Geotextilie
Die Erfindung betrifft eine Geotextilie aus einem flexiblen textilen Verstärkungsverbundstoff aus mindestens zwei miteinander verbundenen Einzellagen aus Geweben und/oder Maschens offen und/oder Vliesstoffen und/oder Gelegen für den Einsatz als Armierungs-, Bau- oder Schutztextilie. Insofern betrifft die Erfindung auch eine Bautextilie, obwohl im Folgenden meist von der Geotextilie die Rede ist.
Geotextilien sind textile Flächengebilde und bestehen z.B. aus Geweben, Vliesstoffen, Maschenware oder Gelegen auf der Basis von Ausgangsmaterialien wie Ara id, Polyamid, Polyester, Poly- ethylen, Polypropylen oder Glasfasern. Dabei haben neben den Ausgangsmaterialien die Herstellungsart und die Struktur erheblichen Einfluss auf die Eigenschaften der Geotextilien.
Geotextilien sollen vorgegebene Belastungen und zulässige Bewegungen dauerhaft aufnehmen bzw. absorbieren können. Besondere Anforderungen, die erfüllt werden sollen, sind z.B. Aufnahme von vorgegebenen Zugkräften, Übertragung von vorgegebenen Zugkräften, Beständigkeit gegen mechanische Beschädigungen beim Einbau,- vorgegebene Durchlässigkeit für Wasser, chemische und mikrobiel- le Beständigkeit und Wetterbeständigkeit .
Verwendet werden die Geotextilien z.B. im Straßenbau, Tunnelbau, Deponiebau, Wasserbau, Hochbau, Bahnbau, Rohrleitungsbau, für Wasserbecken, für Erdstützkonstruktionen und Baugrundentwässerung. In der Regel werden Geotextilien zum Trennen, Filtern, Bewehren und Verpacken verwendet .
Bekannte laminierte Geotextilien, bestehend aus mehreren Einzellagen, neigen zum Delaminieren. Außerdem führen von außen
aufzunehmende, lokal auftretende. Belastungen zu lokalen Zerstörungen der Geotextilie-, weil - sofern vorhanden - Verbundstellen bzw. die Art des Verbundes die auftretenden Kräfte nicht ohne Beschädigung verkraften können. Die bekannten laminierten Geotextilien sind zudem relativ steif und schwer und somit nicht einfach handhabbar und verlegbar.
Bekannt sind Verbünde aus einer Vielzahl -miteinander verbundener textiler und/oder nichttextiler Einzellagen, die durch lokales Vernähen miteinander verbunden sind. Dabei bewirkt der hohe zwischen den Verbindungsnähten ohne Verbindung stehende Flächenanteil jeder Einzellage eine gute Durchlässigkeit von Luft oder Flüssigkeiten, aber auch aufgeteiltes und damit niedrigeres Wirken gegen Zug- und Druckbeanspruchungen in der Fläche oder senkrecht zur Fläche des Verbundes.
Bei ähnlichen Verbunden aus einer Vielzahl von hochfesten textilen Einzellagen (DE 28 39 151 AI) werden diese durch Imprägnieren mit Kunstharz im Masseanteil bis 30% ganzflächig miteinander verbunden. Nachteile dieses Verbundes sind insbesondere geringe Durchlässigkeit von Luft und Flüssigkeiten sowie ein hohes Gewicht und hohe Steifigkeit.
In der EP 0 603 633 Bl wird ein Flammen hemmender Schichtstoff aus mindestens 2 textilen und einer metallischen Schicht beschrieben, wobei die Verbindung der einzelnen _ Schichten zum Mehrlagenschichtstoff mechanisch durch Vernadeln oder chemisch durch Bindemittel, wie Polyvinylalkohol oder Butadienstyrolcopo- lymerisate oder durch Bindefasern in verwendeten Vliesstoffen erfolgt.
Nachteilig ist für bestimmte Anwendungen derartiger Mehrlagenschichtstoffe beim Einsatz von flüssigen Bindemitteln die geringe vertikale Durchlässigkeit von Gasen oder Flüssigkeiten und bei der Bindefaserverfestigung die geringen Trennkräfte zwischen zwei verbundenen Schichten.
In der DE 199 35 408 AI wird ein Mehrlagenschichtstoff beschrieben, in dem mindestens- drei textile Einzellagen durch Vernadeln so miteinander verbunden werden, dass Fila entteile eines außenliegenden Vliesstoffes durch vertikal durchstechende Widerhakennadeln pfropfenartig durch die mittlere Schicht .in die andere Außenschicht verbindend eingetragen werden. Durch ein solches Vernadeln sind gute Trennkräfte zwischen den zu verbindenden Schichten erreichbar,' es erfolgt aber eine StrukturSchwächung der ersten Schicht, aus der die verbindenden Fasern- oder Filamentteile entnommen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Geotextilie in Form eines flexiblen textilen Verstärkungsverbundstoffs zu schaffen, die gegenüber bisher bekannten Geotextilien dieser Art hinsichtlich der Nutzungseigenschaften die Vorteile einer vorgegebenen Durchlässigkeit von Gasen und/oder Flüssigkeiten, höhere Widerstandsfestigkeit gegen mechanische Beanspruchungen wie Zug- und Druckbeanspruchungen und Stoßbelastungen sowie eine geringeren Steifigkeit bzw. eine gute Flexibilität aufweist und einfacher und kostengünstiger herstellbar ist. Außerdem soll der Verstärkungsverbundstoff herstellungstechnisch einfach an vorgegebene Belastungen anpassbar sein.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen angegeben.
Der erfindungsgemäße flexible textile Verstärkungsverbundstoff ermöglicht, die zunehmenden Funktionsanforderungen an hohen Widerstand, insbesondere gegen schräg bis senkrecht auf die Oberfläche des Verstärkungsverbundstoffs einwirkende Druck- und Durchstoßbeanspruchungen sowie Zug- und Scherbeanspruchungen durch die erfindungsgemäße Kombination von mehreren textilen Einzellagen, die durch kleinflächige Klebestellen schiebe- und trennfest miteinander verbunden sind, hervorragend zu erfüllen.
Der Widerstand gegen mechanische Beanspruchungen wird durch die kleinflächigen schiebe- und trennfesten Klebestellen gewährleistet. Die einsatzbezogene Gesamtflächenmasse an den textilen Einzellagen wird gegenüber bekannten/ durch Übereinanderlegen von mehreren Einzellagen ohne oder mit Verbindung durch z.B. Vernähen erheblich reduziert. Dies bedeutet für den erfindungsgemäßen flexiblen textilen Verstärkungsverbundstoff Reduzierung der Materialkosten bei den wertvollen textilen Einzellagen und Erhöhung der Gebrauchseignung durch geringeres zu tragendes , aufzuspannendes oder aufzulegendes Gewicht des aus dem flexiblen textilen Verstärkungsverbundstoffs hergestellten Bauteils bzw. Erzeugnisses.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die dazugehörigen Zeichnungen zeigen. den schematischen Querschnitt des flexiblen geotextilen Verstärkungsverbundstoffs .
Wie in Fig. 1 schematisch dargestellt, besteht der erfindungs- gemäße flexible geotextile Verstärkungsverbundstoff 1 aus drei textilen Einzellagen 2, die nach einer besonderen Ausführungs- form der Erfindung jeweils durch ein zwischen jeweils zwei 'Einzellagen 2 gelegtes Klebevlies miteinander flächig unter Ausbildung von lokalen Klebestellen 3 verbunden sind, wobei neben den Klebestellen 3 lokale Berührungsflächen 4 der Lagen 2 und/ oder Hohlräume 7 vorhanden sind..
Dabei gewährleisten die Klebestellen 3 eine hohe Verschiebe- und Trennfestigkeit der Einzellagen 2 und damit auch einen hohen Widerstand des geotextilen Verbundstoffes gegen mechanische Beanspruchungen, z.B. gegen Druck-, Durchstoß- und Scherbeanspruchungen, während die lokalen Berührungsflächen 4 und Hohlräume 7 für die Durchlässigkeit von Gasen und/oder Flüssigkeiten und für die hohe. Weichheit und geringe Biegesteifigkeit des Verbundstoffes 1 und das hohe Belastungsabsorptionsvermögen verantwortlich sind.
Erreicht wird dieser optimale Verbund von z.B.- zwei oder mehreren textilen Einzellagen zum flexiblen.geotextilen Verstärkungs- verbundstoff durch ein jeweils zwischen zwei textilen Einzellagen angeordnetes Klebevlies, wie Fig. 2 schematisch zeigt. Dieses z.B. durch. Schäumung extrudierte Klebevlies 5 hat eine spinnennetzähnliche Struktur aus polymeren Filamenten 6 und Hohlräumen 7. Bei Einwirken von Hitze, Druck und' Zeit auf diese Anordnung aus textilen Einzellagen 2 und dazwischen befindlichem Klebevlies 5 schmelzen die polymeren Filamentteile 6 des Klebevlieses 5 auf, dringen etwas in die- Oberfläche der textilen Einzellagen 2 ein und bilden die schiebe- und trennfesten, spinnennetzartigen Klebestellen 3. Die in der Netzstruktur des Klebevlieses 5 vorhandenen Hohlräume 7 bilden dann im Verstärkungs- verbundstoff die durchlässigen Berührungsflächen 4. Zwischen den Eigenschaften des Klebevlieses und der Struktur und den ' Eigenschaften des Verstärkungsverbundstoffes bestehen folgende Zusammenhänge :
Klebevlies Verstärkungsverbundstoff
Schaumextrusion Weichheit Filementdicke Größe und Anzahl Klebestellen Größe und Anzahl Berührungsflächen
Flächenmasse Größe und Anzahl Klebestellen Größe und Anzahl Berührungsflächen
Ansteile -eines- extrudierten Klebevlieses oder in Kombination mit. einem extrudierten Klebevlies 5 können auch Klebenetze oder auf eine oder beide Oberflächen der jeweils zu verbindenden Einzellagen 2 separat aufgebrachte Klebepunkte verwendet werden, sofern diese Klebemittel aufgrund ihrer Struktur in jeder Verbindungsschicht etwa die gleiche Anzahl durchlässiger Berührungsflächen 4 je cm2 Verbindungsfläche gewährleisten. Zur Erreichung spezieller Funktionseigenschaften können auf einer oder auf beiden Oberflächenseiten des geotextilen Verstärkungsverbundstoffes oder innerhalb des Verstärkungsverbundstoffes im gleichen Arbeitsgang wie bei der Verklebung der einzelnen textilen Einzellagen oder in einem nachfolgenden Arbeitsgang, vor-
zugsweise ebenfalls durch ein Klebevlies, nichttextile Funktionsflächen, wie Metallfolie, Schaumstoff oder dergleichen üblicherweise zusätzlich verwendete Flächengebilde, angeordnet werden.
Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen den Klebestellen 3 die durchlässigen Berührungsflächen 4 bzw. Hohlräume 7 in jeder VerbindungsSchicht zwischen 30 Stück pro cm2 und 300 Stück pro cm2, insbesondere zwischen 100 und 200 Stück pro cm2, vorgesehen werden. Als Klebevliese werden z.B. Wirr- und/oder Parallelvliese verwendet. Die Klebevliese sind bevorzugt extrudierte Klebevliese, insbesondere aus den Polymeren Polyamid, Polyesther, Polyolefin oder Polyurethan oder entsprechenden Copolymerisaten. Insbesondere werden geschäumte extrudierte Klebevliese verwendet. Die Klebevliese weisen zweckmäßigerweise Flächenmassen zwischen 10 g/m2 bis 100 g/m2, vorzugsweise zwischen 15 bis 80 g/m2 auf.
Anhand der folgenden Beispiele wird die Erfindung näher erläutert .
Ausführuncrsbeispiel 1 :
In diesem Ausführungsbeispiel besteht der flexible geotextile Verstärkungsverbundstoff 1 aus drei kettengewirkten textilen Einzellagen 2 mit einer Flächenmasse von 175, 250 und 400 g/m2.
Die Kettengewirke bestehen aus Polyesther-Multifilament-Garnen. Zur Verbindung ist zwischen dem Kettengewirk mit 175 g/m2 und dem Kettengewirk mit 250 g/m2 Flächenmasse ein Polyesther-Klebevlies 5 mit einer Flächenmasse von 17 g/m2 und zwischen dem Kettengewirk mit 250 g/m2 und dem Kettengewirk mit 400 g/m2 Flächenmasse ein Polyesther-Klebevlies 5 mit einer Flächenmasse von 24 g/m2 angeordnet. Diese mehrlagige Struktur wird einer Flachbett-Kaschieranlage zugeführt und dort mit folgenden Bedingungen zum Verstärkungsverbundstoff verfestigt :
Temperatur in den beiden Klebefugen: 132 °C Bandabstand: 2 , 5 mm
Für die prüftechnische Darstellung der höhen Druck- bzw. Durchstoßfestigkeit des Verstärkungsverbundstoffes wird die bei geotextilien übliche Stempeldurchdrückkraft bestimmt. Dabei drückt ein zapfenförmiger Metallstempel mit konstanter Geschwindigkeit senkrecht durch die Oberfläche der eingespannten "Probe des Verstärkungsverbundstoffes .
Mit der im Ausführungsbeispiel aufgeführten Konstruktion wurde eine Stempeldurchdrückkraft von 12,45 kN erreicht. Als Vergleich wurde bei einer nicht verklebten Konstruktion aus gleichen Kettengewirken aus Polyester bei einem vierlagigen Aufbau aus den Flächenmassen 175 g/m2, 200 g/m2, 250 g/m2 und 400 g/m2 eine Stempeldurchdrückkraft von 12,75 kN gemessen.
Mithin kann durch die Erfindung eine Lage eingespart werden.
Ausführungsbeipiel 2 :
In diesem zweiten Ausführungsbeispiel besteht der flexible Verstarkungsverbundstoff 1 aus 24 textilen Einzellagen 2 gleicher Konstruktion. Die Einzellage besteht aus einem Gewebe aus Polya- mid-Filamentgarn mit einer Flächenmasse von 60 g/m2. Zur Verbindung wird ein durch Schäumung extrudiertes Polyamid-Klebe- vlies 5 verwendet, wobei die Flächenmasse der Klebevliese ausgehend von der zuerst durch z.B. Stoß oder Druck beanspruchten Oberflächenseite des flexiblen Verstärkungsverbundstoffes 1- erfindungsgemäß variiert wird, und zwar in -diesem Fall wie folgt:
Zwischen der ersten und der sechsten textilen Einzellage 2 jeweils 20 g/m2, zwischen der sechsten und zwölften textilen Einzellage 2 jeweils 40 g/m2,
zwischen der zwölften und der zwanzigsten textilen Einzellage 2 jeweils 60 g/m2, zwischen der zwanzigsten und vierundzwanzigsten textilen Einzellage 2 jeweils 80 g/m2.
Dabei erfolgt die thermische Verfestigung auf einer Flachbett- Kaschieranlage in mehreren Passagen, um jeweils eine für das Aufschmelzen der Klebevlieszwischenlagen erforderliche Temperatur wirtschaftlich erzielen zu können.
Mit einer derartigen flexiblen Konstruktion des flexiblen geotextilen Verstärkungsverbundstoffs 1 wird eine gleiche Durchstoßfestigkeit wie bei einem vergleichbaren Schichtstoff aus 30 textilen Einzellagen 2 aus dem gleichen Polaymidgewebe der Flächenmasse 60 g/m2, verbunden durch Vernähen, erreicht. Die mit der Anzahl der textilen Einzellagen 2 zunehmende Klebevlies- Flächenmasse bewirkt größere und mehr lokale Klebestellen 3 und damit ein ständig zunehmendes Belastungsabsorptionsvermögen.
Ausführuncrsbeispiel 3 :
In einem weiteren Ausführuήgsbeipiel besteht der flexible geotextile Verstärkungsverbundstoff 1 aus fünf textilen Einzellagen 2. In der Mitte des Verstärkungsverbundstoffs 1 ist ein Na- delvliesstoff ..aus . Polyestherfasern mit einer Flächenmasse von 200 g/m2 angeordnet.
An den beiden Außenflächen des Nadelvliesstoffes ist als festigkeitstragende textile Einzellage 2 jeweils ein Gewebe aus Poly- esthermonofilamentgarn der Flächenmasse von 75 g/m2 angeordnet. An den Außenflächen dieser beiden Gewebe wird jeweils eine textile Einzellage 2 aus Nadelvliesstoff aus Glasfasern mit einer Flächenmasse von 160 g/m2 angeordnet. Diese beiden äußeren textilen Einzellagen 2 aus Glasfaservliesstoff garantieren eine gute Flammbeständigkeit des flexiblen geotextilen Verstärkungsverbundstoffs 1. Die fünf textilen Einzellagen 2 sind durch Klebe-
vliese 5 aus geschäumten Polyester miteinander verbunden, wobei diese jeweils eine Flächenmasse von 40 g/m2 aufweisen.
Erfindungsgemäß wird dabei der'Polyester-Nadelvliesstoff mit den Polyesthergeweben mit einem Klebevlies 5 mit einer Flächenmasse von 40 g/m2 und die Polyesthergewebe mit den Glasfaservliesstoffen jeweils durch zwei Klebevliese 5 mit jeweils einer Flächen- asse von 20 g/m2, also einer gesamten Klebevliesflächenmasse von 40 g/m2, verbunden. Dabei entstehen entsprechend Fig. 3 die lokalen Klebestellen 3a, 3b, wobei die aus zwei Klebevlies- schichten gleicher Gesamtmasse gebildeten Klebestellen 3b in größerer Anzahl vorhanden sind. Damit wird in allen textilen Einzellagen 2 des Verstärkungsverbundstoffes 1 trotz unterschiedlicher Polymere der Einzellagen eine annähernd gleiche, hohe Trennfestigkeit gewährleistet. Belastungen, insbesondere Stoß- oder schnelle Zugbelastungen, werden dagegen unterschiedlich absorbiert.
Ausführungsbeispiel 4 :
In einem weiteren Ausführungsbeispiel besteht der flexible geotextile Verstärkungsverbundstoff 1 aus drei textilen Einzellagen 2 gleicher Konstruktion. Jede textile Einzellage 2 besteht aus einem Gewebe aus Aramid-Filamentgarn mit einer Flächenmasse von -200- -g/m2-„• -Zur- Verbindung—wird ein durch Schäumung extrudiertes. Polyamidklebevlies 5 verwendet, wobei die Flächenmasse des Klebevlieses im Laminat jeweils zwischen den Einzellagen 60 g/m2 beträgt. Die thermische Verfestigung erfolgt auf einer Flachbett-Kaschieranlage, mit den vom Klebersystem benötigten Fixierkonditionen. Dieses Laminat aus drei textilen Einzellagen ergibt eine bessere Durchstoßfestigkeit als sechs textile Einzellagen aus dem gleichen Material und gleicher Konstruktion.
Fig. 4 zeigt schematisch eine besondere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Zwischenprodukts einer erfindungsgemäßen Geotextilie, das auf der Baustelle verbreiterbar ist.
Das Zwischenprodukt besteht aus einer vorfixierten oder bereits kaschierten Bahn und in der Dickenabfolge aus einer Lage 8, z.B. aus einem hochfesten Gewirke aus z.B. PES (Polyesther) , mindestens einer Klebevliesbahn 9, einer Membranfolie 10, einer weiteren Klebevliesbahn 11 und einer weiteren Lage 12, z.B. aus einem Vliesstoff, z.B. aus Polypropylen.
Dieser Schichtaufbau ist derart untereinander zumindest fixiert, dass eine handhabbare, verlegbare Bahn vorliegt, die nicht auseinander fällt, aber auch noch nicht als Verstärkungsverbünd vorliegt. Sie kann aber auch bereits kaschiert sein. Die Lagen 8 und 10 sowie die Klebevliesbahnen 9, 11 sind breiter als die Lage 12 ausgeführt, so dass jeweils ein Überstand 13, 14 vorhanden ist. Die Überstände 13, 14 weisen einen frei liegenden Bereich der Klebevliesbahn 11 auf, deren Klebstoff durch Wärme und gegebenenfalls auch Druck aktivierbar ist.
Mehrere Bahnen dieses Laminats einer flexiblen Geotextilie kann - wie Fig. 4 zeigt - verbreitert werden, indem die erste Bahn mit der Lage 8 und die zweite Bahn mit der Lage 12 nach oben nebeneinander angeordnet werden, so dass sich die Überstände 14, 14 überlappen. Mit Druck und Wärme erzeugenden und beaufschlagenden Einrichtungen (nicht dargestellt) kann auf der Baustelle die Geotextilie in der gewünschten Breite fertiggestellt werden, indem die Seitenbereiche mit den Überständen miteinander verklebt- werden, - wobei dazwischen ein Membranband 10a - weil doppelt vorhanden - entfernt wird.
Wie in Fig. 4 angedeutet, ist die erfindungsgemäße Geotextilie somit beliebig verbreiterbar.
Nach der Erfindung werden kaschierte Laminate als Geotextilien verwendet, deren Lagen durch diskrete Klebestellen miteinander in Verbindung stehen, wobei neben den Klebestellen diskrete Hohlräume bzw. Berührungsflächen vorgesehen sind. Die verwendeten Klebstoffe sind vorzugsweise etwas elastisch und/ oder flexibel, so dass Belastungen nicht unmittelbar zum Bruch der Kle-
bestellen führen. Vorzugsweise ist zudem eine derartige Verteilung und Ausgestaltung der Klebestellen vorgesehen, dass auf eine obere Lage wirkende, mechanische wie' statische und/oder dynamische Belastungen, die diese Lage normalerweise nicht aushalten kann, über Klebestellen zum Teil auf die darunter befindliche Lage übertragen werden, ohne dass die obere Lage beschädigt wird, wobei die darunter liegende Lage die Belastung absorbiert, ohne sie in schädigender Weise an die Umgebung der eingebauten Geotextilie abzugeben. Insofern weist die erfindungsgemäße Geotextilie ein hohes Belastungsabsorptionsvermögen auf .
Die Klebestellen resultieren z.B. aus einer an sich bekannten PunktbeSchichtung und sind demgemäß Klebstoffpunkte. Zum Verkleben können aber auch an sich bekannte sogenannte Klebenetze aus Klebstoffen verwendet werden, die ein Netzmus.ter von Klebestellen erzeugen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden jedoch Klebevliese verwendet. Klebevliese sind dünne, sehr leichte, flexible Flächengebilde mit hohem Dehnvermögen aus thermoplastischen, warmeaktivierbaren, trockenen Klebsto ffasern bzw. Klebstoffmonofilamenten, die in Form von thermisch gebundenen, z.B. spinndüsenextrudierten Wirr- oder extrudierten Parallelvliesen vorliegen und die z.B. auf einer Rolle aufgespult -gehandelt -werden.-- Sie- können -auf .--unterschiedlicher Klebstoff:-. polymerbasis , wie Polyolefinen, Copolyamide, Copolyether und Terpolymere, aufgebaut sein. Die spinnennetzartige Struktur weist viele kleine Zwischenräume auf. Die Klebevliese werden als Bahnware mit Flächengewichten von z.B. 10 bis 100 g/m2 verwendet. Für die Verklebung sind Druck, Zeit und Aktivierungswärme erforderlich.
Für die Zwecke der Erfindung kann, z.B. auf den Anwendungsfall bezogen, das Flächengewicht wie auch das Basispolymer des Klebevlieses ausgewählt werden. Dabei können zwischen zwei Lagen der Geotextilie mehrere Lagen Klebevlies gleicher oder-' unter-
schiedlicher F-lächengewichte und/oder gleicher -oder unterschiedlicher Polymerbasis ausgewählt verwendet werden, so dass das Belastungsabsorptionsvermögen durch die entsprechende Auswahl gesteuert werden kann.
Gleichermaßen kann das Belastungsabsorptionsvermögen der Geotextilie auf den Anwendungsfall gezielt eingestellt werden, indem zwischen mehreren Lagen der Geotextilie Klebevliese unterschiedlicher Flächengewichte und/oder unterschiedlicher Polymerbasis verwendet werden.
Für das erfindungsgemäße Geotextillaminat. leistet das Klebevlies synergistische Effekte. Es gewährleistet, im Laminat eine reversibel 'dehnfähige, nachgiebige bis fast elastische Klebeschicht, die die Flexibilität bzw. Geschmeidigkeit der Geotextilie nicht beeinträchtigt, so dass eine erfindungsgemäße Geotextilie an einen nicht ebenen Untergrund nahezu vollflächig auf- oder angelegt werden kann und außerdem auch gut handhabbar ist. Außerdem weist dieser Klebstoff ein sehr geringes Gewicht auf und belastet insofern die Geotextilie auch nicht .
Darüber hinaus aber wird eine Verklebung mit einer wirren Vlies- netzstruktur in einem Klebeschichtbereich erzeugt, ie aus der Verklebung von Vliesfilamenten untereinander und den Strukturelementen der textilen Flächengebilde, in die der Klebstoff eindringt, .resultiert,, .wobei ie... aus ..den. Vliesfilamenten. ent-, standenen Vliesfilamentklebestellen die Berührungsflächen und/ oder Hohlräume umgeben bzw. einfassen. Es bilden sich eine Vielzahl kleindimensionierter Klebestellen, die wirr bzw. unregelmäßig verteilt sind und zudem unterschiedliche Abmessungen haben. Die Klebestellen weisen im Wesentlichen die Fadenstruktur und Fadenlänge der Fäden bzw. Fädenanteile auf, die beim Kaschieren bzw. Laminieren durch Schmelzen die wirr verteilten Klebestellen erzeugt haben. Diese Klebestellen sind in der Regel unterschiedlich lang und/oder, dick und/oder breit, so dass auch insoweit eine Unregelmäßigkeit erzeugt wird. Es wird auf diese Unregelmäßigkeiten zurückgeführt, dass die mit den Klebevliesen erzeugten
Geotextilien ein überraschend hohes und überlegenes Belastungs- absorptionsvermögen gewährleisten, woraus möglicherweise insbesondere auch ein feststellbarer hoher und überlegener Delami- nierungswiderstand resultiert.
Neben den Klebestellen sind auch die Hohlräume bzw. Berührungsflächen entsprechend unregelmäßig bzw. wirr verteilt und haben entsprechend unregelmäßige Abmessungen. Diese Hohlraum- bzw. FlächenberührungsStruktur trägt ebenfalls entscheidend zum überlegenen Belastungsabsorptionsvermögen bei, denn diese Struktur kann insbesondere stoßartige Belastungen besonders effektiv abpuffern.
In Kombination mit der gezielten Einstellung der Steuerungsmöglichkeit der Belastungsabsorption über die Klebevliese"kann die Belastungsabsorption auch über unterschiedliche Flächengewichte der textilen Lagen und/oder die Art der Textilie gesteuert werden. Insofern werden zweckmäßigerweise Gewebe und/oder Gewirke und/oder Gelege und/oder Vliese mit gleichen oder unterschiedlichen Flächengewichten und/oder aus unterschiedlichen Materialien, wie Aramid, verwendet.
Insbesondere durch die Verwendung der Klebevliese ist die Kombination der textilen Lagen der Geotextilien mit nicht-textilen Funktionsflächengebilden wie Metallfolien, Schaumstoffen oder -dergleichen—besonders einfach. Diese- Funktionsflächengebilde . werden vorzugsweise ebenfalls über Klebevliese verklebt.
Die Erfindung ermöglicht insbesondere bei Verwendung von Klebevliesen außerdem die Belastungsabsorption so zu steuern, dass eine gezielte Delaminierung textiler oder nicht-textiler Einzellagen unter Aufnahme und Ableitung auftretender Kräfte erfolgen kann, ohne dass die Geotextilie insgesamt ihre vorgegebene Funktionsfähigkeit verliert.