Apparat zur Durchführung einer Anastomose
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung einer Anastomose mit einer genähten Verbindung zwischen einem endständigen Stumpf eines ersten Hohlorgans und einer Seitenwand eines zweiten Hohlorgans.
Bei der Durchführung einer Anastomose nach dem klassischen Operationsverfahren muss der Brustkorb durch eine Längsteilung des Brustbeins so weit geöffnet werden, dass der Operateur einen direkten Zugang zum Herz hat.
Heute sind auch mikrochirurgische Techniken für die mikroskopische Herzchi- rurgie in Gebrauch. Bekannt ist beispielsweise ein Telemanipulationssystem, bei dem der Operateur von einer Masterkonsole aus über zwei Instrumentengriffe den Eingriff steuert. Bewegungssensoren nehmen die Bewegungen des Operateurs an den Instrumentengriffen wahr und übertragen diese prozessgesteuert auf drei Manipulatoren, welche ein Videoskop sowie zwei auswechsel- bare endoskopische Instrumente führen. Die Instrumente verfügen an der Spitze über ein miniaturisiertes mechanisches Handgelenk, mit dem auch feinste Bewegungen, wie sie zum Nähen einer Anastomose erforderlich sind, ermöglicht werden.
Ein wesentlicher Nachteil heutiger Telemanipulationssysteme liegt darin, dass die Durchführung komplexer Bewegungen, wie sie etwa einem Nähvorgang zugrunde liegen, schwierig ist und vom Operateur zur präzisen Steuerung eines gewünschten Bewegungsablaufes über das Videoskop viel Übung erfordert. Der Chirurg muss den Nähvorgang ohne taktiles Feedback rein visuell selber durchführen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs ge-
nannten Art zu schaffen, mit denen die Herstellung der genähten Verbindung vereinfacht und damit das Arbeiten von Hand, mit Telemanipulatoren oder mit Robotern erleichtert werden kann.
Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt eine Vorrichtung umfassend - einen Halter mit einem diesen von einer Eintrittsseite zu einer Austrittsseite durchsetzenden Führungsschlitz zur Durchführung des endständigen Stumpfes des ersten Hohlorgans, - einen an der Austrittsseite des Halters angeordneten Amboss zum Umlegen des endständigen Stumpfes des ersten Hohlorgans nach aussen gegen eine Aussenwand des Ambosses und Einführen in eine Öffnung in der Seitenwand des zweiten Hohlorgans, - zwei am Halter schwenkbar angelenkte Klemmbacken mit je einer in einer Schliessposition der Aussenwand des Ambosses gegenüberliegenden und der dem umgelegten endständigen Stumpf des ersten Hohlorgans im Bereich der Öffnung aufliegenden Seitenwand des zweiten Hohlorgans anlie- genden Klemmfläche, - zwei im Bereich des Ambosses in der Schliessposition vom Halter und den Klemmbacken gebildete Führungskanäle und - zwei in die Führungskanäle einsetzbare Helixnadeln zum Durchstechen der an der Aussenwand des Ambosses aufeinander liegenden Teile der Hohl- organe und Einbringen eines die Hohlorgane verbindenden Fadens.
Bei einer bevorzugten Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung umfasst der Amboss zwei an der Austrittsseite des Halters beidseits des Führungsschlitzes angeordnete Stege.
Zur leichteren Einführung des endständigen Stumpfes des ersten Hohlorgans ist der Führungsschlitz zweckmässigerweise an der Eintrittsseite des Halters erweitert, wobei die Öffnung des Führungsschlitzes allgemein ein Verhältnis von Länge zu Breite von etwa 1:3 bis 1:20 aufweist, d.h. der Führungsschlitz
einen flachen Querschnitt besitzt. Da aus strömungstechnischen Gründen ein möglichst kleiner Eintrittswinkel des ersten Hohlorgans in die Seitenwand des zweiten Hohlorgans erwünscht ist, liegt das bevorzugte Verhältnis von Länge zu Breite in vielen Fällen zwischen etwa 1:10 und 1:20.
Zur Positionierung und Sicherung der Hohlorgane können von der Aussenwand des Ambosses und von den Klemmflächen abragende Positionierhaken vorgesehen sein.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist in der Wand jedes Führungskanals eine helixförmig verlaufende Führungsnut angeordnet und die Seitenwände der Führungsnut sind von einem als Stützfläche für die Hohlorgane dienenden Führungssteg gebildet. Die Helix- nadeln und die Führungskanäle können eine gerade oder eine gekrümmte Form aufweisen.
Zweckmässigerweise ragt von jeder Klemmbacke seitlich ein koaxial zum Führungskanal angeordnetes hohlzylindrisches Aufnahmeteil für je eine Helixnadel ab. Jedem Aufnahmeteil ist auf der gegenüberliegenden Seite der Klemmbacke ein von dieser abragendes, koaxial zum Führungskanal angeordnetes hohlzylindrisches Schalenteil zugeordnet.
Bei einer weiter bevorzugten Vorrichtung ragt von einer Seite des Halters ein Halteflügel ab.
An der Austrittsseite des Halters können im Bereich des Führungsschlitzes zwei zur Einführung in das zweite Hohlorgan vorgesehene Positionierhilfen für den Halter über je einen vorzugsweise biegsamen Befestigungsdraht festgelegt sein.
Weitere Vorteile, Merkmaie und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie an-
hand der Zeichnung; diese zeigt schematisch in
- Fig. 1 eine Schrägsicht von oben auf eine Vorrichtung zur Durchführung einer Anastomose mit einer offenen und einer geschlossenen Klemmbacke;
- Fig. 2 eine Schrägsicht von unten auf die Vorrichtung von Fig. 1 ;
- Fig. 3 ein vergrössertes Detail des Bereichs A von Fig. 2;
- Fig. 4 ein vergrössertes Detail des Bereichs B von Fig. 2;
- Fig. 5 eine Schrägsicht von oben auf die Vorrichtung von Fig. 1 mit beiden Klemmbacken in Schliessstellung;
- Fig. 6 eine Schrägsicht von unten auf die Vorrichtung von Fig. 5;
- Fig. 7 eine Draufsicht auf die Vorrichtung von Fig. 5;
- Fig. 8 eine Druntersicht auf die Vorrichtung von Fig. 5;
- Fig. 9 einen Schnitt durch die Vorrichtung von Fig. 8 nach deren Linie l-l mit den zur Durchführung einer Anastomose positionierten Hohlorganen, mit den Klemmbacken in Offenstellung;
- Fig. 10 die Vorrichtung von Fig. 9 mit den Klemmbacken in Schliessstellung;
- Fig. 11 eine Draufsicht auf eine erste Ausführungsform einer Helixnadel; - Fig. 12 eine Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform einer Helixnadel;
- Fig. 13 eine Draufsicht auf eine dritte Ausführungsform einer Helixnadel;
- Fig. 14 eine Schrägsicht auf eine Vorrichtung zum Halten, Öffnen und Schliessen der Vorrichtung von Fig. 1 ;
- Fig. 15 ein vergrössertes Detail des Bereichs A von Fig. 14; - Fig. 16 das Detail von Fig. 15 aus einem anderem Blickwinkel;
- Fig. 17 einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zum Halten und Drehen einer Helixnadel;
- Fig. 18 ein vergrössertes Detail des Bereichs A von Fig. 17;
- Fig. 19 ein vergrössertes Detail des Bereichs B von Fig. 17; - Fig. 20 den Längsschnitt durch das um 90° gedrehte Detail von Fig. 19;
- Fig. 21 einen Teil des Details von Fig. 18 mit einem Verbindungsglied zum
lösbaren Befestigen einer Helixnadel; - Fig. 22 den Teil von Fig. 21 mit dem Verbindungsglied in Fixierstellung.
Eine in den Fig. 1 bis 10 dargestellte Vorrichtung 10 zur Durchführung einer Anastomose zwischen einem endständigen Stumpf 14 einer für die Versorgung der linken Brusthälfte mit arteriellem Blut erantwortlichen Arterie (Left Infernal Mammary Artery, LIMA) 12 und einer Koronararterie (Coronary Artery, CA) 16 über eine in diese geschnittene Öffnung 18 weist einen Halter 20 mit einem diesen von einer Eintrittsseite 22 zu einer Austrittsseite 24 durchsetzenden Füh- rungsschlitz 26 zur Durchführung des endständigen Stumpfes 14 der LIMA 12 auf. Die Öffnung des Führungsschlitzes 26 weist im vorliegenden Beispiel ein Verhältnis von Länge I zu Breite b von etwa 1:7 auf und liegt im Allgemeinen zwischen etwa 1 :3 und 1 :20, d.h. die LIMA 12 erhält durch den Führungsschlitz 26 einen flachen Querschnitt. An der Eintrittsseite 22 des Halters 20 weist der Führungsschlitz 26 zur Verbreiterung und damit zur leichteren Einführung des endständigen Stumpfes 14 der LIMA 12 entsprechend gekrümmte Innenwände 28, 30 auf. An der Austrittsseite 24 des Halters 20 bilden die Innenwände 28, 30 des Führungsschlitzes 26 auch Innenwände von zwei vom Halter 20 abragenden Stegen 32, 34 mit parallel zu den Innenwänden 28, 30 verlaufenden Aus- senwänden 36, 38. Über die freien Enden 40, 42 der einen Amboss bildenden Stege 32, 34 wird der durch den Führungsschlitz 26 eingeführte endständige Stumpf 14 der LIMA 12 nach aussen umgelegt.
An der Eintrittsseite 22 des Halters 20 ist auf beiden Seiten des Führungsschlit- zes 26 je eine Klemmbacke 44, 46 um parallel zur Längsseite des Führungsschlitzes 26 liegende Drehachsen 48, 50 schwenkbar gelagert. Die Klemmbacken 44, 46 weisen je eine Klemmfläche 52, 54 auf, die in Schliessstellung der Klemmbacken 44, 46 den Aussenwänden 36, 38 der Stege 32, 34 des Ambosses gegenüberliegen. An der Rückseite der Klemmbacken 44, 46 sind Aus- nehmungen 45, 47 vorgesehen, so dass der Führungsschlitz 26 auch bei geöffneten Klemmbacken zugänglich ist.
In Schliessstellung der Klemmbacken 44, 46 begrenzen diese im Bereich der Stege 32, 34 zusammen mit dem Halter 20 parallel zu den Stegen 32, 34 verlaufende Führungskanäle 56, 58. In die zylindrische Wand jedes Führungskanals 56, 58 ist eine helixförmig verlaufende Führungsnut 60, 62 für eine Helix- nadel 98 (Fig. 11 bis 13) mit entsprechend den Dimensionen der Führungsnut vorgegebenen Werten für Durchmesser D und Steigung a eingearbeitet. Mit diesen Parametern werden Stichabstand und Stichhöhe eingestellt.
Ein erster Teil der Führungsnut 60, 62 liegt in der entsprechenden Klemmbacke 44, 46, der zweite Teil im Halter 20 einschliesslich der Stege 32, 34. Die Führungsnut 60, 62 ergibt sich als Ganzes erst in der Schliessstellung der Klemmbacken 44, 46. Die Seitenwände der Führungsnut 60, 62 bildet ein entsprechend der Führungsnut helixförmig verlaufender Führungssteg 64, 66, dessen freies Ende 68,70 eine Stützfläche für die LIMA 12 bzw. die CA 16 an den Ge- webe-Ein- und Austrittstellen der Nadelspitze anbietet. Durch eine definierte Änderung des Abstandes e vom Zentrum des Führungskanals zu den freien Enden 40, 42 der Stege 32, 34 kann der gewünschte Stichabstand zum Rand der LIMA 12 und der CA 16 eingestellt werden.
Von jeder Klemmbacke 44, 46 ragt seitlich je ein koaxial zum Führungskanal 56, 58 angeordnetes hohlzylindrisches Aufnahmeteil 76, 78 für je eine Helixnadel ab. Jedem Aufnahmeteil 76, 78 ist auf der gegenüberliegenden Seite der Klemmbacke 44, 46 ein von dieser abragendes, koaxial zum Führungskanal 56, 58 angeordnetes hohlzylindrisches Schalenteil 80, 82 zur Auflage der aus dem Führungskanal 56, 58 austretenden Helixnadel zugeordnet. Das Schalenteil 80, 82 trennt die Helixnadel vom Gewebe der CA 16 und verhindert ein Hängenbleiben der Helixnadel beim Herausdrehen der Nadel.
Von den Aussenwänden 36, 38 der Stege 32, 34 und den Klemmflächen 52, 54 und ragen kleine Positionierhaken 72 bzw. 74 ab (Fig. 3 und 4). Die Positionierhaken 72 an den Stegen 32, 34 dienen der Fixierung der an den Stegen umgelegten LIMA 12 und bei entsprechender Hakenlänge auch der CA 16, die Posi-
tionierhaken 74 an der Klemmfläche 52, 54 der Fixierung der im Bereich der Öffnung 18 der LIMA 12 anliegenden CA 16 und bei entsprechender Hakenlänge auch der LIMA 12 (Fig. 9 und 10).
Von einer die Führungskanäle 56, 58 begrenzenden Seite des Halters 20 ragt mittig ein Halteflügel 84 in einem Winkel von etwa 60° nach oben ab. Der Halteflügel 84 ist an seinem freien Ende mit einem Anschlag 86 und mit einer Klemmplatte 88, an der die Vorrichtung 10 beispielsweise mit einer Operationszange oder mit einem Robotergreifer klemmend festgehalten werden kann, ausgestattet. Die hohizylindrischen Aufnahmeteile 76, 78 ermöglichen, die Vorrichtung 10 mit vorpositionierten Helixnadeln in den Operationsbereich zu führen.
An der Austrittsseite 24 des Halters 20 sind im Bereich der Schmalseiten des Führungsschlitzes 26 zwei schräg nach unten und aussen abragende Positionierhilfen 90, 92 unterschiedlicher Länge über je einen biegsamen Befestigungsdraht 94, 96 festgelegt. Die Positionierhilfen 90, 92 dienen zur Positionierung des Halters 20 mit eingespannter LIMA 12 in der CA 16 und werden durch die Öffnung 18 in beiden Richtungen in die CA 16 eingeführt.
Nachfolgend wird die gegenseitige Positionierung der LIMA 12 und der CA 16 innerhalb der Vorrichtung 10 anhand der Fig. 9 und 10 näher erläutert.
Bei geöffneten Klemmbacken 44, 46 wird die LIMA 12 von der Eintrittsseite 22 des Halters 20 in den Führungsschlitz 26 eingeführt und hierbei auf einen flachen Querschnitt zusammengedrückt. Nach dem Austritt aus dem Führungsschlitz 26 auf der Austrittsseite 24 des Halters 20 wird der endständige Stumpf 14 um die Stege 32, 34 nach aussen umgelegt und über die Positionierhaken 72 gegen ein Zurückklappen in seine Ausgangslage und gegen ein Abrutschen an den Aussenwänden 36, 38 der Stege 32, 34 gesichert. Der Halter 20 wird über die Öffnung 18 der CA 16 geführt. Die längere Positionierhilfe 90 wird zuerst durch die Öffnung 18 in der einen Richtung in die CA 16 eingeführt. An-
schliessend wird die kürzere Positionierhilfe 92 durch die Öffnung 18 in der anderen Richtung in die CA 16 eingeführt. Der vorbereitete endständige Stumpf 14 der LIMA 12 wird nun so in der Öffnung 18 der CA 16 positioniert, dass die Innenseite der CA 16 der nach aussen umgeklappten Innenseite der LIMA 12 aufliegt und die CA 16 über die Positionierhaken 72 gesichert wird. In dieser Position werden die Klemmbacken 44, 46 nacheinander geschlossen, und die CA 16 sowie die LIMA 12 werden durch die von den Klemmflächen 52, 54 abragenden Positionierhaken 74 gegen Abrutschen gesichert.
Die in den Fig. 11 bis 13 beispielhaft gezeigten Helixnadeln 98 sind an dem der Nadelspitze 100 entfernten Ende mit einer Achse 102 verbunden und werden durch Drehen der Achse von Hand oder über einen elektrischen, pneumatischen, hydraulischen oder sonst wie gearteten Antrieb durch die Führungsnuten 60, 62 bewegt. Bei jedem Umgang der Helixnadel 98 in der Führungsnut 60, 62 erfolgt ein Durchstechen der LIMA 12 und der CA 16 im Bereich der Stege 32, 34 und das Austreten der Nadelspitze 100 im Bereich der Klemmflächen 52, 54. Durch die Drehbewegung der Achse 102 „schraubt" sich die Helixnadel 98 durch das Gewebe. Ein von der Helixnadel 98 mitgeführter Faden 104 führt zur gewünschten Nähverbindung. Der Faden 104 kann am Nadelende der He- lixnadel 98 befestigt sein und von der Nadel nachgezogen werden (Fig. 11). Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Faden 104 in einer hohlen Helixnadel 98 mitzuführen (Fig. 12). Es ist aber auch möglich, den Faden 104 an der Nadelspitze 100 zu befestigen (Fig. 13). Beim Austritt der Nadelspitze 100 aus der Führungsnut 60, 62 wird der Faden 104 gefasst und die Helixnadel 98 an- schliessend mit umgekehrter Drehrichtung rückwärts aus der Führungsnut 60, 62 herausgedreht. Der Stichabstand und die Stichhöhe bei einer Nähverbindung kann durch entsprechende Wahl der Steigung a und des Durchmessers D der Helixnadel 98 vorgegeben werden.
Eine alternative Verbindung der Helixnadel 98 mit einer Antriebseinheit ist in Fig. 22 dargestellt und weiter unten im Zusammenhang mit der Vorrichtung ge- mäss den Fig. 17 bis 22 näher beschrieben.
Es versteht sich von selbst, dass die Enden der im Gewebe zurückbleibenden Fäden gegen Herausrutschen gesichert werden müssen. Bekannte Sicherungen sind beispielsweise Knoten, Clips, Briden, Klemmen und Kleb- bzw. Schweissverbindungen.
Nach dem Vernähen von LIMA 12 und CA 16 kann die Vorrichtung 10 beispielsweise an einer Sollbruchstelle in zwei Teile getrennt und aus dem Operationsbereich entfernt werden. Die Vorrichtung 10 kann aber auch aufgeschnitten werden.
Eine in den Fig. 14 bis 16 dargestellte Vorrichtung zum Öffnen und Schliessen der Klemmbacken 44, 46 ermöglicht eine sichere Handhabung der Vorrichtung 10 während der Dauer des medizinischen Eingriffs. Die Basis der Vorrichtung bildet eine Endoskopiezange 108 mit an einem Ende eines ersten Führungsrohrs 110 angeordneten Zangenbacken 112, 113, die über einen im Führungsrohr 110 verlaufenden Kabelzug mittels eines am anderen Ende des Führungsrohrs 110 festgelegten Betätigungsgriffes 114 aufeinander zu und voneinander weg bewegt und mittels eines Feststellhebels 116 in jeder Klemmstellung arre- tiert werden können. Im Gebrauch liegen die Zangenbacken 112, 113 dem Anschlag 86 am Halteflügel 84 der Vorrichtung 10 an und umklammern die Klemmplatte 88.
Von der Endoskopiezange 108 erstrecken sich zwei weitere Führungsrohre 118, 120 entlang des Führungsrohres 110 bis in den Bereich der Zangenbacken 112, 113. Diese beiden Führungsrohre 118, 120 sind von je einem Steuerdraht 122, 124 durchsetzt. Jeder Steuerdraht 122, 124 ist an seinem dem Betätigungsgriff 114 der Endoskopiezange 108 nahen Ende mit einer Steuerscheibe 126, 128 ausgestattet. Am anderen Ende jedes Steuerdrahtes 122, 124 ist nach seinem Austritt aus dem Führungsrohr 118, 120 je ein Endstück 130, 132 durch eine zweifache gegenläufige Abwinklung parallel zur Steuerdrahtachse versetzt angeordnet und an seinem freien Ende mit einer Bohrung 134,
136 versehen.
An der Rückseite jeder Klemmbacke 44, 46 der von den beiden Zangenbacken 112, 113 gehaltenen Vorrichtung 10 ist das eine Ende eines Spannfadens 138, 140 befestigt. Jeder Spannfaden 138, 140 durchsetzt die Bohrung 134, 136 eines der Steuerdrähte 122, 124 und ist mit seinem anderen Ende an einer in einer parallel zu den beiden Führungsrohren 118, 120 angeordneten rohrförmi- gen Fadenaufnahme 142 angeordneten Feder befestigt.
Zum Schliessen der Klemmbacken 44, 46 der Vorrichtung 10 werdeη die Steuerdrähte 122, 124 durch Drehen der Steuerscheiben 126, 128 um etwa eine Vierteldrehung gegen die Kraft einer auf die der Steuerscheiben 126, 128 wirkenden Torsionsfeder gedreht und in Richtung der Klemmbacken 44, 46 verschoben, wodurch diese um ihre Drehachse 48, 50 in die Schliesslage gedreht werden. Beim Loslassen der Steuerscheiben 126, 128 legen sich die Endstücke 130, 132 selbsttätig an die Rückseite der Klemmbacken 44, 46 an und arretieren diese in ihrer Schliessstellung. Zum Öffnen der Klemmbacken 44, 46 werden die Steuerdrähte 130, 132 zurückgezogen. Gleichzeitig werden die Klemmbacken 44, 46 von den unter Zugspannung stehenden Spannfäden 138, 140 geöffnet.
Eine in den Fig. 17 bis 22 dargestellte Vorrichtung zum Halten, Positionieren und Ausführen der Drehbewegung einer mit der Vorrichtung 10 zu verwendenden Helixnadel 98 weist eine schlauchförmige Führung 144 mit einem koni- sehen Endstück 146 auf. In der Führung 144 lagert eine flexible Hohlwelle 148 mit einem zentralen Spanndraht 150.
An ihrem aus dem konischen Endstück 146 der Führung 144 austretenden Ende weist die Hohlwelle 148 einen Stopper 152 mit einer Anschlagfläche154 für ein vom Spanndraht 150 durchsetztes, hohlzylindrisches Spreizteil 156 aus Gummi auf. Dem aus dem Gummi-Spreizteil 156 austretenden Ende des Spanndrahtes 150 ist ein Abschlussteil 158 mit einer Gegenanschlagfläche 160
für das Spreizteil 156 aufgesetzt. An ihrem anderen Ende ist die Hohlwelle 148 mit einem aus der Führung 144 austretenden Schaft 162 mit Längsschlitz 164 verbunden. Ein den Schaft 162 umschliessendes und auf diesem verschiebbares Spannstück 166 weist zwei von diesem seitlich abragende Griffteile 168, 170 auf. In einem der Griffteile 168 ist eine Feststellschraube 172 zum Festsetzen des aus der Hohlwelle 148 austretenden und im Längsschlitz 164 im Schaft 162 weitergeführten Spanndrahtes 150 am Spannstück 166 angeordnet. Das freie Ende des Schaftes 162 ist mit einem Drehknopf 174 ausgestattet.
Wie in Fig. 21 gezeigt, wird das den Spanndraht 150 umschliessende Spreizteil 156 aus Gummi zur Herstellung einer Antriebskupplung in ungespanntem Zustand des Spanndrahtes 150 vom Ende her in die Helixnadel 98 eingeführt. An- schliessend wird der Spanndraht 150 durch Verschieben des Spannstücks 166 auf dem Schaft 162 gegen den Drehknopf 174 hin zurückgezogen. Dadurch verschiebt sich auch das auf dem Ende des Spanndrahtes 150 sitzende Abschlussteil 158 mit der Gegenanschlagfläche 160 in Richtung auf den Stopper 152 mit der Anschlagfläche 154. Das in der Spanndrahtachse komprimierte Gummi-Spreizteil 156 weicht in radialer Richtung aus und legt sich unter Bildung einer kraftschlüssigen Verbindung an die Windungen der Helixnadel 98 an (Fig. 22). In dieser Lage wird das Spannstück 166 mittels einer Arretierschraube 176 auf dem Schaft 162 fixiert, und die Helixnadel 98 kann durch manuelle Betätigung des Drehknopfes 174 in eine entsprechende Drehbewegung versetzt werden. Anstelle einer Handbetätigung der Vorrichtung über den Drehknopf 174 kann der Schaft 162 auch mit einem Antriebsmotor verbunden werden. Nach erfolgtem Nähvorgang wird das Spreizteil 156 durch Lösen der Arretierschraube 176 entlastet und kann so wieder aus dem Ende der Helixnadel 98 herausgezogen werden. Anstelle eines Gummi-Spreizteils 156 können beispielsweise auch mehrteilige Spreizkörper mit aufeinander gleitenden Keilflächen eingesetzt werden.