00001 Kunststoffteil und Verfahren zur Herstellung eines
00002 Kunststoff eiles 00003
00004 Die Erfindung betrifft ein Kunststoffteil mit darin
00005 enthaltenen Anteilen an Phasenwechselmaterial. 00006
00007 Darüber hinaus berifft die Erfindung auch ein Verfahren
00008 zur Herstellung eines Kunststoffteils mit darin enthal-
00009 tenen Anteilen an Phasenwechselmaterial. 00010
00011 Derartige Kunststoffteile, die formbar sind, sind be-
00012 reits bekannt. Es wird etwa auf die EP 747431 A2 ver-
00013 wiesen. 00014
00015 Darüber hinaus ist zum Stand der Technik auf die DE 199
00016 29 861, die US 4,908,166 und die DE 199 02 990 AI zu
00017 verweisen. Die DE 199 29 861 beschreibt schwammartige
00018 oder flussigkeitsaufnehmende mineralische Trägermateria-
00019 lien mit einem organischen oder anorganischen Schmelz-
00020 Speichermaterial, welche Trägermaterialien von organi-
00021 sehen oder anorganischen Materialien umhüllt sind,
00022 wobei das Schmelzspeichermaterial bzw. ein Phasenwech-
00023 selmaterial dauerhaft eingeschlossen ist. Das Umhül-
00024 lungsmaterial kann auch ein Kunststoff sein. 00025
00026 Die US-PS 4,808,166 beschreibt ein querverbundenes
00027 Polyolefin mit darin absorbiertem Phasenwechselmateri-
00028 al. Der so erhaltene Kunststoff mit darin enthaltenem
00029 Phasenwechselmaterial kann dann in bestimmte Formen
00030 gebracht werden. Die DE 199 02 990 AI schließlich be-
00031 schreibt ein Verfahren zum Spritzgussherstellen von
00032 Formteilen, bei welchen in dem verspritzten Kunststoff-
00033 material Füll- und Verstärkungsstoffe enthalten sind. 00034
00035 Die genannten Kunststoffteile, die Phasenwechselmateri-
00036 al enthalten, besitzen nicht die in üblicher Weise für
00037 Kunststoffteile, etwa aus Polypropylen oder Polyethylen
00038 typischen Eigenschaften, wenn diese KunstStoffteile im
00039 Kunststoffspritzverfahren hergestellt sind. Insbesonde-
00040 re nicht hinsichtlich Härte, aber auch nicht hinsieht-
00041 lieh Festigkeit und Beständigkeit. 00042
00043 Es besteht daher zunächst ein Bedürfnis, ein Kunststoff-
00044 teil anzugeben, das bei einfacher Herstellbarkeit und
00045 mit Anteilen an Phasenwechselmaterial die an übliche
00046 Kunststoffteile insbesondere hinsichtlich Härte aber
00047 auch möglichst hinsichtlich Festigkeit und Beständig-
00048 keit gestellten Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus
00049 besteht ein Bedürfnis, ein entsprechendes Herstellungs-
00050 verfahren anzugeben. 00051
00052 Hierzu schlägt die Erfindung zunächst vor, dass das
00053 Phasenwechselmaterial des im Kunststoffspritzverfahren
00054 hergestellten Bauteils in Kapillarräumen von Trägermate-
00055 rialteilen aufgenommen ist, welche Trägermaterialteile
00056 in einer Vielzahl verteilt, vorzugsweise homogen ver-
00057 teilt, in dem Kunststoffteil angeordnet sind. Erfin-
00058 dungsgemäß wird der Weg beschritten, in den dann als
00059 Kunststoffmatrix dienenden üblichen Kunststoff eines
00060 Kunststoffspritzteils, also etwa Polypropylen, Polyethy-
00061 len oder dgl., verteilt kleine Trägermaterialteile
00062 einzubinden, die ihrerseits in Kapillarräumen aufgenom-
00063 menes Phasenwechselmaterial enthalten. Überraschend hat
00064 sich gezeigt, dass diese Trägermaterialteile auch die
00065 im Zuge des Kunststoffspritzverfahrens hohen Temperatu-
00066 ren durchsetzen können, ohne dass das Phasenwechselmate-
00067 rial zu wesentlichen Anteilen aus den Kapillarräumen
00068 austritt und sich in sonstiger Weise dann etwa in der
00069 Kunststoffmatrix verteilt. Auch wird die Ausdehnung des
00070 Phasenwechselmaterials bei einer Erwärmung des Kunst-
00071 stoffteils problemlos aufgenommen. Das Phasenwechselma-
00072 terial nutzt für die Ausdehnung die durch das Phasen-
00073 wechselmaterial vor der Erwärmung noch nicht ausgefüll-
00074 ten Teile der Kapillarräume . 00075
00076 Alternativ oder ergänzend zu dem vorbeschriebenen Kunst-
00077 stoffteil ist es auch möglich, dass das Phasenwechselma-
00078 terial des im Kunststoffspritzverfahren hergestellten
00079 Bauteils in einer Umhüllungsmatrix angeordnet ist. Die
00080 Umhüllungsmatrix ist so gewählt, dass sie im Zuge des
00081 Extrusionsprozesses nicht vollständig aufgeschmolzen
00082 wird. Bei dem so hergestellten Teil sind also noch
00083 Bestandteile erkennbar, die Phasenwechselmaterial mit
00084 einer Umhüllungsmatrix aufweisen, die nicht oder nur
00085 teilweise im Zuge des Kunststoffspritzverfahrens ge-
00086 schmolzen ist. Die Umhüllungsmatrix ist vorzugsweise
00087 auch eine Kunststoffmatrix. Die Umhüllungsmatrix ist
00088 bei dem gefertigten Teil unmittelbar in die umgebende
00089 Kunststoffspritz-Matrix eingebunden. 00090
00091 In weiterer Einzelheit ist bevorzugt, dass die Viskosi-
00092 tat des Kunststoffmaterials der Umhüllungs-Kunststoffma-
00093 trix im geschmolzenen Zustand so hoch ist, dass das
00094 Kunststoffmaterial nicht in Kapillarräume des Bindemate-
00095 rials des Phasenwechselmaterials eintritt. Die Viskosi-
00096 t t des Kunststoff-Umhüllungsmaterials sollte hierzu
2
00097 größer als 40mm /sec. sein. Bevorzugt sollte die Visko-
00098 sität des Kunststoffumhüllungsmaterials zwischen 40 und
2
00099 400mm /sec. ausgesucht sein. Hierbei ist die Viskosität
00100 betroffen, die das Kunststoffmaterial im Zuge des Durch-
00101 führens des Kunststoffspritzprozesses als niedrigste
00102 einnimmt. Die genannte Viskosität ist insbesondere dann
00103 von Bedeutung, wenn unverkleidete Trägermaterialteile
00104 in den Prozess eingegeben werden, welche Kapilarräume
00105 aufweisen, in denen das Phasenwechselmaterial aufgenom-
00106 men ist. Das hergestellte Kunststoffteil, ein Kunst-
00107 stoff-Formteil, kann bis zu 80% bezogen auf sein Volu-
00108 men an das Phasenwechselmaterial enthaltenden Trägerma-
00109 terialteilen aufweisen. Soweit Phasenwechselmaterial in
00110 einer Umhüllungsmatrix angeordnet ist, gilt die gleiche
00111 Obergrenze bezogen auf das Volumen des Kunststoffteils,
00112 wobei hier die Umhüllungsmatrix mit in das Volumen der
00113 eingeschlossenen Teile einzubeziehen ist. 00114
00115 Bezüglich der Kapilarräume aufweisenden Trägermaterial-
00116 teile ist die angegebene Viskositätsuntergrenze des
00117 umhüllenden Kunststoffs vorteilhaft, da die Kapillarräu-
00118 me dann als Ausdehnungsräume gegeben bleiben, wenn das
00119 so hergestellte Kunststoffteil in üblicher Weise mit
00120 Wärme beaufschlagt wird. Das Phasenwechselmaterial
00121 behält also seine Ausdehnungsräume und kann sich in den
00122 Kapillaren erweitern und zurückziehen. 00123
00124 In diesem Zusammenhang ist besonders bevorzugt, dass
00125 die Trägermaterialteile und insbesondere ihre Kapillari-
00126 tat dahingehend ausgewählt sind, dass, abhängig vom
00127 Verfahren, die im Zuge des Spritzvorganges auftretenden
00128 Temperaturen nicht dazu führen, dass das Phasenwechsel-
00129 material aus den Trägermaterialteilen bzw. dessen Kapil-
00130 larräume austritt. Jedenfalls nicht in einem wesentli-
00131 chen Ausmaß. 00132
00133 Es ist auch bevorzugt, dass ein Trägermaterialteil ca.
00134 bis zu 80 % an Volumen an Phasenwechselmaterial auf-
00135 weist. 00136
00137 Die Trägermaterialteile sind bevorzugt sehr klein ausge-
00138 wählt. Eine größte Abmessung von 1 mm oder weniger ist
00139 bevorzugt. Weiter bevorzugt ist, dass die Abmessung
00140 eines Trägermaterialteils im Bereich von 0,1 bis 0,6 mm
00141 liegt . Andererseits können sie auch eine Größe bis hin
00142 zu 1 cm und sogar darüber haben. Letztlich ist dies
00143 auch wieder abhängig von dem zur Anwendung kommenden
00144 Verfahren. 00145
00146 Neben Paraffin, was weiter unten noch im Einzelnen
00147 erläutert ist, kann das Phasenwechselmaterial insbeson-
00148 dere auch ein Salz oder etwa eine höher siedende Flüs-
00149 sigkeit wie etwa Alkohol sein. Letzteres Phasenwechsel-
00150 material ist insbesondere für Kälteanwendungen geeignet. 00151
00152 Hinsichtlich der Trägermaterialteile kann es sich zu-
00153 nächst um einen Mineralstoff mit einer offenen kapilla-
00154 ren Porenstruktur handeln. Der Mineralstoff besitzt
00155 eine saugfähige FestStoffStruktur, vorzugsweise aus
00156 einem Gipswerkstoff, einem Tonwerkstoff, Kalksandstein,
00157 Kieselerde oder aus beliebigen Kombinationen dieser
00158 Materialien. Bezüglich Kieselsäure kann sowohl hydropho-
00159 be wie auch hydrophile oder auch pyrogene Kieselsäure
00160 zur Anwendung kommen. Die Trägermaterialteilchen können
00161 in einem Durchmesserbereich von 0,001 mm bis hin zu
00162 3 mm zur Anwendung kommen. Jedenfalls soll im Zuge des
00163 Spritzvorganges keine Zerstörung der Trägermaterialteil-
00164 chen stattfinden. Die kleineren Durchmesser sind eher
00165 für das nachstehend noch im Einzelnen angesprochene
00166 "Kaltverfahren" vorgesehen. Bevorzugte Ausgangsprodukte
00167 für die Trägermaterialteilchen sind entsprechend auch
00168 unbehandelte Gipsplatten, Gipsgranulate, Kieselerdegra-
00169 nulate, Diatomeenerde usw. Diese Materialien erfüllen
00170 erhöhte statische Anforderungen und auch Brandschutzan-
00171 forderungen. Darüber hinaus können auch Faserstrukturen
00172 enthalten sein. Diese können verteilt in den Trägermate-
00173 rialteilen und/oder in der Kunststoffmatrix angeordnet
00174 sein. Exemplarisch wird hinsichtlich Fasern in diesem
00175 Zusammenhang auf organische Materialien wie Kunststoff,
00176 Cellulose, Holz, Keramik, Mineralwolle, Kunststofffa-
00177 sern, Baum- oder Schafwolle verwiesen. Faserelemente
00178 aus Kunststoff weisen vorzugsweise Basismaterialien wie
00179 Polyester, Polyamid, Polyurethan, Polyalkylnitrül oder
00180 Polyolefine auf. Bevorzugt beträgt der Massenanteil von
00181 Latent ärmespeichermaterial bezogen auf ein Trägermate-
00182 rialteil zwischen 5 und 50 %, weiter vorzugsweise zwi-
00183 sehen 40 und 50 % der Masse des Trägermaterialteils.
00184 Weiter bevorzugt ist die Beladung der Trägermaterialtei-
00185 le mit Latentwärmespeichermaterial so vorgesehen, dass
00186 in dem Trägermaterialteil ein Restluftvolumen ver-
00187 bleibt, das temperaturabhängige Volumenänderungen des
00188 Latentwärmespeichermaterials aufnimmt. Diese liegen
00189 etwa im Bereich von 10 % des Raumvolumens, welches das
00190 Latentwärmespeichermaterial einnimmt. Das Restvolumen
00191 kann aber auch höher sein, wenn es nicht ausreichen
00192 sollte die Überhitzung, die im Zuge des Durchsetzens
00193 der Kunststoffspritzmaschine auf die Trägermaterialtei-
00194 le einwirkt, auszugleichen. Unter Ausgleich wird hier
00195 verstanden, dass es nicht oder praktisch nicht zu einem
00196 Austreten von Latentwärmespeichermaterial, in dem er-
00197 hitzten Zustand, aus den Trägermaterialteilen kommt. 00198
00199 Hinsichtlich des Paraffins können grundsätzlich alle
00200 bekannten Paraffinarten zum Einsatz kommen. So insbeson-
00201 dere Makroparaffine, Intermediat-Paraffine und mikrokri-
00202 stalline Wachse. Diese können auch, soweit nicht, wie
00203 weiter oben beschrieben, gerade eine trockene Einstel-
00204 lung gewünscht ist, bewusst flüssige Komponenten (nied-
00205 rigschmelzende n- und Iso-Alkane sowie Naphthene) auf-
00206 weisen. Es kann auch eine spezielle Schnittlegung ausge-
00207 sucht werden, die so gewählt ist, dass sie vergleichs-
00208 weise eng- ist. Eine enge Schnittlegung bedeutet, dass
00209 nur Kettenlängen weniger Zahlen umfasst sind. Beispiels-
00210 weise C14 bis C16 oder C20 bis C23. 00211
00212 Da bekanntlich, jedenfalls im großtechnischen Maßstab,
00213 wenn keine ganz besonderen Vorkehrungen getroffen wer-
00214 den, sich die Schnittlegung immer im Sinne einer Häufig-
00215 keitsverteilung ergibt, bedeutet die vorstehend erläu-
00216 terte Maßnahme, dass jedenfalls der weitaus größte
00217 Anteil einer gegebenen Menge Wärmespeichermediums aus
00218 den wenige Zahlen umfassenden Kettenlängen gebildet
00219 ist. Im Einzelnen wird die Schnittlegung nach der er-
00220 wünschten Schmelztemperatur vorgenommen. Darüber hinaus
00221 hat es sich als noch besonders vorteilhaft erwiesen,
00222 die geradzahligen, normalen C-Ketten (n-Alkane) zu
00223 bevorzugen. Diese weisen in der benannten Isolierung
00224 ein überraschend hohes Wärmespeichervermögen bei Phasen-
00225 wechsel auf. Alternativ oder zusätzlich zu den durch
00226 Vakuumdestillation erzielten Paraffinen können auch
00227 synthetische Paraffine, im Fischer-Tropsch-Verfahren
00228 gewonnene Paraffine, zum Einsatz kommen. Diese sogenann-
00229 ten FT-Paraffine bestehen vornehmlich nur aus Normal-
00230 Paraffinen. Mehr als 90 % sind gewöhnlich n-Alkane. Der
00231 Rest sind Iso-Alkane. Die Kettenlänge liegt bei C30 bis
00232 etwa C100, bei einer Gradation (auch Erstarrungspunkt,
00233 EP) von ca. 40° C bis ca. 105° C. Zu den FT-Paraffinen
00234 allgemein wird auch beispielsweise auf die Literatur-
00235 stelle A. Kühnle in Fette, Seifen, Anstrichmittel
00236 1982, Seiten 256 bis 162 verwiesen. 00237
00238 Hinsichtlich der Copolymere, die bei dem hier beschrie-
00239 benen Latentwärmespeichermaterial zum Einsatz kommen,
00240 kann es sich um im Einzelnen unterschiedliche Polymere
00241 handeln. Etwa Diblock- , Triblock-, Radialblock- und
00242 Multiblock-Copolymere. Besonders bevorzugt ist der
00243 Einsatz eines als Kraton, insbesondere als "Kraton G"
00244 bekannten Copolymers. Es handelt sich um thermoplast-
00245 isches Gummi. Das Diblock-Copolymer kann in weiterer
00246 Einzelheit aus Styren und/oder Ethylen und/oder Propy-
00247 len bestehen. Diese Polymere ergeben ein kreuzvernetz-
00248 tes, steifes Gel. Man kann die so erhaltene Masse auch
00249 als gelatineartig bezeichnen. Das Latentwärmespei-
00250 chermaterial nimmt insgesamt diese Erscheinungsform an.
00251 Dies ist dadurch erreicht, dass die Block-Copolymere
00252 ein dreidimensionales Netzwerk ausbilden, durch physika-
00253 lische Querverbindungen. Die Querverbindungen treten
00254 bei diesen Block-Copolymeren auf durch Ausbildung von
00255 submikroskopisch kleinen Partikeln eines Partikelblok-
00256 kes, der auch als Domäne angesprochen werden kann. Die
00257 Kreuzverbindung dieser unlösbaren Domäne kann durch
00258 Faktoren erreicht werden, welche die Kreuzverbindungs-
00259 dichte des Netzwerkes beeinflussen, einschließlich der
00260 Länge von unlösbaren Blockdomänen, der Länge von lösba-
00261 ren Blockdomänen und der Anzahl von kreuzverbundenen
00262 Orten. 00263
00264 Die Copolymere können in unterschiedlichen Anteilen in
00265 dem Latentwärmespeichermaterial enthalten sein. Übli-
00266 cherweise sind sie in einem Anteil von 5 bis 20 %, aber
00267 auch zu unter 5 % und über 20 %, es seien etwa 25 % als
00268 ausgewählter Anteil zusätzlich genannt, in dem Latent-
00269 wärmespeichermaterial enthalten. Hierdurch kann auch
00270 die Temperatur eingestellt werden, bei welcher das
00271 Latentwärmespeichermaterial die Plastizitätsgrenze
00272 erreicht. Je höher der Anteil an Copolymeren ist, desto
00273 höher ist auch die Temperatur, bei welcher das Latent-
00274 wärmespeichermaterial plastisch verformbar wird. Es ist
00275 erwünscht, dass die Plastizitätsgrenze im Temperaturar-
00276 beitsbereich eines Latentwärmespeichermaterials nicht
00277 erreicht wird. Bei etwa 20 % Anteilen solcher Copo-
00278 lymere in dem Latentwärmespeichermaterial ergibt sich
00279 eine Plastizitätsgrenze etwa im Bereich von 140 bis
00280 150° C. 00281
00282 Bezüglich des Trägermaterialteils kann es sich auch um
00283 ein mit niedriggrädigem Paraffin getränktes Trägermate-
00284 rialteil handeln, das von hochgradigem Paraffin, insbe-
00285 sondere FT-Paraffin, umgeben ist. Dies bei relativ
00286 geringer Schmelztemperatur des Spritz-Kunststoffes. So
00287 kann unter Umständen erreicht werden, dass das FT-Paraf-
00288 fin eine Umhüllung bildet, die nicht oder nicht voll-
00289 ständig im Zuge des Spritzverfahrens aufschmilzt. 00290
00291 Bezüglich des Kunststoff-Ausgangsmaterials bzw. der
00292 Kunststoffmatrix kann es sich insbesondere auch um
00293 Silikon oder Kunstharze handeln, die mit einem Härter
00294 versetzt sind. Hierbei wird das Kunststoff-Spritzverfah-
00295 ren, vorzugsweise bei relativ niedrigen Temperaturen
00296 bis hin zu Umngebungstemperaturen, so durchgeführt,
00297 dass das gespritzte Teil zunächst noch nicht ausgehär-
00298 tet ist, sondern erst in der Spritzform - chemisch -
00299 aushärtet. Ein solches verfahren kann auch bei relativ
00300 niedrigen Drücken, etwa im Bereich von 0,01 bar bis
00301 50/80 bar durchgeführt werden. Während dagegen das im
00302 Rahmen vorliegender Beschreibung ansonsten angesproche-
00303 ne übliche Kunststoff-Spritzverfahren hier mit Drücken
00304 im Bereich von 50-300 bar durchgeführt wird. Die Druck-
00305 obergrenze ergibt sich dadurch, dass der Kunststoff
00306 nicht in die Kapillarräume der Trägermaterialteilchen
00307 (jedenfalls nicht wesentlich) eingedrückt werden darf.
00308 Dies gibt auch eine gewisse Grenze für die Temperatur,
00309 die tolerierbar ist. Insgesamt, zusammen mit dem be-
00310 schriebenen "Kaltverfahren" ergibt sich eine Temperatur-
00311 spanne von 20-200°C, wobei bei dem "Kaltverfahren" ,
00312 d.h. mit chemisch aushärtendem Silikon oder Kunstharz,
00313 die Temperatur im Bereich von 20-100°C liegt und bei
00314 dem üblichen Kunststoffspritzverfahren im Bereich von
00315 100-200°C. 00316
00317 Wenn auch die Aushärtung bei dem beschriebenen "Kaltver-
00318 fahren" im Wesentlichen in der Spritzform stattfindet,
00319 kann auch eine gewisse Vorvernetzung bereits im Extru-
00320 der stattfinden. 00321
00322 Hinsichtlich des weiteren Gegenstandes der Erfindung,
00323 des Verfahrens zur Herstellung eines Kunststoffteils
00324 mit darin enthaltenden Anteil an Phasenwechselmaterial,
00325 besteht ein Bedürfnis, ein einfaches Verfahren anzuge-
00326 ben, das zu Kunststoffteilen führt, welche die üblichen
00327 Anforderungen an Härte, möglichst aber auch an Festig-
00328 keit oder Beständigkeit erfüllt. 00329
00330 Diese Aufgabe ist verfahrensmäßig dadurch gelöst, dass
00331 das Teil im Kunststoffspritzverfahren durch Einspritzen
00332 von verflüssigtem Kunststoff-Ausgangsmaterial in einen
00333 Formhohlraum hergestellt wird, unter Verwendung eines
00334 üblichen Kunststoff-Ausgangsmaterials, und dass dem
00335 Kunststoff-Ausgangsmaterial vor Einspritzen in den
00336 Formhohlraum Trägermaterialteile mit in deren Kapillar-
00337 räumen aufgenommenem Phasenwechselmaterial beigemengt
00338 werden. 00339
00340 Es kann also eine übliche Kunststoffspritzmaschine mit
00341 einem Extruder verwendet werden. Grundsätzlich ist aber
00342 auch die Verwendung einer Kolbenpress-Kunststoffspritz-
00343 maschine möglich. Eine solche KunststoffSpritzmaschine
00344 wird bekanntlich als Kunststoff-Ausgangsmaterial mit
00345 Kunststoffgranulat beschickt. Das Granulat durchsetzt
00346 den Extruder und wird dort in einen plastischen bis
00347 flüssigen Zustand, unter gleichzeitigem Erhitzen, über-
00348 führt . 00349
00350 Die Trägermaterialteile können nun zum einen in den
00351 üblicherweise am Einlass eines Extruders vorgesehenen
00352 Massetrichter eingebracht werden, sie können aber auch
00353 über einen gesonderten Einlass, werkzeugseitig bezüg-
00354 lieh des Massetrichters, in den Extruder eingebracht
00355 werden oder auch erst kurz vor dem Formhohlraum. In
00356 beiden letzteren Fällen ist die Einbringung dann, wegen
00357 des erhöhten Druckes, in der Regel über eine Schleusen-
00358 kammer erforderlich. 00359
00360 Eine maximale Temperatur, welche der Kunststoff im Zuge
00361 des Spritzverfahrens annimmt und ein maximaler Druck,
00362 welchem der Kunststoff im Zuge des Spritzverfahrens
00363 ausgesetzt ist, sind so gewählt, dass eine Verdampfung
00364 des eingesetzten Phasenwechselmaterials von weniger als
00365 15 Volumenprozent stattfindet. Vorzugsweise sind die
00366 genannten Parameter so gewählt, dass weniger als 10
00367 Volumenprozent und insbesondere so, dass weniger als 5
00368 Volumenprozent verdampfen. 00369
00370 Hinsichtlich des Kunststoff-Ausgangsmaterials, des
00371 Phasenwechselmaterials und auch sonstiger Aspekte der
00372 eingesetzten und verwendeten Materialien wird auf die
00373 vorstehenden Ausführungen verwiesen. 00374
00375 Nachstehend ist die Erfindung des Weiteren anhand der
00376 beigefügten Zeichnung erläutert, auf welcher zeigt: 00377
00378 Fig. 1 eine schematische Seitenansicht
00379 einer Extruder-Kunststoffspritzma-
00380 schine; und 00381
00382 Fig. 2 einen Querschnitt durch ein im
00383 Kunststoffspritzverfahren hergestell-
00384 tes Teller-Teil mit Anteilen an
00385 Phasenwechselmaterial. 00386
00387 Dargestellt und beschrieben ist zunächst mit Bezug zu
00388 Fig. 1, eine Kunststoffspritzmaschine 1 mit einem Extru-
00389 der 2, der über einen Massetrichter 12 befüllt wird.
00390 Stromabwärts des Extruders 2 ist eine Spritzform 3 mit
00391 einem Oberwerkzeug 4 und einem Unterwerkzeug 5 vorgese-
00392 hen. Das Unterwerkzeug 5 ist in der Kunststoffspritzma-
00393 schine entlang Schienen 6 zur Öffnung verfahrbar. Hier-
00394 zu kann bspw. ein Öffnungs-Kniegelenk 7 vorgesehen
00395 sein. 00396
00397 Der Extruder 2 besitzt Heizelemente 8, welche das Kunst-
00398 stoff-Ausgangsmaterial 9, das in Form eines Granulats
00399 in den Massetrichter 12 eingegeben wird, auf einen
00400 plastischen bis fluiden Zustand erhitzen. 00401
00402 In dem Massetrichter 12, was lediglich schematisch
00403 dargestellt ist, werden weiterhin Trägermaterialteile
00404 11 eingebracht, welche in Kapillarhohlräumen angelager-
00405 tes Phasenwechselmaterial aufweisen. Alternativ können
00406 die Trägermaterialteile auch über einen schematisch
00407 angedeuteten zweiten Trichter 12' eingebracht werden,
00408 der nahe einem formseitigen Ende des Extruders 2 ange-
00409 ordnet ist. Hierbei ist dann noch eine Schleusenkammer
00410 oder vergleichbare Einrichtung zur Überwindung des in
00411 dem Extruder herrschenden Druckes erforderlich. 00412
00413 Ein mit einer Kunststoffspritzmaschine gemäß Fig. 1
00414 typischerweise hergestelltes Spritzteil kann ein Körper
00415 sein, wie. er schematisch in Fig.2 im Querschnitt darge-
00416 stellt ist.
00417 Weiterhin ist in dieser Querschnittsdarstellung schema-
00418 tisch angedeutet, dass eine Vielzahl von Trägermaterial-
00419 teilen 11 verteilt in der Matrix des verspritzten Kunst-
00420 stoff-Ausgangsmaterials 9 angeordnet sind. Bei einigen
00421 derartig hergestellten Teilen lässt sich, bezüglich der
00422 Querschnittsflächen, eine Rand-Anhäufung beobachten.
00423 Auch lässt bei einigen Teilen, die mit den beschriebe-
00424 nen Kapillarräumen aufweisenden Trägermaterialteilen
00425 hergestellt sind, eine gegenüber aus vollständig aus
00426 entsprechendem Kunststoff hergestellten Teilen erhöhte
00427 Sprödigkeit feststellen. Im Bruchbild zeigt sich auf
00428 einer Bruchfläche eine an der Größe der eingesetzten
00429 körnigen Trägermaterialteile orientierte körnig struktu-
00430 rierte Fläche. 00431
00432 Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswe-
00433 sentlich. In die Offenbarung der Anmeldung wir hiermit
00434 auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
00435 Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) voll-
00436 inhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale
00437 dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung
00438 mit aufzunehmen.