Messeinrichtung mit optischer Tastspitze
Die Erfindung betrifft eine Messeinrichtung, insbesondere zur Rauheitsmessung, Konturenmessung oder zur Formenmessung .
Zur Rauheits-, Form- oder Konturenmessung sind bislang optische oder taktile Messverfahren in Gebrauch, die jeweils typischen Beschränkungen unterliegen. Taktile Mess- prinzipien beruhen grundsätzlich auf der Berührung einer Werkstückoberfläche durch einen Tastkörper. Dies kann eine Verformung der Oberfläche, eine Verschmutzung derselben oder auch eine Beschädigung der Oberfläche verursachen.
Optische Messprinzipien unterliegen wiederum anderen Beschränkungen, die gelegentlich ebenfalls zur Schwierigkeiten führen können. Beispielsweise können Probleme beim optischen Messen geneigter Flächen, Einschränkungen der Mess- geschwindigkeit, Messfehler in Folge von Beugung an Kanten usw. auftreten.
Aus der GB 2144537 A ist eine optische Profilmessein- richtung bekannt, die auf der konfokalen Mikroskopie be- ruht. Die Messeinrichtung weist eine punktförmige Weißlichtquelle und ein Objektiv auf, das das zuvor durch einen Kollimator zu einem parallelen Lichtbündel umgewandelte Licht auf Brennpunkte konzentriert . Der Abstand der Brennpunkte hängt -in Folge der gewünschten chromatischen Aberra- tion des Objektivs von der Wellenlänge ab. Das von dem
Werkstück reflektierte Licht wird von dem Objektiv wieder aufgenommen und über einen Strahlteiler zu einem Spektral- analysator geleitet. Dieser enthält eine Fotodiodenzeile. Der Spektralanalysator lässt je nach aufgenommener Wellen- länge das Licht auf eine bestimmte Stelle der Fotodiodenzeile fallen. Aus der Position des auf die Fotodiodenzeile fallenden Lichtpunkts kann auf den Abstand zwischen dem Objektiv und der Werkstückoberfläche geschlossen werden. Dieses Prinzip bewährt sich gut zur schnellen Abstandserfassung .
Aus der gleichen Druckschrift ist es bekannt, die dem
Werkstück zugewandte Linse des Objektivs in Richtung ihrer optischen Achse hin und her oszillieren zu lassen, um den
Fokus in Messrichtung hin und her schwingen zu lassen. Aus dem oszillierenden Signal des Fotoempfängers kann wiederum
auf den Abstand zwischen dem Objektiv und der Werkstückoberfläche geschlossen werden.
Aus der US-PS 5 785 651 ist eine insbesondere zur Ver- messung von Augenlinsen vorgesehene Messeinrichtung mit mehreren parallel zueinander arbeitenden optischen Messsystemen bekannt, die jeweils als konfokales Mikroskop arbeiten. Zu jedem solchen konfokalen Mikroskop gehört eine polychromatische Lichtquelle, eine Lichtleitfaser, die als Punktblende dient, ein Objektiv, das das Licht auf das Objekt richtet und von diesem empfängt und eine erhebliche chromatische Aberration aufweist, ein Strahlteiler und ein Fotoempfänger, der ein die Wellenlänge des empfangenen Lichts kennzeichnendes Signal abgibt.
Zur Erfassung der Form gewölbter Körper, wie beispielsweise einer Augenlinse, ist eine Vielzahl von Einzelsensoren erforderlich, die als Matrix oder Linie angeordnet sind.
Aus der US-PS 5 804 813 ist ein konfokaler Sensor bekannt, der zur Vermessung eines auf einem piezoelektrischen Aktor angeordneten Werkstücks vorgesehen ist. Es wird eine kohärente Lichtquelle und ein Objektiv mit hoher numeri- scher Apertur verwendet. Zur Vermessung des Werkstücks wird dieses quer zu dem Lichtstrahl des Sensors bewegt, wobei der Abstand zwischen dem Sensor und der Werkstückoberfläche von der Objektivbrennweite geringfügig abweicht. Der Brennpunkt des Objektivs befindet sich geringfügig oberhalb oder unterhalb der Werkstückoberfläche. Die steile Flanke des Sensorsignals bei Durchgang der Werkstückoberfläche durch den Brennpunkt wird als Messkennlinie verwendet .
Solche Sensoren weisen eine äußerst geringe Tiefenschärfe auf. Der Messbereich ist auf wenige Nanometer beschränkt . Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, einen optischen Sensor zur Vermessung von gekrümmten Oberflächen zu schaffen.
Diese Aufgabe wird mit der Messeinrichtung nach An- spruch 1 gelöst:
Die erfindungsgemäße Messeinrichtung beruht auf einem konfokalen Sensor nach Art eines konfokalen Mikroskops, der mit wenigstens zwei Fotoempfängern ausgerüstet ist. Die konfokale Sensoranordnung erzeugt wenigstens zwei voneinander in Messrichtung beabstandete Brennpunkte, die mit gleicher oder unterschiedlichen Lichtfarben sowie gleicher oder unterschiedlicher Polarisation erzeugt werden können.
Die Zuordnung der Fotoempfänger zu den Brennpunkten erfolgt über die Lichtfärbe durch einen wellenlängenunterscheidende Weiche, wie beispielsweise ein Spektrometer, ein Prisma, einen wellenlängenabhängigen Reflektor oder dergleichen, die Unterscheidung der Brennpunkte bzw. die Zuordnung der Fotoempfänger zu den Brennpunkten kann auch durch räumliche Beabstandung der Fotoempfänger zueinander oder durch Polarisationsfilter oder anderweitige entsprechende Mittel erfolgen.
Die Messeinrichtung enthält eine Differenzbildungs- Schaltung, die die Differenz aus den von beiden Fotoempfängern gelieferten Signalen bildet. Damit wird ein nahezu linearer Messbereich zwischen beiden Brennpunkten erhalten. Das Differenzsignal verläuft beim Durchgang der Werkstücko-
berfläche durch den Bereich zwischen den beiden Brennpunkten etwa s-förmig, wobei in der Mitte des Messbereichs ein Nullsignal festgelegt sein kann. Auf diese Weise kann einerseits die Lage der Werkstückoberfläche in der Mitte des Messbereichs sehr leicht und einfach festgestellt werden. Andererseits kann jede andere, innerhalb des Messbereichs liegende Flächenposition sehr schnell und ohne mechanische Verstellung der Messeinrichtung erfasst werden. Dies eröffnet einerseits den Weg zu schnellen Messverfahren und ande- rerseits die Möglichkeit einer erheblichen Messtiefe in Z- Richtung. Außerdem eignet sich das Differenzsignal auf ideale Weise als Nachführungssignal für eine Regelschleife, die die Sensoranordnung der Oberflächenkontur analog oder in Stufen nachführt. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, räumlich ausgedehnte Körper, wie beispielsweise Linsen, insbesondere asphärische Linsen, schnell und präzise berührungslos zu vermessen. Der dabei zu treibende technische Aufwand ist gering. Es wird ein einfaches, robustes und dabei flexibel an verschiedene Werkstückgrößen und -formen anzupassendes Messsystem geschaffen.
Vorzugsweise wird die konfokale Sensoranordnung mit einer zweiachsigen Posit.ioniereinrichtung verbunden. Während eine Achse wie bei einem Vorschubgerät als Schlepp- achse im Wesentlichen parallel zu der Werkstückoberfläche orientiert ist, ist die andere Achse im Wesentlichen rechtwinklig zu dieser orientiert. Die parallele Achse dient der Festlegung eines Messwegs wie bei einem Tastschnittmess- verfahren. TastSchnittmessverf hren sind solche, bei denen die Werkstückoberfläche entlang einer Linie durch einen
Taster abgetastet wird. Die senkrechte Achse dient der Nachführung der konfokalen Sensoranordnung, so dass die gewölbte Werkstückoberflache stets in deren Messbereich
bleibt. Beispielsweise kann diese Achse durch einen langen Schwenkarm gebildet werden, der die Sensoranordnung trägt. Der Schwenkarm erstreckt sich dabei ungefähr parallel zu der Werkstückoberfläche. Er ist mit einer Positionierein- richtung verbunden, die über eine ProportionalSteuereinrichtung oder eine ZweipunktSteuereinrichtung stets in einem konstanten oder innerhalb einer toleranzkonstanten Abstand zu dem Messpunkt bzw. der Werkstückoberflache gehalten wird. Die Toleranz ist dabei kleiner als der Messbe- reich.
Prinzipiell können unterschiedliche Bauformen konfokaler Sensoranordnungen verwendet werden. Im einfachsten Fall beruht dieser auf einer nicht kohärenten oder kurz kohären- ten, wenigstens zweifarbigen Lichtquelle, • die über einen Faserkoppler an das Objektiv angeschlossen ist. Der 'Faser- koppler verbindet dieses außerdem mit einem Spektrometer, das wenigstens zwei Fotoempfänger aufweist, deren Ausgangssignale einem Differenzverstärker zugeführt sind. Das er- zeugte Differenzsignal (Intensitäts-Differenzsignal) kann als Messsignal und/oder als Stellsignal für die erste Positioniereinrichtung dienen. Diese führt die Sensoranordnung an die Werkstückoberflache heran oder von dieser weg. Ein weiterer Sensor erfasst dabei die Position dieser Positio- niereinrichtung und somit die Position der Sensoranordnung. Dies kann beispielsweise durch ein interferometrisches oder inkrementales Messsystem geschehen. Das Messsignal wird dann durch Addition des Positionssignals der ersten Positioniereinrichtung mit dem von der Sensoranordnung gelie- ".ferten Positionssignal erhalten. Wird die Sensoranordnung stets auf die Mitte des Messbereichs nachgeführt (im Falle der Proportionalsteuereinrichtung nach Anspruch 7) kann
auch das Positionssignal der P sitioniereinrichtung als alleiniges Messsignal dienen.
Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Zeichnung, der Beschreibung oder von Ansprüchen.
In der Zeichnung sind Ausführungs- und Anwendungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:
Figur 1 eine Messeinrichtung in schematisierter Prinzipdarstellung,
Figur 2 die Messeinrichtung nach Figur 1 bei der Form- messung an einem Werkstück,
Figur 3 die Sensoranordnung der Messeinrichtung nach Figur 1 in einem ersten prinzipiellen Ausführungs- beispiel,
Figur 4 eine abgewandelte Ausführungsform einer Sensoranordnung mit zwei monochromatischen Lichtquellen in Prinzipdarstellung,
Figur 5 ein Ausführungsbeispiel einer Sensoranordnung mit unterschiedlich polarisiertem Licht in Prinzip- darsteilung,
Figur 6 den Intensitätsverlauf des von einem Fotoempfän- ger abgegebenen Signals bei Durchgang der Werkstückoberfläche durch den ihm zugeordneten • Brennpunkt ,
Figur 7 das Differenzsignal, _ erhalten durch Subtraktion zweier Fotoempf nger, die zwei räumlich voneinander beabstandeten Brennpunkten zugeordnet sind, bei Durchgang der Werkstückoberfläche durch die Brennpunkte ,
Figur 8 die Steuereinrichtung in einer ersten Aus- führungsform als Proportionalsteuereinrichtung als Blockschaltbild und
Figur 9 die Steuereinrichtung in einer Ausführungsform als Zweipunktsteuereinrichtung als Blockschaltbild.
In Figur 1 ist eine Messeinrichtung 1 veranschaulicht, die zur Vermessung eines Werkstücks 2 dient. Bei der Messung kann es sich um eine Rauheitsmessung, um eine Formmessung oder um die Messung der Kontur handeln. Es können auch verschiedene Messaufgaben erfüllt werden, indem beispielsweise sowohl eine Rauheitsmessung als auch eine Formmessung vorgenommen wird.
Zu der Messeinrichtung 1 gehört ein optischer Sensor in Form einer konfokalen Sensoranordnung 3, deren Aufbau später in Zusammenhang mit den Figuren 3 bis 5 beschrieben ist. Die Sensoranordnung 3 dient dazu, die Oberfläche des Werkstücks 2 berührungslos abzutasten. Sie wird von einem Arm 4 getragen, der im Vergleich zu dem Messweg relativ lang und im Wesentlichen parallel zu der Oberfläche des
Werkstücks 2 angeordnet ist. Der Arm 4 ist an einem Drehpunkt 5 schwenkbar an einem Schlitten 6 gelagert . Die mögliche Schwenkbewegung des Arms 4 ist in Figur 1 durch einen Pfeil 7 veranschaulicht . Dieser bestimmt die bogenförmige Bewegungsrichtung der Sensoranordnung 3, die im Wesentlichen mit der durch einen Pfeil 8 veranschaulichten Messrichtung der Sensoranordnung 3 übereinstimmt .
Dagegen ist der Schlitten 6 an einer Führungseinrich- tung 9 quer zu der Messrichtung 8 ungefähr in Längsrichtung des Arms 4 bewegbar. Diese Bewegung ist in Figur 1 durch einen Pfeil 11 veranschaulicht. Um den Schlitten 6 an der Führungseinrichtung 9 zu verschieben, ist eine lediglich schematisch angedeutete Antriebseinrichtung 12 vorgesehen. Diese bildet eine zweite Positioniereinrichtung für die
Sensoranordnung 3. Hingegen dient eine erste Positioniereinrichtung 13 zur kontrollierten Verschwenkung des Arms 4 um den Drehpunkt 5. Die Positioniereinrichtung 13 wird bei-
spielsweise durch einen Tauchspulenantrieb gebildet, der von einer Steuereinrichtung 14 angesteuert wird. Zur präzisen Erfassung der Schwenkposition des Arms 4 dient ein Positionssensor 15, der beispielsweise als interferometri- scher Sensor oder als inkrementales Messsystem ausgebildet ist. Der Positionssensor 15 ist an die Steuereinrichtung 14 angeschlossen. Desgleichen ist die Sensoranordnung 3 über eine Leitung 16 an die Steuereinrichtung 14 angeschlossen. Ein erstes Ausführungsbeispiel der Sensoranordnung 3 geht aus Figur 3 hervor. Zu der Sensoranordnung 3 gehört ein Sensorkopf 16, der an dem freien Ende des Arms 4 (Figur 1) angeordnet ist. Der Sensorkopf 16 ist über eine Lichtleitfaser 17 und einen Faserkoppler 18, der als Strahltei- 1er dient, an eine Lichtquelle 19 und einen Lichtempfänger 21 angeschlossen. Die Lichtquelle 19 ist eine mindestens bichromatische Lichtquelle, vorzugsweise eine Lichtquelle, die ein kontinuierliches Spektrum aussendet, wie beispielsweise eine Glühlampe oder dergleichen. Es können auch sons- tige Lichtquellen Anwendung finden, die zumindest zwei
Lichtfarben generieren. Das von der Lichtquelle 19 ausgesandte Licht wird in den von dem Faserkoppler 18 zu der Lichtquelle 19 führenden Zweig 22 der Lichtleitfaser 17 eingekoppelt .
Der Lichtempfänger 21 ist ein wellenlängensensitiver Lichtempfänger. Er enthält beispielsweise ein Prisma oder ein optisches Gitter 23. Das von der Oberfläche des Werkstücks 2 reflektierte und von dem Sensorkopf 16 wieder auf- genommene Licht wird über einen Zweig 24 der Lichtleitfaser auf das Gitter 23 und von diesem auf eine Gruppe von Fotoempfängern 25, 26, 27 geworfen. Diese sind voneinander
räumlich beabstandet. Ihre AusgangsSignale werden einer Rechenschaltung 28 zugeführt.
Der Fotoempfänger 25 erzeugt das Ausgangssignal Ul . Der Fotoempfänger 26 erzeugt das Ausgangssignal U2. Der Fotoempfänger 27 erzeugt das Ausgangssignal U3. Die Fotoempfänger sind in Bezug auf das optische Gitter 23 so angeordnet, dass der mittlere Fotoempfänger 26 das Licht der Wellenlänge λO empfängt . Die zu seinen beiden Seiten an- geordneten Fotoempfänger 25 und 27 empfangen Licht der Wellenlängen λO-Δλ bzw. λO+Δλ. Bei genau diesen Wellenlängen haben die AusgangsSpannungen Ul bzw. U3 ihr Maximum. Die Abstände der Fotoempfänger
'25 bis 27 sowie die Wellenlängen und der Messbereich des Sensorkopfs 16 sind dabei so auf- einander abgestimmt, dass der Messbereich des Sensorkopfs 16 und der Wellenlängenbereich vorzugsweise näherungsweise mit der Halbwertsbreite (FWHM) des konfokalen Signals übereinstimmt. Dazu wird auf Figur 6 verwiesen. Diese veranschaulicht den Verlauf der Spannung U2 an dem Fotoempfänger 26 bei einer Bewegung des Sensorkopfs 16 in Richtung seiner optischen Achse 29. Geht die Oberfläche des Werkstücks 2 durch den dem Fotoempfänger 26 zugeordneten Brennpunkt 31 hindurch durchläuft das Ausgangssignal U2 ein Maximum. Das Spannungssignal weist die Form einer Glockenkurve auf. Die Kurve der Spannung U2 wird auch als konfokales Signal bezeichnet . Die Abweichung h von der Messbereichsmitte wird als Höhenlage bezeichnet. Der aktuelle Höhenwert kann unter Zugrundelegung der Wellenlänge λO sowie Δλ aus den Ausgangsspannungen Ul bis U3 nach folgender Beziehung berech- net werden, denn er ist proportional zu der Lichtwellenlänge λ. Diese wird nach der Beziehung

berechnet .
Zu dem Sensorkopf 16 gehört ein Objektiv 32 mit einer Kollimatorlinse 33 und einer Fokussierlinse 34. Die Stirnfläche der Lichtleitfaser 17 wirkt als punktförmige Lichtquelle. Das Objektiv 32 weist eine hohe chromatische Aberration auf und erzeugt entlang der optischen Achse 29 verschieden farbige Brennpunkte 35, 31, 36. Die Länge des von den Brennpunkten 35, 36 eingenommenen Bereichs auf der optischen Achse 29 ist durch die chromatische Aberration des Objektivs 32 und die maximale Frequenzdifferenz ΔF in dem Licht der Lichtquelle 19 bestimmt. Weist die Lichtquelle 19 ein kontinuierliches Spektrum auf, bildet sich auf der op- tischen Achse 29 ein linienförmiger Brennpunktbereich. Die Fotoempfänger 25, 26, 27 sind jeweils einer ausgewählten
Spektrallinie und somit einem in dem Brennbereich liegenden Brennpunkt der ausgewählten Lichtfarbe zugeordnet. Die Ausgangsspannungen der Fotoempfänger 25 und 27 entsprechen dem in Figur 6 dargestellten Ausgangssignal U2.
Die Rechenschaltung 28 kann mit der durch die obige Formel veranschaulichten Auswertestrategie ein Messsignal liefern, das den Abstand zwischen dem Objektiv 32 und der Werkstückoberfläche kennzeichnet. Des Weiteren kann die
Rechenschaltung Teil der Steuereinrichtung 14 sein und dazu die in Figur 8 veranschaulichten Blöcke aufweisen, die eine Nachführschaltung in Form einer ProportionalSteuereinrichtung 37 bilden. Die Proportionalsteuereinrichtung 37 weist wenigstens einen Differenzverstärker 38 mit einem nicht invertierenden Eingang 39 und einem invertierenden Eingang
41 sowie einen Ausgang 42 auf, an den die Positioniereinrichtung 13 angeschlossen ist. An die Eingänge 39, 41 sind die Fotoempfänger 25, 27 angeschlossen. Der Differenzverstärker 38 kann eine lineare oder, wie in Figur 7 veran- schaulicht, auch leicht s-förmig gekrümmte Kennlinie aufweisen.
Die insoweit beschriebene Messeinrichtung 1 arbeitet wie folgt :
In Betrieb wird die Messeinrichtung 1 zunächst so positioniert, dass die Sensoranordnung 3 oberhalb der interessierenden Stelle des Werkstücks 2 schwebt. Durch Ansteuerung der ersten Positioniereinrichtung 13 wird der Arm 4 dann so weit abgesenkt bis die Oberfläche des Werkstücks 2 in den mit ΔF bezeichneten Bereich zwischen den Brennpunkten 35, 36 in Figur 3 gerät. Das von der Oberfläche reflektierte Licht wird von dem Objektiv 32 aufgenommen. Dabei gerät nur das Licht, dessen Brennpunkt von der Oberfläche des Werkstücks 2 getroffen wird, auf die punktförmige Apertur der Lichtleitfaser 17. Dieser Lichtanteil wird über den Zweig 24 ausgekoppelt. Das Gitter 23 lenkt das von dem Zweig 24 abgegebene Licht dann entsprechend seiner Wellenlänge ab. Es fällt dadurch auf eine seiner Wellenlängen entsprechende Stelle der durch die Fotoempfänger 25 bis 27 gebildeten Zeile. Die Rechenschaltung 28 bestimmt nun gemäß der oben angegebenen Formel die genaue Höhenlage des abgetasteten Oberflächenpunkts . Zugleich erzeugt die Proportionalsteuereinrichtung 37 ein Signal zur Ansteuerung der ersten Positioniereinrichtung 13. Dies erfolgt durch
Differenzbildung der AusgangsSpannungen Ul , U3 (Figur 8) . Die AusgangsSpannung UA des Differenzverstärkers 38 weist für verschiedene Positionen der Werkstückoberfläche inner-
halb des Bereichs ΔF in Figur 3 den in Figur 7 veranschaulichten Verlauf auf. Um die Mittellage 43 herum hängt das ausgangssignal UA im Wesentlichen linear von der Abweichung Δh von der Werkstückoberfläche von der Mittellage ab.
Das Ausgangssignal UA wird der Positioniereinrichtung 13 zugeführt, so dass diese den Sensorkopf 16 im Wesentlichen in konstantem Abstand zu der Oberfläche des Werkstücks 2 führt. Jedenfalls hält sie die Oberfläche des Werkstücks innerhalb des Messbereichs ΔF und zwar auch dann, wenn zugleich die zweite Positioniereinrichtung, d.h. die Antriebseinrichtung 12 angesteuert wird, um die Oberfläche des Werkstücks 2 entlang einer Linie abzutasten. Das von der Rechenschaltung 28 gelieferte Signal und das Positions- signal des Positionssensors 16 werden dann addiert, um daraus den wahren Wert der Höhe des jeweils gemessenen Punkts der Oberfläche in Z-Richtung (Pfeil 8 in Figur 1) zu bestimmen. Mit diesem Verfahren und der Messeinrichtung 1 lassen sich Werkstücke, wie beispielsweise asphärische Linsen 44 vermessen. In dem Beispiel nach Figur 2 ist diese auf einem Drehtisch 45 montiert. Dreht dieser tastet die Sensoranordnung 3 einen kreisförmigen Bereich der Oberfläche der Linse 44 ab. Die zweite Positioniereinrichtung 12 kann dabei ruhen. Die erste Positioniereinrichtung 13 führt die Sensoranordnung 3 den Erhebungen und Vertiefungen der ' Oberfläche der Linse 44 nach. Alternativ kann der Drehtisch 45 ruhen und es kann die Antriebseinrichtung 12 angesteuert werden, um die Wölbung der Linse 44 an geeigneten Meridianen zu überprüfen. Bedarfsweise können der Drehtisch 45 und die zweite Antriebseinrichtung 12 auch zugleich angesteuert werden .
Figur 9 veranschaulicht eine alternative Ausführungsform einer Steuereinrichtung zur Ansteuerung der Positioniereinrichtung 13. Die Steuereinrichtung ist als Zwei- punktsteuereinrichtung 46 ausgebildet. Sie ist wiederum an die Fotoempfänger 25, 27 und somit an die AusgangsSpannungen Ul, U3 angeschlossen. Ihr Differenzverstärker 38 ist mit seinem Ausgang 42 jedoch nicht direkt an die Positioniereinrichtung 13 angeschlossen. Vielmehr ist der Ausgang 42 mit einem Schwellwertschalter 47 verbunden, der nur dann ein positives Ausgangssignal abgibt, wenn sein Eingangssignal eine positive Schwelle 48 überschreitet. Er gibt ein negatives Ausgangssignal ab, wenn sein Eingangssignal eine negative Schwelle 49 unterschreitet. Ansonsten ist sein Ausgangssignal 0. Nachgeschaltet ist eine Schrittvorgabe- einrichtung 51. Diese gibt der Positioniereinrichtung 13 einen positiven Positionierschritt vor wenn sie ein positives Eingangssignal empfängt. Bei Empfang eines negativen Eingangssignals gibt sie der Positioniereinrichtung 13 ei- nen negativen Positio ierschritt vor.
Diese Zweipunkt-Steuereinrichtung 46 führt die Sehsor- anordnung 3 der Oberflächenkontur des Werkstücks 2 in einer treppenförmigen Bahn nach. Die Messwertgewinnung erfolgt wiederum durch Addition des Positionssignals des Positions- sensors 15 mit dem von der Rechenschaltung 28 abgegebenen Signal .
Die Rechenschaltung 28 und der von dieser verwirklichte Auswertealgorithmus ist insbesondere im Hinblick auf kritische lokale Oberflächeneigenschaften des Werkstücks 2 vorteilhaft. Z.B. kann die lokale Oberflächensteigung oder die MikroStruktur der Oberfläche variieren. Dies führt zu einer sich ändernden Steilheit des linearen Teils der Kenn-
linie gemäß Figur 7 und erschwert somit die genaue Zuordnung eines Ausgangsspannungswert UA zu der Höhenlage des zugehörigen Oberflächenpunkts des Werkstücks 2. Diese Zuordnung übernimmt die Rechenschaltung 28 auf Basis der min- destens drei Fotoempfänger 25, 26, 27. Alternativ können auch noch weitere Fotoempfänger vorgesehen werden, um die Auflösung zu erhöhen. Es sind dann der oben angegebenen Rechenvorschrift entsprechende Gleichungen anzuwenden. Bei N Fotoempfängern wird der (evtl. zunächst logarithmierte) Signalverlauf durch ein Polynom der Ordnung N-l approximiert . Die Lage des Maximums dieses Polynoms verhält sich proportional zu dem gesuchten Höhenwert. Für Anwendungen, bei denen eine geringere Auflösung ausreicht oder die Mi- krostruktur bzw. der Steigungsänderung der zu messenden Oberflächen unkritisch ist, kann die Rechenschaltung 28 auch an lediglich zwei Fotoempfänger 25, 27 angeschlossen. Die Rechenschaltung 28 kann dann außerdem durch den Differenzverstärker 38 ersetzt werden. Figur 4 veranschaulicht eine weitere Ausführungsform der Sensoranordnung 3. Das Objektiv 32 stimmt mit dem vorbeschriebenen Objektiv 32 gemäß Figur 3 überein. Entsprechend wird auf die vorige Beschreibung verwiesen. Die Lichtquelle 19 wird durch zwei monochromatische Lichtquellen, beispielsweise zwei Leuchtdioden 52, 53 gebildet, die über einen Faserkoppler 54 an den Zweig 22 der Lichtleitfaser 17 angeschlossen sind. Die Leuchtdioden 52, 53 senden unterschiedliche Lichtfarbe aus. Es kann sich um Laserdioden oder auch um gewöhnliche Leuchtdioden handeln.
Der Lichtempfänger 21 kann, wie in Figur 3 veranschaulicht, ausgebildet sein. Er kann jedoch auch, wie in Figur
4 veranschaulicht, an Stelle des optischen Gitters 23 einen wellenlängenabhängigen Reflektor 55 aufweisen. Dies gilt insbesondere wenn die Wellenlängen der Leuchtdioden 52, 53 sich stark unterscheiden. An die unterschiedlichen Ausgänge des Reflektors 55 sind die Fotoempfänger 25 und 27 angeschlossen, die wiederum an den Differenzverstärker 38 angeschlossen sind. Dieser erzeugt das Signal gemäß Figur 7, das als Nachführsignal für die Positioniereinrichtung 13 dient. Außerdem kann es als Messsignal dienen.
Eine weiter abgewandelte Ausführungsform der Sensoranordnung 3 ist in Figur 5 dargestellt. Es wird unter Zugrundelegung gleicher Bezugszeichen auf die vorigen Beschreibungen verwiesen. Anders als bei diesen ist jedoch zwischen der Lichtaustrittsöffnung der Lichtleitfaser 17 und der Linse 33 ein Strahlteiler 56 angeordnet, der Licht einer vorgegebenen Polarisation gerade durchgehen lässt . Radial zu der optischen Achse 29 ist eine weitere Lichtleitfaser 57 vorgesehen. Der Strahlteiler 56 reflektiert Licht dessen Polarisationsebene rechtwinklig zu dem Licht der Lichtleitfaser 17 steht, in Richtung parallel zu der optischen Achse 29. Die Lichtleitfaser 57 ist über einen Faserkoppler 58 an die Lichtquelle 19 angeschlossen. Diese kann eine monochromatische oder auch eine polychromatische Lichtquelle sein. Der Faserkoppler 58 teilt das von der
Lichtquelle 19 kommende Licht auf die Lichtleitfasern 17, 57 auf.
Während der Faserkoppler 18 das von der Lichtleitfaser 17 wieder aufgenommene, von dem Werkstück 2 reflektierte
Licht zu dem Fotoempfänger 25 leitet, ist an die Lichtleitfaser 57 ein Faserkoppler 58 angeschlossen, der das empfangene Licht zu dem Fotoempfänger 27 leitet. Die Fotoemp-
fänger 25, 27 sind wiederum an den Differenzverstärker 38 angeschlossen .
Der Abstand der Lichtaustrittsöffnung der Lichtleitfa- ser 17 von dem Strahlteiler 56 weist von dem Abstand der
Lichtaustrittsöffnung der Lichtleitfaser 57 von dem Strahlteiler 56 ab. Bei Verwendung monochromatischen Lichts bestimmt der Abstandsunterschied die Länge des Messbereichs ΔZ . Wird polychromatisches Licht verwendet, beispielsweise Licht zweier Leuchtdioden oder Licht mit kontinuierlichem
Spektrum, entarten die Brennpunkte 35, 36 zu langen, farbigen Brennlinien. Diese können sich überschneiden oder berühren. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Fotoempfänger 25, 27 ein wellenlängenabhängiges Signal erzeu- gen, beispielsweise indem sie ein Beugungsgitter oder ein Prisma enthalten und indem der jeweilige Fotoempfänger 25, 27 in eine Reihe von Einzelempfängern aufgeteilt wird. In diesem Fall weist das Objektiv 32 eine chromatische Aberration auf. An die aufgeteilten Einzelzellen der Fotoempfän- ger 25, 27 kann dann wieder eine Rechenschaltung 28, wie gemäß Figur 3, angeschlossen werden. Diese Rechenschaltung kann sowohl lediglich für die von dem Fotoempfänger 25 oder von dem Fotoempfänger 27 abgeleitete Fotoempfängergruppe zuständig sein. Sie kann auch die Signale aller Fotoempfän- ger verarbeiten.
Eine Messeinrichtung 1 zur Vermessung der Form, Kontur und/oder Rauheit eines Werkstücks beruht auf einem berührungslosen optischen Taster mit großer numerischer Apertur, der wenigstens zwei verschiedene Brennpunkte hat, denen wenigstens zwei Fotoempfänger 25, 27 zugeordnet sind. Diese erzeugen ein Differenzsignal zur Ansteuerung einer Positioniereinrichtung 13 zur Nachführung des optischen Tasters
so, dass die Werkstückoberfläche innerhalb des Messbereichs desselben gehalten wird. Das Differenzsignal bewährt sich zur schnellen und genauen Nachführung zur Position der Sensoranordnung 3.