Hybridbrenner und zugehöriges Betriebsverfahren
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen Hybridbrenner für eine Brennkammer, insbesondere einer Kraftwerksanlage. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Hybridbrenners.
Stand der Technik
Aus der EP 0 767 345 A2 ist es grundsätzlich bekannt, mit Hilfe eines Wasserstoff-Generators aus einem Brennstoff-Oxidator-Gemisch ein Wasserstoff enthaltendes Gas zu erzeugen und dieses einem Brennstoff-Oxidator-Gemisch beizumischen. Durch den Wasserstoff erhöht sich die Reaktivität des Brennstoff-Oxidator- Gemischs, wodurch die Verbrennung in einer katalytischen Brennerstufe verbessert werden kann. Der hierbei verwendete Wasserstoff-Generator fraktioniert den zugehörigen Brennstoff und erzeugt dadurch den Wasserstoff vorzugsweise mit Hilfe eines Katalysators.
Aus der EP 0 849 451 A2 ist ein Verfahren zur Verbrennungsstabilisierung bekannt, bei dem ein üblicher Vormischbrenner mit einem Brennstoff-Oxidator- Gemisch versorgt und das gezündete Gemisch in einem Brennraum einer Brennkammer zur vollständigen Verbrennung eingeleitet wird. Parallel dazu wird ein anderes Brennstoff-Oxidator-Gemisch einem Katalysator zugeführt, der ein Wasser-
stoff enthaltendes Abgas erzeugt. Dieses wasserstoffhaltige Abgas wird dann direkt in den Brennraum eingedüst, und zwar in Zonen, die in besonderer weise für eine Flammenstabilisierung geeignet sind.
Die US 6,358,040 B1 zeigt ein Verfahren, bei dem aus einem fetten Brennstoff- Oxidator-Gemisch mittels eines Katalysators ein Wasserstoff enthaltendes Abgas erzeugt werden kann. Dieses wasserstoffhaltige Abgas wird mit vorgeheiztem Oxidator so weit verdünnt, dass ein mageres Brennstoff-Oxidator-Gemisch entsteht, das in einer nachfolgenden Brennerstufe vollständig verbrennt.
Die EP 0 710 797 B1 zeigt einen Vormischbrenner, in dessen Kopf eine Lanze angeordnet ist. Diese Lanze enthält an ihrem Austrittsende einen Katalysator.
Darstellung der Erfindung
Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, beschäftigt sich mit dem Problem, für einen Brenner bzw. für ein zugehöriges Betriebsverfahren eine verbesserte Ausführungsform anzugeben. Insbesondere soll für einen solchen Brenner ein Weg aufgezeigt werden, eine vergleichsweise emissionsarme kataly- tische Verbrennung mit einer chemischen Flammenstabilisierung im Brennraum zu kombinieren.
Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, den Brenner als Hybridbrenner auszubilden, indem der Brenner zum einen einen Volloxdiationskatalysa- tor und zum anderen einen Teiloxidationskatalysator umfasst, die in einem gemeinsamen Gehäuse so untergebracht sind, dass sie parallel durchströmbar sind. Im vorliegenden Zusammenhang wird unter einem Teiloxidationskatalysator ein
Katalysator verstanden, der so gestaltet ist, dass er in einem zugeführten fetten Brennstoff-Oxidator-Gemisch zumindest einen Anteil des Brennstoffs nicht vollständig zu C02 und H20 oxidiert, sondern nur teilweise, also partiell zu H2 und CO oxidiert. Es ist klar, dass dabei auch ein anderer Brennstoffanteil vollständig umgesetzt werden kann. Dabei soll in der Regel der nur partiell umgesetzte Brennstoffanteil beim Teiloxidationskatalysator deutlich überwiegen. Ein Teiloxidationskatalysator arbeitet z.B. mit Rhodium. Im Unterschied dazu ist der VoUoxidationskatalysator so gestaltet, dass in einem zugeführten mageren Brennstoff-Oxidator- Gemisch regelmäßig ein überwiegender Brennstoffanteil vollständig zu CO2 und H20 oxidiert oder umgesetzt wird. Ein VoUoxidationskatalysator arbeitet z.B. mit Palladium.
Durch diese Bauweise ist es insbesondere möglich, dem Teiloxidationskatalysator ein fettes Brennstoff-Oxidator-Gemisch zuzuführen, das bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen partiell oxidiert werden kann. Diese partielle Oxidation erzeugt Wärme, die zur Erwärmung des Volloxidationskatalysators verwendet werden kann, so dass auch dort vergleichsweise rasch die Zündtemperatur für ein mageres Brennstoff-Oxidator-Gemisch erreicht werden kann. Die katalytische Verbrennung im erfindungsgemäßen Hybridbrenner kann somit relativ einfach gestartet werden und läuft vergleichsweise stabil.
Zweckmäßig ist der Teiloxidationskatalysator so ausgebildet, z.B. als Lanze oder in einer Lanze, dass er seine Abgase in eine zentrale Rezirkulationszone einleitet, die sich im Brennraum ausbildet. Sofern der Teiloxidationskatalysator mit einem fetten Brennstoff-Oxidator-Gemisch versorgt wird, besitzt auch sein Abgas einen Brennstoffüberschuß, so dass die Eindüsung oder Einleitung dieses fetten Abgases in die Rezirkulationszone zu einer chemischen Flammenstabilisierung führt. Dieser Effekt kann erheblich gesteigert werden, wenn der Teiloxidationskatalysator so ausgebildet ist, dass er ein wasserstoffhaltiges Abgas erzeugt.
Von besonderem Interesse ist eine Ausführungsform der Erfindung, bei der während einer Startprozedur zum Starten des Hybridbrenners die durch die Katalysa-
toren geleiteten Volumenströme der Brennstoff-Oxidator-Gemische hinsichtlich ihres Brennstoffgehalts variiert werden, derart, dass im Verlauf der Startprozedur der Brennstoffanteil im Volumenstrom des dem Teiloxidationskatalysator zugeführten ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs abnimmt, während der Brennstoffanteil im Volumenstrom des dem VoUoxidationskatalysator zugeführten zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemischs zunimmt. Durch diese Vorgehensweise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die partielle Oxidation eines fetten ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs im Teiloxidationskatalysator bei kleineren Temperaturen startet und stabiler abläuft als die Volloxidation des mageren zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemischs im VoUoxidationskatalysator. Die gestartete partielle Oxidation kann Wärme an den VoUoxidationskatalysator abgeben, wodurch dieser sich rasch erwärmt und dementsprechend die Konvertierung im zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemisch startet. Beim Hochfahren des Volloxidationskatalysators stabilisiert die Wärmeabgabe des Teiloxidationskatalysators die Verbrennungsreaktion.
Bei dieser Vorgehensweise ist klar, dass der Brennstoffanteil im Volumenstrom des dem Teiloxidationskatalysator zugeführten fetten ersten Brennstoff-Oxidator- Gemischs nicht beliebig reduziert werden kann, da sonst das Brennstoff-Oxidator- Verhältnis λ zu groß werden würde, mit der Folge einer Überhitzung. Der Teiloxidationskatalysator dient dabei als Pilot und kann permanent aktiv sein, beispielsweise bei einem λ = 0,5. Alternativ kann der Teiloxidationskatalysator-Pilot deaktiviert werden, wozu es erforderlich ist, vor dem Ausschalten der Brennstoffzuführung die Oxidatorzuführung zu stoppen, wobei es grundsätzlich möglich ist, mit einem Inertgas, z.B. N2, zu spülen.
Vorzugsweise werden die Brennstoffanteile in den Volumenströmen der Brennstoff-Oxidator-Gemische während der Startprozedur in Abhängigkeit einer Einlaßtemperatur des Hybridbrenners variiert.
Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
Es zeigen, jeweils schematisch:
Fig. 1 bis 4 jeweils einen stark vereinfachten Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Hybridbrenner, jedoch bei unterschiedlichen Ausführungsformen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Entsprechend Fig. 1 besitzt ein erfindungsgemäßer Hybridbrenner 1 ein Gehäuse 2, das eingangsseitig an eine durch einen Pfeil symbolisierte Oxidatorzuführung 3 sowie an zwei separat steuerbare Brennstoffzuführungen 4 bzw. 5 angeschlossen ist. In der Regel wird hierbei Erdgas als Brennstoff verwendet, wobei grundsätzlich auch andere Brennstoffe möglich sind. An seinem Ausgang ist das Gehäuse 2 über eine sprungartige Querschnittserweiterung 6 an eine Brennkammer 7 angeschlossen, die einen Brennraum 8 enthält. Zweckmäßig führt die Brennkammer 7 die mit Hilfe des Hybridbrenners 1 erzeugten heißen Abgase einer Gasturbine einer Kraftwerksanlage zu.
Erfindungsgemäß weist der Hybndbrenner 1 einen VoUoxidationskatalysator 9 und einen Teiloxidationskatalysator 10 auf, die beide im Gehäuse 2 angeordnet sind,
derart, dass sie parallel durchströmbar sind. Der Teiloxidationskatalysator 10 ist so ausgestaltet, dass er bei seiner Durchströmung mit einem zugeführten, durch einen Pfeil symbolisierten ersten Brennstoff-Oxidator-Gemisch 11 , zumindest wenn es sich dabei um ein fettes Brennstoff-Oxidator-Gemisch handelt, nur eine Teiloxi- dation des Brennstoffs durchführt. Zweckmäßig ist der Teiloxidationskatalysator 10 so gestaltet, dass sein durch einen Pfeil symbolisiertes Abgas 12 Wasserstoff enthält. Das fette Brennstoff-Oxidator-Gemisch hat z. B. ein Brennstoff/Oxidator- Verhältnis von λ < 1 und vorzugsweise von λ < 0,5.
Im Unterschied dazu ist der VoUoxidationskatalysator 9 so ausgebildet, dass er bei seiner Durchströmung ein zugeführtes, durch Pfeile symbolisiertes zweites Brennstoff-Oxidator-Gemisch 13, zumindest wenn es sich um ein mageres Brennstoff- Oxidator-Gemisch handelt, im wesentlichen vollständig oxidiert, wobei sein durch Pfeile symbolisiertes Abgas 14 einen Oxidator-Überschuss aufweist. Das magere Brennstoff-Oxidator-Gemisch hat z.B. ein Brennstoff/Oxidator-Verhältnis von λ > 1 und insbesondere von λ > 2.
Die beiden Katalysatoren 9, 10 sind zweckmäßig wärmeübertragend miteinander gekoppelt. Bei der hier gezeigten speziellen Ausführungsform ist der VoUoxidationskatalysator 9 ringförmig und koaxial um den zentral angeordneten Teiloxidationskatalysator 10 angeordnet. Die Katalysatoren 9, 10 können dabei jeweils eine zylindrische Außenkontur aufweisen. Zweckmäßig besteht jeder Katalysator 9, 10 aus einem Katalysatorkörper, der eine Vielzahl parallel durchströmbarer Kanäle enthält, deren Wände katalytisch aktiv sind.
Der zentral angeordnete Teiloxidationskatalysator 10 ist hier als zentrale Lanze ausgebildet. Dementsprechend ist ein Austrittsende 15 dieser Lanze bzw. des Teiloxidationskatalysators 10 stromab eines Austrittsendes 16 des Volloxidations- katalysators 9 im Gehäuse 2 positioniert. Bei einer anderen Ausführungsform kann der Teiloxidationskatalysator 10 auch kürzer ausgestaltet sein, als der VoUoxidationskatalysator 9. Das Austrittsende des Teiloxidationskatalysators 10 liegt dann
stromauf des Austrittsendes 16 des Volloxidationskatalysators 9. Gleichzeitig ist es möglich, dass Austrittsende 15 der dann „leeren" Lanze nach wie vor stromab des Austrittsendes 16 des Volloxidationskatalysators 9 im Gehäuse 2 zu positionieren.
Die Ausgestaltung des Teiloxidationskatalysators 10 als Lanze vereinfacht eine gezielte Einleitung der Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 in bestimmte Zonen innerhalb des Brennraums 8. Vorzugsweise ist der Teiloxidationskatalysator 10, z.B. durch eine entsprechende Ausrichtung der Lanze, so gestaltet, dass er sein Abgas 12 in eine zentrale Rezirkulationszone 17 einleitet, die sich im Brennraum 8 ausbildet. Durch diese Maßnahme kann die Verbrennung in der Rezirkulationszone 17 besser stabilisiert werden. Eine stabile Rezirkulationszone 17 hat ihrerseits eine Stabilisierung einer Flammenfront 18 im Brennraum 8 zur Folge. Die Ausbildung einer solchen Rezirkulationszone 17 wird beispielsweise mit Hilfe des Querschnittssprungs 6 begünstigt. Beispielsweise arbeitet die Brennkammer 7 mit einem sogenannten „vortex-breakdown", bei dem ein im Hybridbrenner 1 erzeugter Wirbel beim Übergang in den Brennraum 8 aufgrund der Querschnittserweite-, rung 6 aufplatzt. Zur Erzeugung eines solchen Wirbels, kann - wie hier - stromab des Volloxidationskatalysators 9 ein Drallerzeuger 19 im Gehäuse 2 angeordnet sein. Ebenso ist es möglich, einen derartigen Drallerzeuger bereits in den VoUoxidationskatalysator 9 zu integrieren. Beispielsweise kann dies durch eine entsprechende Orientierung der Kanäle des Volloxidationskatalysators 9 realisiert werden. Ein solcher Drallerzeuger kann grundsätzlich auch dem Teiloxidationskatalysator 10 nachgeschaltet oder in diesen integriert werden.
Durch die Einleitung oder Eindüsung der Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 in die Rezirkulationszone 17 besitzt der Teiloxidationskatalysator 10 eine Art Pilotfunktion zur Initiierung und Stabilisierung der Flammenfront 18.
Wenn eine solche Pilotfunktion nicht erforderlich ist, kann es zweckmäßig sein, die Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 möglichst intensiv mit den Abgasen 14 des Volloxidationskatalysators 9 zu vermischen, bevor das so gebildete Abgas-
gemisch der homogenen Verbrennung im Brennraum 8 zugeführt wird. Eine entsprechende Durchmischung kann dabei mit einer geeigneten, hier nicht gezeigten Mischeinrichtung erzielt werden.
Der erfindungsgemäße Hybridbrenner 1 arbeitet wie folgt:
Zum Starten des Hybridbrenners 1 wird eine Startprozedur durchgeführt. Hierbei wird den beiden Katalysatoren 9, 10 über die Oxidatorzuführung 3 ein durch Pfeile symbolisierter gemeinsamer Oxidatorstrom 20 zugeführt, der sich in Abhängigkeit der Querschnittsflächen und Durchströmungswiderstände auf die beiden Katalysatoren 9, 10 aufteilt. Der Volumenstrom des Oxidatorstroms 20 kann während der Startprozedur im wesentlichen konstant gehalten werden. Das erste Brennstoff- Oxidator-Gemisch 11 wird dadurch erzeugt, dass über die erste Brennstoffzuführung 4 ein entsprechender erster Brennstoffvolumenstrom dem Teiloxidationskatalysator 10 zugeführt wird. In entsprechender weise kann das zweite Brennstoff- Oxidator-Gemisch 13 erzeugt werden, indem die zweite Brennstoffzuführung 5 einen zweiten Brennstoffvolumenstrom dem VoUoxidationskatalysator 9 zuführt.
Während der Startprozedur werden die Volumenstromverhältnisse in den beiden Brennstoff-Oxidator-Gemischen 11 , 13, also jeweils das Verhältnis des Brennstoffanteils zum Oxidatoranteil im Volumenstrom, variiert. Der Brennstoffanteil im Volumenstrom des ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 11 nimmt während der Startprozedur von einem Maximalwert auf einen Minimalwert ab. Dieser Minimalwert kann dabei nicht beliebig klein werden, da das erste Brennstoff-Oxidator-Gemisch 11 fett bleiben muss, um eine Überhitzung und Zerstörung des Teiloxidationskatalysators 10 zu vermeiden. Um die Brennstoffzufuhr zum Teiloxidationskatalysator 10 auszuschalten, kann es zweckmäßig sein, das System mit einem Inertgas, wie z.B. N2, zu verdünnen. Alternativ kann der als Pilot arbeitende Teiloxidationskatalysator 10 auch während des gesamten Betriebs des Hybridbrenners 1 , also auch im Normal- oder Nennbetrieb eingeschaltet bleiben. Ebenso kann die Oxidatorzuführung auf niedrige Werte reduziert werden. Im Unterschied dazu nimmt der Brennstoffanteil im Volumenstrom des zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 13
während der Startprozedur von einem Minimalwert, der auch Null sein kann, bis zu einem Maximalwert zu.
Bei der hier gezeigten Ausführungsform erfolgt die Variation der Volumenstromverhältnisse in den beiden Brennstoff-Oxidator-Gemischen 11 , 13 hauptsächlich dadurch, dass die einzelnen Brennstoffvolumenströme, die über die erste Brennstoffzuführung 4 bzw. über die zweite Brennstoffzuführung 5 den Katalysatoren 9,
10 zugeführt werden, variiert werden. Gleichzeitig kann beim Hochfahren der Anlage auch der Volumenstrom des Oxidatorstroms 20 erhöht werden, was sich aber auf beide Brennstoff-Oxidator-Gemische 11 , 13 auswirkt. Es ist klar, dass grundsätzlich auch eine andere Vorgehensweise zur Variierung der Volumenstromverhältnisse in den Brennstoff-Oxidator-Gemischen 11 , 13 möglich ist, z.B. durch einstellbare Oxidatorströme bei konstanten Brennstoff strömen.
Während der Startprozedur werden die Volumenströme der Brennstoff-Oxidator- Gemische 11 , 13 in Abhängigkeit einer Eingangstemperatur des Hybridbrenners 1 variiert. Zu Beginn der Startprozedur besitzt diese Einlaßtemperatur ihren kleinsten Wert, so dass der Volumenstrom des ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs
11 seinen Maximalwert einnimmt, während der Volumenstrom des zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 13 seinen Minimalwert aufweist. Das erste Brennstoff- Oxidator-Gemisch 11 ist zweckmäßig so gewählt, dass ein erstes Brennstoff- Oxidator- Verhältnis λ-i einen Wert kleiner als 1 , vorzugsweise kleiner 1/2, aufweist, so dass dem Teiloxidationskatalysator 10 ein fettes Brennstoff-Oxidator-Gemisch 11 zugeführt wird. Bei einem solchen fetten Brennstoff-Oxidator-Gemisch 11 kann die katalytische Reaktion im Teiloxidationskatalysator 10 schon bei einer relativ niedrigen Temperatur in Gang gesetzt werden. Bei dieser Reaktion entsteht Wärme, die der Teiloxidationskatalysator 10 zum einen in seine Umgebung abstrahlt und zum anderen über die Wärmekopplung an den VoUoxidationskatalysator 9 abgibt. Hierdurch kann relativ schnell die Temperatur des Volloxidationskatalysators 9 angehoben werden. Gleichzeitig korreliert damit die Einlaßtemperatur des Hybridbrenners 1.
Mit zunehmender Temperatur wird der Volumenstrom des zweiten Brennstoff- Oxidator-Gemischs 13 ausgehend von seinem Minimalwert erhöht. Zweckmäßig wird das zweite Brennstoff-Oxidator-Gemisch 13 so gewählt, dass ein zweites Brennstoff-Oxidator- Verhältnis λ2 vorliegt, das größer ist als 1 , zweckmäßig sogar größer als 2, so dass ein mageres Brennstoff-Oxidator-Gemisch 13 vorliegt. Ein solches mageres Brennstoff-Oxidator-Gemisch 13 besitzt eine höhere Zündtemperatur, die aufgrund der Vorwärmung durch den Teiloxidationskatalysator 10 relativ rasch erreicht ist, so dass auch die katalytische Reaktion im VoUoxidationskatalysator 9 gestartet werden kann. Auch bei dieser Reaktion entsteht Wärme, welche die Katalysatoren 9, 10 und somit den Hybridbrenner 1 weiter aufwärmt.
Mit zunehmender Temperatur wird der Brennstoffanteil im Volumenstromverhältnis des ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 11 weiter reduziert, während der Brennstoffanteil im Volumenstromverhältnis des zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 13 weiter erhöht wird. Am Ende der Startprozedur besitzt der Brennstoffanteil im Volumenstromverhältnis des ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 11 seinen Minimalwert und der Brennstoffanteil im Volumenstromverhältnis des zweiten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 13 seinen Maximalwert. Dabei kann der erste Brennstoffvolumenstrom absolut gesehen bei abnehmendem Relativanteil im Volumenstrom des ersten Brennstoff-Oxidator-Gemischs 11 zuerst abnehmen und dann wieder zunehmen oder konstant bleiben, oder von Anfang an konstant bleiben oder zunehmen, da der absolute Oxidatorvolumenstrom beim Hochfahren im allgemeinen zunimmt.
Bei dieser Startprozedur muss gewährleistet werden, dass im ersten Brennstoff- Oxidator-Gemisch 11 das erste Brennstoff-Oxidator-Verhältnis λ^ stets < 1 ist, um eine Überhitzung des Teiloxidationskatalysators 10 zu vermeiden. Im Nennbetrieb kann der Teiloxidationskatalysator 10 weiterhin mit einem fetten Gemisch 11 versorgt werde, z.B. um durch eine chemische Stabilisierung störende akustische Pulsationen zu reduzieren.
Zweckmäßig erfolgt in allen Betriebsphasen des Hybridbrenners 1 die Zumischung des Brennstoffs so, dass die Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 und die Abgase 14 des Volloxidationskatalysators 9 insgesamt ein mageres Abgas- gemisch erzeugen, das im Brennraum 8 emissionsarm verbrennen kann.
Um die Selbstzündung im Teiloxidationskatalysator 10 zu vereinfachen und um das Hochfahren des Teiloxidationskatalysators 10 zu beschleunigen, kann es zweckmäßig sein, den dem Teiloxidationskataylsator 10 zugeführten Brennstoff vorzuwärmen. Zu diesem Zweck kann die erste Brennstoffzuführung 4 so ausgestaltet werden, dass sich für den Teiloxidationskatalysator 10 eine Zuführung von vorgewärmtem Brennstoff ergibt. In den Fig. 2 und 3 sind Beispiele für eine Ausgestaltung der ersten Brennstoffzuführung 4 gezeigt, die eine hinreichende Vorwärmung des Brennstoffs ermöglichen.
Gemäß Fig. 2 kann die erste Brennstoffzuführung 4 einen Wärmeübertrager 22 aufweisen. Dieser Wärmeübertrager 22 weist zum einen einen Brennstoffpfad und zum anderen einen Oxidatorpfad auf, wobei Brennstoffpfad und Oxidatorpfad wärmeübertragend miteinander gekoppelt sind. Auf diese Weise kann der Oxidator Wärme an den Brennstoff abgeben. Im vorliegenden Beispiel ist der Wärmeübertrager 22 durch einen schraubenförmigen Leitungsabschnitt der ersten Brennstoffzuführung 4 realisiert, der an seiner Außenseite mit dem Oxidatorstrom 20 beaufschlagt ist. Der Brennstoffpfad befindet sich somit im Inneren des Schraubenabschnitts, während der Oxidatorpfad durch die Außenseite des Schraubenabschnitts gebildet ist. Ebenso ist es möglich, den Brennstoff für den Teiloxidationskatalysator 10 auf andere Weise, insbesondere elektrisch vorzuheizen.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 wird eine hinreichende Vorwärmung des Brennstoffs dadurch erreicht, dass die Einleitung des Brennstoffs in den Oxidatorstrom 20 relativ weit stromauf des Teiloxidationskatalysators 10 erfolgt, so dass sich der eingeleitete Brennstoff bis zum Einlaß des Teiloxidationskatalysators 10 so weit mit dem Oxidator vermischt, dass sich ein Temperaturausgleich zwischen den Strömen ergibt. Bei einer entsprechenden Positionierung der Brennstoffeinleit-
stelle kann dadurch die erwünschte Brennstofferwärmung erreicht werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Teiloxidationskatalysator 10 an seiner Eintrittsseite mit einem Zuführungskanal 23 entgegen der Anströmrichtung verlängert, um eine hinreichend große Mischstrecke für den über die erste Brennstoff Zuführung 4 zugeführten Brennstoff und den Oxidatorstrom 20 zu erhalten. Es ist klar, dass die in den Fig. 2 und 3 exemplarisch gezeigten Maßnahmen zur Vorwärmung des dem Teiloxidationskatalysator 10 zugeführten Brennstoffs auch miteinander kombiniert werden können.
Ebenso kommt es zu einer Wärmeübertragung zwischen dem inneren Eintrittsrohr und dem äußeren Eintrittsrohr.
Wie bereits weiter oben erläutert, ist der Hybridbrenner 1 bei den Ausführungsformen der Fig. 1 bis 3 so ausgestaltet, dass die reaktiven Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 in die zentrale Rezirkulationszone 17 der Brennkammer 7 eingeleitet werden können.
Fig. 4 zeigt nun eine Ausführungsform, bei welcher der Hybridbrenner 1 so ausgestaltet ist, dass die Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 auch in eine Totwasserzone 21 eingeleitet werden können, die sich im Brennraum 8 im Bereich der Querschnittserweiterung 6 ausbilden kann. Die Totwasserzone 21 ist hierbei durch Pfeile symbolisiert, die eine ringförmige Wirbelwalze darstellen sollen. Durch die Einleitung der reaktiven Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 in die Totwasserzone 21 kann auch dort eine Stabilisierung der Verbrennungsreaktion erreicht werden.
Im Unterschied zu den Ausführungsformen der Fig. 1 bis 3 ist bei der Variante gemäß Fig. 4 der Teiloxidationskatalysator 10 so ausgestaltet, dass er den zentral angeordneten VoUoxidationskatalysator 9 radial außen, insbesondere ringförmig, umgibt. Das Gehäuse 12 enthält stromab des Teiloxidationskatalysators 10 einen Abgaspfad 24, der am Austrittsende 15 des Teiloxidationskatalysators 10 beginnt und am Eintritt des Brennraums 8 endet. Der Abgaspfad 24 enthält einen Haupt-
kanal 24b, der sich im wesentlichen axial, also in der Hauptströmungsrichtung erstreckt. Vom Hauptkanal 24b zweigen mehreren Nebenkanäle 24a ab, die zur Querschnittserweiterung 6 führen und im Bereich der Totwasserzone 21 in den Brennraum 8 einmünden. Auf diese Weise kann sich das Abgas 12 des Teiloxidationskatalysators 10 in einen Hauptstrom 12b, der dem Hauptkanal 24b folgt, und einen Nebenstrom 12a aufteilen, der durch die Nebenkanäle 24a strömt. Folglich kann ein Teil der Abgase 12 des Teiloxidationskatalysators 10 in die Totwasserzone 21 eingeleitet werden. Durch eine entsprechende Formgebung des Hauptkanals 24b, insbesondere in Verbindung mit geeigneten Strömungsleitmitteln, kann der Hauptstrom 12b zumindest teilweise in die Rezirkulationszone 17 eingeleitet werden.
Das Abgas 12b des Teiloxidationskatalysators 10 kann jedoch grundsätzlich zu jeder beliebigen Stelle geleitet werden, die für eine derartige Abgaszuführung sinnvoll erscheint, insbesondere die zentrale und die seitlichen Rezirkulations- zonen 17 und 21.
Um eine Überhitzung der Katalysatoren 9, 10, vor allem im Nennbetrieb des Hybridbrenners 1 zu vermeiden, kann es zweckmäßig sein, den jeweiligen Katalysator 9, 10 sowohl mit katalytisch aktiven Kanälen als auch mit katalytisch inaktiven Kanälen auszustatten. Die katalytisch aktiven Kanäle und die katalytisch inaktiven Kanäle sind dann wärmeübertragend miteinander gekoppelt. Zweckmäßig erfolgt eine alternierende Anordnung der Kanäle innerhalb der jeweiligen Katalysatorstruktur. Im Betrieb des Hybridbrenners 1 sind dann sowohl die katalytisch aktiven Kanälen als auch die katalytisch inaktiven Kanäle vom jeweiligen Brennstoff- Oxidator-Gemisch 11 bzw. 13 durchströmt, wobei die Gemischströmung in den katalytisch inaktiven Kanälen die katalytisch aktiven Kanäle und somit dem jeweiligen Katalysator 9, 10 kühlt. Von besonderem Interesse ist die Anordnung katalytisch aktiver Kanäle und katalytisch inaktiver Kanäle beim VoUoxidationskatalysator 9, da dieser im Nennbetriebspunkt des Hybridbrenners 1 die Hauptumsetzung des Brennstoffs bewirkt.
Bezugszeichenliste
Hybridbrenner
Gehäuse
Oxidatorzuführung erste Brennstoffzuführung zweite Brennstoffzuführung
Querschnittserweiterung
Brennkammer
Brennraum
VoUoxidationskatalysator
Teiloxidationskatalysator erstes Brennstoff-Oxidator-Gemisch
Abgas von 10 zweites Brennstoff-Oxidator-Gemisch
Abgas von 9
Austrittsende von 10
Austrittsende von 9
Rezirkulationszone
Flammenfront
Drallerzeuger
Oxidatorstrom
Totwasserzone
Wärmeübertrager
Zuführungskanal
Abgaspfad