ANZEIGEGERÄT, INSBESONDERE EIN HEAD -MOUNTED DISPLAY,
BASIEREND AUF ZEITLICHEN UND RÄUMLICHEN MULTIPLEXING VON
HOLOGRAMMKACHELN
Die Erfindung betrifft ein Anzeigegerät, bei welchem eine holographische Rekonstruktion mit einem mehrfach zusammengesetzten Bild eines räumlichen Lichtmodulators (spatial light modulator, SLM) in einem relativ großen räumlichen Sichtbarkeitsbereich erzeugt werden kann.
Allgemein dienen visuelle Anzeige- bzw. Ausgabegeräte dem Betrachten von z.B. zweidimensionalen Videodaten, computererzeugte Stereobilder oder holographisch erzeugte Daten einer 3D Szene.
Neben Anzeigegeräte, bei denen ein erzeugtes Bild oder eine rekonstruierte 3D-Szene direkt ohne optische Vergrößerung als reelles Bild wahrgenommen werden kann, sind eine Vielzahl von Anzeigegeräten bekannt, bei denen ein virtuell erzeugtes Bild betrachtet wird. Solche Anzeigegeräte sind auch als Virtual Image Display (VID) bekannt.
Häufig werden Anzeigegeräte mit einer virtuellen Bilderzeugung in Displayeinrichtungen verwendet, die sich in unmittelbarer Augennähe befinden (Near Eye Display oder Near To Eye Display). Solche Anzeigegeräte sind beispielsweise als Head-Mounted Displays (HMD) oder Heimet Mounted Display (HMD) bekannt. Sie werden auch als Datenbrillen (Data Glasses) bezeichnet.
Head-Mounted Displays (HMD) sind Display-Einrichtungen, die am Kopf des Benutzers ähnlich einer Brille oder eines Helms (Heimet Mounted Display) getragen werden. Sie können für ein (monocular HMD) oder beide (binocular HMD) Betrachteraugen ausgelegt sein.
Die Erfindung ist nicht auf reine Head-Mounted Displays beschränkt. Sie bezieht sich auch auf ortsfeste oder transportable Displayeinrichtungen, bei denen der Betrachter über optische Vergrößerungsmittel, welche sich in Augennähe befinden (Okular), die vergrößerte Darstellung mindestens eines Display bzw. die vergrößerte Rekonstruktion einer durch eine Displayeinrichtung rekonstruierten dreidimensionalen Szene betrachten kann. Ein solches als elektronischer Guckkasten ausgebildetes holographisches Anzeigegerät soll im Folgenden als Hokular bezeichnet werden. Gegenüber einem HMD bestehen bei einem solchen Gerät nicht so große Anforderungen an die Baugröße und das Gewicht. Sie können vorteilhaft überall dort eingesetzt werden, wo 3D-Datensätze mit einem großen Umfang der räumlichen Tiefe ermüdungsfrei und über größere Zeiträume betrachtet werden sollen. Dies ist beispielsweise in der Medizintechnik bei Betrachten von räumlichen Computertomographie-, Magnetresonanztomographie-, Konfokalmikroskopie- oder Ultraschalldaten der Fall.
Die Erfindung lässt sich auch auf Anzeigegeräte anwenden, die in Blickrichtung eines Anwenders als Frontsichtdisplay liegen und bei denen ebenfalls ein vergrößertes virtuelles oder reelles Bild erzeugt wird (Head-Up-Display).
Die Erfindung lässt sich auch auf solche Anzeigegeräte anwenden, die ein vergrößertes reelles Bild erzeugen.
Wenn nicht speziell darauf hingewiesen wird, gelten die folgenden Ausführungen allgemein für Anzeigegeräte mit einer virtuellen Bilderzeugung wie Head-Mounted Displays oder Hokular-Geräte. Der Einfachheit halber wird jedoch nur die Bezeichnung HMD verwendet, wobei Geräte mit einer vergrößerten reellen Bilderzeugung nicht ausgeschlossen werden sollen. Bei einem HMD kann die normale Umgebung vom Benutzer vollständig abgeschirmt sein, so dass von ihm nur die angezeigte Information als virtuelle Realität (Virtual reality, VR) wahrgenommen wird. In anderen Geräten wird die anzuzeigende Information mit dem natürlichen Umgebungseindruck z.B. über halbdurchlässige Spiegel überlagert, so dass eine erweiterte Realität (augmented reality, AR) entsteht. Bei einem Hokular-Gerät kann die natürliche Umgebung beispielsweise ein Mikroskopbild eines realen Objektes beinhalten, welches durch einen zusätzlich vorhandenen Mikroskopstrahlengang erzeugt wird. Einige Geräte erlauben es, über steuerbare Mittel den Grad der Überlagerung zu beeinflussen. Vollständig abgeschirmte Geräte können auch über mindestens eine Kamera verfügen, die in Augennähe positioniert ist. Durch Überlagerung des Kamerabildes mit der anzuzeigenden Information lassen sich so ebenfalls AR-Anwendungen realisieren.
Head-Mounted Displays sind durch Druckschriften in verschiedenen Ausführungsformen - z.B. brillenähnlich oder helmartig - bekannt geworden.
Eine HMD-Einrichtung zur stereoskopischen Darstellen von 3D Szenen ist z.B. aus der Druckschrift US 2009/0180194 A1 bekannt. Eine als HMD ausgeführte Display-Einrichtung zur holographischen Erzeugung von Rekonstruktionen dreidimensionaler Darstellungen ist beispielsweise aus der WO 2008/071588 A1 der Anmelderin bekannt. Mit einem derartigen HMD kann eine 3D Szene nur in einem kleinen räumlichen Sichtbarkeitsbereich rekonstruiert werden. Das dabei aufgespannte Betrachterfenster (viewing window, VW, sweet spot) hat nur etwa den Durchmesser der Augenpupille. Das Betrachterfenster ist dabei meist keine reelle Blende sondern wird nur virtuell erzeugt.
Bei einer eindimensionalen Kodierung der holographischen Information in den SLM entsteht ein Betrachterfenster mit einer inkohärenten und einer kohärenten Richtung. Die kohärente Richtung wird dabei durch den Abstand zweier Beugungsordnungen definiert, die durch das effektive Raster der Modulatorzellen entstehen. Das effektive Raster ist das für das Betrachterauge sichtbare Raster des SLM. Die holographische Rekonstruktion kann zwischen den beiden ausgewählten Beugungsordnungen betrachtet werden. Ihr Abstand muss größer als der Pupillendurchmesser des Betrachterauges sein, damit Doppelbilder vermieden werden. Bei einer vertikalen Kodierung entstehen die Beugungsordnungen in horizontaler Richtung. Die Größe des Betrachterfensters in inkohärenter Richtung wird durch das Winkelspektrum der Beleuchtung festgelegt.
Um ein aktives Nachführen des Betrachterfensters zu vermeiden, sollte dieses deutlich größer als di
Augenpupille sein, beispielsweise 15mm x 15mm. Dies erfordert einen kleinen Rasterabstand der im System verwendeten räumlichen Lichtmodulatoren, um die dafür erforderlichen großen Beugungswinkel erzeugen zu können. Um gleichzeitig ein möglichst großes Gesichtsfeld zu erhalten, ist ein ausgedehnter Lichtmodulator hoher Auflösung erforderlich. Die Augenpupille des Betrachters soll im Betrachterfenster eines holographischen HMD normalerweise zwischen zwei Beugungsordnungen liegen.
Um die zu erzeugende Rekonstruktion in einem vorgegebenen Abstand und mit einem vorgegebenen Öffnungswinkel mit der Augenauflösung in guter Qualität und Helligkeit sehen zu können, sollte ein HMD einen räumlichen Lichtmodulator (SLM) mit einer sehr großen Anzahl von Modulatorzellen (Modulatorbildpunkten, Pixel) verwenden. Dies gilt insbesondere, wenn die Modulatorzellen des SLM nur eindimensional kodiert werden sollen. Für den Einsatz in HMDs verwendbare kleine SLM weisen z.B. eine Modulatorzellenmatrix mit < 3 * 10Λ6 Modulatorzellen auf. Zum Erzeugen eines größeren räumlichen Sichtbarkeitsbereichs für die zu erzeugende Rekonstruktion sollte ein SLM eine Modulatorzellenpunktmatrix jedoch mit > 20 * 10Λ6 Modulatorzellen aufweisen. Deshalb besteht ein Problem darin, ein HMD mit einer kleinen Modulatorzellenzahl in der Modulatorzellenmatrix so zu modifizieren, dass eine holographische Rekonstruktion mit hoher Auflösung erzeugt werden kann.
Bei holographischen HMD-Einrichtungen besteht weiterhin das Problem, einen möglichst großen räumlichen Sichtbarkeitsbereich ähnlich dem in einem holographischen Direktsichtdisplay zu erzeugen, um eine möglichst große Rekonstruktion in einer im Verhältnis dazu passenden Entfernung mit der realen Umgebung zu überlagern.
Der räumliche Sichtbarkeitsbereich (volume of view, VOV), der sich in den Betrachterraum ausdehnt, kann als Pyramidenstumpf mit einer Ebene an der Spitze definiert werden (Frustum), die ein kleines Betrachterfenster darstellt, das in der Eintrittspupille der Betrachteraugen erzeugt werden soll. Es enthält eine weitere Ebene, deren Abmessungen und deren Abstand zum Betrachterauge die horizontalen und vertikalen Sichtwinkel definieren. Diese Ebene kann zum Beispiel ein vergrößertes virtuelles Bild eines SLM sein, mit dem eine Rekonstruktion einer holographisch kodierten dreidimensionalen Szene erfolgt. Der räumliche Sichtbarkeitsbereich dehnt sich vom Betrachterauge ins Unendliche aus. Der Sichtbarkeitsbereich muss dabei nicht zwangsläufig einen rechteckigen Querschnitt besitzen. Je nach Form der zum Einsatz kommenden SLM oder der Form begrenzender Gesichtsfeldblenden, kann er auch einen anderen Querschnitt aufweisen und z. B. kreisförmig, elliptisch oder sechseckig sein.
Das Ortsbandbreiteprodukt (space-bandwidth product, SBP) wird bei holographischen Displays und demzufolge auch bei einem holographischen HMD generell durch die Größe eines Betrachterfensters (viewing window, VW) definiert und sollte auf ein Minimum reduziert sein. Ist das Betrachterfenster ebenso groß wie die Eintrittspupille (EP) des Auges, so ist das Minimum des SBP erreicht, welches
noch eine volle Objektauflösung erlaubt. Eine Vergrößerung des VW über diesen Wert hinaus erhöht zwar das SBP, weist jedoch den Vorteil auf, dass das VW nicht der Augenbewegung nachgeführt werden muss.
Soll ein räumlicher Lichtmodulator eindimensional mit komplexen Werten kodiert werden, dann werden bei einer Größe des Betrachterfensters von z.B. VW = 15 mm für die kohärente Richtung über 700 Modulatorzellen je Winkelgrad (° deg), für die inkohärente Richtung dagegen nicht mehr als 60 Modulatorzellen je ° deg benötigt.
Ein HMD zum Rekonstruieren von großen 3D Szenen sollte von diesen Merkmalen z.B. wenigstens einen großen räumlichen Sichtbarkeitsbereich, einen großen Kontrast und einen großen Betrachterabstand zu den Betrachteraugen aufweisen können. Das Betrachterfenster sollte wenigstens so groß sein, dass die Augenpupillen des Betrachters noch einen Bewegungsspielraum haben, ohne dass eine Nachführeinrichtung für das Betrachterauge im Display aktiviert werden muss.
Der räumliche Sichtbarkeitsbereich sollte einen Öffnungswinkel aufweisen, in dem eine im HMD zu erzeugende Rekonstruktion mit der realen Umwelt mit einem verhältnismäßig großen Kontrast überlagert werden kann. Für den Betrachter soll sich damit eine dreidimensionale Darstellung von 3D Szenen ergeben, wie sie mit einem holographischen Direktsichtdisplay realisiert werden könnte.
Um einen möglichst hoch aufgelösten räumlichen Lichtmodulator zu erhalten, ist bekannt, eine solche Modulatorfläche durch räumliches möglichst lückenloses Aneinanderfügen von mehreren räumlichen Lichtmodulatoren geringerer Auflösung in ein oder zwei Richtungen zu erzeugen. Dies geschieht meist durch eine vergrößerte Abbildung der räumlichen Lichtmodulatoren. Eine solche Anordnung hat jedoch den Nachteil, dass sie ein großes Bauvolumen erfordert. Sie ist deshalb für HMD's weniger geeignet.
Bei einem zweiten Verfahren werden die Bilder eines gering aufgelösten räumlichen Lichtmodulators in zeitlicher Abfolge in ein oder zwei Richtungen aneinandergereiht. Dabei werden häufig mechanische Ablenkmittel wie Kipp- oder Polygonspiegel eingesetzt. Solche mechanischen Ablenkmittel benötigen ebenfalls ein großes Bauvolumen und können störende Geräusche erzeugen, weswegen auch sie für HMD's wenig geeignet sind. In stationären Geräten sind sie dagegen eher anwendbar. In der Druckschrift WO 00/28369 A2 wird vorgeschlagen, ein solches Aneinanderreihen mithilfe von schaltbaren diffraktiven Braggittern zu realisieren. Bei diesen schaltbaren Gittern wird bei der Herstellung meist durch Einbelichten eines Hologramms ein festes Gitter in einer Mischung aus Flüssigkristallen und Polymeren auspolymerisiert. Durch Änderung einer Spannung an einer Elektrodenstruktur kann die Brechzahl der Flüssigkristalle so geändert werden, das Licht durch das Gitter ungehindert durchtritt, oder an diesem gebeugt und damit abgelenkt wird. Nachteilig ist hier, dass auf Grund der festen Gitterstruktur nur ein Beugungswinkel erzeugt werden kann. Dieser Winkel ist zudem von der Wellenlänge abhängig. Will man zum Erzeugen einer großen Modulatorfläche hoher Auflösung mehrere Modulatorbilder aneinander setzen, muss für jedes Teilbild ein separates Gitter in einem Stapel aneinander gefügt werden. Dabei wird zu jedem Zeitpunkt im Stapel jeweils nur ein Gitter aktiviert, welches das Licht in die gewünschte Richtung beugt. Durch jedes nicht aktivierte Gitter tritt
das Licht ungehindert hindurch. Für ein Farbdisplay wird für jede Farbkomponente Rot, Grün und Blau auf Grund der Wellenlängenabhängigkeit des Beugungswinkels für jedes zu erzeugende Abbild des Modulators ein eigenes schaltbares Ablenkgitter benötigt, also drei pro Teilbild. Da sich solche schaltbaren Beugungsgitter nicht mit einer Beugungseffektivität von 100% herstellen lassen, kann in der Regel das ungebeugte Licht, welches im ausgeschalteten Zustand aller Gitter durch den Stapel tritt, nicht zur Bilderzeugung verwendet werden.
Für die eindimensionale Aneinanderreihung dreier Bilder wird demnach bereits ein Stapel von neun schaltbaren Gittern mit jeweils von einander abweichender fester Gitterkonstante benötigt.
Solche dicken Gitterstapel sind in der Herstellung aufwendig und in ihrer Anwendung problematisch, da an jeder optischen Grenzschicht Reflexionen auftreten. Da vom Licht viele transparente Elektrodenstrukturen durchlaufen werden müssen, wird außerdem ein erheblicher Lichtanteil absorbiert bzw. gestreut. Beides mindert die Intensität und kann besonders durch auftretende Mehrfachreflexionen zu unerwünschtem Streulicht und damit einer Kontrastverschlechterung führen.
Die erfinderische Lösung geht davon aus, dass zum Erzeugen von großräumigen Szenen ein großer räumlicher Sichtbarkeitsbereich (Frustum) realisiert werden soll, aber nur ein räumlicher Lichtmodulator mit einer kleinen Anzahl von Modulatorzellen zur Verfügung steht.
Unter einem räumlichen Lichtmodulator SLM soll dabei eine flächenhaft ausgedehnte Vorrichtung verstanden werden, die optische Eigenschaften von Licht innerhalb der Modulatorfläche örtlich steuerbar ändern kann, um damit eine Hologramminformation kodieren zu können. Je nach Kodierart kann dazu nur die Amplitude, nur die Phase oder die Amplitude und Phase gleichzeitig des Lichtes beeinflusst werden. Dabei braucht die Beeinflussung von Amplitude und/oder Phase nicht direkt erfolgen, sondern kann mittels zusätzlicher Komponenten, beispielsweise Polarisatoren, über andere Eigenschaften des Lichtes, z. B. Polarisation, ausgeführt werden. Im Allgemeinen wird ein räumlicher Lichtmodulator aus einer flächenhaften Anordnung einzeln steuerbarer Modulatorzellen (Bildpunkte, Pixel) gebildet. Die Adressierung der Modulatorzellen kann beispielsweise elektrisch oder optisch erfolgen. Die Modulatorzellen können selbst Licht steuerbar erzeugen oder transmissiv oder reflektiv Licht steuerbar beeinflussen. Dabei kann auch eine Wellenlängenkonversion des zu steuernden Lichtes erfolgen.
Ein räumlicher Lichtmodulator kann auch durch eine eindimensional scannende Einrichtung eines eindimensionalen räumlichen Lichtmodulators, beispielsweise eines eindimensionalen diffraktiven Lichtventils (Gräting Light Valve, GLV), oder durch eine zweidimensional scannende Einrichtung eines punktförmigen Lichtmodulators, beispielsweise einer Laserlichtquelle, gebildet werden.
Um einen großen Öffnungswinkel und damit eine große numerische Apertur (NA) zum Betrachten der rekonstruierten Szene erzeugen zu können, wird erfindungsgemäß mindestens ein räumlicher Lichtmodulator mehrfach nebeneinander und/oder übereinander abgebildet. Dies erfolgt mit einer Geschwindigkeit, die so hoch ist, dass diese zeitsequentielle Zusammensetzung des räumlichen
Sichtbarkeitsbereiches vom Betrachter nicht wahrgenommen wird.
Die Mehrfachabbildungen können sich jedoch auch teilweise oder vollständig überlagern.
Es soll ein holographisches Display geschaffen werden, dass für eine Head-Mounted Display- Einrichtung bzw. ein Hokular das Vergrößern eines räumlichen Lichtmodulators und einer darin kodierten 3D Szene ausführen kann, wobei Linsen mit einer Feldlinsen- bzw. Lupenfunktion im Strahlenverlauf zweckmäßig real oder mit einem steuerbaren optischen Mittel anwendbar sind. Der räumliche Lichtmodulator soll in einer Transformationsebene entsprechend der Darstellungsweise eines holographischen Direktsichtdisplays liegen oder in eine der Transformationsebenen abbildbar sein. Allgemein sind Abbildungssysteme einsetzbar die sowohl refraktive, diffraktive als auch reflektive Abbildungsmittel enthalten können.
Das Betrachterfenster soll sich in der Ebene der Augenpupille befinden und dort nicht mit der Abbildung des SLM zusammenfallen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Das Anzeigegerät, insbesondere ein Head mounted Display oder Hokular, enthält einen räumlichen Lichtmodulator, eine Lichtablenk-Einrichtung und wenigstens ein Abbildungssystem, wobei der räumliche Lichtmodulator mit mindestens in eine Richtung kohärenten Wellenfronten beleuchtbar ist, wobei die Lichtablenk-Einrichtung so ausgestaltet ist, dass steuerbar in einer zeitlichen Abfolge mindestens eindimensional aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators erzeugbar ist, wobei die segmentierte Mehrfachabbildung mindestens mit einer vorgebbaren Anzahl von Segmenten der Mehrfachabbildung erfolgt, welche die Größe eines Sichtbarkeitsbereiches bestimmt, innerhalb dem eine im räumlichen Lichtmodulator holographisch kodierte 3D Szene zum Betrachten für ein Betrachterauge rekonstruierbar ist. Der in einer Mehrfachabbildung vervielfachte SLM befindet sich z. B. in der Ebene eines Abbildungssystems mit Feldlinsenfunktion, deren Fokuspunkt im Auge des Betrachters liegt. Die Fokus-Ebene ist die Fourier- Ebene des SLM, in die auch die Lichtquelle durch die Abbildungsoptik mit Feldlinsenfunktion abgebildet wird. In dieser Ebene entsteht die Rücktransformation eines Hologramms, das auf dem SLM kodiert ist, in mehreren Beugungsordnungen. Der Bereich zwischen zwei Beugungsordnungen wird als Betrachterfenster ausgewählt. Auf das Betrachterauge gelangt die als Hologramm kodierte Wellenfront, die eine 3D Szene aussenden würde. Der Betrachter sieht damit die Rekonstruktion der 3D Szene im Rekonstruktionsraum, der vom Betrachterfenster und dem virtuell vergrößerten SLM aufgespannt wird. Wo das Objekt genau zu sehen ist, also vor oder hinter oder um den SLM herum, hängt von der Tiefenkodierung der 3D Szene im Hologramm ab.
Die Linse mit Feldlinsenfunktion kann dabei allgemein als eine Abbildungsoptik ausgestaltet werden, die auch mehrere Abbildungsmittel enthält. Die Abbildungseigenschaften können dabei auch variabel oder steuerbar ausgestaltet werden. Diese Abbildungsoptik kann vorteilhaft weitere Lichtbeeinflussungsmittel wie beispielsweise Blenden enthalten. Dabei können Blenden beispielsweise den Einfluss von Bildfehlern verringern oder höhere Beugungsordnungen unterdrücken.
In einer bevorzugte Ausgestaltungsvariante des Anzeigegerätes zum Erzeugen eines vergrößerten Bildes ist also die steuerbaren Lichtablenk-Einrichtung so ausgestaltet ist, dass eine aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators in der Ebene einer Feldlinse erzeug bar ist. Die Darstellung der Segmente kann nach dem Durchgang der kohärenten Wellenfronten durch die steuerbare Lichtablenk-Einrichtung, die beispielsweise steuerbare Schichten als Lichtablenkmittel aufweisen kann, mit einer Anzahl erfolgen, welche von der Anzahl aufzuspannender Sichtkegel- Segmente zum Darstellen von Ansichten der 3D Szene und/oder der in einem Sichtkegel vorgebbaren Größe abhängig ist. Steuerbare Lichtablenkmittel zum Segmentieren des räumlichen Lichtmodulators sind örtlich und zeitlich nacheinander variierbar oder gleichzeitig steuerbar, wobei der räumliche Lichtmodulator in einem Sichtkegel virtuell vergrößerbar erzeugbar ist. Die Modulatorebene ist entsprechend der Anzahl der Segmente des gescannten SLM im Sichtkegel vergrößerbar, in dem die virtuellen Bilder des SLM vergrößert erzeugbar sind.
Der räumliche Sichtbarkeitsbereich wird durch mehrere Segmente gebildet, die jeweils von einer virtuellen Abbildung des SLM aufgespannt werden. Die virtuelle Feldlinse und das virtuelle Gesamtbild aller Teilabbildungen des SLM befinden sich in einer Ebene des räumlichen Sichtbarkeitsbereiches, die beispielsweise der eines Direktsichtdisplays entspricht.
Die Feldlinse ist eine Sammellinse, die ein virtuelles Betrachterfenster zwischen räumlich getrennt vorliegenden Beugungsordnungen erzeugt, d.h. zwischen räumlich getrennt vorliegenden Lichtquellenbildern. Sie liegt in der Ebene eines virtuellen SLM-Bildes als virtuelle Feldlinse und damit als virtuelle Phasenfunktion vor und besitzt eine virtuelle Brennweite, die zumindest annähernd dem Abstand des virtuellen SLM-Bildes entspricht.
Diese notwendige virtuelle Phasenfunktion kann durch entsprechende Auslegung der Abbildungsoptik realisiert werden, ohne dass eine reelle Sammellinse direkt auf dem SLM, bzw. in seiner unmittelbaren Nähe liegen muss. Es kann jedoch auch eine reelle Sammellinse direkt in der Nähe des SLM angeordnet werden und mit diesem in die Fläche des virtuellen SLM-Bildes abgebildet werden. Dies entspricht im Wesentlichen der Auslegung eines nicht holographisch arbeitenden HMD, das auf maximale Helligkeit in der Eintrittspupille des Betrachterauges ausgelegt ist, d.h. das alles Licht des SLM in der Eintrittspupille sammelt. Die Brennweite einer virtuell angenommenen Feldlinse eines solchen HMD ist nahezu gleich dem virtuellen Betrachterabstand.
Die steuerbare Lichtablenk-Einrichtung ist derart ausgebildet, dass ein kleines Objekt, z.B. ein
steuerbarer räumlicher Lichtmodulator, der mit ebenen kohärenten Wellenfronten beleuchtet wird, mehrfach mindestens eindimensional in Segmenten abbildbar ist. Die einzelnen Segmente sollten sich möglichst lückenlos anschließen oder sich gegenseitig teilweise überlagern, wobei die Überlagerungen bei der Kodierung der Hologramminformation berücksichtigt werden kann. Vorteilhafter Weise erfolgen die Abbildungen der einzelnen Modulatorsegmente vergrößert.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird also die Lichtablenk-Einrichtung in dem Anzeigegerät so ausgestaltet, dass sich die Segmente des mehrfachen virtuellen Bildes des räumlichen Lichtmodulators im Wesentlichen lückenlos anschließen oder sich gegenseitig teilweise überlagern, wobei die Bereiche von Überlagerungen bei der Kodierung der Hologramminformation berücksichtigbar sind.
Mit im Strahlenverlauf nachfolgenden Abbildungsmitteln kann die 3D Darstellung weiter vergrößert abgebildet werden. Im Anzeigegerät zum Erzeugen eines vergrößerten Bildes, können demnach zusätzlichen Abbildungsmittel im Strahlenverlauf vorgesehen sein, mit denen die von der steuerbaren Lichtablenk-Einrichtung erzeugte segmentierte Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators weiter vergrößert abbildbar ist.
Die zusammengesetzte virtuelle Abbildung des SLM liegt in einer Ebene in Blickrichtung und begrenzt den Sichtwinkelbereich der 3D-Rekonstruktion. Mit dem Betrachterauge wird so ein Raumvolumen (VOV, volume of view) definiert, welches den räumlichen Sichtbarkeitsbereich darstellt. Dabei ist es vorteilhaft, nur solche Teile der 3D-Szene zu rekonstruieren, die sich in diesem Sichtbarkeitsbereich befinden.
Die Erfindung geht davon aus, dass eine von einem, bevorzugt reflektiv ausgestalteten, räumlichen Lichtmodulator SLM ausgesandte kohärente Wellenfront ein Segment des SLM in einer Hauptebene einer Linse mit einer Feldlinsenfunktion darstellt. Durch eine Lichtablenk-Einrichtung ist der SLM zeitlich nacheinander und/oder gleichzeitig mehrfach als Segmente innerhalb der Feldlinse darstellbar. Mit den zeitlich nacheinander oder gleichzeitig darstellbaren Segmenten sind einzelne Teile des räumlichen Sichtbarkeitsbereiches zeitlich nacheinander oder gleichzeitig erzeugbar. Im Fokus der virtuellen Feldlinse befinden sich das Betrachterauge und das Betrachterfenster.
Das Betrachterfenster ist Teil der Ebene, die der Fresnel-Transformierten der virtuellen Mehrfachabbildung des SLM entspricht. Mit einer steuerbaren Lichtablenk-Einrichtung ist der SLM mit der kohärenten Wellenfront beispielsweise in der Ebene des Fokussierungssystems, bevorzugt in einer Feldlinsenebene des Fokussierungssystems, mehrfach nebeneinander abbildbar. Das Fokussierungssystem kann in einer weiteren Ausführungsform wenigstens eine Linse mit einer Vergrößerungsfunktion aufweisen.
Die steuerbare Lichtablenk-Einrichtung kann an Stelle des realen SLM auch ein Zwischenbild des SLM
mehrfach mindestens eindimensional nebeneinander abbilden.
Der SLM kann nahe der Feldlinsenebene davor oder dahinter, real oder virtuell, vorhanden sein.
Mit den in der Feldlinsenebene dargestellten Segmenten kann der SLM mindestens eindimensional durch virtuelle Bilder vervielfältigt werden. Die von der Lichtablenk-Einrichtung erzeugte Anzahl von Segmenten zum Zusammensetzen der Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators kann veränderbar ausgestaltet werden, um beispielsweise den zu realisierenden räumlichen Sichtbarkeitsbereich oder einen vorgegebenen Betrachterabstand der Augenpupillen zum zu vergrößernden virtuellen Bild des SLM an das Bildformat oder den Bildinhalt anzupassen. Die Lichtablenk-Einrichtung kann in einer Ausgestaltungsvariante des Anzeigegerätes demnach so ausgestaltet sei, dass die Anzahl und/oder Größe von Segmenten zum Zusammensetzen der Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators veränderbar ausgestaltet ist.
Die Mehrfachabbildung des SLM kann mit der Lichtablenk-Einrichtung ein- oder zweidimensional erfolgen. Zur zweidimensionalen Mehrfachabbildung können die Lichtablenkmittel beispielsweise mindestens zwei in ihrer Ablenkrichtung gegeneinander gekreuzte eindimensionale Lichtablenkelemente enthalten.
Bevorzugt weist das Anzeigegerät zum Erzeugen eines vergrößerten Bildes eine steuerbaren Lichtablenk-Einrichtung mit mindestens einem steuerbaren Lichtablenkmittel auf, das ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter variabler Gitterperiode aufweist. Diese Gitterperiode wird bevorzugt durch Änderung des Spannungsverlaufes an einer Elektrodenstruktur steuerbar eingestellt.
Die in der Lichtablenk-Einrichtung verwendeten Lichtablenkmittel, wie z. B. steuerbare Flüssigkristall- Gitter, Multiplex-Volumengitter oder steuerbare Prismen mit veränderlichem Keilwinkel, können beispielsweise eine Zylinderlinsenfunktion enthalten, um eine anamorphotische Streckung der Strahlenbündel zu erreichen. Es können auch Prismenpaare eingesetzt werden, um beispielweise eine anamorphotische Streckung eines Strahlenbündels oder von Wellenfeldern in einer Richtung zu erreichen.
Multiplex-Volumengitter sind dabei Volumenhologramme in die mindestens zwei unterschiedliche Ablenkrichtungen bei der Herstellung eingeschrieben wurden. Die gewünschte Ablenkrichtung kann dabei über eine oder mehrere Eigenschaft des einfallenden Lichtes, wie Einfallsrichtung, Wellenlänge oder Polarisationszustand selektiert werden.
Bei einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes enthält demnach die steuerbaren Lichtablenk-Einrichtung mindestens ein Volumenhologramm, das mindestens zwei verschiedene Beugungswinkel aufweist, die durch mindestens zwei verschiedene Eintrittswinkel und/oder zwei verschiedene Wellenlängen des Lichtes zum Beleuchten des räumlichen
Lichtmodulators auswählbar sind.
Mit einer eindimensionalen Aufweitung eines SLM mittels eines Volumengitters, das so angeordnet ist, dass nur gebeugtes Licht zur Bilderzeugung beiträgt, kann eine schmale Baugröße des Displays am seitlichen Brillenrahmen realisiert werden. Das Volumengitter kann dabei zusätzlich eine Feldlinsenfunktion enthalten. Die Anordnung kann so modifiziert werden, dass eine Ebene, in der sich ein zusammengesetztes Bild eines SLM befindet, in einer Dimension beispielsweise um den Faktor 10 aufgeweitet wird. Es muss sich jedoch nicht exakt um diese Ebene handeln. Es reicht, dass eine vorliegende Wellenfront aufgeweitet wird.
Der räumliche Sichtbarkeitsbereich des HMD ist allgemein definierbar durch eine vorgegebene Größe des Betrachterfensters und einen vorgebbaren Abstand von den Augenpupillen eines Betrachters oder Nutzers zur virtuellen Mehrfachabbildung des SLM. Dieser Abstand kann beispielsweise zwischen 1 m und 3 m betragen.
Das HMD kann in weiterer Ausbildung im Strahlenverlauf einen Raumfrequenz-Filter aufweisen, mit dem höhere Beugungsordnungen der vom SLM kodierten Wellenfronten filterbar sind. Der in einfachster Ausführung als statische Aperturblende ausgeführte Filter kann in einer Ausführung auch als Blendenfunktion ansteuerbar sein und das Betrachterfenster bilden, dessen Abbildung auf das Auge des Betrachters die Eintrittspupille bildet. Das Filter kann beispielsweise in der mittleren Brennebene eines teleskopischen Abbildungssystems angeordnet werden. Durch die Filterung der hohen Raumfrequenzen des SLM erscheint das auf das Auge abgebildete Betrachterfenster ohne benachbarte höhere Beugungsordnungen. Diese Filterung kann vorteilhaft eingesetzt werden, wenn das Betrachter- oder Sichtbarkeitsfenster nur ungefähr so groß wie die Augenpupille des Betrachters ist.
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach im Strahlenverlauf mindestens ein Filter vorgesehen, mit dem höhere Beugungsordnungen der vom räumlichen kodierten Wellenfronten filterbar sind.
Besonders vorteilhaft wird dabei das Filter in der mittleren Brennebene eines teleskopischen Abbildungssystems angeordnet ist.
Bei kleinen Betrachterfenstern, beispielsweise 3 mm, kann es vorteilhaft sein, das Betrachterfenster in Abhängigkeit von der Augenbewegung steuerbar dieser Bewegung nachzuführen. Die Erfassung der Augenposition kann beispielsweise mit einer Kamera erfolgen, welche in das HMD integriert ist. Die Nachführung kann dabei von einer separaten steuerbaren Nachführeinrichtung mit eigenen Lichtablenkmitteln durchgeführt werden, wobei die Mehrfachabbildung in der Regel insgesamt der Augenposition nachgeführt wird. Diese Nachführeinrichtung kann z.B. mit Flüssigkristall-Gittern, steuerbaren Elektrobenetzungszellen (electrowetting), die eine variable Prismenfunktion realisieren, Flüssigkristall-Prismenzellen, variablen ausgedehnten Prismenzellen, oder auch in tieferer Bauweise mit Scan-Spiegeln ausgestaltet werden.
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach eine steuerbare Nachführeinrichtung vorgesehen, mit der ein Betrachterfenster in Abhängigkeit von der Augenbewegung steuerbar dieser Bewegung nachführbar ist.
Die Nachführung kann aber teilweise oder vollständig auch von der Lichtablenk-Einrichtung zur Erzeugung der in Segmenten zusammengesetzten Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators ausgeführt werden. Dabei werden die Segmente bereits so erzeugt, das die Mehrfachabbildung der Augenposition folgt.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach die Lichtablenk-Einrichtung so ausgestaltet, dass zusätzlich zum Erzeugen einer in Segmenten zusammengesetzten Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators ein virtuelles Betrachterfenster in Abhängigkeit von der Augenbewegung steuerbar dieser Bewegung nachführbar oder die steuerbare Nachführeinrichtung unterstützbar sind.
Weiterhin können Einstellmittel vorhanden sein, um das Betrachterfenster manuell oder automatisch an die Lage der Augenpupille und damit beispielsweise an den Augenabstand anzupassen. Dafür können Sensoren vorhanden sein, die die mittlere Lage der Augenpupille erfassen, damit über entsprechende Aktuatoren das optische System des Anzeigegerätes beispielsweise an den Augenabstand anzupassen, um die Rekonstruktion einer 3D-Szene optimal wahrnehmen zu können.
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes sind demnach Einstellmittel vorgesehen, um ein Betrachterfenster manuell oder automatisch an die Lage einer Augenpupille eines Auges eines Betrachters und damit beispielsweise an den Augenabstand anzupassen.
Die Funktion dieser Einstellmittel kann auch teilweise oder vollständig in die Lichtablenk-Einrichtung oder die Nachführeinrichtung integriert werden. Auch dafür können Sensoren zur Erfassung der Lagen der Augenpupillen vorhanden sein. In einer Initialisierungsphase oder ständig während der Benutzung des Anzeigegerätes kann so die Lichtablenk-Einrichtung und/oder die Nachführeinrichtung einen festen Verschiebewert einführen, um die Rekonstruktion einer 3D-Szene optimal wahrnehmen zu können. Zusätzliche Aktuatoren können dabei vorteilhaft entfallen.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach die Lichtablenk-Einrichtung und/oder die Nachführeinrichtung so ausgestaltet ist, dass sie steuerbar das Betrachterfenster an die Lage der Augenpupille einstellt oder weitere dafür vorgesehene Einstellmittel unterstützt.
Die Lichtablenkmittel der Lichtablenk-Einrichtung können auch auf einer in ein oder zwei Raumrichtungen gekrümmten Fläche angeordnet werden, um die Segment für die zusammengesetzte Mehrfachabbildung zu erzeugen. Die dabei sequentiell vorliegende Lageabweichung der Segmente der zusammengesetzten Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators gegenüber einer planen Zusammensetzung kann bei der holographischen Kodierung der 3D-Objekte korrigiert werden, so dass
diese im virtuellen Bildraum korrekt und unverzerrt dargestellt werden. Eine solche Krümmung kann auch durch weitere optische Abbildungsmittel bei der Erzeugung der Segmente hervorgerufen werden. Ebenso kann durch weitere Abbildungsmittel im Strahlengang die aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung, beispielsweise durch einen gewölbten Spiegel, zu einer vergrößerten virtuellen Modulatorfläche gewölbt abgebildet werden. Auch diese Wölbung kann bei der holographischen Kodierung der 3D-Objekte korrigiert werden
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes sind demnach die Lichtablenk-Einrichtung und/oder weitere optische Komponenten des Abbildungssystems zum Erzeugen und/oder Abbilden der Segment der zusammengesetzten Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators so ausgestaltet, dass diese aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung gekrümmt erzeugbar und/oder abbildbar ist und dass diese Krümmung bei der Kodierung der dreidimensionalen Szene Berücksichtigung findet.
Je nach gewünschter Gesamtvergrößerung und dem Rasterabstand des SLM kann die Abbildung der ersten Stufe vergrößert, verkleinert oder im Maßstab 1 :1 erfolgen. Dabei kann die Abbildung auch anamorphotisch erfolgen. Durch die Lichtablenk-Einrichtung wird dabei der SLM in Segmenten zusammengesetzt z. B. mehrfach in die Objektebene eines Abbildungssystems mit Vergrößerungsoptik als zusammengesetztes Zwischenbild abgebildet. Die Lichtablenk-Einrichtung 400 enthält hier beispielhaft als erstes Lichtablenkmittel ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter variablen Gitterabstandes und als zweites Lichtablenkmittel ein Multiplex-Volumengitter, in das für jede Teilabbildung und jede Abbildungswellenlänge jeweils ein eigenes Volumengitter eingeschrieben ist. Die Auswahl des für die jeweilige benötigte Abbildung und benötigte Wellenlänge ausgewählten Volumengitters erfolgt dabei durch den aktuellen Beugungswinkel des ersten Lichtablenkmittels und der aktuellen Wellenlänge einer Farbmultiplex-Lichtmodulationseinheit. Eine anamorphotische Abbildung kann auch durch die Lichtablenk-Einrichtung ausgeführt werden oder durch diese unterstützt werden, indem beispielsweise nicht nur eine Lichtablenkung durch die Lichtablenkmittel sondern auch eine Aufspreizung des Wnkelspektrums erfolgt.
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes sind demnach das Abbildungssystem und die Lichtablenk-Einrichtung so ausgestaltet, dass die aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators anamorphotisch erfolgt. Es ist vorteilhaft, eine Lichtablenk-Einrichtung, die nur ein steuerbares Lichtablenkmittel aufweist, in der gemeinsamen Brennebene eines telezentrischen Abbildungssystems anzuordnen. Dieses Lichtablenkmittel braucht hier nur eine Verkippung des Strahlenganges steuerbar ausführen, um eine aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung zu erzeugen. Diese Kippung kann beispielsweise durch ein steuerbares Prisma oder ein steuerbares diffraktives Ablenkgitter ausgeführt werden. Die Lage des Lichtablenkmittels zur Verkippung des Starhienganges kann auch von der Lage der Brennebene abweichen, um beispielsweise eine zusätzliche Feldlinsenfunktion zu realisieren. Dabei auftretende Überlagerungen der einzelnen Modulatorbilder lassen sich bei der Hologrammkodierung berücksichtigen.
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach mindestens ein telezentrisches Abbildungssystem vorgesehen, in dessen objektseitiger Brennebene eine Lichtablenk- Einrichtung angeordnet ist, die steuerbar das vom räumlichen Lichtmodulator kommende Licht verkippt. Eine erweiterte Ausführungsform - der zeitlich und/oder räumlich segmentweisen Bereitstellung der Bildinhalte in einem ausgedehnten Betrachterraum - stellt eine im Raumwinkel variable Kombination einer inkohärenten 2D-Darstellung und/oder einer 3D-Stereo-Darstellung mit einer dynamisch kodierten, zumindest teilkohärenten holographischen 3D-Darstellung dar.
Mehrere Aspekte liegen dieser möglichen Ausführungsform zu Grunde. Das Auge kann besonders gut auf Gebiete mit hohen Kontrastunterschieden wie beispielsweise Punkte, Kanten oder differenzierte Strukturen fokussieren.
Im Raum dargestellte unstrukturierte Flächen besitzen beispielsweise nur einen geringen Kontrast. Das Auge kann darauf schlechter fokussieren. Daher ergibt sich die Möglichkeit, die dynamisch kodierte holographische 3D-Darstellung auf Struktur- und Kantenmerkmale, d.h. stark wirksame Fokus- Merkmale zu beschränken, und Flächen und Objektsegmente mit gering wirksamen Fokus-Merkmalen mittels 2D- oder 3D-Stereo-Darstellung zu erzeugen. Dies entspricht einer Ineinander-Darstellung von dynamisch kodierter holographischer 3D-Darstellung und 2D- bzw. 3D-Stereo-Darstellung. Dies kann über den gesamten oder einen anteiligen Raumwinkel-Bereich eines unsegmentierten, oder zeitlich oder räumlich segmentierten Betrachterbereich erfolgen. Die Ausführung kann darauf beschränkt werden, nur den Randbereich des zentralen Betrachterfensters nach Außen zu erweitern und damit einen umfassenderen Raumeindruck der dynamisch kodierten darzustellenden holographischen 3D Szene zu erhalten.
In einer einfachen Ausführungsform kann beispielsweise - betrachtet sei hierbei der Einfachheit der Darstellung wegen nur der vertikale Betrachterwinkel - der mittlere Winkelbereich von (0 bis ±13) ° deg, d.h. 26 ° deg, der einem mittleren Segment des SLM in der Feldlinsenebene entspricht, mittels dynamisch kodierter holographischer 3D-Darstellung erzeugt werden. Die am mittleren Winkelbereich oben und unten anschließenden Winkelbereiche von +13 bis + 39 ° deg und von -13 bis - 39 ° deg sind mittels 2D- bzw. 3D-Stereo-Darstellung erzeugbar.
Hintergrund ist, dass der Nutzer innerhalb seiner natürlichen Umwelt nur einen begrenzten Raumwinkel mit hoher Auflösung und stark wahrnehmbarem 3D-Eindruck erfassen kann. Steht dem Nutzer ein sehr großer Raumwinkel zur Verfügung, so liegen die Merkmale hohe Auflösung und stark wahrnehmbarer 3D-Eindruck nur in einem Teilbereich des gesamten Raumwinkels vor. Dies ist der Bereich, auf den sich der Nutzer konzentrieren kann. Da dieser Bereich mit der Augenbewegung des Nutzers in Raum wandern kann, ist es vorteilhaft, den mit starken Fokus- und 3D-Merkmalen dargestellten Raum-Bereich ebenso wandern zu lassen. Zu diesem Zweck ist eine Erfassung der
Augenpositionen und/oder der Blickrichtung vorzusehen. Auch wenn das Betrachterfenster beispielsweise 15 mm ausgedehnt ist und in diesem Fall keine Nachführung des Betrachterfenster notwendig ist, so ist jedoch eine Nachführung des mit starken Fokus- und 3D-Merkmalen dargestellten Raumbereichs vorteilhaft, wenn dieser nur einen Teil des darstellbaren Gesamtraumes umfasst. Die holographische Darstellung und die 2D-Darstellung und/oder 3D-Stereo-Darstellung können z.B. flächig ineinander, ineinander übergehend und/oder direkt aneinander anschließend erfolgen. Eine Kalibrierung und eine Vergleichstabelle (engl.: look up table, LUT) können verwendet werden, um wahrnehmbare Störungen im Frustum zu eliminieren.
In Bezug auf Kosten kann es vorteilhaft sein, einen SLM für eine holographische Kodierung und einen SLM für eine klassischen 2D-Darstellung anzuordnen. Es kann auch vorgesehen werden, für die Beleuchtung eines SLM für eine holographische Kodierung Laserdioden und für die Beleuchtung eines SLM für eine klassischen 2D-Darstellung Licht emittierende Dioden LED zu verwenden. Für die 2D bzw. 3D-Stereodarstellung kann auch ein selbstleuchtender SLM, beispielsweise ein OLED-Display, verwendet werden. Zur Reduzierung von innerhalb des Objektraumes wahrnehmbarem Speckle und kohärentem Übersprechen von Nachbarpunkten können beispielsweise Eigenschaften wie Polarisation, Wellenlänge und/oder räumliche Ausdünnung der Objektsszene verwendet werden.
Beispielsweise sind die Lichtquellen einer Beleuchtungseinrichtung, die z. B. jeweils zwei SLM beleuchten, die einen gemeinsamen Bildpunktebereich rekonstruieren, für jeweils unterschiedliche schmalbandige Wellenlängenbereiche innerhalb eines Farbbereiches RGB auslegbar. Die dabei auftretende Farbverschiebung kann bei der Kodierung der einem SLM zuordbaren Bildpunkte berücksichtigt werden. Die Verwendung unterschiedlich polarisierten Lichtes (z. B. horizontal und vertikal polarisiert oder rechts und links zirkulär polarisiert) ist ebenfalls anwendbar. Auch hier lassen sich unterschiedliche Intensitäten der Lichtanteile bei der Kodierung der Objektpunkte berücksichtigen Beide Varianten können kombiniert werden.
Die zeitliche und räumliche Kohärenz kann auf ein Minimum reduziert werden, indem Volumengitter mit unterschiedlichen Anordnungen von Lichtquellen kombiniert werden, z.B. mit Laserdioden nach den angeführten Varianten.
Besonders bei der Ausbildung eines stationären Gerätes ist es vorteilhaft, eine Ausdünnung von Objektpunkten mit mehreren SLM zu implementieren, wobei die Punktwolken der einzelnen Teile der rekonstruierten 3D-Szene dieser SLM's ineinander liegen. Dabei können die einzelnen SLM's beispielsweise mit Lichtquellen, die die gleiche Wellenlänge besitzen können aber zueinander inkohärent sind, beleuchtet werden. Diese Lichtquellen können auch leicht voneinander abweichende Wellenlängen aufweisen, wobei diese Farbunterschiede bei der Hologrammcodierung berücksichtigt werden sollten, um eine ungestörte farbige Rekonstruktion zu erhalten.
In einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach eine weitere Lichtablenk-Einrichtung vorgesehen, die eine weitere aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung eines weiteren räumlichen Lichtmodulators erzeugt. Die aus Segmenten zusammengesetzten Mehrfachabbildungen der einzelnen Lichtmodulatoren sind ineinandergeschachtelt und/oder gegeneinander gedreht und/oder gegeneinander verschoben und/oder in der Tiefe gestaffelt und definieren mit der Augenpupille eines Betrachterauges (1000, 1001 , 1002) einen gemeinsamen Betrachterbereich. Deren Teilbereiche grenzen einander an oder überlagern sich ganz oder teilweise, wobei die Überlagerung inkohärent, teilkohärent oder kohärent, erfolgt. In jedem Teilbereich liegt dabei eine 2D Darstellung und/oder eine 3D-Stereodarstellung und/oder eine holographische 3D-Rekonstruktion vor.
Eine bevorzugte Ausführung sieht vor, dass der SLM mit einem steuerbaren Bauelement kombinierbar ist, das eine Linse mit Feldlinsenfunktion und eine steuerbare Lichtablenk-Einrichtung in einem aufweisen kann.
Dieses steuerbare Bauelement kann auch ein statisches Volumengitter sein, das in einer Ebene ineinander einbelichtete oder übereinander in verschiedenen Ebenen einbelichtete Strahlenverläufe enthalten kann.
Ein solches statisches Lichtablenk-Element wird mit einem weiteren schalt- bzw. steuerbaren Lichtbeeinflussungsmittel, beispielsweise einem schalt- bzw. steuerbaren Blendenfeld (shutter array) kombiniert, um zu einem Zeitpunkt jeweils nur Licht einer Ablenkrichtung weiterzuleiten. Weiterhin kann die Feldlinse des Fokussierungssystems allein als einzelnes Volumengitter oder als steuerbares Gitter auf der Basis von Flüssigkristallen (liquid crystal, LC) ausgestaltet sein.
Die Lichtablenk-Einrichtung, eine Feldlinse und eine optional anwendbare Nachführeinrichtung können so angeordnet werden, dass die nullte Beugungsordnungen diffraktiver Lichtablenkmittel nicht zur Bilderzeugung beitragen. Dadurch können auch diffraktive Lichtablenk- und Abbildungsmittel eingesetzt werden, die nur eine geringe Beugungseffektivität aufweisen, so dass störendes Restlicht in der nullten Beugungsordnung verbleibt, wenn die gewünschte Lichtablenkrichtung ausgewählt wird.
In einer Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist in der steuerbaren Lichtablenk-Einrichtung (400, 401 , 402, 450) ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter variabler Gitterperiode und/oder ein Multiplex-Volumengitter so angeordnet, dass Licht der nullten Beugungsordnung ungenutzt durch dieses hindurch tritt und vom weiteren aktiven Strahlenverlauf fernhaltbar ist.
Die Einzelfunktionen dieser Bauelemente sind auch innerhalb der einzelnen Elemente als steuerbares Flüssigkristall-Gitter kombinierbar.
Das Einbelichten von Strahlenverläufen kann zum Zwecke der Polarisations- und/oder
Wellenlängentrennung und Winkel-Trennung bzw. -Vereinigung erfolgen. Zum Auslesen und Separieren der in einem solchen Multiplex-Volumengitter eincodierten Strahlenverläufe sind die gleichen technischen Mittel anwendbar, d.h. Polarisation, Wellenlänge und Wnkel.
Im Fall eines Volumengitters, dessen Rekonstruktionsgeometrie elektrisch schaltbar ist, enthält das Volumengitter beispielsweise ein Flüssigkristallmaterial, dessen Orientierung veränderbar steuerbar ist.
Volumengitter eignen sich aufgrund ihrer realisierbaren Dicke dazu, Strahlenverläufe kompakt zu vereinen, und sind für die vorliegende Erfindung ein geeignetes Mittel, die Displaygröße bzw. -dicke und das Gewicht reduzieren zu können.
Statische Volumengitter, d.h. Volumengitter mit fester Rekonstruktionsgeometrie bzw. mit zeitlich unveränderten Gitterparametern können beispielsweise aus Dichromatgelatine (DCG), photorefraktivem Glas oder Photopolymer hergestellt werden.
Sehr vorteilhaft lassen sich Volumengitter einsetzen, bei denen sich die Brechzahl in der Tiefe ändert, d. h. eine Funktion von z ist. Mit einer solchen Z-Apodisation lassen sich gezielt Nebenmaxima der Winkel- und Wellenlängenselektivität unterdrücken und sich gezielt Winkel-, Polarisations- und/oder Wellenlängenselektivitäten auf den, für das jeweilige Design optimalen Funktionsverlauf einstellen. Das ist sowohl für transmissive als auch für reflektive Volumengitter anwendbar, wobei in eine dicke Schicht unterschiedliche Volumengitter beispielsweise hintereinander, d.h. in unterschiedlichen Tiefenbereichen, oder auch ineinander, d.h. zumindest teilweise überlappend belichtet werden können, wobei der Apodisationsverlauf beispielsweise so ausgelegt wird, dass zumindest die Nebenmaxima der Winkel- und Wellenlängenselektivität unterdrückt und für das jeweilige Design optimierte Übergänge der einzelnen Segmente der Mehrfachabbildung des SLM erreicht werden.
Multiplex-Volumengitter können auch aus mehreren miteinander verklebten Schichten mit separaten Beugungsmustern hergestellt werden. Jede Schicht kann dabei auch ein Multiplex-Volumengitter enthalten und z. B. für einen Wellenlängen- oder einen Wnkelbereich optimiert sein. Die steuerbaren Schichten der Lichtablenkmittel können ein Flüssigkristallmaterial enthalten, das als Volumengitter oder als Flüssigkristall-Gitter in der Lichtablenk-Einrichtung zum Ausführen von Funktionen mit Phasenverläufen ansteuerbar ist, um Strahlenverläufe bzw. kohärente Wellenfronten zu modulieren bzw. ihre Ausbreitungsrichtung zu ändern.
Elektrisch steuerbare Volumengitter sind beispielsweise unter dem Begriff PDLCG (polymer dispersed liquid crystal grating) bekannt und erreichen hohe Schaltgeschwindigkeiten.
Für eine zu erzeugende Rekonstruktion kann die Kodierung vorteilhaft mit tiefensignifikanten Mustern und Merkmalen auf einen Bereich der zusammengesetzten Modulatorabbildung beschränkt werden. Dieser Bereich liegt vorzugsweise in Blickrichtung des Betrachterauges und ist z.B. durch Detektion der Pupillenposition ermittelbar.
Eine inkohärente 2D- oder 3D-Stereo-Darstellung kann mit der holographischen Rekonstruktion überlagert werden. Dies kann flächendeckend oder auch ineinander übergehend erfolgen, indem der räumliche Lichtmodulator in wenigstens einem Segment holographisch und in den anderen Segmenten mit Stereobildern kodierbar ist, wobei die holographische Rekonstruktion beispielsweise im zentralen Segment erzeugbar ist. In weiteren Segmenten kann die 3D Szene beispielsweise zwei- oder dreidimensional darstellbar sein.
Das HMD kann mit einem räumlichen Lichtmodulator SLM, in dem eine 3D Szene holographisch kodierbar ist, oder in Kombination mit einem räumlichen Lichtmodulator SLM, der Stereobilder für eine 2D- oder 3D-Darstellung bereitstellen kann, ausgestaltet werden. Das erfindungsgemäß im Hauptanspruch definierte Head-Mounted Display ist für eine Ausführung als 2D-HMD, 3D-Stereo-HMD und als 3D-holographisches HMD, das aber keine Vergrößerungsmittel benötigt, erweiterbar.
Mit der variierbaren Vergrößerung der SLM-Ebene ist das erfindungsgemäß ausgestaltete HMD für andere stereoskopische Display-Anwendungen modifizierbar, z.B. als Display für ein holographisches Direktsichtgerät oder für ein holographisches TV-Gerät.
Besonders für Hokulargeräte sind auch Ausgestaltungsvarianten einsetzbar, bei denen mindestens ein linearer räumlicher Lichtmodulator abgetastet wird. Die Segmente für die zusammengesetzte Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators werden dabei vorzugsweise eindimensional quer zur Abtastrichtung in Form von Abtastreifen erzeugt. Das Abtasten kann beispielsweise mit Galvanometerspiegel, die auch als mikromechanische Elemente ausgeführt werden können oder Polygonspiegel erfolgen. Vorteilhaft lassen sich dafür auch steuerbare diffraktive Gitter verwenden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist der räumliche Lichtmodulators als linearer räumlichen Lichtmodulator ausgestaltet, der durch ein Lichtablenkmittel quer zu seiner linearen Ausdehnung abtastbar ist und dessen Abtastbild durch die steuerbare Lichtablenk-Einrichtung in Richtung seiner linearer Ausdehnung in zeitlicher Folge mehrfach übereinander zusammensetzbar ist.
Wird ein Polygonspiegel zum Abtasten verwendet, kann dieser so ausgestaltet werden, das aufeinanderfolgende Spiegelflächen in Richtung der Drehachse gegeneinander so verkippt sind, dass sich die einzelnen Abtaststreifen aneinanderreihen oder eine leichte Überdeckung aufweisen. Die Überdeckung kann bei der Kodierung der Hologrammwerte berücksichtigt werden.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante des erfindungsgemäßen Anzeigegerätes mit einem linearen räumlichen Lichtmodulator ist demnach ein Polygonspiegel vorgesehen, bei dem mindestens zwei Spiegelflächen gegeneinander so verkippt sind, das deren jeweiligen Abtaststreifen senkrecht zur Abtastrichtung übereinander liegen oder sich leicht überlappen.
In einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante kann vor oder hinter dem räumlichen Lichtmodulator des Anzeigegerätes eine Mikrolinsenanordnung vorgesehen sein, um die Lichteffizienz des räumlichen Lichtmodulators zu erhöhen und/oder Kanteneffekte im Bereich zwischen den einzelnen Modulatorzellen des räumlichen Lichtmodulators zu verringern. Die Mikrolinsenanordnung kann zu diesem Zweck auch am Ort eines Zwischenbildes des räumlichen Lichtmodulators oder am Ort eines zusammengesetzten Zwischenbildes des räumlichen Lichtmodulators vorgesehen sein.
Die Mikrolinsenanordnung kann zusätzlich über eine Apodisationsmaske verfügen, um höhere Beugungsordnungen, die durch das Raster der Modulatorzellen entstehen, weitestgehend zu unterdrücken. Eine Apodisation kann auch dadurch erreicht werden, dass sich die Foki der Mikrolinsen nicht genau in der Ebene der Modulatorzellen befinden, sondern leicht gegen diese dejustiert sind. Mit einer leichten Defokusierung kann eine Anpassung der beschriebenen Wirkungen der zugeordneten Mikrolinse an die Größe der aktiven Fläche erfolgen. Dazu kann die Linsenform bezüglich ihrer optischen Übertragungsfunktion optimiert werden. Sie kann auch plan sein und ein Gradientenindexprofil aufweisen.
Bei Verwendung eines transmissiven Modulators kann sich eine Mikrolinsenanordnung auch im Lichtweg zwischen einer Rückseitenbeleuchtung und den Modulatorzellen befinden, um das unmodulierte Licht der Rückseitenbeleuchtung auf die aktive Fläche der Modulatorzellen zu konzentrieren. Eine Apodisationsmaske kann auch ohne die Verwendung von Mikrolinsen eingesetzt werden, um höhere Beugungsordnungen zu unterdrücken.
Bei einem Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Anzeigegerätes kann eine Apodisationsmaske auf der dem Betrachterauge zugewandten Seite des räumlichen Lichtmodulators vorhanden sein. Sie kann auch am Ort eines Zwischenbildes und/oder am Ort eines aus Segmenten zusammengesetzten Zwischenbildes des räumlichen Lichtmodulators vorgesehen sein.
Das HMD kann im Strahlenverlauf weiterhin zusätzlich Farbfilter zum Erzeugen einer farbigen Rekonstruktion aufweisen, die z. B. für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau ausgelegt sind.
Zum Erzeugen der komplexen Hologrammwerte können transmissive und reflektive SLM eingesetzt werden. Bei einem reflektiven SLM ist eine flache Vordergrundbeleuchtungseinrichtung erforderlich oder die Beleuchtungseinrichtung kann ein Projektionssystem zur schrägen Beleuchtung enthalten. Als Modulatoren können Systeme enthalten sein, die die Amplitude oder vorteilhafterweise die Phase des Lichtes modulieren. Komplexwertige Modulatoren, welche direkt Amplitude und Phase modulieren, können ebenfalls enthalten sein.
Mittels einer Strahlvereinigungsoptik (beam combiner, BC), wie sie beispielsweise aus der DE 10 2009 044 910 A1 der Anmelderin bekannt ist, kann das Licht je nach Kodierungsart von zwei, wie z. B. bei der Zweiphasenkodierung, oder mehreren Modulatorzellen zu einem komplexwertigen Hologrammwert übereinander geschoben werden. Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden und/oder die oben beschriebenen Ausführungsformen - soweit möglich - miteinander zu kombinieren. Dazu ist einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In den Zeichnungen zeigen (jeweils in einer schematischen Darstellung)
Fig. 1 a die Funktion der Lichtablenk-Einrichtung anhand von drei Schaltzuständen,
Fig. 1 b den Einsatz der Lichtablenk-Einrichtung in einer ersten beispielhaften Ausgestaltung, Fig. 2 den erweiterten Sichtbereich durch den Einsatz der Anordnung nach Fig. 1 b,
Fig. 3 das Prinzip der Erzeugung eines virtuell vergrößerten Modulatorbildes mit einem 4f- Abbildungssystem und einer zusätzlichen Vergrößerungsoptik,
Fig. 4 den Einsatz eines reflektiven SLM und das Prinzip zur Verkürzung der Baulänge durch den Einsatz von Spiegeln in einem 4f-Abbildungssystem mit einer zusätzlichen Vergrößerungsoptik, Fig. 5 das Prinzip der Verkürzung der Baulänge durch den Einsatz eines Spiegels vor einem vergrößernden Lupensystem, welches eine Feldlinsenfunktion beinhaltet,
Fig. 6 eine Ausgestaltungsvariante der Erfindung mit gewölbten Spiegeln zur Verkürzung der Baulänge,
Fig. 7, 8 einen Vergleich der notwendigen Baugröße bei einer Anordnung einer Lichtablenk- Einrichtung hinter und vor einem vergrößernden Lupensystem, welches eine Feldlinsenfunktion beinhaltet,
Fig. 9 den Einsatz von Umlenkspiegeln zur Verkürzung der Bautiefe bei einer Anordnung einer Lichtablenk-Einrichtung hinter einer Vergrößerungsoptik,
Fig. 10 den Einsatz von Lichtablenkmitteln einer Lichtablenk-Einrichtung zur Verkürzung der Bautiefe, wobei die 0. Beugungsordnung nicht verwendet wird,
Fig. 1 1 den Einsatz von gewölbten Spiegeln zur Verkürzung der Baulänge in Verbindung mit einer
Anordnung einer Lichtablenk-Einrichtung hinter der Vergrößerungsoptik,
Fig. 12a den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung eines
Amplitudenmodulators auf einen optisch adressierten räumlichen Lichtmodulator,
Fig. 12b den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung eines Amplitudenmodulators auf einen optisch adressierten räumlichen Lichtmodulator, der zusammen mit dem elektrisch adressierbaren Modulator zum Einschreiben der Phasenwerte in den optisch adressierten räumlichen Lichtmodulator bei seinem Auslesen einen komplexwertigen Modulator bildet,
Fig. 13 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung über einen dünnen Wellenleiter, Fig. 14 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung zwischen einem teleskopischen Abbildungssystems zur Abbildung des Modulators und einem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik,
Fig. 15 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung hinter der zweistufigen Abbildung des Modulators mit einem teleskopischen Abbildungssystems und einem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik,
Fig. 16 den Einsatz mindestens zweier variabler Keile in einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung zwischen einem teleskopischen Abbildungssystems zur Abbildung des Modulators und einem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik,
Fig. 17 eine Anordnung zur schnellen Verschiebung von Strahlenbündeln unter Verwendung zweier Umlenkspiegel, die gleichsinnig steuerbar verdreht werden können, für den Einsatz in einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung,
Fig. 18 eine Anordnung zur schnellen Verschiebung von Strahlenbündeln unter Verwendung eines schnellen Hubspiegels für den Einsatz in einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung,
Fig. 19 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung mit zwei steuerbaren gleichsinnig verdrehbaren Umlenkspiegeln in einem zweistufigen Abbildungssystem,
Fig. 20 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung mit einem steuerbaren Ablenkgitter und einem Multiplex-Reflexions-Volumengitter zur Mehrfachabbildung in einem zweistufigen Abbildungssystem,
Fig. 21 das Prinzip einer anamorphotischen Vergrößerung eines SLM oder eines mehrfach zusammengesetzten Bildes eines SLM mittels zweier Transmissions-Volumengitter, wobei die Wegdifferenzen zwischen einzelnen Strahlen kompensiert werden,
Fig. 22 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung mit einem steuerbaren Ablenkgitter in der
Blendenebene eines telezentrischen Abbildungssystems zur Mehrfachabbildung in einem zweistufigen Abbildungssystem,
Fig. 23 den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung in unmittelbarer Nähe der Eintrittspupille (EP) des Nutzerauges zur Mehrfachabbildung, Fig. 24 den Einsatz einer mindestens eindimensional gekrümmten Lichtablenk-Einrichtung in unmittelbarer Nähe der EP des Nutzerauges zur Mehrfachabbildung,
Fig. 25 eine Anordnung zum Farbmultiplex beim Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung mit einem steuerbaren Ablenkgitter in der Blendenebene eines telezentrischen Abbildungssystems zur Mehrfachabbildung in einem zweistufigen Abbildungssystem, wie sie in Fig. 22 dargestellt ist, Fig. 26 eine vertikale Mehrfachabbildung mittels einer Lichtablenk-Einrichtung über einen dünnen Wellenleiter,
Fig. 27 a-c den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung mit einem steuerbaren Ablenkgitter in der Blendenebene eines telezentrischen Abbildungssystems zur Mehrfachabbildung in einem zweistufigen Abbildungssystem in Verbindung mit einem eindimensionalen Lichtmodulator, Fig. 28 den Einsatz eines Polygonspiegels als Lichtablenk-Einrichtung in der Blendenebene eines telezentrischen Abbildungssystems zur Mehrfachabbildung in einem zweistufigen Abbildungssystem in Verbindung mit einem eindimensionalen Lichtmodulator,
Fig. 29 die Vermeidung der 0. Beugungsordnung beim Einsatz diffraktiver optischer Elemente in steuerbaren Lichtablenkmitteln zur Erzeugung eines zusammengesetzten vergrößerten virtuellen Bildes einer Lichtmodulationseinrichtung,
Fig. 30 eine Nachführung des Betrachterfensters auf die Bewegung der Eintrittspupille eines Betrachterauges durch die Änderung des mittleren Abstrahlwinkels eines SLM mittels eines Prismas,
Fig. 31 die Minimierung von Kanten-Effekten der Modulatorzellen und die Erhöhung des Füllfaktors des SLM mit Hilfe einer Mikrolinsenanordnung am Beispiel eines reflektiven SLM, Fig. 32 die Minimierung von Kanten-Effekten der Modulatorzellen und die Erhöhung des Füllfaktors des SLM mit Hilfe einer Mikrolinsenanordnung am Beispiel eines reflektiven SLM in Verbindung mit einer Strahlvereinigungsoptik.
Die Fig. 1 a und 1 b zeigen jeweils eine Lichtablenk-Einrichtung 400 mit einigen grundlegenden Funktionen, wie sie im erfindungsgemäßen HMD verwendet werden sollen. Die Lichtablenk-Einrichtung 400 weist in Fig. 1 a zwei steuerbare Lichtablenkmittel 410, 420 auf, die mit modulierten kohärenten Wellenfronten 720, 730, 740 einen räumlichen Lichtmodulator SLM 200
mehrfach abbilden. Der SLM 200 wird mit einer hier nicht dargestellten Beleuchtungseinrichtung kollimiert beleuchtet. Nach Modulation des Lichtes durch den SLM 200 tritt aus diesem eine modulierte kohärente Wellenfront 710 aus.
In einer abgewandelten vorteilhaften Ausführung wird der SLM 200 mit einer konvergenten Wellenfront beleuchtet. Eine optionale, hier nicht dargestellte Strahlvereinigungsoptik wird dabei an diese Form der Beleuchtung angepasst.
Wird beispielsweise in der Strahlvereinigungsoptik eine doppelbrechende Planplatte (Savart-Platte ) angewendet, wie es in der DE 10 2009 044 910 A1 der Anmelderin vorgeschlagen wird, muss diese in der Dicke in Abhängigkeit vom SLM-Ort derart modifiziert werden, dass die Wellenfronten der benachbarten, zu vereinigenden Pixel übereinander liegen.
In einer flachen Vorderseitenbeleuchtung, die mindestens ein Volumengitter enthält, kann eine solche sphärische Beleuchtung leicht implementiert werden. Die Feldlinse oder ein Teil von ihr wird so in die Beleuchtungseinrichtung implementiert, dass refraktive Flächen eingespart werden können. Bei einem transmissiven SLM kann dafür auch eine konvergente Rückseitenbeleuchtung angewendet werden. In der linken Darstellung in Fig. 1 a wird eine modulierte ebene Wellenfront 710 in den steuerbaren Lichtablenkmitteln 410, 420 als modulierte Wellenfront 730 nur weitergeleitet und nicht abgelenkt. Der räumliche Lichtmodulator kann als Segment in einer folgenden Feldlinsenebene dargestellt werden. In den zwei weiteren Darstellungen ist die Ablenkung der modulierten Wellenfront 710 in zwei unterschiedliche Richtungen als modulierte Wellenfronten 720, 740 zu sehen. Die Ablenkung kann mit mindestens einem Lichtablenkelement fest vorgegeben werden oder es können Schichten verwendet werden, mit denen vorgebbare Ablenkwinkel bei Ansteuerung einstellbar sind. Mit einer Kombination von Ablenkelementen einer steuerbaren Ablenkung mit einer fest einstellbaren Ablenkung können modulierte Wellenfronten ebenfalls abgelenkt und weitergeleitet werden. Die steuerbaren Lichtablenkmittel können z.B. zwei steuerbare Flüssigkristallmaterialien enthalten. Fig. 1 b zeigt den prinzipiellen Aufbau eines erfindungsgemäß beanspruchten Head-Mounted Displays HMD, bei dem eine Lichtablenk-Einrichtung 400 entsprechend Fig. 1 a angewendet wird. Einem mehrfach abzubildenden SLM 200 folgen im Strahlenverlauf die Lichtablenk-Einrichtung 400 und eine Vergrößerungslinse 530, die relativ geringe Abstände zueinander aufweisen. Mit einer optionalen Nachführeinrichtung 600 kann die 3D-Rekonstruktion der im SLM 200 einkodierten Hologramminformation den Bewegungen der Augenpupille eines Betrachterauges 1000 nachgeführt werden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das erzeugte Betrachterfenster in seinem Durchmesser nur wenig vom Pupillendurchmesser des Betrachterauges abweicht.
Mit dem SLM 200, der beispielsweise eine Matrix mit individuell ansteuerbaren Modulatorzellen enthält, können Sub-Hologramme einer 3D Szene mit unterschiedlichen Ansichten durch Modulationen M, von Wellenfronten WF, in zeitlicher Abfolge erzeugt werden. Die Modulatorzellen werden mit Licht einer nicht dargestellten Lichtquelle, deren Licht zumindest in eine Richtung kohärente Eigenschaften
aufweist, mit einer ebenen Wellenfront kollimiert ausgeleuchtet. Die durch den räumlichen Lichtmodulator 400 in zeitlicher Abfolge modulierte Wellenfront 710 wird in der Lichtablenk-Einrichtung 400 in unterschiedlichen Richtungen als modulierte Wellenfronten 720, 730, 740 abgelenkt. Mit der Lichtablenk-Einrichtung 400 ist der räumliche Lichtmodulator 200 segmentweise zeitlich aneinander gereiht in der Ebene einer Vergrößerungslinse 530 als zusammengesetzter virtueller räumlicher Lichtmodulator hoher Auflösung darstellbar. Die Vergrößerungslinse 530 beinhaltet dabei eine Feldlinsenfunktion.
Mit den in ein oder zwei Richtungen mehrfach nebeneinander darstellbaren Segmenten des räumlichen Lichtmodulators 200 sind den Segmenten zuordenbare Lichtmodulatorbilder virtuell im räumlichen Sichtbarkeitsbereich sichtbar, wobei den Lichtmodulatorbildern modulierte Wellenfronten 720-740 zu den entsprechenden Zeitpunkten der unterschiedlichen Lichtablenkungen durch die Lichtablenk-Einheit 400 zuordenbar sind. Damit kann der Betrachter den aufgespannten Sichtbarkeitsbereich in seiner Gesamtheit erfassen und die dreidimensionale Darstellung sehen. Der räumliche Sichtbarkeitsbereich definiert den Betrachterraum, innerhalb dem die dreidimensionale Rekonstruktion wahrgenommen werden kann.
Mit der gemäß Fig. 1 b durch die Lichtablenk-Einrichtung 400 geleiteten modulierten Wellenfront 710 ist der SLM 200 mehrfach in der Ebene einer Vergrößerungslinse (Lupe, magnifying lens) 530 zeitlich und/oder statisch nebeneinander darstellbar, wobei die modulierten Wellenfronten 720-740 erzeugt werden. Die Vergrößerungslinse 530, die vorteilhaft als Mehrlinsensystem ausgebildet sein kann, ist je nach Abstand zum Betrachterauge 1000 im Allgemeinen nicht die Feldlinse. Sie wirkt als Lupe, wobei der zusammengesetzte SLM innerhalb der Brennweite des Lupensystems angeordnet ist. Bei gleicher Brennweite der Vergrößerungslinse 530 kann durch den Abstand des zusammengesetzten Modulatorbildes zur objektseitigen Hauptebene der Vergrößerungslinse 530 die Lage des durch das Auge wahrnehmbaren virtuellen Bildes des zusammengesetzten Modulatorbildes eingestellt werden. Damit wird zugleich auch der Sichtbarkeitsbereich der holographischen Rekonstruktion festgelegt.
Die Feldlinse befindet sich real oder virtuell in der Ebene eines reellen oder virtuellen (mehrfach zusammengesetzten) SLM. Ihre Funktion kann im gesamten optischen System implementiert werden und mehrere passive und/oder aktive Abbildungselemente enthalten. Die Vergrößerungslinse 530 kann auch so ausgelegt werden, dass durch sie die Feldlinsenfunktion realisiert wird. Das zusammengesetzte Modulatorbild befindet sich in diesem Fall in der Hauptebene der Vergrößerungslinse 530 und ist zugleich auch das vom Auge wahrgenommene virtuelle Bild des zusammengesetzten Modulators, welches den Sichtbarkeitsbereich aufspannt. In diesem Fall ist sie eine reine Feldlinse, welche vor der Eintrittspupille des Nutzerauges im Abstand ihrer Brennweite angeordnet ist. Sie bewirkt keine Vergrößerung.
Dies ist in Fig. 2 in vereinfachter Darstellung gezeigt. Die wesentlichen Mittel, die in einem Head-
Mounted Display zum Ausführen des erfindungsgemäßen angegebenen Prinzips enthalten sind, werden darin verdeutlicht. Das Scannen des SLM 200 mit der Lichtablenk-Einrichtung 400 und der Linse mit Feldlinsenfunktion 500, die nacheinander in Lichtausbreitungsrichtung angeordnet sind, ist in einem Basislayout dargestellt. Der SLM 200 kann mit zeitlich folgenden kohärenten Wellenfronten die unterschiedliche holographische Informationen tragen, mit der Lichtablenk-Einrichtung 400, die z.B. mindestens ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter enthält, in mehreren Segmenten in der Feldlinsenebene z.B. fünfmal zeitlich nacheinander mit der Folge 1 , 2, 3, 4, 5 mindestens eindimensional dargestellt bzw. kopiert werden, so dass ein Bild 270 des zusammengesetzten Modulators entsteht. Die steuerbaren Flüssigkristall-Gitter werden vorzugsweise als an sich bekannte aktive Flüssigkristall- Polarisationsgitter ausgestaltet, deren Gitterkonstante sich durch Änderung eines Spannungsprofils an einer Elektrodenstruktur und damit des eingeschriebenen Phasenprofils ändern lässt.
Die zeitlich nacheinander entstehenden segmentierten Wellenfronten 720 - 760 werden in Richtung der Augenpupillen mit Abbildungsmitteln gelenkt. Mit den dargestellten Segmenten des SLM 200 wird ein räumlicher Sichtbarkeitsbereich, der sich von den Augenpupillen ins Unendliche aufspannt, erzeugt.
Das Abtasten des räumlichen Lichtmodulators 200 mit den Wellenfronten kann auch statisch erfolgen, wobei der SLM 200 insgesamt segmentiert wird, d.h. dass mehrere räumliche Lichtmodulatoren in unmittelbarer Nähe angeordnet werden oder über Abbildungsmittel zu einem großen hochauflösenden virtuellen Modulator durch die Lichtablenk-Einrichtung 400 zusammengesetzt werden.
Neben einem zeitlichen mehrfachen Abbilden des SLM 200 in die Ebene der Linse mit Feldlinsenfunktion 500, kann auch eine gleichzeitige Mehrfachabbildung in die Ebene der Linse mit Feldlinsenfunktion 500 erfolgen. Das kann beispielsweise durch Volumengitter erreicht werden, in die mehrere Ausbreitungsrichtungen statisch eingeschrieben sind. Zu einem festen Zeitpunkt ist die Kodierung nur für ein Segment korrekt und beispielsweise für 4 andere Segmente nicht. Die weitere Ausbreitung des Lichtes von diesen Segmenten in Richtung des Auges kann beispielsweise mittels elektrisch schaltbarer Blenden unterdrückt werden. Solche schaltbaren Blendenanordnungen können beispielsweise als Flüssigkristall-Shutter Displays ausgebildet sein. Der Vorteil ihrer Anwendung im HMD besteht darin, dass neben dem SLM 200 und beispielsweise der Lichtquelle nur segmentierte schnell schaltbare Blenden verwendet werden können.
Mit dem beschriebenen Basislayout eines erfindungsgemäßen HMD kann z.B. ein steuerbarer räumlicher Lichtmodulator mit 4000 x 2000 Modulatorzellen 5fach vergrößert werden. Für den räumlichen Sichtbarkeitsbereich (fiel of view, FOV) kann ein Öffnungswinkel von z.B. 26 ° deg und eine Größe des Betrachterfensters von 15 mm erreicht werden. Die Abbildungsoptik mit Feldlinsenfunktion 500 kann refraktiv, diffraktiv oder reflektiv ausgestaltet sein.
Auch Kombinationen, wie beispielsweise ein refraktives System mit diffraktiver Korrektur sind möglich.
Um den Flickereffekt zu reduzieren, kann der SLM 200 vorteilhaft anstelle der Folge 1 , 2, 3, 4, 5 beispielsweise mit der Folge 2, 4, 1 , 3, 5 für das Segmentieren angesteuert werden.
Eine Optimierung der Rekonstruktions-Reihenfolge der zu erzeugenden 3D Szene kann in Bezug auf das Segment des SLM 200 und in Bezug auf die Farbe erfolgen.
Fig. 3 bis 5 zeigen rein schematisch einige typische Strahlenverläufe zum Erzeugen eines vergrößerten virtuellen Modulatorbildes, wie sie auch aus dem Stand der Technik bekannt sind.
Fig. 3 zeigt in der Draufsicht das Prinzip zum Erzeugen eines vergrößerten virtuellen Bildes 220 des SLM 200 im räumlichen Sichtbarkeitsbereich eines Head-Mounted Displays (HMD) bzw. Hokulars an Hand eines ungefalteten Strahlenverlaufs mit einer Mehrfachabbildung einschließlich der Filterung höherer Beugungsordnungen. Das HMD weist eine Beleuchtungseinrichtung 100 auf, die eine Lichtquelle 1 10, z.B. eine Laserdiode, und eine Kollimationsoptik 120 , z. B. eine Linse, zum Kollimieren des Lichtes der Lichtquelle 1 10 enthält, die ebene kohärente Wellenfronten auf den steuerbaren räumlichen Lichtmodulator SLM 200 leiten. Ein 4f-Abbildungssystem 500, das hier die beiden Linsensysteme 510 und 520 aufweist, ist dem SLM 200 nachgeordnet. Es bildet den SLM 200 auf ein Zwischenbild 280 ab. Das Linsensystem 500 hat vorteilhaft eine räumliche Filterfunktion für höhere Beugungsordnungen der vom SLM 200 dynamisch kodierten Wellenfronten. Die Unterdrückung der von der räumlichen Modulatorbildpunktmatrix des SLM 200 herrührenden höheren Beugungsordnungen ist vorteilhaft, wenn die, die Qualität der Rekonstruktion störende Möglichkeit besteht, dass diese Ordnungen in die Eintrittspupille EP des Betrachterauges 1000 gelangen. Ein dafür notwendiger Filter 590 kann beispielsweise in Form einer Lochblende im gemeinsamen Brennpunkt der Linsensysteme 510, 520 angeordnet sein.
Ein Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik 800 folgt im weiteren Strahlenverlauf zur Augenpupille dem 4f-Abbildungssystem 500 mit dem das Betrachterauge 1000 das Bild 280 des SLM 200 als vergrößertes virtuelles Bild 220 wahrnimmt.
An Stelle des SLM 200 kann sich auch ein durch eine Lichtablenk-Einrichtung erzeugtes zusammengesetztes Modulatorbild befinden.
Bevorzugt kann eine solche steuerbare Lichtablenk-Einrichtung mindestens zwei steuerbare Schichten aufweisen, die als zwei steuerbare Flüssigkristallschichten ausgebildet sein können. Eine der Schichten kann optional ein Volumenhologramm mit eingeschriebenen Strahlenverläufen enthalten.
Optional kann die Lichtablenk-Einrichtung auch andere steuerbare Lichtablenk-Elemente teilweise oder vollständig aufweisen. Diese können beispielsweise Elemente mit steuerbar veränderbarem Keilwinkel aufweisen, wie sie aus Anwendungen zur Bildstabilisierung in Photoobjektiven bekannt sind.
2D und 3D Bilder bzw. Rekonstruktionen können in einzelnen Bereichen oder insgesamt im räumlichen
Sichtbarkeitsbereich dargestellt werden.
In Fig. 4 ist die in Fig. 3 dargestellte Ausführung eines HMD in Draufsicht mit gefaltetem Strahlenverlauf zu sehen. Durch die Faltung weist der Strahlenverlauf zwei zusätzliche Spiegel 920 und 930 zum Weiterleiten der kohärenten Wellenfronten auf. Als SLM 200 ist hier eine reflexive Ausführung, beispielsweise ein reflektiver Flüssigkristallmodulator mit einem Siliziumsubstrat (liquid crystal on Silicon, LCOS) oder eine Mikrospiegelanordnung (microelectromechanical Systems, MEMS; digital micromirror device, DMD), eingesetzt, der über eine flache Vorderseitenbeleuchtung 150 (front light unit, FLU) beleuchtet wird. Dazu wird das in der Lichtquelle 1 10, hier beispielsweise einer Laserlichtquelle, erzeugte kohärente Licht über die Kollimationsoptik 120 und einen Umlenkspiegel 910 in einen keilförmigen Wellenleiter der flachen Vorderseitenbeleuchtung 150 eingekoppelt. Der SLM 200 kann im Falle eines Phasenmodulators optional eine Strahlvereinigungsoptik BC 300 enthalten, um komplexwertige Modulationswerte zur Hologrammrekonstruktion zu erhalten.
Auch hier kann sich an Stelle des SLM 200 ein durch eine Lichtablenk-Einrichtung erzeugtes zusammengesetztes Modulatorbild befinden. Eine Lichtablenk-Einrichtung kann in vorteilhafter Weise in einer konjungierten Ebene des SLM angeordnet werden.
Fig. 5 zeigt das Prinzip einer einstufigen virtuellen Vergrößerung des SLM 200 als kompaktes Setup eines HMD. Eine Nachführeinrichtung kann wegen der engen Anordnung der einzelnen Bauelemente bzw. der Vereinigung ihrer Funktionen in mindestens einer gemeinsamen steuerbaren Schicht und der sehr großen Vergrößerung des Betrachterfensters entfallen. Wie in Fig. 4 wird das durch die Kollimationsoptik 120 kollimierte Licht der Lichtquelle 1 10 durch eine flache Vorderseitenbeleuchtung 150 auf den SLM 200 gelenkt. Eine optionale Strahlvereinigungsoptik 300 kann vor dem SLM 200 angeordnet werden, um das Licht, das von mehreren Modulatorzellen moduliert wurde, jeweils zu einem gemeinsamen komplexen Hologrammwert zu vereinigen. Der räumliche Lichtmodulator SLM 200 wird in eine Ebene innerhalb der Brennweite einer Vergrößerungslinse, die vorteilhaft als vergrößerndes Abbildungssystem ausgelegt wird, abgebildet. Die Wellenfronten gelangen im weiteren Strahlengang über den Spiegel 930 zur Augenpupille des Betrachterauges 1000, mit der das virtuelle Bild 220 des SLM 200 in einer Ebene des räumlichen Sichtbarkeitsbereich als Bildschirm vergrößert sichtbar ist. Diffraktive Optiken in der Form von Volumengittern eignen sich beispielsweise gut für kompakte Strahlengänge, die das vorgeschlagene Prinzip umsetzen.
Wie in Fig. 3 und 4 kann sich an der Stelle des SLM 200 ein durch eine Lichtablenk-Einrichtung erzeugtes zusammengesetztes Modulatorbild befinden.
Wird der Spiegel 930 gemäß Fig. 4 oder Fig. 5 halbdurchlässig oder steuerbar halbdurchlässig ausgeführt, sind AR-Anwendungen möglich. Fig. 6 zeigt ein holographisches Projektions-System. Der SLM 200 wird mit der Lichtquelle 1 10 und der
Kollimationsoptik 120 über den Umlenkspiegel 910 und mittels einer flachen Vorderseitenbeleuchtung 150 rein beispielhaft beleuchtet. Optional kann eine Strahlvereinigungsoptik 300 vor dem SLM 200 angeordnet sein. Das hier nicht dargestellte vergrößerte zusammengesetzte virtuelle Bild des SLM 200 erscheint beispielsweise in einer Entfernung von 1 m in der Größe eines 42" Displays. In dieser Ebene entspricht es beispielsweise einem dynamischen 3D-Bilderrahmen.
Der Strahlenverlauf enthält eine Spiegeloptik 950, 960, 970 und eine steuerbare Lichtablenk- Einrichtung 400, mit welcher der räumliche Lichtmodulator SLM 200 wenigstens duplizierbar ist. Vorteilhaft ist hier, dass die Lichtablenk-Einrichtung 400 einschichtig ausgebildet sein kann, da nur eine Ablenkung des Modulatorbildes erfolgen braucht und kein Versatz. Im Zwischenbild 270 liegen die unterschiedlichen Modulatorbilder nebeneinander vor.
Die Lichtablenk-Einrichtung 400 kann auch mit einer statischen Lichtablenk-Einrichtung in Verbindung mit einem steuerbaren segmentierten Shutter ausgestaltet werden.
Das Projektionssystem ist auch mit einer Blenden-Ebene in der Ebene des Betrachterfensters ausführbar, wodurch höhere Beugungsordnungen unterdrückt werden können. Der Spiegel 970 kann beispielsweise zu einem refraktiven Bauteil umgewandelt werden. Die vom SLM 200 kommenden und auf ihn auftreffenden Strahlen werden in diesem Fall unter Totalreflexion (FTIR) zur Eintrittspupille (EP) des Betrachterauges reflektiert. Auf diese Weise kann ein Durchsicht-Display realisiert werden. Mit einem je nach Situation zuschaltbaren Shutter kann diese Option aktiviert und deaktiviert werden. Die Funktion der Spiegeloptik 970 kann beispielsweise auch mit einem Reflexions-Volumenhologramm realisiert werden. Die Winkel- und Wellenlängenselektivität kann derart eingeschränkt werden, dass ein Durchsicht-Display realisiert wird. Auch hier kann ein zusätzlicher Shutter eingesetzt werden.
In Fig. 7 ist schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel gezeigt, bei der eine Lichtablenk-Einrichtung 450 hinter einer Feldlinse positioniert ist. Die Lichtablenk-Einrichtung 450 enthält wie beispielsweise in Fig. 1 oder Fig. 2 ein erstes und ein zweites Lichtablenkmittel 460 und 470, von denen mindestens eines steuerbar ausgeführt ist.
Die Lichtablenk-Einrichtung 450 kann auch mit einer Nachführeinrichtung, welche das Betrachterfenster den Augen- und/oder den Pupillenbewegungen des Betrachterauges 1000 nachführt, zu einer Lichtablenk- und Nachführeinrichtung kombiniert werden. Durch eine solche Anordnung kann eine Vergrößerungsoptik 810 zwischen dem SLM 200 und der Lichtablenk-Einrichtung 450 gegenüber einer Anordnung, bei der sich eine Lichtablenk-Einrichtung vor einem Linsensystem befindet, klein gehalten werden.
In der Ebene des SLM 200 kann auch eine reelle Feldlinse angeordnet werden.
Fig. 8 verdeutlicht die größere Baugröße eines Abbildungssystems mit Vergrößerungsoptik 800, wie es
in den Ausführungsbeispielen nach Fig. 3 oder Fig. 4 angeordnet ist. Da es bereits das zusammengesetzte Zwischenabbild 270 eines hier nicht dargestellten SLM abbildet, ist sein benötigter Durchmesser bei einer vergleichbaren SLM-Größe und bei vergleichbaren Abbildungsverhältnissen größer. Eine optionale Nachführeinrichtung 600 kann in den Strahlengang zwischen dem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik 800 und dem Betrachterauge 1000 angeordnet werden.
In Fig. 9 ist schematisch gezeigt, wie durch den Einsatz zweier Spiegel 920 und 930 zur Strahlumlenkung eine Bautiefenverkürzung in einer Ausgestaltungsvariante erfolgen kann, bei der die Lichtablenk-Einrichtung 450 hinter der Vergrößerungsoptik 810 für den SLM 200 angeordnet ist. Auch hier sind nur relativ kleine Durchmesser der Linsen der Vergrößerungsoptik 810 und der Spiegel 920, 930 zur Strahlumlenkung erforderlich, da die Mehrfachabbildung des SLM 200 durch die Lichtablenk- Einrichtung 450 erst hinter diesen Bauelementen erfolgt. Der Umlenkspiegel 930 kann auch halbdurchlässig oder schalt- bzw. steuerbar halbdurchlässig ausgestaltet werden, um AR- Anwendungen zu ermöglichen. Fig. 10 zeigt eine besonders vorteilhafte Ausgestaltungsvariante bei der die Umlenkspiegel gleichzeitig Teil der Lichtablenk-Einrichtung 450 sind. Mindestens ein Lichtablenkmittel 460, 470 der Lichtablenk- Einrichtung 450 ist dabei steuerbar ausgeführt, um im Zeitmultiplexbetrieb eine Mehrfachabbildung des SLM 200 zu ermöglichen. Dies ist in vorteilhafter Weise das Lichtablenkmittel 460, wobei 470 als Reflexionshologramm ausgeführt ist, welches mehrere Rekonstruktionsgeometrien beinhaltet. Die Vergrößerungsoptik 810 mit Lupenfunktion sorgt dafür, dass das Betrachterauge 1000 die Mehrfachabbildung im vorgegebenen virtuellen Betrachterabstand wahrnimmt. Das durch die Lichtablenkmittel 460 und 470 unabgelenkt hindurch laufende Licht d. h. die 0. Beugungsordnung, wird nicht genutzt und kann mit geeigneten absorbierenden oder abschattenden Mitteln unterdrückt werden, so dass es nicht ins Betrachterauge 1000 gelangen kann. Dadurch können auch feste oder variable Beugungsgitter in den Lichtablenkmitteln 460, 470 verwendet werden, die nur eine geringe Beugungseffektivität aufweisen brauchen. Das Lichtablenkmittel 460 ist als Transmissionshologramm ausgeführt, in das mehrere Ablenkrichtungen eingeschrieben sind, oder es kann das Licht steuerbar ablenken. Diese Lichtablenkmittel 460, 470 können auch matrixförmige Anordnungen mit mehreren oder mit einer Vielzahl von Zellen, die in ein oder zwei Dimensionen schalt- oder steuerbar ausgeführt sind, aufweisen, um zusätzliche Feldlinsen- oder Korrekturfunktionen zu ermöglichen oder zu unterstützen. Auch hier kann in der Ebene des reellen SLM 200 eine reelle Feldlinse angeordnet werden.
An Stelle von Volumengittern können auch diffraktive oder reflektive Ablenkmittel eingesetzt werden. Solche Schichten können beispielsweise Zellen von schalt- oder steuerbaren Elektrobenetzungszellen aufweisen, die eine variable Keilfunktion realisieren.
In Fig. 1 1 ist schematisch der Einsatz eines gewölbten Spiegels 970 zur Verkürzung der Baulänge in Verbindung mit der Lichtablenk-Einrichtung 400 zur Mehrfachabbildung des SLM 200 hinter der
Vergrößerungsoptik 810 dargestellt. Rein beispielhaft wird dabei der hier reflektiv ausgeführte SLM 200 mit der Lichtquelle 1 10, die beispielsweise als Laserlichtquelle ausgestaltet sein kann, über die Kollimationsoptik 120, den Umlenkspiegel 910 und der flachen Vorderseitenbeleuchtung 150 beleuchtet. Mit Hilfe der Vergrößerungsoptik 810 und der Lichtablenk-Einrichtung 400 wird der SLM 400 mehrfach in einer oder zwei Dimensionen nebeneinander als reelles zusammengesetztes Zwischenbild 270 abgebildet, so dass ein hochauflösender räumlicher Lichtmodulator entsteht. Über den gewölbten Spiegel 970 wird die holographische Rekonstruktion, die vom zusammengesetzten räumlichen Lichtmodulator erzeugt wird, nochmals vergrößert wahrgenommen. Zum Erzeugen einer hochwertigen holographischen Rekonstruktion kann dem SLM 200 wie in allen Ausführungsbeispielen eine Strahlvereinigungsoptik 300 nachgeschaltet sein, um komplexwertige Modulationswerte hoher Güte zu erhalten.
Fig. 12a zeigt ein gegenüber Fig. 1 1 leicht modifiziertes Ausführungsbeispiel. Hier sitzt am Ort des Zwischenbildes 270 ein optisch adressierbarer räumlicher Lichtmodulator (optical addressable spatial light modulator, OASLM) 250. Auf ihn wird der SLM 200 über die Abbildungsoptik 810 und die Lichtablenk-Einrichtung 400 nebeneinander in zeitlicher Folge vervielfältigt. Die Lichtablenk-Einrichtung 400 kann zusätzlich abbildende Eigenschaften besitzen oder die Abbildungsoptik 810 ganz ersetzen. Die Abbildungsoptik bzw. zusätzliche Abbildungsfunktion kann zum Erzielen eines kleinen Abbildungsrasters auf den OASLM 250 auch verkleinert abbilden.
Der OASLM 250 bildet einen sekundären räumlichen Lichtmodulator hoher Auflösung. Die in den OASLM 250 durch die Mehrfachabbildung des SLM 200 einkodierte holographische Information wird vom Betrachterauge 1000 über die gewölbte Spiegeloptik 970 vergrößert als Rekonstruktion einer dreidimensionalen Szene wahrgenommen. Eine kohärente Lichtquelle 160, die vorzugsweise eine Laserlichtquelle ist, beleuchtet den OASLM 250 über eine Kollimationsoptik 170, einen optionalen Umlenkspiegel 980 und eine flache Vorderseitenbeleuchtung 170 zum Auslesen der über den SLM 200 eingeschriebenen zusammengesetzten Information zur Rekonstruktion der holographischen dreidimensionalen Szene.
Bei Verwendung eines transmissiven OASLM kann die Vorderseitenbeleuchtung alternativ als Rückseitenbeleuchtung (back light unit, BLU) ausgebildet werden. Dem OASLM kann in Strahlrichtung eine optionale Strahlvereinigungsoptik 300 nachgeschaltet werden. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante, welche in Fig. 12b dargestellt ist, erfolgt das Auslesen des OASLM 250, der als transparenter Phasenmodulator ausgebildet ist, über den SLM 200, der als Amplitudenmodulator sowohl für das Einschreiben der Phasenwerte in den OASLM 250 dient als auch für das Auslesen der zugehörigen Phasenwerte mit in den SLM 200 einkodierten Amplitudenwerten. Beide zusammen bilden dabei einen komplexwertigen Modulator. Ein Strahlvereinigungsoptik wird damit überflüssig. Gleichzeitig steigt die räumliche Auflösung, da nicht mehrere Modulatorzellen des SLM 200 zum Einkodieren eines komplexen Wertes verwendet werden müssen.
Das Einschreiben der Phasenwerte kann über eine andere Wellenlänge erfolgen, als das Auslesen der Phasenwerte mit den Amplitudenwerten. Der Photoleiter des OASLM 250 kann dabei nur für die Einschreibwellenlänge, beispielsweise im nahen UV-Bereich, sensibilisiert sein. Die einzelnen Bereiche des OASLM 250, auf die der SLM 200 nacheinander abgebildet wird, können auch so ausgestaltet werden, dass sie bereichsweise für einen Einschreibvorgang sensibel geschaltet werden können oder sich zum Auslesen inaktiv schalten lassen, wobei die eingeschriebene Phaseninformation gespeichert bleibt. Nach erfolgtem Auslesens ist es vorteilhaft, wenn der OASLM 250 segmentweise oder ganzflächig über einen Löschimpuls gelöscht werden kann. Alternativ kann beim Auslesen mit kurzen Lichtimpulsen gearbeitet werden. Der Photoleiter hat dann ausreichend Zeit zum Abfließen der alten Ladungsträger, z. B. in der Zeit, in der ein oder alle übrigen Segmente eingeschrieben und/oder ausgelesen werden, da dieser Teil des OASLM 250 in dieser Zeitspanne nicht beleuchtet wird. Bei einer farbigen Darstellung, die bevorzugt ist, werden die Farbebenen ebenfalls in zeitlicher Abfolge erzeugt.
In Fig. 13 wird schematisch jeweils für ein linkes und ein rechtes Betrachterauge 1001 , 1002 eines Betrachters die Erzeugung eines virtuellen hochauflösenden zusammengesetzten SLM-Bildes über jeweils einen dünnen Wellenleiter 1 101 und 1 102 gezeigt. Eine binokulare Anordnung, wie hier gezeigt, ist die bevorzugte Variante für ein holographisches HMD und aller hier gezeigten Ausführungsbeispiele.
Die optischen Komponenten für das linke und für das rechte Betrachterauge 1001 , 1002 sind weitestgehend identisch bzw. spiegelsymmetrisch aufgebaut, so dass nur der Kanal für das linke Betrachterauge 1001 beschrieben wird. Ein hier beispielhaft reflektiv arbeitender SLM 201 wird über eine flache Vorderseitenbeleuchtung 151 beleuchtet. Dazu wird kohärentes Licht einer nicht dargestellten Lichtquelle über eine Kollimationsoptik 121 in die Vorderseitenbeleuchtung eingekoppelt. Dem SLM 201 kann optional eine Strahlvereinigungsoptik 301 nachgeschaltet werden. Über eine Vergrößerungsoptik 81 1 gelangt die durch den SLM 201 modulierte Wellenfront auf eine Lichtablenk- Einrichtung 401 . Diese erzeugt zeitsequentiell verschiedene Winkelspektren, die über eine Einkoppeloptik 1 1 1 1 , vorzugsweise einem Volumengitter, in den an sich bekannten dünnen Wellenleiter 1 101 mit einem flachen Winkel eingekoppelt werden, so dass sich das Licht aller Einkoppelwinkel über Totalreflexion an den beiden Grenzflächen des Wellenleiters 1 101 , die parallel zueinander angeordnet sind, in Richtung des Wellenleiters 1 101 ausbreitet. Der Wellenleiter 1 101 muss dabei nicht vollständig planar sein, sondern kann auch eine gekrümmte Oberfläche besitzen. Über mehrere reflektive Volumengitter 1 121 -1 123, die jeweils für einen unterschiedlichen Winkelbereich ausgelegt sind, wird jeweils das Licht eines durch die Lichtablenk-Einrichtung 401 erzeugten Winkelspektrums in Richtung des Betrachterauges 1001 aus dem Wellenleiter 1 101 ausgekoppelt. Das Betrachterauge 1001 nimmt dabei die Rekonstruktion der in den SLM 201 einkodierten Hologramminformationen war. Dieses wird in zeitlicher Abfolge durch das vergrößerte zusammengesetzte virtuelle Bild des SLM 201 erzeugt.
Die Lichtablenk-Einheit 401 kann hier nur ein Lichtablenkmittel enthalten, das vorzugsweise ein diffraktives steuerbares Flüssigkristall-Gitter mit variabler Gitterperiode enthält. Die reflektiven
Auskoppelgitter 1 121 -1 123 bilden dabei die zweite Schicht der Lichtablenk-Einheit 401 . Sie können auch in Form dielektrischer Schichtstapel ausgeführt werden. Ihre Funktion besteht darin, an einem definierten Ort entlang des Wellenleiters 1 101 jeweils einen definierten Einfallswinkel in einen definierten Ausfallswinkel und somit in einen definierten Auskoppelwinkel umzuwandeln. Das Einkoppelgitter 1 1 1 1 kann auch reflektiv ausgeführt werden und auf der der Lichtablenk-Einheit 401 abgewandten Seite des dünnen Wellenleiters 1 101 angeordnet werden. Ebenso können die Auskoppelgitter 1 121 -1 123 transmissiv ausgeführt werden und auf der dem Auge zugewandten Seite des dünnen Wellenleiters 1 101 angeordnet werden.
Die Lichtablenk-Einrichtung 401 kann auch zwischen der Abbildungsoptik 81 1 und dem SLM 201 angeordnet werden, was jedoch, wie bereits in Fig. 8 gezeigt, die Baugröße der Abbildungsoptik erhöht. Wird die Lichtablenk-Einrichtung 401 an dieser Stelle zweischichtig aufgebaut, kann sie direkt die zeitlich und räumlich versetzte Mehrfachabbildung erzeugen, wodurch allerdings auch ein größeres Einkoppelgitter 1 1 1 1 benötigt wird. Wird die Lichtablenk-Einrichtung 401 an dieser Stelle einstufig ausgestaltet, befinden sich die virtuellen Bilder der SLM-Segmente, im Gegensatz zu der Darstellung von Fig. 8, nicht mehr in einer Ebene, sondern bilden jeweils einen Winkel zueinander. Dies muss bei der Kodierung der Hologrammwerte berücksichtigt werden.
Auch bei den Anordnungen nach Fig. 13 können den SLM's 201 , 202 jeweils ein Strahlvereinigungsoptik zur Erzeugung komplexwertiger Hologrammwerte nachgeschaltet sein.
Ebenso können auch hier, wie in Fig. 12, OASLM's zur Erzeugung der holographischen Rekonstruktionen eingesetzt werden. Bei schnellen elektrisch adressierbaren SLM's zum Einschreiben in den OASLM oder, wie bereits in Fig. 12 beschrieben, zur Erzeugung komplexwertiger Hologrammwerte, kann die Mehrfachabbildung auch zweistufig durch je eine Lichtablenk-Einrichtung zwischen dem elektrisch adressierbaren SLM und dem OASLM zum einen und hinter dem OASLM zum anderen erfolgen. Dabei müssen auch die eingesetzten OASLM eine hohe Schaltfrequenz besitzen, d.h. sie müssen eine hohe Bildrate erzeugen können.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante des Anzeigegerätes ist die Lichtablenk- Einrichtung (400, 401 , 402, 450) so ausgestaltet, dass steuerbar in einer zeitlichen Abfolge mindestens eindimensional eine aus Segmenten zusammengesetzte Mehrfachabbildung des räumlichen Lichtmodulators (200, 201 ,202, 206, 207, 250) in einem flachen Wellenleiter erzeugbar ist. Im Folgenden werden rein schematisch eine Reihe weiterer Ausgestaltungsvarianten aufgeführt, die sich besonders für stationäre bzw. tragbare holographische Anzeigegeräte eignen, bei dem sich das Betrachterauge in der Nähe zu einem Okular befindet (Holokular). Da hier nicht so hohe Ansprüche an die Platzverhältnisse gestellt werden, können zumindest teilweise ungefaltete Lichtwege und Systeme mit einer mehrstufigen Abbildung vorteilhaft angewendet werden. Besonders bei großen Vergrößerungen lassen sich so Bildfehler besser korrigieren.
In Fig. 14 ist schematisch der Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung 400 in einem System mit mehrstufiger Abbildung dargestellt.
Eine Lichtmodulationseinheit 260, wie sie beispielsweise in Fig. 6 näher ausgeführt wird, befindet sich vor einem teleskopischen Abbildungssystem, welches die beiden Linsensysteme 510 und 520 aufweist und in deren gemeinsamen Brennebene eine Blende 590 angeordnet ist. Dieses bildet den SLM von der Lichtmodulationseinheit 260 in die Objektebene des Abbildungssystems mit Vergrößerungsoptik 800, welches im wesentlichen Figur 8 entspricht und sich vor dem Betrachterauge 1000 befindet, ab.
Je nach gewünschter Gesamtvergrößerung und dem Rasterabstand des SLM kann die Abbildung der ersten Stufe vergrößert, verkleinert oder im Maßstab 1 :1 erfolgen. Dabei kann die Abbildung auch anamorphotisch erfolgen. Durch die Lichtablenk-Einrichtung 400 wird dabei der SLM mehrfach in die Objektebene des Abbildungssystems mit Vergrößerungsoptik 800 als zusammengesetztes Zwischenbild 270 abgebildet. Die Lichtablenk-Einrichtung 400 enthält hier beispielhaft als erstes Lichtablenkmittel 410 ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter variablen Gitterabstandes und als zweites Lichtablenkmittel 420 ein Multiplex-Volumengitter, in das für jede Teilabbildung und jede Abbildungswellenlänge jeweils ein eigenes Volumengitter eingeschrieben ist. Die Auswahl des für die jeweilige benötigte Abbildung und benötigte Wellenlänge ausgewählten Volumengitters erfolgt dabei durch den aktuellen Beugungswinkel des Lichtablenkmittels 410 und der aktuellen Wellenlänge einer Farbmultiplex-Lichtmodulationseinheit 260. Eine anamorphotische Abbildung kann auch durch die Lichtablenk-Einrichtung 400 ausgeführt werden oder durch diese unterstützt werden. Enthält eine Lichtmodulationseinheit 260 beispielsweise holographisch optische Elemente (HOE), die in vorteilhafter Weise als Volumengitter ausgebildet sind, so kann neben einer kollimierten Beleuchtung beispielsweise auch ein Planwellenspektrum, wie es bei einer eindimensionalen holographischen Kodierung benötigt wird, gezielt in Verbindung mit einer Kollimationseinheit eingestellt werden. Zudem lassen sich als beleuchtendes Wellenfeld auch Wellenfrontkrümmungen, d.h. beispielsweise auch sphärische Wellen, implementieren, was neben der Erhöhung der durch das optische System propagierenden Lichtstärke auch die Möglichkeit eröffnet, Aberrationen des Systems zu korrigieren. Z. B. kann gezielt eine auf dem SLM lokal vorliegende Abweichung der Wellenfrontnormalen mit der beleuchtenden Wellenfront korrigiert werden. So können beispielsweise Öffnungsfehler und/oder fehlerhafte Helligkeitsverteilungen des zusammengesetzten Modulatorbildes korrigiert werden. Die Lichtablenk-Einrichtung 400 kann generell zusätzliche Korrektur- und Wellenfrontformungsfunktionen ausführen. Die Herstellung der benötigten Volumengitter durch eine Hologrammbelichtung kann dabei direkt im eingesetzten optischen Aufbau erfolgen, wobei die gewünschte Ausgangsverteilung als Referenzwelle für die Belichtung dient. Bei einer solchen InSitu- Belichtung können sämtliche auftretende Bildfehler berücksichtigt werden. Sind Aberrationen z. B. aus Simulationen eines verwendeten Optik-Design-Programms bekannt, so können aus diesen und aus den Sollwerten Computer generierte Hologramme (CGH) zur Korrektur berechnet werden. Diese können beispielsweise bei der Aufnahme verwendeter Volumengitter oder auch direkt im Strahlengang verwendet werden.
Im Vergleich zu Fig. 14 ist in Fig. 15 schematisch noch einmal die Anordnung einer Lichtablenk- Einrichtung zwischen einem Betrachterauge 1000 und einer Vergrößerungsoptik 810 in einer zweistufigen Abbildung dargestellt. Die Vergrößerungsoptik der zweiten Abbildungsstufe entspricht dabei weitestgehend Fig. 7. Allerdings wird durch sie nicht der SLM direkt vergrößert abgebildet, sondern ein Zwischenbild 280. Dieses Zwischenbild 280 des SLM der Lichtmodulationseinheit 260 wird durch das teleskopische Abbildungssystem, welches die beiden Linsensysteme 510 und 520 enthält, erzeugt. Auch hier kann vorteilhaft in der gemeinsamen Brennebene der Linsensysteme 510 und 520 eine Blende 590 zur Unterdrückung höherer Beugungsordnungen, welche vom SLM-Raster erzeugt werden, angeordnet sein. Die erste Stufe entspricht dabei weitestgehend der ersten Stufe von Fig. 14. Wie in Fig. 7 im Vergleich zu Fig. 8 kann auch die numerische Apertur der zweiten Stufe von Fig. 15 im Vergleich zu Fig. 14 reduziert werden, da die Lichtablenk-Einrichtung erst hinter diesem Linsensystem angeordnet ist.
Die erste Abbildung des SLM der Lichtmodulationseinheit 260 auf das Zwischenbild 280 kann beispielsweise auch mittels des ersten Linsensystems 510 erfolgen, welches auf„Unendlich" korrigiert ist, und dem zweiten Linsensystem 520, welches analog zur Tubuslinse moderner Mikroskope ein Bild erzeugt. Die zur Filterung des Betrachterfensters verwendete Aperturblende 590 kann sich beispielsweise in der hinteren Brennebene des ersten Linsensystems 510 und damit in der ersten Fourier-Ebene des SLM befinden.
Da die Darstellung des 3D-Objektes holographisch erfolgt, ist es möglich, Aberrationen, wie die Bildfeldwölbung, bei der Kodierung der Objektpunkte zu berücksichtigen, um beispielsweise flache, unverzerrte Ebenen darstellen zu können.
Bildfehler, die für jedes Multiplex-Segment der Mehrfachabbildung eines SLM unterschiedlich ausfallen können, lassen sich ebenfalls bei der Kodierung der 3D-Szene oder auch mit zusätzlichen, hier nicht dargestellten Korrekturelementen kompensieren. Diese können beispielsweise neben der Phase und lokal auftretenden Winkeländerungen auch die Amplitude korrigieren. Ein solches Element kann hier beispielsweise in der Nähe des Zwischenbildes 280 angeordnet werden. Dies kann beispielsweise eine Phasenkorrekturplatte sein, die neben einer angepassten Korrekturphasenverteilung eine angepasste Korrekturamplitudenverteilung aufweist.
Neben der bevorzugten Verwendung von steuerbaren diffraktiven Gittern, die auch in Kombination mit Multiplex-Volumengittern eingesetzt werden können, lassen sich in der Lichtablenk-Einrichtung 400 auch andere geeignete Lichtablenkelemente einsetzen bzw. kombinieren.
So lassen sich Prismen mit steuerbarem Keilwinkel, wie sie auch für Bildstabilisierungsanwendungen eingesetzt werden, gut als steuerbare Lichtablenk-Elemente einsetzen. Sie können vorteilhaft auch zur schon früher beschriebenen Nachführung des Betrachterfensters nach den Augenbewegungen angewendet werden, wenn das Betrachterfenster für eine komfortable Betrachtung der SD- Rekonstruktion zu kleine Abmessungen besitzt.
Fig. 16 zeigt schematisch eine solche Vorrichtung mit einem ersten und einem zweiten steuerbaren Lichtablenkmittel 410, 420 in einer Lichtablenk-Einrichtung 400, die als steuerbare Prismen mit variablem Keilwinkel ausgestaltet sind. Sie werden zur Mehrfachabbildung des SLM einer Lichtmodulationseinheit 260 zwischen einem teleskopischen Abbildungssystem, welches die beiden Linsensysteme 510, 520 enthält, und einem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik 800, wie es in Fig. 8 beschrieben wurde, angeordnet. Die Mehrfachabbildung entsteht als Zwischenabbildung 270. Das teleskopische Abbildungssystem kann wieder eine Blende 590 enthalten. Das zeitsequentiell segmentierte Aufspannen des Betrachterraumes kann, wie hier gezeigt, rein mit refraktiven Elementen ausgestaltet werden. Durch Verlängerung der Baulänge des optischen Systems kann der steuerbare Keilwinkelbereich der variablen Prismen reduziert werden.
In Vorrichtungen, die nur eine Verkippung und keine Versetzung des Strahlenganges erfordern, reicht ein solches Lichtablenkmittel.
Als weiteres Lichtablenkmittel lassen sich steuerbar verschiebbare Linsen einsetzen. Diese können vorteilhaft auch als diffraktive Optiken ausgestaltet werden, um kleine Trägheitsmomente und damit hohe Beschleunigungen bei einer translatorischen oder rotatorischen Bewegung zu erzielen. Dabei kann es vorteilhaft sein, den SLM verkleinert auf die verschiebbare diffraktive Optik abzubilden um die Baugröße und damit deren Gewicht weiter zu reduzieren.
Es können auch Anordnungen mit Kipp- und/oder Hubspiegeln, sowie Anordnungen mit rotierenden Polygonspiegeln verwendet werden, um mit synchronisierter Beleuchtung eine Mehrfachabbildung eines SLM auszugestalten.
Fig. 17 demonstriert das Prinzip des Strahlversatzes mit Hilfe zweier steuerbarer Umlenkspiegel 41 1 , 421 , welche mit hoher Geschwindigkeit gleichsinnig zueinander verdreht werden können.
Eine Anordnung zur schnellen Verschiebung von Strahlenbündeln unter Verwendung eines schnellen steuerbaren Hubspiegels 414 für den Einsatz in einer Lichtablenk-Einrichtung zur Mehrfachabbildung zeigt Fig. 18. Der steuerbare Hubspiegel 414 befindet sich vor zwei Umlenkspiegeln 412, 413.
Die Anordnungen nach Fig. 17 und Fig. 18 können auch miteinander kombiniert werden um steuerbar eine zusätzliche Verkippung des Strahlenganges zu erreichen. Damit kann beispielsweise ein zusätzliches Nachführung realisiert werden.
Fig. 19 zeigt schematisch den Einsatz zweier Lichtablenkmittel 410, 420 als Lichtablenk-Einrichtung 400 in einem zweistufigen Abbildungssystem, die als steuerbar verdrehbare Umlenkspiegel ausgestaltet sind. Sie werden wie in Fig. 17 ebenfalls gleichsinnig verdreht, kehren jedoch die Lichtrichtung im Gegensatz zu Fig. 17 um. Wie in Fig. 16 werden auch sie zur Mehrfachabbildung des SLM einer Lichtmodulationseinheit 260 zwischen einem teleskopischen Abbildungssystems mit den beiden Linsensystemen 510, 520 und einem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik 800, wie es in Fig. 8 beschrieben wurde, angeordnet. Auch hier kann eine optionale Blende 590 angeordnet werden.
Die Mehrfachabbildung entsteht als Zwischenbild 270. Die Anordnung der beiden steuerbaren Umlenkspiegel 410, 420 erlaubt zugleich eine Faltung des Strahlenganges und damit eine Verkürzung der Baulänge.
Wird keine Faltung benötigt, kann zum Strahlversatz für eine Mehrfachabbildung auch eine steuerbar rotierbare planparallele Platte eingesetzt werden. Diese wird vorteilhaft achromatisch ausgestaltet. Drehwinkel, Brechkraft und Plattenstärke bestimmen dabei den Strahlversatz. Wird statt der planparallelen Platte eine Linse verwendet, die auch anamorphotisch ausgestaltet sein kann, lässt sich zusätzlich eine Feldlinsenfunktion in ein oder zwei Richtungen realisieren. Eine solche Anordnung eignet sich auch gut, falls erforderlich, zur Nachführung des Betrachterfensters auf die Augenbewegung, da dort geringere Stellgeschwindigkeiten benötigt werden.
Fig.20 zeigt schematisch den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung 400 mit zwei Lichtablenkmitteln 410, 420, die als steuerbares Ablenkgitter und als Multiplex-Reflexions- Volumengitter zur Mehrfachabbildung in einem zweistufigen Abbildungssystem ausgestaltet sind. Der Einsatz eines reflektiven Volumengitters erlaubt gegenüber einer transmissiven Ausführung, wie sie in Fig.14 dargestellt ist, einfacher die Strahlrichtung zusätzlich zu ändern.
Das dem Betrachterauge zugewandte Lichtablenkmittel 420 der Lichtablenk-Einrichtung 400 in Fig.19 und Fig. 20 kann auch halbdurchlässig oder steuerbar halbdurchlässig ausgebildet werden, um AR- Anwendungen zu ermöglichen. Zusätzlich kann es einen Polarisator, der z.B. als Drahtgitterpolarisator (wire grid polarizer, WGP) ausgebildet ist, enthalten. Dessen Orientierung ist in vorteilhafter Weise so ausgeführt, dass von Pfützen, Glasflächen und anderen realen Objekten direkt reflektiertes Licht, welches im Betrachterauge zu störenden Lichtreflexen führen würde, an diesem Polarisator weitestgehend am Durchtritt gehindert wird. Die Polarisation des Lichtes des holographischen Anzeigegerätes mit AR Eigenschaften, welches die durch die Lichtmodulationseinheit 260 kodierte holographische Information zur Rekonstruktion der 3D Szene trägt, wird jedoch durch das Lichtablenkmittel 420 in Richtung des Betrachterauges reflektiert.
In Fig. 21 ist schematisch das Prinzip einer anamorphotischen Vergrößerung eines SLM 200 oder eines mehrfach zusammengesetzten Bildes eines SLM 270 mittels zweier Transmissions- Volumengitter 191 , 192 dargestellt, wobei die Wegdifferenzen zwischen einzelnen Strahlen kompensiert werden. Durch die Kompensation der Weglängen kann die Kohärenzlänge des Lichtes einer Lichtquelle 1 10, welches mit einer Kollimationsoptik 120 kollimiert wurde, klein gehalten werden.
Eine solche Anordnung kann in die Strahlengänge der erfindungsgemäßen Vorrichtung integriert werden. Dabei muss diese Anordnung zur anamorphotischen Streckung nicht, wie in Fig. 21 dargestellt, in unmittelbarer Nähe des SLM angeordnet werden, sondern kann beispielsweise auch in einem Bereich des Strahlenganges angeordnet werden, der ein Planwellenspektrum aufweist, welches hinreichend eingeschränkt ist. Hinreichend ist bei der Verwendung eines Volumengitters ein Planwellenspektrum, welches mit hohem Beugungswirkungsgrad gebeugt wird. Der bei einem Transmissions-Volumengitter nutzbare Winkelbereich ist umso höher, je dünner das Transmissions-
Volumengitter ist. Im Allgemeinen weisen Reflexions-Volumengitter eine breitere Winkelselektivität als Transmissions-Volumengitter auf.
Das Prinzip der Kompensation einer auftretenden Weglängendifferenz kann auch mit zwei Reflexions- Volumengittern oder mit einer Kombination aus einem Reflexions-Volumengitter und einem Transmissions-Volumengitter umgesetzt werden.
Die Anordnung aus Fig. 21 kann dabei die Funktion der anamorphotischen Aufweitung mit der Funktion der Ablenkung eines Strahlenbündels bzw. der Ablenkung eines Wellenfeldes in einem Lichtablenkmittel verbinden, um eine platzsparende Faltung des Strahlenganges zu erreichen und die Anzahl eingesetzter Bauelemente zu minimieren. Durch Optimierung des optischen Designs kann die Anzahl der aktiven Komponenten reduziert werden.
Fig. 22 demonstriert schematisch den Einsatz einer Lichtablenk-Einrichtung 400 mit einem steuerbaren Ablenkgitter in der gemeinsamen Brennebene eines telezentrischen Abbildungssystems, das die beiden Linsensysteme 510, 520 enthält. In der gemeinsamen Brennebene der beiden Linsensysteme 510, 520 kann vorteilhaft eine Blende 590 zum Ausfiltern unerwünschter Beugungsordnungen, welche durch das Raster des SLM einer Lichtmodulationseinheit 260 erzeugt werden, angeordnet sein. Durch die telezentrische Auslegung und die Anordnung der Lichtablenk-Einrichtung 400 in der gemeinsamen Brennebene der beiden Linsensysteme 510, 520, ist es möglich, nur eine geeignete steuerbare Kippung durch das Lichtablenkmittel der Lichtablenk-Einrichtung 400 auszuführen, um ein zusammengesetztes Zwischenbild 270 des SLM zu erhalten. Diese Kippung kann auch durch ein anderes steuerbares Lichtablenkmittel der Lichtablenk-Einrichtung 400, beispielsweise ein steuerbares Prisma, ausgeführt werden. Die Lage des Lichtablenkmittels zur Verkippung des Starhlenganges kann auch von der Lage der Brennebene abweichen, um beispielsweise eine zusätzliche Feldlinsenfunktion zu realisieren. Dabei auftretende Überlagerungen der einzelnen Modulatorbilder lassen sich bei der Hologrammkodierung berücksichtigen.
Mit einem Abbildungssystem mit Vergrößerungsoptik 800 wird das zusammengesetzte Zwischenbild 270 weiter virtuell stark vergrößert, so dass es für das Betrachterauge in der Ebene eines virtuellen Displays, d.h. beispielsweise in einer Entfernung von 1 m bis 2 m, wahrnehmbar wird.
Das hier vorgeschlagene Prinzip kann auch auf Systeme, die mehr als zwei Abbildungsstufen enthalten, angewendet werden.
Ist der Betrachterbereich für das komfortable Betrachten der 3D-Rekonstruktion zu klein, kann, wie in Fig. 8, eine optionale Nachführeinrichtung beispielsweise in unmittelbarer Augennähe enthalten sein.
Ist diese Nachführeinrichtung ein Winkel einführendes Element, so bewirkt es ein Verschieben des zusammengesetzten virtuellen Modulatorbildes und damit des Betrachterbereiches. Die
Nachführeinrichtung sollte insbesondere dann mit der Lichtablenk-Einrichtung 400 synchronisiert werden, wenn ihre Arbeitsweise vom Lichteintrittswinkel abhängig ist, um ein lückenlos zusammengesetztes Modulatorbild zu erhalten. Die Verschiebung des zusammengesetzten Modulatorbildes kann bei der Hologrammkodierung zur Rekonstruktion der 3D-Szene berücksichtigt werden.
Im Falle der Verwendung einer 1 D-Kodierung kann in der Ebene der Blende 590 eine bewegte 1 D- Streuscheibe angebracht werden, welche das Planwellenspektrum im Betrachterbereich in der inkohärenten Richtung aufspannt, beziehungsweise auf den notwendigen Wert vergrößert. D.h., dass dieses Planwellenspektrum des Betrachterfensters nicht schon bei der Beleuchtung des SLM der Lichtmodulationseinheit 260 in vollem Maße vorliegen muss.
Die Lichtablenk-Einrichtung 400 kann zusätzliche Korrekturfunktionen zur Minimierung von Bildfehlern oder auch eine Zylinderlinsenfunktion zur Implementierung einer anamorphotischen Änderung des Abbildungsmaßstabes aufweisen.
Ein einzelnes steuerbares Lichtablenkmittel kann dazu verwendet werden, den Betrachterbereich zeitsequentiell aufzuspannen, wenn es in unmittelbarer Nähe der Eintrittspupille eines Betrachterauges platziert wird. Umso größer der Abstand dieses Lichtablenkmittels zur Eintrittpupille des Nutzerauges wird, desto kleiner wird der Bereich des effektiv nutzbaren Betrachterfensters. Ist das Betrachterfenster ausreichend groß, d.h. beispielsweise 20 mm, so kann z. B. ein einzelnes, zeitsequentiell einen Winkel einführendes steuerbares Flüssigkristall-Gitter in 10 mm Entfernung vom Betrachterauge verwendet werden, um ein zusammengesetztes Modulatorbild zu erhalten. Der konkrete Wert ergibt sich aus dem Abstand zum Betrachterauge, der Größe des nicht verkippten Betrachterfensters in der Ebene der Eintrittspupille des Betrachterauges, dem gewünschten Betrachterbereich und der Genauigkeit einer optional vorhandenen Nachführung des Betrachterfensters auf die Eintrittspupille des Betrachterauges.
Dies verdeutlicht schematisch Fig. 23. Im Gegensatz zu Fig. 7 rückt hier die Lichtablenk-Einrichtung 450 so nahe an das Betrachterauge 1000, dass kein steuerbarer Strahlversatz sondern nur eine steuerbare Strahlverkippung notwendig ist, um für das Betrachterauge 1000 die Betrachtung einer in eine Lichtmodulationseinheit 260 kodierte 3D Szene innerhalb eines mehrfach zusammengesetzten Betrachterraumes zu ermöglichen. Das von der Lichtablenk-Einrichtung 450 steuerbar abgelenkte Licht der Lichtmodulationseinheit 260 erzeugt mit Hilfe einer Vergrößerungsoptik 810 im gewünschten Betrachterabstand das virtuelle zusammengesetzte Modulatorbild. Die optionale Blende 580 dient zur Filterung höherer Beugungsordnungen des SLM. Sie begrenzt das Betrachterfenster und hält hohe Intensitäten von Laserstrahlung, wie sie in höheren Beugungsordnungen auftreten können, von der Augenumgebung fern.
Das Lichtablenkmittel der Lichtablenk-Einrichtung 450 kann auch auf einer in ein oder zwei Raumrichtungen gekrümmten Fläche angeordnet werden, um den Betrachterbereich mehrfach in eine oder zwei Raumrichtungen zusammenzusetzen. Dies zeigt schematisch Fig. 24 im Vergleich zu Fig. 23.
Die dabei sequentiell vorliegende Lageabweichung einer zusammengesetzten gekrümmten virtuellen Modulatorfläche gegenüber einer planen Zusammensetzung kann bei der holographischen Kodierung der 3D-Objekte korrigiert werden, so dass diese im virtuellen Bildraum korrekt und unverzerrt dargestellt werden. Die Funktion des virtuell zusammengesetzten SLM und die Nachführung auf die Eintrittspupille des Betrachterauges kann zusätzlich bei entsprechender Ausgestaltung von dem Lichtablenkmittel übernommen werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Geschwindigkeit und der nutzbare Winkelbereich der Lichtablenkmittel einen größeren zusammengesetzten Modulatorbereich erlauben würden, als die Geschwindigkeit des SLM ermöglicht. Das zusammengesetzte Modulatorbild wird dann in seiner Gesamtheit innerhalb des nutzbaren Winkelbereiches verschoben, wobei der darzustellende Ausschnitt der zu rekonstruierenden 3D-Szene angepasst werden kann.
Ein rein zeitsequentielles Zusammensetzen des Betrachterraumes stellt hohe Anforderungen an die Bildwiederholrate der eingesetzten räumlichen Lichtmodulatoren.
Die Zusammensetzung des Bildraumes ist vor allem auch aus folgenden Gründen von Interesse. In kohärenter Richtung werden ca. 725 Modulatorzellen / ° deg benötigt, um ein Betrachterfenster von 15 mm zu erzeugen, welches es ermöglicht, bei fester Position des Betrachters und des Anzeigegerät auf eine Betrachternachführung zu verzichten. Bei Implementierung einer Betrachternachführung ist es möglich, diesen Wert auf beispielsweise ein Drittel zu reduzieren, um eine 5 mm große Eintrittspupille des Betrachterauges auszuleuchten. Dabei werden jedoch in kohärenter Richtung immer noch ca. 250 Modulatorzellen / ° deg des Betrachterbereiches benötigt. Zum Vergleich werden bei einer vollen HD- Auflösung bei einer zweidimensionalen bzw. bei einer stereoskopischen Darstellung nur 60 Modulatorzellen / ° deg des Betrachterbereiches benötigt. Die Modulatorbildpunktzahl derzeitiger hochauflösender räumlicher Lichtmodulatoren reicht nicht aus, um einen großen holographischen Betrachterbereich aufzuspannen. Durch ein zeitsequentielles mehrfaches Zusammensetzen insbesondere in der kohärenten Richtung kann ein gewünschter großer Betrachterbereich erzeugt werden. Gleichzeitig steigen durch die zeitsequentielle Arbeitsweise jedoch die Anforderungen an die Geschwindigkeit des Modulators, insbesondere, wenn auch die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zeitsequentiell dargestellt werden sollen.
Um das Übersprechen, d.h. die Interferenz benachbarter Objektpunkte, die sich auch als Speckle äußert, zu reduzieren, kann der kohärente Bildinhalt in einer ausgedünnten Form sequentiell dargestellt werden, d.h. mehrere ausgedünnte Objektpunktwolken nacheinander. Dies erhöht jedoch ebenfalls die Anforderungen an die Bildrate der eingesetzten räumlichen Lichtmodulatoren.
Besonders in einem stationären holographischen Anzeigegerät, wo geringere Anforderungen an das Bauvolumen und das Gewicht bestehen, kann es vorteilhaft sein, mehrere räumliche Lichtmodulatoren gleichzeitig einzusetzen. So können beispielsweise die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zur selben Zeit erzeugt werden, die dann gemeinsam oder getrennt durch zeitliches Multiplex einen zusammengesetzten Betrachterraum erzeugen.
Es kann jedoch beispielsweise auch ein räumliches und zeitliches Multiplex kombiniert werden. So kann ein großer Betrachterbereich z. B. in einer Raumrichtung räumlich durch mehrere Modulatoren zusammengesetzt werden und in die andere Raumrichtung durch zeitliches Multiplex dieser räumlichen Lichtmodulatoren. Die Zusammensetzung der Strahlengänge dreier räumlicher Lichtmodulatoren mit unterschiedlichen Farben kann mit bekannten Mitteln zur Strahlzusammenführung wie beispielsweise dichroitischer Spiegel, Prismenanordnungen, polarisationsabhängigen Optiken oder diffraktiven Lichtablenkmitteln erfolgen.
Fig. 25 zeigt schematisch eine Anordnung zum Farbmultiplex beim Einsatz einer Lichtablenk- Einrichtung 400 mit einem steuerbaren Ablenkgitter als steuerbares Lichtmodulationsmittel in der gemeinsamen Brennebene eines telezentrischen Abbildungssystems zur Mehrfachabbildung der drei räumlichen Lichtmodulatoren der drei Lichtmodulationseinheiten 261 , 262, 263 unterschiedlicher spektraler Verteilung in einem zweistufigen Abbildungssystem, wie es schematisch in Fig. 22 ohne Farbmultiplex dargestellt ist. Die Strahlvereinigung der drei Modulatorbilder der Lichtmodulationseinheiten 261 , 262, 263 erfolgt hier in der gemeinsamen Zwischenbildebene des telezentrischen Abbildungssystems, das hier jeweils aus einem objektseitigen separaten Linsensystem 51 1 , 512, 513 für jede Lichtmodulationseinheit 261 , 262, 263 und einem bildseitigen Linsensystem 520 nach der Lichtablenk-Einrichtung 400 besteht. In der Brennebene des telezentrischen Abbildungssystems kann sich optional wieder eine Blende 590 befinden. Die Linsengruppe 520 ist auf eine größere numerische Apertur ausgelegt. Im gezeigten Beispiel liegt die blaue Lichtmodulationseinheit 262 rein beispielhaft im direkten Strahlengang. Die Lichtablenk- Einrichtung 400 wird mit grünem und mit rotem Licht der beiden Lichtmodulationseinheiten 261 , 263 schräg beleuchtet. Rein beispielhaft kommt im roten Strahlengang zusätzlich ein Reflexions- Volumengitter 990 zum Einsatz, um den Strahlengang zu falten. Die Winkelselektivität des Volumengitters 990 bestimmt in dieser Anordnung die Größe des roten SLM bzw. bei Festlegung der SLM-Größe die effektive Brennweite des ersten, direkt hinter dem SLM eingesetzten Linsensystems 513.
Alternativ kann vor der Lichtablenk-Einrichtung 400 ein Farbstrahlteilerwürfel (X-Cube) eingesetzt werden. Die Lichtquellen der Lichtmodulationseinheiten 261 , 262, 263 für die Beleuchtung der SLM der einzelnen Farben werden mit der Lichtablenk-Einrichtung 400 synchronisiert. Bei dieser Anordnung sollte die Lichtablenk-Einrichtung 400 mindestens die dreifache Schaltgeschwindigkeit der drei SLM's erreichen, wenn sie nicht achromatisch ausgelegt werden kann. Die SLM's werden dabei vorteilhaft jeweils um ein Drittel einer Bildperiode versetzt angesteuert und zeitversetzt jeweils nur mit kurzen Lichtimpulsen beleuchtet, wenn in sie die zugehörige Information vollständig eingeschrieben ist. Ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter kann beispielsweise mit 1 ,8 kHz und ein Phasen-SLM, beispielsweise ein LCOS, mit 600 Hz betrieben werden.
Alternativ kann das Zusammenlegen der Strahlengänge für Rot, Grün und Blau auch nach der
Mehrfachabbildung in der Ebene des zusammengesetzten Zwischenbildes 270 erfolgen. Dazu enthält jeder der drei Strahlengänge Rot, Grün und Blau eine eigene Lichtablenk-Einrichtung, an die dann geringere Anforderungen an die Schaltgeschwindigkeit gestellt werden brauchen.
Fig. 26 zeigt eine Ausgestaltung eines HMD mit einer vertikalen Mehrfachabbildung in Verbindung mit einem dünnen Wellenleiter 1 100, wie er bereits in Fig. 13 gezeigt wurde. Auch hier wird rein beispielhaft ein reflektiv arbeitender SLM 200 über eine flache Vorderseitenbeleuchtung 150 beleuchtet. Dazu wird kohärentes Licht einer nicht dargestellten Lichtquelle über eine hier nicht dargestellte Kollimationsoptik in die flache Vorderseitenbeleuchtung 150 eingekoppelt. Dem SLM 200 kann optional eine Strahlvereinigungsoptik 300 nachgeschaltet werden, mit dem beispielsweise jeweils zwei Phasenwerte benachbarter Modulatorzellen des SLM 200 für eine Zweiphasenkodierung optisch vereinigt werden. SLM 200, Vorderseitenbeleuchtung 150 und Strahlvereinigungsoptik 300 sind Teil einer Lichtmodulationseinheit 260, die die Daten für eine holographische Kodierung einer 3D Szene von einer hier nicht dargestellten Steuereinheit erhält. Die Lichtmodulationseinheit 260 wird vorteilhaft innerhalb der objektseitigen Brennebene einer Vergrößerungsoptik 800 angeordnet. Über sie gelangt die durch die Lichtmodulationseinheit 260 modulierte Wellenfront auf ein erstes steuerbares Lichtablenkelement 410 der Lichtablenk-Einrichtung 400. Das steuerbare Lichtablenkmittel 410 ist vorteilhaft als steuerbares Flüssigkristall-Gitter ausgestaltet, bei dem über ein an eine Elektrodenstruktur angelegtes Spannungsprofil ein variables diffraktives Ablenkgitter erzeugt werden kann. Es lenkt das Licht des SLM 200 zeitsequentiell in vertikaler Richtung in mindestens zwei unterschiedliche vertikale Winkelspektren ab. In Fig. 26 werden beispielsweise vier verschiedene vertikale Richtungen durch vier verschiedene vertikale Winkelspektren erzeugt. Ein zweites Lichtablenkmittel 420 lenkt das Licht der jeweiligen Winkelspektren so ab, dass in vertikaler Richtung gegeneinander verschobene Segmente im Zeitmultiplex entstehen. Das Lichtablenkmittel 420 der Lichtablenk-Einrichtung 400 kann beispielsweise ebenfalls ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter als Lichtablenkmittel enthalten. Es kann auch ein Multiplex-Volumengitter enthalten, das jedes der verschiedenen Eingangswinkelspektren in ein zugehöriges Ausgangswinkelspektrum umwandelt. Für ein bevorzugtes Farb-HMD kann dieses Multiplex-Volumengitter zusätzlich für einen Wellenlängenmultiplex ausgelegt werden, wobei es auch mehrere hintereinander gesetzte Volumengitter und/oder Multiplex-Volumengitter aufweisen kann. Der Abstand zwischen den beiden Lichtablenkmitteln 410 und 420 richtet sich u. a. nach dem maximalen Ablenkwinkel des Lichtablenkmittels 410 und der Anzahl der zu erzeugenden vertikalen Segmente. Die zeitsequentiell erzeugten vertikalen Segmente werden über eine Einkoppeloptik 1 1 10, welche vorzugsweise ein Volumengitter enthält, in einen dünnen Wellenleiter 1 100 mit einem flachen Winkel eingekoppelt, so dass sich das Licht aller Einkoppelwinkel über Totalreflexion an den beiden Grenzflächen des Wellenleiters 1 100, die parallel zueinander angeordnet sind, in Richtung des Wellenleiters 1 100 ausbreitet. In Fig. 26 ist die Einkopplung in eine seitliche Grenzfläche des Wellenleiters 1 100 dargestellt. Selbstverständlich kann auch hier die Einkopplung mittels Einkoppeloptik 1 1 10 in die der Lichtablenk-Einrichtung 400 zugewandten Seite des Wellenleiters 1 100, beispielsweise mit Hilfe eines transmissiven Volumengitters, oder in die der Lichtablenk-Einrichtung 400 abgewandten Seite des Wellenleiters 1 100, beispielsweise mit Hilfe eines reflektiven Volumengitters erfolgen. Die Einkoppeloptik 1 1 10 kann vorteilhaft mindestens ein Multiplex-Volumengitter enthalten. Ähnlich wie in
Fig. 13 kann die Lichteinkopplung in den Wellenleiter 1 100 durch die Einkoppeloptik 1 1 10 auch in Form von mehreren horizontalen Winkelspektren, beispielsweise fünf, die aber hier den gemeinsamen horizontalen Modulatorzellenbereich der Lichtmodulationseinheit 260 aufspalten, erfolgen. Auch bei der Ausführung nach Fig. 26 muss der Wellenleiter 1 100 nicht vollständig planar sein, sondern seine Oberflächen können gekrümmt und/oder einen kleinen Keilwinkel zueinander aufweisen. Das zweite Lichtablenkmittel 420 und die Einkoppeloptik 1 1 10 können auch in einem gemeinsamen Bauelement zur Lichtablenkung und -einkopplung vereinigt werden. Über eine Auskoppeloptik 1 130 wird das Licht aus dem planaren Wellenleiter 1 100 in Richtung des Betrachterauges 1000 ausgekoppelt. Es entsteht ein hier nicht dargestelltes Betrachterfenster, in dem sich die Augenpupille des Betrachterauges 1000 befindet. In diesem Betrachterfenster wird das vergrößerte mehrfach zusammengesetzte virtuelle Bild 230 des SLM 200 in vertikal angeordneten Segmenten l-IV im Betrachterraum sichtbar. Zur Minimierung wahrnehmbaren Flackerns kann die zeitliche Abfolge der Segmente l-IV geändert und optimiert werden. Sie kann auch eine Zufallsfolge aufweisen. Die Zufallsverteilung sollte so gewählt werden, dass Flickern maximal unterdrückt wird. Dazu sollte ein zu großer zeitlicher Abstand zur Darstellung desselben Segmentes vermieden werden.
Der scheinbare Abstand des mehrfach zusammengesetzten virtuellen Bildes 230 zum Betrachterauge 1000 hängt u. a. von der Größe der aktiven Fläche des SLM 200 und der Vergrößerung der Vergrößerungsoptik 800 ab. Er kann beispielsweise 2m betragen. Im Strahlengang können hinter der primären Vergrößerungsoptik 800 Linsenwirkungen oder/und das Wellenfeld formende Funktionen, wie beispielsweise eine anamorphotische Streckung oder Stauchung, in den Bauteilen, d.h. beispielsweise im ersten steuerbaren Lichtablenkmittel 410, im zweiten steuerbaren Lichtablenkmittel 420, in der Einkoppeloptik 1 1 10, im dünnen Wellenleiter 1 100, und in der Auskoppeloptik 1 130 zusätzlich zu ihren primären und zuvor beschriebenen Funktionen implementiert werden.
Das Betrachterfenster und das mehrfach zusammengesetzte virtuelle Bild 230 des SLM 200 definieren den Betrachterbereich, in dem eine Rekonstruktion von Objektpunkten einer dreidimensionalen Szene durch die in der Lichtmodulationseinheit 260 kodierte holographische Amplituden- und/oder Phasenverteilung erfolgt. Selbstverständlich kann auch eine zweidimensionale Szene in einem beliebigen Abstand zum Betrachterauge holographisch erzeugt werden. Bei einem Gerät mit einem Amplitudenmodulator, welches beispielsweise zur holographischen Kodierung eine Burckhardt- Kodierung verwendet, kann auch eine Szene zweidimensional in der Ebene des mehrfach zusammengesetzten virtuellen Bildes 230 direkt, d. h. nicht holographisch, kodiert werden.
Wird der horizontale Modulatorbereich des SLM 200 von der Einkoppeloptik 1 1 10 in unterschiedliche horizontale Einkoppelwinkelbereiche aufgespaltet, so wird die Auskoppeloptik 1 130 so ausgestaltet, dass sie mehrere horizontale Segmente A-E enthält, die jeweils eine horizontalen Einkoppelwinkelbereich in einen horizontalen Auskoppelwinkelbereich umsetzen, so dass ein gemeinsames in horizontale Segmente a-e aufgeteiltes mehrfach zusammengesetztes virtuelles Bild 230 des SLM 200 entsteht. Diese horizontalen Bereiche koppeln gleichzeitig das Licht eines vertikalen Segmentes l-IV aus. Sowohl die horizontalen Segmente a-e als auch die vertikalen Segmente l-IV grenzen lückenlos aneinander an oder überlagern sich leicht, wobei eine Überlagerung, bzw. eine
Überlappung der Segmente bei der Kodierung der Hologrammwerte zum Erzeugen der zu rekonstruierenden Objektpunkte berücksichtigt werden kann.
Zur Bestimmung der Abweichung der einzelnen horizontalen a-e und/oder vertikalen Segmente l-IV des zusammengesetzten vergrößerten virtuellen Bildes 260 zu ihrer optimalen Lage können auf dem dünnen Wellenleiter 1 100 positionsempfindliche Sensoren 1 140 enthalten sein. Diese werden vorzugsweise in Randbereiche des Wellenleiters 1 100 angeordnet, die sich außerhalb des Sichtbarkeitsbereiches des Betrachters befinden. Zum Beleuchten dieser positionsempfindlichen Sensoren 1 140 kann der Lichtmodulator 200 zusätzliche Modulatorzellen im Randbereich besitzen, die zwar für die Ermittlung der Korrekturwerte jedoch nicht für die Kodierung der Hologramminformation verwendet werden. Die Justagewerte können dabei dauerhaft während des Betriebes des Gerätes ermittelt werden, wodurch sich auch Drifterscheinungen, welche beispielsweise durch Temperaturänderungen hervorgerufen werden können, kompensieren lassen.
In Richtung der Lichtablenkung durch die Lichtablenkmittel 410 und 420 kann auch ein größerer maximaler Ablenkwinkel erzeugt werden, so dass für diese Justage keine transparenten Sensoren und keine zusätzlichen Modulatorzellen auf dem Lichtmodulator 200 benötigt werden. Dieser zusätzliche Bereich wird beispielsweise nur beim Einschalten während einer Initialisierungsphase zur Ermittlung von Korrekturwerten genutzt. Er liegt im Allgemeinen nicht im Sichtbarkeitsbereich sondern z.B. im Bereich einer Gesichtsfeldblende, wie sie beispielsweise eine Brillenfassung darstellt. Die positionsempfindlichen Sensoren 1 140 können auch transparent ausgestaltet werden und sich im Sichtbereich des Betrachterauges 1000 befinden, so dass sie kaum wahrgenommen werden und ebenfalls keine zusätzlichen Modulatorzellen auf dem Modulator benötigen. Durch sie verursachte Absorptionen lassen sich bei der Kodierung der Hologrammwerte berücksichtigen. Beim Einschalten des Gerätes können die Korrekturwerte durch Erzeugung geeigneter Prüfmuster ermittelt werden.
Als positionsempfindliche Sensoren 1 140 sind beispielsweise eindimensionale oder zweidimensionale Felder von Photoempfängern wie Photodioden oder Phototransistoren bzw. CCD- oder CMOS- Sensoren geeignet. Mit ihnen kann beispielsweise eine einfache Kantendetektion erfolgen. Vorteilhaft können auch positionsempfindliche Photoempfänger eingesetzt werden, bei denen der Schwerpunkt einer oder mehrerer Lichtverteilungen über eine seitliche Elektrodenstruktur ermittelt werden kann. Die positionsempfindlichen Sensoren 1 140 können auch direkt auf dem planaren Wellenleiter 1 100, beispielsweise in Dünnschichttechnik, ausgestaltet werden.
Die vertikale Dejustage kann mittels des verwendeten Flüssigkristall-Gitters aktiv kompensiert werden. Zur Korrektur der horizontalen Dejustage könnte ein zweites, gekreuztes steuerbares Flüssigkristall- Gitter enthalten sein.
Die Auskoppeloptik 1 130 kann auch als transmissives Volumengitter ausgestaltet werden und sich auf der dem Betrachterauge 1000 zugewandten Seite des dünnen Wellenleiters 1 100 befinden.
Die numerische Apertur der Vergrößerungsoptik 800 bestimmt die Auflösung. Die Auflösung ist so zu
wählen, dass zumindest die Ote und eine weitere Beugungsordnung des SLM 200 hinter der - Allgemeinen primären - Vergrößerungsoptik 800 propagieren.
Hinter der Vergrößerungsoptik 800 eingesetzte optische Bauteile können eine reduzierte Winkelakzeptanz aufweisen. Dies ist beispielsweise bei Volumengittern der Fall. Das vorteilhaft hinter der Vergrößerungsoptik 800 vorliegende Planwellenspektrum wird durch die Winkelakzeptanz, - oder auch Winkelselektivität - der hinter der Vergrößerungsoptik 800 eingesetzten optischen Bauteile vorgegeben.
Das hinter der Vergrößerungsoptik 800 in vorteilhafter Weise vorliegende Planwellenspektrum bestimmt die Größe der vor dieser einsetzbaren Lichtmodulationseinheit 260 und damit auch die benötigte Größe des hinter der Vergrößerungsoptik 800 eingesetzten ersten steuerbaren Lichtablenkmittels 410.
Mit Erhöhung der Brennweite der Vergrößerungsoptik 800 lässt sich die Größe des eingesetzten SLM 200 bzw. der eingesetzten Lichtmodulationseinrichtung 260 erhöhen.
Die numerische Apertur der verwendeten Vergrößerungsoptik 800 sollte im Allgemeinen größer oder gleich der numerischen Apertur sein, welche es erlaubt, alle kodierten Objektpunkte der darzustellenden 3D-Szene aufzulösen.
Die steuerbaren Lichtablenkmittel 410 und 420 können auch versetzt zueinander angeordnet werden, so dass ihre 0. Beugungsordnung ausgefiltert werden kann, falls die wirksamen höheren Beugungsordnungen eine zu kleine Beugungseffektivität aufweisen, so dass bei deren Auswahl noch störende Intensitätsanteile in der 0. Beugungsordnung verbleiben.
Vorteilhaft kann die Erzeugung des zusammengesetzten vergrößerten virtuellen Bildes 230 der Lichtmodulationseinheit 260 anamorphotisch erfolgen. Sie kann beispielsweise durch die Vergrößerungsoptik 800 und/oder die Einkoppeloptik 1 1 10 realisiert werden. Es können jedoch auch zusätzliche Elemente, wie beispielsweise Zylinderlinsen, Gitter oder auch Volumengitter, im Strahlengang zwischen der Lichtmodulationseinheit 260 und dem planaren Wellenleiter 1 100 verwendet werden. Beispielsweise kann sich dafür eine Zylinderlinse hinter dem zweiten steuerbaren Lichtablenkmittel befinden.
Das Ein- und Auskoppeln in den planaren Wellenleiter 1 100 durch die Einkoppeloptik 1 1 10 bzw. durch die Auskoppeloptik 1 130 kann auch unsegmentiert erfolgen, in dem ein kontinuierlich auskoppelndes Element enthalten ist, um vorliegende Winkel an definierten Orten in definierte Richtungen auszukoppeln.
Dazu können transmissive oder reflektive Volumengitter enthalten sein, über deren Dicke die Winkelselektivität optimiert wird. Im Allgemeinen haben reflektive Volumengitter eine breitere Winkelakzeptanz als transmissive Volumengitter. Die Winkelakzeptanz von transmissiven
Volumengittern kann gezielt verringert werden, indem ihre Dicke erhöht wird. Bei reflektiven Volumengittern kann durch Variation der Modulationsstärke, d. h. der Brechzahländerung, die Winkelakzeptanz beeinflusst werden.
Vorteilhaft ist dabei die Unterdrückung von Nebenmaxima der Winkelselektivität. Bei Verwendung spektral breiter Wellenlängenbereiche, wie dies beispielsweise bei herkömmlichen 2D- oder Stereo- 3D-HMD der Fall ist, wo beispielsweise auch OLED eingesetzt werden, ist eine Unterdrückung der Nebenmaxima der Winkel- und/oder Wellenlängenselektivität vorteilhaft.
In einem Transmissionsvolumengitter, welches mit zwei zueinander kohärenten Planwellen in ein homogenes Aufzeichnungsmedium belichtet worden ist, ist die Einhüllende der Brechungsindexmodulation unter Vernachlässigung der Absorption im Aufzeichnungsmedium eine Rechteckfunktion. In Transmissions- und Reflexionsvolumengittern kann die Einhüllende der Brechungsindexmodulation jedoch auch gezielt über die Wahl der Kohärenz der zur Belichtung verwendeten Wellenfelder eingestellt werden und beispielsweise auch in Form einer gaußschen Normalverteilung, eines Hamming-Fensters oder eines Kaiser-Bessel-Fensters vorliegen. Dies führt zur erheblichen Reduktion der Nebenmaxima der Winkel- und Wellenlängenselektivität. Dies ist beispielsweise vorteilhaft, wenn Winkel- und/oder Wellenlängenselektivitäten unterschiedlicher Rekonstruktionsgeometrien eng nebeneinander liegen. Somit wird vermieden, dass sich im dargestellten Betrachterbereich durch Nebenmaxima der Winkel- und/oder Wellenlängenselektivität bedingte Geisterbilder ausbilden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Anzeigegerätes ist demnach in der steuerbaren Lichtablenk- ein Volumengitter und/oder ein Multiplexvolumengitter vorhanden, dessen Einhüllende der Brechungsindexmodulation gezielt über die Wahl der Kohärenz der bei deren Herstellung zur Belichtung verwendeten Wellenfelder eingestellt wurde.
Neben zweidimensional arbeitenden räumlichen Lichtmodulatoren, bei denen die Modulatorzellen in einer zweidimensionalen Modulatorzellenmatrix angeordnet sind, lassen sich auch eindimensionale Lichtmodulatoren vorteilhaft verwenden, um einen hoch aufgelösten großen Betrachterbereich in einem HMD oder einem Hokular zu erreichen. Solche eindimensionalen bzw. linearen Lichtmodulatoren besitzen nur eine oder wenige Spalten von Modulatorzellen. Da keine matrixförmige Ansteuerung notwendig ist, lassen sie sich kostengünstig mit hoher Auflösung in Spalten richtung herstellen. U. a. auf Grund kurzer Leitungslängen zwischen der Ansteuerelektronik und den Modulatorzellen kann eine sehr hohe Schaltgeschwindigkeit zur Lichtmodulation erzielt werden. Geeignete lineare SLM sind beispielsweise eindimensionale Anordnungen von Modulatorzellen, die steuerbare diffraktive Gitter enthalten (grating light valve, GLV oder grating electro-mechanical System, GEMS). Diese arbeiten reflektiv und erlauben eine Phasenmodulation des auftreffenden Lichtes. Auch eindimensionale LCOS oder eindimensionale transparente Flüssigkristallmodulatoren sind einsetzbar.
Um einen zweidimensionalen Bildraum zu erhalten, werden diese Modulatoren in zeitlicher Abfolge in der Richtung senkrecht zur linearen Ausdehnung der Modulatorzellen mehrfach nebeneinander
abgebildet. Dazu eignen sich z. B. die bereits vorgestellten Einrichtungen zum Erzeugen eines zusammengesetzten vergrößerten virtuellen Bildes eines SLM, wenn eine steuerbare Lichtablenk- Einrichtung verwendet wird, die einen kontinuierlichen Ablenkwinkel in einem vorgebbaren Winkelbereich, welcher u. a. die Größe des Betrachterbereiches bestimmt, ermöglicht. Eindimensionale SLM eignen sich besonders für eine eindimensionale Kodierung der Hologrammwerte, die in Richtung der Modulatorspalte erfolgt, d.h. quer zur Abtastrichtung. Für ein Gerät zur farbigen Rekonstruktion von 3D-Szenen werden die SLM analog zu zweidimensionalen SLM in zeitlicher Folge mit den einzelnen Farbkomponenten Rot, Grün und Blau beleuchtet oder jede Farbkomponente wird durch einen eigenen SLM moduliert, wobei die Strahlengänge so ausgelegt werden, dass ein zusammengesetztes vergrößertes virtuelles Bild entsteht, wie es beispielsweise in Fig.25 gezeigt ist.
In Fig. 27a ist rein beispielhaft das Abtasten eines eindimensionalen SLM durch ein steuerbares Lichtablenkmittel 410 gezeigt. Der optische Aufbau entspricht weitestgehend Fig. 22. Die Lichtmodulationseinheit 260 enthält jedoch mindestens einen linearen SLM. Das Abtasten des linearen SLM erfolgt hier im Bereich der mittleren Brennebene eines telezentrischen Linsensystems mit einem Lichtablenkmittel 410. Das Lichtablenkmittel enthält vorteilhaft ein steuerbares diffraktives Flüssigkristall-Gitter, dessen Gitterkonstante durch ein an eine Elektrodenstruktur angelegtes Spannungsprofil feinstufig in einem vorgebbaren Bereich veränderbar ist. Der maximale Ablenkwinkel wird durch die kleinst mögliche Gitterkonstante bestimmt, die durch die Feinheit der Elektrodenstruktur festgelegt wird. Das telezentrische Linsensystem enthält ein erstes Linsensystem 510, das als Projektionssystem das von der Lichtmodulationseinheit 260 kommende Licht parallelisiert, und ein zweites Linsensystem 520, welches als F-Theta-Optik arbeitet. Die durch das Lichtablenkelement 410 hervorgerufenen Abtastwinkel werden durch dieses Linsensystem 520 in Verschiebungen umgesetzt, so dass ein zusammengesetztes Zwischenbild 270 entsteht, das als virtueller zweidimensionaler SLM für das nachfolgende vergrößernde Abbildungssystem fungiert. Ein solches Abbildungssystem wurde bereits in Fig. 8 beschrieben. Die gemeinsame Brennebene des telezentrischen Abbildungssystems kann auch hier eine Blende 590 enthalten. Höhere Beugungsordnungen treten hier nur in Richtung der Modulatorzellen auf.
Fig. 27b zeigt eine beispielhafte Ausgestaltung einer Lichtmodulationseinheit 260 die mindestens einen linearen SLM 205 enthält, wie sie in Fig. 27a ausgestaltet werden kann. Der lineare SLM 205 wird von mindestens einer Lichtquelle 1 10, beispielsweise einer Laserlichtquelle, hinreichend kohärent über eine Kollimationsoptik 120 und einem Strahlteilerwürfel 130, der als Vorderseitenbeleuchtung dient, beleuchtet. Hinreichend kohärent bedeutet, dass die räumliche Kohärenz des kollimierten Lichtes der Lichtquelle 1 10 so groß ist, dass damit mindestens ein Teilbereich des SLM 205 beleuchtet werden kann, in dem ein zu rekonstruierender Objektpunkt holographisch erzeugt wird, also der Bereich eines Subhologramms. Wird eine Zweiphasenkodierung verwendet, ist es vorteilhaft, den linearen SLM 205 mit einer Strahlvereinigungsoptik auszustatten, mit denen das modulierte Licht jeweils zweier benachbarter Modulatorzellen des als Phasenmodulator ausgestalteten SLM 205 zu einem komplexen Wert vereinigt werden. Bei den beiden Modulatorzellen muss es sich nicht streng um unmittelbar benachbarte Modulatorzellen handeln. Ihr Abstand bestimmt sich aus der Strecke, mit der Licht
unterschiedlicher, d.h. orthogonaler, Polarisation in einer Verzögerungsplatte 330 gegeneinander verschoben wird. Dazu wird das Licht der beiden jeweils beteiligten Modulatorzellen in einer strukturierten Verzögerungsplatte 320 lokal unterschiedlich, d.h. orthogonal polarisiert. Ein unstrukturierter linearer Polarisator 310 selektiert aus den beiden übereinander geschoben Lichtanteilen unterschiedlicher, d.h. orthogonaler, Polarisation den gemeinsamen Polarisationsanteil. Orthogonale Polarisationen sind sowohl linear senkrecht (TE) und linear parallel (TM) polarisiertes Licht, als auch links zirkulär und rechts zirkulär polarisiertes Licht.
Besonders vorteilhaft ist, wenn nicht zwei benachbarte Pixel in Richtung der linearen Ausdehnung des SLM 205 vereint werden, sondern der lineare SLM 205 mindestens zwei benachbarte Spalten von Modulatorzellen enthält. Diese können auch einen größeren Abstand zueinander aufweisen, so dass beispielsweise zwischen ihnen auch Ansteuerelektronik angeordnet werden kann. Die strukturierte Verzögerungsplatte 320 besteht dann nur aus jeweils einem Streifen eines doppelbrechenden Materials, welches im doppelten Durchgang eine zur einfallenden Polarisation orthogonale Polarisation erzeugt. Zur Erhöhung der Achromasie der Orthogonalisierung der Polarisation benachbarter Streifen des SLM kann beispielsweise ein + L/4 und ein -L/4 Verzögerungsstreifen über benachbarten und zu vereinigenden reflektiven SLM-Streifen verwendet werden.
Die Verschiebung des Lichtweges in der Verzögerungsplatte 330 der beiden Polarisationsanteile gegeneinander entspricht dem Abstand der beiden Modulatorzellenspalten. Wird der SLM 205 im Zeitmultiplexbetrieb mit unterschiedlichen Farbanteilen beleuchtet, so sollten die polarisationsändernden Elemente 310, 320 und 330 weitestgehend achromatisch ausgeführt werden. Sie können auch eine steuerbare polarisationsabhängige Phasenverzögerung aufweisen, die mit der Wellenlänge synchronisiert wird. Dazu eignen sich flüssigkristalline Schichten mit steuerbarer Doppelbrechung.
In Fig. 27c wird eine weitere Ausgestaltung einer beispielhaften Lichtmodulationseinheit 260 dargestellt, wie sie in Fig. 27a verwendet werden kann. Die komplexwertigen Modulationswerte werden hier durch das Übereinanderlegen des in der Phase modulierten Lichtes jeweils einer zugeordneten Modulatorzelle je eines linearen SLM 206, 207 mittels eines Strahlteilerwürfels 130 erzeugt. Dazu werden die linearen SLM 206, 207 parallel zueinander vor je einer, z.B. orthogonalen, Fläche eines Strahlteilerwürfels 130 positioniert. Beide SLM 206, 207 werden gemeinsam mittels einer Lichtquelle 1 10 und einer Kollimationsoptik 120 über den Strahlteilerwürfel 130 hinreichend kohärent beleuchtet. Die Kollimationsoptik 120 befindet sich dafür vor einer weiteren Fläche des Strahlteilerwürfels 130. Das zusammengefasste Licht der beiden SLM 206, 207 wird über eine vierte Fläche des Strahlteilerwürfels 130 ausgekoppelt.
Das steuerbare Lichtablenkmittel 410 gemäß Fig. 27a können auch zusätzliche Korrekturfunktionen und/oder eine Zylinderlinsenfunktion aufweisen, die zur Implementierung einer anamorphotischen Änderung des Abbildungsmaßstabes dienen kann.
Besonders für Hokulargeräte sind auch Ausgestaltungsvarianten einsetzbar, bei denen mindestens ein
linearer SLM mechanisch abgetastet wird, um ein zusammengesetztes vergrößertes virtuelles Bild eines SLM zu erzeugen. Dafür sind beispielsweise Galvanometerspiegel, die auch als mikromechanische Elemente ausgeführt werden können, und/oder Polygonspiegel einsetzbar. Fig. 28 zeigt schematisch eine beispielhafte Ausgestaltungsvariante mit einem Polygonspiegel 415 zum Abtasten des modulierten Lichtes der Lichtmodulationseinheit 260 in der gemeinsamen Brennebene eines telezentrischen Abbildungssystems, das wie in Fig. 27a - 27c zwei Linsensysteme 510 und 520 aufweist. Der optische Strahlengang einschließlich Lichtmodulationseinheit 260 entspricht weitestgehend Fig. 27a - 27c, so dass hier nicht näher darauf eingegangen wird. Der Polygonspiegel 415 dient als steuerbares Lichtablenkmittel, das die lineare Lichtmodulationseinheit 260 quer zu deren linearen Ausdehnung in einem Abtaststreifen abtastet und so einen zweidimensionalen virtuellen SLM in der Zwischenbildebene 270 erzeugt. In dieser Ebene kann sich eine hier nicht dargestellte Lichtablenk-Einrichtung befinden, die das modulierte Licht der Lichtmodulationseinheit 260 quer zur Bewegungsrichtung des Polygonspiegels 415 ablenkt, um mit einem nicht dargestellten Abbildungssystem ein zusammengesetztes vergrößertes virtuelles Bild des Zwischenbildes 270 zu erzeugen, welches aus mindestens zwei übereinanderliegenden vergrößerten Abtaststreifen besteht. Dazu ist die Lichtablenk-Einrichtung über eine nicht dargestellte Systemsteuerung mit der Bewegung des Polygonspiegels 415 und der Lichtmodulationseinheit 260 synchronisiert.
Um die dafür benötigte Verkippung des Strahlenganges zu erreichen, kann jedoch eine solche Lichtablenk-Einrichtung auch zwischen der Linsengruppe 510 und dem Polygonspiegel 415 bzw. zwischen dem Polygonspiegel 415 und der Linsengruppe 520 angeordnet werden. Dazu können beispielsweise schalt- bzw. steuerbare Flüssigkristall-Gitter mit einstellbarer Gitterperiode oder schaltbare Flüssigkristall-Polarisationsgitter bzw. schaltbare Volumengitter eingesetzt werden.
Abweichend dazu kann die notwendige Verkippung auch mit einer Lichtablenk-Einrichtung erfolgen, die zwischen der Linsengruppe 520 und der Ebene des zusammengesetzten Bildes 270 angeordnet ist. Dazu werden beispielsweise zwei steuerbare Lichtablenkmittel, wie beispielsweise zwei steuerbare Flüssigkristall-Gitter oder zwei schaltbare Volumengitterelemente, hintereinander angeordnet, so dass mit zwei, einen Winkel einführenden Bauteilen die notwendige laterale Verschiebung eines Abtaststreifens erfolgt, um ein zusammengesetztes Bild aus mehreren Abtaststreifen in der Ebene des Zwischenbildes 270 zu erhalten. Eine Anordnung aus zwei, einen Winkel einführenden Bauteilen kann auch vor der Linsengruppe 510, d.h. zwischen der Lichtmodulationseinheit 260 und der Linsengruppe 510 eingesetzt werden. Eine Kombination besteht darin, ein, einen Winkel einführendes Element zwischen dem primären SLM und der Linsengruppe 510 einzusetzen und ein, einen Winkel einführendes Element zwischen der Linsengruppe 520 und dem zusammengesetzten Bild 270 einzusetzen. Dem zusammengesetzten Zwischenbild 270 folgt ein nicht dargestelltes Abbildungssystem mit Vergrößerungsfunktion, welches das zweidimensionale zusammengesetzte vergrößerte virtuelle Bild des SLM der Lichtmodulationseinheit 260 erzeugt.
Ein Polygonspiegel 415 kann leicht achromatisch ausgestaltet werden, was den Aufbau von Geräten
zur farbigen Rekonstruktion von 3D-Szenen vereinfacht.
Seine Spiegelflächen können quer zur Drehrichtung eine absorbierende Blende zur Unterdrückung höherer Beugungsordnungen enthalten. Diese Blendenfunktion kann auch durch Beschränken der Bauhöhe realisiert werden. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsvariante werden aufeinanderfolgende Flächen des Polygonspiegels 415 gegeneinander verkippt ausgestaltet, so dass auch in Richtung der linearen Ausdehnung eines SLM einer Lichtmodulationseinrichtung 260 eine mehrfach zusammengesetzte Abbildung erfolgt. Die Zahl der gegeneinander verkippten Flächen bestimmt die Anzahl der Mehrfachabbildungen in Richtung der linearen Ausdehnung des SLM. Die Verkippungsfolge kann im SLM mehrfach wiederholt werden, um die Spiegelflächenzahl zu erhöhen und damit die benötigte Drehgeschwindigkeit des Polygonspiegels 415 zu senken. Dabei kann die Verkippungsreihenfolge der einzelnen Spiegelflächen in den einzelnen Folgen auch variieren, um Flickereffekte zu minimieren.
Alternativ können zur Mehrfachabbildung quer zur Drehrichtung des Polygonspiegels 415 seine Spiegelflächen als reflektive Volumenhologramme ausgelegt werden, die das Licht in unterschiedliche Richtungen ablenken. Dabei braucht jede Spiegelfläche nur für einen Reflexionswinkel, und wenn die Farben im Zeitmultiplexbetrieb erzeugt werden, auch nur für einen Wellenlängenbereich ausgewählt werden, so dass keine Multiplex-Volumenhologramme erforderlich sind. Auch eine solche Folge von aus reflektiven Volumengittern bestehenden Spiegelflächen kann sich auf dem Polygonspiegel 415 mehrfach wiederholen. Die reflektiven Volumengitter können dabei so ausgestaltet werden, das ihr Ablenkwinkel in Ablenkrichtung variiert, so dass zusätzlich eine Linsenfunktion bzw. eine Änderung des Abbildungsmaßstabes in dieser Richtung erfolgt bzw. Abbildungsfehler eines oder mehrerer im Strahlengang befindlicher Abbildungssysteme in dieser Ablenkrichtung korrigiert werden. Mit einer Variation des Ablenkwinkels über der Spiegelfläche in Drehrichtung können auch Abbildungsfehler eines oder mehrerer im Strahlengang befindlicher Abbildungssysteme in Drehrichtung korrigiert werden. Kleinere Abbildungsfehler in beide Richtungen können auch bei der Kodierung der Bildpunkte korrigiert werden.
Es können auch lineare SLM verwendet werden, die einen relativ großen Modulatorzellenabstand aufweisen bzw. größere Lücken zwischen den Modulatorzellen aufweisen. In diesem Fall können einzelne Spiegel des Polygonspiegels 415 nur leicht gegeneinander verkippt werden, so das bei der zeitlichen Abfolge ein hochauflösendes lückenloses vergrößertes zusammengesetztes virtuelles Bild entsteht. Da dabei der maximal erreichbare Beugungswinkel bei der Hologrammkodierung reduziert wird, ist eine solche Ausführung nicht bevorzugt sondern nur dann vorteilhaft, wenn Lücken zwischen den Modulatorzellen technisch erforderlich sind. Es ist vorteilhaft, die einzelnen Bildstreifen in Richtung der linearen Ausdehnung eines SLM so stark überlappen zu lassen, dass für eine holographische Kodierung von Objektpunkten im
Überlappungsbereich auf Grund des begrenzten maximalen Beugungswinkels genügend kohärent beleuchtete Modulatorzellen zur Verfügung stehen.
Ein Multiplex in zwei Dimensionen kann auch dadurch erreicht werden, dass zwei orthogonale Polygon-Spiegel vorhanden sind, wobei der erste auf den zweiten abgebildet wird. Dies verlängert zwar den Strahlengang, was aber in einem ortsfesten holographischen Anzeigegerät unproblematisch ist.
Verfügt der lineare SLM über mehrere Modulatorzellenspalten, können zur Vermeidung von Speckle benachbarte zu rekonstruierende Bildpunkte in verschiedenen Spalten kodiert werden. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die einzelnen Modulatorzellen der unterschiedlichen Spalten innerhalb eines Pixelrasters leicht gegeneinander versetzt sind. Eine solche Anordnung kann auch zur Erhöhung der Auflösung in Richtung der Modulatorausdehnung angewendet werden.
Die Strahlengänge können für zwei Betrachteraugen so ausgestaltet werden, dass nur ein Polygonspiegel benötigt wird, der jeweils mindestens eine Lichtablenkeinheit 260 für das rechte und das linke Betrachterauge abtastet. Die Lage der einzelnen Bildsegmente zueinander bzw. deren absolute Lage lässt sich beispielsweise auf bekannte Weise mittels photoempfindlichen Sensoren ermitteln bzw. festlegen. Notwendige Korrekturen können bei der Kodierung der Hologrammwerte berücksichtigt werden.
Werden die einzelnen Farben nicht im Zeitmultiplexbetrieb erzeugt, sondern durch unterschiedliche lineare SLM moduliert, kann für alle benötigte Farben ein gemeinsamer Polygonspiegel 415 vorhanden sein. Dazu kann beispielsweise für jede Farbe eine eigene Lichtmodulationseinheit 260 enthalten sein, der analog zu Fig. 25 je eine eigene Linsengruppe 510 zugeordnet sein kann. Die Strahlengänge können leicht versetzt in Drehrichtung des Polygonspiegels 415 angeordnet werden und unterschiedliche sich überlappende Abtastbereiche des Polygonspiegels 415 nutzen. Eine farbige Rekonstruktion erfolgt nur im gemeinsamen Überlappungsbereich, der die Größe des gemeinsamen zusammengesetzten vergrößerten virtuellen Bildes der linearen SLM der Lichtmodulationseinheiten 260 in Drehrichtung bestimmt.
Die Strahlengänge können auch quer zur Drehrichtung versetzt angeordnet werden. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Spiegelflächen als reflektive Multiplex-Volumengitter ausgelegt werden, die für jeden Farbanteil je nach Versatz des Modulatorbildstreifens auf der Spiegelfläche eine solche Ablenkrichtung quer zur Drehrichtung des Polygonspiegels 415 aufweisen, dass sich die Farbanteile nach dem gemeinsamen Linsensystem 520 überlagern. Dabei kann auch ohne Versatz gearbeitet werden, d.h. die einzelnen Farbanteile sind nur gegeneinander gekippt.
Alternativ kann jede Spiegelfläche für jeden Farbanteil ein eigenes Segment quer zur Drehrichtung enthalten, die gegeneinander so verkippt sind, dass sich nach dem Linsensystem 520 die einzelnen Farbanteile weitestgehend überlagern. Reflektive Volumenhologramme auf den Spiegelflächen sind
dann nicht erforderlich.
Die Spiegelflächen können gekrümmte Flächen aufweisen, um zusätzliche Linsenfunktionen oder Korrekturfunktionen zu erhalten.
Die lineare Lichtmodulationseinheit 260 kann auch vorteilhaft so ausgestaltet werden, dass in ihr alle Farbanteile zusammengeführt werden. Dies kann beispielsweise mit Farbstrahlteilern erfolgen, die vor dem als Projektionsoptik dienenden Linsensystem 510 angeordnet sind.
Fig. 29 demonstriert noch einmal die schon mehrfach erwähnte Vermeidung der 0. Beugungsordnung beim Einsatz diffraktiver optischer Elemente in steuerbaren Lichtablenkmitteln 410, 420, wie sie in den meisten der hier gezeigten Beispiele angewendet werden kann. Dies ist immer dann erforderlich, wenn die 0. Beugungsordnung bei Nutzung höherer Beugungsordnungen eine störende Restintensität aufweist. Das Licht einer hier nicht dargestellten Lichtmodulationseinrichtung wird steuerbar an einem Lichtablenkmittel 410 gebeugt. Das ungebeugte Licht der 0. Ordnung tritt hier rein beispielhaft in Richtung der optischen Achse durch das Lichtablenkmittel 410, welches beispielsweise ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter sein kann, ungebeugt hindurch und wird zur Vermeidung von Streulicht mittels einer Absorptionsblende 480 aufgefangen. Das durch das steuerbare Lichtablenkmittel 410 von der optischen Achse weg gebeugte Licht tritt anschließend durch ein zweites Lichtablenkmittel 420. Rein beispielhaft trifft hier das Licht schräg auf das zweite steuerbare Lichtablenkmittel 420. Auch hier wird das ungebeugte Restlicht der 0. Beugungsordnung von einem Absorptionsfilter 490 absorbiert. Das Lichtablenkmittel 420 kann beispielsweise ebenfalls ein steuerbares Flüssigkristall-Gitter oder ein Multiplex-Volumengitter sein. Das zusammengesetzte Zwischenbild 270 wird nur von gebeugtem Licht gebildet und enthält keine Anteile einer 0. Beugungsordnung. Die parallele Lage der beiden Lichtablenkmittel 410, 420 ist rein schematisch. Sie können auch gegeneinander gekippt sein, wenn dies der Strahlengang erfordert, um beispielsweise einen höheren maximalen Ablenkwinkel zu erhalten. Die Nachführung des Betrachterfensters an die Eintrittspupille des Betrachterauges ist notwendig, wenn es kleiner als die Bewegungsfreiheit der Eintrittspupille ist. Die Bewegung der Eintrittspupille kann beispielsweise bei einem HMD oder Hokular horizontal 15 mm und vertikal 10 mm betragen. Bei 1 D-Kodierung kann beispielsweise ein vertikales 15 mm großes Betrachterfenster und ein horizontales 20 mm großes Betrachterfenster verwendet werden, um die Nachführeinrichtung zu vermeiden. Eine Reduzierung des Betrachterfensters auf 5 mm ermöglicht es jedoch, die Dichte der Modulatorzellen von 725 Modulatorzellen / ° deg auf ca. 240 Modulatorzellen / ° deg zu reduzieren, was nur der vierfachen HD-TV-Bildpunktdichte entspricht. Neben der Modulatorzellendichtedichte reduziert sich die Gesamtanzahl der Modulatorzellen in diesem Fall um den Faktor 9, wenn man die Modulatorzellendichtedichte in beide Richtungen reduziert. Neben einer deutlichen Verkleinerung der Fläche des SLM und damit der optischen Bauteile ermöglicht dies auch eine erhebliche Energieeinsparung im SLM selbst.
Daher ist es vorteilhaft, das Betrachterfenster klein zu halten und es der Eintrittspupille des Betrachterauges nachzuführen.
Die Verschiebung des Betrachterfensters nach der Bewegung des Betrachterauges bzw. seiner Eintrittspupille kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Das Betrachterfenster kann beispielsweise lateral verschoben werden. In einem ortsfesten Anzeigegerät bietet sich die Einführung einer Betrachterfenster-Filterebene an. Die Verschiebung des Betrachterfensters kann beispielsweise nach dieser Filterebene erfolgen. Alternativ kann die Betrachterfenster-Blendenmaske aktiv verschoben werden, beispielsweise in Form einer mechanisch verschobenen Blende oder in Form einer steuerbaren Flüssigkristallblende. Diese kann beispielsweise elektrisch oder optisch angesteuert werden. Eine optische Adressierung einer dynamisch bewegten Betrachterfensterblende ermöglicht es, eine Modulatorzellenmatrix in der Ebene der Betrachterfenster-Blendenmaske und damit störende Beugungseffekte dieser Modulatorzellenmatrix in der dynamischen Blendenebene zu vermeiden.
Eine Verkippung des Betrachterfensters in der Ebene der Eintrittspupille des Betrachterauges entspricht einer Verschiebung des zu diesem Zeitpunkt dargestellten Teiles des virtuellen SLM. Daher sollte sichergestellt werden, dass ein bei der Betrachterfenster-Nachführung eingeführter Verkippungswinkel des Betrachterfensters berücksichtigt wird. Ist genügend Überlapp einzelner virtueller SLM-Segmente im Bildraum vorhanden, so dass keine Lücken im für die Rekonstruktion vorgesehenen Betrachterraum entstehen, so ist eine angepasste Kodierung der 3D-Szene ausreichend, um die Nachführung des Betrachterfensters an die sich bewegende Eintrittspupille des Betrachterauges für den Nutzer unbemerkt einzuführen, d.h. die Kodierung erfolgt so, dass die rekonstruierten Objekte scheinbar ihre Lage bei Änderung der Lage der virtuellen SLM-Segmente beibehalten. Kleine Verkippungen, d.h. beispielsweise < 1 ° deg, des Betrachterfensters können durch kleine Verschiebungen, d.h. beispielsweise um weniger als 725 Pixel, der auf dem SLM erzeugten Subhologramme kompensiert werden. Allgemein ist dies nicht ausreichend, wenn die durch die Nachführung eingeführten Winkel zu groß sind. Somit bietet es sich an, generell die bei der Nachführung eingeführten Wnkel der Verkippung des Betrachterfensters zu kompensieren. Dies reduziert den zwischen einzelnen virtuellen SLM-Bildraum- Segmenten vorzuhaltenden Überlapp und ermöglicht eine Maximierung des darstellbaren Betrachterraumes. In Fig. 30 ist schematisch eine Anordnung dargestellt, bei der eine Nachführung eines Betrachterfensters 1200 auf die Bewegung der Eintrittspupille eines Betrachterauges 1000 durch die Änderung des mittleren Abstrahlwinkels der Lichtmodulationseinheit 260 mittels eines als steuerbaren Lichtablenkmittels 610 fungierenden Prismas mit einstellbaren Prismenwinkel erfolgt. Die Anordnung zum Erzeugen eines zusammengesetzten vergrößerten virtuellen Bildes eines SLM einer Lichtmodulationseinrichtung 260 entspricht weitestgehend Fig. 23. Es wird auch hier mittels der Lichtablenk-Einrichtung 450, welche sich nahe am Betrachterauge 1000 befindet, in Verbindung mit der Vergrößerungsoptik 810 erzeugt. Dreht sich das Betrachterauge 1000, so kann mit Hilfe des steuerbaren Lichtablenkmittels 610, welches in einer Ebene in der Nähe der Lichtmodulationseinheit
260 angeordnet sein kann, eine Ablenkung einer in der Lichtmodulationseinheit 260 modulierten Wellenfront vorgenommen werden. Das steuerbare Lichtablenkmittel 610 befindet sich im Bereich der objektseitigen Brennebene der folgenden Vergrößerungsoptik 810. Sie wandelt die Ablenkung der Wellenfront in eine Verschiebung des Betrachterfensters 1200 um. Diese kann beispielsweise 5 mm betragen, was auch bedeutet, dass der Betrachterraum um diesen Betrag verschoben wird. Mittels entsprechender synchronisierter Kodierung der 3D-Szene kann diese Verschiebung kompensiert werden, so dass sich für den Betrachter die scheinbare Lage der statischen Objekte innerhalb einer 3D-Szene nicht ändern. Es kann auch ein Korrekturwinkel in der steuerbaren Lichtablenkeinrichtung 450 synchron eingestellt werden, so dass die Szene ohne Neukodierung unter demselben Winkel sichtbar bleibt.
Das steuerbare Lichtablenkmittel 610 kann beispielsweise auch als steuerbares diffraktives Ablenkgitter ausgestaltet werden. Es kann sich auch nach der Vergrößerungsoptik 810 befinden und dort den Strahlengang versetzen. Dazu ist beispielsweise eine drehbare planparallele Platte, die ohne großen Aufwand achromatisch ausgeführt werden kann, geeignet. Die Anordnung des steuerbaren Lichtablenkmittels 610 hinter einer optional vorhandenen Strahlvereinigungsoptik in der Lichtmodulationseinrichtung 260, wie sie für eine Zweiphasenkodierung vorteilhaft verwendet wird, hat den Vorteil, dass sich der optische Weg durch eine solche Strahlvereinigungsoptik nicht ändert, da sich der Auftreffwinkel der den SLM beleuchtenden Strahlen hierbei nicht ändert. Durch Änderung des Beleuchtungswinkels einer kollimierten SLM-Beleuchtung kann ebenfalls eine Ablenkung der durch einen SLM kodierten Wellenfront zur Nachführung eines Betrachterfensters verwendet werden, wobei das Lichtablenkmittel 410 zwischen Lichtmodulationseinheit 260 und Vergrößerungsoptik 810 entfallen kann, wenn ein komplexwertiger SLM oder auch ein die Phase schiebender SLM derart ausgelegt ist, dass die Rekonstruktionsqualität der 3D-Szene auch bei eingeführter schräger Beleuchtung erhalten bleibt. Dies ist beispielsweise möglich, wenn mehrere Phase schiebende Pixel und eine iterative Berechnung der optimalen Phasenwerte verwendet werden. Ist die Anzahl der implementierten Nachführungsschritte beispielsweise gering, so lassen sich die Phasenwerte vorab für die wenigen verschobenen Positionen des Betrachterfensters berechnen. Optional kann eine Strahlvereinigungsoptik auch steuerbare Phasenverzögerungsmittel aufweisen, mit denen sich Änderungen der Phasenverschiebung bei schrägem Strahldurchgang kompensieren lassen. Solche steuerbaren Phasenverzögerungsmittel können beispielsweise steuerbare doppelbrechende Flüssigkristallschichten aufweisen.
Im Allgemeinen ist es jedoch vorteilhafter, die Drehung des vom SLM abgestrahlten Wellenfeldes nach diesem vorzunehmen, d.h. dieses beispielsweise in unmittelbarer Nähe hinter einer Strahlvereinigungsoptik der Lichtmodulationseinrichtung 260 anzuordnen. Die Lichtmodulationseinrichtung 260 kann jedoch auch auf das steuerbare Lichtablenkmittel 610 abgebildet werden.
Der Strahlengang nach Fig. 30 kann eine kurze Baulänge aufweisen und ist so beispielsweise in einem HMD vorteilhaft anwendbar. In einem ortsfesten Gerät bietet es sich an, eine Betrachterfenster- Filterblenden-Ebene oder auch eine Abbildung des SLM auf das Lichtablenkmittel 610 vorzunehmen.
Da die Bewegung der Eintrittspupille des Betrachterauges 1000 relativ langsam erfolgt, kann für das Lichtablenkmittel 610 ein Ablenkelement verwendet werden, welches nur etwas schneller als es die Bewegung der Eintrittspupille des Betrachterauges 1000 arbeitet. Somit kann beispielsweise ein refraktives Lichtablenkmittel 610 eingesetzt werden, was wie ein Bildstabilisierungsprisma arbeitet.
Zur Nachführung des Betrachterfensters auf die Eintrittspupille des Betrachterauges 1000 kann zur Detektion der Position der Eintrittspupille beispielsweise ein Strahlteiler und eine Abbildungsoptik vorhanden sein, welche die Eintrittspupille beispielsweise auf einen CMOS-Kamera-Detektor abbildet, mit deren Hilfe über Bildverarbeitungsalgorithmen die Bewegung des Betrachterauges 1000 bzw. seiner Eintrittspupille ermittelt wird.
Für die Rekonstruktion einer holographisch kodierten räumlichen Szene mithilfe einer zeitsequentiellen Zusammensetzung eines vergrößerten virtuellen Bildes eines einem SLM wird, um eine ausreichende Helligkeit der rekonstruierten Szene zu erhalten, eine starke Lichtquelle benötigt, da sich deren Licht auf alle Bildsegmente verteilt. Es ist deshalb auf eine hohe Lichteffizienz aller beteiligten optischen Komponenten zu achten. Fig. 31 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel, wie mithilfe einer Mikrolinsenanordnung 290 der Füllfaktor eines SLM 200 erhöht und damit seine Energieeffizienz gesteigert werden kann. Gleichzeitig werden Kanteneffekte, die nicht schon durch eine Abschattungsmaske (black matrix) unterdrückt werden können, minimiert. Solche Kanteneffekte entstehen beispielsweise durch Streufelder am Rand des aktiven Gebietes der Modulatorzellen oder im Bereich zwischen diesen Gebieten. Durch die Streufelder werden die gewünschten Phasen und/oder Intensitätswerte verfälscht.
Der reflektive SLM 200 wird durch die flache Vorderseitenbeleuchtung 150 mit einer ebenen Wellenfront 140 beleuchtet. Die einzelnen Linsen der Mikrolinsenanordnung 290 konzentrieren das Licht auf die reflektiven Modulatorzellen des SLM 200, so dass die Zwischenräume zwischen diesen Modulatorzellen möglichst kein Licht erhalten und damit kein störendes Streulicht erzeugen können. Das von den einzelnen Modulatorzellen modulierte Licht wird von den Linsen der Mikrolinsenanordnung 290 aufgeweitet und tritt als modulierte Wellenfront 240 durch die flache Vorderseitenbeleuchtung 150 hindurch.
Die einzelnen Linsen der Mikrolinsenanordnung 290 sind jeweils einer Modulatorzelle des SLM 200 zugeordnet. Das Raster der Mikrolinsenanordnung 290 kann mit dem Raster der Modulatorzellen des SLM 200 übereinstimmen. Beide Bauteile sollten so gegeneinander justiert werden, dass die Foki der einzelnen Mikrolinsen jeweils im Zentrum der zugeordneten Mikrolinsen liegen. Durch diese Anordnung wird die Ausleuchtung der Kanten der SLM-Pixel minimiert, bzw. vollständig vermieden. Der Übergansbereich zwischen zwei benachbarten Pixeln ist bezüglich der Phase nicht genau definiert, d.h. er weist einen Übergansbereich benachbarter Phasenwerte auf. Diese, die
Rekonstruktion störenden Bereiche werden nicht ausgeleuchtet.
Zusätzlich kann beispielsweise eine Amplituden-Apodisationsfunktion mittels der Intensitätsverteilung in den Foki der Mikrolinsen implementiert werden. Zur Optimierung kann beispielsweise zudem zusätzlich dazu eine Amplitudenmaske verwendet werden, so dass beispielsweise effektiv eine kosinusförmige oder Grauß-förmige Amplitudenverteilung einzelner SLM-Pixel realisiert wird. Derartige Filterfunktionen, wie beispielsweise auch das Kaiser-Bessel-Fenster, reduzieren die in höheren Beugungsordnungen des SLM auftretenden Intensitäten.
Die Mikrolinsenanordnung 290 kann zusätzlich über eine Apodisationsmaske verfügen, um höhere Beugungsordnungen, die durch das Raster der Modulatorzellen entstehen, weitestgehend zu unterdrücken. Eine Apodisation kann auch dadurch erreicht werden, dass sich die Foki der Mikrolinsen nicht genau in der Ebene der Modulatorzellen befinden, sondern leicht gegen diese dejustiert sind. Mit einer leichten Defokusierung kann eine Anpassung der beschriebenen Wirkungen der zugeordneten Mikrolinse an die Größe der aktiven Fläche erfolgen. Dazu kann die Linsenform bezüglich ihrer optischen Übertragungsfunktion optimiert werden. Sie kann auch plan sein und ein Gradientenindexprofil aufweisen.
Bei Verwendung eines transmissiven Modulators kann sich eine Mikrolinsenanordnung auch im Lichtweg zwischen einer Rückseitenbeleuchtung und den Modulatorzellen befinden, um das unmodulierte Licht der Rückseitenbeleuchtung auf die aktive Fläche der Modulatorzellen zu konzentrieren. Eine Apodisationsmaske kann auch ohne die Verwendung von Mikrolinsen eingesetzt werden. Mikrolinsen können jedoch dazu verwendet werden, die effektive Transmission zu erhöhen.
Fig. 32 zeigt die Verwendung der Mikrolinsenanordnung 290 in Verbindung mit einer Strahlvereinigungsoptik, die aus einer strukturierten Verzögerungsplatte 320, einer Verzögerungsplatte 330 und einem Polarisator 310 besteht. Bei der Verwendung von Laserlicht liegt in der Brennebene der Mikrolinsen der Mikrolinsenanordnung 290 jeweils eine Strahltaille vor. In dieser Strahltaille ist die Phase plan. Mithilfe der Strahlvereinigungsoptik wird eine komplexwertige Modulation durch Vereinen des Lichtes zweier benachbarter Modulatorzellen erzeugt. Die strukturierte Verzögerungsplatte 320 (structured retarder) wird beispielweise auf dem Substrat der Mikrolinsenanordnung 290 angeordnet, um abwechselnden Modulatorspalten orthogonale Polarisationen aufzuprägen.
Die Vorderseitenbeleuchtung 150 beleuchtet das Mikrolinsenfeld dazu mit einer unmodulierten Wellenfront 140. In der Vorderseitenbeleuchtung 150, die auch dick ausgeführt werden kann, breitet sich das Licht einer hier nicht dargestellten Lichtquelle beispielsweise zickzackförmig, d.h. beispielsweise mit einem Winkel von 45 ° deg, aus. Es kann beispielsweise auch eine sehr schräge Beleuchtung eines Volumengitters, beispielsweise unter 84,26 ° deg als
Vorderseitenbeleuchtungseinheit verwendet werden, wobei beispielsweise ein Austrittswinkel nahe 0 ° deg realisiert wird. Ist das Volumengitter hinreichend dick, so kann beispielsweise eine leicht schräge Beleuchtung des SLM und die geringe Winkelakzeptanz benutzt werden, um bei der Beleuchtung des reflektiven SLM Hin- und Rückweg zu trennen. Die unmodulierte Wellenfront 140 verlässt nach einem ersten Durchgang durch die strukturierte Verzögerungsplatte 320, anschließender Modulation an den reflektiven Modulatorzellen und dessen zweiten Durchgang durch die strukturierte Verzögerungsplatte 320 die Vorderseitenbeleuchtung 150 als modulierte Wellenfront 240 mit orthogonal polarisierten Spalten. Diese orthogonal polarisierten Spalten werden in der unstrukturierten Verzögerungsplatte 320 jeweils zusammengeführt. Hinter der Verzögerungsplatte 320 ist der Polarisationsfilter 310 angeordnet, der die Projektionen der orthogonalen Polarisationen unter 45 ° deg passieren lässt. Hinter dem Polarisationsfilter 310 liegt die modulierte komplexwertige Wellenfront 350 vor, welche die holographisch kodierte 3D-Szene beinhaltet.
Generell kann die Zusammensetzung des Bildraumes auch ohne aktive Elemente erreicht werden. Beispielsweise können 5 LCOS SLM verwendet werden, um im virtuellen Bildraum vertikal übereinander gelegt zu werden. Diese können zeitlich nacheinander RGB-Inhalte darstellen. Es können auch drei Einheiten, die beispielsweise aus jeweils 5 LCOS bestehen, als RGB-LCOS- Einheiten betrieben werden. D.h. es können auch 15 LCOS verwendet werden, um einen großen Betrachterbereich farbig darzustellen. Der Ansatz des Multiplex kann auch auf Sub-Farben erweitert werden. So können beispielsweise zwei SLM mit unterschiedlichen blauen Wellenlängen beleuchtet werden, die sich beispielsweise nur um 5 nm unterscheiden.
Dies kann auch als eine Form der Ausdünnung der 3D-Objektszene verwendet werden, wenn die Betrachterbereiche der beteiligten SLM's, die zeitlich versetzt abgebildet werden, ineinander liegen. Ein SLM stellt dann jeweils nur einen Teil der Bildpunkte der 3D-Szene dar, wobei ein anderer SLM oder andere SLM's einen anderen Teil der Bildpunkte im gemeinsamen Betrachterbereich darstellen, um Speckle und Interferenzen zwischen benachbarten Pixeln zu verringern. Die Ausdünnung dient der Reduktion des kohärenten Übersprechens zwischen Nachbarpunkten.
Diese Form der Ausdünnung braucht jedoch nicht in jeder Ausführung einen Wellenlängenversatz. Beispielsweise können SLM's mit gleicher Wellenlänge beleuchtet werden, die von unterschiedlichen Lasern oder allgemein unterschiedlichen Lichtquellen stammen. Beispielsweise können Volumengitter verwendet werden, um über Winkelmultiplex oder Polarisations-Multiplex eine Zusammensetzung der Modulatorbilder zu erhalten oder hier im Falle einer Ausdünnung, einer Ineinandersetzung des Bildraumes. Für Polarisations-Multiplex gibt es zudem eine Reihe klassischer optischer Bauteile. Diese sind beispielsweise Polarisationsstrahlteilerwürfel, Polarisationsstrahlteilerplatten, Draht-Gitter- Polarisatoren (wire grid polarizer) und Volumengitter, welche definierte Beugungswinkel aufweisen.
Eine weitere Ausführung eines kompakten Setup eines HMD kann eine Kombination eines Vergrößerungssystems mit einer Feldlinse aufweisen, bei dem die Vergrößerung des räumlichen Lichtmodulators nur gering ist, so dass das Bild des räumlichen Lichtmodulators nahe am Betrachter virtuell dargestellt werden kann. Eine Nachführeinrichtung ist nicht erforderlich. Die virtuelle Abbildung des komplexwertigen SLM mit geringer Vergrößerung und in geringem Abstand zum Auge ist eine für 2D kodierte Subhologramme bevorzugte Ausführungsform.
Die Lichtablenk-Einrichtung kann in weiterer Ausführungsform ein Lichtablenkelement aufweisen, das z.B. eine fest vorgebbare Anzahl refraktiv wirkende Schichten enthält, mit denen eine vom räumlichen Lichtmodulator kommende modulierte Wellenfront mehrfach nebeneinander in Segmente zusammengesetzt wird. Die zusammengesetzte Abbildung trifft direkt oder über eine weitere Abbildung auf ein Shutterdisplay, dessen Öffnungen lichtdurchlässig steuerbar sind. Über die jeweiligen Segmente der Mehrfachabbildung für die darzustellenden Raumwinkelbereiche wird das Licht, welches vom SLM kommt und welches jeweils die für das aktuelle Segment korrekte Kodierung aufweist, mittels angesteuerter Shutter-Segmente in Richtung der Augenpupille in vorgebbarer Reihenfolge weitergeleitet.
Die Lichtablenk-Einrichtung ist mit einer Linse mit Feldlinsenfunktion zu einer Strahlvereinigungsoptik kombinierbar.
Das erfindungsgemäße holographische Display ist nicht nur in einem HMD, sondern in anderen Anzeigegeräten zur 3D Darstellung anwendbar. Die beschriebenen und dargestellten Ausführungsformen eines holographischen Displays sind im HMD jeweils für beide Augen des Betrachters in der Displayeinrichtung ausführbar.
Die Nachführeinrichtung kann insbesondere bei sehr großer Vergrößerung des virtuellen SLM, z.B. mit steuerbaren Flüssigkristall-Gittern, steuerbaren Prismenzellen auf der Basis von Elektrobenetzung (electrowetting, EW), steuerbaren Flüssigkristall-Prismenzellen, steuerbaren ausgedehnten Prismenzellen, oder auch in tieferer Bauweise, mit Scan-Spiegeln aufgebaut sein.
Die zusätzlichen Farbfilter zum Erzeugen der farbigen Rekonstruktion verringern bei einem räumlichen Lichtmodulator, der beispielsweise ein LCOS Modulator sein kann, zwar die Bildrate auf 1/3, erhöhen jedoch die Anzahl der auf dem SLM notwendigen Modulatorzellen um den Faktor 3. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen separaten SLM für jede Farbe RGB, d.h. einen R-SLM, einen G-SLM und einen B- SLM zu verwenden. Diese drei separaten SLM können z.B. mit einem refraktiven Farb- Vereinigungswürfel (X-Cube) zusammengefasst werden.
Werden z.B. Holographisch Optische Elemente (HOE) für den LCOS und RGB-LCOS Modulator eingesetzt, sollten sie für beide LCOS Varianten kombiniert verwendet werden, so dass ein HMD leicht und kompakt gebaut sein kann. Ebenso sind reflektive und katadioptrisch ausgestaltete Bauelemente in HMD's für eine kompakte Bauweise verwendbar.
Es ist auch möglich, zwei SLM, d.h. z. B. zwei LCOS-SLM oder zwei MEMS-Hubspiegel-SLM, für die zeitsequentielle Darstellung von mehr als zwei Farben zu verwenden. Die zeitliche Folge kann beispielsweise R_SLM1 , G_SLM2, B_SLM1 , R_SLM2, G_SLM1 , B_SLM2, R_SLM1 usw. sein. Dies kann einen Kompromiss zwischen vorhandener Bildwiederholrate und Bautiefe darstellen. Die zeitsequentielle Beleuchtung ist dabei so auszulegen, dass jeder SLM mit allen Farben beleuchtet werden kann.
Zum Segmentieren des SLM können in der Lichtablenk-Einrichtung eine aktive und ein oder zwei passive steuerbare Schichten eingesetzt werden.
Beispielsweise kann die vom SLM modulierte Wellenfront von einem Flüssigkristall-Gitter in die Feldlinsenebene eindimensional mit der Folge 1 , 2, 3, 4 und 5 abgelenkt werden, wobei beispielsweise der Index 3 zu keiner Ablenkung führt, d.h. kein Phasengitter in das Flüssigkristall-Gitter eingeschrieben ist. Ein mit vorgegebenem Abstand folgendes Volumengitter kann nun beispielsweise Wellenfronten, welche Einfallwinkel aufweisen, die den Indizes 1 bis 5 in der Feldlinsenebene entsprechen, in Richtung des Auges ablenken. Neben der reinen Umlenkung einer den SLM scannenden modulierten Wellenfront kann das Volumengitter dabei gleichzeitig die Funktion der Feldlinse realisieren. Dies ermöglicht ein Reduzieren der notwendigen Komponenten innerhalb des HMD. In diesem Beispiel weist die Lichtablenk-Einrichtung nur ein schaltbares Lichtablenk-Element auf. Neben einem steuerbaren Flüssigkristall-Gitter mit einstellbarer Gitterperiode kann die Funktion der steuerbaren, bzw. schaltbaren Lichtablenkung auch von PDLC-Gittern oder anderen schaltbaren Elementen erfüllt werden.
Der SLM kann auch mit einer Wellenfront beleuchtet werden, die bereits eine Feldlinsenfunktion enthält. Diese Wellenfelder können konkav oder konvex gekrümmt sein. Sie können den SLM so beleuchten, dass die 0. Beugungsordnung der die Wellenfront erzeugenden Elemente bzw. der an der Modulatorzellenstruktur des SLM gebeugten Lichtes nicht zur Bilderzeugung beiträgt, so dass Streu- bzw. Störlicht vermieden wird.
Streuelemente mit schalt- bzw. steuerbarer Streucharakteristik können aber vorgesehen sein, um eine Umschaltung von einer 3D zu einer 2D Darstellung ausführen zu können. Dazu sollte der SLM oder Segmente des SLM und/oder ein virtuelles Bild der Mehrfachabbildung des SLM mit der Streuebene in nahezu einer Ebene liegen. Bei einer statischen Darstellung des SLM mit einem Shutterdisplay in der Lichtablenk-Einrichtung kann z.B. der SLM fünfmal als Segment in der Feldlinsenebene dargestellt sein. Zu einem Zeitpunkt ist jeweils die gewünschte Shutteröffnung freigegeben, wobei der SLM mit der für dieses Segment zugehörigen Information für die holographische Rekonstruktion kodiert ist. Ein Shutterdisplay ist dabei ein Display, welches nur über eine einzelne ausgedehnte schaltbare Fläche oder eine geringe Zahl solcher Flächen verfügt. Es kann jedoch auch durch ein hoch aufgelöstes Display gebildet werden, bei dem durch Ansteuerung der Modulatorzellen in dem jeweils gewünschten Bereich eine Lichtdurchlässigkeit erzeugt wird.
Die vervielfachten SLM können das Frustum ganz oder teilweise ausfüllen, und das Frustum kann neben- oder ineinander übergehende Darstellungen dreidimensional oder als 2D/3D Darstellung aufweisen.
Das Prinzip der Mehrfachabbildung kann z.B. für eine Anwendung mit mindestens zwei SLM abgewandelt werden, indem z.B. jeder SLM nur 50% einer Objektpunktwolke in einer zu rekonstruierenden 3D Szene darstellen soll. Die Verwendung mehrerer schmalbandiger Wellenlängenbereiche für jeweils jede Grundfarbe, z. B. R1 G1 B1 und R2G2B2, oder zweier zueinander orthogonaler Polarisationsrichtungen bzw. einer Kombination beider Varianten ist hier einsetzbar. Die ausgedünnten Objektpunktwolken sind ineinander verschachtelt darstellbar. Für die Zusammenführung der Strahlenverläufe der eingesetzten SLM können z.B. weilenlängen-, polarisations- und/oder winkelabhängige optische Komponenten wie beispielsweise Volumenhologramme enthalten sein.
Es können auch mindestens zwei SLM so angeordnet werden, dass die Kodierungsrichtung bei einer eindimensionalen Kodierung zueinander einen Winkel aufweist, beispielsweise orthogonal zueinander ist. Dadurch kann die wahrgenommene Verbreiterung der Objektpunkte durch den Betrachter reduziert werden. Die Überlagerung kann inkohärent, teilkohärent oder kohärent, d. h. interferenzfähig, erfolgen.
Mit diesem Setup können gleichzeitig optisches Übersprechen (cross talk) zwischen Szenepunkten und Specklemuster der Rekonstruktion reduziert werden. Bei einer 1 D-Kodierung kann die für die Erzeugung des Betrachterfensters notwendige 1 D-Streuung passiv oder aktiv eingeführt werden. Aktive Streuer, wie beispielsweise Flüssigkristall-Gitter, d.h. beispielsweise Polarisationsgitter, die variable Gitterperioden und eine Superposition unterschiedlicher Gitterperioden erzeugen können, sind bevorzugt, da Speckle in der Richtung des Betrachterfensters auch bei der Verwendung von sehr kohärenten Lichtquellen ausreichend reduziert werden kann. Die Elektroden von Flüssigkristall-Polarisationsgittern, die Flüssigkristalle aufweisen, die in der Ebene des Gitters gedreht werden und damit gedrehten doppelbrechenden Segmenten entsprechen, können beispielsweise mit hinreichend schnell und statistisch schwankenden Spannungen beaufschlagt werden, so dass eine Streufunktion realisiert wird. Die Abstrahlcharakteristik der Streufunktion kann über die vorhandenen Raumfrequenzen des synthetischen Phasengitters angepasst, d.h. optimiert werden.
Aktive Streuer können auch in der Lichtquellenebene eingesetzt werden, um die räumliche Kohärenz anzupassen.
Es können auch schalt- bzw. steuerbare Flüssigkristall-Streuer verwendet werden, die beispielsweise hintereinander geschaltet werden können. Es können auch Flüssigkristall-Streuer eingesetzt werden,
die eine schnelle zeitliche Fluktuation der Phase in nur einer Flüssigkristall-Ebene realisieren.
Die Verwendung rotierender oder allgemein bewegter Mattscheiben in der Ebene der Lichtquelle bietet sich in ortsfesten Anzeigegeräten an.
Es ist jedoch auch möglich, sehr dünne 1 D- oder 2D-Streufolien mit elektrisch steuerbaren Aktuatoren, beispielsweise piezokeramische (PZT) Aktuatoren oder Magnetspulenantriebe, ausreichend schnell und ausreichend vibrationsarm zu bewegen, so dass ein Einsatz in HMD's ermöglicht wird.
Flache Backlight-, Frontlight- und Kantenbeleuchtungs-Einrichtungen können in das HMD implementiert sein.
Weiterhin sind in der Displayeinrichtung Steuermittel vorgesehen, mit der alle schalt- bzw. steuerbaren Elemente angesteuert werden und, falls erforderlich, miteinander synchronisiert werden.
Weiterhin können Komponenten als separate Module zusammengefasst werden, um das Gewicht eines HMD zu verringern. Beispielsweise kann eine Elektronik-, Lichtquellen- und/oder Batteriebox separat am Betrachter befestig bar sein.
Die beschriebenen Displayausführungen sind in weiteren, hier nicht genannten holographischen und/oder autostereoskopischen Anzeigeeinrichtungen anwendbar.
Abschließend sei ganz besonders darauf hingewiesen, dass die voranstehend erörterten Ausführungsbeispiele lediglich zur Beschreibung der beanspruchten Lehre dienen, diese jedoch nicht auf die Ausführungsbeispiele einschränken. Insbesondere könnten die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele - soweit möglich - miteinander kombiniert werden.