Beschichtungen für den Einsatz im Bereich der Energieerzeugung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Beschichtungsverfah- ren . Insbesondere betrifft sie ein Verfahren zur Beschichtung der mit fluiden Medien in Kontakt tretenden Oberflächen von Strömungsmaschinen .
In bzw. auf vielen Strömungsmaschinen, darunter beispielsweise Komponenten von Kraftwerksanlagen, bilden sich im Laufe ihrer Betriebsdauer Verschmutzungen und Ablagerungen, die ihren Betrieb beeinträchtigen. Ebenfalls ergibt sich als Folge der Reinigung dieser Komponenten z. B. mit Wasser eine erhöhte Korrosion. In der Umgebung der Komponenten vorkommendes Öl, Staub oder Ruß können die Ursache solcher Probleme sein. Beispiele für solche Komponenten von Kraftwerksanlagen sind der Kompressor von Gasturbinen und luftgekühlte Generatoren, die als Folge von Verunreinigungen in der Luft, die vom Kompressor oder der Generatorkühlung angesogen werden, verschmutzen. Im Falle von Turbinen müssen üblicherweise der Verdichterstator, der Verdichterrotor und dabei insbesondere die Verdichterschaufeln in regelmäßigen Zeitabständen gerei- nigt werden, um einen ordnungsgemäßen Betrieb der Turbine zu gewährleisten. Die Verdichterschaufeln werden während des Betriebes der Turbine gereinigt, indem feinverteiltes Wasser in den Verdichtereinlauf gespritzt wird ("online washing") . Je nach Staub- und/oder Ölbelastung der angesogenen Luft muss der Reinigungsvorgang mehrmals in der Woche wiederholt werden. Allerdings stellt hierbei das Wasser auch eine mögliche Quelle für die Korrosion insbesondere des Verdichterrotors dar. In diesem Zusammenhang wäre eine Erhöhung der Wartungsintervalle, der Lebensdauer und der Verfügbarkeit der Kompo- nenten vorteilhaft. Zusätzlich zum "online washing" müssen
Verdichterschaufeln während der Inspektion der Anlage manuell nachgereinigt werden. Der Reinigungsvorgang und der damit
verbundene Stillstand der Anlage sind zeitaufwändig und daher teuer.
Bislang ist es bekannt, solche Verdichterschaufeln zum Schutz vor Korrosion mittels einer Aluminium enthaltenden Grundlage und einer Chromat/Phosphat-Decklage zu beschichten. Diese Art der Beschichtung ist jedoch nachteilig, da sie leicht verschmutzt und wie oben geschildert oftmals gereinigt werden muss. Weiterhin müssen beim Chromatieren toxische Cr(VI)- Verbindungen eingesetzt werden.
Es besteht daher der Bedarf an verbesserten Oberflächenbe- schichtungen für mit fluiden Medien in Kontakt tretenden Oberflächen von Strömungsmaschinen.
Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, wenigstens einen der beschriebenen Nachteile im Stand der Technik zu überwinden. Insbesondere hat sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zur Beschichtung der mit fluiden Medien in Kontakt tretenden Oberflächen von Strömungsmaschinen zur Verfügung zu stellen, so dass die erhaltenen Oberflächen gegen Korrosion geschützt sind, leicht zu reinigen sind und keine toxischen chromhaltigen Verbindungen beinhalten.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Beschichtung der mit fluiden Medien in Kontakt tretenden Oberflächen von Strömungsmaschinen, wobei man die äußere Oberfläche von mit fluiden Medien in Kontakt tretenden Teilen von Strömungsmaschinen mit einer Beschichtung, umfassend ein anorganisch-organisches Hybridpolymer, kontaktiert, wobei man die Beschichtung erzeugt, indem man Monomere gemäß nachstehender Formel (I) zur Reaktion bringt und zur Ausbildung der Beschichtung anschließend härtet:
(X)n (Y) m M (OR) b-a (D
wobei gilt:
M ist Al, Si, Ti und/oder Zr;
R ist H oder eine verzweigte oder eine unverzweigte Al- kylgruppe mit 1 bis 9 C-Atomen;
X und Y sind unabhängig voneinander eine organische Gruppe umfassend eine nicht reaktive Aryl-, Alkyl-, Fluoroalkyl-, Fluoroaryl-, Perfluoroalkyl- und/oder Perfluoroarylgruppe oder eine reaktive Epoxy-, Acrylat-, Vinyl-, Allyl-, Isocya- nat-, Amin- und/oder Hydroxylgruppe; n ist 0, 1, 2, 3 oder 4; m ist 0, 1, 2, 3 oder 4; (n+m) =a; a ist 1, 2, 3 oder 4; b ist 3 oder 4.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung sind die fluiden Medien, die mit den Oberflächen der Strömungsmaschinen in Kontakt treten, ausgewählt aus der Gruppe umfassend Gase, Flüssigkeiten und/oder Aerosole, bevorzugt Luft und/oder Wasser. Die Medien können bei Raumtemperatur, unterhalb der Raumtempera- tur oder oberhalb der Raumtemperatur vorliegen. Beispielsweise kann Luft bei Raumtemperatur vorliegen und ein Aerosol wie ein Brennstoff/Luft-Gemisch bei einer erhöhten Temperatur vorliegen .
Als Strömungsmaschinen im erfindungsgemäßen Sinne bezeichnet man Fluidenergiemaschinen, die kontinuierlich arbeiten, also einen statischen Druckunterschied zwischen Ein- und Auslauf aufbauen. Sie können ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend Propeller, Repeller, Kreiselpumpen, Ventilatoren, Wassertur- binen, Verdichter, Dampfturbinen und/oder Gasturbinen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bezeichnen Propeller und Repeller gehäuselose Strömungsmaschinen, die mechanische Arbeit aufnehmen und diese in Form von Strömungsenergie an das sie umgebende Medium abgeben (Propeller) oder umgekehrt dem antreibenden Fluid Energie entnehmen und diese in Form von mechanischer Rotation und Drehmoment verfügbar machen (Repeller) . Kreiselpumpen im Rahmen der vorliegenden Erfindung bezeichnen Pumpen, bei denen ein fluides Medium durch mechani-
sehe Arbeit bewegt wird, wobei die mechanische Arbeit durch die Fliehkraft und Umlenkung des Mediums in Schaufelrädern übertragen wird. Ventilatoren hingegen bezeichnen Geräte, welche dazu verwendet werden, die umgebende Luft in Bewegung zu versetzen, ohne jedoch dabei zum Antrieb eines Gegenstandes zu dienen. Wasserturbinen bezeichnen Turbinen, die die Wasserkraft nutzbar machen. Dabei wird potentielle und/oder kinetische Energie in mechanische Arbeit oder mittels eines auf der Turbinenachse befindlichen Generators direkt in elektrischen Strom umgewandelt. Als Verdichter, auch Kompressoren genannt, werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung Fluidenergiemaschinen bezeichnet, die zum Komprimieren von Gasen Verwendung finden. Dampfturbinen beziehungsweise Gasturbinen sind als Turbinenbauarten zu verstehen, welche eine rotierende Welle umfassen, die mit Turbinenschaufeln bestückt ist. Die Turbinenschaufeln werden von Wasserdampf beziehungsweise heißen Gasen wie Verbrennungsgasen umströmt.
Bei anorganisch-organischen Hybridpolymeren handelt es sich um Materialien, welche ein anorganisches Netzwerk mit organischen Komponenten und gegebenenfalls ein zusätzliches organisches Netzwerk aufweisen. Anorganisch-organische Hybridpolymere leiten sich aus organisch modifizierten Metallalkoxiden ab. Diese Metallalkoxide werden im Rahmen dieser Erfindung als Monomere bezeichnet.
Das anorganische Netzwerk wird in einem zweistufigen Sol-Gel- Prozess gebildet. Zunächst werden die Metallalkoxide teilweise oder vollständig unter Abspaltung der entsprechenden Alko- hole hydrolysiert . In einem zweiten Schritt kondensieren die Metallhydroxide unter Wasserabspaltung zu dem sauerstoff- verbrückten anorganischen Netzwerk.
Beispiele für verzweigte oder unverzweigte Alkylgruppen mit 1 bis 9 C-Atomen sind ausgewählt aus der Gruppe umfassend Methyl, Ethyl, Propyl, iso-Propyl, Ω-Butyl, iso-Butyl und/oder sec-Butyl . Bevorzugt sind solche Alkylgruppen wie Methyl oder
Ethyl, die nach der Hydrolyse der Metallalkoxide Alkohole mit niedrigem Siedepunkt ergeben.
Die wie eingangs beschriebenen organischen Gruppen X und Y beeinflussen die Eigenschaften der Beschichtung erheblich. Hydrophobe organische Gruppen können zum Beispiel die Oberflächenenergie der Beschichtung herabsetzen. Fluorierte Gruppen sind besonders wirksam in Hinblick auf die Verringerung der Oberflächenenergie. Die Beschichtung wird auf diese Weise hydrophob und/oder oleophob, also Wasser abstoßend oder Öl abstoßend. Als Folge der niedrigen Oberflächenenergie zeigt die Oberflächenbeschichtung so genannte "easy-to-clean"- Eigenschaften : Wasser und organische Flüssigkeiten perlen leicht ab und die niedrigen Adhäsionskräfte erleichtern und beschleunigen die mechanische Entfernung von Staub oder
Dreckpartikeln von der Oberfläche. Solche Hydrophobie oder Oleophobie lässt sich durch den Kontaktwinkel der betreffenden Flüssigkeit ausdrücken. Als Kontaktwinkel wird der Winkel bezeichnet, den der Flüssigkeitstropfen auf der Oberfläche eines Feststoffes zu dieser Oberfläche bildet. Je größer der Kontaktwinkel ist, desto geringer ist die Wechselwirkung der Flüssigkeit mit der Oberfläche.
Beispielsweise können die Kontaktwinkel der nach dem erfin- dungsgemäßen Verfahren beschichteten Oberflächen gegen Wasser in einem Bereich von >80° bis <130°, bevorzugt >90° bis ≤130°, noch mehr bevorzugt >98° bis <130° liegen. Weiterhin können beispielsweise die Kontaktwinkel der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beschichteten Oberflächen gegen CH2I2 in einem Bereich von >45° bis <90°, bevorzugt >50° bis <90°, noch mehr bevorzugt >60° bis ≤90° liegen. Zum Vergleich sei angeführt, dass bei einer unbehandelten Edelstahloberfläche der Kontaktwinkel gegen Wasser ca. 63° und gegen CH2I2 ca. 38° beträgt.
Es lassen sich erfindungsgemäß reaktive und nicht reaktive organische Gruppen X und Y einsetzen. Nicht reaktive Aryl-, Alkyl-, Fluoroalkyl-, Fluoroaryl-, Perfluoroalkyl- und/oder
Perfluoroarylgruppen sind ausgewählt aus der Gruppe umfassend Phenyl, Naphthyl, Methyl, Ethyl, Propyl, iso-Propyl, Ω-Butyl, iso-Butyl und/oder sec-Butyl, Difluoromethyl, Trifluoro- methyl, Pentafluoroethyl, CeFi3, Tridecafluoro-1, 1, 2, 2- tetrahydrooctyl, Fluorophenyl und/oder Pentafluorophenyl .
Reaktive organische Gruppen können Epoxy-, Acrylat-, Vinyl-, Allyl-, Isocyanat-, Amin- und/oder Hydroxylgruppen sein. Diese Gruppen können nach dem sie tragenden organischen Rest auch hydrophobe Eigenschaften aufweisen. Weiterhin können sie zur Reaktion mit anderen reaktiven Gruppen in der Lage sein und zu einer Quervernetzung des Hybridpolymers beitragen. Solch ein organisches Netzwerk führt beispielsweise zu einer verbesserten Elastizität des Hybridpolymers.
Das Härten der Beschichtung kann thermisch oder photochemisch erfolgen. Es dient einerseits dem Zweck, die Kondensation der Metallhydroxide zu einem anorganischen Netzwerk zu vervollständigen. Andererseits können dadurch auch die oben erwähn- ten reaktiven organischen Gruppen untereinander vernetzt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die Beschichtung zusätzlich anorganische Mikropar- tikel und/oder Nanopartikel ausgewählt aus der Gruppe umfassend Magnesium, Zink, Eisen, Nickel, Palladium, Platin, Co- balt, Rhodium, Iridium, Titandioxid, Zirkondioxid, Ceroxid, Vanadiumpentoxid, Aluminiumoxid, Siliziumcarbid und/oder Siliziumdioxid auf. Mikropartikel im Sinne dieser Erfindung be- zeichnet Teilchen, die in mindestens einer Dimension Abmessungen von ≤IOO μm aufweisen; Nanopartikel im Sinne dieser Erfindung bezeichnet Teilchen, die in mindestens einer Dimension Abmessungen von ≤IOO nm aufweisen.
Typische Funktionen, die von solchen Partikeln bereitgestellt werden, sind zusätzliche Hydrophobie, Kratzfestigkeit, kata- lytische Wirkung (thermisch oder durch UV-Licht) und/oder Korrosionsinhibition. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die
Partikel bei den Betriebstemperaturen des beschichteten Bauelements als Oxidationskatalysator wirken, um anhaftenden Schmutz zu vernichten. Zur besseren Dispergierbarkeit oder zum Einstellen weiterer Eigenschaften können die Partikel zu- sätzlich mit Substanzen ausgewählt aus der Gruppe umfassend Siliciumdioxid, Siliconöle, Silane, Aluminiumhydroxid, Stearinsäure und/oder Aluminiumoxid oberflächenbeschichtet sein. Die Partikel können auch dem SoI der aufzutragenden Beschich- tung in Form von kolloidalen Lösungen zugesetzt werden. Hier- durch ist eine gute Verteilung der Partikel auf einfachem Wege möglich.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße Verfahren die folgenden Schritte:
a) Hydrolyse der Monomere gemäß Formel (I)
b) Auftragen des erhaltenen Reaktionsgemisches auf eine Oberfläche mittels Sprühen, Tauchen, Rollen und/oder Wischen;
c) Härten des aufgetragenen Reaktionsgemisches mittels thermischer Härtung, Härtung mit UV-Licht und/oder Härtung mit sichtbarem Licht.
Die Hydrolyse der Monomere gemäß Formel (I), also der Metallalkoxide, setzt den Sol-Gel-Prozess in Gang. Man kann die Hydrolyse in reinem Wasser oder in Gegenwart weiterer Lösungsmittel wie Alkoholen durchführen. Vorteilhaft an der Verwendung eines Lösungsmittelgemisches ist, dass sich Mono- mere mit einer geringeren Löslichkeit in Wasser auch verarbeiten lassen. Weiterhin kann die Hydrolyse in einem mehrphasigen System aus Wasser und einem nicht mit Wasser mischbaren Lösungsmittel durchgeführt werden. Dieses ist zweckmäßig, wenn das Monomer sehr schlecht in Wasser löslich ist. Weiter- hin kann die Hydrolyse in Gegenwart einer Säure wie Salzsäure durchgeführt werden. Hierbei erhöht sich die Reaktionsgeschwindigkeit der Hydrolyse. Die Temperatur der Reaktion kann unterhalb der Raumtemperatur, bei Raumtemperatur oder ober-
halb der Raumtemperatur liegen. Es ist vorteilhaft, die Hydrolyse bei Raumtemperatur durchzuführen, da keine weitere E- nergie zum Kühlen oder Heizen benötigt wird und durch die vergleichsweise geringe Reaktionsgeschwindigkeit die Gefahr von unerwünschten Nebenreaktionen wie einer vorzeitigen Vernetzung sinkt. Dieses ist wichtig, da durch eine zu hohe Vernetzung des Monomers die Viskosität des Reaktionsgemisches ansteigt und die Verarbeitbarkeit, also das Auftragen auf das Substrat, erschwert wird. Ebenso ist es von Bedeutung, dass die Reaktionsdauer der Hydrolyse einen so gewählt wird, dass eine möglichst vollständige Hydrolyse, aber möglichst keine vorzeitige Vernetzung erreicht wird. Vorzugsweise liegt diese Reaktionsdauer bei 24 Stunden pro Ansatz.
Der nächste Schritt ist die Beschichtung des Substrates mit dem Reaktionsgemisch aus der Hydrolysereaktion. Vorteilhaft am erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahren ist, dass die Beschichtung ohne weitere Schutzvorkehrungen gegen Sauerstoffoder Feuchtigkeitseinwirkung aufgetragen werden kann. So las- sen sich gängige Techniken nutzen. Beim Sprühen kann beispielsweise auf Sprühroboter zurückgegriffen werden, welche komplexe Formkörper gleichmäßig beschichten können. Das Eintauchen des zu beschichtenden Gegenstandes stellt eine sehr einfache Vorgehensweise da. Ebenso wie das Auftragen durch Rollen oder Wischen ist es dadurch möglich, bereits bestehende Anlagen vor Ort mit oder vorteilhafterweise ohne Demontage der Einzelteile zu beschichten.
Nach dem Auftragen schließt sich das Härten, also das Vernet- zen des Reaktionsgemisches aus der Hydrolysereaktion an. Die thermische Härtung kann vorteilhaft bei einer Temperatur von >25 0C bis <500 0C, bevorzugt >100 0C bis <400 0C, besonders bevorzugt >150 0C bis <300 0C, ganz besonders bevorzugt von >170 0C bis <250 0C durchgeführt werden. Eine thermische Här- tung oberhalb von 300 0C führt in der Regel zur Zersetzung der organischen Bestandteile und zur Ausbildung einer hoch- temperaturfesten Beschichtung. Diese Beschichtung zeigt dann ein glasartiges Verhalten.
Eine Härtung der BeSchichtung mittels UV- oder sichtbarem Licht kann dort von Vorteil sein, wo Bauteile nachträglich beschichtet werden sollen und eine Demontage der diese Bau- teile enthaltenden Anlage nicht zweckmäßig erscheint. Das UV- Licht kann beispielsweise eine Wellenlänge von >250 nm bis <370 nm aufweisen. Weiterhin kann das Spektrum des UV-Lichtes ein Intensitätsmaximum bei 360 nm aufweisen. UV-Lampen, die Licht solcher Wellenlänge ausstrahlen, sind kommerziell gut verfügbar und vergleichsweise kostengünstig einzusetzen.
Das im erfindungsgemäße Verfahren eingesetzte SoI kann Me- thyltriethoxysilan in einem Anteil von >50 Gew.-% bis <75 Gew.-% umfassen. Durch solch hohe Gewichtsanteile lässt sich ein hoher Siliziumanteil in die Beschichtung einbringen.
Weiterhin kann das im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte SoI 3-Glycidyloxypropyltriethoxysilan in einem Anteil von >15 Gew.-% bis <30 Gew.-% umfassen. Unterhalb dieses Bereiches trägt die Nachvernetzung über die Epoxidgruppe nicht mehr wesentlich zu verbesserten Materialeigenschaften bei. Oberhalb dieses Bereiches ist keine wesentliche Steigerung der Materialeigenschaften im Vergleich zu den Kosten der Komponente zu erwarten.
Weiterhin kann das im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte SoI Phenyltriethoxysilan in einem Anteil von >5 Gew.-% bis <15 Gew.-% umfassen. Unterhalb dieses Bereiches trägt die Phenylgruppe nicht mehr wesentlich zur angestrebten Hydropho- bie bei. Oberhalb dieses Bereiches ist eine Verschlechterung der mechanischen Stabilität und keine wesentliche Verbesserung der Hydrophobie der Beschichtung zu erwarten.
Weiterhin kann das im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte SoI Tridecafluoro-1, 1, 2, 2-tetrahydrooctyltriethoxysilan in einem Anteil von >0.5 Gew.-% bis <3 Gew.-% umfassen. Unterhalb dieses Bereiches trägt die Fluoroalkylgruppe nicht mehr wesentlich zur angestrebten Hydrophobie bei. Oberhalb dieses
Bereiches ist keine wesentliche Steigerung der Hydrophobie und Oleophobie im Vergleich zu den Kosten der Komponente zu erwarten.
Weiterhin kann das im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte SoI l-Methoxypropanol-2 in einem Anteil von >5 Gew.-% bis <15 Gew.-% umfassen. Dieses mittelflüchtige, mit Wasser mischbare Lösungsmittel hat den Vorteil einer guten biologischen Abbau- barkeit .
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft eine Beschich- tung, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellbar ist .
Die gehärtete Beschichtung kann einen Silizium-Gehalt von ≥l Gew.-% bis <50 Gew.-%, bevorzugt >5 Gew.-% bis <30 Gew.-%, besonders bevorzugt >10 Gew.-% bis <20 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt von >13 Gew.-% bis <17 Gew.-% aufweisen.
Weiterhin kann die gehärtete Beschichtung einen Kontaktwinkel gegen Wasser von >80° bis <130°, bevorzugt >90° bis <130°, noch mehr bevorzugt >98° bis <130° aufweisen.
Ebenfalls kann die gehärtete Beschichtung einen Kontaktwinkel gegen CH2I2 von >45° bis <90°, bevorzugt >50° bis <90°, noch mehr bevorzugt >60° bis <90° aufweisen.
Der Siliziumgehalt, ausgedrückt in Gewichts-%, wird als Gewichtsanteil der in der Beschichtung enthaltenden Silizium- atome bezogen auf das Gesamtgewicht der Beschichtung berechnet .
Durch den Siliziumgehalt in den genannten Bereichen ist es möglich, dass eine möglichst hohe Anzahl von Siliziumatomen die für sie größtmögliche Anzahl von Quervernetzungen eingeht und eine möglichst geringe Anzahl von freien OH-Gruppen am Siliziumatom übrig bleibt. Je mehr freie OH-Gruppen übrig
bleiben, desto schlechter werden die Wasser abstoßenden Eigenschaften der Beschichtung.
Wie weiterhin bereits vorstehend angeführt, werden durch die erfindungsgemäße Beschichtung die Eigenschaften der beschichteten Oberfläche vorteilhaft beeinflusst. So wird die Oberflächenenergie verringert, wodurch Schmutz nicht so leicht haftet und mit weniger Aufwand zu entfernen ist. Weiterhin wird die erfindungsgemäße Oberfläche und das Werkstück insge- samt vor Korrosion geschützt. Somit ist ein Einsatz auch in aggressiven Umgebungen wie salzhaltigem Wasser möglich.
Noch ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft eine Strömungsmaschine mit einer erfindungsgemäßen äußeren Ober- flächenbeschichtung. Wie bereits ausgeführt wurde, zeichnen sich solche Strömungsmaschinen unter anderem durch eine leichtere Reinigung und einen erhöhten Korrosionsschutz aus.
Die erfindungsgemäße Strömungsmaschine kann weiterhin in sei- ner äußeren Oberflächenbeschichtung zur Einstellung weiterer vorteilhafter Eigenschaften wie Hydrophobie, Kratzfestigkeit, katalytische Wirkung (thermisch oder durch UV-Licht) und/oder Korrosionsinhibition anorganische Mikropartikel und/oder Na- nopartikel ausgewählt aus der Gruppe umfassend Magnesium, Zink, Eisen, Nickel, Palladium, Platin, Cobalt, Rhodium, Iridium, Titandioxid, Zirkondioxid, Ceroxid, Vanadiumpentoxid, Aluminiumoxid, Siliziumcarbid und/oder Siliziumdioxid umfassen. Neben der vorstehend angeführten passiven Korrosionsinhibition kann als weiterer Effekt eine aktive Korrosionsinhi- bition nach dem Prinzip der Opferanode hinzutreten. Hierdurch wird ebenfalls der Einsatz der erfindungsgemäßen Oberflächen und der Werkstücke insgesamt in korrosiven Medien möglich.
Noch ein Gegenstand der Erfindung betrifft die Verwendung von Strömungsmaschinen zur Erzeugung von elektrischem Strom mit erfindungsgemäß beschichteten, mit fluiden Medien in Kontakt tretenden Oberflächen. Beispielsweise können sie bei Verdichtern, zum Beispiel von Gasturbinen eingesetzt werden. Solche
Komponenten können im Vergleich zu konventionell beschichteten beziehungsweise unbeschichteten Komponenten in größeren Zeitintervallen gereinigt werden, brauchen weniger Zeit, um gereinigt zu werden und können effizienter mittels "online washing" . gereinigt werden. Ebenfalls weisen die Komponenten eine geringere Korrosion auf und somit eine längere Standzeit und Betriebsdauer. Darüber hinaus können der Wirkungsgrad und die Verfügbarkeit der Komponente auf hohem Niveau gehalten werden.
Der Gegenstand der Erfindung wird nachfolgend anhand der Beispiele 1 und 2 erläutert. Die Angaben in Gewichts-% beziehen sich dabei, wenn nicht anders angegeben, auf das Gesamtgewicht des SoIs. Die Mengen der Komponenten sind so gewählt, dass die Summe der Mengenangaben maximal 100 Gewichts-% erreicht .
Beispiel 1
Ein SoI wurde aus folgenden Komponenten zusammengesetzt:
Beispiel 2
Ein SoI wurde aus folgenden Komponenten zusammengesetzt:
Die Sole wurden für 24 Stunden bei Raumtemperatur gerührt und auf einen Edelstahlprobenkörper durch Tauchen appliziert. Nach einer Ablüftzeit von 10 Minuten bei Raumtemperatur wurden die Beschichtungen für 10 Minuten bei 200 0C gehärtet.