Die Erfindung betrifft eine thermische Nachverbrennungsvorrichtung
zur Reinigung von Abluft mit
a) einem von einem Isoliermantel umgebenen Außengehäuse; b) einer innerhalb des Außengehäuses angeordneten, von
einem Brennkammergehäuse begrenzten Brennkammer; c) einem mit einem Brennstoff beschickbaren Brenner,
der eine Brennerdüse und ein erstes Flammrohr aufweist,
welches die Brennerdüse umgibt und den Raum zwischen
dem Außengehäuse und dem Brennkammergehäuse mit
der Brennkammer verbindet.
Thermische Nachverbrennungsvorrichtungen dienen ebenso
wie regenerative Nachverbrennungsvorrichtungen der Reinigung
industrieller Abgase, die verbrennbare Substanzen
enthalten. Regenerative Nachverbrennungsvorrichtungen
werden vor allem dort eingesetzt, wo die gereinigten
Gase mit möglichst geringer Temperatur direkt einem
Kamin zugeleitet werden sollen und der energetische
Wirkungsgrad möglichst so gut sein soll, daß der Verbrennungsprozeß
ohne Zufuhr von Fremdenergie abläuft.
Dies geschieht durch einen verhältnismäßig aufwendigen
Wärmetausch zwischen zugeführter Abluft und abgeführter,
gereinigter Verbrennungsluft.
Thermische Nachverbrennungsvorrichtungen dagegen setzen
zur Verbrennung der in der Abluft mitgeführten Verunreinigungen
einen sog. "Flächenbrenner" ein, dem externe Energie
in Form von Brennstoff zugeführt wird. Diese Flächenbrenner
arbeiten ohne Gebläse und entnehmen den zur Verbrennung
erforderlichen Sauerstoff aus der zu reinigenden Abluft,
die unter Druck zugeführt wird. Auch thermische Nachverbrennungseinrichtungen
weisen im allgemeinen einen Wärmetauscher
auf, in dem den Verbrennungsgasen Wärme entzogen
wird, so daß sie mit niedrigerer Temperatur ausströmen;
die Wärme wird teilweise der zu reinigenden Abluft zugeführt,
so daß diese mit einer Vorerwärmung in den eigentlichen
Verbrennungsvorgang eintritt. Im allgemeinen wird
einer thermischen Nachverbrennungsvorrichtung Prozeßwärme
für einen anderen, in räumlicher Nähe ablaufenden wärmeverbrauchenden
Vorgang entnommen, z. B. für Heizzwecke.
Bei vom Markt her bekannten thermischen Nachverbrennungsvorrichtungen
der eingangs genannten Art weist der Brenner
nur ein einziges Flammrohr auf, über welches die zu
behandelnde Abluft in die Brennkammer eingeführt und
in die von der Brennerdüse erzeugte Flamme eingeleitet
wird. Da sich heiße und kalte Luft nur sehr schlecht
vermischen, ist bei diesen bekannten thermischen Nachverbrennungsvorrichtungen
die vollständige Verbrennung aller
Verunreinigungen trotz des Einsatzes von Luftverwirbelungseinrichtunge
erschwert, so daß höhere Flammtemperaturen zur
eingesetzt werden müssen. Dies ist mit einem dreifachen
Nachteil verbunden: Zum einen ist der Energieverbrauch
hoch. Zum zweiten ist der Einsatz von Materialien in der
Vorrichtung erforderlich, die höheren Temperaturen standhalten,
und schließlich entstehen durch die hohe Flammtemperatur
mehr unerwünschte Stickstoffoxide.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine thermische
Nachverbrennungsvorrichtung derart auszugestalten, daß
bereits bei niedrigeren Flammtemperaturen eine vollständige
Verbrennung der Verunreinigungen in der Abluft stattfindet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
d) der Brenner mindestens ein weiteres Flammrohr aufweist,
welches vollständig innerhalb der Brennkammer angeordnet
ist und das innerhalb der Brennkammer liegende Ende
des ersten Flammrohrs mit einem größeren Radius
derart umgibt, daß zwischen dem ersten Flammrohr
und dem weiteren Flammrohr ein Ringspalt gebildet
ist.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Brenners ermöglicht
eine Zirkulationsströmung innerhalb der Brennkammer
selbst, die durch den Spalt zwischen erstem Flammrohr
und weiterem Flammrohr verläuft und durch den Ansaugeffekt
unterstützt wird, den die das innere Flammrohr durchtretende
Gasströmung hervorruft. Die zu behandelnde Abluft
durchläuft also die Brennkammer nicht in einem einzigen
Durchgang sondern wird ggf. mehrfach durch die Flamme
der Brennerdüse geführt, bevor sie schließlich die Brennkammer
in Richtung auf den Wärmetauscher verläßt. Durch
die Zirkulationsströmung wird mehreres erreicht: Es findet
eine bessere Luftverwirbelung und damit Vermischung
kalter und warmer Luftströme statt, was die Verbrennung
verbessert. Die gesamte Brennkammer wird in allen Bereichen
gleichmäßig erwärmt. Durch den mehrfachen Durchgang der
Verbrennungsgase durch die Flamme wird eine vollständige
Verbrennung gewährleistet. Insgesamt ist es dadurch möglich,
ohne die vollständige Verbrennung zu gefährden, die Flammtemperatur
zu reduzieren. Hierdurch ergeben sich erhebliche
Energieeinsparungen, bis zu 10%, wie Versuche ergeben
haben. Zudem können für die verschiedenen Bauelemente
der thermischen Nachverbrennungsvorrichtungen preiswertere
Materialien eingesetzt werden, da sie nicht so hohe
Temperaturen ausgesetzt sind.
Besonders bevorzugt wird diejenige Ausgestaltung der
Erfindung, bei welcher im Abstand von der Auslaßöffnung
des weiteren Flammrohres im radial äußeren Bereich der
Brennkammer eine Umlenkeinrichtung vorgesehen ist, welche
auf sie treffende Verbrennungsluft wieder entlang der
Wandung des Brennkammergehäuses in Richtung auf den
Ringspalt zwischen erstem Flammrohr und weiterem Flammrohr
lenkt. Die Umlenkeinrichtung unterstützt also die oben
erwähnte Zirkulationsströmung, da sie verhindert, daß
der Großteil der Luft beim ersten Durchgang durch die
Flamme die Brennkammer bereits verläßt.
Zweckmäßig ist ferner, wenn die Brenndüse ein mit Durchtrittsöffnungen
versehenes Düsengehäuse und einen Brennstoffkanal
aufweist, der in dem der Austrittsöffnung benachbarten
Bereich eine venturiartige Querschnittsprofilierung
besitzt. Mit dieser venturiartigen Querschnittsprofilierung
läßt sich die Strömungsgeschwindigkeit des
Brennstoffes erhöhen und über die Durchtrittsöffnungen des
Düsengehäuses Fremdgase ansaugen, so daß der Energiegehalt
des Brennstoffes durch "Verdünnung" verringert wird.
Folge ist eine Flamme mit geringerer Temperatur, die
weniger Stickoxide erzeugt. Außerdem wird durch die
Beschleunigung des Brennstoffes die erzeugte Flamme in
radialer Richtung aufgeweitet. Dies erleichtert die
Einleitung der durch das erste Flammrohr und gegebenenfalls
durch in diesem befindliche Luftverwirbelungseinrichtungen
strömenden Luft in die Flamme.
Ein Ausführungsbeispiel in der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Zeichnung näher erläutert; es zeigen
- Figur 1
- einen axialen Schnitt durch den brennernahen
Bereich einer thermischen Nachverbrennungsvorrichtung;
- Figur 2
- einen Schnitt gemäß Linie II-II von Figur 1;
- Figur 3
- in vergrößertem Maßstab einen Axialschnitt
durch die Brenndüse der thermischen Nachverbrennungsvorrichtung
der Figur 1.
Wie die Figuren 1 und 2 zeigen, umfaßt die dargestellte
thermische Nachverbrennungsvorrichtung ein Außengehäuse
1, das von einem nur schematisch angedeuteten Isoliermantel
2 umgeben ist. Innerhalb des Außengehäuses 1
befindet sich eine Brennkammer 4, die von einem Brennkammergehäuse
3 begrenzt ist. Durch eine Öffnung 5 im
Isoliermantel 2, durch eine Öffnung 6 im Außengehäuse
1 und durch eine Öffnung 7 im Brennkammergehäuse 3 ist
ein Brenner eingeführt, der insgesamt das Bezugszeichen
8 trägt und dessen Auslaßöffnung 9 in die Brennkammer
4 mündet.
Der Brenner 8 umfaßt ein zylindrisches Brennergehäuse
10 und ein erstes, zylindrisches Flammrohr 11, welches
in die Öffnung 7 des Brennkammergehäuses 3 eingesetzt
ist, sowie ein zweites, zu dem Brennergehäuse 10 und
dem ersten Flammrohr 11 koaxiales zweites Flammrohr
12. Dieses ist gegenüber dem ersten Flammrohr 11 axial
in Richtung auf das Innere der Brennkammer 4 versetzt
und besitzt einen größeren Durchmesser als das erste
Flammrohr 11, so daß in einem Überlappungsbereich der
beiden Flammrohre 11, 12 ein sich koaxial zu den Flammrohren
11, 12 erstreckender Ringspalt 13 entsteht.
In axialem Abstand von der Auslaßöffnung 9 des Brenners
8 ist an der inneren Mantelfläche des Brennkammergehäuses
3 eine Umlenkeinrichtung angebracht, die insgesamt das
Bezugszeichen 14 trägt. Diese besteht aus einer Vielzahl
von Schaufeln 15, die unter einem schrägen Winkel gegen
die Achse des Brennkammergehäuses 3 angestellt sind
und gegebenenfalls eine gewisse Torsion aufweisen. Radial
innerhalb der Umlenkeinrichtung 14 verbleibt ein
im wesentlichen frei durchströmbarer Raum 16, wie dies
insbesondere der Figur 2 zu entnehmen ist.
Am rechten, in der Zeichnung nicht mehr dargestellten
Ende der Brennkammer 4 schließt sich in bekannter Weise
ein Wärmetauscher an, der von dem in der Brennkammer
4 erzeugten Verbrennungsgas auf dem Wege zum Auslaß
durchströmt wird. Ebenfalls nicht dargestellt ist der
Einlaß für die zu behandelnde Abluft, der über den erwähnten
Wärmetauscher mit dem Raum 17 kommuniziert,
der zwischen dem Außengehäuse 1 und dem Brennkammergehäuse
3 liegt.
Das Brennergehäuse 10 trägt auf seiner Außenmantelfläche
am inneren Ende zwei koaxiale Reihen von Luftverwirbelungsschaufeln
18, 19, die über den gesamten Umfang
hinweg in gleichmäßigen Winkelabständen unter einem
Winkel zur Brennerachse angeordnet und zusätzlich tordiert
sind, wie dies an und für sich bekannt ist.
Durch das Brennergehäuse 10 erstreckt sich koaxial eine
Brennerdüse 20, die teilweise im Axialschnitt und in
vergrößertem Maßstab in Figur 3 herausgezeichnet ist. Das
zylindrische und am innenliegenden Ende verschlossene
Düsengehäuse 21 ist von einer Vielzahl von Durchtrittsöffnungen
22 durchsetzt, die sowohl in der Mantelfläche als
auch in der Stirnfläche des Düsengehäuses 21 vorgesehen
sind. Im Inneren des Düsengehäuses 21 ist ein Düseneinsatz
23 untergebracht und befestigt, der einen sich venturiartig
in Richtung auf die Stirnfläche des Brennergehäuses 20
verjüngenden Brennstoffkanal 24 besitzt. Der Brennstoffkanal
24 kommuniziert mit einem Brennstoffeinlaß 25, der
sich außerhalb des Isoliermantels 2 befindet.
Die oben beschriebene thermische Nachverbrennung arbeitet
wie folgt:
Die zu behandelnde Abluft wird, wie oben schon angedeutet,
über den in der Zeichnung nicht dargestellten Einlaß
in den ebenfalls nicht dargestellten Wärmetauscher eingeführt,
wo sie sich erwärmt. Sie strömt sodann über den
Raum 17 zwischen Außengehäuse 1 und Brennkammergehäuse
3 zu der ringförmigen Einlaßöffnung des ersten Flammrohres
11, die an ihrem radial innenliegenden Rand von dem
Brennergehäuse 10 begrenzt wird. Von hier aus strömt
die Luft axial durch das erste Flammrohr 11 hindurch
und wird dabei von den Luftverwirbelungsschaufeln 18
und 19 in einen Drall versetzt. Bei ihrer weiteren,
axialen Durchströmung des zweiten Flammrohres 12 gerät
die Luft in den Bereich der von der Brenndüse 20 erzeugten
Flamme. Dabei werden die in der Abluft enthaltenen
Verunreinigungen verbrannt und auf diese Weise unschädlich
gemacht.
Der von den Luftverwirbelungsschaufeln 18, 19 erzeugte
Luftwirbel öffnet sich konisch mit zunehmender Entfernung
von der Austrittsöffnung 9 und trifft mit seinem Hauptvolumen
auf die Umlenkeinrichtung 14 auf; nur ein bestimmter
Teil der Verbrennungsluft durchströmt den freien Raum 16
und gelangt von dort über den Wärmetauscher, wo ihr Wärme
entzogen wird, zum Auslaß der thermischen Nachverbrennungsvorrichtung.
Der größere Teil der Verbrennungsluft dagegen wird von
der Umlenkeinrichtung 14 entlang der Wand des Brennkammergehäuses
3 in Figur 1 nach links umgeleitet und gelangt
in den Ringspalt 13 zwischen dem ersten Flammrohr 11 und
dem zweiten Flammrohr 12. Sie wird durch diesen Ringspalt
13 hindurchgesaugt und gelangt auf diese Weise erneut
in den Bereich der von der Brennerdüse 20 erzeugten
Flamme, so daß eine erneute Verbrennung eventuell noch
vorhandener, brennbarer Verunreinigungen stattfindet.
Auf diese Weise entsteht innerhalb der Brennkammer 4
eine Zirkulationsströmung, die unter Umständen mehrfach
über die Umlenkeinrichtung 14 und den Ringspalt 13 zwischen
dem ersten Flammrohr 11 und dem zweiten Flammrohr 12
führt. Das Resultat ist insgesamt eine erheblich bessere
Abluftreinigung, die zudem bei niedrigeren Temperaturen
stattfinden kann, was mit erheblichen Energieeinsparungen
und zudem mit einer geringeren Erzeugung von Stickoxiden
verbunden ist. Innerhalb der Brennkammer 4 ist
die Temperaturverteilung weitestgehend homogen; insbesondere
werden auch die dem Brennkammergehäuse 3 benachbarten
Bereiche der Brennkammer 4 stärker erwärmt als dies
bei bekannten thermischen Nachverbrennungsvorrichtungen
der Fall war.
Die über den Brennstoffkanal 24 der Brennerdüse 20 zugeführten
Brennstoffe werden auf Grund der venturiartigen
Verjüngung des Brennstoffkanales 24 innerhalb der
Brennerdüse 20 beschleunigt. Dies hat zur Folge, daß
insbesondere an den Durchtrittsöffnungen 22 des Düsengehäuses
21, welche der Austrittsöffnung des Brennstoffkanales
24 benachbart sind, Luft eingesaugt wird. Diese
zusätzliche Luft führt zu einer Reduzierung der Energiedichte
des Brennstoffes, so daß die Verbrennung mit
niedrigerer Temperatur erfolgt. Die Beschleunigung des
Brennstoffs mit Hilfe der venturiartigen Verjüngung
im Brennstoffkanal 24 führt außerdem zu einer radialen
Aufweitung der erzeugten Flamme. Auf diese Weise gelingt
es besser, die die Luftverwirbelungsschaufeln 18, 19
durchsetzende Abluft in die Flamme zur Nachverbrennung
der Verunreinigugen einzuleiten.
Bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel einer
thermischen Nachverbrennungsvorrichtung wurde als Brennstoff
Gas eingesetzt. Es ist selbstverständlich auch
möglich, die Gas-Brennerdüse 20 durch eine Ölzerstäuberdüse
zu ersetzen.