Vorrichtung zur Strahlbeeinflussung eines Laserstrahls
Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Strahlbeeinflussung eines Laserstrahls, insbesondere zur Verwendung mit einem Ultrakurzpulslaser mit höheren mittleren Leistungen.
Stand der Technik
Für die Bearbeitung von Materialien können Ultrakurzpulslaser eingesetzt werden, bei denen die in das zu bearbeitende Material eingebrachte Laserenergie die gewünschte Materialbearbeitung bewirkt. Der Laserstrahl und das Material werden dabei relativ zueinander mit einem Vorschub entlang einer Vorschubtrajektorie bewegt, wobei der Ultrakurzpulslaser Laserpulse abgibt, die dann an verschiedenen Punkten der Vorschubtrajektorie in das Material eingebracht werden. Hierbei ist die Pulsfrequenz der Laserpulse oft fix vorgegeben oder nur eingeschränkt zu ändern, sodass bei einer Variation der Bewegungsgeschwindigkeit, wie beispielsweise in Verbindung mit trägheitsaufweisenden Bewegungssystemen einer plötzlichen Richtungsänderung, der räumliche Abstand der Laserpulse entlang der Vorschubtrajektorie in dem Material variiert. Insbesondere kann es bei solchen Aufbauten vorkommen, dass Laserpulse im zu bearbeitenden Material räumlich überlappen, sodass das Material inhomogen erhitzt wird, was sich nachteilig auf die Materialeigenschaften des bearbeiteten Materials und auf den Bearbeitungsprozess selbst auswirken kann.
Für das Einsetzen hoher mittlerer Leistungen eines Ultrakurzpulslasers wird demnach eine erweiterte Systemtechnik benötigt, die erweiterte Möglichkeiten hinsichtlich des räumlichen Abstandes aufeinanderfolgender Laserpulse auf oder im Werkstück bietet.
Darstellung der Erfindung
Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Vorrichtung zur Strahlbeeinflussung eines Laserstrahls bereitzustellen.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zur Strahlbeeinflussung eines Laserstrahls mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Figuren.
Entsprechend wird eine Vorrichtung zur Beeinflussung eines Laserstrahls eines Ultrakurzpulslasers, umfassend eine pulsgenaue Deflektor-Einheit, die dazu eingerichtet ist, den Laserstrahl in mindestens einer Richtung senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung abzulenken, vorgeschlagen, wobei eine Transformationsoptikanordnung mit mindestens zwei Komponenten, die der pulsgenauen Deflektor-Einheit nachgelagert ist, die dazu eingerichtet ist eine Ortsablenkung und/oder Winkelablenkung des Laserstrahls durch die pulsgenaue Deflektor-Einheit mit einer Orts- zu-Winkel und/oder einer Winkel-zu-Orts-Transformation in eine Winkelablenkung und/oder eine Ortsablenkung zu transformieren und/oder zurück zu transformieren, und eine Bearbeitungsoptik, die der Transformationsoptikanordnung nachgelagert ist und dazu eingerichtet ist den Laserstrahl in die bildseitige Brennebene der Bearbeitungsoptik zu führen.
Der Ultrakurzpulslaser stellt hierbei ultrakurze Laserpulse zur Verfügung. Ultrakurz kann hierbei bedeuten, dass die Pulslänge beispielsweise zwischen 500 Pikosekunden und 10 Femtosekunden liegt und insbesondere zwischen 10 Pikosekunden und 100 Femtosekunden liegt. Der Laser kann aber auch Bursts aus ultrakurzen Laserpulsen zur Verfügung stellen, wobei jeder Burst das Aussenden mehrerer Laserpulse in einem zeitlichen Abstand von weniger als 100ns innerhalb eines Zeitraums von weniger als 10 Mikrosekunden umfasst. Als ultrakurzer Laserpuls wird auch ein zeitlich geformter Puls betrachtet, der eine nennenswerte Änderung der Amplitude, beispielsweise von mehr als 50%, innerhalb eines Bereichs zwischen 50 und 5000 Femtosekunden aufweist.
Die ultrakurzen Laserpulse bewegen sich dabei in der Strahlausbreitungsrichtung entlang des durch sie ausgebildeten Laserstrahls.
Eine pulsgenaue Deflektor-Einheit ist dazu eingerichtet, den Laserstrahl in mindestens einer Richtung senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung abzulenken. Eine Strahlablenkung kann in der Beeinflussung der Ausbreitungsrichtung des Laserstrahls bestehen, wobei insbesondere der einfallende Laserstrahl parallel zu seiner ursprünglichen Ausbreitungsrichtung verschoben werden kann, also dem Laserstrahl ein räumlicher Parallelversatz aufgeprägt werden kann. Eine Strahlablenkung kann aber auch darin bestehen, dem Laserstrahl einen Winkelversatz aufzuprägen, so dass sich die Ausbreitungsrichtung des Laserstrahls durch die Strahlbeeinflussung um einen Winkel ändert.
Eine pulsgenaue Deflektor-Einheit umfasst hierbei einen oder mehrere pulsgenaue Deflektoren. Ein Deflektor ist pulsgenau, wenn es möglich ist jeden Laserpuls des Ultrakurzpulslasers individuell abzulenken. Hierzu kann die Arbeitsfrequenz des pulsgenauen Deflektors beispielsweise mit einer Grundfrequenz des Lasers synchronisiert werden, so dass die Arbeitsfrequenz des pulsgenauen Deflektors mindestens der Repetitionsfrequenz des Ultrakurzpulslasers entspricht. Im folgenden Text wird lediglich von Deflektoren gesprochen, wobei immer ein pulsgenauer Deflektor oder eine pulsgenaue Deflektor-Einheit gemeint ist.
Ein Deflektor kann beispielsweise ein mikroelektronisches mechanisches Element sein oder ein elektrooptischer Deflektor oder ein akustooptischer Deflektor sein. Im Folgenden wird die Funktionsweise eine akustooptischen Deflektors beschrieben.
Bei einem akustooptischen Deflektor wird beispielsweise über eine Wechselspannung an einem Piezokristall in einem optisch angrenzenden Material eine akustische Welle erzeugt, die den Brechungsindex des optischen Materials periodisch moduliert. Die Welle kann hierbei durch das optische Material propagieren, beispielsweise als propagierende Welle oder als Wellenpaketen, oder als stehende Welle ausgebildet sein. Durch die periodische Modulation des Brechungsindex wird hierbei ein Beugungsgitter für einen einfallenden Laserstrahl realisiert. Insbesondere entspricht das Beugungsbild, welches sich für den Laserstrahl ergibt, der transformierten Gitterfunktion, beispielsweise und bevorzugt der Fourier-transformierten Gitterfunktion.
Ein einfallender Laserstrahl wird somit an dem Beugungsgitter gebeugt und dadurch zumindest teilweise unter einem Winkel a zu seiner ursprünglichen Strahlausbreitungsrichtung abgelenkt. Insbesondere wird der Laserstrahl durch den Winkelversatz in eine Richtung senkrecht zur ursprünglichen Ausbreitungsrichtung des Laserstrahls abgelenkt. Die Gitterkonstante des Beugungsgitters und somit der Winkel a hängen dabei unter anderem von der Wellenlänge beziehungsweise der Periodizität der stehenden Gitterschwingung ab beziehungsweise von der Frequenz der angelegten Wechselspannung. Beispielsweise wird durch eine akustische Welle mit einer kleinen Wellenlänge ein großer Winkelversatz für die erste Beugungsordnung erzielt.
Eine Transformationsoptikanordnung ist ein optischer Aufbau eines Komponentensystems welches mindestens zwei Komponenten umfasst. Eine Komponente kann hierbei insbesondere eine optische Komponente mit abbildenden Eigenschaften sein, wie beispielsweise mit fokussierender oder kollimierender Wirkung. Hierzu zählen unter anderem abbildende beziehungsweise gekrümmte Spiegel, strahlformende Elemente, diffraktive optische Elemente, Linsen wie
beispielsweise Sammellinsen oder Streulinsen, Fresnel-Zonenplatten sowie weitere Freiformkomponenten.
Dem Laserstrahl wird beim Durchgang durch die Deflektor-Einheit eine Orts- und/oder Winkelablenkung in der vorderen Deflektoren-Ebene aufgeprägt. Die vordere Deflektor-Ebene kann je nach Bauform des Deflektors innerhalb oder außerhalb der äußeren mechanischen Ausgestaltung des Deflektors liegen. Dementsprechend fällt die vordere Deflektor-Ebene nicht zwangsläufig mit dem mechanischen Ende der Deflektor-Einheit zusammen.
In einem ersten Abstand zur vorderen Deflektoren-Ebene kann die erste Komponente der Transformationsoptikanordnung angeordnet sein. Beispielsweise kann die vordere Deflektor-Ebene im objektseitigen Brennpunkt der ersten Komponente stehen oder auch zwischen objektseitigem Brennpunkt und der ersten Komponente selbst stehen. Die erste Komponente erzeugt eine Transformation der Orts- und/oder Winkelablenkung der vorderen Deflektor-Ebene in eine Winkel- und/oder Ortsablenkung in der ersten Transformationsebene. Hierbei wird insbesondere eine Ortablenkung in eine Winkelablenkung, beziehungsweise eine Winkelablenkung in eine Ortsablenkung transformiert. Dadurch kann ein Teil des Laserstrahls, beispielsweise ein besonders divergenter Teil des Laserstrahls, absepariert werden und beispielsweise, wie weiter unten gezeigt, aus dem Strahlengang herausgefiltert werden.
Die zweite Komponente kann in einem zweiten Abstand zur ersten Komponente angeordnet sein, wobei die zweite Komponente eine Rücktransformation oder eine weitgehende Rücktransformation, insbesondere eine Rücktransformation aus der ersten gefilterten Transformationsebene in die sogenannte korrespondierende Deflektor-Ebene erzeugt. Die korrespondierende Deflektor-Ebene ist hierbei zum letzten Element der Transformationsoptikanordnung in einem dritten Abstand beabstandet. Beispielsweise kann die korrespondierende Deflektor-Ebene zwischen dem letzten Element und der bildseitigen Brennebene des Elements oder in der bildseitigen Brennebene selbst angeordnet sein. Indem die zweite Komponente eine Rücktransformation der gefilterten Transformationsebene erzeugt, entsteht in der korrespondierenden Deflektor-Ebene ein bereinigter Laserstrahl, der beispielsweise keine divergierenden Strahlteile mehr enthält.
Sofern die oben beschrieben Transformationen Fourier-Transformationen sind, wird die Transformationsebene hierin auch Fourier-Ebene genannt.
Wie oben beschrieben ist die Transformationsoptikanordnung zu der Deflektor-Einheit nachgelagert angeordnet beziehungsweise von dieser getrennt vorgesehen. Damit kann erreicht werden, dass
der in der Deflektor-Einheit abgelenkte Laserstrahl einer nachgelagerten Strahlformung unterzogen werden kann. Dies ist insbesondere daher von Bedeutung, weil die Deflektor-Einheit üblicherweise nur eine kleine Akzeptanz an Positionsabweichungen und Strahlformabweichungen und insbesondere Winkelabweichungen an ihrem Eingang aufweist, um hier eine präzise Strahlbeeinflussung und insbesondere Strahlablenkung bereit zu stellen. Da die Strahlformung durch die Transformationsoptikanordnung nachgelagert ist, kann entsprechend ein stabiler Eingang für die Deflektor-Einheit bereitgestellt werden und damit ein einfaches und stabil reproduzierbares Verhalten der Deflektor-Einheit erreicht werden.
Eine Bearbeitungsoptik ist nachgelagert zu der Transformationsoptikanordnung vorgesehen, die dazu eingerichtet ist, den abgelenkten und transformierten Laserstrahl in die bildseitige Brennebene der Bearbeitungsoptik zu führen. In diesem Sinne erzeugt die Bearbeitungsoptik eine abschließende Winkel-zu-Orts-Transformation. Dadurch werden alle strahlablenkende Elemente, sprich der Einfluss der Deflektor-Einheit, entsprechend ihrer gewünschten Wirkung in die Bearbeitungsebene überführt. Die Bearbeitungsoptik kann hierbei insbesondere auch die zweite Komponente der Transformationsoptikanordnung sein. Bevorzugt kann die Bearbeitungsoptik jedoch mit der abschließenden Komponente der Transformationsoptikanordnung ein Teleskop mit bevorzugt verkleinernder Wirkung bilden.
Die oben beschrieben korrespondierende Ebenen sind im Allgemeinen definiert als die Ebenen, die durch eine Winkel- zu Ortstransformation und eine anschließende inverse Orts- zu Winkeltransformation (auch als Rücktransformation bezeichnet), beispielsweise durch eine Transformationsoptikanordnung verknüpft sind. Beispielsweise kann im Fall der Transformationsoptikanordnung die vordere Deflektor-Ebene vor der ersten Komponente mit der korrespondierenden Deflektor-Ebene hinter der zweiten Ebene durch diesen Zusammenhang verknüpft sein. Dies entspricht somit einer Abbildung der vorderen Deflektor-Ebene in die korrespondierende Deflektor-Ebene.
Die oben beschriebenen Ebenen, wie die Brenneben, die korrespondierenden Ebenen und die Transformationsebenen sind im mathematischen Idealfall plane Flächen, die senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung orientiert sind und insbesondere nicht gekrümmt und lediglich zweidimensional ausgedehnt sind. In der praktischen Umsetzung führen die optischen Komponenten jedoch zu geringfügigen Krümmungen und Verzerrungen dieser Flächen, so dass diese Flächen meistens mindestens lokal gekrümmt sind.
Zudem weist der Brennpunkt durch die verwendeten Komponenten auch ein endliches Volumen auf. So kann sich durch die verwendeten Komponenten anstatt einer flachen, zweidimensionalen Brennebene auch ein gekrümmtes Brennvolumen ergeben, indem eine Abbildung des Laserstrahls noch ausreichend scharf ist, wie weiter unten spezifiziert.
Insgesamt ist die Ausrichtung dieses Volumens relativ zur Ausbreitungsrichtung der Laserstrahlen jedoch in guter Näherung durch Ausrichtung der mathematischen Ebene gegeben. Im Folgenden wird daher stets von der Ebene gesprochen, wobei allerdings das zugängliche Volumen stets mitgedacht wird, auch wenn es nicht explizit erwähnt wird. Die vorstehenden Erklärungen beziehen sich im Übrigen auch auf die verwendeten Brennebenen, Transformationsebenen und Bearbeitungsebenem sowie die jeweils korrespondierenden Ebenen, wobei auch abbildungsbedingte Bildfeldwölbungen mit eingeschlossen sind
Aus den vorangestellten Überlegungen ergeben sich insbesondere für die Positionen der verwendeten Komponenten gewisse Positionierungstoleranzen. Beispielsweise kann eine Positionierungstoleranz bis zu 20% betragen, so dass eine Komponente, die in einem ersten Abstand zu einem Referenzpunkt von beispielsweise 10cm stehen soll, auch bei 9cm und 11cm noch ein ausreichend scharfes Bild ermöglicht. Ausreichend „scharf“ sind die Abbildungen dementsprechend automatisch, wenn die Komponenten alle innerhalb der Positionierungstoleranz positioniert sind. Zudem bedeutet ein „Zusammenfallen“ von zwei Ebenen oder zwei Punkten, dass die zugehörigen Volumina zumindest teilweise überlappen. In weitgehend kollimierten Strahlenbereichen, können zwei Komponenten im Extremfall auch direkt aufeinander folgen.
Zudem kann der Begriff „Fokus“ im Allgemeinen auch als eine gezielte Intensitätsüberhöhung verstanden werden, wobei die Laserenergie in einen „Fokusbereich“ konvergiert. Insbesondere wird daher im Folgenden der Ausdruck „Fokus“ unabhängig von der tatsächlich verwendeten Strahlform und den Methoden zur Herbeiführung einer Intensitätsüberhöhung verwendet. Durch eine „Fokussierung“ kann auch der Ort der Intensitätserhöhung entlang der Strahlausbreitungsrichtung beeinflusst werden. Beispielsweise kann die Intensitätsüberhöhung quasi punktförmig sein und der Fokusbereich einen Gauß-förmigen Intensitätsquerschnitt aufweisen, wie er von einem Gauß’schen Laserstrahl zur Verfügung gestellt wird. Die Intensitätsüberhöhung kann auch linienförmig ausgebildet sein, wobei sich um die Fokusposition ein Besselförmiger Fokusbereich ergibt, wie er von einem nicht-beugenden Strahl zur Verfügung gestellt werden kann. Des Weiteren sind auch andere komplexere Strahlformen möglich, deren Fokusposition sich in drei Dimensionen erstreckt,
wie beispielsweise ein Multi-Spot-Profil aus Gauß’schen Laserstrahlen und/oder nicht Gauß’schen Intensitätsverteilungen.
Mehrere Transformationsoptiken können auch kaskadiert werden.
Dies bedeutet, dass eine erste korrespondierende Ebene einer ersten Transformationsoptikanordnung die Ausgangsebene für eine weitere Transformation mit einer weiteren Transformationsoptikanordnung sein kann. Insbesondere ist dann die zur ersten korrespondierenden Ebene korrespondierende zweite korrespondierende Ebene durch eine entsprechende Transformation verknüpft. In anderen Worten kann auch mehrere Transformationsoptikanordnungen aneinandergereiht werden.
Durch eine Aneinanderreihung beziehungsweise Kaskadierung von Transformationsoptikanordnungen können somit auch mehrere korrespondierende Ebenen erzeugt werden. Hierbei kann eine korrespondierende Ebene auch vor einem entsprechenden Bauteil, beispielsweise einer Transformationsoptikanordnung oder einer Deflektor-Einheit liegen. Diese Ebenen werden rückwärtige Ebenen genannt.
Die Strahlformung kann beispielsweise dann vor oder nach der Deflektor-Einheit stattfinden. Die Deflektor-Einheit kann dann dazu genutzt werden, die verschiedenen Teillaserstrahlen abzulenken beziehungsweise auszublenden oder hinzuzuschalten, während die Strahlformung beziehungsweise die Formung des Strahlprofils in der nachgeschalteten Fourieroptikanordnung mit dem strahlformenden Element erreicht wird.
Die Deflektor-Einheit kann einen ersten Deflektor umfassen, wobei der Laserstrahl in den Eingang des ersten Deflektors einkoppelt und der erste Deflektor dazu eingerichtet ist, den Laserstrahl in eine erste Richtung senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung abzulenken und ihm dadurch bevorzugt einen ersten Winkelversatz aufzuprägen
Die Deflektor-Einheit kann zusätzlich einen zweiten Deflektor umfassen, wobei der Laserstrahl nach dem Durchlaufen des ersten Deflektors in den Eingang des zweiten Deflektors mit dem aufgeprägten ersten Winkelversatz einkoppelt und der zweite Deflektor dazu eingerichtet ist, den Laserstrahl in eine zweite Richtung senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung abzulenken, die bevorzugt senkrecht zur ersten Richtung ist, und ihm dadurch bevorzugt einen zweiten Winkelversatz zusätzlich zum ersten Winkelversatz aufzuprägen.
Über die Kombination von zwei Deflektoren lassen sich so beispielsweise Ablenkungen oder Parallelverschiebungen des Laserstrahls in der x- und y-Richtung, also in der x/y-Ebene erzeugen. Insbesondere ist es mit diesem Aufbau auch möglich, dass der erste Deflektor den einfallenden Laserstrahl in eine Vielzahl von Teillaserstrahlen aufspaltet. Die Vielzahl von Teillaserstrahlen treffen dann auf den zweiten Deflektor, in dem jeder der Vielzahl von eintreffenden Teillaserstrahlen beispielsweise senkrecht zur ersten Aufspaltungsrichtung erneut aufgespaltet wird. Dadurch kann beispielsweise eine matrixförmige beziehungsweise rechteckige Multispot-Geometrie der sich ergebenden Teillaserstrahlen erzeugt werden.
Beispielsweise kann der einfallende Laserstrahl durch den ersten Deflektor in fünf Teillaserstrahlen aufgespaltet werden, die entlang der x-Richtung einen erste Winkeldifferenz zueinander aufweisen. Die fünf Teillaserstrahlen können anschließend durch den zweiten Deflektor jeweils in beispielsweise zehn Teillaserstrahlen aufgespaltet werden, wobei die Aufspaltung jedes Teillaserstrahls in einem Winkel zur y-Richtung erfolgt. Die Teillaserstrahlen können dadurch in y- Richtung beispielsweise eine zweite Winkeldifferenz zueinander aufweisen. Somit können bei dem Durchgang durch die Deflektor-Einheit beispielsweise fünfzig Teillaserstrahlen erzeugt werden, wobei die Teillaserstrahlen nach einer Winkel zu Ortstransformation auf einem Raster angeordnet sind.
Die Deflektoren der Deflektor-Einheit können akustooptische Deflektoren sein, wobei mindestens ein akustooptischer Deflektor einen Phased-Array-Transducer umfasst und bevorzugt über einen breiten Ausgangsbereich, bevorzugt von mindestens 0,05°, eine Beugungseffizienz von über 75% aufweist.
Ein Phased-Array-Transducer ist eine Vorrichtung, mit der eine in Abhängigkeit des Ablenkwinkels beziehungsweise der Ansteuerungsfrequenz angepasste akustische Welle die in das optische Material eingebracht wird, erreicht werden kann, so dass in einem großen Volumenanteil des optischen Materials ein homogenes Beugungsgitter ausgebildet wird und damit ein besonders effizientes Beugungsgitter bereitgestellt werden kann. Durch ein Phased-Array kann die akustische Welle zudem in Abhängigkeit der angelegten Frequenz angestellt werden, was bedeutet, dass der Bragg-Winkel bei verschiedensten Ablenkwinkeln sehr genau angenähert werden kann. Dadurch kann eine hohe Beugungseffizienz von beispielsweise über 70% über einen breiten Ablenkbereich von beispielsweise 15mrad (etwa 0,8°) erzielt werden.
Die Beugungseffizienz eines akustooptischen Deflektors kann beispielsweise durch den Anteil der Intensität in der ersten Beugungsordnung im Vergleich zur einfallenden Laserintensität gegeben
sein. Insbesondere kann dadurch erreicht werden, dass über die Teillaserstrahlen eine hohe Laserenergie für Bearbeitungsprozesse zur Verfügung steht.
Der Fokusdurchmesser des Laserstrahls ist der Durchmesser des Laserstrahls in der Bearbeitungsebene. Der akustooptische Deflektor beispielsweise kann die oben genannte Beugungseffizienz über ein Bereich von etwa fünfzehn Fokusdurchmessern aufweisen. Dementsprechend kann mittels zweier kombinierter akustooptischer Deflektoren in einem Bereich von etwa 15x15 Fokusdurchmessern eine Vielzahl von Teillaserstrahlen mit hoher Intensität bereitgestellt werden.
Nach dem ersten Deflektor und vor dem zweiten Deflektor kann der Laserstrahl in eine Polarisationsdreheinrichtung einkoppeln, die dazu eingerichtet ist die Polarisation des Laserstrahls zu drehen.
Durch die Polarisationsdreheinrichtung kann die Polarisationsrichtung des Laserstrahls in eine bevorzugte Richtung gedreht werden. Beispielsweise kann dadurch der Laserstrahl für eine folgende Formung oder Filterung präpariert werden. Die Polarisationsdreheinrichtung kann im einfachsten Fall beispielsweise als Lambda/2-Platte ausgeführt sein.
Die Deflektor-Einheit kann ein Filterelement umfassen, wobei das Filterelement zwischen dem ersten und dem zweiten Deflektor angeordnet ist und das Filterelement bevorzugt dazu eingerichtet ist, die nullte Beugungsordnung des ersten Deflektors herauszufiltern, und/oder wobei das Filterelement nach dem zweiten Deflektor angeordnet ist und das Filterelement bevorzugt dazu eingerichtet ist, Anteile des Strahls, beispielsweis eine nullte Beugungsordnung der Deflektor- Einheit nach dem zweiten Deflektor herauszufiltern, und/oder wobei die Deflektor-Einheit eine weitere Transformationsoptikanordnung mit zwei Komponenten aufweist, die dazu eingerichtet ist eine Ortsablenkung und/oder Winkelablenkung des Laserstrahls mit einer Orts-zu-Winkel und/oder einer Winkel-zu-Orts-Transformation in eine Winkelablenkung und/oder eine Ortsablenkung zu transformieren und/oder zurück zu transformieren, wobei das Filterelement in einer Transformationsebene der Transformationsoptikanordnung angeordnet ist und das Filterelement bevorzugt dazu eingerichtet ist die nullte Beugungsordnung herauszufiltern.
Insbesondere muss hierbei eine Abbildung von dem ersten Deflektor in den zweiten Deflektor gewährleistet werden, wobei die Filterung in der Winkel-zu-Orts-Transformierten des ersten Deflektors stattfindet.
Der einfallende Laserstrahl wird in dem Deflektor durch das dort ausgebildete Beugungsgitter gebeugt. Hierbei ergibt sich auch eine nullte Beugungsordnung, welche den Deflektor ohne Ablenkung durchläuft. Die nullte Beugungsordnung verläuft hinter dem Deflektor somit wie der einfallende Laserstrahl, beziehungsweise mit einem Parallelversatz. Um die nullte Beugungsordnung herum schließen sich die höheren und gegebenenfalls auch die negativen Beugungsordnungen an, beispielsweise die erste Beugungsordnung oder die zweite Beugungsordnung. Die erste Beugungsordnung weist hierbei zur nullten Beugungsordnung den Winkelversatz a auf.
Ein Filterelement kann nun in der Deflektor-Einheit, beispielsweise zwischen dem ersten und dem zweiten Deflektor angeordnet sein, um die nullte Beugungsordnung herausfiltern. Somit werden nur die höheren Beugungsordnungen, also die Beugungsordnungen ab der ersten Beugungsordnung, in den zweiten Deflektor geleitet. Dementsprechend können schließlich nur die abgelenkten Strahlen - also die höheren Beugungsordnungen - die Deflektor-Einheit verlassen.
Ein Filterelement kann aber auch hinter dem zweiten Deflektor angeordnet sein, wobei jeweils die nullte Beugungsordnung der Teillaserstrahlen, sowie die nullte Beugungsordnung des ursprünglichen Laserstrahls herausgefiltert werden.
Da die nullten Beugungsordnungen unabhängig von den Einstellungen und dem Betrieb des Deflektors sind, besteht dementsprechend auch keine Kontrolle über diese Teillaserstrahlen. Dementsprechend kann eine Filterung diese nicht kontrollierbaren Teillaserstrahlen herausfiltern oder zumindest abschwächen.
Es kann in der Deflektor-Einheit auch eine weitere Transformationsoptikanordnung mit zwei Komponenten vorgesehen sein, die beispielsweise hinter dem zweiten Deflektor angeordnet sind, wobei das Filterelement dann in einer Transformationsebene der Transformationsoptikanordnung angeordnet sein kann und bevorzugt dazu eingerichtet sein kann, die nullte Beugungsordnung herauszufiltern. Diese weitere Transformationsoptikanordnung ist unabhängig von der Transformationsoptikanordnung der Vorrichtung und ist lediglich der Deflektor-Einheit zugeordnet.
In der Transformationsebene ist das Bild hinter dem zweiten Deflektor gemäß seinen Raumfrequenzen aufgespaltet, beziehungsweise durch eine Winkel-zu-Orts-Transformation (etwa eine Fourier-Transformation) verknüpft. Insbesondere können, wie oben beschrieben, die Teillaserstrahlen der höheren Beugungsordnung entsprechend einem Raster aufgefächert werden, während die nullten Beugungsordnungen mit dieser Periodizität brechen. Dementsprechend
werden die nullten Beugungsordnungen in der Transformationsebene einem anderen Ort zugewiesen als die Beugungsordnungen, die beispielsweise auf einem Raster liegen. Durch ein Filterelement in der Transformationsebene können beispielsweise die nullten Beugungsordnungen herausgefiltert werden.
Ein Filterelement kann beispielsweise auch ein Verlaufsfilter sein, sodass die unterschiedlichen Raumfrequenzanteile beispielsweise in der Transformationsebene unterschiedlich stark abgeschwächt werden. Durch diese Gewichtung der verschiedenen Raumfrequenzanteile ist es möglich die Strahlform in der Bearbeitungsebene zu beeinflussen. Ein Filterelement kann auch reflektiv ausgelegt werden und den transmittierten oder reflektierten Anteil gezielt in eine Strahlfalle lenken.
Ein Filterelement kann auch ein Polarisationselement sein, welches dem Laserstrahl bevorzugt eine lokal variable Polarisationsänderung aufprägt. Dadurch wird die Blendenfunktion in einer lokalen Polarisation codiert. Mittels einem Polarisationsteiler lassen sich dann die verschiedenen Komponenten aus dem Laserstrahl herausfiltern. Bei beispielsweise entspricht eine lokale s- polarisation dann einer vollständigen Transmission und eine lokale p-polarisation einer verschwindenden Transmission. Die Gradienten-Funktionen können auch mittels Zwischenzuständen, beispielsweise durch anteilige p- und s-Polarisation erzeugt werden, womit beispielsweise eine lokale 50 prozentige Transmission am Polarisationsteiler erreicht wird.
Mit anderen Worten verlässt der Laserstrahl dann die Deflektor-Einheit in einer präzisen Form und eine Strahlformung kann in der nachfolgenden Transformationsoptikanordnung mit hoher Qualität erreicht werden.
Die Transformationsoptikanordnung kann eine Fourieroptikanordnung sein, wobei die vordere Deflektor-Ebene der Deflektor-Einheit in der objektseitigen Brennebene der ersten Komponente angeordnet ist, die bildseitige Brennebene der ersten Komponente mit der objektseitigen Brennebene der zweiten Komponente zusammenfällt, und die vordere Deflektor-Ebene der Deflektor-Einheit in der bildseitigen Brennebene der zweiten Komponente abgebildet wird, und der Laserstrahl in der bildseitigen Brennebene der zweiten Komponente entsprechend der Ablenkung durch die Deflektor-Einheit ablenkbar ist.
Eine Fourieroptikanordnung ist ein optischer Aufbau eines Komponentensystems, bei dem die Abstände der Komponenten zueinander, die Abstände der Komponenten zum abzubildenden Objekt sowie die Abstände der Komponenten zur Bildebene, in die das Objekt abgebildet wird, in
einer speziellen Beziehung stehen. Die Fourieroptikanordnung kann hierbei mindestens zwei Komponenten umfassen, wobei die Komponenten vorzugsweise die gleiche Brennweite aufweisen. Die Komponenten können aber auch unterschiedliche Brennweiten aufweisen, wenn beispielsweise eine vergrößernde oder verkleinernde Wirkung mit der Komponentenanordnung erzielt werden soll. Im Allgemeinen wird durch die Fourieroptikanordnung im Wesentlichen eine Winkel-zu-Orts Transformation und anschließend wieder eine Orts-zu-Winkeltransformation durchgeführt.
Insgesamt wird durch die oben angegebene Positionierung der Komponenten zum Deflektor eine sogenannte 4f-Optik realisiert, wodurch es möglich ist, die vordere Deflektor-Ebene, und somit den durch die Deflektor-Einheit abgelenkten Laserstrahl, insbesondere mögliche Orts- und Winkelabweichungen des Laserstrahls sowie das Strahlprofil und die Strahlgeometrie, in eine korrespondierende Deflektor-Ebene zu überführen. Der Laserstrahl ist in der korrespondierenden Deflektor-Ebene entsprechend der Auslenkung durch die akustooptische Deflektor-Einheit abgelenkt.
In der der Deflektor-Einheit nachgeschalteten Transformationsoptikanordnung kann bevorzugt ein strahlformendes Element in einer korrespondierenden Deflektor-Ebene oder in einer Transformationsebene oder in einer korrespondierenden Transformationsebene angeordnet sein, wobei das strahlformende Element dazu eingerichtet ist, dem Laserstrahl eine vorgegebene Intensitätsverteilung und/oder Phasenverteilung und/oder Polarisationsverteilung aufzuprägen.
Unter einem strahlformenden Element wird eine Vorrichtung verstanden, die dazu eingerichtet ist, einen einfallenden Laserstrahl in zwei Raumdimensionen in einer oder mehreren Eigenschaften zu beeinflussen, wobei sie insbesondere dazu eingerichtet ist, um eine laterale Phasenverteilung, eine Polarisationsverteilung, eine Intensitäts- oder Amplitudenverteilung und/oder eine Propagationsrichtung des Laserstrahls, zu beeinflussen. Es kann sich ebenso eine Beeinflussung der Propagationsrichtung bevorzugt indirekt aus der Beeinflussung insbesondere der Phasenverteilung ergeben.
Sollte die Strahlformung beziehungsweise strahlformende Einheit vor der Deflektor-Einheit angeordnet sein, so ist es vorteilhaft, wenn die Eingangswinkelverteilung, die die strahlformende Einheit der Deflektor-Einheit zur Verfügung stellt, möglichst klein ist, sodass eine winkelabhängige Beugungseffizienz des Deflektors vernachlässigbar ist, beziehungsweise kompensierbar ist. Zudem sollte auch die Eintrittsapertur der Deflektor-Einheit, die beispielsweise 2mm bis 20mm betragen kann, keine Limitierung der Strahlform darstellen.
Beispielsweise kann vor der Deflektor-Einheit ein nicht-beugender Strahl, beispielsweise ein Bessel-Gauss-Strahl erzeugt werden, dessen Intensitätsverteilung im Fernfeld beispielsweise eine ringförmige Intensitätsverteilung ist, die durch die Deflektor-Einheit geführt wird. Um die nachgelagerten Transformationsebenen herum entstehen dann die nichtbeugenden Strahlen und können mit der Deflektor-Einheit schnell umpositioniert werden.
Aus diesem Grund sind strahlformende Einheiten vor der Deflektor-Einheit insbesondere dazu geeignet das Strahlprofil zu beeinflussen. Beispielsweise kann aus einem Gauß'schen Laserstrahl ein Flat-Top Strahlprofil präpariert werden, wobei die Ablenkung des modifizierten Strahls dann in der Deflektor-Einheit stattfindet. Ergänzend kann die Deflektor-Einheit oder auch eine nachgeschaltete Strahlformung zur Aufspaltung in Teillaserstrahlen und/oder Formung eingesetzt werden. Jeder Teillaserstrahl kann so zum Beispiel anschließend eine Flat-Top Strahlprofil aufweisen.
Strahlformen mit hohen Genauigkeitsanforderungen, beispielsweise an die Ausbreitungsrichtung oder das Strahlprofil können von einer zusätzlichen Formung beziehungsweise Filterung der korrespondierenden Transformationsebene profitieren. Beispielsweise können durch ein entsprechendes Filterelement in der korrespondierenden Transformationsebene bestimmte Raumfrequenzen abgeschwächt werden, sodass beispielsweise der Kontrast in der Bearbeitungsebene steigt. Beispielsweise kann so auch die Winkelabhängigkeit der Ablenkung kompensiert werden.
Das strahlformende Element kann beispielsweise als ein diffraktives optisches Element (DOE), eine Freiformoberfläche oder ein Axicon oder ein Microaxicon ausgebildet sein, oder eine Kombination mehrerer dieser Komponenten oder Funktionalitäten beinhalten.
Ein diffraktives optisches Element ist dazu eingerichtet, den einfallenden Laserstrahl in zwei Raumdimensionen in einer oder mehreren Eigenschaften zu beeinflussen. Ein diffraktives optisches Element ein fixes Bauteil, welches zur Herstellung genau einer Strahlform aus dem einfallenden Laserstrahl verwendet werden kann. Typischerweise ist ein diffraktives optisches Element ein speziell ausgeformtes Beugungsgitter, wobei durch die Beugung der Laserstrahl die gewünschten Strahlform annimmt.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist eine Strahlteilungseinheit vorgesehen, bevorzugt eine diffraktive Strahlteilungseinheit, die in einer korrespondierenden Deflektor-Ebene oder in einer
Transformationsebene oder in einer korrespondierenden Transformationsebene angeordnet ist und die dazu eingerichtet ist, den Winkelversatz der akustooptischen Deflektor-Einheit anzupassen.
Da der akustooptische Deflektor in seiner Beugungseffizienz begrenzt ist, kann der Laserstrahl nur über einen gewissen Winkelbereich besonders effektiv abgelenkt werden.
Bevorzugt kann eine Strahlablenkeinheit, bevorzugt ein Galvano-Scanner, in einer korrespondierenden akustooptischen Deflektor-Ebene oder in einer Transformationsebene oder in einer korrespondierenden Transformationsebene angeordnet sein und dazu eingerichtet sein, den Laserstrahl abzulenken.
Eine Strahlablenkeinheit kann hierbei dazu eingerichtet sein, den Laserstrahl von seiner Strahlrichtung abzulenken. Insbesondere ist eine Strahlablenkung durch einen Parallelversatz oder einen Winkelversatz des transmittierten Laserstrahls zum ursprünglichen Laserstrahl gegeben. Dadurch ist es möglich den Laserstrahl umzupositionieren.
Ein Galvano-Scanner ist hierbei ein Bauteil, wobei mit einem drehbaren Spiegel der Laserstrahl mit hoher Genauigkeit und Wiederholbarkeit positioniert werden kann. Insbesondere lenkt ein eindimensionaler Galvano-Scanner den Laserstrahl in nur eine Richtung ab, während ein zweidimensionaler Galvano-Scanner den Laserstrahl in zwei verschiedene Richtungen ablenkt, die vorzugsweise orthogonal zueinander sind.
In einerweiteren bevorzugten Ausgestaltung ist ein Scanner, bevorzugt ein Piezoscanner, dazu eingerichtet, das strahlformende Element und/oder die Strahlteilungseinheit und/oder die Strahlablenkeinheit senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung zu bewegen, wobei die Strahlablenkung der akustooptischen Deflektor-Einheit und die Bewegung des Scanners synchron aufeinander angepasst sind.
Insbesondere kann dies vorteilhaft sein, wenn eine kontinuierliche, scannende Bewegung des Laserstrahls in der Bearbeitungsebene erfolgen soll. Über die Ablenkung mit der akustooptischen Deflektor-Einheit lassen sich so die Auftrefforte des Laserstrahls in der Bearbeitungsebene manipulieren, während mit dem Nachführen des strahlformenden Elements die Strahlform des eingebrachten Laserstrahls in die Bearbeitungsebene immer gleich ist.
Ein Piezo-Shifter ist hierbei ein elektronisches Bauteil, welches durch Anlegen einer Gleichspannung seine Dicke ändert. Somit ist es möglich durch Anlegen einer Spannung ein auf diesem hierzu befestigten Filterelement zu verschieben.
Ein Strahlbereinigungselement, bevorzugt eine Blende, kann in einer korrespondierenden Bearbeitungsebene angeordnet sein.
Eine Blende beziehungsweise eine Maske sind Bauteile, die bestimmte Strahlanteile blocken und somit die Amplitudenverteilung des Laserstrahls beeinflussen. Beispielsweise kann eine Blende insbesondere eine Irisblende vom Strahlzentrum entfernte Strahlanteile blocken, während eine Maske komplexer geformt sein kann, um spezifischere Strahlanteile herausfiltern zu können.
Ein gerastertes Strahlformungselement kann in einer korrespondierenden Bearbeitungsebene angeordnet sein, wobei bevorzugt jedes Rasterelement ein einzelnes strahlformendes Teilelement ist.
Ein gerastertes strahlformendes Element weist insbesondere eine räumliche Einteilung auf, beispielsweise eine zweidimensionale Einteilung auf. Jedes Element dieser räumlichen Aufteilung wird hierbei auch Rasterelement genannt.
Das gerasterte strahlformende Element kann beispielsweise ein Verlaufsfilter sein und einen Schachbrett-förmigen Verlauf aufweisen oder ein räumlicher Lichtmodulator sein.
Ein räumlicher Lichtmodulator kann beispielsweise ein Nanogitter oder ein Hybridelement sein, welche durch deren inhärente Struktur oder Ausgestaltung dem Laserstrahl eine definierte Phasenverteilung aufprägen können. Beispielsweise kann ein Lichtmodulator aber auch ein räumlicher Lichtmodulator sein, dessen Zellen beziehungsweise Pixel den Laserstrahl durch einstellbare doppelbrechende Eigenschaften beeinflussen.
Gerasterte strahlformende Elemente sind besonders vorteilhaft, wenn sich durch die Wahl des Rasterelements, durch welches der Laserstrahl transmittiert werden soll, die Strahleigenschaften des Laserstrahls ändern. Beispielsweise kann ein Rasterelement einem Gauß'schen Strahlprofil entsprechen, während ein anderes Rasterelement einem Flat-Top Strahlprofil entspricht. Insbesondere ist durch ein gerastertes strahlformendes Element somit gewissermaßen ein Werkzeugwechsel bei Laserbearbeitungsprozessen möglich.
Mittels Rasterelementen ist es auch möglich, einen größeren Scanbereich bei hoher räumlicher Auflösung auf dem Werkstück abzudecken. Hierzu wird der begrenzte Ablenkbereich des Deflektors (beispielsweise 15mrad) mittels einer langbrennweitigen Transformationsoptikanordnung genutzt. Die Kombination mit einer kurzbrennweitigen Bearbeitungsoptik führt somit zu einer
verkleinerten Wirkung des Rasterelements beziehungsweise der durch das Rasterelement erzeugten Strahlform auf das Werkstück.
Somit kann ein großer Bereich auf dem Rasterelement adressiert werden, und die lokale Struktur stark verkleinert bzw. mit hohen Winkelanteilen auf dem Werkstück umgesetzt werden.
Insbesondere kann hierdurch aus einem beugenden Strahl, beziehungsweise Gauß'schen Strahl, ein nicht-beugender Strahl erzeugt werden. Nicht-beugende Strahlen sind Strahlen die allgemein als Besselstrahlen bekannt sind, beziehungsweise die praktische Realisierung davon. Nichtbeugende Strahlen weisen hierbei eine besonders große Fokuslagentoleranz auf, da das Strahlprofil in Ausbreitungsrichtung deutlich elongiert gegenüber der lateralen Ausdehnung in der Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung ist.
Durch den Einsatz dieser Elemente kann es vorkommen, dass die Abbildung bewusst von der mathematisch idealen Fourieroptikanordnung abweichend erzeugt wird. Befindet sich das Element, wie z.B. ein Microaxiconarray, in der bildseitigen Brennebene einer vorangehenden Optik kann der objektseitige Brennebene der folgenden Optik bewusst verschoben werden. Dadurch liegt diese nicht im segmentierten Element, sondern in dem vom segmentierten Element erzeugten Zwischenfokus. Die folgenden Optiken überführen wie zuvor auch, diesen Zwischenfokus in die Bearbeitungsebene. Die Positionsabweichung der auf das segmentierte Element folgenden Optik, kann in diesem Fall auch mehr die zuvor erwähnten 20% betragen.
Es kann ein Steuergerät zur Steuerung der Deflektor-Einheit vorgesehen sein, welches dazu eingerichtet ist, die Ablenkung des einfallenden Laserstrahlen so zu bewirken, dass jeder Puls des Laserstrahls auf ein anderes Rasterelement des gerasterten strahlformenden Elements trifft oder der Laserstrahl zu einem bestimmten Rasterelement gelenkt wird oder der Laserstrahl mehrere Rasterelemente überstreicht oder eine Mehrzahl von Teillaserstrahlen gezielt zu mehreren Rasterelementen geführt werden.
Hierzu kann die Steuervorrichtung der Deflektor-Einheit Steuersignale für zur Verfügung zu stellen. Insbesondere kann durch die Periode beziehungsweise die Frequenz des Steuersignals der Steuervorrichtung die Gitterkonstante des optischen Gitters des akustooptischen Deflektors festgelegt werden, so dass über die Gitterkonstante des optischen Gitters der Beugungswinkel des Laserstrahls bestimmt ist. Das Steuersignal kann durch die Steuervorrichtung verändert werden, so dass die Art und Weise, sowie das Maß der Strahlbeeinflussung durch die Steuervorrichtung gesteuert werden kann.
Über die Amplitude kann die Stärke der Ausbildung des Beugungsgitters in dem optischen Material des akustooptischen Deflektors justiert werden.
Insbesondere kann damit eine schnelle Strahlablenkung realisiert werden, wobei der Laserstrahl mit einer Rate von bis zu 1 MHz oder 10MHz oder 100MHz in dem Arbeitsfeld der Deflektor-Einheit frei positioniert werden kann. Typischerweise basiert eine entsprechende Steuervorrichtung daher auf einem FPGA (Field Programmable Gate Array) mit schnell angebundenen Speichern, wobei für einen spezifischen Bearbeitungsvorgang oder Prozess, Bearbeitungsparameter wie beispielsweise Strahlgeometrie, Strahlprofil und Strahlablenkung hinterlegt werden können.
Das Steuersignal kann insbesondere aus mehreren periodischen, elektronischen Signalen unterschiedlicher Frequenz zusammengesetzt sein. Durch die unterschiedlichen Frequenzkomponenten des Signals weist auch das dadurch von der akustooptischen Deflektor- Einheit erzeugte optische Gitter unterschiedliche oder überlagerte Gitterkonstanten auf. Die unterschiedlichen Gitterkonstanten führen dementsprechend zu einer Vielzahl von möglichen Beugungsordnungen.
Insbesondere wird der einfallende Laserstrahl dadurch in mehrere Teillaserstrahlen aufgespaltet, wobei der Winkelversatz der Teillaserstrahlen letztendlich durch die Frequenzkomponenten des Steuersignals gegeben sind. Somit kann demnach mit der Deflektor-Einheit eine Multispot- Geometrie erzeugt werden.
Das Steuersignal für die Deflektor-Einheit kann zudem auch ein Arbiträrsignal sein, wobei ein Arbiträrsignal aus einer Vielzahl von Signalen zusammengesetzt sein kann und/oder die Frequenz mit der Zeit variiert wird. Hierdurch werden komplexe Beugungsgitter erzeugt, die insbesondere auch das Strahlprofil des Laserstrahls oder der Teillaserstrahlen beeinflussen können.
Da das Beugungsbild beispielsweise der Fourier-Transformierten der Gitterfunktion entspricht, lassen sich über entsprechend gewählte Beugungsgitter Bildfehler, die durch den vorherigen oder den weiteren Durchgang des Laserstrahls durch optische Komponenten entstehen oder zu erwarten sind, wie beispielsweise Astigmatismus und Aberrationen, weitgehend ausgleichen oder kompensieren.
Durch Arbiträrsignale ist es weiterhin möglich, die Strahlablenkung kontinuierlich oder sprunghaft zu beeinflussen, so dass ein kontinuierliches Verfahren des abgelenkten Laserstrahls oder eine sprunghafte aber genaue Positionierung des Laserstrahls ermöglicht wird. Beispielsweise kann ein
Arbiträrsignal mit steigender Frequenz, also kürzer-werdender Wellenlänge der akustischen Welle in der Deflektor-Einheit, eine vergrößerte Ablenkung des Laserstrahls bewirken. Beispielsweise kann ein sprunghafter Wechsel der Anregungsfrequenz zu einem Sprung, beziehungsweise einer Neupositionierung des Laserstrahls führen.
Durch die Verwendung von Arbiträrsignalen als Steuersignale lassen sich dem Laserstrahl somit eine Vielzahl von verschiedenen Strahlprofilen und Variationen hiervon aufprägen. Beispielsweise kann somit auch eine Multispot-Geometrie erzeugt werden, wobei die Teillaserstrahlen der Multispot-Geometrie auf spezifische Maskenpositionen gerichtet sind. Insbesondere ist es möglich für jeden Puls des Ultrakurzpulslasers ein spezifisches Rasterelement festzulegen, welches den jeweiligen Puls beeinflussen soll.
In einer weiteren Ausführungsform ist eine Bearbeitungsoptik nachgelagert zu der Transformationsoptikanordnung vorgesehen, die dazu eingerichtet ist, den Laserstrahl durch das strahlformende Element und/oder die Strahlteilungseinheit und/oder die Strahlablenkeinheit in die bildseitige Brennebene der Bearbeitungsoptik zuführen, wobei die Bearbeitungsoptik bevorzugt zusammen mit dem abschließenden Element der Transformationsoptikanordnung eine verkleinernde Wirkung aufweist, besonders bevorzugt mit großer numerischer Apertur und kurzer Brennweite ausgestaltet ist und/oder als transmissive oder als reflektive Optik ausgebildet ist.
Die numerische Apertur NA beschreibt das Vermögen eines optischen Elements Licht zu fokussieren. Die numerische Apertur ergibt sich hierbei aus dem Öffnungswinkel des Objektivs und dem Brechungsindex des Materials zwischen dem Objektiv und dem Fokuspunkt. Eine maximale numerische Apertur ist erreicht, wenn der Öffnungswinkel 90° zwischen dem Randstrahl und der optischen Achse beträgt. Die maximale Auflösung beziehungsweise die minimale Strukturgröße, die durch das Objektiv abgebildet werden kann, ist dann direkt proportional zur Wellenlänge des Laserlichts geteilt durch die numerische Apertur.
Ein Hoch-NA-Objektiv ist dementsprechend ein Objektiv, welches eine große numerische Apertur aufweist, also einen großen Öffnungswinkel aufweist. Dadurch lassen sich mit einem Hoch-NA- Objektiv Mikrostrukturen hochauflösend in das Material einbringen. Beispielsweise kann die numerische Apertur größer als 0,1 sein, insbesondere größer als 0,2 sein.
Es kann aber auch sein, dass das Objektiv kein Hoch-NA-Objektiv ist. Insbesondere können sowohl langbrennweitige als auch kurzbrennweitige Optiken verwendet werden.
Als transmissive Optik wird ein optisches System bezeichnet, wobei das Licht beim Durchgang durch ein optisches Medium beeinflusst wird. Beispielsweise ist eine Linse eine transmissive Optik. Die Optik kann jedoch auch als reflektive Optik ausgebildet sein. Reflektive Optiken beeinflussen die Strahlausbreitung, ohne dass das Licht durch ein optisches Medium propagieren muss. Die Beeinflussung wird insbesondere durch ein Spiegelsystem realisiert. Beispielsweise ist ein Teleskop-Spiegel eine reflektive Optik. Insbesondere ist auch ein Schwarzschild-Objektiv eine reflektive Optik.
Die Bearbeitungsoptik bildet eine abschließende Winkel-zu-Orts-Transformation, womit die Bearbeitungsebene einer Transformationsebene entspricht. Dadurch werden alle strahlformenden, strahlteilende oder strahlablenkende Elemente entsprechend ihrer gewünschten Wirkung in die Bearbeitungsebene überführt.
Bevorzugt ist eine Vorschubvorrichtung vorgesehen, die dazu eingerichtet ist, ein zu bearbeitendes Material aufzunehmen, in der bildseitigen Brennebene der Bearbeitungsoptik anzuordnen und das Material relativ zum Laserstrahl zu bewegen, wodurch der Laserstrahl über das Material geführt wird.
Die Vorschubvorrichtung kann beispielsweise eine Befestigungsvorrichtung aufweisen, auf der das Material fixiert werden kann. Eine Fixierung kann beispielsweise durch Kleben oder Verklemmen bewerkstelligt werden. Eine Fixierung kann aber auch über einen Unterdrück mittels einer an Saugvorrichtung funktionieren. Insbesondere kann die Vorschubvorrichtung in mindestens zwei Raumachsen beweglich sein. Typisch beinhaltet die Vorschubvorrichtung eine weitere Translationsachse, insbesondere bei gekrümmten oder verkippten Werkstückoberflächen werden weitere Rotations- oder Kippelemente zur Positionierung des Laserstrahls relativ zum Werkstück eingesetzt. Beispielweise kann daher die Vorschubvorrichtung auch ein XY-Tisch oder ein XYZ- Tisch sein.
Eine Vorschubvorrichtung kann des Weiteren automatisiert, beziehungsweise motorisiert mit einem Vorschub bewegt oder verschoben werden. Der Vorschub ist hierbei eine Bewegung mit einer Vorschubgeschwindigkeit, wobei der Vorschub entlang einer Vorschubtrajektorie stattfindet.
Indem die Vorschubvorrichtung das Material relativ zum Laserstrahl bewegt, wird der Laserstrahl entlang der Vorschubtrajektorie über das Material geführt, wodurch es möglich ist, das Material an den Orten der Vorschubtrajektorie zu bearbeiten und ggf. auch den Anstellwinkel der Laserstrahlung zum Werkstück zu kontrollieren.
Indem das Material in der bildseitigen Brennebene der Bearbeitungsoptik angeordnet wird, ist es möglich, den durch das strahlformende Element geführte Laserstrahl auf das oder in das Material zu führen. Dadurch wird die Laserenergie gemäß der aufgeprägten Strahlform in das Material eingebracht, wodurch sich beispielsweise das Material erhitzt oder direkt in einen Plasma-Zustand übergeht. Dies kann zu einer Modifikation des Materials führen und beispielsweise bei einem Glas zu einer Modifikation der Glasnetzstruktur. Bei genügend hohem Lichteintrag kann eine solche Energiedeposition aber auch zu einer Ablation führen und somit bei einem Bohrprozess, beispielsweise bei einem Perkussionsbohrprozess, verwendet werden.
Dabei kann die Vorschubvorrichtung zum Austausch von Steuersignalen mit einer Steuervorrichtung verbunden sein und die Steuervorrichtung dazu eingerichtet sein, die Position der Vorschubvorrichtung relativ zur Ansteuerung der akustooptischen Deflektor-Einheit anzupassen.
Die Steuervorrichtung ist dabei die Steuervorrichtung, die auch die akustooptische Deflektor-Einheit ansteuert beziehungsweise ist sie mit dieser zumindest datentechnisch verbunden.
Dadurch kann die Position des Laserstrahls gemäß der Ansteuerung der akustooptischen Deflektor- Einheit angepasst werden. Beispielsweise kann während einer langsamen Translation durch die Vorschubvorrichtung in einem ersten Bereich eine erste Strahlform eingebracht werden, während nach einer gewissen Zeitdauer der erste Bereich in den zweiten Bereich übergeht und dort eine zweite Strahlform eingebracht werden soll. Über die Kopplung der Vorschubvorrichtung und der akustooptischen Deflektor-Einheit an die Steuervorrichtung ist eine systemweite Koordinierung der Materialbearbeitung möglich.
Die Steuervorrichtung kann durch die Anbindung der Vorschubvorrichtung und der akustooptischen Deflektor-Einheit den Strahlversatz durch ein zwischen zwei Pulsen in der Brennebene der Bearbeitungsoptik mit der Vorschubvorrichtung beziehungsweise der akustooptischen Deflektor- Einheit kompensieren beziehungsweise vergleichmäßigen.
Beispielsweise kann sich durch eine variierende Vorschubgeschwindigkeit entlang der Vorschubtrajektorie der räumliche Abstand der Einbringung aufeinanderfolgender Laserpulse, die mit fixem Zeitabstand abgegeben werden, ändern. Eine solche variierende Vorschubgeschwindigkeit tritt bei trägheitbeaufschlagten Vorschub- oder Ablenkeinheiten insbesondere bei Richtungsänderungen, beispielsweise in Kurven oder Ecken der Vorschubtrajektorie auf. In diesen Bereichen kann es daher sinnvoll sein, die Geschwindigkeitsänderungen der Vorschubvorrichtung mit einer entsprechenden Ansteuerung der akustooptischen Deflektor-Einheit zu kompensieren.
In einer weiteren Ausgestaltung weist die Vorschubvorrichtung mindestens einen Achsencoder auf, wobei die Steuervorrichtung dazu eingerichtet ist, die Achsencoder-Position auszulesen, der Laser dazu eingerichtet ist, an die Steuervorrichtung die Grundfrequenz für den steuernden Takt zur Ablenkung des Laserstrahls durch die akustooptische Deflektor-Einheit und zum Auslesen der Achsencoder-Position anzugeben, wobei die Steuervorrichtung dazu eingerichtet ist, aus der derzeitigen Achsencoder-Position in Echtzeit ein Positionsfehler für den nachfolgenden Puls errechnet wird, wobei die Steuervorrichtung den Positionsfehler durch die Anpassung des Steuersignals der akustooptischen Deflektor-Einheit korrigiert.
Wird die Vorschubvorrichtung bewegt, so kann die momentane Ortsposition in der Steuervorrichtung über die ausgelesenen Achsencoder-Positionen verarbeitet werden. Indem die Grundfrequenz des Lasers den Takt und somit eine gemeinsame Zeitbasis zur Verfügung stellt, kann über die Steuervorrichtung der Vorschub, die Pulsabgabe und die Strahlablenkung koordiniert werden, beziehungsweise synchronisiert werden.
Durch ein Rückführen der Achsenencoder-Positionen von der Vorschubvorrichtung zur Steuervorrichtung kann in Echtzeit ein Positionsfehler für den nachfolgenden kommenden Puls errechnet werden. Mit der akustooptischen Deflektor-Einheit kann dann dieser Fehler kompensiert werden, sofern der Fehler innerhalb des der akustooptischen Deflektor-Einheit zugänglichen Bearbeitungsbereiches liegt. Dabei wird weder ein komplexes Modell noch große Speichermengen benötigt.
Insbesondere kann somit der Verringerung der Repetitionsfrequenz der Pulse bei einem langsamen Vorschub entgegengewirkt werden. Somit wirkt sich die Beibehaltung der Repetitionsfrequenz des Lasers positiv auf dessen Energiestabilität aus.
Hervorzuheben ist, dass insbesondere die Kombination aus Strahlformung und Strahlbeeinflussung mittels akustooptischer Deflektor-Einheit von besonderem Vorteil ist, da durch die Strahlbeeinflussung die Wirkung des einzelnen Pulses verbessert werden kann. Somit können auch die Vorteile der exakten Strahlpositionierung ohne Reduktion der Repetitionsfrequenz ausgeschöpft werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
Bevorzugte weitere Ausführungsformen der Erfindung werden durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
Figur 1 einen schematischen Aufbau der Vorrichtung zur Strahlbeeinflussung eines
Laserstrahls;
Figur 2 A, B eine schematische Darstellung der Strahlbeeinflussung durch einen akustooptischen Deflektor und eine akustooptische Deflektor-Einheit;
Figur 3 A, B eine schematische Darstellung der Fourieroptikanordnung;
Figur 4 A, B eine Möglichkeit zur Realisierung einer Filterung, sowie ein Filterelement;
Figur 5 A, B, C, D eine schematische Darstellung der Fourieroptikanordnung mit strahlformendem
Element, sowie verschiedene Strahlquerschnitt;
Figur 6 A, B, C, D verschiedene gerasterte strahlformende Elemente;
Figur 7 A, B, C, D die schematische Funktionsweise einer akustooptischen Deflektor-Einheit in
Verbindung mit einem strahlformenden Element;
Figur 8 eine schematische Darstellung der Bearbeitungsoptik;
Figur 9 eine schematische Darstellung des Strahlbeeinflussungssystems mit
Vorschubvorrichtung und rückgekoppelten Achsencoder; und
Figur 10 A, B eine schematische Darstellung der Bearbeitung eines Materials entlang einer Vorschubtrajektorie mit und ohne Kompensation der Vorschubgeschwindigkeit durch die Deflektor-Einheit.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführunqsbeispiele
Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben. Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen Figuren mit identischen Bezugszeichen versehen, und auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente wird teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
In Figur 1 ist schematisch eine Vorrichtung 1 zur Strahlbeeinflussung eines Laserstrahls 20 gezeigt. Ein schematisch dargestellter Ultrakurzpulslaser 2 ist hierbei dazu vorgesehen, einen Laserstrahl 20 zu erzeugen.
Der Laserstrahl 20 wird durch eine Deflektor-Einheit 3 geleitet, in welcher der Laserstrahl 20 abgelenkt wird. Hierzu ist die Deflektor-Einheit 3 mit einer Steuervorrichtung 5 verbunden, wobei die Steuervorrichtung 5 elektronische Steuersignale an die Deflektor-Einheit 3 senden kann.
Angesteuert durch die elektronischen Steuersignale wird der Laserstrahl 20 in vorteilhafter Art und Weise abgelenkt. Beispielsweise kann die Deflektor-Einheit 3 akustooptische Deflektoren umfassen. Bei akustooptischen Deflektoren werden durch die elektronischen Steuersignale in dem optischen Material der Deflektor-Einheit 3 akustische Wellen erzeugt, die zu einer Modulation des Brechungsindex des optischen Materials führen. Durch die Modulation des Brechungsindex entstehen optische Gitter, an denen ein durchlaufender Laserstrahl 20 gebeugt werden kann. Das entstehende Beugungsmuster ist hierbei spezifisch für die jeweilige Ausgestaltung der akustischen Welle. Somit ist es möglich, über die akustischen Wellen das Beugungsmuster zu beeinflussen.
Der durch die Deflektor-Einheit 3 abgelenkte Laserstrahl 20 wird anschließend durch eine Transformationsoptikanordnung 4, in der eine Filterung, Formung, Strahlmanipulation und weitere Strahlbearbeitung stattfinden kann und eine Bearbeitungsoptik 9 in eine Brennebene 90 geführt, wobei der Laserstrahl 20 in der Brennebene 90 entsprechend der Auslenkung durch die Deflektor- Einheit 3 beeinflusst und insbesondere hinsichtlich des Winkels abgelenkt beziehungsweise umpositioniert ist.
In Figur 2A ist exemplarisch ein akustooptischer Deflektor 30 der Deflektor-Einheit 3 gezeigt. Der Laserstrahl 20 wird hierbei in den Eingang des akustooptischen Deflektors 30 eingekoppelt. Eine Einkopplung bezeichnet in diesem Fall eine einfache Transmission durch eine Eintrittsöffnung 300 des akustooptischen Deflektors 30.
Durch den akustooptischen Deflektor 30 wird der Laserstrahl 20 teilweise ohne Ablenkung durch die Brechungsindexmodulation transmittiert. Der unabgelenkte Strahlteil wird die nullte Beugungsordnung 302 des akustooptischen Deflektors 30 genannt. Daneben existiert auch mindestens noch die erste Beugungsordnung 304 des akustooptischen Deflektors 30. Die erste Beugungsordnung 304 schließt mit der nullten Beugungsordnung 302 den Winkel a ein. Der Winkel a ist hierbei durch die elektronischen Steuersignale der Steuervorrichtung 5 und damit über die in dem akustooptischen Deflektor 30 erzeugte akustische Wellenstruktur steuerbar. Beispielsweise kann der Winkel a verkleinert oder vergrößert werden. Dies ist in der Figur durch die gestrichelten Pfeile hinter dem akustooptischen Deflektor 30 dargestellt, wobei die mit der gepunkteten Linie umrandete Box den maximal erreichbaren Ablenkbereich durch den akustooptischen Deflektor 30 zeigt. Dabei ist der akustoopische Deflektor 30 unter Berücksichtigung der Parameter des
Laserstrahls 20 derart ausgeführt und relativ zum Laserstrahl 20 ausgerichtet, dass für den angestrebten Winkelbereich a der ersten Beugungsordnung 304 eine für die Anwendung optimale Kombination aus maximaler Beugungseffizienz und minimaler Strahldeformation erfolgt.
Der akustooptische Deflektor 30 kann des Weiteren einen Phased-Array-Transducer umfassen, wodurch über einen breiten Ablenkbereich hinweg eine Beugungseffizienz von über 5% bis zu über 90 % erreicht und gleichzeitig eine vernachlässigende Strahldeformation erzielt werden kann. Der Ablenkbereich kann hierbei bezogen auf den Öffnungswinkel des Laserstrahls 20 um den 15- fachen Winkel betragen und entsprechend nach einer Winkel-Ort Transformation einen Bereich von etwa 15 Fokusdurchmessern des abgelenkten Laserstrahls 20 aufweisen.
Der akustooptische Deflektor 30 bewirkt eine Strahlablenkung entlang der y-Achse. Um eine Strahlablenkung in x-Richtung zu bewirken kann der akustooptische Deflektor 30 beispielsweise um 90° gedreht werden.
In Figur 2B ist eine Kombination von zwei akustooptischen Deflektoren 30, 32 zu einer Deflektor- Einheit 3 gezeigt. Der erste akustooptische Deflektor 30 erzeugt hierbei wie in Figur 2A eine Strahlablenkung in y-Richtung. Die erste Beugungsordnung 304 des ersten akustooptischen Deflektors 30 trifft dann auf die Eintrittsöffnung 320 des zweiten akustooptischen Deflektors 32. Die Schallausbreitungsrichtung des zweiten akustooptischen Deflektors 32 ist in diesem Beispiel um nahezu 90° gegenüber der des ersten akustooptischen Deflektors 30 derart gedreht, dass die Auslenkung durch den zweiten akustooptischen Deflektor 32 in y-Richtung erfolgt. Weiterhin ist die Schallausbreitungsrichtung des zweiten akustooptischen Deflektors 32 zu den durch den akustooptischen Deflektor 30 abgelenkten Strahlen erster Beugungsordnung 304 so ausgerichtet, dass eine hohe Beugungseffizienz und geringe Strahldeformation der ersten Beugungsordnung 324 um den Winkel ß erzielbar sind. Dabei bezieht sich der Winkel ß auf den Winkel zu der nullten Beugungsordnung 322 des zweiten Deflektors 32, der durch die nicht gebeugten Strahlanteile aus der ersten Beugungsordnung 304 des ersten Deflektors 30 gebildet wird. Dementsprechend hat die erste Beugungsordnung 324 des zweiten akustooptischen Deflektors 32 einen gesamten Winkelversatz a zum einfallenden Laserstrahl in y-Richtung sowie einen Winkelversatz ß zum einfallenden Laserstrahl 20 in x-Richtung. Über die beiden akustooptischen Deflektoren 30, 32 werden somit unabhängig voneinander die Auslenkungen des Laserstrahls senkrecht zur ursprünglichen Strahlausbreitungsrichtung beeinflusst.
Alternativ zu einer Drehung der Schallfeldrichtung der akustooptischen Deflektoren 30 und 32 kann zwischen den akustooptischen Deflektoren auch eine Bildrotation um 90° erfolgen. So kann
beispielsweise auch die Auslenkung durch den ersten akustooptischen Deflektor in x-Richtung mit dem Winkel a erfolgen und mittels Bildrotation die y-Richtung transformiert werden, bevor diese erste Beugungsordnung 304 des ersten akustooptischen Deflektors 30 in den zweiten akustooptischen Deflektor 32 gekoppelt werden, um eine erste Beugungsordnung 324 mit dem Winkel a in x-Richtung bereitzustellen.
Häufig weisen akustooptische Deflektoren eine von der Eingangspolarisation abhängige Beugungseffizienz auf. In diesem Fall ist es vorteilhaft die Eingangspolarisation der eingekoppelten Strahlen 20 beziehungsweise 304 jeweils an die Schallfeldrichtung der akustooptischen Deflektoren 30 und 32 anzupassen.
Bei einer Ausführung entsprechend Fig. 2B bietet sich also eine Rotation der Polarisation zwischen den beiden akustooptischen Deflektoren 30 und 32 an, beispielsweise mittels eines Polarisationsrotators oder eines in 45° zur Polarisation ausgerichteten Halbwellen-Verzögerungs- Elementes an. Bei einer Ausführung mit Bildrotation erfolgt die Bildrotation bevorzug ohne eine Polarisationrotation.
Insbesondere können durch die akustooptischen Deflektoren 30 und 32 in den Figuren 2A, 2B auch eine Vielzahl von Teillaserstrahlen 200 erzeugt werden, die insbesondere durch die gestrichelten Pfeile dargestellt werden können. Dementsprechend ist es mit dem ersten akustooptischen Deflektor 30 möglich, beispielsweise drei Teillaserstrahlen zu erzeugen, während diese drei Teillaserstrahlen anschließend über den zweiten akustooptischen Deflektor 32 erneut in je drei Teillaserstrahlen aufgespaltet werden, so dass sich insgesamt neun Teillaserstrahlen ergeben (vergleiche Figur 4B).
In Figur 3A ist schematisch eine Transformationsoptikanordnung 4 gezeigt, welche eine erste Komponente 40 und eine zweite Komponente 42 umfasst. Die erste Komponente 40 weist hierbei eine erste Brennweite 400 auf, während die zweite Komponente 42 eine zweite Brennweite 420 aufweist. Vorzugsweise sind die beiden Brennweiten 400, 420 gleich groß. Die bildseitige Brennebene der Transformationsoptikanordnung 4 wird auch die korrespondierende Deflektor- Ebene E2 genannt.
Die vordere Deflektor-Ebene E1 steht in der objektseitigen Brennebene der ersten Komponente 40. Die bildseitige Brennebene der ersten Komponente 40 fällt mit der objektseitigen Brennebene der zweiten Komponente 42 zusammen, so dass die Transformationsoptikanordnung 4 eine Fourieroptikanordnung ist. Dementsprechend ist der Abstand der ersten Komponente 40 von der
zweiten Komponente 42 die Summe der beiden Brennweiten 400, 420. Die Ebene, in der die beiden Brennebenen zusammenfallen, ist die sogenannte Transformationsebene F1. In der Transformationsebene F1 wird das Objekt, sprich der beeinflusste Laserstrahl 20, durch die Deflektor-Einheit 3 entsprechend seinen Raumfrequenzen aufgespaltet. Dadurch kann in der Transformationsebene F1 eine Filterung und weitere Strahlformung der Strahlen stattfinden.
Mit anderen Worten ist die Transformationsoptikanordnung 4 nachgelagert zu der Deflektor-Einheit 3 angeordnet. Mittels der nachgelagerten Transformationsoptikanordnung 4 kann eine Strahlformung des durch die Deflektor-Einheit 3 abgelenkten und eventuell durch Filterung der nullten Beugungsordnung aufbereiteten Laserstrahls erreicht werden. Typischerweise kann eine Formung des transversalen Strahlprofils, wie beispielsweise ein Rechteck oder Ringfokus, durch ein strahlformendes Element 6, z.B. ein DOE, in der Ebene E2 stattfinden.
In der Figur 3A ist die Aufspaltung der Strahlen vor der Komponente 40 zur Verdeutlichung der Erfindung besonders groß dargestellt. In der experimentellen Praxis laufen die Strahlen der nullten und ersten Beugungsordnung jedoch nahezu parallel, so dass die beiden Beugungsordnungen erst durch die Aufspaltung in die Raumfrequenzen in der Transformationsebene F1 getrennt werden können.
Die Deflektor-Einheit 3 kann selbst optional ein Filterelement 34 aufweisen. Beispielsweise kann das Filterelement 34, wie schematisch in der Figur gezeigt, hinter dem ersten Deflektor 30 angebracht sein, sodass beispielsweise die nullte Beugungsordnung zwischen dem ersten und zweiten Deflektor herausgefiltert wird. Insbesondere umfasst in der gezeigten Darstellung das Filterelement 34 auch optische Komponenten, um den Deflektor 30 in den Deflektor 32 abzubilden und so die Filterung zu ermöglichen. Beispielsweise kann eine solche Filterung durch eine Irisblende realisiert werden. Insbesondere kann auch die Eintrittsöffnung des Deflektors als Blende dienen, sofern die Aufspaltung von nu liter und erster Beugungsordnung des ersten Deflektors 30 an der Eintrittsöffnung 320 einen größeren Ortsversatz erzeugt, als durch die Eintrittsöffnung eingekoppelt werden kann, wie bereits schematisch in Figur 2B gezeigt.
Ein Filterelement 34 kann aber auch hinter dem zweiten akustooptischen Deflektor 32 angebracht sein, bevorzugt in der Transformationsebene F1. Auch hier kann das Filterelement 34 beispielsweise eine Irisblende sein und verschiedene Beugungsordnungen beziehungsweise aufgefächerte Teillaserstrahlen aus dem Strahlengang herausfiltern. Alternativ kann die Filterfunktionalität in einer im Bereich der Transformationsebene F1 angeordneten Strahlbeeinflussungskomponenten integriert werden.
In Figur 3B wird die korrespondierende Deflektor-Ebene E2 mit einer kaskadierten zweiten Transformationsoptikanordnung 4‘ und einer Bearbeitungsoptik 9 in die bildseitige Brennebene 90 überführt.
Die Bearbeitungsoptik 9 kann beispielsweise ein Teleskop sein oder mit der abschließenden Komponente der Transformationsoptikanordnung ein Teleskop bilden und somit insbesondere mehrere Linsen oder Spiegel umfassen. Beispielsweise kann das Teleskop eine verkleinernde Wirkung aufweisen, sodass die in der Deflektor-Ebene angezeigte Strahlform in der Bearbeitungsebene verkleinert eingebracht wird. Hierfür kann insbesondere ein Objektiv mit einer großen numerischen Apertur verwendet werden, wobei die große numerische Apertur für einen großen Öffnungswinkel des Objektivs steht. Dieser Öffnungswinkel in der Figur 3B durch den stumpf zulaufenden Winkel hinter der Bearbeitungsoptik 9 schematisch dargestellt.
In Figur 4A ist eine weitere Möglichkeit zur Realisierung einer Filterung gezeigt. Hierbei weist die Deflektor-Einheit 3 selbst eine weitere Transformationsoptikanordnung 4‘ auf. Insbesondere kann die Transformationsoptikanordnung 4‘ auch eine Fourieroptikanordnung sein. Die Transformationsoptikanordnung 4‘ kann hierbei zusätzlich zur der in Figur 3 gezeigten Transformationsoptikanordnung 4 angebracht werden, wobei die weitere Transformationsoptikanordnung 4‘ hinter dem zweiten Deflektor 32 angeordnet ist und insbesondere in Strahlrichtung vor der vorderen Deflektor-Ebene 1. Die Transformationsoptikanordnung 4‘ der Deflektor-Einheit 3 kann die Strahlaufspaltung durch die kombinierten Deflektoren 30, 32 in ihrer Raumfrequenzanteile zerlegen und diese in der Transformationsebene FT führen.
In der Transformationsebene FT können die Raumfrequenzanteile des Laserstrahls mit einem Filterelement 34 gefiltert und gewichtet werden. Ein solches Filterelement 34 kann beispielsweise bestimmte Raumfrequenzanteile herausfiltern, oder abschwächen, sodass beispielsweise eine Schärfung oder eine Kontrasterhöhung des Bildes in der Bearbeitungsebene erzielt wird.
Durch die Abbildung der zweiten Komponente 42‘ der gefilterten Transformationsebene FT werden die Raufrequenzen wieder zu einem Bild zusammengesetzt, welches der gefilterten Variante des Bildes am Ausgang des zweiten akustooptischen Deflektors 32 entspricht. Dieses Bild wird dann in der vorderen Deflektor-Ebene E1 zur Verfügung gestellt.
In Figur 4B ist ein entsprechendes Filterelement 34 gezeigt. Beispielsweise kann die Gesamtheit an Teillaserstrahlen 200, in die der Laserstrahl 20 durch die Deflektoren 30, 32 aufgespaltet wird,
zueinander einen regelmäßigen Ortsversatz aufweisen, der in der Transformationsebene hochfrequente und niederfrequenten Raumfrequenzanteile bereitstellt. Hierbei sind die niederfrequenten Raumanteile etwa im Ursprung des Koordinatensystems angeordnet, während die hochfrequenten Frequenzanteile Signale in großer Entfernung zum Koordinatensystemursprung erzeugen.
Das Filterelement 34 kann hierbei transparente Teilbereiche 342, sowie opake Teilbereiche 340 aufweisen. Dadurch ist es möglich, bestimmte Raumfrequenzanteile aus der Transformationsebene herauszufiltern. Beispielweise kann dadurch auch die nullte Beugungsordnung herausgefiltert werden.
In Figur 5A ist eine weitere Realisierungsmöglichkeit der Vorrichtung mit einer Fourieroptikanordnung 4 gezeigt. Hinter der vorderen Deflektor-Ebene E1 kann sich die nachgelagerte Transformationsoptikanordnung 4 erstrecken. Hierbei wird die vordere Deflektor- Ebene E1 durch die Komponentenanordnung beispielsweise in die korrespondierende vordere Deflektor-Ebene E2 überführt. Die Transformationsebene F1 wird durch die Transformationsoptikanordnung 4 in die korrespondierende Transformationsebene F2 überführt. Die korrespondierende Deflektor-Ebene E2 wird des Weiteren durch die Transformationsoptikanordnung 4 in die korrespondierende Deflektor-Ebene E3 überführt usw.
Die Transformationsoptikanordnung 4 kann auch aus mehreren Transformationsoptikanordnungen, insbesondere Fourieroptikanordnungen, zusammengesetzt sein und so eine Nf-Optik erzeugt werden, wobei N eine natürliche gerade Zahl ist. Hierbei ist lediglich relevant, dass die letzte erzeugte Ebene mit der Brennebene der hinzugefügten Komponente zusammenfällt. Auf diese Art und Weise lassen sich beliebig viele Bildebenen und Transformationsebenen erstellen, in die jeweils beispielsweise ein Filterelement eingefügt werden kann.
In der Figur 5A ist in der korrespondierenden Deflektor-Ebene E2 ein strahlformendes Element 6 eingebracht. Ein strahlformendes Element 6 kann dabei beispielsweise ein diffraktives optisches Element sein, welches beispielsweise ein Gauß'sches Strahlprofil in Fig. 5B in ein Flat-Top Strahlprofil in Fig. 5C umwandeln kann.
Beispielsweise weist der Laserstrahl 20 vor der korrespondierenden Deflektor-Ebene E2 ein Gauß'sches Strahlprofil auf, was bedeutet, dass der Strahlquerschnitt senkrecht zur Strahlausbreitungsrichtung des Laserstrahls 20 eine Gauß'sche Glockenkurve ist, wie in Figur 5B schematisch als lateraler Strahlquerschnitt gezeigt. Beim Durchlaufen des diffraktiven optischen
Elements 6 wird dem Laserstrahls 20 ein Flat-Top Strahlprofil aufgeprägt. Ein Flat-Top Strahlprofil weist über den Strahlquerschnitt eine gleichgroße Intensität auf, und fällt am Rande des Strahls sehr schnell auf eine verschwindend geringe Intensität ab, wie in Figur 5C schematisch als lateraler Strahlquerschnitt gezeigt.
Ein Flat-Top Strahlprofil hat hierbei den Vorteil, dass eine homogene Bearbeitung eines Materials in einer Bearbeitungsebene möglich ist. Insbesondere hat ein Flat-Top Strahlprofil den Vorteil, dass auch kompliziertere Strahlformen aus dem Flat-Top Strahlprofil geformt werden können, beispielsweise durch eine weitere Filterung in einer korrespondierenden Transformationsebene oder einer korrespondierenden Deflektor-Ebene.
Anstelle eines strahlformenden Elements 6 kann in der Figur 5A in der korrespondierenden Deflektor-Ebene E2 oder einer anderen korrespondierenden Deflektor-Ebene eine Strahlteilungseinheit 7 eingebracht sein.
Des Weiteren kann in einer korrespondierenden Deflektor-Ebene, beispielsweise die Ebene E3, auch eine Strahlablenkeinheit 9 angebracht werden, vorzugsweise ein sogenannter Galvano- Scanner, der den Laserstrahl ablenkt. Durch einen Galvano-Scanner wird typischerweise ein weiterer Versatz der Strahlen erzeugt, sodass beispielsweise der vorgegebene Winkelversatz vergrößert werden kann.
In Figur 5D sind die rückwärtigen Ebenen der Deflektor-Einheit 3 gezeigt, deren Bezeichner mit einem negativen Vorzeichen versehen sind. Auch in den rückwärtigen Transformationsebene beziehungsweise Deflektor-Ebenen können strahlformende Elemente 6, 7, 9 eingebracht werden, um so eine Strahlformung zu bewirken, bevor der Laserstrahl durch die Deflektor-Einheit 3 abgelenkt wird.
In den Figuren 6A bis 6C sind verschiedene gerasterte strahlformende Elemente 6 gezeigt, wohingegen in Figur 6D der zugehörige optische Aufbau gezeigt ist. Der Laserstrahl 20, beziehungsweise ein Teillaserstrahl 200, kann in ein spezifisches Rasterelement des gerasterten strahlformenden Elements 6 geleitet werden. Beispielsweise ist in Figur 6A gezeigt, dass der Teillaserstrahl 200 nacheinander in drei verschiedene Rasterelemente geleitet wird, sodass die Teillaserstrahlen entsprechend den Rasterelementen beeinflusst werden. Insbesondere kann mit einer Multispot-Geometrie eine Strahlgeometrie erzeugt werden, bei der drei Teilstrahlen 200 gleichzeitig durch die drei verschiedenen gezeigten Rasterelemente hindurchtreten. Im Allgemeinen
sind die Rasterelemente im Gegensatz zu klassischen Strahlformungselementen in oder nahe an T ransformationsebenen angeordnet.
In Figur 6B ist ein strahlformendes Element 6 gezeigt, wobei ein Teillaserstrahl 200 oder ein Laserstrahl 20 oder eine Multispot-Geometrie auf mehrere Rasterelemente des gerasterte strahlformenden Elements 6 geleitet werden. Beispielsweise kann diese Rasterung durch die Pixelzellen eines räumlichen Lichtmodulators gegeben sein. Eine Rasterung kann aber durch eine Gruppierung von Pixelzellen und Pixelbereiche vorgenommen werden. Durch jedes Rasterelement, beziehungsweise jeden Pixel, kann die Phasen-, Intensitäts- oder Polarisationskomponente des Laserstrahls 20 beeinflusst werden. Somit ist es möglich, dass durch Ansteuerung der verschiedenen Pixelelemente das Strahlprofil des Laserstrahls 20 manipuliert wird. Beispielsweise kann durch eine solche Manipulation aus einem Gauß'schen Strahlprofil ein Laserstrahl mit Flat- Top Strahlprofil erzeugt werden.
In Figur 6C ist ein gerastertes strahlformendes Element 6 gezeigt, wobei jedes Rasterelement eine eigene Phasenmaske ist. Fällt der Laserstrahl 20 durch diese Phasenmaske, so lässt sich die Phasenfront des Laserstrahls 20 beeinflussen und somit sowohl die Ausbreitungsrichtung als auch das Strahlprofil, sowie die Phasenfront im Allgemeinen.
Insbesondere können in den gezeigten Figuren 6A bis 6C alle Rasterelemente individuell eingestellt werden, sodass jedes Rasterelement eine individuelle Strahlformung bewirkt. Beispielsweise kann ein Rasterelement aus einem Gauß'schen Strahlprofil ein Flat-Top Strahlprofil machen, während ein anderes Rasterelement eine elliptische Strahlform aufgeprägt, oder lediglich die Polarisation um einen gewissen Winkel dreht, oder den Laserstrahl 20 lediglich abschwächt, oder lediglich ablenkt, etc. Insbesondere können die Rasterelemente des strahlformenden Elements 6, wie beim räumlichen Lichtmodulator, auch gemeinsam oder einzeln ansteuerbar sein.
In Figur 6D ist der zugehörige optische Aufbau aus Figur 5A gezeigt, wobei das strahlformende Element 6 hierbei in der Ebene F2 angeordnet ist aber alternativ auch in der Ebene F1 angeordnet sein kann.
In den Figuren 7A bis 7D ist gezeigt, wie die Periodizität des elektronischen Steuersignals des Steuergeräts die Ablenkung des einfallenden Laserstrahls 20 in einen akustooptischen Deflektor 30, 32 bestimmt. Hierzu ist stellvertretend für den akustooptischen Deflektor 30, 32 die akustische Welle in dem optischen Material des akustooptischen Deflektors 30, 32 gezeigt, welche eine Periodizität aufweist, welche die Frequenz des elektronischen Steuersignals aufweist.
In Figur 7A ist eine akustische Welle in einem akustooptischen Deflektor 30, 32 gezeigt. Beispielsweise ist der akustooptische Deflektor ein sogenannter Wanderwellenmodulator. Die akustische Welle weist eine sehr kleine Periodizität auf, beziehungsweise eine hohe Raumfrequenz. Der einfallende Laserstrahl 20 wird an dem dadurch entstehenden optischen Gitter gebeugt, wobei die nullte Beugungsordnung durch eine Blendenvorrichtung (nicht gezeigt) aus dem Strahlengang entfernt wird (gekennzeichnet durch ein Kreuz). Im Strahlengang verbleibt der mit einem Beugungswinkel a von der nullten Beugungsordnung weg gebeugte Teilstrahl 200. Der Teilstrahl 200 trifft dann (nach durchlaufen einer nicht eingezeichneten optischen Komponente) auf das gerasterte strahlformende Element 6 in der Transformationsebene, wobei der Teilstrahl 200 auf ein spezifisches Rasterelement gelenkt wird.
In Figur 7B ist derselbe Aufbau wie in Figur 7A gezeigt, jedoch ist die Periodizität des optischen Gitters deutlich größer, wodurch die Raumfrequenzen kleiner ist. Der aufgeprägte Beugungswinkel a ist daher deutlich kleiner im Vergleich zu Figur 7A, wodurch der Teilstrahl 200 näher zur nullten Beugungsordnung verläuft. Dementsprechend wird der Teilstrahl 200 auf ein anderes spezifisches Rasterelement gelenkt, als in Figur 7A.
In Figur 7C ist propagiert die akustische Welle, die das optische Gitter erzeugt, von links nach rechts, während der Laserstrahl 20 auf das Gitter fällt. Im vorliegenden Fall werden die Abstände des optischen Gitters für die Auftrefforte des Laserstrahls mit zunehmender Zeit kleiner, was bedeutet das die Periodizität des optischen Gitters abnimmt, und somit die Raumfrequenzen zunehmen. Die Abstandsvariation des optischen Gitters erfolgt hierbei beispielsweise kontinuierlich, sodass der Teilstrahl über das gerasterte strahlformende Element 6 verschoben werden, wobei der Teilstrahl mehrere Rasterelemente überstreicht. Insbesondere kann jedoch durch eine Abstimmung der Laserpulse mit dem Wellenfeld, auch eine diskrete Ansteuerung der Rasterelemente erreicht werden, siehe unten. Es sei angemerkt, dass bei der Anwendung ultrakurzer Laserpulse die Beugungsstruktur für die Propagationszeit des Pulses durch den Deflektor als zeitlich konstant angesehen werden kann.
In Figur 7D ist dieselbe Vorrichtung wie in 7A bis 7C gezeigt, wobei die akustische Welle nun nicht kontinuierlich in ihrer Periodizität variiert wird, sondern von einer sehr kleinen Periodizität auf eine sehr große Periodizität springt. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass durch das Steuergerät 5 plötzlich ein Steuersignal mit einer anderen Frequenz an den akustooptischen Deflektor 30, 32 angelegt wird. Die Variation der Periodizität erfolgt für den einfallenden Laserstrahl 20 auf dem optischen Gitter plötzlich, sodass der Teilstrahl 200 von einem Rasterelement auf ein
anderes Rasterelement springt. Hierbei werden die zwischen den Start- und Zielrasterelementen liegenden Rasterelemente nicht überstrichen.
Insbesondere kann das Wechseln der Frequenz mit dem gepulsten Laser synchronisiert werden, so dass der Frequenzwechsel im akustooptischen Deflektor 30, 32 gerade dann stattfindet, wenn kein Laserpuls vom Ultrakurzpulslaser abgegeben wird.
Bei der Synchronisation der angelegten Frequenz beziehungsweise dem akustischen Feld im akustooptischen Deflektor mit dem Laser müssen jedoch die Spezifikationen der verschiedenen verwendeten Vorrichtungen, insbesondere dem Laser und der Frequenzquelle der akustooptischen Deflektor-Einheit berücksichtigt werden. Beispielsweise weist eine longitudinale akustische Welle in Quarz (also im akustooptischen Deflektor) typischerweise eine Geschwindigkeit von 5700 m/s auf. Das akustische Feld hat eine Ausdehnung von 3-5mm, so dass ein Wechsel des gesamten akustischen Feldes in weniger als 1 ps bewerkstelligt ist (so lange benötigt das akustische Feld, um sich 5mm auszubreiten). Ein Wechsel der Frequenz innerhalb des akustischen Feldes, beispielsweise zur Formung des Strahls, ist innerhalb von deutlich weniger als 1 ms bewerkstelligt, beispielsweise in weniger als 100ns.
Die Laserpulse und die akustischen Felder müssen zur Synchronisation demnach bevorzugt auf weniger als 20ns genau aufeinander synchronisiert werden. Die Frequenzen zum Betrieb der akustooptischen Deflektor-Einheit liegen im Bereich von 1 MHz bis 500 MHz, wobei die Umschaltzeiten der Frequenzen typischerweise bei 200MHz bei weniger als 500ns liegen. Die Repetitionsraten des Lasers liegen typischerweise im Bereich kleiner 100MHz.
In Figur 9 ist eine weitere Ausführungsformen der Vorrichtung 1 gezeigt, wobei die Vorrichtung 1 eine Vorschubvorrichtung 10 aufweist, auf der ein zu bearbeitendes Material 11 befestigt werden kann. Insbesondere kann mit der Vorschubvorrichtung 10 das Material in die bildseitige Brennebene der Bearbeitungsoptik gebracht werden, so dass die Laserstrahlen, die durch das optische System beeinflusst werden, in das Material 11 eingebracht werden können. Durch das Einbringen der Laserstrahlen 20 in das Material 11 kann eine den Laserstrahlen 20 beziehungsweise der Laserstrahlgeometrie entsprechende Bearbeitung des Materials 11 vorgenommen werden.
Zu diesem Zweck kann die Vorschubvorrichtung 10 das auf ihr gehaltene Material 11 relativ zum Laserstrahl bewegen, wodurch der Laserstrahl über das Material geführt wird. Insbesondere kann die Vorschubvorrichtung entlang einer spezifischen Vorschubtrajektorie mit einem Vorschub geführt
werden, sodass die Laserenergie entlang dieser Vorschubtrajektorie in das Material eingebracht wird.
Des Weiteren kann die Vorschubvorrichtung 10 mit der Steuervorrichtung 5 in Verbindung stehen, sodass die Steuervorrichtung 5 und die Vorschubvorrichtung 10 Steuersignale austauschen können.
Insbesondere kann dadurch die Vorschubtrajektorie abgefahren werden, während synchron dazu mit der akustooptischen Deflektor-Einheit 3 die Laserstrahlen abgelenkt werden können, durch strahlformende Elemente 6, 7, 8 geleitet werden können und die so manipulierten Laserstrahlen in das Material 11 abgebildet werden können, um auf diese Weise eine Bearbeitung des Materials 11 zu erreichen.
Um diese Prozesse zu synchronisieren kann beispielsweise der Laser 2 ein gepulster Laser sein, der eine Grundfrequenz, die sogenannte Seed-Frequenz, aufweist. Die Seed-Frequenz kann an die Steuervorrichtung 5 weitergegeben werden, wodurch in der gesamten Vorrichtung 1 eine gemeinsame Zeitbasis zur Verfügung gestellt werden kann. Die Steuervorrichtung 5 ist nun in der Lage die verschiedenen Prozesse oder Prozessschritte in den einzelnen dynamisch belegbaren Untereinheiten der Vorrichtung 1 zu koordinieren.
Beispielsweise ist es dadurch möglich, den Strahlversatz durch eine Relativbewegung zwischen Werkstück 11 und Bearbeitungsoptik 9 zwischen zwei Pulsen in der Brennebene der Bearbeitungsoptik zu kompensieren und dann, bevorzug zwischen zwei aufeinanderfolgenden Pulsen, auf dem Werkstück umzupositionieren.
Alternativ kann beispielsweise ein vorgegebener Strahlversatz zwischen zwei Laserpulsen auch in Verbindung mit trägheitsbeaufschlagten Vorschubeinheiten realisiert werden. Trägheitsbedingt kann sich beispielsweise der Abstand der Auftrefforte im Material 11 der Laserpulse abhängig von der Vorschubgeschwindigkeit verändern, wie in Figur 10A gezeigt. Dieses Verhalten ist insbesondere problematisch in Kurven oder Ecken der Vorschubtrajektorie, wo unter Nutzung trägheitsbeaufschlagter Vorschubeinrichtungen typischerweise die Vorschubgeschwindigkeit reduziert wird. Bei einer fixen Repetitionsfrequenz des gepulsten Lasers wird daher der Abstand der Laserpulse variiert, was zu einer inhomogenen Bearbeitung des Materials 11 führen kann.
Die Vorschubgeschwindigkeitsvariationen können mit der Deflektor-Einheit 3 kompensiert werden, wie in Figur 10 B gezeigt, sodass Laserpulse in einem fest definierten Abstand in das Material 11
eingebracht werden können. Dadurch ist eine deutlich gleichmäßigere Bearbeitung möglich, insbesondere wird dadurch eine ungewollte Überlappung der Pulse und ein Überhitzen des Materials 1 1 vermieden.
Es versteht sich von selbst, dass die Überlagerung der nicht durch Trägheit limitierten Positionierung mittels einer Deflektor-Einheit 3, mit weiteren trägheitsaufweisenden Vorschub oder Strahlbewegungseinheiten nicht nur die beispielhaft erläuterte Kompensation eine Relativbewegung oder Änderung der Geschwindigkeit der Relativbewegung ermöglicht, sondern eine kontrollierte Positionierung aufeinanderfolgender Pulse im oder auf dem Werkstück erlaubt, wobei damit ein gegenüber dem mittels der Deflektor-Einheit allein abzudeckendem Arbeitsfeld ein skaliertes Bearbeitungsfeld adressierbar wird. Um eine solche Kompensation oder kontrollierte Positionierung zu gewährleisten kann die Vorschubvorrichtung 10 mindestens einen Achsencoder 100 aufweisen, wobei der Achsencoder 100 mit der Steuervorrichtung 5 verbunden ist. Aus dem Achsencoder 100 kann die Steuervorrichtung 5 die Achsencoder-Position auslesen, die mit der momentanen Position beziehungsweise Ausrichtung der Vorschubvorrichtung 10 korreliert ist. Insbesondere kann die Achsencoder-Position synchron zur Grundpulsfrequenz des Lasers 2 ausgelesen werden.
In dem die momentane Position und die genaue Zeit der Vorschubvorrichtung 10 der Steuervorrichtung 5 nun bekannt sind, kann die Steuervorrichtung 5 einen entsprechenden Positionsfehler errechnen und über eine Ansteuerung der Deflektor-Einheit 3 kompensieren, indem der Laserstrahl umpositioniert wird. Dementsprechend wird der Positionsfehler der Vorschubvorrichtung 10 durch eine Anpassung des Steuersignals an die Deflektor-Einheit 3 kompensiert. Durch die überlagerte trägheitslose Strahlpositionierung mit der Deflektor-Einheit 3 kann somit die Variation der Pulsfrequenz des gepulsten Lasers 2 vermieden werden und so der Materialdurchsatz optimiert werden.
Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den Ausführungsbeispielen dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.
1 Vorrichtung
2 Laser
20 Laserstrahl
200 Teillaserstrahl
3 pulsgenauer Deflektor-Einheit
30 erster pulsgenauer Deflektor
300 Eintrittsöffnung
302 nullte Beugungsordnung
304 erste Beugungsordnung
32 zweiter pulsgenauer Deflektor
320 Eintrittsöffnung
322 nullte Beugungsordnung
324 erste Beugungsordnung
34 Filterelement
4 Transformationsoptikanordnung
4‘ weitere Transformationsoptikanordnung
40 erste Komponente
400 erste Brennweite
42 zweite Komponente
420 zweite Brennweite
5 Steuervorrichtung
6 strahlformendes Element
7 Strahlteilungseinheit
8 Strahlablenkeinheit 9 Bearbeitungsoptik
90 Bearbeitungsebene
10 Vorschub
100 Achsenencoder
11 Material E1 vordere Deflektor-Ebene
E2 korrespondierende Deflektor-Ebene
F1 Transformationsebene
F2 korrespondierende Transformationsebene