Vorrichtung für das Festziehen von orthopädischen Bandagen oder Stützen für die Wirbelsäule, den Rumpf oder zu Uberbrückungszwecken
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft, eine Vorrichtung für das Festziehen von orthopädischen Bandagen oder Stützen für die Wirbelsäule, den Rumpf oder zu Uberbrückungszwecken mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Solche Stützen oder Bandagen werden häufig mittels Gurten vor dem Köφer festgezogen, die mit Schnallen, Klettverschlüssen, Haken oder dergleichen verschließbar sind. Das Anlegen und Festziehen ist jedoch häufig umständlich oder schwierig. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung für das Festziehen orthopäidischer Bandagen oder Stützen der oben genannten Art zu schaffen, die das Anlegen, Festziehen und Schließen erleichtert.
Diese Aufgabe wird mit den in Anspruch 1 genannten Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausführungen und Weiterentwicklungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen umfaßt.
Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung für das Festziehen von orthopädischen Bandagen oder Stützen für die Wirbelsäule, den Rumpf oder zu Uberbrückungszwecken, wobei die Stütze wenigstens einen um den Köφer nach vorne geführten Gurt oder dergleichen aufweist, und wobei dieser Gurt vor dem Köφer festziehbar und an sich selbst oder einem Teil der Stütze, Bandage oder dergleichen fixierbar ist, dadurch gekennzeichnet daß wenigstens das eine Ende des Gurts eine Mehrzahl in Festziehrichtung hintereinander angeordneter Öffnungen aufweist, daß die Vorrichtung für das Festziehen auf dem anderen Gurtende oder einem Teil der Stütze, Bandage, einem Bügel oder dergleichen angeordnet ist, daß die Vorrichtung dort mit einer Basisplatte fest montiert ist, daß die Vorrichtung einen an dem Basisteil gelenkig angeordneten auf- und
zuklappbaren Hebelarm aufweist, daß an dem Hebelarm gelenkig ein Stellelement angeordnet ist, daß das Stellelement an seinem anderen Ende mit einem Schieber verbunden ist, daß der Schieber gleitend in dem Basisteil geführt ist, daß unterhalb der Führung für den Schieber in dem Basisteil eine Ausnehmung für das Gurtende mit der Mehrzahl von Öffnungen angeordnet ist, und daß der Schieber mit einer Zunge versehen ist, die in jeweils eine der Öffnungen eingreift, wobei durch Betätigung des Hebelarms der Schieber über das Stellelement vor - und zurückbewegbar ist. Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind zwei Gurte aus einem biegesteifen Material vorhanden, die jeweils von einer rückseitigen Bandage oder Orthese links und rechts um den Köφer führen und jeweils in erfindungsgemäßen Vorrichtungen gehalten und fixiert werden, die vor dem Köφer auf Bandagen oder Orthesenteilen oder an diesen angeordneten Bügelteilen starr angeordnet sind. Nach einer zweiten bevorzugten Ausführung ist ein biegesteifer Gurt vorhanden, der um den Rücken geführt ist und dessen Enden in erfindungsgemäßen Vorrichtungen gehalten werden, die vor dem Köφer starr auf einem Bandagen-, Orthesen- oder Bügelteil angeordnet sind.
Für seitliche Führungszapfen des Schiebers sind seitliche Führungsnuten in dem Basisteil angeordnet, zwischen denen dieses eine nach unten zu dem Gurtende hin gerichtete längliche Öffnung aufweist. Vorzugsweise weisen die Führungsnuten für vordere Führungszapfen des Schiebers einen ersten Abschnitt auf, die parallel zu dem Gurtende in der Ausnehmung des Basisteils verlaufen und an den ersten Abschnitt schließt sich ein zweiter Abschnitt an, der von der Ausnehmung weg schräg nach oben verläuft. Vorteilhafterweise ist der Schieber nur gegen die Kraft eines elastischen Elements in den zweiten Abschnitt führbar und für die Führungszapfen ist zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt der Führungsnuten eine Eng- oder Schnappstelle zu überwinden. Ist der Schieber in dem ersten Abschnitt, so greift seine Zunge in eine Öffnung eines eingelegten Gurts ein, wird er in den zweiten Abschnitt geschoben, so wird der Gurt ganz frei gegeben und kann durch die Vorrichtung geschoben werden.
Die Zunge des Schiebers ist vorzugsweise elastisch, was durch zwei seitliche Einschnitte ermöglicht werden kann und sie weist an ihrer Vorderseite eine im
wesentlichen vertikal zu den Öffnungen des Gurtendes ausgerichtete Stirnfläche auf, an die sich nach hinten eine nach oben gerichtete schräge Kontur anschließt. Wird der Schieber mittels des Hebelarms und des Stellelements in dem ersten Abschnitt der Führungsnuten hin- und herbewegt, so schiebt seine Zunge mit ihrer Stirnfläche durch Eingriff in eine Öffnung den Gurt zunächst nach vorne, um dann über die Schräge elastisch aus der Öffnung nach hinten zu gleiten und danach wieder mit der nächsten Öffnung in Eingriff zu kommen. Das Festziehen kann so mittels weniger, einfacher Hebelbewegungen des Hebelarms erfolgen, während das Einlegen des Gurts einfach bei hochgestelltem Schieber erfolgen kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen beispielhaft näher beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Explosionsdarstellung der Vorrichtung;
Fig. 2 die Vorrichtung in geschlossener Stellung mit eingelegtem Gurt.
Fig. 1 zeigt die Einzelteile einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Diese besteht aus einem oberen Hebelarm 10, der als Deckel 1 1 ausgeführt ist, einem Stellelement 20, einem Schutzdeckel 30, einem Schieber 40, sowie einem Basisteil 50. Wie aus Fig. 2 zu erkennen ist, sind bei geschlossener Vorrichtung 1 nur der Hebelarm 10 und das Basisteil 50 zu erkennen, wobei das Basisteil auf ein festes Orthesen- oder Bügelteil 4 aufgeschraubt ist. In eine untere Ausnehmung 55 des Basisteils 50 ist ein biegesteifer Gurt 2 eingelegt, der rechteckige Öffnungen 3 aufweist, die in axialer Richtung hintereinander in dem Gurt angeordnet sind. Fig. 2 zeigt lediglich einen Gurtabschnitt, während, wie oben beschrieben, in der praxis der Gurt um den Köφer führt oder hinter dem Köφer mit Orthesenteilen oder dergleichen verbunden ist.
Die Funktion der Vorrichtung 1 wird nun anhand von Fig. 1 beschrieben. Der als Deckel 11 ausgebildete Hebelarm 10 weist an seinem durch einen Absatz verjüngten hinterem Ende zwei seitliche Lagerbohrungen 12 auf, in die die
Lagerzapfen 51 des Basisteils 50 eingreifen, die nach innen weisend auf kleinen Böcken am hinteren Ende des Basisteils 50 angeordnet sind. Der Hebelarm 10 ist so um die durch Lagerbohrungen und Lagerzapfen gebildete Achse gegenüber dem Basisteil 50 schwenkbar. An seiner Unterseite 13 besitzt der Hebelarm 10 hier nicht gezeigte Lagerösen oder dergleichen für einen Lagerstift 21 am hinteren Ende des Stellelements 20 (hier nicht maßstäblich passend gezeigt). Dieses ist auf diese Weise gelenkig an dem Hebelarm 10 angeordnet. An seinem vorderen ende weist das Stellelement 20 seitliche Führungszapfen 22 auf die von innen in hintere Führungsösen 41 des Schiebers 40 greifen.
Der Schieber 40 ist mit seitlichen Führungszapfen 42 in seitlichen Führungsnuten 52 gehalten, die in nach oben weisenden Stegen des Basisteil 50 in dessen vorderem Bereich angeordnet sind. Die Führungsnuten 52 weisen für die vorderen Führungszapfen des Schiebers 40 einen ersten Abschnitt auf, der im wesentlichen horizontal ausgerichtet ist und an den sich ein zweiter, leicht schräg nach oben verlaufender Abschnitt 52' anschließt. Die hinteren Führungszapfen des Schiebers laufen in einem Nutabschnitt, 52" der wie der vordere Abschnitt im wesentlichen horizontal verläuft, jedoch von den vorderen Abschnitten abgetrennt ist.. Zur Abdeckung des Schiebers 40 und des Basisteils 50 ist über diesen ein Schutzdeckel 30 angeordnet, der lediglich eine Durchgangsöffhung 31 für das Stellelement 20 aufweist. Der Schutzdeckel 30 weist weiter an den Ecken Bohrungen 32 auf, über die er durch passend angeordnete Bohrungen 54 an den Ecken des Basisteils 50 mit einem Orthesenteil oder dergleichen verschraubt ist. Das Basisteil 50 ist so starr angeordnet. Wird der Hebelarm 10 angehoben, so wird mit ihm das Stellelement 20 nach oben gezogen, was zu einer Bewegung des Schiebers 40 nach hinten führt, der in den Führungsnuten 52 des Basisteils zwangsgeführt ist. Ein Zuklappen des Hebelarms 10 führt zu der umgekehrten Bewegung des Schiebers 40 nach vorne, da sich das Stellelement 20 flach legt und mit seinem vorderen Ende den Schieber 40 mitnimmt.
Das Hin- und Herbewegen des Schiebers 40 ermöglicht es den Gurt 2 (Fig. 2) zu transportieren. Der Schieber 40 ist hierfür mit einer elastischen Zunge 43 ausgestattet, die durch eine Öffnung 53 im Boden des Basisteils in die
Ausnehmung 55 für den Gurt 1 greift. Die Zunge 43 hat eine im wesentlichen vertikale vordere Stirnfläche, die sich nach hinten oben zu einer Schräge entwickelt. Mit der Stirnfläche greift die Zunge 43 in die Öffnungen 3 des Gurts 2 ein und schiebt diesen bei einer Vorwärtsbewegung des Schiebers 40 nach vorne. Wird der Schieber 40 nach hinten gezogen, gleitet die Zunge 43 entlang ihrer
Schräge aus der Öffnung 3, um in die nächstfolgende Öffnung einzugreifen. Diese Transportbewegung erfolgt, solange der Schieber nur in dem ersten, horizontalen Abschnitt der Führungsnuten 52 hin- und herbewegt wird. Wird der Hebelarm ganz geöffnet - was dem Benutzer durch einen passend angeordneten Dollpunkt vermittelt werden kann - so gleiten die vorderen Führungszapfen des Schiebers 40 in den schrägen Abschnitt 52' und heben damit das vordere Schieberende mit der Zunge 43 so weit aus der Öffnung 53 im Boden des Basisteils 50, daß diese vollständig außer Eingriff mit dem Gurt 2 kommt, der so frei durch die Ausnehmung 55 geschoben werden kann.