Diffusor-Spitze zur homogenen Strahlungsverteilung von niederenergetischer Röntgenstrahlung in einem Medium
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur möglichst gleichmäßigen Bestrahlung des Umfelds eines in einen Körper eingebrachten Applikators mit Röntgenstrahlung. Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur möglichst gleichmäßigen Bestrahlung des Umfelds eines in einen Körper eingebrachten Applikators mit Röntgenstrahlung.
Stand der Technik
In der Medizin ist die Bestrahlung von malignen Veränderungen im Körper eine etablierte Methode zur Behandlung von raumfordernden Prozessen. Die über die biologische Verträglichkeit des Zielvolumens hinausgehende Bestrahlung erfolgt durch Einbringen von gekapselten Radionukliden in das Zielvolumen oder mittels Strahlenquellen von außerhalb des Körpers.
Ein Vorteil des Einbringens gekapselter Radionuklide ist die homogene Strahlungsabgabe rund um die Kapsel, wodurch das außerhalb des Zielvolumens liegende gesunde Gewebe bei entsprechender Anordnung geschont werden kann. Nachteilig bei dem Einbringen von Radionukliden ist die erforderliche Abschirmung der Strahlung im Vorfeld des Einbringens und beim Transport, da die Radionuklide kontinuierlich strahlungsaktiv sind. Ebenfalls sind, jeweils abhängig von den lokalen Gesetzgebungsvorschriften, besondere Umgangsgenehmigungen erforderlich, Strahlenschutzvorkehrungen zu treffen und eine spezielle Abfallentsorgung sicherzustellen. Zusätzlich ist der Zerfall der Radionukli- de, der ja die wirksame Strahlung erzeugt, zeitabhängig und erschwert somit die Dosimetrie der applizierten Strahlungsmenge im Volumen. Die Dosimetrie stellt sicher, dass nur im vorab definierten Zielvolumen die Strahlung über dem biologisch tolerierten Wert liegt und das umgebende gesunde Gewebe nicht irreparabel geschädigt wird.
Strahlungsquellen außerhalb des Körpers, wie etwa Linearbeschleuniger oder Röntgenquellen haben den Vorteil, dass Strahlung nur in eingeschaltetem Zustand abgegeben wird, aber den großen Nachteil, gesundes, zwischen Strahlenquelle und Zielvolumen liegendes Gewebe zu schädigen, bis die Strahlung das Zielvolumen erreicht und dort bestimmungsgemäß schädigt. Hierdurch wird die Zahl der Bestrahlungen durch die Toleranz des bestrahlten, gesunden Gewebes begrenzt.
Ansätze zur Lenkung der Strahlung über rohrförmige Vorrichtungen, bzw. zur Erzeugung von Bremsstrahlung mit innerhalb des Körpers eingebrachten Vorrichtungen sind in US 5,153,900 und WO 2003/024527 beschrieben.
Ein Vorgehen zur Bestrahlung von Zielvolumen mittels teilweise in den Körper eingebrachten Vorrichtungen ist in WO 2004/1 12890 beschrieben.
Die Erzeugung von Bremsstrahlung ("Röntgenstrahlung") ist mit Wärmeentstehung verbunden, wobei die Wärmeabfuhr aus der Auftreffzone des Elektronenstrahls ein großes Problem für die Haltbarkeit der Vorrichtung und die Stabilität der Strahlung bezüglich Wellenlängenverteilung, Strahlengeometrie und Intensi-
tät darstellt. Insofern sind die Ansätze aus der US 5,153,900 und daraus abgeleiteten Schutzrechtsanmeldungen nachteilig, da die Wärmeabfuhr in keiner Ausführungsform gewährleistet ist und sich nachteilig auf die Dosimetrie auswirkt. Auch ist die Wärmeabfuhr an das Gewebe um das distale Ende der Vorrichtung, die nicht notwendigerweise mit ihrem thermischen Wirkungsvolumen im Zielvolumen liegen muss, nicht immer tolerabel - etwa bei sensiblen Strukturen (Nerven, Blut- oder Lymphgefäße, o.a.).
Analog zu der diffusen optischen Verteilung von Licht rund um einen Streulich- tapplikator (vgl. DE 41 37 983.7) soll die erfindungsgemäße Lösung niederener- getische Röntgenstrahlung in einem Zielvolumen möglichst homogen verteilen.
In den vergangenen Jahren wurden einige Versuche der Entwicklung einer niedrig-energetischen Röntgenquelle in Miniaturausführung unternommen (Dinsmore M et al., Med. Phys. 1996 Jan, 23 (1 ): 45-52). Das aktuell verwendete Prinzip beruht auf der sekundären Erzeugung der Röntgenstrahlung. Dabei wird eine konventionelle Röntgenröhre zur Erzeugung der Röntgenstrahlung benutzt. Die energiereichen, in einem Kollimator gebündelt Photonen treffen in einer Hohlnadel auf ein Molybdäntarget, wechselwirken dort und wirken als quasipunktförmige material-charakteristische Röntgenstrahlquellen (Gutman G et al., Phys. Med. Biol., 49(2004): 4677-4688).
Bei der Verwendung des neuartigen Systems der Needle like Anode X-Ray Tube als Photonen-basiertes radiochirurgisches System konnte bei einer Spannung von 40 kV, einem Anodenstrom von 200 μA und einer Expositionszeit von 300 sec eine Dosis von 5 Gy erzeugt werden. Die Effekte der ionisierenden Röntgenstrahlen mit dem Tumorgewebe sind Folge der direkten Wechselwirkung mit der Materie. Für eine therapeutische Wirkung von ionisierender Strahlung in Lebergewebe benötigt man nach heutigem Stand der Technik eine Dosis von > 10 Gy im Zielvolumen.
In WO 2005/120201 ist eine Möglichkeit zur Umlenkung der Strahlung am distalen Ende einer röhrenförmigen Vorrichtung beschriebenen, die im wesentlichen eine Strahlenkeule erzeugt, die nicht fluchtend zur röhrenförmigen Vorrichtung
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ausgerichtet sein muss, sich aber immer auf einen kleinen Raumwinkel beschränkt. Damit besteht die Unsicherheit in der Bestrahlung darin, dass vorrichtungsnah in diskrete Richtungen senkrecht zum auf die Vorrichtung gerichteten Strahl eine hohe Intensität, aber vorrichtungsfern und an den Rändern der Strah- lenkeule eine auslaufende Schädigungszone besteht, die eine hohe Abhängigkeit von der von extern applizierten Strahlungsmenge und -energie hat. Die sichere Erfassung eines Zielvolumens kann daher nur durch mehrfache Anwendungen von unterschiedlichen Seiten des Zielvolumens erfolgen.
Erfindungsgemäße Lösung
Um das Problem einer vollständigen Durchdringung eines Zielvolumens mit einer vorbestimmten Strahlungsdosis zu lösen ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung vorzugsweise in Form eines Streukörpers oder Diffusors vorgesehen, die eine Röntgenstrahlung streuende Substanz oder ein Substanzgemisch in Form kleiner röntgenstrahlungsablenkender Partikel (Streupartikel) in einer röntgenstrahlungs- durchlässigen oder definiert röntgenstrahlungsschwächenden Matrix aufweist oder enthält, wobei die Substanz oder das Substanzgemisch vorzugsweise gleichmäßig verteilt ist, so dass eine rotationssymmetrische Strahlungsverteilung um die Achse von auf diesen Streukörper (Diffusor) gerichteter Röntgenstrahlung erfolgt.
Durch den Einsatz von geeigneten Streukörpern bzw. Streukörpern in Kombination mit geeigneten Fluoreszenztargets, die eine Umsetzung der primären auf das Fluoreszenztarget gerichteten Röntgenstrahlung in ein niederenergetisches Röntgenfluoreszenzspektrum bewirkt, kann eine weitgehend isotrope Verteilung der Dosis im Zielvolumen erreicht werden.
Eine Fortführung des Erfindungsgedankens ist der Einsatz röntgenfluoreszierender Partikel anstelle oder gemischt mit den o.g. Streupartikeln. Für die Röntgenfluoreszenz geeignete Elemente höherer Ordnungszahlen, z.B. Zink, Europium etc., konstituieren diese Partikel vollständig oder stellen eine äußere Schicht, bzw. Teil einer äußeren Schicht dieser röntgenfluoreszierenden Partikel dar.
Auch der Einsatz von im Streukörper stark absorbierter Röntgenstrahlung wird durch die vom Streukörper selbst ungeschwächte Einleitung in den Körper über beispielsweise eine röhrenförmige Vorrichtung und die anschließende Streuung im Streukörper weit von der Oberfläche entfernt möglich, ohne dabei Rücksicht auf sonstige Randbedingungen wie Wärmeentwicklung oder Durchstrahlung außerhalb des Zielvolumens liegender Körperelemente nehmen zu müssen. Durch eine Variation der Parameter der Röntgenquelle, bei einer Röntgenröhre beispielsweise Beschleunigungsspannung, Röhrenstrom, Anodenmaterial, Filter und Kollimatoren ist eine Anpassung der Strahlung an die Größe des Zielvolu- mens möglich. Da der Streukörper somit selbst eine Strahlenquelle bildet, die unmittelbar an das Zielvolumen gebracht werden kann und nicht von dieser entfernt ist, erfolgt keine Schädigung umliegenden Gewebes. Eine genaue Dosisverteilung ist exakt vorhersagbar und weist bei Einsatz von niederenergetischer Röntgenstrahlung am menschlichen und tierischen Körper einen im Ver- gleich zu anderen, etablierten Bestrahlungsarten steilen Dosisrandabfall auf. Somit lässt sich die Methode ohne Wirkungseinschränkung auch in die Nähe von strahlensensiblen Strukturen verwenden. Die Applikation ist dadurch gegenüber anderen radiochirurgischen Verfahren vereinfacht und die Dosisplanung und die Therapiekontrolle können mit den gängigen bildgebenden Verfahren nach dem Stand der Technik (Ultraschall, Kernspintomografie, Computertomografie, etc.) erfolgen.
Die Anwendung ist nicht explizit auf die radiochirurgische Anwendung begrenzt, sondern offen z. B. auch für Beleuchtungszwecke (z.B. Röntgenfilmbelichtung, Röntgenstrahlung über Fluoreszenz in optische Strahlung) oder andere er- wünschte Wechselwirkungsmechanismen ionisierender Strahlung, auch außerhalb der Anwendung am menschlichen oder tierischen Körper.
Für eine denkbare Anwendung am menschlichen oder tierischen Körper kann die Röntgenstrahlung von externen Quellen mittels eines perkutan platzierten Rönt- genlichtleiters nahezu verlustfrei in den Körper geleitet werden. Röntgenlichtleiter sind Kapillarstrukturen in denen die Röntgenstrahlung durch mehrfache Totalreflexion weitergeleitet wird. Dieser Prozess ist den normalen Lichtleitern ver-
gleichbar. Allerdings erfolgt die Weiterleitung an Luft, um die Absorption zu reduzieren. Weiterhin sind die kritischen Winkel für die Totalreflexion von Röntgenstrahlung extrem klein, so dass nur geringe Krümmungen der Röntgenlichtleiter möglich sind. Röntgenlichtleiter werden aus Glas hergestellt, die Innendurch- messer der Kapillaren sind im μm-Bereich. Sie können in Bündeln zusammenge- fasst werden. Durch eine Formung der Bündel im Eingangsbereich ist es möglich einen großen Raumwinkel der von der Röhre emittierten Strahlung zu erfassen und daraus ein paralleles Röntgenstrahlbündel zu formen.
Die Röntgenlichtleiter können in Metallkanülen eingebettet sein und haben damit eine ausreichende Stabilität für die perkutane Applikation an menschlichen und tierischen Körpern. Bei Verwendung von Edelstahlkanülen ist eine Sterilisation der Kanülen mit bekannten Methoden möglich, was eine Mehrfachnutzung der Röntgenlichtleiter ermöglichen würde. Die Kapillaren können durch strahlendurchlässige Fenster abgeschlossen werden, die ein Eindringen von Körperflüs- sigkeiten in die Kapillaren verhindern. Auf den Kanülen aufgesetzte erfindungsgemäße Diffusoren (diffusor tips I Streukörper) können für die isotrope Verteilung der Strahlung genutzt werden.
Zur weitergehenden Formung der an den Partikeln gestreuten Röntgenstrahlung kann die Geometrie des oben beschriebenen Streukörpers so angepasst sein, dass über die Länge eine gleichmäßige Strahlungsabgabe erfolgt. Ebenso kann zur Strahlformung die Konzentration der Partikel im Streukörper entlang der Achse der auf den Streukörper eingestrahlten Röntgenstrahlung variieren. Auch eine Variation der Partikelart entlang der Achse der auf den Streukörper eingestrahlten Röntgenstrahlung kann zur Strahlformung vorgesehen sein.
Weitergehend kann durch die Gesamtlänge des Diffusors, die Wahl der Materialien oder Materialienmixe für Partikel, für Matrix und für einen um den Diffusor denkbaren Begrenzungskörper, die Partikelkonzentration und die Matrixeigenschaften bestimmt werden, wie viel Röntgenstrahlung den Diffusor seitlich und in Richtung der auf diesen Diffusor gerichteten Röntgenstrahlung verlässt und damit die Strahlungsverteilung um den Diffusor vorbestimmt werden.
In einer weiteren Ausführungsform weist der Streukörper eine sich bezüglich der im Betrieb auf den Diffusor gerichteten Röntgenstrahlenbündel nach distal verjüngende Kegelbohrung auf, wodurch auf den Kegel auftreffende Röntgenstrahlen durch Totalreflexion seitlich aus der Strahlachse ausgelenkt werden.
In Weiterführung des Erfindungsgedankens kann diese ausgelenkte Strahlung auch zusätzlich durch einen außerhalb der Kegelbohrung gelegenen Diffusor gestreut werden.
In Weiterführung des Erfindungsgedankens kann der Kegel mit einer Folie aus Material mit für die Strahlung hohem Brechungsindex ausgekleidet werden, um die Steilheit der Kegelbohrung zu vermindern.
In Weiterführung des Erfindungsgedankens kann auch eine Struktur oder ein Material durch Ablagerungsprozesse (Kristallgitter, einfache oder mehrfache Beschichtung, o.a.) zur Beugung von Röntgenstrahlung auf die Oberfläche der Kegelbohrung aufgebracht werden.
In einer weiteren Ausführungsform werden dem Zielvolumen Substanzen oder Substanzgemische auf geeignete Art zugeführt, die eine über eine röhrenförmige Vorrichtung in den Körper eingebrachte niederenergetische Strahlung streuen oder durch Röntgenfluoreszenz in niederenergetische Strahlung umsetzen. Niederenergetische Strahlung streuende Substanzen oder Partikel erzielen eine Intensitätsüberhöhung an der zur Strahlenquelle ausgerichteten Grenzfläche zwischen mit solchen Substanzen nicht-angereicherten und angereicherten Bereichen durch Remission, was für die Erzielung einer vorbestimmten Strahlungsdosis im Zielvolumen ausgenutzt werden kann. Die Tatsache, dass Röntgenfluoreszenz immer ein niederenergetisches Spektrum als die Anregungs- Strahlung erzeugt, gekoppelt mit der Tatsache, dass niederenergetische Strahlung von menschlichem und tierischem Gewebe besser als hochenergetische Strahlung absorbiert wird, ermöglicht also die Beeinflussung der Dosisverteilung im Zielvolumen durch die Kopplung von Strahlung mit dem Vorhandensein von Substanzen, die in den Körper eingebrachte niederenergetische Strahlung streu- en oder durch Röntgenfluoreszenz in niederenergetische Strahlung umsetzen.
Beschreibung der Zeichnungen
Einige ausgewählte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in Zeichnungen festgehalten. Diese zeigen teilweise weitere optionale und je nach Anwendung vorteilhafte Merkmale. Von den Figuren zeigen:
Fig. 1 : eine erste, beispielhafte Ausführungsvariante der Erfindung;
Fig. 2: eine zweite, beispielhafte Ausführungsvariante der Erfindung;
Fig. 3: eine dritte, beispielhafte Ausführungsvariante der Erfindung;
Fig. 4: eine vierte, beispielhafte Ausführungsvariante der Erfindung; und
Fig. 5: eine fünfte, beispielhafte Ausführungsvariante der Erfindung;
Fig. 1 zeigt einen aus einer externen Quelle stammenden Röntgenstrahl (1 ), der niederenergetisch ist und über geeignete Vorrichtungen in den Körper geleitet wird und über einen Streukörper (2) in verschiedenen Richtungen gestreut wird. Die gestreuten Röntgenstrahlen (3) - hier sind nur exemplarisch einige eingezeichnet - werden über Mehrfachstreuung oder Umsetzung durch Fluoreszenz oder beide Mechanismen im Zielvolumen isotrop verteilt.
Fig. 2 zeigt eine ähnliche Konfiguration wie Fig. 1 , wobei der Streukörper (4) geometrisch anders geformt ist - hier als Beispiel als Kegelstumpf - und dadurch den Röntgenstrahlen (1 ) nach einer materialabhängigen mittleren freien Weglänge zwischen zwei Streuereignissen mehr Streukörper bietet. Dadurch wird die Strahlungsverteilung der gestreuten oder durch Fluoreszenz umgesetzten Röntgenstrahlen (3) beeinflusst und liefert Möglichkeiten zur Anpassung der Isodosenlinien an das Zielvolumen.
Fig. 3 zeigt ähnlich wie Fig. 2 eine geometrische Veränderung des Streukörpers
(5), wobei jedoch die Röntgenstrahlung (1 ) auf eine Kegelbohrung gerichtet ist und hierdurch an der Oberfläche Totalreflexion auftritt, die eine Strahlablenkung bewirkt. Zusätzlich ist die Strahlung durch einen Streukörper (5) geleitet, welcher
die Strahlung streut oder durch Fluoreszenz in niederenergetischere Strahlung umsetzt, die dann als Streustrahlung (3) in das Zielvolumen austritt.
Fig. 4 zeigt einen aus unterschiedlichen Zusammensetzungen aufgebauten Streukörper, der für die Zeichnung aus Blöcken unterschiedlicher Zusammenset- zung (6, 7, 8) zusammengesetzt ist. Ein gradueller Übergang zwischen den Materialienzusammensetzungen ist ebenfalls erfindungsgemäß. In dem Ausführungsbeispiel auf der Fig. 4 ist ein Streukörper (6) mit einer Substanzmischung mit hohem Anteil an Röntgenfluoreszenz erzeugendem Material, gefolgt von einem Streukörper (7) mit einer niedrigen Streuerkonzentration und abgeschlos- sen von einem Streukörper (8) mit einer hohen Streukörperkonzentration dargestellt. Die Strahlung wird verschieden beeinflusst und an das umgebende Zielvolumen als Streustrahlung (3) abgegeben. Auch hier ist die Form der Isodosenlinien durch die Gestaltung und Wahl der Materialienzusammensetzung vorherbestimmbar.
Fig. 5 zeigt eine andere Anwendungsform der streuenden oder röntgenfluoreszierenden Substanzen. Hier ist eine verlustarme Einleitung von Röntgenstrahlung in den Körper durch einen Röntgenstrahlungsleiter (9), der vor dem Zielvolumen (12), welches unmittelbar an einem Blutgefäß (1 1 ) gelegen ist, positioniert ist. Die Strahlung, die entweder niederenergetisch ist und dann durch ein Austrittsfenster (10) ohne wesentliche Beeinflussung hindurchtritt, oder wahlweise höherenergetisch und über ein Fluoreszenztarget in niederenergetische Röntgenstrahlung (1 ) umgewandelt wird, ist auf das Zielvolumen gerichtet. Durch eine in dem Blutgefäß befindliche Substanz, die röntgenstreuend wirkt, werden die nicht im Zielvolumen absorbierten Strahlungsanteile (3) gestreut und auf das Zielvolumen zu- rückgelenkt, oder aber röntgenfluoreszierend wirkt und die Strahlung in noch therapeutisch-biologisch wirksame Röntgenstrahlung umsetzt. Dieser Enhancement-Effekt bewirkt, dass die Dosis im Zielgebiet erhöht wird und die Gefahr der Schädigung des Blutgefäßes sinkt. In ähnlicher Anordnung kann erfindungsgemäß auch über einen minimal-invasiven Zugang, z.B. eine lange Kanüle, ein Depot einer solchen Substanz aus Sicht des Röntgenstrahlungsleiters hinter einem Zielvolumen angelegt werden. Ebenfalls erfindungsgemäß ist die Aufsätti-
gung des Zielvolumens mit der genannten Substanz, um über eine Intensitätsüberhöhung durch diese Aufsättigung mit streuendem Material den Enhancement-Effekt zu erreichen.
Liste der Bezugszeichen
1 Röntgenstrahl aus externer Quelle
2 Streukörper / Diffusor
3 gestreute Röntgenstrahlung bzw. Röntgenfluoreszenz
4 geometrisch angepasster Streukörper (Ausführungsbeispiel)
5 mit konischer Bohrung versehener Streukörper (Ausführungsbeispiel)
6 Streukörper mit Zusammensetzung X
7 Streukörper mit Zusammensetzung Y
8 Streukörper mit Zusammensetzung Z
9 Röntgenstrahlungsleiter
10 Austrittsfenster (wahlweise auch Fluoreszenztarget)
1 1 Blutgefäß mit "Radiosensitizer"
12 Zielvolumen (Tumor)