Verfahren und Vorrichtungen zur Leistungssteigerung und Brennstoffeinsparung bei der Erzeugung von Eisen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Leistungssteigerung und Brennstoffeinspa- rung bei der Erzeugung von Eisen aus Eisenerz oder -oxiden, die naturbelassen oder pelletiert, als Feinerz oder Konzentrat bereitgestellt werden, vorzugsweise von Roheisen in Hochöfen, aber auch von Eisenschwamm und Eisenkarbid in Schachtöfen, in der Wirbelschicht und im Flugstrom, mit Hilfe von fossilen und nachwachsenden Brennstoffen, insbesondere von Stein- und Braunkohlen oder anderen organischen Brennstoffen, wie Müll und Klärschlamm.
Die Erfindung kann angewendet werden bei allen Prozessen der Eisenverhüttung, bei denen das Eisen mindestens seine Oxidationsstufen Magnetit und Wüstit durchläuft.
Das meiste Eisen, Basismaterial für die Stahlerzeugung, wird aus Eisenerz und mit Hilfe von Hochöfen gewonnen, auch wenn die Wiederverwendung von Schrott einen großen Teil der Stahlproduktion sichert. Der Produktionsablauf gliedert sich grundsätzlich in zwei Schritte, die Reduktion des meist aufbereiteten, hämatiti- schen Erzes zu Eisen über die Oxidationsstufen Hämatit, Magnetit und Wüstit und das Schmelzen des Eisens in direkter Kombination mit der Reduktion wie beim Hochofen oder extern in Kupol-, SM-, Elektroofen u.a.
Fundamentale Erkenntnis der Eisenmetallurgie ist, dass nur die Zerfalls- und Vergasungsprodukte der Brennstoffe geeignet sind für den Abbau des Sauerstoffs aus dem Erz, nie die Brennstoffe selbst, auch nicht das gasförmige Methan, wobei
des Zerfallsprodukt Kohlenstoff an der Reduktion wegen Reaktionsträgheit wenig beteiligt ist.
Die weltweit überwiegende Methode zur Herstellung von Eisen ist die Roheisenerzeugung in Hochöfen. Bei diesem Prozess sind die erforderlichen Prozessschritte in optimaler Folge so kombiniert, dass die Brennstoffe in der Schmelzzone mit Heißwind vergast werden, die dabei anfallende Hochtemperaturwärme die Schlacke und das Eisen schmilzt sowie die Boudouarreaktion, technisch als "Direktreduktion" bezeichnet, ermöglicht und das im darüberliegenden Schacht aus der Schmelzzone aufsteigende Gas das Erz reduziert.
Die Prozessführung bei der Roheisenerzeugung mit Hilfe von Schachtöfen ist seit Jahrzehnten weitestgehend unverändert geblieben, obwohl eine Vielzahl von Maßnahmen zur Leistungssteigerung, z.B. durch Vergrößerung der Ofenabmessungen und Erhöhung des Prozessdrucks, und zur Reduzierung des Koksverbrauches, z.B. durch Einblasen von anderen Brennstoffen wie Kohle, Heizöl, Erdgas, Kokereigas, Müll, Klärschlamm, Erz sowie die Verwendung von Sauerstoff u.a. bekannt geworden sind.
Ergebnisse teilen u.a. Gudenau in der Zeitschrift "Stahl und Eisen" 117 (1997) Nr. 6 unter dem Titel "Versuche zum kombinierten Einblasen von Kohlenstaub und feinkörnigem Erz in den Hochofen" und auf dem 1tnTIMS/IEHK Metallurgical Symposium, 28/29 September 1997 in Kairo unter dem Titel "Environmental and economical benefits by injecting iron containing recyclings and steel plant residues into the blast furnace" und der VDI mit dem Handbuch "Verwertung durch Einschmelzen, Sekundärmetallgewinnung und Energienutzung bei der thermischen Behandlung von Abfällen" zum Seminar vom 22. und 23.09.1997 in Düsseldorf mit. Eine grundsätzliche Beschreibung des Hochofenprozesses gibt u.a. das
Lehrbuch von Ost, H.; Rassow, B.: "Lehrbuch der chemischen Technologie", 26. Auflage, Leipzig, Barth-Verlag, 1955.
Kennzeichnend für den Stand der Technik der Prozessführung in Hochöfen ist die Vergasung von Koks und anderen organischen Brennstoffen und die Reduktion des Erzes im Gegenstrom zum Schüttgut, so dass der Prozesswärmebedarf die Strömungsgeschwindigkeit des Gases und die jeweilige Oxidationsstufe des Erzes die Gaszusammensetzung und damit die Brennstoffausnutzung im Hochofen bestimmen. Bezogen auf das Oxidationspotential der Brennstoffe werden im praktischen Betrieb der Hochöfen die Brennstoffe mit annähernd 65 % ausgenutzt.
Unverzichtbarer Bestandteil des Hochofenprozesses ist deshalb die regenerative Vorwärmung der Prozessluft, die außerhalb des Hochofens einen Teil der chemischen Enthalpie des Gichtgases nutzt und damit in den Prozess zurückführt. Gute Hochofenanlagen erreichen somit bereits eine Brennstoffausnutzung von 75 bis 80 % bei Verwendung eines hohen Anteils von teurem und knappem Hüttenkoks als Brennstoff.
Trotzdem sind eine Vielzahl von Bemühungen bekannt, die Roheisenerzeugung und den Hochofenbetrieb weiter zu verbessern. Das betrifft insbesondere die Substitution von Hüttenkoks durch Ersatzbrennstoffe, die Absenkung des Brennstoffverbrauchs durch bessere Ausnutzung des Gases im Ofen, die Steigerung der Raum-Zeit-Ausbeute vorhandener Anlagen und die bessere externe Verwertung des Gichtgases.
So wurde mehrfach vorgeschlagen, Gichtgas durch Auswaschen von Kohlendioxid zu Reduktionsgas aufzubereiten und dieses in den Hochofen zurückzuführen. Austin, P.R. u.a. haben in ISIJ Int. 38 (1998), Nr. 3, S. 239-245 Ergebnisse von
Untersuchungen über die Rezirkulation von Gichtgas in den Hochofenprozess veröffentlicht. Im Vergleich zur konventionellen Fahrweise ohne Gichtgasrezirku- lation wurde die Rezirkulation von Gichtgas ohne Auswaschen von Kohlendioxid mit und ohne Sauerstoffanreicherung des Windes und die Rezirkulation mit Auswaschen von Kohlendioxid und gleichzeitiger Anreicherung des Windes mit Sauerstoff untersucht. Nur die Variante mit Auswaschung von Kohlendioxid und gleichzeitiger Sauerstoffanreicherung führte zu Brennstoffeinsparungen und Leistungssteigerungen.
Wesentlicher Bestandteil des Standes der Technik sind weiterhin Erkenntnisse über vorteile, die sich aus der Verwendung von Sauerstoff an Stelle von Heißwind als Vergasungsmittel in den Wirbelkammern der Hochöfen ergeben.
Bei der Reduktion in Schachtöfen, z.B. in Hochöfen oder beim Corex-Verfahren, durchströmt das Gas die Schüttung im Gegenstrom. Das hat zur Folge, dass das Erz seine Oxidationsstufen nacheinander durchläuft, wobei das Gas erst den Sauerstoff aus dem Wüstit aufnimmt und das dabei entstehende Gas geeignet ist für die Reduktion von Magnetit und das danach vorliegende Gas wieder für die Reduktion von Hämatit. Das aufströmende Gas hat gleichzeitig die Aufgabe, das für die im Ofen ablaufenden chemischen Reaktionen notwendige Temperaturniveau durch Wärmetransport aus der Formenebene in den Schacht sicherzustellen. Reduktionspotential und Wärmekapazität sind somit zwangsgekoppelt. Beim Stand der Technik wird bei der Reduktion von Hämatit zu Eisen im Schachtgegenstrom eine Kohlenmonoxid/Wasserstoff-Ausnutzung von annähernd nur 50 % erreicht.
Bei der Reduktion von Eisenerz in der Wirbelschicht und in der Flugwolke mit kontinuierlicher Zugabe von Erz und kontinuierlicher Abführung von Eisen dagegen laufen die Reduktionsstufen gleichzeitig ab, deshalb wird die Gaszusam-
mensetzung bestimmt von der niedrigsten Oxidationsstufe des Erzes als "Bodenkörper" im Wirbelbett, d.h. bei einer Wirbelbetttemperatur von 800 °C kann das Kohlenmonoxid/ Wasserstoff-Gemisch unter Normaldruck nur zu ca. 35 % ausgenutzt werden. Da aber in der Wirbelschicht die Reaktionen von Hämatit zu Magnetit und Magnetit zu Wüstit vorrangig und gleichzeitig zur Reduktion von Wüstit zu Eisen ablaufen, wird das Reduktionsgas bereits über diese Reaktionen mit Kohlendioxid und Wasserdampf belastet und damit in seiner Wirksamkeit für die Reduktion von Wüstit zu Eisen so reduziert. Der Reduktionsgasbedarf steigt somit auf ca. 170 %, bezogen auf die für die Reduktion von Wüstit zu Eisen erforderliche Gasmenge. Die tatsächlich umzuwälzende Gasmenge ist meist noch deutlich höher, weil mit dem Gas die für die Fluidisierung erforderliche kinetische Energie in den Prozess einzubringen ist.
Beim Stand der Technik wird dem begegnet durch Gaskreisläufe, so z.B. beim Circored-Verfahren, bei dem das Erz nacheinander eine zirkulierende und eine stationäre Wirbelschicht durchläuft und dort durch zwei parallele Wasserstoffströme reduziert wird. Diese Parallelfahrweise der Gasströme ermöglicht von vornherein nicht die bei Gegenstromfahrweise erreichbare Gasausnutzung. Dem wird begegnet durch Verwendung von Wasserstoff als Reduktionsgas und einen Gaskreislauf, in dessen Folge das während der Reduktion des Erzes gebildete Wasser durch Kühlung des gesamten Kreislaufgases ausgetaut und der verbrauchte Wasserstoff durch Zuspeisung ersetzt wird. Somit sichert die Kreislauffahrweise eine hohe Brennstoffausnutzung, bei allerdings hohem Aufwand für die Umwandlung der Brennstoffe in Wasserstoff und an Energie für die Rezirkulation des Gases und die Fluidisierung der Feststoffe. Der Prozesswärmebedarf wird durch rekuperative Erwärmung des Kreislaufgases und Zufeuerung im Zuge der Feststoffvorwärmung gedeckt (Paper presented at the METEC Congress 99 in Düsseldorf, Germany, from Juni 13-15, 1999). Die rekuperative Wärmeeinkopplung erfordert einen hohen apparativen Aufwand.
Mit dem selben Paper wird das Circofer-Verfahren vorgestellt, bei dem die reduzierenden Bestandteile des Kreislaufgases erneuert werden durch eine in den Kreisprozess integrierte, partielle Oxidation einer Kohle/Erz-Mischung, durchgeführt in einer durch Kreislaufgas fluidisierten Wirbelschicht. Somit wird die Erzeugung des Reduktionsgases durch Vergasung von fossilen Brennstoffen, vorzugsweise Kohle in den Prozess integriert. Das Erz wird wie beim Circored-Verfahren in zwei gasseitig parallel geschalteten Wirbelbetten reduziert, dabei gebildetes Kohlendioxid und Wasser werden durch Kühlung und MEA-Wäsche aus dem Kreislauf ausgeschleust. Der Prozesswärmebedarf wird neben der partiellen Oxidation auch hier durch rekuperative Wärmezuführung gedeckt. Dem geringeren Aufwand für die Erzeugung von Reduktionsgas gegenüber dem Circored-Verfahren steht der erhöhte Aufwand für das Auswaschen des Kohlendioxides beim Circofer-Verfahren gegenüber.
Der für beide Verfahren geltend gemachte, durch hohe Relativgeschwindigkeiten zwischen Gas und Feststoff erzielte gute Stoffaustausch ist untergeordnet, da in beiden Fällen die chemische Reaktion der Erzreduktion der geschwindigkeitsbestimmende Schritt ist.
Soll in der Wirbelschicht neben der Reduktion von Hämatit zu Eisen auch noch eine Karbonisierung des Eisens zu Eisenkarbid durchgeführt werden, dann entscheidet letztlich die Eisenkarbidbildung über die Gasausnutzung. Unter den in der Eisenkarbidanlage Trinidad der Nucor gewählten Prozessbedingungen heißt das, dass gegenüber thermodynamisch optimaler Prozessführung das mehr als 100-fache der erforderlichen Gasmenge umgewälzt wird (Paper presented at the ISS 56th Ironmaking Conference in April 1997 in Chicago, IL).
Der Stand der Technik ist somit durch zwei Extreme gekennzeichnet:
die anlagentechnisch perfektionierte, thermodynamisch vorteilhafte mehrstufige Verhüttung von Erz zu Roheisen im Gegenstrom zwischen Schüttung und Gas in einer Hitze im Hochofen mit der Doppelfunktion des in der Formenebene erzeugten Reduktionsgases und daraus resultierender, ungenügender Brennstoffausnutzung und
die vom Schmelzvorgang abgekoppelte, einstufige Reduktion des Erzes in der Wirbelschicht mit Kreislaufgas und damit vollständiger Brennstoffausnutzung bei hohem Apparate- und Energieaufwand.
Mit Bezug auf den fortgeschrittenen Stand der Verhüttung von Eisenerz im Hochofen ist erst einmal festzustellen, dass die schrittweise Reduktion des Erzes über die Oxidationsstufen Hämatit, Magnetit, Wüstit, Eisen im Hochofenschacht gegenüber der einstufigen Reduktion im Wirbelbett thermodynamisch vorteilhaft für die Brennstoffausnutzung ist. Inwieweit diese thermodynamischen Vorteile bei der Führung des technischen Prozesses derzeit wirklich genutzt werden, soll die nachfolgende Bewertung praktischer Kennziffern eines Hochofenbetriebes, bezogen auf 1 t Roheisen, zeigen.
Brennstoffeinsatz: Koks 311 kg
Steinkohle 185 kg
Luft: Volumen 976 m3
Sauerstoffanteil 24 %
Temperatur 1.228 °C
ad. Flammentemp. 2.150 °C
Formgasvolumen : 1.338 m3
Gichtgas: Anteile in Volumen-% CO2 20,8 korrigiert* 20,3
CO 25,1 25,3
H2 3,5 3,5
H2O 2,5 2,0
N2 48,1 48,9
Volumen m3/t RE
(aus Stickstoffbil.) 1.541 1.515
Die Stoffbilanz ergibt, dass mit dem Erz 286,5 m3 und mit der Luft 235 m3, zusammen 521.5 m3 Sauerstoff/t RE, eingebracht und mit dem Gichtgas 533 m3 ausgebracht wurden. Das mit dem Gichtgas darüber hinaus ausgebrachte Sauerstoffvolumen von 26 m3 wurde mit den Zuschlägen als Kohlendioxid und mit dem Schüttgut als Wasser eingetragen.
* Für nachfolgende Berechnungen korrigiert um Kohlendioxid und Feuchte aus Zuschlägen bzw. Schüttung.
Mit dem Gichtgas werden somit 338 m3 Kohlendioxid und Wasser ausgetragen, entstanden im Zuge der Eisenreduktion. Die Bildung von Kohlendioxid und Wasser aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff während der Reduktion von Hämatit zu Magnetit und von Magnetit zu Wüstit errechnet sich zu 191 m3, d.h. bei der Reduktion von Wüstit zu Eisen wurden nur 147 m3 Kohlendioxid und Wasser gebildet, was einer Reduktionsgasausnutzung von 19 % entspricht.
Die thermodynamischen Berechnungen der Reduktion von hämatitischem Erz zu Eisen für eine Reaktionstemperatur von 800 °C und einem Partialdruck der reagierenden Gasbestandteile von 1 bar zeigen, dass unabhängig davon, ob der
Prozess in Schachtöfen, z.B. Hochöfen, in stationären oder zirkulierenden Wirbelschichten oder mit Flugstromverfahren durchgeführt wird, bei jeweils vollständiger Reduktion von Hämatit zu Magnetit nur 33 m3, von Magnetit zu Wüstit 67 m3, bei der Reduktion von Wüstit zu Eisen aber 200 m3 Sauerstoff je t Eisen abzubauen sind, wobei, bezogen auf die Sauerstoffaufnahmefähigkeit eines Kohlenmon- oxid/Wasserstoff-Gemisches als Reduktionsgas, das Gas thermodynamisch bedingt bei der Reduktion von Wüstit zu Eisen nur mit 35 %, bei der Reduktion von Magnetit zu Wüstit zu ca. 75 % und nur bei der Reduktion von Hämatit zu Magnetit annähernd vollständig ausgenutzt werden kann.
Wird für den Hochofenprozess unterstellt, dass entsprechend dem praktischen Temperaturniveau bei der Reduktion von Hämatit zu Magnetit und Magnetit zu Wüstit die Direktreduktion von untergeordneter Rolle ist, und wird der Sauerstoff im Gichtgas um den mit den Zuschlägen eingebrachten und den während der Reduktion von Hämatit- und Magnetit aufgenommenen reduziert, dann errechnet sich für das aus der Prozessstufe "Reduktion von Wüstit zu Eisen" austretende Gas ein gebundenes Sauerstoffvolumen von 421 ,5 m3, davon 186,5 m3 aus dem Erz und 235 m3 aus dem Wind.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, aus den dem thermodynamischen System Eisen-Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Schwefel (Fe-C-H-O-S) ableitbaren technischen Möglichkeiten zur Leistungssteigerung und Brennstoffeinsparung bei der Verhüttung von Eisenerz mit fossilen Brennstoffen verfahrenstechnisch zu nutzen und für die Durchführung geeignete Vorrichtungen sowie das Verfahren flankierende Maßnahmen zur Optimierung der Anwendung vorzuschlagen.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale unabhängiger Ansprüche gelöst, die auch unabhängig voneinander technisch genutzt werden können und
eine schrittweise Umrüstung vorhandener Vorrichtungen auf das erfindungsgemäße Verfahren ermöglichen. Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung dar.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren gelöst, bei dem die Reduktion von Wüstit zu Eisen in Festbetten oder in Wirbelschichten bzw. Flugwolken weitgehend unabhängig von der vorgeschalteten Reduktion von Hämatit und Magnetit und der nachfolgenden Schmelze als verfahrenstechnisch separate Prozessstufe durchgeführt wird, indem dieser Prozessstufe einerseits Wüstit und Reduktionsgas, vorzugsweise extern durch Vergasung und/oder Entgasung von Brennstoffen erzeugt, oder gasförmige, flüssige bzw. feste Brennstoffe, die in der Prozessstufe selbst durch partielle Oxidation mit Luft und/oder Sauerstoff zu Reduktionsgas vergast werden, mit für die Reduktion ausreichender Temperatur zugeführt und andererseits Eisenschwamm und durch die Aufnahme von Sauerstoff aus dem Wüstit kohlendioxid- und wasserdampfangereichertes Reduktionsrestgas, unabhängig von der physikalischen Enthalpie dieses Gases, abgeführt werden.
Es ist erfindungsgemäß, dass das in der verfahrenstechnisch separaten Prozessstufe aus Wüstit meist in Form von Eisenschwamm erzeugte Eisen einer internen, wie beim Hochofen, oder einer externen Schmelzstufe, vorzugsweise einem Elektroofen, oder aber auch einer Karbonisierung zu Eisenkarbid und das Reduktionsrestgas jeweils teilweise der internen oder externen Vergasung der Brennstoffe als endothermes Vergasungsmittel, zur Reduktion von hämatitischem oder magnetitischem Erz zu Wüstit, als Brenngas für die Vorwärmung des dem Prozess zugefahrenen Schüttgutes oder für eine koksfreie Eisenschmelze, ähnlich den Siemens-Martin-Öfen, oder einer anderen externen Nutzung zugeführt wird.
Die Anwendung der Erfindung bei der Verhüttung von Eisenerz im Hochofen erfolgt erfindungsgemäß mit einer Prozessführung, bei der dem Ofen das aus der Formenebene und dem unteren Teil des Ofens aufsteigende Gas bei Beginn der Reduktion des Wüstits vorzugsweise bei einem Temperaturniveau von 750 °C ± 150 K über einen unteren Gassammelkanal teilweise oder ganz entnommen wird, wovon dem Ofen über die Formenebene ein solcher Anteil ohne Abtrennung von Kohlendioxid wieder zugeführt wird, wie für die Einstellung der gewünschten Temperatur in der Schmelzzone von vorzugsweise 2.000 bis 2.150 °C in Abhängigkeit von den dort für die Vergasung zur Verfügung stehenden Brennstoffen, der Temperatur und Sauerstoffkonzentration des Windes, bis hin zu reinem Sauerstoff, erforderlich ist, wobei bei der teilweisen Entnahme mindestens soviel Gas im Ofen verbleibt und weiter im Gegenstrom zum Schüttgut bis zu einem oberen Gassammelkanal strömt, wie für die Reduktion von Magnetit zu Wüstit erforderlich ist, während bei vollständiger Gasentnahme ein weiterer Teilstrom, ausreichend für die Reduktion von Hämatit zu Wüstit und zur Sicherung der dafür erforderlichen Reaktionstemperatur durch partielle Oxidation mit Luft über den oberen Gassammelkanal in den Oberteil des Ofenschachtes rückgeführt und über eine mittlere Gasentnahme, die in der Höhe zwischen dem oberen und unteren Gassammelkanal erfolgt, wieder aus dem Ofen abgeführt wird, nachdem dieser Gasteilstrom das Schüttgut im Gleichstrom durchströmt, dieses auf Reaktionstemperatur vorgewärmt und das hämatitische Erz zu Wüstit reduziert hat.
Die für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei vollständiger Gasentnahme erforderliche Trennung der im Ofen auf- und absteigenden Gase wird erreicht, indem der Druck des im Oberteil des Ofens im Gleichstrom mit dem Schüttgut geführten Gases bei seiner Zuführung zum Ofen erfindungsgemäß so eingestellt wird, dass sich die über die erste und zweite Gasentnahme abzuführenden Gase in der Schüttung nicht oder nur im beabsichtigten Umfang vermischen.
Erfindungsgemäß wird die Gasausnutzung im Ofen und die Wirksamkeit der Gasrückführungen in den Ofen erhöht, indem das über die erste Gasentnahme dem Ofen entnommene Gas vor der Rückführung entstaubt, gekühlt, im Druck vorzugsweise auf Betriebsdruck der Winderhitzung sowie rekuperativ und/oder regenerativ bis auf Temperaturen über 1.000 °C erhöht wird.
Es ist auch erfindungsgemäß, das im Ofen befindliche Gas ohne Entnahme von Gas über die untere Gasentnahme vor Einsetzen der Reduktion von Hämatit zu Magnetit durch Zuführung von Luft im Ofen temperaturerhöhend partiell zu oxidie- ren oder bei teilweiser Gasentnahme über die untere Gasentnahme vorzugsweise vollständig zu verbrennen und das oxidierte Gas bzw. das anfallende Verbrennungsgas zur Vorwärmung des Schüttgutes auf 600 bis 700 °C im Ofen selbst zu verwenden und dabei auf vorzugsweise 150 bis 250 °C abzukühlen.
Die Prozesstemperatur bei der Reduktion von Hämatit zu Magnetit oder Wüstit durch das im Gleichstrom durch das Schüttgut geführte Gas wird erfindungsgemäß eingestellt durch den Wärmeeintrag mit dem rezirkulierten, regenerativ und/oder rekuperativ erwärmten Gas und gegebenenfalls durch Zumischung von Luft und damit partielle Oxidation im oberen Schachtbereich des Hochofens.
Erfindungsgemäß ist es auch, Gas aus der unteren Gasentnahme einem externen Prozess zur Vergasung von Ersatzbrennstoff zu Reduktionsgas für die Einblasung in den Hochofen bei der Roheisenerzeugung, die Eisenschwamm- und Eisenkarbiderzeugung als Vergasungsmittel zuzufahren oder unter erhöhtem Prozessdruck direkt für die Eisenkarbiderzeugung zu nutzen.
Die Verwertung des bei der teilweisen Entnahme von Gas aus der unteren Gasentnahme nicht als Vergasungsmittel in den Ofen rückgeführten bzw. des aus der
oberen Gasentnahme entnommenen Gases erfolgt nach dessen Entstaubung und Reinigung sowie Druckerhöhung vorzugsweise auf Heißwinddruck außerhalb des Ofens erfindungsgemäß, indem es in den Winderhitzern zum Zwecke der regenerativen Luft- oder Gaserhitzung und in Zusatzbrennkammern unter Druck verbrannt wird zu Arbeitsmittel für vorzugsweise Turbolader, die für die prozessinterne Luft- und Gasverdichtung sowie Drucklufterzeugung für die Luftzerlegung eingesetzt werden, aber auch für Expansionsturbinenanlagen zur Stromerzeugung.
Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Brennstoffausnutzung ist erfindungsgemäß die Einblasung des Ersatzbrennstoffes an Stelle über übliche Einblaslanzen über vorzugsweise in die Windformen integrierte Brenner, die den Ersatzbrennstoff während der Einblasung mit so viel Heißwind und/oder Sauerstoff, gegebenenfalls unter Zugabe von rezirkuliertem Gas aus der ersten Gasentnahme, Gichtgas oder extern erzeugtem Reduktionsgas, vermischen, wie für die vollständige Vergasung des Ersatzbrennstoffes in den Wirbelkammern auch bei hohen Einblasraten und für die Reduktion des Kohlendioxides und des Wasserdampfes des rezirkulierten Gases zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff bei vorgegebenen Temperaturen in der Formenebene erforderlich ist.
Eine maximale Leistungssteigerung des Hochofens wird erfindungsgemäß erreicht, indem mit dem Ersatzbrennstoff über die Brenner neben dem für die Vergasung der Ersatzbrennstoffe erforderlichen, auch der für die anteilige Vergasung des im Schüttgut befindlichen Kokses erforderliche Sauerstoff eingeblasen wird, wobei auch in diesem Falle des Übergangs zum "Stickstofffreibetrieb" durch vollständigen Ersatz der Heißluft durch Sauerstoff das Temperaturniveau in der Formenebene mit aus der ersten Gasentnahme rezirkuliertem Gas, Gichtgas oder mit extern erzeugtem Reduktionsgas eingestellt wird.
Erfindungsgemäß werden bei Realisierung des Stickstofffreiprozesses in Hochöfen die Winderhitzer zur regenerativen Vorwärmung des dem Ofen über die untere Gasentnahme entnommenen Gases und das Heißwindsystem für die Rückführung des Gases zum Ofen verwendet.
Die Anwendung der Erfindung mit Hilfe der Wirbelschicht- oder Flugstromtechnik erfolgt erfindungsgemäß, indem die die Prozessstufe bildenden, stationären oder zirkulierenden Wirbelschichten oder der Flugstrom überwiegend aus wirbel- oder blasfähigem Eisen gebildet werden, denen kontinuierlich Wüstit zu und aus denen Eisen kontinuierlich abgeführt wird, wobei das die Wirbelschicht oder den Flugstrom antreibende, der Prozessstufe zugeführte Gas vorzugsweise durch Vergasung extern erzeugt wird und ein Volumenverhältnis der reduzierenden Bestandteile Kohlenmonoxid und Wasserstoff zu den oxidierenden Bestandteilen Kohlendioxid und Wasserdampf aufweist, das kleiner ist als das des aus der Prozessstufe abgeführten Gases.
Es ist aber auch erfindungsgemäß, das aus der durch Wirbelschicht oder Flugwolke gebildeten Prozessstufe abzuführende Gas im Druck zu erhöhen und in den Prozess zurückzuführen, wobei entweder gleichzeitig Brennstoff, Luft und/oder Sauerstoff zugeführt oder vor der Rückführung Kohlendioxid und Wasser aus dem Gas entfernt werden.
Das aus der durch Wirbelschichten oder Flugstrom gebildeten Prozessstufe abzuführende Gas wird neben der Rezirkulation erfindungsgemäß auch anteilig verwendet als endothermes Vergasungsmittel bei der externen Reduktionsgaserzeugung, zur Reduktion von hämatitischem oder magnetitischem Erz zu Wüstit sowie als Brennstoff für die Erzvorwärmung und Erzeugung von Arbeitsmittel für Kraftprozesse.
Die Produktion von Eisenkarbid ist ein besonders wirtschaftlicher Anwendungsfall der Erfindung. Für die Karbonisierung von Eisen zu Eisenkarbid ist Kohlenstoff, vorzugsweise in Form von Kohlenmonoxid, unentbehrlich. Die Bildung von Eisenkarbid aus Eisen und Kohlenmonoxid ist eine druck- und temperaturabhängige chemische Reaktion, die einen diesbezüglichen Mindestgehalt an Kohlenmonoxid bei möglichst niedrigen Anteilen Kohlendioxid und Wasser aber auch an Wasserstoff erfordert.
Erfindungsgemäß wird deshalb die Produktion von Eisenkarbid unter Normaldruck aus Eisenschwamm in einer durch stationäre Schutt- oder Wirbelschicht, zirkulierende Wirbelschicht oder durch Flugstrom u.a. gebildete Prozessstufe durchgeführt, indem der Prozessstufe schürt-, wirbel- bzw. blasfähiger Eisenschwamm und durch Vergasung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen erzeugtes Reduktionsgas zugeführt wird, dessen Kohlenmonoxidgehalt gegebenenfalls durch die Verwendung von Kohle, Koks, z.B. Petrolkoks, als Brennstoff und gegebenenfalls Kohlendioxid als endothermes Vergasungsmittel und/oder Abtrennung von Wasserstoff auf mindestens ein Drittel der Summe aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff angehoben wurde, wobei der Anteil der oxidierenden Gasbestandteile Kohlendioxid und Wasserdampf zusammen 3 Vol.-% nicht überschreiten soll, bei einem Partialdruck der reagierenden Gasbestandteile von mindestens 1 bar und einer Prozesstemperatur <750 °C.
Das aus der Prozessstufe Karbonisierung von Eisen zu Eisenkarbid abzuführende Gas und der bei der Herstellung des dafür erforderlichen Gases gegebenenfalls anfallende Wasserstoff wird erfindungsgemäß verwendet als Reduktionsgas bei der der Karbonisierung vorangehenden Reduktion von Wüstit zu Eisen.
Die Produktion von Eisenkarbid aus Wüstit erfolgt erfindungsgemäß mit prozessintern oder -extern erzeugtem Vergasungsgas aus fossilen oder nachwachsenden
Brennstoffen bei Prozessdrücken >10 bar und aus Magnetit >25 bar, jeweils bei Prozesstemperaturen von 600 bis 800 °C.
Für die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens in stationären und zirkulierenden Wirbelschichten und im Flugstrom können die bekannten, dem Stand der Technik entsprechenden Vorrichtungen bei geringfügiger Modifikation eingesetzt werden, da die Merkmale der Erfindung erreicht werden durch die erfindungsgemäßen Vorgaben an die Qualität der zu- und abgeführten Stoffe sowie die Art der Energiezuführung.
Die Realisierung der Erfindung in Festbettschüttungen in Schachtöfen, z.B. Hochöfen, erfordert jedoch teilweise eine grundsätzliche Weiterentwicklung der Vorrichtungen und deren peripherer Anlagen, die nachfolgend erfindungsgemäß gekennzeichnet werden.
Eine Vorrichtung zur erfindungsgemäßen Entkopplung der chemischen Reaktionen der Eisenerzreduktion vom Wärmetransport durch das im Ofen aufsteigende Gas entspricht einem Schachtofen, z.B. Hochofen des Standes der Technik, der erfindungsgemäß mit einer Einrichtung, vorzugsweise einem Hohlkegel oder einem Rohrrost, ausgerüstet wird, die die über einen oder mehrere Kanäle zugeführte Luft für die partielle Oxidation im Schüttgut, vorzugsweise vor Beginn der Erzreduktion, verteilt.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Nutzung eines weiteren Merkmals des erfindungsgemäßen Verfahrens ist neben der Einrichtung zur partiellen Oxidation des im Ofen aufsteigenden Gases im Schüttgut durch Luft vor Beginn der Erzreduktion gekennzeichnet durch Brenner zur Vergasung der Ersatzbrennstoffe in der Formenebene mit Heißluft und/oder Sauerstoff, die vorzugsweise in die Windformen integriert sind und den über pneumatische Dichtstromförderung zu-
gefahrenen, blasfähigen Ersatzbrennstoff mit der Heißluft und/oder dem Sauerstoff so zerstäuben, dass der Ersatzbrennstoff auch bei hohen Einblasraten in den Wirbelkammern weitgehend vergast.
Die Vorrichtung zur Realisierung aller Merkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Feststoffschüttung in Kombination mit der Roheisenerzeugung entspricht in ihrem unteren Teil bis in mittlerer Höhe einem Hochofen mit den bereits beschriebenen, erfindungsgemäßen Maßnahmen zur Verbesserung des Eintrags von Ersatzbrennstoff, während der obere Teil der Vorrichtung erfindungsgemäß aus einem Füllschacht und einem gasdichten Zylinder oder Kegelstumpf besteht, die mit der Schüttung den oberen Gassammelkanal bilden, aus dem bei durchgängiger Gegenstromfahrweise mit oder ohne teilweiser Gasentnahme das Gas vollständig aus dem Ofen abgeführt wird, wobei Ober- und Unterteil der Vorrichtung mit dem Schüttgut den unteren Gassammelkanal bilden, über den das im Unterteil des Ofens aufsteigende Gas teilweise oder ganz aus dem Ofen abgeleitet und der erfindungsgemäßen Rückführung und Verwertung zugeführt werden kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Heißgaseinblas- vorrichtung auf, die in ihrer äußeren Gestaltung einer üblichen Windform entspricht, welche erfindungsgemäß mit einem Brenner zur Vergasung von Ersatzbrennstoff, vorzugsweise Kohlebrennstaub oder blasfähiger Feinkoks, mit Sauerstoff ausgerüstet ist, wobei über diese Einblasvorrichtung entweder Heißwind oder heißes, aus der ersten Gasentnahme rezirkuliertes und/oder heißes Reduktionsgas aus externer Produktion in die Formenebene des Ofens eingeleitet wird und mit Hilfe des Brenners das rück- oder zugeführte Gas, der Ersatzbrennstoff sowie Luft und/oder Sauerstoff in die Formenebene so eingebracht werden, dass im Ofen eine Wirbelkammer freigeblasen wird, in der sich rückgeführtes Gas,
Ersatzbrennstoff, Luft und/oder Sauerstoff bei Temperaturen von über 1.900 °C zu Reduktionsgas umsetzen.
Für die Erzeugung von Eisenschwamm oder Eisenkarbid aus körnigem, stückigem oder pelletiertem Eisenerz wird vorzugsweise eine Vorrichtung zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens in der Feststoffschüttung vorgeschlagen, die ähnlich der für die Roheisenerzeugung aus einem Füllschacht und einem gasdichten Oberteil besteht, die mit der Schüttung einen oberen Gassammelkanal bilden, über den das Verbrennungsgas aus der Schüttgutvorwärmung abgeführt wird, während, wie bei der Vorrichtung zur Roheisenerzeugung, das Ofenoberteil mit dem Unterteil und der Feststoffschüttung den unteren Gassammelkanal bilden, über den das aus der zu Wüstit reduzierten Schüttung austretende Gas teilweise entnommen und der erfindungsgemäßen Verwertung zugeführt werden kann. Das Unterteil des Ofens wird vorzugsweise durch einen Rost abgeschlossen, über den zum Zweck der Kühlung der Schüttung kaltes Reduktionsgas in den Ofen eingeleitet und in Abhängigkeit vom CO-Partialdruck im Reduktionsgas und dem Prozessdruck entweder Eisenschwamm oder -karbid ausgetragen werden kann. Wie bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung für die Roheisenerzeugung befindet sich im oberen Teil des Ofens eine Einrichtung, vorzugsweise ein Kegel oder Rohrrost mit Bohrungen, der über eine Zuleitung Luft für die Verbrennung des nach der Reduktion von Hämatit zu Magnetit im Schacht strömenden Gases zugeführt wird.
Eine spezielle Vorrichtung zur Erzeugung von Eisenkarbid ist darüber hinaus mit einer zusätzlichen Gaszuführung, die zwischen Rost und unterem Gassammelkanal angeordnet ist, ausgerüstet, über die im Falle einer vorgeschalten Anreicherung von Kohlenmonoxid im Reduktionsgas der separierte Wasserstoff dem Re- duktionsprozess zugeführt werden kann.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1 Beschrieben wird die erfindungsgemäße Methode zur Verbesserung der Gichtgasverwertung mit Hilfe der Figur 1
Das nach der Reinigung vorliegende Gichtgas wird über eine Kaltgasleitung 1 zur Kompressionsstufe 2 eines Turboladers 3 gefahren, dort auf den zulässigen Betriebsdruck der Winderhitzer verdichtet, dem unter Betriebsbedingungen befindlichen Winderhitzer II 4 teilweise zugeleitet und dort mit Druckluft verbrannt. Das Verbrennungsgas kühlt sich im Winderhitzer II 4 ab, wird danach mit einer Temperatur von 300 bis 600 °C zu einer Druckbrennkammer 5 geleitet, dort durch Verbrennen des anderen Teils des komprimierten Gichtgases mit Druckluft in seiner Temperatur auf das Eingangsniveau der Expansionsstufe 6 des Turboladers 3 angehoben und unter Abgabe der für die Gichtgaskompression erforderlichen technischen Arbeit entspannt. Das Turboladerabgas wird im Rekuperator 7 gekühlt und danach an die Umgebung abgegeben.
Die für den Hochofenbetrieb und die Verbrennung des Gichtgases erforderliche Luft wird von der Kompressionsstufe eines zweiten Turboladers 9 angesaugt und auf den Betriebsdruck des vorhandenen Heißwindsystems komprimiert und im Rekuperator 7 durch Turboladerabgas vorgewärmt. Der für den Hochofen benötigte Teilstrom vorgewärmter Luft wird einem zweiten Winderhitzer 10 zugeleitet, dort auf geforderte Heißwindtemperatur erhitzt und über das vorhandene Heißwindsystem 11 dem Hochofen zur Verfügung gestellt, während der andere Teilstrom der Druckluft der Brennkammer 5 zugefahren wird. Das für den Antrieb der Turbolader 3 und 9 nicht benötigte Druckverbrennungsgas aus der Brennkammer 5 wird in der Expansionsturbine 12 unter Abgabe von technischer Arbeit für die Erzeugung von Elektroenergie entspannt. Das Turbinenabgas wird wie das aus den Turboladern 3 und 9 über den Rekuperator 7 an die Umgebung abgeführt.
Die Zu- und Ableitungen der Winderhitzer für Druckluft und Druckgichtgas sind so mit Absperrorganen und Drosselklappen ausgerüstet, dass die Winderhitzer 4 und 10 zyklisch durch Gichtgasverbrennung unter Druck aufgeheizt und durch Winderhitzung abgekühlt werden.
Beispiel 2 Beschrieben wird mit Hilfe von Figur 2 die erfindungsgemäße
Vorrichtung zur Produktion von Roheisen wie folgt:
Ausbaustufe 1
Ein Hochofen des Standes der Technik wird erfindungsgemäß im oberen Schachtabschnitt mit einer Einrichtung (Hohlkegel, Rohrrost u.a.) 9 zum Einbringen und Verteilen von Luft 7, vorzugsweise vorgewärmt, ausgestattet. Die Luft 7 wird der Einrichtung 9 und von diesem und dem Schüttgut gebildeten Gasraum 10 über einen oder mehrere Kanäle 8 der Schüttung zugeführt, mit Gichtgas vermischt und zur Reaktion gebracht. Die dabei anfallende Reaktionswärme hebt die Temperatur des Schüttgutes an, so dass die Reduktionstemperatur unabhängig von der Temperatur und dem Massenstrom des Gichtgases erreicht wird.
Mit dieser Maßnahme wird es möglich, die Reduktionsgaserzeugung in der Ebene der Formen und der Direktreduktion auf den für die Reduktion von Wüstit zu Eisen erforderlichen Massenstrom zu reduzieren und das Reduktionsgas annähernd bis zum thermodynamischen Gasgleichgewicht der Phasengrenze Eisen/Wüstit entsprechend auszunutzen. Im Vergleich zum im Stand der Technik beschriebenen Hochofen können durch diese erfindungsgemäße Maßnahme folgende wirtschaftlichen Vorteile erzielt werden:
Absenkung der Reduktionsgaserzeugung in der Formenebene von 1.338 auf 1.170 m3/t Roheisen und damit Steigerung der Roheisenleistung auf bis zu 114 %
Senkung des spezifischen Brennstoffverbrauchs um 14 %, d a v o n
Senkung des Koksverbrauchs um 30 von 311 auf 281 kg/t Roheisen
Senkung der Kohleeinblasung um 42 von 185 auf 143 kg/t Roheisen.
Ausbaustufe 2
Die zweite Ausbaustufe kann gekennzeichnet sein durch den Einbau von Brennern 19, vorzugsweise in die Windformen 14, geeignet zur Vergasung von Ersatzbrennstoff 20, insbesondere von Kohlebrennstaub, mit Sauerstoff 23 und/oder Heißluft 24.
Mit dieser Maßnahme gelingt es, den Ersatzbrennstoff in den Wirbelkammern weitgehend zu Reduktionsgas zu vergasen, die Beeinflussung der Gasdurch- gängigkeit des Schüttgutes durch den Ersatzbrennstoff zu reduzieren, die Einblasrate für Ersatzbrennstoff zu erhöhen und die Koksrate weiter, möglicherweise bis zum technologisch bedingten Minimum, zu senken.
Ausbaustufe 3
Die Vorrichtung 1 besteht aus dem Füllschacht 12, dem über die Schleuse 15 das Schüttgut 6, bestehend aus Eisenerz, Koks und Zuschlägen zugeführt wird. Der
Füllschacht 12 ragt in das Ofenoberteil 5 und bildet mit diesem und dem Schüttgut 6 den oberen Gassammelkanal 16. Diese Anordnung verhindert den Direktkontakt der Schleuse 15 mit heißem Gas, das über den Gassammelkanal 12 aus dem Ofen abgeführt oder diesem zugeführt wird. Die bei durchgängiger Gegen- stromfahrweise erforderliche Gasableitung aus dem oberen Sammelkanal 16 erfolgt über die Heißgasleitung 13. Bei vollständiger Gasentnahme über den unteren Gassammelkanal 3 erfolgt über die Heißgasleitung 13 die Gasrückführung für die Reduktion des Hämatit über Magnetit zu Wüstit im Ofenoberteil 5 bei Gleichstrom zum Schüttgut. Ofenoberteil 5 oder dessen Feuerfestzustellung und Ofenunterteil 4 bilden mit dem Schüttgut 6 den unteren Gassammelkanal 3, dem über die Heißgasleitung 2 das im Ofenunterteil 4 aufsteigende Gas, je nach gewählter Betriebsweise, teilweise oder ganz entnommen wird.
Im zylindrischen Ofenoberteil 5 ist eine Einrichtung 9 verankert, im Beispiel ein Kegel, die mit dem Schüttgut 6 einen Gasraum 10 bildet, dem bei durchgängiger Gegenstromfahrweise über die Heißgasleitung 8 Verbrennungsluft 7 zum Zwecke der partiellen Oxidation und damit Anhebung der Schüttguttemperatur zugeführt wird. Bei Gleichstromfahrweise im Ofenoberteil 5 wird das über den oberen Gas- sammelraum 16 zugefahrene Gas über den Gasraum 10, die Einrichtung 9 und die Heißgasleitung 8 wieder aus der Vorrichtung 1 abgeführt. Erfindungsgemäß wird die Vorrichtung so betrieben, dass im Ofenoberteil 5 die Reduktion von Magnetit zu Wüstit weitgehend abgeschlossen wird, so dass dem Ofenunterteil 4 überwiegend Wüstit zugeführt wird, das das aus der Formenebene 11 und der Direktreduktionszone 17 aufsteigende Reduktionsgas zu Eisenschwamm reduziert.
Während erfindungsgemäß das Temperaturniveau im Ofenoberteil 5 durch partielle Oxidation unabhängig von der Prozessführung im Ofenunterteil 4 gestaltet werden kann, muss in der Formenebene 11 die für das Schmelzen, die Vorwärmung des Schüttgutes auf Schmelztemperatur und die Direktreduktion erfor-
derliche Wärme freigesetzt und das Reduktionsgas für die die Direktreduktion ergänzende Gasreduktion erzeugt werden.
Zu diesem Zwecke wird dem Ofenunterteil über die Windformen 14 entweder, wie beim Stand der Technik, über die Heißwindleitungen 18 zugeführter Heißwind, gegebenenfalls sauerstoffangereichert, und über eine Dichtstromförderung 20 bereitgestellter Ersatzbrennstoff über Einblaslanzen oder aber erfindungsgemäß, Heißwind und Ersatzbrennstoff zugefahren, der durch Heißwind und/oder Sauerstoff über vorzugsweise in die Windformen 14 integrierte Brenner 19 so in den Wirbelkammern vor den Windformen 14 vermischt wird, dass eine, die Vergasungsreaktion beschleunigende intensive Stoffverteilung sichergestellt ist. Die Schmelze wird aus der Vorrichtung 1 , wie beim Stand der Technik der Roheisenerzeugung, getrennt als Roheisen 21 und Schlacke 22 abgezogen.
Der wirtschaftliche Vorteil dieser Ausbaustufe besteht darin, dass der Ofen auf "Stickstofffreibetrieb" umgestellt und damit seine Leistung auf 135 bis 150 % gesteigert werden kann.
Beispiel 3 Beschrieben wird das erfindungsgemäße Verfahren und das Zusammenwirken der mit der Erfindung vorgeschlagenen verfahrenstragenden Vorrichtungen am Beispiel der Roheisenerzeugung mit Hilfe von Figur 3:
Eisenerz und -pellets, Koks und Zuschläge werden über die Schleusen 15 der erfindungsgemäßen Vorrichtung eines Ofens für die Roheisenerzeugung 1 als Schüttgut 6 zugeführt. Das Schüttgut 6 sinkt in der Vorrichtung 1 im Gegenstrom zum im Ofenunterteil 4 produzierten Reduktionsgas, das teilweise über den unteren Gassammeiraum 3 und die Heißgasleitung 8 aus der Vorrichtung 1 abgeleitet wird. Das im Ofenoberteil 5 verbleibende Gas wird nach Abschluss der Reduktion von Magnetit zu Wüstit und von Hämatit zu Magnetit im Ofenoberteil 5 mit über
die Heißgasleitung 8 und den Verteilerkegel 9 zugeführter Luft im Gasraum 10 weitgehend verbrannt. Das Verbrennungsgas wärmt das Schüttgut 6 vor, kühlt sich dabei ab, und wird danach mit einer Temperatur von ca. 200 °C über den oberen Gassammelkanal 16 aus der Vorrichtung 1 über eine Gasreinigung 25 an die Umgebung abgegeben.
Die Erzeugung des Reduktionsgases erfolgt in der Ebene der Windformen 11 durch Vergasung von mit dem Schüttgut 6 eingebrachtem Koks und Kohlebrenn- staub als Ersatzbrennstoff, mit Sauerstoff und ohne Kohlendioxidentfernung rückgeführtem, dem unteren Gassammelkanal 3 entnommenen Gas als endothermes Vergasungsmittel, mit Hilfe von in die Windformen 14 integrierte Brenner 19 sowie durch Direktreduktion in der Schüttung über der Schmelzzone 17. Das dem unteren Gassammelkanal 3 entnommene Gas wird vor seiner Verwendung als endothermes Vergasungsmittel im Rekuperator 26 gekühlt, danach in 27 gewaschen und mit dem Turbolader 28 auf den für die Rückführung in die Windformen 14 erforderlichen Druck erhöht. Die Rückführung des Gases erfolgt nach Wiedererwärmung im Rekuperator 26 und Überhitzung in den erfindungsgemäß auf durchgängigen Druckbetrieb umgestellten Heißwinderzeugern 29 über das Heißgassystem 18.
Der Teil des dem Ofen über den Gassammeiraum 3 entnommenen Gases, der nicht für die Druckfeuerung in den Winderhitzern 29 und nicht als endothermes Vergasungsmittel für die Reduktionsgaserzeugung in der Formenebene 11 benötigt wird, wird einer Brennkammer 30 zugeführt, in der das Druckabgas aus der Befeuerung der Winderhitzer 31 auf die Eintrittstemperatur der Expansionsstufen 32 der Turbolader 28 durch Verbrennen mit Druckluft angehoben wird. Die Brennkammer 30 produziert auf diese Art erfindungsgemäß Arbeitsmittel für die Turbolader 28, das seinerseits während der Expansion 32 die technische Arbeit für die Kompression des dem Gassammeiraum 3 entnommenen Gases und die Erzeugung von Druckluft für die Druckfeuerungen in den Winderhitzern 31 , der
Brennkammer 30 und im Ofenoberteil 10 sowie für die Luftzerlegung 33 und damit die Sauerstofferzeugung, aber auch für die Elektroenergieerzeugung 34 leistet. Die für die Druckverbrennung in 31 , 30 und 10 komprimierte Luft wird im Rekuperator 35 im Gegenstrom zum Turboladerabgas vorgewärmt.
Der wesentliche Vorteil der dritten Ausbaustufe über die bereits mit den Ausbaustufen erzielten Vorteile hinaus besteht darin, dass sich das aus dem Ofen abzuführende "Nutzgasvolumen" gegenüber den heute üblichen Gichtgasvolumina auf annähernd die Hälfte reduziert, wovon wiederum fast 30 % als Vergasungsmittel dem Ofen wieder zugeführt werden, während das restliche Gas für die Heißgas- und Elektroenergieerzeugung verwendet werden. Das so energetisch optimierte Hüttenwerk arbeitet mit vollständiger Brennstoffausnutzung einschließlich Sauerstofferzeugung energieautark.
Beispiel 4 Beschrieben wird hier die Anwendung der Erfindung für die Erzeugung von Eisenschwamm und Eisenkarbid in Kopplung mit einer externen Kohlevergasung am Beispiel von Figur 4:
Bei der Anwendung der Erfindung für die Eisenschwamm- und Eisenkarbiderzeugung ist zu beachten, dass die Eisenkarbidbildung eine chemische Reaktion ist, die stark von Prozesstemperatur und -druck abhängig ist. Neben den für Reduktionsgas geltenden Anforderungen an die Partialdrücke der reduzierenden und oxidierenden Bestandteile entscheidet letztlich die Kohlenmonoxidkonzentration über die Karbonisierung des Eisens.
Somit ergibt sich, dass Vergasungsgas aus Kohle bessere Voraussetzungen für die Karbonisierung von Eisen aufweist als das aus Methan, dessen Kohlenmonoxidkonzentration beim Stand der Technik durch Austauen von Wasser, Aus-
waschen von Kohlendioxid und Abtrennen von Wasserstoff angehoben wird, was bei Anwendung der Erfindung wie nachfolgend beschrieben nicht erforderlich ist.
Blasfähige Kohle wird über ein pneumatisches Fördersystem 1 dem endothermen Teil 2 eines zweistufigen Vergasungsreaktors 3 zugeführt und dort mit dem aus der Schmelzkammer 4 austretenden wasserdampf- und kohlendioxidhaltigen Gas 5 endotherm teilweise zu Reduktionsgas vergast. Es ist vorteilhaft, der Kohle vor ihrer Einblasung Kalk-, Kalkhydroxid- oder Kalksteinpulver zuzugeben, das sich im Temperaturbereich von 800 bis 1.100 °C mit dem mit der Kohle eingebrachten Schwefel zu Kalziumsulfid umwandelt. Der Restkoks aus der Vergasung und das Kalziumsulfid werden mit dem 700 bis 1.000 °C heißen Reduktionsgas über die Heißgasleitung 6 der Heißgasentstaubung 7 zugeführt und dort entstaubt. Das in der Entstaubung 7 anfallende Gemisch aus Restkoks und Kalziumsulfid wird über die Schleuse 8 aus der Entstaubung 7 ausgetragen, pneumatisch zur Brennkammer 4 gefördert und dort mit im Rekuperator 9 vorgewärmter Luft oder Sauerstoff oberhalb der Schmelztemperatur der Kohleasche vergast. Das Kalziumsulfid wird dabei weitgehend in die Schlacke eluierfest eingeschmolzen. Das aus der Entstaubung 7 abgeleitete Reduktionsgas wird über eine weitere Heißgasleitung 10 einer Heißgasfeinentschwefelung 11 , die vorzugsweise mit Eisen arbeitet, zugeführt und dort weitgehend entschwefelt. Annähernd 70 % des so gereinigten Reduktionsgases werden mit einer Temperatur von 700 bis 900 °C über den Gassammeiraum 12 in den Reduktionsreaktor 13 eingeleitet und dort in das aus Eisenschwamm bestehende Schüttgut 14 verteilt. Der andere Teil des Reduktionsgases wird im Rekuperator 9 gekühlt und als Kühlmedium über einen Rost 15 durch das Schüttgut 14 geleitet.
Die Zusammensetzung des Reduktionsgases wird bestimmt vom Brennstoff und vom Vergasungsmittel, somit ist es möglich durch die Mischung von Luft und Sauerstoff den Kohlenmonoxidpartialdruck so zu regeln, dass im Zusammen-
wirken von Druck und Temperatur in der mittleren Prozessstufe 16 Eisenschwamm aus Wüstit reduziert wird, während in der Kühlzone 18 oberhalb des Rostes 15 mit der gleichen Gaszusammensetzung Eisenschwamm zu Eisenkarbid karbonisiert wird. Somit ist es möglich, aus dem gleichen Prozess neben Eisenkarbid auch Eisenschwamm zu gewinnen, der über eine Schleuse 19 aus dem oberen Bereich der Kühlzone 18 aus dem Reaktor 13 abgezogen werden kann.
Die Bildung von Eisenkarbid kann weiterhin unterbunden werden, indem der Anteil der oxidierenden Gaskomponenten im Kühlgas, z.B. durch Zumischung 20 von Reduktionsrestgas aus der Reduktion von Wüstit zu Eisen, erhöht wird. Die Reduktion von hämatitischem und magnetitischem Erz zu Wüstit erfolgt in der oberen Prozessstufe 21 , bevor das danach vorliegende Gas zum Zwecke der Schüttgutvorwärmung auf Reaktionstemperatur durch Zufuhr von Verbrennungsluft 22 vollständig verbrannt wird. Das dabei entstehende Verbrennungsgas kühlt sich im Schüttgut ab und wird danach über eine Gasreinigung 25 an die Umgebung abgegeben.
Erfindungsgemäß verfügt auch diese Vorrichtung über einen mittleren Gassammelkanal 23, über den das nach der Prozessstufe "Reduktion zu Eisen" vorliegende Reduktionsrestgas, das nicht für die Reduktion von Magnetit zu Wüstit und die Schüttgutvorwärmung in der oberen Prozessstufe 21 benötigt wird, aus dem Reaktor 13 abgeleitet wird. Dieses Gas wird verwendet als endothermes Vergasungsmittel bei der Kohlevergasung in der Brennkammer 4, zur Vorwärmung der Verbrennungsluft im Rekuperator 24 und für externe Aufgaben, z.B. für die Deckung des Elektroenergiebedarfs des Prozesses sowie gegebenenfalls zur Zumischung zum Kühlgas 20.
Der Vorzug dieser Anwendung der Erfindung liegt insbesondere in der Verwendung von Kohle als Brennstoff und in der hohen Ausnutzung der Brennstoffe bei geringem Energieaufwand für die Gasrezirkulation.
Die technische Umsetzung der Erfindung ist in Abhängigkeit des jeweiligen Anwendungsfalles optimal gestaltbar. Die Ausführungsbeispiele beschreiben dafür nur ausgewählte Varianten.