicherte Charge an stückigem Chargiergut 50a. Das Chargiergut 50a wird dabei solange in den Schacht 2 eingefüllt, bis zumindest ein horizontaler Querschnittsbereich der Schachtöffnung 2a mit dem Chargiergut 50a verfüllt ist. Es bildet sich ein me¬ chanisch weitgehend stabiler, selbsttragender Kegel an Chargiergut 50a aus.
Gemäß FIG 9 erfolgt nun ein vertikales Anheben des Schachtes 2 relativ zum Chargiergut 50a ausgehend von der Chargierposi¬ tion in die Vorwärmposition, wobei mindestens eine Hilfsöff¬ nung 7 zwischen einer Innenwandung des Schachtes 2 und dem Chargiergut 50a gebildet wird. Das Abgas 12a strömt nun über diese mindestens eine Hilfsöffnung 7 sowie durch das stückige Chargiergut 50a in Richtung Abgasabsaugung 12. Sollte während des Vorwärmens eine Korrektur der Position des Schachtes 2 erforderlich sein, kann dieser vertikal entsprechend neu po- sitioniert werden. Auch ein Rücksetzen des Schachtes 2 bereits in die Chargierposition ist noch während des Vorwärmens möglich, wenn genug Abgas 12a durch den Kegel an Chargiergut 50a gelangen kann. Dies kann beispielsweise bei geringer Schüttdichte des Chargierguts der Fall sein.
In der Zwischenzeit erschmilzt im Ofenraum 110a das dort vor¬ handene Chargiergut 50 und bildet eine Schmelze 60, siehe FIG 10. Ist das Chargiergut 50 erschmolzen oder liegt ein ausrei¬ chend hoher Schmelzenspiegel vor, wird der Schmelzofen 110 abgestochen, d.h. die Schmelze 60 ganz oder zumindest teilweise daraus über eine Öffnung 70 abgelassen. Dazu wird das Ofengefäß 110b häufig gekippt, wie in FIG 10 dargestellt. Aber auch ein im Bodenbereich des Ofengefäßes 110b vorhande-
ner Auslass kann genutzt werden, wobei das Ofengefäß 110b nicht gekippt werden muss.
Das inzwischen in gewünschter Weise durch das Abgas 12a vor- gewärmte Chargiergut 50a im Schacht 2 wird nun gemäß FIG 11 in das Ofengefäß 110b entleert, indem die Rückhalteeinrich¬ tungen 5 in Richtung Ofenraum 110a geschwenkt werden.
Anschließend werden die Rückhalteeinrichtungen 5 gemäß FIG 12 zurückgeschwenkt. Der nächste Einschmelzzyklus beginnt, indem das vorgewärmte Chargiergut 50a im Ofenraum 110a eingeschmol¬ zen wird und eine neue Charge an stückigem Chargiergut 50b, hier lediglich schematisch in Form eines Pfeils dargestellt, in den Schacht 2 gefüllt wird. Dazu kann es erforderlich sein, die Abgasabsaugung 12 kurzfristig von der Chargieröffnung 3 zu entfernen, um das neue, noch kalte Chargiergut 50b in die Schachtöffnung 2a füllen zu können. Es ist aber auch möglich, eine Abgasabsaugung 12 zu verwenden, die über mindestens einen Schieber und/oder mindestens eine Klappe derart geöffnet werden kann, dass das neue Chargiergut 50b durch die Abgasabsaugung 12 hindurch in die Schachtöffnung 2a chargiert werden kann.
Sobald der Schacht 2 wieder gefüllt ist, siehe FIG 8, wieder- holt sich das Verfahren.
Es wird hier betont, dass sowohl der hier dargestellte Char¬ giergutvorwärmer wie auch die dargestellte Schmelzofenanlage lediglich schematisch und beispielhaft zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens dienen. Auch die Anordnung des
Chargiergutvorwärmers gegenüber dem Schmelzofen ist lediglich beispielhaft gewählt. Weiterhin ist nicht detailliert darge¬ stellt, dass es sich bei dem Schmelzofen um einen Lichtbogenofen handeln kann, bei dem durch den Ofendeckel Elektroden geführt sind, wobei fossil betriebene Brennereinheiten durch die Wandung des Ofengefäßes geführt sind. Auch die Hebeein¬ richtung (en) ist/sind lediglich schematisch dargestellt, die in der Lage sind, den Schacht relativ zum Chargiergut im
Schacht vertikal anzuheben. So kann neben einem Kran oder Deckenkran auch die Verwendung eines oder mehrerer Hubzylinder erfolgen. Dabei können der oder die Hubzylinder beispielsweise auf dem Ofendeckel, der Ofenbühne, dem Fundament usw. mon¬ tiert sein und am Schacht angreifen und diesen anheben bzw. absenken. Auch kann/können derart montierte Hebeeinrichtung (en) eingerichtet sein, die Position der Rückhalteeinrichtungen und damit des darauf angeordneten Chargierguts vertikal abzusenken oder anzuheben, ohne den Erfindungsgedanken zu verlassen.