Bedieneinheit für eine Maschine der tabakverarbeitenden Industrie
Die Erfindung betrifft eine Bedieneinheit für eine Maschine der tabakverarbeitenden Industrie, mit einer Bedienvorrichtung, die einen berührungsempfindlichen Bildschirm zur Darstellung und Betätigung einer graphischen Bedienoberflache umfaßt, und mit einer Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung, der zur Steuerung der graphischen Be- dienoberfläche eingerichtet ist.
Bei der Bedienung Maschinen der tabakverarbeitenden Industrie mittels eines berührungsempfindlichen Bildschirms (Touchscreen) muß der Bediener seine Aufmerksamkeit in der Regel ständig auf den Bildschirm richten. Gelegentlich ist jedoch eine Bedie- nung ohne Sicht auf den Bildschirm erwünscht, beispielsweise um einen Teil der Maschine beobachten zu können. Da ein Touchscreen keine Führung für die Hand oder den Bedienfinger aufweist, kann es bei einer Blindbedienung der Maschine zu einem Verrutschen des Bedienfingers auf dem Bildschirm und daher zu Fehlbedienungen kommen. Das gleiche Problem tritt bei Verwendung einer Maus oder ähnlicher flächenbezo- gener Eingabemittel auf, abgesehen davon, daß eine Maus in einer rauhen industriellen Umgebung störanfällig ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Bedienung einer Bedieneinheit für eine Maschine der tabakverarbeitenden Industrie zu vereinfachen und zu ver- bessern, sowie insbesondere die Gefahr von Fehlbedienungen bei Blindbedienung der Bedien Vorrichtung zu reduzieren.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1, insbesondere dadurch, daß die Bedienvorrichtung ein Betätigungselement mit einer Führung für den Betätigungs Vorgang umfaßt, dem mittels der Bedienoberfläche eine Mehrzahl von Bedientätigkeiten zuordnbar ist, so daß infolge der Betätigung des Betätigungselements eine jeweils zugeordnete Bedientätigkeit ausführbar ist. Aufgrund der Führung des Bedieners beim Betätigen des Betätigungselements wird die Bedienung von zugeordneten
Bedienelementen vereinfacht und eine kontrollierte Blindbedienung der Maschine ermöglicht. Bedeutend für den Erfolg der Erfindung ist, daß das Betätigungselement nicht nur einer einzelnen Bedientätigkeit fest zugeordnet, sondern einer Mehrzahl von Bedientätigkeiten zuordnbar ist. Es handelt sich also um ein Universalbedienelement. Dies unterscheidet die Erfindung von einem Stand der Technik, bei der einzelne Bedientätigkeiten jeweils einer entsprechenden Bedieneinrichtung (Schalter, Drehsteller oder dergleichen) zugeordnet sind. Die Erfindung vermeidet dagegen eine Vielzahl von einzelnen Bedienelementen und die damit verbundene Unübersichtlichkeit.
Maschinen der tabakverarbeitenden Industrie umfassen insbesondere Zigarettenproduktionsmaschinen einschließlich Filterzigarettenproduktionsmaschinen, Filterproduktionsmaschinen, Zigarettenspeichersysteme, Zigarettenverpackungsmaschinen, Materialzufuhrvorrichtungen für diese Maschinen und weitere diesen Maschinen zugeordnete Vorrichtungen.
Eine besonders einfache und daher bevorzugte Form des Betätigungselements ist ein Drehbetätigungselement. Die Drehung des Drehbetätigungselements durch den Bediener im Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn stellt eine eindimensionale Bewegung dar und läßt daher keine flächenhafte Bewegungsfreiheit. Vorzugsweise ist daher das Betätigungs element nur eindimensional bewegbar. Dies kann beispielsweise bei einem Drehbetätigungselement durch räumliche Festlegung der Drehachse erreicht werden. Daher kann das Betätigungselement beispielsweise auch ein kugelförmiges Element mit festgelegter Drehachse sein.
Die Erfindung ist aber nicht auf ein ausschließlich eindimensional betätigbares Betätigungselement beschränkt. Eine andere bevorzugte Ausführung des Betätigungselements ist ein sog. Joystick. Dieser ist zweidimensional bewegbar und hat daher einen größeren Anwendungsbereich. Wichtig ist nur, daß der Joystick eine Führung für die Betätigung aufweist. Dies kann beispielsweise eine Führung für die Bewegung rechts/links und/oder für die Bewegung oben/unten sein. Führung bedeutet daher keine eindimensionale Zwangsbewegung, sondern daß bei Betätigung des Betätigungselements mindestens eine Vorzugsrichtung für den Bediener spürbar ist. Dies kann beispielsweise durch
elastische auf das Betätigungselement wirkende Rückstellkräfte erreicht werden, die bei einer Abweichung von der Vorzugsrichtung entstehen.
Besonders überraschend ist der Einsatz der Erfindung im Zusammenhang mit einer hochintegrierten Bedienoberfläche, in die im wesentlichen sämtliche im Produktionsbetrieb auftretenden Bedienfunktionen integriert sind, um eine einheitliche und übersichtliche Maschinenbedienung zu ermöglichen. ("Im wesentlichen" heißt abgesehen von einzelnen separaten Bedienelementen wie einem Not- Aus-Betätigungselement, einer Bedienerautorisierungseinrichtung oder einem Tippdruckschalter.) Denn das separate Betätigungselement läuft zwar grundsätzlich dem Ziel zuwider, möglichst sämtliche Bedienelemente in die graphische Bedienoberflache zu integrieren. Überraschenderweise ergibt sich insgesamt aufgrund des Betätigungselements dennoch eine vereinfachte Maschinenbedienung.
Der Begriff,, Bedientätigkeit" ist weitgehend zu verstehen. Darunter fällt insbesondere die Eingabe von Maschinen- Sollwerten, die Betätigung oder Auswahl auf dem Bildschirm dargestellter graphischer Anzeige- und Bedienelemente, die direkte Betätigung von Maschineneinrichtungen (Verstellung von Maschinen-Istwerten).
Vorzugsweise ist in einem Betriebsmodus der Bedienvorrichtung durch eine Betätigung des Betätigungselements eine zugeordnete Maschineneinrichtung im wesentlichen ohne Zeitverzögerung, d.h. in Echtzeit, bzw. direkt verstellbar. Solche Maschineneinrichtungen sind insbesondere Aktoren wie Motoren, Ventile oder Sensoren. Dieser Bedienmodus ist beispielsweise für den Testbetrieb sowie zum Einstellen der Maschine von Be- deutung.
Vorzugsweise kann in einem anderen Betriebsmodus der Bedienvorrichtung durch Betätigung des Betätigungselements ein zugeordnetes, auf dem Bildschirm dargestelltes Anzeige- und Bedienelement bedienbar sein. In diesem Betriebsmodus wirkt sich eine Betätigung des Betätigungselements nicht unmittelbar, sondern zeitverzögert auf die Maschine aus. Beispielsweise wird mittels des Betätigungselements ein Sollwert aus einem möglichen Wertebereich ausgewählt. Erst nach Betätigung einer entsprechenden
Schaltfläche der Bedienoberflache, d.h. mit entsprechender Zeitverzögerung, wird der Maschinen-Sollwert tatsächlich auf den ausgewählten Wert gesetzt.
Die beiden geschilderten Betriebsmodi können sich auch überlappen, beispielsweise wenn durch eine Betätigung des Betätigungselements eine zugeordnete Maschineneinrichtung in Echtzeit verstellbar ist und dies gleichzeitig durch ein graphisches Anzeigeelement auf dem Bildschirm dargestellt wird. Andererseits kann die Betätigung eines graphischen Bedienelements auf dem Bildschirm sich auch in Echtzeit auf eine entsprechende Maschineneinrichtung auswirken.
Besonders erfolgversprechend ist die Erfindung für die Betätigung von graphischen Schiebebedienelementen, da hier die Gefahr von Fehlbedienungen bei Blindbedienung durch ein Verrutschen des Bedienfingers besonders hoch ist. Weiterhin können durch eine Betätigung des Betätigungselements unterschiedliche auf dem Bildschirm darge- stellte Anzeige- und Bedienelemente auswählbar oder ein in einem Eingabefeld der Bedienoberflache angezeigter Wert veränderbar sein.
In der Regel erfolgt die Steuerung von Maschineneinrichtungen wie Motoren, Ventile und Sensoren mittels einer Maschinensteuerungseinrichtung, während die Steuerung der graphischen Bedienoberflache mittels einer separaten Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung, beispielsweise einem Personalcomputers, erfolgt. Damit sowohl die Steuerung der Maschinensteuerungseinrichtung als auch der Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung ohne nachteilige Zeitverzögerung, d.h. mit einer wahrnehmbaren Verzögerung von höchstens 200 - 300 ms, erfolgen kann, sind die Steuerungseinrichtungen vor- zugsweise so mit der Bedienvorrichtung verbunden, daß Ausgangssignale des Betätigungselements ohne Umweg über die Maschinensteuerungseinrichtung an die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung geleitet werden und/oder umgekehrt. Zu diesem Zweck ist vorzugsweise eine Verzweigungseinrichtung vorgesehen, die einen Eingang für das Ausgangssignal des Betätigungselements und zwei Ausgänge zur parallelen Weiterleitung entsprechender Signale an die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung und an die Maschinensteuerungseinrichtung aufweist.
Vorzugsweise ist weiterhin eine Schnittstelleneinrichtung zur Umwandlung des Ausgangssignals des Betätigungselements in ein Signal für einen Personalcomputer- Mauseingang vorgesehen ist. Dies erlaubt es, das Ausgangssignal der Schnittstelleneinrichtung, beispielsweise ein USB-Signal oder ein serielles Standardsignal, direkt an den Mauseingang eines Personalcomputers zu legen, um eine einfache und schnelle Verarbeitung des Signals im Personalcomputer zu ermöglichen. Die Verzweigungseinrichtung und die Schnittstelleneinrichtung können vorzugsweise in einem Gerät verwirklicht werden.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß das Betätigungselement zur Veränderung seiner haptischen Eigenschaften ansteuerbar ist, um dadurch dem Bediener eine fühlbaren Rückmeldung vermitteln zu können. Diese Rückmeldung kann bei einem Drehbetätigungselement beispielsweise ein erhöhtes oder vermindertes Drehmoment sein. Wenn beispielsweise ein mittels eines Drehbetäti- gungselements direkt verstellbarer Antrieb gegen einen erhöhten Widerstand fährt, wird dies dem Bediener über ein erhöhtes Drehmoment an des Drehbetätigungselements vermittelt. Weiterhin kann eine fühlbare Rasterung der Betätigungsbewegung des Betätigungselements erzeugbar sein, beispielsweise dann, wenn der Wert einer zugeordneten Maschineneinrichtung diskret veränderbar ist. Auf eine Rasterung kann verzichtet wer- den, wenn der Wert einer zugeordneten Maschineneinrichtung quasi-analog veränderbar ist. In einem solchen Fall kann auch eine feine Rasterung vorgesehen sein, die für andere Anwendungen auch grober einstellbar sein kann. Weiterhin kann eine Rasterung je nach den jeweiligen Umständen unterschiedlich ausgebildet sein. Weiterhin können Anschläge beispielsweise durch abrupte Drehmomentserhöhung simuliert werden, wel- ehe Anschläge einer zugeordneten Maschineneinrichtung vermitteln. Weitere haptische Eigenschaften des Betätigungselements können ansteuerbar sein. Die Ansteuerung hap- tischer Eigenschaften vereinfacht die Blindbedienung der Maschine, da der Bediener Information haptisch vermittelt bekommt und seine visuelle Aufmerksamkeit beispielsweise auf die Maschine richten kann.
Für eine effiziente Maschinenbedienung ist es zweckmäßig, daß das Betätigungselement in der Nähe des Bildschirms angeordnet ist, damit es durch den Bediener betätigbar ist, während dieser den Bildschirm betrachtet. In bestimmten Bediensituationen kann je-
doch eine Bedienung vorteilhaft sein, bei der sich der Bediener vom Bildschirm entfernt aufhält, beispielsweise an einem entsprechenden Teil der Maschine. Dies betrifft insbesondere die Inbetriebnahme, Fehlersuche und Testbetrieb der Maschine. Zu diesem Zweck ist vorzugsweise ein mobiles Handbediengerät mit einem zweiten Betätigungs- element vorgesehen, das zur Fembedienung von Maschinenfunktionen aktivierbar ist. Die Verbindung des Handbediengeräts mit der Bedieneinheit bzw. mit der Maschine kann beispielsweise über Kabel oder drahtlos erfolgen.
Weitere vorteilhafte Merkmale und Ausfuhrungsformen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen hervor. Dabei zeigen:
Fig. 1 : eine schematische Ansicht einer Bedienvorrichtung;
Fig. 2: eine Übersichtsdarstellung einer Bedieneinheit für eine tabakverarbeitende Maschine;
Fig. 3: eine Ansicht einer ersten Bildschirmdarstellung;
Fig. 4: eine Ansicht einer zweiten Bildschirmdarstellung;
Fig. 5: eine Ansicht einer dritten Bildschirmdarstellung; und
Fig. 6: eine Ansicht einer vierten Bildschirmdarstellung.
Eine Bedienvorrichtung 10 umfaßt einen Flachbildschirm 11, eine Not- Aus- Betätigungseinrichtung 12, ein Drehbetätigungselement 13 mit einer Handhabe 16 für den Bediener, einen Tippdruckschalter 14 und einen Fingerabdrucksensor 15. Die Bedienvorrichtung 10 hat die Form eines flachen Gehäuses, dessen Abmessung im we- sentlichen von denen des Flachbildschirms 11 bestimmt werden. Die Bedien Vorrichtung ist in geeigneter Höhe, d.h. etwa Brusthöhe eines Bedieners, an einer tabakverarbeitenden Maschine angeordnet. Die Darstellung in Fig. 2 ist dahingehend schematisch, als das Drehbetätigungselement 13 und der Bildschirm 11 in der Regel benachbart zuein-
ander angeordnet sind (siehe Fig. 1), so daß das Drehbetätigungselement 13 bedient und gleichzeitig der Bildschirm 11 betrachtet werden kann. Bei dem Drehbetätigungselement 13 handelt es um eine Hardware-Bedieneinrichtung im Gegensatz zu virtuellen, auf dem Bildschirm 11 angezeigten Bedienelementen.
Die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 ist vorzugsweise ein Personalcomputer (PC). Mittels der Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 wird die graphische Bedienoberfläche für die Bedienung der Maschine 20 erzeugt und auf dem Bildschirm 11 zur Anzeige gebracht. Vom Bediener mittels dem berührungsempfindlichen Bild- schirm eingegebene Steuerungsinformationen werden über die Bedienoberflächen- Steuerungseinrichtung 21 an die Maschinensteuerungseinrichtung 22 geleitet, die wiederum entsprechende Steuerbefehle an nicht gezeigte Maschineneinrichtungen (Motoren, Ventile, Sensoren und dergleichen) der Maschine 20 leitet. Umgekehrt werden von den Maschineneinrichtungen der Maschine 20 Zustandsinformationen über die Maschi- nensteuerungseinrichtung 22 an die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 geleitet und von dieser in geeigneter Form auf dem Bildschirm 11 für den Bediener zur Anzeige gebracht.
Das Drehbetätigungselement 13 kann mit einer nicht gezeigten Standardschnittstelle versehen sein. Der Ausgang des Drehbetätigungselements 13 ist über eine Schnittstelleneinrichtung 20 sowohl mit der Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 als auch mit der Maschinensteuerungseinrichtung 22 verbunden. In der Schnittstelleneinrichtung 20 wird das Signal zunächst in ein Signal für die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 und ein Signal für die Maschinensteuerungseinrichtung 22 verzweigt. Insofern stellt die Schnittstelleneinrichtung 20 auch die in den Ansprüchen genannte Verzweigungseinrichtung dar. Das Signal für die Maschinensteuerungseinrichtung 22 kann gegebenenfalls unverändert an diese geleitet werden oder bei Bedarf in ein passendes Format umgewandelt werden. Das Signal für die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 wird mittels einer Schnittstellenschaltung in ein Personalcomputer- Mauseingangssignal umgewandelt, beispielsweise über ein an der Maus vorgesehenes Drehrad. Dieses Signal wird an den Mauseingang der als PC ausgebildeten Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 geleitet, um dort verarbeitet zu werden.
Die graphische Bedienoberfläche besteht aus einer Vielzahl von graphischen, vom Bediener auswählbaren Bildschirmdarstellungen, von denen einige beispielhaft in den Fig. 3 bis 5 gezeigt sind. Eine Bildschirmdarstellung füllt dabei in der Regel die aktive Fläche des Bildschirms 11 aus. Fig. 3 betrifft eine Bildschirmdarstellung mit einer Liste 30 mit Einträgen 300, 301, 302, ..., die eine Vielzahl von Einstellungen/Bedientätigkeiten betreffen. Die Liste 30, die länger ist als der darstellbare Teil der Liste, kann mittels einer Scrollbar 31 durchlaufen werden, um einen jeweils gewünschten Ausschnitt aus der Liste zur Anzeige zu bringen. Die Scrollbar weist zu diesem Zweck wie üblich ein Verschiebeelement 32 auf. Das Verschiebeelement 32 kann durch Antippen und Bewe- gung eines Bedienfingers auf dem Bildschirm 11 verschoben werden. Alternativ dazu kann für eine vereinfachte Bedienung die Schaltfläche 33 zur Aktivierung des Drehbetätigungselements 13 durch Antippen betätigt werden. Das Verschiebeelement 32 kann dann durch Drehen des Drehbetätigungselements 13 nach oben oder unten verschoben werden. Auf diese Weise ist eine fehlerfreie Betätigung der Scrollbar 31 ohne Sicht auf den Bildschirm 11 möglich.
In Fig. 4 zeigt eine schematische Abbildung 40 der Trommeln 400, 401, 402, ..., aus dem Filteransetzer. Für eine Einstellung der relativen Drehgeschwindigkeiten zweier Trommeln können jeweils zwei benachbarte Trommeln ausgewählt werden. Im Beispiel der Fig. 4 sind die ausgewählten Trommeln 410, 411 graphisch hervorgehoben. Die ausgewählten Trommeln 410, 411 sind in einer Detailzeichnung 42 vergrößert dargestellt. Die Auswahl der einzustellenden Trommeln kann beispielsweise durch Antippen auf dem Bildschirm 11 erfolgen. Die Einstellung kann auch durch Betätigung des Drehbetätigungselements 13 erfolgen, wobei mit zunehmender Drehung die einzelnen Trommelpaare durchlaufen werden. Die Trommelpaare werden dabei in einer festgelegten Reihenfolge durchlaufen, so daß eine eindimensionale Verkettung der Trommelpaare bzw. allgemeiner der auszuwählenden Anzeigeelemente besteht. In der Abbildung der Fig. 4 muß das Drehbetätigungselement 13 nicht beispielsweise per Schaltfläche aktiviert werden, sondern ist automatisch der Trommelpaar- Auswahlfunktion zugeord- net.
Für die in den Fig. 3, 4 gezeigten Anwendungen ist es vorteilhaft, wenn die Ausgangssignale des Drehbetätigungselements 13 im wesentlichen unmittelbar an die Bedien-
oberflächen-Steuerungseinrichtung 21 geleitet werden, nicht jedoch erst über die Maschinensteuerungseinrichtung 22, was zu einer nachteiligen merklichen Zeitverzögerung führen würde.
Bei einer Auswahl eines Trommelpaares in Fig. 4 kann das Drehbetätigungselement dazu dienen, die relative Phasenlage der ausgewählten Trommeln mittels eines Stro- boskops bei laufender Maschine einzustellen. In einer weiteren Anwendung kann die Blitzfrequenz von Stroboskopleuchten mittels des Drehbetätigungselements 13 verstellbar sein. In einem weiteren Modus können sich die Trommeln des Filteransetzers in einem festen Geschwindigkeitsverhältnis zur Drehgeschwindigkeit des Drehbetätigungselements bewegen. In diesem Modus hat das Drehbetätigungselement 13 die Funktion eines mechanischen Handrades. Allgemein kann eine Lagesynchronität zwischen des Drehbetätigungselements 13 und einem Antrieb bestehen.
Bei der in Fig. 5 gezeigten Bildschirmdarstellung dient das Drehbetätigungselement 13 zur Einstellung der Maschinendrehzahl. Durch Betätigung der Schaltfläche 50 wird das Drehbetätigungselement 13 aktiviert und gegebenenfalls die Maschine gestartet, so daß bei laufender Maschine eine Drehung des Drehbetätigungselements 13 zu einer unmittelbaren Erhöhung oder Absenkung der Maschinendrehzahl führt, wobei die jeweils aktuelle Maschinendrehzahl in einem Feld 51 angezeigt werden kann. In diesem Modus hat das Drehbetätigungselement 13 die Funktion eines mechanischen Handrades. Für die geschilderte Anwendung ist es vorteilhaft, wenn die Ausgangssignale des Drehbetätigungselements 13 im wesentlichen unmittelbar an die Maschinensteuerungseinrichtung 22 geleitet werden, nicht jedoch erst über die Bedienoberflächen-Steuerungs- einrichtung 21, was zu einer nachteiligen merklichen Zeitverzögerung führen würde. Mittels der Schaltfläche 52 kann der geschilderte Modus wieder verlassen bzw. die Maschine gestoppt werden.
Durch Antippen der Felder 53, 54 kann die Maschinendrehzahl in voreingestellten Schritten abgesenkt bzw. erhöht werden. Durch Betätigen der Schaltfläche 55 kann der in dem Feld 51 angezeigte Sollwert verstellt werden, wobei eine entsprechende Verstellung der Maschinendrehzahl (Istwert) erst nach Betätigung einer nicht gezeigten Bestätigungsschaltfläche und daher nicht in Echtzeit erfolgt. Es könnte auch beispiels-
weise ein Fenster mit einer numerischen Tastatur ähnlich der in Fig. 3 gezeigten eingeblendet werden, mittels der eine gewünschte Maschinendrehzahl exakt eingebbar ist. Nach Betätigung einer nicht gezeigten, der Tastatur zugeordneten Bestätigungsschaltfläche wird die Maschinendrehzahl auf den gewünschten Wert eingestellt. Aufgrund der Eingabe des Wertes ist dies mit einer entsprechenden Zeitverzögerung verbunden, die Steuerung würde in diesem Fall nicht in Echtzeit erfolgen.
Durch Betätigung der Schaltfläche 56 kann insbesondere ein Modus eingestellt werden, in dem eine Betätigung des Tippdruckschalters 14 bewirkt, daß die Maschine solange mit der voreingestellten, gegebenenfalls im Feld 51 angezeigten Drehzahl betrieben wird, wie der Tippdruckschalter 14 vom Bediener gedrückt gehalten wird. Dieser Modus kann durch Betätigung der Schaltfläche 52 beendet werden. Der Tippdruckschalter 14 kann auch anderen Maschineneinrichtungen zuordnbar sein.
Der Tippdruckschalter 14 ist nicht als virtuelle Schaltfläche in der Bedienoberfläche, sondern als separates Hardware-Element, vorzugsweise mit spürbarem Schaltpunkt ausgeführt. Bei einer virtuellen Schaltfläche kann es nämlich erforderlich sein, die zugeordnete Maschineneinrichtung ein- und wieder auszuschalten, was aufgrund zweier separater Bedienvorgänge umständlich und eventuell ungenau ist. Weiterhin kann es ohne Rückmeldung an den Bediener zu Fehlbedienungen kommen. Mittels des Tippdruckschalters 14 wird daher ebenfalls die Aufgabe einer vereinfachten Maschinenbedienung und insbesondere einer Verhinderung von Fehlbedienungen erzielt. Daher ist der auf den Tippdruckschalter 14 gerichtete Unteranspruch gegebenenfalls eigenständig schützfähig, d.h. in einer nur auf den Oberbegriff des Anspruchs 1 rückbezogenen Form. Weiterhin lassen sich Teile der obigen Beschreibung entsprechend auf den Tippdruckschalter 14 übertragen, insbesondere bezüglich der Ansprüche 3 bis 10. Beispielsweise kann ein mobiles Handgerät einen zweiten Tippdruckschalter aufweisen. Der Tippdruckschalter 14 kann auch in das Drehbetätigungselement 13 integriert sein, so daß ein Drücken desselben die Schaltfunktion auslöst. Schließlich kann der Tippschalter 14 auch als Betätigungselement im Sinne von Anspruch 1 aufgefaßt werden.
Bei der in Fig. 6 gezeigten Bildschirmdarstellung dient das Drehbetätigungselement 13 ebenfalls zur Einstellung der Maschinendrehzahl. Durch Betätigung der Schaltfläche 80
„Manuelle Drehzahlvorgabe" wird das Anzeigefeld 81 für den Maschinendrehzahl- Sollwert sowie das Drehbetätigungselement 13 automatisch aktiviert, was durch die Statusanzeige 82 angezeigt wird. Der Maschinendrehzahl-Istwert wird jederzeit in dem Anzeigefeld 84 angezeigt.
Die Funktion des Drehrades hängt davon ab, ob die Maschine steht oder läuft. Bei stehender Maschine (siehe Fig. 6) führt die Betätigung des Drehbetätigungselements 13 zunächst nur zu einer Verstellung des in dem Anzeigefeld 81 angezeigten Sollwerts. Erst nach dem Hochfahren der Maschine infolge der Betätigung der Startschaltfläche 83 fährt die Maschinendrehzahl auf den eingestellten Sollwert.
Bei laufender Maschine führt eine Drehung des Drehbetätigungselements 13 zu einer unmittelbaren Erhöhung oder Absenkung der Maschinendrehzahl, wobei die jeweils aktuelle Maschinendrehzahl in dem Feld 84 angezeigt wird. In diesem Modus hat das Drehbetätigungselement 13 die Funktion eines mechanischen Handrades. Für diese Anwendung ist es vorteilhaft, wenn die Ausgangssignale des Drehbetätigungselements 13 im wesentlichen unmittelbar sowohl an die Bedienoberflächen-Steuerungseinrichtung 21 als auch an die Maschinensteuerungseinrichtung 22 geleitet werden.
Durch erneute Betätigung der Schaltfläche 80 kann der geschilderte Modus wieder verlassen werden. Das Drehbetätigungselement kann dann deaktiviert bzw. funktionslos geschaltet werden; das Anzeigefeld 81 kann deaktiviert werden.
Mittels des Fingerabdrucksensors 15 kann sich ein Bediener an der Bedienvorrichtung anmelden. Die Bedieneinheit kann den Bediener erkennen, ihn einer bestimmten Nutzergruppe (einfacher Bediener, Servicetechniker etc.) zuordnen und ihm entsprechende Privilegien verleihen. Die Verwendung eines Fingerabdrucksensors ist eine besonders einfache Form der Autorisierung, die insbesondere den Vorzug hat, daß sie keine verlierbaren Teile wie beispielsweise Schlüssel umfaßt. Die Verwendung eines Fingerab- drucksensors für eine Autorisierungseinrichtung ist gegebenenfalls eigenständig schutzwürdig, d.h. in einer nur auf den Oberbegriff von Anspruch 1 rückbezogenen Form.