Beschreibung
Verfahren und Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung eines zu sendenden Datensymbols in einem Mehrträger-Datenübertragungssystem, bei dem das zu sendende Datensymbol eine Funktion einer Vielzahl von innerhalb eines vorgegebenen Zeitintervalls vorgesehener Signale ist und jedes dieser Signale einem Träger zugeordnet ist, wobei jeder Träger jeweils mindestens eine Frequenz aus einem Sendedatenspektrum belegt, wobei zumindest ein Träger reserviert ist, der nicht oder zumindest nicht in vollem Umfang für die Datenübertragung vorgesehen ist.
In der modernen Telekommunikation spielt die hochbitratige Datenübertragung auf einer Teilnehmerleitung eine zunehmend größere Rolle, insbesondere deshalb, da man sich von ihr eine größer nutzbare Bandbreite der zu übertragenden Daten kombi- niert mit einer bidirektionalen Datenkommunikation verspricht .
Eine Technik, die in jüngster Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die sogenannte Mehrträger-Datenübertragung, die auch als "Multi-Carrier"-Übertragung, als „Discrete Multitone (DMT)" Übertragung oder als „Orthogonal Frequency Division Multiplexing (OFDM)" Übertragung bekannt ist. Eine solche Datenübertragung wird beispielsweise bei leitergebundenen Systemen, aber auch im Funkbereich, für Broadcast-Systeme und für den Zugang zu Datennetzen verwendet. Solche Systeme zur
Übertragung von Daten mit Mehrträgerübertragung verwenden eine Vielzahl von Trägerfrequenzen, wobei für die Datenübertragung der zu übertragende Datenstrom in viele parallele Teilströme zerlegt wird, welche im Frequenzmultiplex unabhängig voneinander übertragen werden. Diese Teilströme werden auch als Einzelträger bezeichnet.
Ein Vertreter der Mehrträger-Datenübertragung ist die ADSL- Technik, wobei ADSL für „Asymmetrie Digital Subscriber Line" steht. Mit ADSL ist eine Technik bezeichnet, die die Übertragung eines hochbitratigen Bitstromes von einer Zentrale zum Teilnehmer und eines niederbitratigen, vom Teilnehmer zu einer Zentrale führenden Bitstromes erlaubt. Bei dieser Technik wird die Telekommunikationsleitung in zumindest einen Kanal für herkömmliche Telefondienste (also Sprachübertragung) und mindestens einen weiteren Kanal für die Datenübertragung un- terteilt.
Wenngleich bereits sehr viele Probleme bei solchen Mehrträger-Datenübertragungssystemen wie ADSL gelöst sind, bleiben immer noch einige Probleme ungelöst.
Ein mit dieser Mehrträger-Datenübertragung einher gehendes Problem ergibt sich dadurch, dass infolge der Überlagerung sehr vieler Einzelträger sich diese kurzzeitig zu sehr hohen Spitzenwerten im Sendesignal aufaddieren können. Das Verhält- nis von Spitzenwert zu Effektivwert wird als Crestfaktor, sein Quadrat als PAR (Peak to Average Ratio) bezeichnet. Speziell bei Mehrträgersystemen wie ADSL kann der Crestfaktor sehr groß - zum Beispiel größer als 6 - werden. Auch wenn diese Spitzenwerte in der sich daraus ergebenden Amplitude sehr selten und typischerweise nur für sehr kurze Zeitdauern vorhanden sind, stellen sie einen großen Nachteil der Mehrträger-Datenübertragung dar.
Ein großer Crestfaktor verursacht verschiedene Probleme im Gesamtsystem der Datenübertragung:
Die maximal mögliche Aussteuerung der Digital/Analog-Wandler und der analogen Schaltungsteile, zum Beispiel Filter und Leitungstreiber, müssen in ihrem Aussteuerbereich und ihrer Dynamik bzw. Auflösung für die maximal vorkommenden Spitzenwerte ausgelegt sein. Das bedeutet, diese Schaltungsteile müssen wesentlich größer dimensioniert sein, als die effekti-
ve Aussteuerung. Dies geht mit einer entsprechend hohen Betriebsspannung einher, was unmittelbar auch zu einer hohen Verlustleistung führt. Speziell bei Leitungstreibern, die im Allgemeinen eine nicht zu vernachlässigende Nichtlinearität aufweisen, führt dies zu einer Verzerrung des zu sendenden Signals .
Ein weiteres Problem der Datenübertragung bei hohen Crestfak- toren besteht darin, dass ein sehr hoher Spitzenwert im Sen- designal die maximal mögliche Aussteuerung überschreiten kann. In diesem Falle setzt eine Begrenzung des Sendesignals ein - man spricht hier von einem Clipping. In diesen Fällen repräsentiert das Sendesignal aber nicht mehr die ursprüngliche Sendesignalfolge, so dass es zu Übertragungsfehlern kommt.
Aus diesem Grunde besteht bei Mehrträger-Datenübertragungssystemen der Bedarf, solche Spitzenwerte weitestgehend zu unterdrücken oder zu vermeiden. Dieses Problem ist in der Lite- ratur unter dem Begriff Crestfaktor-Reduzierung oder auch
PAR-Reduzierung bekannt. Es existieren hier mehrere Lösungsansätze zur Reduzierung des Crestfaktors :
Bei einem bekannten Verfahren werden einige Träger oder Trä- gerfrequenzen aus dem Mehrträger-Datenübertragungssystem reserviert (typischerweise etwa 5% des Spektrums) . Aus diesen reservierten Trägern wird eine Funktion im Zeitbereich mit möglichst hohem, zeitlich schmalem Spitzenwert erzeugt, die das Korrektursignal bzw. den sogenannten Kernel bildet. Ite- rativ wird dieser Kernel, der lediglich die reservierten Träger belegt, mit einem Amplitudenfaktor gewichtet, der proportional der Differenz von maximalem Spitzenwert und gewünschtem Maximalwert ist, und im Zeitbereich vom Sendesignal subtrahiert. Dabei wird der Kernel an die Stelle des entspre- chenden Spitzenwertes des Sendesignals, der für den überhöhten Crestfaktor verantwortlich ist, zyklisch verschoben. Der Verschiebungssatz der DFT-Transformation stellt sicher, dass
auch nach der Verschiebung nur die reservierten Träger belegt werden.
In der internationalen Patentanmeldung WO 03/026240 A2 ist ein auf dem vorstehend beschriebenen Verfahren aufbauendes Verfahren beschrieben, bei dem Spitzenwerte im zu sendenden Zeitsignal, die für einen zu hohen Crestfaktor verantwortlich sind, durch iterative Berechnung des Korrektursignals reduziert werden. Dabei findet eine Überabtastung des Eingangs- Signals sowie eine Modellierung der der Schaltung zur
Crestfaktor-Reduzierung nachgeschalteten Filter bzw. Filterkette statt, um dadurch eine hohe Qualität der Datenübertragung und damit eine optimale Crestfaktor-Reduzierung zu gewährleisten.
Die oben beschriebenen Verfahren bauen auf der Existenz, Manipulation und iterativer Anwendung von Korrektursignalen im Zeitbereich - den sogenannten Kernels - auf. Diese im Zeitbereich arbeitenden Verfahren sind durch ihre Schnelligkeit und geringe Komplexität gekennzeichnet.
Nachteilig an den eben beschriebenen Verfahren ist einerseits, dass aus dem Datenspektrum einige Träger reserviert werden müssen, die zur Herstellung des Korrektursignals (Ker- nels) verwendet werden und die somit nicht mehr für die Datenübertragung zur Verfügung stehen. Die Datenübertragungsrate eines derartigen Multiträger-Datenübertragungssyste s und damit auch seine Leistungsfähigkeit sinkt daher abhängig von der Anzahl der reservierten Träger.
Darüber hinaus ist für eine hohe Qualität der Datenübertragung und somit für eine möglichst gute Crestfaktor- Reduzierung eine iterative Modifikation des zu sendenden Datensignals durch ein Korrektursignal erforderlich, was die Komplexität der Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung bzw. des entsprechenden Verfahrens erhöht.
Mithin besteht bei einigen Anwendungen auch der Bedarf, ein alternatives, insbesondere nicht im Zeitbereich arbeitendes Verfahren anzugeben.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung bereitzustellen, bei denen die Crestfaktor-Reduzierung nicht im Zeitbereich vorgenommen wird.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie eine Schaltung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 gelöst.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, dass die Erzeugung eines Korrektursignals zur
Crestfaktor-Reduzierung eines zu sendenden Datensignals nicht notwendigerweise im Zeitbereich erfolgen muss. Vielmehr kann das Korrektursignal auch im Frequenzbereich erzeugt werden bzw. die Manipulation des zu sendenden Datensignals kann im Frequenzbereich erfolgen. Dies ist für viele Anwendungen von Vorteil.
Dazu wird ein zu sendendes Datensymbol mittels inverser Fou- riertransformation (IFFT) transformiert. Dieses zu sendende Datensymbol besteht aus einer Vielzahl von Trägerfrequenzen, von denen einige für die Bildung des Korrektursignals reserviert und mit Nullwerten belegt sind. Anschließend wird das so transformierte Datensymbol einem Modellzweig für die Bildung des Korrektursignals zugeführt. Dieses Datensymbol wird im Modellzweig überabgetastet und mit einem vereinfachten Filter, der die Filtercharakteristik von nachgeschalteten Filtern nachbildet, gefiltert. Anschließend werden alle Spitzenwerte, die oberhalb einer vorgegebenen Schwelle für diese Spitzenwerte liegen, gesucht. Anhand der genauen Position und der Amplituden dieser Spitzenwerte wird im Frequenzbereich ein Korrektursignal aus einer Linearkombination entsprechend gedrehter und skalierter Zeiger erzeugt. Das so erzeugte Kor-
rektursignal im Frequenzbereich wird mit dem entsprechenden Datensymbol im Sendepfad überlagert, wobei die Überlagerung noch vor der IFFT-Transformation des zu sendenden Datensymbols im Sendepfad erfolgt. Nach der Überlagerung des zu sen- denden Datensymbols mit dem Korrektursignal erfolgt die in- verse Fourier-Transformation des bereits Crestfaktor reduzierten Datensymbols.
Zwar wird für das erfindungsgemäße Verfahren eine zusätzliche IFFT-Transformation benötigt, jedoch spart man sich dadurch an anderer Stelle einen erheblichen schaltungstechnischen Aufwand.
Alternativ lässt sich das im Frequenzbereich ermittelte Kor- rektursignal separat mittels einer IFFT-Transformation in den Zeitbereich transformieren und erst dort mit dem bereits transformierten Datensignal überlagern. Die zusätzliche IFFT- Transformation betrifft dann nur die wenigen, für das Korrektursignal reservierten Trägerfrequenzen und lässt sich somit mit reduziertem Aufwand realisieren.
Ein weiterer Vorteil dieses erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass auf Iterationsschritte zur Erzeugung des Korrektursignals verzichtet werden kann, wie dies in den ein- gangs beschriebenen Verfahren erforderlich ist.
Erfindungsgemäß muss bei der Ermittlung eines Korrektursignals im Frequenzbereich lediglich für die Korrektursignale der ermittelte Vordrehwinkel und gegebenenfalls ein Korrek- turskalierungsfaktor bereitgestellt werden und abgespeichert werden, falls durch sogenannte Aliasing-Effekte die Spitze geringfügig von der ursprünglichen Normierung abweicht. Dadurch reduziert sich der für die Abspeicherung der Musterfunktionen (dirac-ähnliche Funktionen) erforderliche Spei- cherbedarf, wodurch die Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung hinsichtlich des Speicherbedarfes einfacher ausgebildet werden kann.
Da lediglich eine Multiplikation für die wenigen reservierten Träger erfolgt, kann der für die Berechnung des Korrektursignals erforderliche Rechenaufwand hier erheblich verringert werden.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung entnehmbar.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Figuren der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt dabei:
Figur 1 ein Blockschaltbild einer ersten schematischen Darstellung der erfindungsgemäßen Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung eines Mehrträger- Datenübertragungssystems ;
Figur 2 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung;
Figur 3 ein drittes Ausführungsbeispiel einer Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung;
Figur 4 ein viertes, besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung.
Figur 1 zeigt anhand eines Blockschaltbildes einen Ausschnitt aus einem Mehrträger-Datenübertragungssystem, welches dazu ausgelegt ist, zumindest einen Spitzenwert innerhalb eines zu sendenden Signals zu reduzieren. Dabei ist lediglich der sen- derseitige Übertragungspfad 1 dargestellt, der zwischen einem nicht dargestellten Sender und einer ebenfalls nicht darge- stellten Gabelschaltung, die mit der entsprechenden Telefonleitung verbunden ist, angeordnet ist.
Im Sendepfad 1 wird von einem Sender ein zu sendendes Datensignal XO einem Block 2 zugeführt. In dem Block 2 erfolgt eine Seriell-Parallel-Wandlung des zu sendenden Datensignals X, eine Bitallokation für die Bitzuordnung zu den einzelnen Trä- gerfrequenzen, wobei für das erfindungsgemäße Verfahren einzelne Trägerfrequenzen mit Null belegt werden, sowie ein QAM- Mapping für eine Zuordnung der QAM-Punkte. Das Datensignal X beschreibt eine Folge von Blöcken von komplexen Fourierkoef- fizienten, aus denen mittels einer IFFT-Transformation das Zeitsignal Z abgeleitet wird, welches entsprechend der Abtastrate und der IFFT-Länge des Systems in Zeitintervalle - den sogenannten Rahmen oder Frames - unterteilt ist. Der Abschnitt des Datensignals X innerhalb eines solchen Rahmens oder Blocks wird nachfolgend als Datensymbol bezeichnet. Ein Datensymbol innerhalb des Rahmens wird im Falle des Mehrträ- gerübertragungssystems in eine vorgegebene Anzahl von Trägerfrequenzen unterteilt. Im Falle einer ADSL-Datenübertragung besteht ein Datenrahmen für ein Datensymbol aus 512 Trägerfrequenzen. Einige dieser Trägerfrequenzen, typischerweise 10 - 20 Trägerfrequenzen, werden für die Bildung eines Korrektursignals zur Crestfaktor-Reduzierung reserviert. Zu diesem Zwecke werden eben diese reservierten Träger zu Null gesetzt oder zusätzlich oder alternativ zu einem gewissen Anteil mit Zusatzdaten belegt.
Am Ausgang des Blockes 2 ist das zu sendende Datensignal X, welches bereits in eine Vielzahl von Trägerfrequenzen unterteilt ist, abgreifbar. Dieses Datensignal X wird zur Pufferung in eine Pufferspeichereinrichtung 3 eingekoppelt, die der Verzögerung bzw. der Zwischenspeicherung dieser Datensignale X dient und die ausgangsseitig das geeignet verzögerte Datensignal X' einem nachgeschalteten IFFT-Modul 4 zuführt. In dem IFFT-Modul 4 erfolgt mittels inverser Fourier- Transformation eine Modulierung des zugeführten Signals X'. Das so modulierte Signal Z, welches im Falle einer ADSL- Datenübertragung eine Abtastfrequenz von 2,208 MHz und im Falle einer ADSL+-Datenübertragung eine Abtastfrequenz von
4,416 MHz aufweist, wird ausgangsseitig einer nachgeschalteten Filtereinheit oder Filterkette 5 zugeführt. Das von der IFFT-Einheit 4 ausgegebene Datensignal Z wird in dem Filter 5 gefiltert und als Signal ZI ausgegeben wird, welches, wie nachfolgend noch detailliert erläutert wird, nach wie vor Crestfaktor-reduziert ist.
Zur Erzeugung Crestfaktor reduzierter Datensignale Z, ZI ist erfindungsgemäß eine Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung 10 vorgesehen. Die Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung 10 ist parallel zu einem Teil des Sendepfades 1 angeordnet und definiert einen Modellpfad 11. Der Modellpfad 11 zweigt an den ausgangsseitigen Datenpfaden 6 des Blocks 2 vom Sendepfad 1 ab, so dass der CF-Schaltung 10 ebenfalls das in einzelne Frequenzdatenträger unterteilte Datensignal X zugeführt wird. Die mit Daten belegten Trägerfrequenzen 6 werden einem weiteren IFFT-Modul 12 zugeführt, welches vorteilhafterweise die gleiche Charakteristik wie das IFFT-Modul 4 aufweist. Im Falle, dass die Trägerfrequenzen 6' nicht mit Zusatzdaten belegt worden sind, werden diese typischerweise mit Null belegt.
Das IFFT-Modul 12 erzeugt ausgangsseitig ein Ausgangssignal Z', welches aufgrund der gleichen Charakteristik möglichst exakt dem von dem IFFT-Modul 4 erzeugten Ausgangssignal Z entspricht. Dieses Signal Z' wird einem Uberabtastblock 13 zugeführt, der das Signal Z' L-fach, zum Beispiel 4-fach oder 2-fach, überabtastet. Das L-fach überabgetastete Signal Z'' wird einem nachgeschalteten Modellfilter 14 zugeführt. Bei dem Modellfilter 14 handelt es sich um eine möglichst getreue Abbildung des der CF-Schaltung 3 nachgeschalteten Filters bzw. der Filterkette 5. Damit wird der Charakteristik des Filters 5 und dessen Einfluss auf das zu sendende Signal Z Rechnung getragen. Es kann damit sicher gestellt werden, dass, obwohl durch das Ausgabefilter 5 das Ausgangssignal Z verändert wurde und somit die Möglichkeit einer Erzeugung eines überhöhten Crestfaktors besteht, das gefilterte Ausgangssignal ZI dennoch keine überhöhten Spitzenwerte aufweist.
Dem Modellfilter 14 ist eine Recheneinheit 15 nachgeschaltet, die aus dem überabgetasteten und gefilterten Signal Z ' ' ' die entsprechenden Spitzenwerte, deren Amplitude sowie deren Po- sition innerhalb des Datenrahmens bestimmt. Die Recheneinheit 15 erzeugt ferner einen Skalierungsfaktor sowie einen Phasen- drehwinkel, der eine Zeitverschiebung für ein Korrektursignal bestimmt. Der Recheneinheit 15 ist eine Einheit 16 nachgeschaltet, die ausgangsseitig ein Korrektursignal D erzeugt, welches der Crestfaktor-Reduzierung des zu sendenden Datensignals X dient. Hierzu nimmt die Einheit 16 eine Phasendrehung und Skalierung des Korrektursignals D vor, und zwar abhängig von der von der Recheneinheit 15 bestimmten Position und Amplitude des jeweiligen Maximalwerts.
Dieses Korrektursignal D wird mit dem von der Puffereinrichtung 3 geeignet verzögerten Signal X' derart überlagert, dass lediglich die reservierten, nicht mit Daten belegten Trägerfrequenzen im Frequenzbereich mit dem Korrektursignal D be- legt werden.
Das verzögerte Signal X' weist somit für die Datenübertragung vorgesehene Trägerfrequenzen 6 sowie nicht für die Datenübertragung vorgesehene Trägerfrequenzen 6' auf, die das Korrek- tursignal im Frequenzbereich enthalten.
Aus den so erzeugten reservierten Trägerfrequenzen 6 können mittels der IFFT-Modulation im Block 4 dirac-ähnliche Zeitfunktionen erzeugt werden, die eine Reduzierung des Crestfak- tors im Ausgangssignal Z, ZI bewirken.
Vorteilhafterweise ist die Recheneinheit 15 als programmgesteuerte Einheit, insbesondere als Mikroprozessor oder Mikro- controller, ausgebildet. Dabei kann auch vorgesehen sein, dass einzelne oder mehrere der Einheiten 12, 13, 14, 16 der
CF-Schaltung ebenfalls in der Funktionalität des Mikroprozessor oder MikroController implementiert ist.
Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel in Figur 1 zeigt das Ausführungsbeispiel in Figur 2 einen sendeseitigen Ausschnitt eines Mehrträger-Datenübertragungssystems, bei dem die in Figur 1 mit Bezugszeichenliste 6' bezeichneten Trägerfrequenzen mit Nullwerten belegt worden sind. Aus diesem Grunde wurden diese mit Nullwerten belegten Leitungen 6' zwischen den Einheiten 2 und 3 in Figur 2 nicht dargestellt. Infolge dessen kann auf die Addiereinrichtungen 17 auch ver- ziehtet werden, so dass die Korrektursignale D, die von der Einheit zur Phasendrehung und Skalierung 16 erzeugt werden, direkt den entsprechenden Eingängen des IFFT-Moduls 4 zugeführt werden.
Figur 3 zeigt anhand eines Blockschaltbildes ein drittes, besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung, bei der die Erzeugung eines Korrektursignals im Frequenzbereich durchgeführt wird.
Im Unterschied zu den Ausführungsbeispielen in den Figuren 1 und 2 wird hier von dem Block 2 das bereits in einzelne Trägerfrequenzen unterteilte Signal X direkt dem IFFT-Modul 4 zugeführt. Das IFFT-Modul 4 transformiert dieses Signal X in den Zeitbereich, so dass am Ausgang des IFFT-Moduls 4 das Sendesignal Z' im Zeitbereich abgreifbar ist. Dieses Sendesignal Z ' wird einem nachgeschalteten Verzögerungsglied 7 zugeführt, die eine Verzögerung, die durch die CF-Schaltung 10 verursacht wird, berücksichtigt. Dem Verzögerungsglied 7 ist das Ausgabefilter 5 bzw. eine entsprechende Filterkette 5 nachgeschaltet, die ausgangsseitig das Crestfaktor reduzierte Ausgabesignal ZI erzeugt.
Erfindungsgemäß ist auch hier eine CF-Schaltung 10 vorgese- hen. Im Unterschied zu den Ausführungsbeispielen der Figuren
1 und 2 greift die CF-Schaltung 10 im Ausführungsbeispiel in
Figur 3 das von dem IFFT-Modul 4 ausgangsseitig bereitge-
stellte Sendesignal Z' ab. Dieses Signal Z' wird in ähnlicher Weise wie in den Ausführungsbeispielen der Figuren 1 und 2 weiterverarbeitet. Die Einheit 16 nimmt hier zusätzlich eine Quantisierung des von der Recheneinheit 15 erzeugte Ausgangs- Signals vor. Die Einheit 16 erzeugt die Korrektursignale D, die auf entsprechenden Leitungen 6' einem nachgeschalteten IFFT-Modul 18 zugeführt werden. Vorteilhafterweise kann hier das IFFT-Modul 18 vereinfacht ausgeführt sein, da lediglich Korrektursignale D auf den reservierten Trägerfrequenzen über die Leitungen 6' eingekoppelt werden. Das vereinfachte IFFT- Modul 18 erzeugt ausgangsseitig ein Korrektursignal D1, welches in der Addiereinrichtung 8 von dem Ausgangssignal des Verzögerungsgliedes 7 abgezogen wird, so dass das Sendesignal Z gebildet wird. Dieses Sendesignal Z wird in dem Filter 5 gefiltert und als Crestfaktor reduziertes Ausgangssignal ZI ausgegeben.
Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel in der Figur 3 sind in dem Ausführungsbeispiel in Figur 4 wiederum die reservier- ten Trägerfrequenzen auf den Leitungen 6' mit Null belegt und infolge dessen nicht dargestellt worden.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Verringerung des Crestfak- tors im Frequenzbereich wird anhand des nachfolgend beschrie- benen Algorithmus detaillierter beschrieben:
Für die Erzeugung dirac-ähnlicher Zeitfunktionen für die Korrektursignale D hat es sich bewährt, aus den verfügbaren Trägerfrequenzen zufällig verteilte Trägerfrequenzen für die Ge- nerierung dieser dirac-ähnlichen Korrekturfunktion auszuwählen. Bei reellwertiger Initialisierung dieser Trägerfrequenzen im Frequenzbereich mit einem konstanten Wert K ergibt sich in der Regel eine brauchbare dirac-ähnliche Zeitfunktion in stets normierter Form. Der konstante Wert K ist dabei so bemessen, dass diese normierte Zeitfunktion einen auf Eins normierten Spitzenwert an der Position des Spitzenwert des entsprechenden Zeitvektors des Korrektursignals aufweist.
Abhangig von der Charakteristik des nachgeschalteten Filters 5 im Signalpfad 1 ist zusatzlich lediglich noch eine Grundskalierung oto sowie eine Verschiebung Φo der dirac-ahnlichen Korrekturfunktion zu berücksichtigen, um die Verzögerung und Skalierung der Korrekturfunktion durch die Filterung zu berücksichtigen. Da eine solche Korrekturfunktion nicht explizit in einem Speicher abgelegt werden muss, ergeben sich dadurch zumindest Speichervorteile für die Implementierung bei der Erzeugung einer Korrekturfunktion im Frequenzbereich.
Das erfindungsgemaße Verfahren zeichnet sich durch die folgenden Verfahrensschritte aus:
1. IFFT-Transformation des k-ten Sendesymbols X(k) mit Nullwerten in den reservierten Tragern in den Zeitbereich. Nach der Uberabtastung Filterung mit dem vereinfachten Modellfilter 14 des Modellpfads 11:
X(k) « - o Z' (k) Uberabtastung^Kenmg > p , , ^
2 . Suche aller Spitzenwerte bzw. Abtastwerte px(k) innerhalb des Rahmens des Signals Z' ' ' (k) mit i = 1,...,R, die oberhalb einer vorgegebenen Schwelle liegen, wobei R die An- zahl der Spitzenwerte bezeichnet.
3. Zuordnung der äquivalenten Skalierung und Verschiebung der normierten dirac-ahnlichen Korrekturfunktion zu jedem Spitzenwert bzw. Abtastwerte px(k):
4. Erzeugung des Korrektursignals D(k) im Frequenzbereich aus einer Linearkombination gedrehter und skalierter Zeiger entsprechend der ermittelten {α
2(k), φ
x ( ) } -Paare,
k ■ ∑*
t a
( (k)
■ e
φ< {k}n wenn n e M
0 sonst
wobei mit n der Trägerindex über alle Trägerfrequenzen und mit M die Menge der für die Korrekturfunktion vorgesehenen Trägerfrequenzen bezeichnet ist.
5. Modifikation des Korrektursignals D(k) um die Grundverschiebung <j>o und Grundskalierung αo :
[D (k )\ = a 0 - [D (k )l - e - J Φo "
6. IFFT-Transformation des Korrektursignals D(k) (mit Nullwerten in den für die Datenübertragung reservierten Trägern) in den Zeitbereich:
7. Spitzenwertreduktion mittels Subtraktion des Korrektursignals vom Sendesymbol X' (k) :
Z(k) = Z'(k) - d(k)
8. Weiterverarbeitung des Crestfaktor reduzierten Sendesymbols Z(k) im eigentlichen Signalpfad 1.
Im Falle der Ausführungsbeispiele der Figuren 1 und 2 erfolgt die IFFT-Transformation des Korrektursignals D(k) nach der Spitzenwertreduktion mittels Subtraktion des Korrektursignals vom Sendesymbol, das heißt hier sind die Verfahrensschritte 6. und 7. miteinander vertauscht.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung, die bereits oben anhand der Figuren 1 und 3 ausgeführt wurden, können auf den reservierten Trägerfrequenzen Zusatzdaten vorgesehen sein. Dabei wird das Korrektursignal auf ein höherstufiges
QAM-Raster quantisiert und die Zusatzdaten werden in Form ei-
ner niederwertigen QAM im gleichen Raster um einen virtuellen Koordinatenursprung addiert.
Zu diesem Zweck definiert man innerhalb einer entsprechenden integrierten Schaltung ein höherwertiges QAM-Raster für die Korrektursignale zur Crestfaktor-Reduzierung und nutzt einige Bits in den reservierten Trägerfrequenzen, beispielsweise einige niederwertige Bits (LSB-Bits) , für die Datenübertragung sowie den Rest für das Korrektursignal zur Crestfaktor- Reduzierung. Im Modellzweig rechnet man wie gewohnt im Zeitbereich nach der IFFT-Transformation mit Überabtastung und Modellfilterung. Das Daten tragende Teilsignal in dem reservierten Träger kann dabei ohne Weiteres mit berücksichtigt werden. Das Update für den Signalpfad erfolgt jedoch, wie o- ben beschrieben, im Frequenzbereich. Nach einer letzten Iteration quantisiert man das Korrektursignal auf einen der durch die höherwertigen Bits (MSB-Bits) gegebenen möglichen Signalpunkte. Beispielsweise können von einem QAM-Raster zwei Datenbits (zwei LSB-Bits) für die Zusatzdaten verwendet wer- den. Es bleiben dann 26 = 64 mögliche Werte für das Korrektursignal quasi als virtueller Koordinatenursprung für eine aufgesetzte 4-fache QAM. Der Vorteil dabei ist, dass eine sofortige Dekodierung im Empfänger möglich ist, indem man die jeweiligen MSB-Bits ignoriert.
Obwohl die vorliegende Erfindung vorstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.
Insbesondere ist die Erfindung nicht auf die vorstehenden Datenübertragungssysteme und Verfahren beschränkt, sondern lässt sich zum Zwecke der Crestfaktor-Reduzierung auf sämtliche, auf Multiträger-Datenübertragung basierende Systeme und Verfahren erweitern. Insbesondere sei die Erfindung nicht auf eine ADSL-Datenübertragung beschränkt, sondern lässt sich auf sämtliche xDSL-Datenübertragungen erweitern. Denkbar sind
auch mobile Anwendungen wie DAB (= Digital Audio Broad- casting) , DVB-T (= Digital Video Broadcasting-Terrestrial) oder OFDM-basierte WLAN-Anwendungen (Wireless Local Area Network) .
Es versteht sich, dass die Elemente der Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung sowie die angegebenen IFFT-Module und Filter herkömmliche Hardware-Komponenten sind, die aber auch Softwaremäßig realisiert werden können.
Auch sei die Erfindung nicht notwendigerweise auf eine 2- fache oder 4-fache Überabtastung des zu sendenden Datensignals beschränkt. Vielmehr kann auch vorgesehen sein, dass hier keine Überabtastung, sogar eine Unterabtastung oder eine beliebig hohe Überabtastung stattfindet.
Insbesondere sei die Erfindung nicht auf die vorstehenden Zahlenangaben beschränkt, sondern lässt sich im Rahmen der Erfindung und des fachmännischen Wissens in beliebiger Weise abändern.
Bezugszeichenliste
1 Sendepfad
2 Datenblock 3 Puffereinrichtung
4 (erstes) IFFT-Modul
5 (Ausgabe-) Filter
6 für die Datenübertragung reservierte Träger/Leitungen 6' für die Korrekturfunktion reservierte Träger/Leitungen
7 Verzögerungsglied
8 Addiereinrichtung
10 Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung, CF-Schaltung 11 Modellpfad
12 ( zweites ) IFFT-Modul
13 Block zur Überabtastung
14 Modellfilter
15 Recheneinheit 16 Einheit zur Phasendrehung und Skalierung der Korrekturfunktion
17 Addiereinrichtung
18 Block zur Quantisierung X Eingangssignal X in Trägerfrequenzen unterteiltes Eingangssignal
X' verzögertes, in Trägerfrequenzen unterteiltes Eingangssignal
Z (IFFT moduliertes) zu sendendes Signal/Datensymbol
ZI Crestfaktor reduziertes zu sendendes Sig- nal/Datensymbol
Z' IFFT-moduliertes Signal/Datensymbol
Z1' überabgetastetes Signal/Datensymbol
Z'1' überabgetastetes, gefiltertes Signal/Datensymbol
D Korrektursignal D1 Korrektursignal