Elektromagnetischer Antrieb
Die Erfindung betrifft einen elektromagnetischen Antrieb mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Ein derartiger Antrieb ist aus der DE 197 120 63 AI, bzw. der Veröffentlichung der entsprechenden internationalen Anmeldung PCT/EP 98/01719 bekannt.
Das oberste Ziel bei der Auslegung solcher Antriebe besteht darin, möglichst geringe Verluste im Luftspalt und im Eisenkreis der Elektromagnete und ein möglichst gerin- ges Gewicht der beweglichen Masse zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen wurde gemäß dem genannten Stand der Technik eine Integration des Ankers in einen schwenkbaren Ankerhebel vorgenommen. Da nach den physikalischen Gesetzen die Masse eines Rotationssystems mit dem Quadrat der Übersetzung zusammenhängt, wurde dort zusätzlich das Verhältnis des Abstands des Ankers vom Schwenkpunkt des Hebels zu dem Abstand der Einwirkung auf das anzutreibende Element vom Schwenkpunkt kleiner 1 gewählt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine weitere Möglichkeit zur Verminderung der elektrischen Verluste des Antriebs und des Gewichts der bewegten Masse zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst .
Der Patentanspruch 1 umfaßt Antriebe gemäß dem genannten Stand der Technik, aber auch bekannte Antriebe, deren Anker eine Linearbewegung ausführt.
Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
Der im Anspruch 1 erwähnte wenigstens eine Elektromagnet muß mindestens einen aktiven, d.h. Hubarbeit leistenden Pol aufweisen.
Vorzugsweise wird der Anker durch zwei Elektromagnete angetrieben, jedoch ist, wie später noch gezeigt wird, der Antrieb auch mittels einer Wicklung realisierbar, die praktisch abwechselnd mit unterschiedlichen Polen zusammenarbeitet. Vorzugsweise sind der, bzw. die Elektroma- gnete zweipolig ausgebildet, jedoch sind auch Elektromagnete mit mehr als zwei Polen denkbar, z. B. auch Topfmagnete. Bei zweipoliger Ausbildung und schwenkbarer Lagerung des Ankers ist auch eine Ausbildung möglich, bei der nur einer der Pole aktiv ist, d. h. direkt eine Anziehung des Ankers bewirkt also Hubarbeit leistet, während der andere Pol nur den Rückschluß über die Ankerlagerung bewirkt. In Kombination dieser Möglichkeiten ist eine Lösung mit einem Elektromagneten und einem aktiven Pol denkbar .
Die folgenden Überlegungen führten zu der erfindungsgemäßen Bemessung des Antriebs.
Grundsätzlich wird die Ankermasse bestimmt durch die Anforderungen nach maximaler Antriebskraft. Die begrenzende Größe ist hier die Kraftflußdichte im Eisenkreis, bei der Sättigung eintritt. Die Ankerdimensionierung wird bestimmt durch die gesamte Jochbreite und die Jochlänge. Die gesamte Jochbreite wird wiederum bestimmt durch den Abstand zwischen den beiden Schenkeln, der nach den Ge- Sichtspunkten von magnetischen Streuungsverlusten dimensioniert wird. Insgesamt soll die gesamte Jochbreite möglichst klein gehalten werden. Die Ankerdicke entspricht ungefähr der Breite des Jochschenkels. Nun ist eine Optimierung des Ankergewichts dadurch möglich, daß die Joch- breite möglichst schmal gewählt wird bei möglichst großer Jochtiefe. Zur Minimierung des Gewichtes kommt hier ein Verhältnis von Jochtiefe zur gesamten Jochbreite zustande, welches außergewöhnlich ist für Magnete. Herkömmliche Magnete werden in der Regel so dimensioniert, daß etwa ein quadratisches Verhältnis von Breite zur Länge entsteht. Um minimales Ankergewicht zu erreichen wird bei der Erfindung, ein Verhältnis gewählt, welches jenseits des Faktors 1,5 insbesondere größer 2, vorzugsweise größer 3 ist. Es entsteht hier ein relativ langer und dünner Anker, der entsprechend gelagert werden muß.
Durch die Dimensionierung eines langen Magneten läßt sich der Magnet in der Kraftbilanz überdimensionieren, was besondere Vorteile hat, z.B. für den Öffnungsmagneten des Auslaßventils oder den Schließmagneten des Einlaßventils, welche die Gaskräfte zu überwinden haben. Bei dem eingangs erwähnten, bekannten System mit Ankerhebel wird der Drehstab zugleich als Lagerstelle für den Ankerhebel verwendet. Dabei erfährt der Drehstab eine zusätzliche Bie-
gebelastung. Bei der Dimensionierung eines langen Magneten mit entsprechend langem Anker, gemäß der Erfindung ist dies nicht möglich; daher wird, gemäß einer Weiterbildung der Erfindung der Anker über einen oder mehrere Ankerhebel mit einem Rohr verbunden, welches zumindest beidseitig gelagert ist und die Lagerkräfte aufnimmt. Der Drehstab kann sich im Inneren des Rohres befinden und er ist völlig entlastet von zusätzlichen Biegekräften.
Neben der Längenausdehnung des Ventils und des Zylinder- kopfes muß das System justierbar sein auf relativ große Toleranzen des Ventils, des Ventilsitzes, des Zylinderkopfs und des Gehäuses des Antriebs. Hierzu wird vorgeschlagen, daß das Gehäuse um die Drehachse des Ankerrohres oder auch des Drehstabes oder um eine weiter ab vom Anker liegende Drehachse drehbar ist. Das Gehäuse liegt in einem Lagerbett und wird über ein federndes Gegenlager fixiert. Die Justage erfolgt z. B. durch zwei Muttern, wobei eine Mutter den sogenannten Amboß darstellt und zur Einstellung verstellt wird und die zweite Mutter zur Feststellung verwendet wird.
Eine Weiteroptimierung besteht in einer Gestaltung des Magnetkreises in der Art, daß kornorientiertes Material eingesetzt werden kann, welches kostengünstig ist und erst bei Kraftflußdichten von in der Gegend um 1,9 Teslar in die Sättigung kommt. Normales Magnetmaterial weist bei beginnender Sättigung eine Kraftflußdichte von 1,4 Teslar auf. Damit ist eine erhebliche Kraftsteigerung pro Flächeneinheit möglich, was kleinere Magnete und geringere Ankermassen zur Folge hat.
Ein langer Magnet mit großer Polfläche hat aber Nachteile in der Induktivität und damit dem Zeitverhalten; daher wird vorgeschlagen, den Jochschenkel zu teilen und zwei
Spulen einzusetzen. Die beschriebene Bauform des langen Magneten hat außerdem den Vorteil, daß die Baubreite relativ gering ist, was wiederum einen relativ niedrigen Zylinderkopf erlaubt. Ein kostentreibender Faktor ist die Spulenauslegung. Oft wird zum Einbringen der Spule in den Magnetkreis das Joch geteilt, was an den Stoßstellen Verluste bedeutet. In der erfindungsgemäßen Ausführung werden die Spulen so gestaltet, daß sie in dem Fenster zwischen den beiden Jochschenkeln eingeführt werden können. Dementsprechend ist die maximale Breite bemessen.
Ein besonderes Problem, stellen die Anforderungen an kleine Zeitkonstante bei relativ großen Magneten mit entsprechender Induktivität dar. Eine kleine Zeitkonstante ist erforderlich zur Stellungsregelung, damit erreicht wird, daß das Ventil mit kleiner Geschwindigkeit aufsetzt. Dazu ist es notwendig, daß der Magnetkreis schnell auf die entsprechenden Regelsignale reagiert. Das wird dadurch gelöst, daß wie oben erwähnt durch die Jochunterteilung mehrere Spulen verwendet und parallel geschaltet werden. Es können zum Beispiel jeweils vier Spulen vorgesehen sein, die durch Parallelschaltung zusammen geschaltet sind. Da diese Spulen im Vergleich zu einer Spule die selbe Zeitkonstante haben, ist bei vier Spulen in weniger als einem Viertel der Zeit die notwendige Durchflutung erreicht. Die Aufgabe der Magnete ist, einmal das Aufbringen der Hubarbeit zur Abdeckung der mechanischen und der Gasverluste. Andererseits soll durch den Anker in seinen Endstellungen eine geschlossene oder eine offene Ventilstellung erreicht werden. Über 70 Prozent des Ar- beitstaktes wird für die Schließstellung benützt. Um die notwendige Halteenergie klein zu halten wird der Spulenstrom getaktet. Es kann aber auch eine gesonderte Haltespule verwendet werden. Durch diese Haltespule mit entsprechend großer Windungszahl läßt sich die Halteenergie,
d. h. die Leistung drastisch reduzieren. Um die Warmeabfuhr gunstig zu gestalten sind die Spulen relativ dünn und durch die Vorteile des langen Magneten mit relativ großer Oberflache versehen. Zusätzlich können Fullstucke zwischen Joch und Spulenkorper zur besseren Warmeabfuhr eingebracht werden. Diese Fullstucke können lamelliert und aus gut wärmeleitenden Material sein, aber es kann auch Magnetmaterial zur Reduzierung der Eisenverluste verwendet werden. Es ist auch eine Kombination von beiden Möglichkeiten gegeben. Die Spulen sind vorzugsweise in den Grundkorper eingebettet, sie können fallweise auch dort eingegossen werden.
Ein großes Problem besteht in der Beherrschung der unterschiedlichen Langenausdehnungen, die Zylinderkopf und Ventil wahrend der Aufheizung erfahren. Nach dem Stand der Technik werden häufig hydraulische Elemente zum Spielausgleich eingesetzt oder Magnete mit großen Luftspalt verwendet. Die hydraulischen Spielausglei- chelemente sind sehr aufwendig und sind im Spielausgleich begrenzt, da sonst die Gefahr besteht, daß der Antrieb außerhalb seiner Mittellage betrieben wird. Es kann jedoch auch eine Uberhubfeder nach dem eingangs erwähnten Stand der Technik verwendet werden. Bei zusatzlicher Verwendung einer Temperaturkompensation im Gehäuse oder im Ventil ist der Uberhub relativ gering, z. B. auf wenige Zehntel beschrankt und wirkt sich bei einem relativ kleinen Übersetzungsverhältnis vom Magnet zur Ventilachse nicht sehr stark auf die Halteenergie aus . Diese Uberhubfeder hat den Vorteil, daß beim Aufsetzen, d. h. Schlie- ßen des Ventils im Wesentlichen nur die Ventilmasse als
Stoßbelastung wirkt. Durch die Uberhubfeder ist die restliche Masse abgekoppelt. Vorzugsweise wird die Uberhubfeder so gestaltet, daß ein Großteil der Massenanteile auf kleinem Hebelarm sitzt und damit nicht direkt m die ef-
fektive Masse eingeht. Gleichzeitig kann der Magnet auf kleineren Restluftspalt gefahren werden. Der Restluftspalt muß so groß bemessen werden, daß er auftretenden Ventilverschleiß und eine Temperaturausdehnung ver- kraftet, ohne daß der Anker voll aufliegt. Wenn der Anker aufläge bevor das Ventil schließt, wäre keine Ventildichtheit gegeben.
Zur Übertragung der Antriebskraft vom Anker auf das Ventil gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die geringste Ma- gnetkraft und bewegte Massen und damit auch Energie erfordert eine direkte Ankopplung des Ventils an die Ankerbewegung .
Es ist jedoch auch möglich, das Ventil über eine eigene, konventionelle Ventildruckfeder zu entkuppeln. Hierbei kann die Torsionsfeder und/oder eine Zug- oder Druckfeder die notwendige Gegenkraft liefern. Diese Lösungen bieten Vorteile in der Montage, sind aber nachteilig wegen größeren bewegten Massen, höheren Magnetkräften und höherem Energiebedarf .
Anhand der Ausführungsbeispiele der Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert.
zeigen :
Fig. 1: eine Seitenansicht eines elektromagnetischen Antriebs;
Fig. la: ein Detail der Fig. 1;
Fig. 2a u. 2b: den Aufbau und die Lagerung des Ankers;
Fig. 3 den elektromagnetischen Antrieb der
Fig.l in perspektivischer Darstellung;
Fig. 4: die möglichen Ausbildungen der Joche eines Elektromagneten;
Fig.5, 5a u. 5b alternative Antriebsmöglichkeiten für und 5c: den Ventilschaft;
Fig. 6 und 7: besondere Ankerausbildungen
Fig. 8: verschiedene Anordnungen mit zwei Tor- sionsfedern;
Fig. 9: einen anderen Aufbau eines elektromagnetischen Antriebs;
Fig. 10a u. 10b: die Gegenüberstellung zweier Antriebe mit linearer Ankerbewegung einmal mit kurzen und einmal mit langem (tiefem)
Anker und entsprechenden Elektromagneten.
Fig. 11a bis 11g: verschiedene mögliche Ausbildungen des oder der Elektromagnete.
In Fig. 1 ist ein Ankerhebel 1 mit einem Rohrstück 2 verbunden. Er überträgt die Kräfte zur Betätigung des Ventils über eine Uberhubfeder 3 auf das Lagergehäuse lf mit einem Lager 4 auf den Ventilschaft 6. Der Ventilschaft weist ein biegsames Ventilschaftteil 6a auf. Die Uberhubfeder 3 benötigt eine Vorspannung; diese kann über ein Einstellstück, zum Beispiel einen Exzenter 5, eingestellt werden. Ein zweiter Anschlag 5a begrenzt den Überhub. Die Funktion der Uberhubfeder ■ ist in dem eingangs genannten Stand der Technik näher beschrieben.
Die Magnetsysteme bestehen aus einem Schließmagneten 7 und einem Öffnungsmagneten 8. In dem Ausführungsbeispiel ist der Öffnungsmagnet 8 größer als der Schließmagnet ausgebildet, weil er beim Auslaßventil zum Öffnen eine größere Hubarbeit für die Überwindung der Gaskräfte erzeugen muß. Die beiden Magnetjoche sind einteilig ausgebildet und aus kornorientiertem Material gefertigt, welches geringe Eisenverluste bei großen Kraftflußdichten ermöglicht. In Zonen mit einer Richtungsänderung des Jochs kann das Joch eine Aufspreizung auf größere Querschnitte aufweisen. In den Jochschenkeln kann mit kleinerem Querschnitt und der kornorientierten optimalen Flußrichtung gearbeitet werden. Die Magnete besitzen je zwei Doppelspulen 9 und 10. Diese Doppelspulen sind pro Jochschenkel zweimal vorhanden, wenn das Joch geteilt ist. Die Doppelspulen sind parallel geschaltet, um eine geringere Induktivität zu ermöglichen und damit ein schnelleres Zeitverhalten zu erhalten. Sie können jedoch auch als Einzelspulen oder in Reihenschaltung betrieben werden.
Fig. 4 zeigt zwei mögliche Jochgestaltungen mit einem unterteilten 7c und einem geschlossenen Schenkel 7b. Die unterteilten Schenkelteile werden von zwei Doppelspulen
13 und 13a umfaßt. Hierzu können eine oder auch zwei Endstufen verwendet werden. Die Spulen sind parallel geschaltet. Es ist jedoch auch denkbar, daß diese ganz oder teilweise zur Abbremsung des Ankers kurz geschlossen wer- den .
Bei der vorteilhafteren Ausbildung mit nicht unterteiltem Schenkel 7b des Joches 7 ist auf diesem noch eine Haltespule 13 c untergebracht.
Die Magnete 7 und 8 sind in Fig. 1 jeweils über einen Zentrierstift 12 fixiert. Dieser ragt beidseitig in zwei Gehäuseplatten hinein, von denen nur die hintere 13 sichtbar ist. Die Magnete werden über relativ lange Bolzen 14 verspannt, wobei der Bolzen zwischen den Jochen nicht magnetisch sein darf. Die Verspannung erfolgt nach- dem das Magnetjoch auf den Anker angepaßt ist, damit homogene Luftspalte entstehen. Eine bessere Wärmeableitung für die Magnetspulen erfolgt durch eine entsprechende Formgestaltung der Platten. Damit beidseitig eine gute Wärmeabführung erfolgt, werden die Spulen von entspre- chenden Erhebungen 15 der Grundplatten 13 und 13a eingebettet .
Der gesamte Antrieb ist beidseitig in Lagerschalen bestehend aus Stegen 20 des Aktuatorkastens 21 gelagert. Dieser Steg ist hinter dem Magneten 8 gestrichelt ge- zeichnet. Das Gegenlager wird durch entsprechende Aussparungen in dem Gehäuse 13 gebildet.
Das federnde Gegenlager 22 wird mit zwei Schrauben 23 am Aktuatorkasten 21 befestigt. In diesem Aktuatorkasten sind alle Antriebe einer Zylinderbank untergebracht.
Das Gehäuse 21 wird über zwei Muttern verstellt und fixiert. Dieser Arm ist hinter dem Ventilschaft 6, 6a und der Zentrierung der Ventilgabel 6b gestrichelt gezeichnet und in Fig. la vergrößert dargestellt. Der Auslegearm 24 des Gehäuses 13 ist von zwei Muttern 25 eingespannt. Zur Verstellung werden diese auf der Schraube 26 verdreht bis über den Hubsensor 27 die richtige Justage von Ventil und Ankerposition sichergestellt ist. Zur Fixierung wird die obere Mutter gekontert. Als Alternative sind auch z. B. zwei Schrauben denkbar, wobei wiederum die erste Schraube den Amboß für das Gehäuse bildet und die zweite Schraube zur Feststellung benutzt wird.
Eine Torsionsfeder 16 liegt in der Bohrung des Ankerroh- res 2. Der Anker ist in der Fig. 2a und 2b näher darge- stellt.
Die Fig. 2a und 2b zeigen das Ankerrohr 2 geschnitten dargestellt. Es ist in Fig. 2a mit drei den Ankerhebel darstellenden Hebelteilen lb bis ld verbunden. Diese drei Hebelteile umfassen den gezeichneten Anker 17. Dieser An- ker 17 ist durch eine Ventilbetätigungseinheit 18 unterbrochen, die im wesentlichen aus der Uberhubfeder 3, dem Lagergehäuse la und dem Lager 4 besteht. Anker 17 und Ventilbetätigungseinheit 18 werden mit den Hebelteilen verschweißt. Das Rohr 2 ist zur Aufnahme der relativ gro- ßen Ankerkräfte beidseitig an Teilen 19 und 19a der Gehäuseplatten 13 und 13a entsprechend Fig. 1 gelagert. Vorzugsweise werden Wälzlager eingesetzt und die Lager als Außenlager ausgebildet. Durch diese Lagerstellen kann der im Rohr 2 verlaufende Drehstab 16 (Torsionsfeder) völlig von Biegebelastungen entlastet werden. Er ist auf der einen Seite (links) mit dem Rohr 2 verbunden und auf der anderen Seite in dem Teil 19a eingespannt. Es tritt hier kein Axialspiel auf.
In Fig. 2a sind die Länge (Tiefe) 1 und die Breite b des Ankers eingezeichnet. Entsprechende Maße haben die dem Anker gegenüberliegenden Magnetjoche.
Fig. 2b zeigt eine vereinfachte Ausführung der Ankerbefe- stigung. Die beiden Ankerteile 17 sind hier mit nur einem Ankerhebel le und dem Rohr 2 verschweißt. Die Schweißstellen sind in der üblichen Weise durch keilförmige, dunkel gezeichnete Kerben gekennzeichnet. Der Ankerhebel entspricht der Fig. 5a.
Fig. 3 zeigt die Anordnung in perspektivischer Darstellung. Das Ankerrohr 2 ist mit den magnetisch leitenden Ankerhebeln lb bis ld verbunden. Hier sind auch die Verbindungsstellen zu sehen, die durch Schweißen hergestellt werden. Damit der Magnetfluß der beiden Magnete nicht vom Ankerrohr 2 beeinflußt wird, wird dieses vorzugsweise aus nicht oder schwach leitendem, oder unmagnetischem Material ausgebildet. Das Ankerrohr 2 ist in den Lagerstellen 19 und 19a gelagert und nimmt den Drehstab 16 auf. Auf der linken Bildhälfte ist der lange Magnet 7 zu sehen, der im vorderen Teil aufgeschnitten ist, um das Ventilgelenk 4 zu zeigen. Der Magnet 7 zeigt eine Aussparung 20a für die Unterbrechung des Joches zur Einbringung von je zwei Doppelspulen. Diese Aussparung ist auch nützlich für die Uberhubfeder, die bei der Hubbewegung in das Joch hinein ragt. Der Anker ist auch hier mit 17 bezeichnet. Anstelle der vollen Aussparung beider Jochschenkel kann auch ein magnetisch leitendes Füllstück verwendet werden. In dieser Fig. ist der Anker mit Abstand zum Ankerrohr 2 gezeichnet. Dieser kann jedoch auch direkt am Ankerrohr, wie in Fig. 2a und 2b gezeigt, anliegen.
Fig.5 zeigt eine alternative Ventilbetätigung. Das Ventil wird, wie aus dem Stand der Technik bekannt, über eine
Druckfeder 30 in Richtung Schließstellung gedrückt. Hier wirkt der Drehstab 16 gegen die Druckfeder. In der gezeichneten Mittellage sind die Federkräfte im Gleichgewicht. Die Kraftübertragung erfolgt über eine mit einem Wälzlager ausgestattete Rolle 31, die mit dem Ankerhebel lc verbunden ist. Dieser ist durch seine Schenkel leicht federnd gestaltet, um die Stoßkräfte beim Aufsetzen auf den Ventilschaft zu reduzieren.
Zur Unterstützung des Drehstabes 16 kann zusätzlich eine an einem relativ kleinen Hebelarm angelenkte Druckfeder 32 verwendet werden.
Fig. 5a zeigt anstelle der Rolle ein Gleitstück 33, welches in den Anker eingeschweißt ist und an der Gleitstelle oberflächenbeschichtet sein kann. Auch dieses Teil ist zur Reduzierung der Stoßbelastung federnd ausgebildet.
Fig. 5b zeigt die Seitenansicht. Zur Reduzierung der Gleitreibung auf dem Ventilschaft kann die Druckfederauflage in einem Kugellager 34 gelagert werden.
Dieses und eine exzentrische Auflage des Gleitstücks 33 bewirkt eine erwünschte Ventilverdrehung.
Die Antriebe der Fig. 5 und der Fig. 5a und 5b benötigen keine Biegezonen im Ventilschaft, weil sie den durch die Schwenkung des Hebels lc bewirkten Versatz selbst ausgleichen können.
Zur Kompensation der starken Ventilausdehnung ist das obere Ventilschaftteil 35 aus Material mit geringer Temperaturausdehnung, z. B. Invarstahl hergestellt und mit dem Ventilschaft 36 verbördelt oder verschweißt. Zur besseren Temperaturableitung aus dem Ventilteller ist der
hohle Ventilschaft 36/37 mit Natrium gefüllt. Durch die Temperaturkompensation ist der Differenzweg zwischen Rolle 31, bzw. Gleitstück 33 und Ventilschaft 36/37 zwischen kaltem und betriebswarmem Ventil erheblich geringer, so daß die Auftreffgeschwindigkeit der Rolle 31 und damit die Lagerbelastung und die Halteenergie erheblich kleiner sind.
Fig. 5c beinhaltet ein Gleitstück 39, welches drehbar auf einer Welle 39a gelagert ist. Dieses Gleitstück ent- spricht dem herkömmlichen Nockenantrieb über Schwenkhebel. Dieses kann auch in einer Kugelkalotte gelagert sein, um sich dem Ventilschaftkopf voll anzupassen. Dieses Gleitstück besitzt vorzugsweise eine leichte Klemmung, damit beim Aufsetzen beim Ventilöffnen eine kleine Flächenpressung entsteht.
Die Fig. 6 unterscheidet sich von Fig. 5 nur durch eine andere Gestaltung der Pole 40 des Öffnungsmagneten 41 und einer dazu passenden Gestaltung des Ankers 42. Die Pole 40 sind gestuft, - hier mit zwei Stufen- ausgebildet. Der Anker 42 weist auf der dem Öffnungsmagneten zugewandten Seite eine korrespondierende Stufung auf derart, daß der Anker 42 in die Öffnung der gestuften Pole unter Wahrung kleiner Luftspalte hineinpaßt. Für die gute Wirkung des Magneten 41 sind die Breiten und Tiefen 40a und 42a der Pole 40 und des Ankers 42 wesentlich. Dadurch ist eine Kennlinienformung möglich mit dem Ergebnis, daß die Hubkraft der Magneten bei großen Luftspalten erheblich höher ist. Diese Ausbildung des Magneten 41/42 ist bei der Lagerung des Ankers mittels des Wälzlagers von besonderer Bedeutung, da im Anker relativ große Querkräfte entstehen durch Toleranzen.
Die Fig. 7 zeigt eine entsprechende Ausbildung der Pole des Schließmagneten 50 und 50a eines Emlaßventilantriebs und des dazu gehörigen Ankers 52.
Die Joche und der Anker des Offnungs- und des Schließma- gneten eines Stellantriebs insbesondere des Auslaßventilantriebs kann mit der oben genannten Kennlmienformung gestaltet werden.
In Fig. 8 sind verschiedene Versionen mit parallel geschaltetem zweitem Drehrohr gezeigt. In Fig. 8a ist der auf den Ventilschaft 6 einwirkende Hebel mit 1, der Anker mit 17, das Lagerrohr mit 2 und der Drehstab mit 16 bezeichnet. Es st ein zweiter Drehstab 16a mit Lagerrohr 2a und ein Hebel le vorgesehen, wobei die Federkräfte dieses Drehstabs 16e über ein Verbindungsglied 60 mit den Kräften der Drehfeder 16 gebündelt werden.
In Fig. 8b wirkt entsprechend Fig. 5a eine Ventilfeder 30 auf den Ventilschaft ein und die Ankerbewegung wird durch ein Gleitst ck 33 auf das Ventil übertragen. Auch hier übertragt ein Verbindungsglied 60 die Kräfte der zweiten Drehfeder 16a zum Hebel 1.
In Fig. 8c ist die Ventilfeder 30 durch die Drehstabfeder 16a ersetzt, die über das Verbindungsglied 60 unter den Ventilschaftkopf 61 greift. Die Torsionsfeder 16 wirkt über ein Gleitstück auf den Ventilschaft.
In Fig. 8d ist das Verbindungsglied nicht drehbar am Hebel lc gelagert, sondern damit starr verbunden. Das Übertragungsglied ist eine Blattfeder 60a, die ebenfalls unter den Ventilschaftteller 61 greift.
In Fig. 8e ist der zweite Hebel lc nicht an einem Rohr gelagert. Hier ist ein Lagerteil 63 einerseits mit dem Rohr 2 der Drehfeder 16 und andererseits mit einer Lagerstelle des Drehstabs 16a verbunden. Die Querkräfte werden an einem Lagerpunkt 64 abgestützt.
Fig. 9 zeigt eine Anordnung, bei der ein Haupthebel 70 durch einen Nebenhebel 71 von den beiden Elektromagneten 72 und 73 verschwenkt wird. Die Hebel 70 und 71 sind mit dem Rohr 74 verbunden, in dessen Innern die Torsionsfeder 75 untergebracht ist. Der Nebenhebel 71 trägt den Anker oder stellt den Anker dar. Er ist als langer Magnet ausgebildet .
Die Kraftübertragung auf den Ventilschaft 76 erfolgt, ähnlich wie in Fig. 1 über eine bei 77 am Haupthebel 70 befestigte Uberhubfeder 78, der am vorderen Ende des
Haupthebels 70 zwei Anschläge 79 zur Durchbiegungsbegrenzung zugeordnet sind. Auch hier ist eine Biegezone 76a im Ventilschaft vorgesehen.
Diese Anordnung weist eine extrem niedrige Bauhöhe auf, bringt eine bessere Ausnutzung der Magnetlänge, hat ein geringes Gewicht und es ist eine Entkopplung der Uberhubfeder vom Ankerhebel gegeben.
In Fig. 10a und 10b sind zwei elektromagnetische Antriebe dargestellt, bei denen der Anker nicht verschwenkt wird, sondern durch die Elektromagnete nach oben, bzw. unten bewegt wird. In Fig. 10 b sind die Magnete 80 und 81 doppelt so lang, wie in Fig. 10a und es ist ein entsprechender Anker 82 vorgesehen.
Die Magnete und Anker in beiden Fig. sind für die gleiche Kraftflußdichte ausgelegt. Es gelten folgenden Vermaßungen:
Fig 10a Fig. 10b
Mitteljochbreite b b/2
Schenkelbreite b/2 b/4
Wicklungsdicke K K
Ankerhöhe h = b/2 b/4
Magnetbreite L 2L
Ankerfläche (2b + 2K)L (b + 2K)2L
Ankervolumen (2b + 2K)L x b/2 (b + 2K) 2L x b/4=
(b+2K)L x b/2
Man erkennt, daß für Fig. 10a eine Abhängigkeit von 2b (in der Klammer) und für Fig. 10b eine Abhängigkeit nur von 1 x b vorhanden ist, also das Ankervolumen und damit das Ankergewicht deutlich geringer ist.
Bei einer vergleichbaren Auslegung ergab sich bei einer Auslegung entsprechend Fig. 10a ein Ankergewicht von72g und bei einer Auslegung entsprechend Fig.10b ein Ankergewicht von nur 47g.
Setzt man für b = 10, für K = 2 und für L = 20 ein, so ergibt sich für den Fall der Fig. 10a ein Volumen von 2400 (= 100%). Für die Fig. 10b ergibt sich ein Volumen von 1400, also ca. 58%. Bei einer dreifachen Länge verringert sich das Volumen auf 44%.
Wegen der vergrößerten Magnetlänge (Tiefe) muß gegebenenfalls der Antrieb aus Platzgründen schräg im Motor einge- baut werden.
Es sei noch erwähnt, daß die gemäß der Erfindung tief ausgebildeten Joche der Elektromagnete und entsprechend der gemäß der Erfindung tief ausgebildeten Anker nicht einstückig ausgebildet sein müssen, sondern auch aus zwei oder mehreren Teilen zusammengesetzt sein können; die Magnete können auch aus mehreren Teilmagneten zusammengesetzt sein, wobei ein oder mehrere Anker vorgesehen sein können .
In obigen beschriebenen Figuren ist jeweils ein Drehstab zur Erzeugung wenigstens eines Teils der Federkräfte vorgesehen. Es ist bei der Erfindung jedoch auch möglich, die beiden Federkräfte, z. B. durch Schraubenfedern zu erzeugen. Im Beispiel der Fig. 5a wirkt dann eine in der Ventilachse angeordnete Feder auf den Hebel lc von oben ein. Hierdurch wird eine geringer Belastung der Hebellagerung erreicht.
Fig. 11 zeigt verschiedene andere mögliche Ausbildungen für den oder die Elektromagnete als die vorhergehenden Figuren.
Fig. 11a zeigt zwei dreipolige Elektromagnete 100 und
101, die dem Anker 102 gegenüberstehen. Die Fig. 11b und 11c zeigen Aufsichten auf die Magnetpole. Die Wicklung 103 kann entsprechend Fig. 11b oder als TopfWicklung entsprechend Fig. 11c ausgebildet sein. In der Fig. lld sind wieder zwei dreipolige Elektromagnete gezeigt, wobei hier ein Pol 104 nicht aktiv ist, also nicht zur Hubarbeit beiträgt. Es ist analog dazu auch möglich die Elektromagnete zweipolig auszubilden und dann nur einen aktiven Pol zu benutzen.
Beim Beispiel der Fig. lle ist nur eine Wicklung 105 vorgesehen, wobei je nach Stellung des Ankers 106 Pole 107
oder 108 wirksam sind. Wird durch die Federkräfte der Anker in die Nähe der Pole 107 oder 108 gebracht, so kann die Wicklung 105 eingeschaltet werden und der Anker wird in Richtung der entsprechenden Pole beschleunigt. Um ein Anschwingen aus der Zwischenstellung zu erreichen, muß entweder die Zwischenstellung unsymmetrisch liegen oder der Pol eines Elektromagneten stärker ausgebildet sein. Schließlich ist in Fig. llf eine Kombination der Fig. lle mit der Verwendung nur eines aktiven Pols gezeigt.
Der Magnetkreis 110 der Fig. 11g entspricht einem E - Kern entsprechend Fig. 11a und 11b.
Der Polabstand der äußeren Schenkel lllund 112 ist möglichst klein, um die Breite 113a des Ankers 113 klein zu halten. Zur Reduzierung der Streuflüsse zwischen dem Mit- telschenkel 114 und den Außenschenkeln und zur Darstellung eines großen Wickelraumes ist der äußere Magnetkreis 115 und 116 aufgeweitet. Der Mittelschenkel 114 besteht vorzugsweise aus kornorientiertem Material und ist durch Formschluß, z. B. Schwalbenschwanzführung 117 in das Joch eingesetzt oder mit diesem verschweißt.
Die Ankerdicke entspricht beim E - Magneten ungefähr dem der Dicke der Außenschenkel 115 und 116, der wiederum ca. 50% der Breite des Mittelschenkels 114 hat. Dadurch beträgt die Dicke des Ankers 113 nur etwa 50% der Ankerdik- ke eines U - Magneten. Ohne spezielle Maßnahmen ist der Polabstand beim E - Magneten größer als beim U - Magneten. Durch die Maßnahme der Polaufweitung kann dieser Nachteil vermindert werden. Die effektive Gewichtsersparnis beträgt bei dieser Magnetform ca. 40% im Vergleich zum U- Magneten.
Ein weiterer Vorteil besteht in der Mitverwendung des Mittelschenkels 113 als Kern der Wicklung 119. Dies ist besonders vorteilhaft bei Bandspulen. Damit läßt sich ein ausgezeichneter Füllfaktor erzielen. Dies ist von wesent- licher Bedeutung, da die Verlustleistung der Spule sehr stark vom Winkelraum und Füllfaktor abhängt.
Beim E - Kern bietet sich außerdem an, vier Verspannschrauben 118 im Vergleich zu drei beim U - Kern einzusetzen, was hinsichtlich der Symmetrie der Verspannkräfte sehr günstig ist.
Hinsichtlich von Ausführungsformen, z. B. entsprechend der Fig. 11 mit zum Anker hin sich annähernden Polenden wird angemerkt, daß die Definition gemäß Anspruch 1 Tiefe zur Breite der Joche größer 1,5 usw. sich auf die Joch- breite an den Enden der Joche bezieht und nicht auf die weiter abliegende Jochbreite.