Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß dem
Patentanspruch 1 und ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 19, d.h. eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Bearbeitung eines Materials oder eines Gegenstandes.
Vorrichtungen und Verfahren zur Bearbeitung von Materialien
oder Gegenständen sind beispielsweise, aber bekanntlich bei
weitem nicht ausschließlich Vorrichtungen und Verfahren, die
beim Herausschneiden von zur Herstellung von Kleidungsstücken,
Polstermöbelbezügen, Autositzbezügen, Taschen,
Schuhen etc. benötigten Stoffteilen aus einem größeren Stück
Stoff zum Einsatz kommen.
Ein bekanntes Problem bei solchen Vorrichtungen und Verfahren
besteht darin, daß es bei Stoffen mit einem wiederkehrenden
Muster sehr aufwendig und/oder sehr kompliziert ist, die benötigten
Stoffteile so herauszuschneiden, daß diese jeweils
genau einen vorgegebenen Musterausschnitt tragen bzw. daß
bestimmte Teile des Musters exakt an bestimmten Stellen des
herausgeschnittenen Stoffteils zu liegen kommen. Dies ist
notwendig, wenn die Stoffteile oder die daraus hergestellten
Produkte exakt ein vorgegebenes Aussehen aufweisen müssen,
beispielsweise wenn das Muster von auf ein Sakko aufgesetzten
Taschen deckungsgleich mit dem durch die Taschen verdeckten
Teil des Sakkos sein soll, oder wenn mit Stoff bezogene Polster
von Polstermöbeln exakt gleich aussehen sollen.
Ein solcher Stoffzuschnitt erweist sich in zweierlei Hinsicht
als schwierig: einerseits, weil dafür gesorgt werden muß, daß
die aus dem Stoff herauszuschneidenden Stoffteile an durch
das Muster bestimmten Stellen aus dem Stoff herausgeschnitten
werden müssen, und andererseits, weil berücksichtigt werden
muß, daß es sein kann, daß der Stoff, aus dem die Stoffteile
herausgeschnitten werden sollen, nicht ordnungsgemäß auf der
Arbeitsunterlage aufliegt, also beispielsweise verschoben,
verdreht und/oder verzogen ist.
Daß der Stoff möglicherweise nicht ordnungsgemäß auf der
Arbeitsunterlage aufliegt, kommt meistens durch Unregelmäßigkeiten
bei Herstellung der Stoffe in den Textilwebereien
und/oder durch Unregelmäßigkeiten beim Aufwickeln und Abwickeln
des Stoffes auf eine bzw. von einer Stoffrolle zustande,
auf welcher der Stoff vom Hersteller üblicherweise
ausgeliefert wird; solche Unregelmäßigkeiten lassen sich in
der Praxis kaum vollständig vermeiden.
Es müssen daher Vorkehrungen getroffen werden, durch die erreicht
werden kann, daß die aus dem Stoff herausgeschnittenen
Stoffteile bzw. die daraus hergestellten Produkte auch dann,
wenn der Stoff nicht ordnungsgemäß auf der Arbeitsunterlage
aufliegt, einen wunschgemäßen Ausschnitt des auf dem Stoff
vorhandenen Musters tragen bzw. genau ein vorgegebenes Aussehen
aufweisen.
Eine Möglichkeit hierzu besteht darin, daß manuell
- zunächst Stoffstücke, aus welchen ein oder mehrere Stoffteile
herauszuschneiden sind, auf einen Arbeitstisch gelegt,
und dann so lange ausgestreift, verschoben, gedreht
und/oder gedehnt werden, bis der Stoff ordnungsgemäß auf
der Arbeitsunterlage liegt,
- danach das Schnittmuster repräsentierende Schablonen auf
das Stoffstück gelegt und solange verschoben werden, bis
sie über dem Musterausschnitt zu liegen kommen, den das aus
dem Stoff herauszuschneidende Teil tragen soll, und
- schließlich die durch die Schablonen definierten Teile des
Stoffes aus diesem herausgeschnitten werden.
Da all diese Vorgänge manuell durchgeführt werden müssen, ist
dies sehr zeitaufwendig und erfordert zudem hochqualifiziertes
und äußerst sorgfältig arbeitendes Personal.
Die genannten Vorgänge können unter Verwendung
- einer automatischen Schneidevorrichtung (eines sogenannten
Cutters), welche die herauszuschneidenden Stoffteile unter
Berücksichtigung von ihr zugeführten Daten automatisch herausschneidet,
- einer Kamera, welche den zu bearbeitenden Stoff oder Teile
desselben aufnimmt und auf einem Monitor zur Anzeige
bringt, und
- einer den Cutter steuernden Steuereinrichtung (beispielsweise
in Form eines Computers), die die dem Cutter zuzuführenden
Daten abhängig von Eingaben des Bedieners der Vorrichtung
erzeugt, welche dieser unter Berücksichtigung des
von der Kamera aufgenommenen und auf dem Monitor dargestellten
Stoffausschnittes macht,
teilweise automatisiert werden.
Allerdings kann auch hierbei nicht zuverlässig sichergestellt
werden, daß die aus dem Stoff herausgeschnittenen Teile exakt
die gewünschte Form aufweisen und den gewünschten Musterausschnitt
tragen. Der Grund hierfür liegt darin, daß die vom
Bediener der Vorrichtung abhängig von dem auf dem Monitor
dargestellten Stoffausschnitt gemachten Eingaben häufig nicht
genau genug sind, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten;
aufgrund der Tatsache, daß der auf dem Monitor dargestellte
Stoffausschnitt entweder relativ klein und/oder nicht ausreichend
hoch aufgelöst und/oder mehr oder weniger stark verzerrt
dargestellt ist, ist es dem Bediener der Vorrichtung
häufig nicht oder jedenfalls nicht in der geforderten
Geschwindigkeit möglich, eine nicht ordnungsgemäße Lage des
Stoffes zu erkennen und/oder mit der erforderlichen Genauigkeit
zu spezifizieren.
Entsprechendes gilt auch, wenn der Stoff anders als erwähnt
zu bearbeiten ist, beispielsweise nochmals bedruckt oder an
bestimmten Stellen beschichtet werden muß, und/oder wenn die
genannten oder andere Arbeiten an anderen Materialien oder
Gegenständen vorzunehmen sind, beispielsweise an Leder, an
Papier oder an Folien oder Platten aus Kunststoff oder Metall.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde
eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Bearbeitung von Materialien
oder Gegenständen zu finden, welche die Kontrolle und
Herstellung der Bedingungen, die zu erfüllen sind, damit das
zu bearbeitenden Material oder der zu bearbeitende Gegenstand
tatsächlich an der Stelle bearbeitet wird, an der er bearbeitet
werden soll, unter allen Umständen einfach, schnell und
in der erforderlichen Genauigkeit durchführbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in Patentanspruch
1 beanspruchte Vorrichtung und das in Patentanspruch
19 beanspruchte Verfahren gelöst.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße
Verfahren zeichnen sich dadurch aus, daß vor der eigentlichen
Bearbeitung des zu bearbeitenden Materials oder Gegenstandes
ein Muster und/oder Bild auf das Material oder den Gegenstand
projiziert wird, welches die Kontrolle und/oder die Herstellung
von Bedingungen, die bei der Bearbeitung des
Materials oder des Gegenstandes erfüllt sein müssen, damit
das Material oder der Gegenstand an einer bestimmten Stelle
bearbeitet wird, ermöglicht.
Mit Hilfe der Projektion eines geeigneten Musters und/oder
Bildes auf das zu bearbeitende Material oder den zu bearbeitenden
Gegenstand kann der Bediener der Vorrichtung alle
Bedingungen kontrollieren und herstellen, die zu erfüllen
sind, damit von dem zu bearbeitenden Material oder Gegenstand
tatsächlich genau die Stelle bearbeitet wird, die bearbeitet
werden soll.
Die beanspruchte Vorrichtung und das beanspruchte Verfahren
ermöglichen es darüber hinaus, die Kontrolle und die Herstellung
der zu erfüllenden Bedingungen stets einfach, schnell,
und mit der erforderlichen Genauigkeit zu bewerkstelligen.
Insbesondere kann dadurch, daß die Kontrolle der zu erfüllenden
Bedingungen direkt an dem zu bearbeitenden Material oder
Gegenstand, also ohne Umweg über eine Kamera und einen Monitor,
und ohne Verwendung von Schablonen und dergleichen
Hilfsmitteln, durchführbar ist, auf einen Blick erkannt werden,
ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen zur Herstellung
der zu erfüllenden Bedingungen erforderlich sind und/oder
welche Auswirkungen die als erforderlich angesehenen Maßnahmen
haben oder haben werden.
Darüber hinaus bestehen verschiedene Möglichkeiten für die
gegebenenfalls erforderliche Herstellung der zu erfüllenden
Bedingungen: dies kann
- durch eine Veränderung der Lage (Glätten, Verschieben, Drehen,
Dehnen, Zusammenschieben etc.) des zu bearbeitenden
Materials oder Gegenstandes, oder
- durch eine Veränderung der Lage und/oder der Form des zu
bearbeitenden Bereichs, beispielsweise durch eine Veränderung
der Lage und/oder der Form eines aus einem Stoff herauszuschneidenden
Teils, oder
- durch eine Kombination der genannten Möglichkeiten
erfolgen.
Damit kann die Kontrolle und Herstellung der Bedingungen, die
zu erfüllen sind, damit das zu bearbeitenden Material oder
der zu bearbeitende Gegenstand tatsächlich an der Stelle
bearbeitet wird, an der er bearbeitet werden soll, unter
allen Umständen einfach, schnell und in der erforderlichen
Genauigkeit durchgeführt werden.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen,
der folgenden Beschreibung und den Figuren entnehmbar.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Es
zeigen
- Figur 1
- die nachfolgend näher beschriebenen Vorrichtung in
einem Zustand, in welchem die Kontur eines aus einem
Stoff. auszuschneidenden Teils auf den Stoff projiziert
wird, und
- Figur 2
- die nachfolgend näher beschriebenen Vorrichtung in
einem Zustand, in welchem eine Linie auf einen Stoff
projiziert wird, anhand welcher überprüfbar ist, ob
regelmäßig wiederkehrende Stoffmusterelemente miteinander
fluchten.
Die beschriebene Vorrichtung ist eine Vorrichtung zum Herausschneiden
von Stoffteilen aus einem ein regelmäßig wiederkehrendes
Muster aufweisenden Stoff, wobei das Herausschneiden
so erfolgt, daß die herausgeschnittenen Stoffteile oder
die daraus hergestellten Produkte exakt wunschgemäß aussehen.
Es sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß sich
die nachfolgend beschriebenen Besonderheiten der betrachteten
Vorrichtung auch als vorteilhaft erweisen, wenn am Stoff zusätzlich
oder alternativ andere Arbeiten vorgenommen werden,
beispielsweise ein erneutes Bedrucken, oder ein Beschichten
von bestimmten Stellen, und/oder wenn andere Materialien zu
bearbeiten sind, beispielsweise andere textile Materialien,
Leder, oder Folien oder Platten aus Kunststoff oder Metall
und/oder wenn das zu bearbeitende Material oder der zu bearbeitende
Gegenstand anstelle eines regelmäßig wiederkehrendes
Musters eine regelmäßig wiederkehrende Oberflächenstruktur
aufweist. Grundsätzlich können durch eine Vorrichtung und
ein Verfahren der nachfolgend beschriebenen Art beliebige
Materialien oder Gegenstände beliebig bearbeitet werden.
Der Stoff ist im betrachteten Beispiel eine auf einer Rolle
oder einem Ballen befindliche Stoffbahn. Auch hierauf besteht
keine Einschränkung. Das zu bearbeitende Ausgangsmaterial
kann eine prinzipiell beliebige Form aufweisen und auf beliebige
Art und Weise bereitgestellt werden; es kann sich auch
um mehr oder weniger große Stoffstücke handeln, die nacheinander
bearbeitet werden.
Es besteht auch keine Einschränkung darauf, daß das zu bearbeitende
Material oder der zu bearbeitende Gegenstand ein
regelmäßig wiederkehrendes Muster oder eine regelmäßig
wiederkehrende Oberflächenstruktur aufweist; das Material
oder der Gegenstand kann auch ein beliebiges anderes (nicht
wiederkehrendes bzw. unregelmäßiges) Muster oder eine beliebige
andere (nicht wiederkehrende bzw. unregelmäßige) Oberflächenstruktur
aufweisen.
Die betrachtete Vorrichtung umfaßt ein Gestell 1 zur Aufnahme
einer Stoffrolle 2, einen Arbeitstisch 4 zur Bearbeitung
eines von der Stoffrolle 2 abgerollten Stoffes 3, eine
Projektionseinheit 5 zur Projektion eines Musters und/oder
Bildes auf den auf dem Arbeitstisch 4 befindlichen Stoff 3,
und eine im betrachteten Beispiel durch einen Computer gebildete
Steuereinrichtung 6 zur Steuerung der Stoffverarbeitung.
Der Stoff 3 weist im betrachteten Beispiel eine Breite zwischen
1,8 m und 2,2 m auf, kann aber selbstverständlich auch
beliebig viel breiter oder schmäler sein.
Der Arbeitstisch 4 weist im betrachteten Beispiel eine Länge
von ca. 7,5 m, und eine Breite von ca. 2,5 m auf, kann aber
selbstverständlich ebenfalls beliebig viel länger, kürzer
breiter oder schmäler sein.
Der Arbeitstisch 4 und das Gestell 1 sind nebeneinander aufgestellt.
Der Stoff 3 wird durch eine in den Figuren nicht gezeigte
Abwickelvorrichtung von der Stoffrolle 2 abgewickelt und zum
Arbeitstisch 4 befördert.
Der Arbeitstisch 4 enthält ein Endlos-Förderband 45 zum
Transportieren des Stoffes 3 über den Arbeitstisch 4. Der
Stoff 3 kann aber auch auf beliebige andere Art und Weise
über den Arbeitstisch 4 befördert werden.
Der Arbeitstisch 4 weist im betrachteten Beispiel einen
Kontroll- und Korrekturbereich 41, einen Schneidebereich 42,
und einen Abräumbereich 43 auf; der Stoff 3 gelangt bei dessen
Transport über den Arbeitstisch 4 zunächst in den
Kontroll- und Korrekturbereich 41, dann in den Schneidebereich
42, und schließlich in den Abräumbereich 44.
Der Kontroll- und Korrekturbereich 41, der Schneidebereich
42, und der Abräumbereich 43 sind im betrachteten Beispiel
gleich groß, können aber prinzipiell unabhängig voneinander
beliebig groß sein.
Im Kontroll- und Korrekturbereich 41 erfolgt eine nachfolgend
noch näher beschriebene Kontrolle und Herstellung der Bedingungen,
die zu erfüllen sind, damit die aus dem Stoff auszuschneidenden
Stoffteile so ausgeschnitten werden, daß sie
einen gewünsch Stoffmusterausschnitt tragen.
Im Schneidebereiches 42 des Arbeitstisches 4 werden die aus dem
Stoff herauszuschneidenden Stoffteile durch eine nachfolgend
als Cutter bezeichneten CNC-gesteuerte Zuschneidemaschine aus
dem Stoff herausgeschnitten. Das Herausschneiden kann durch
ein Messer, durch einen Laser, oder durch beliebige andere
Schneidevorrichtungen erfolgen. Der die Schneidevorrichtung
tragende Teil 421 des Cutters ist über Schlitten an beliebigen
Positionen innerhalb des Schneidebereiches 42 positionierbar.
Im Abräumbereich 43 werden die aus dem Stoff herausgeschnittenen
Teile zur Abholung bereitgestellt.
Die bereits erwähnte, im Kontroll- und Korrekturbereich 41
durchgeführte Kontrolle und Herstellung der zu erfüllenden
Bedingungen erfolgt unter Verwendung der Projektionseinheit
5. Diese Projektionseinheit 5 ist oberhalb des Kontroll- und
Korrekturbereiches 41 angeordnet und projiziert auf den im
Kontroll- und Korrekturbereich 41 befindlichen Stoff ein
Muster und/oder Bild.
Die Projektion erfolgt im betrachteten Beispiel unter Verwendung
von einem oder mehreren Laserstrahlen gleicher oder
unterschiedlicher Farbe.
Die Projektion kann aber auch beliebig anders erfolgen,
beispielsweise unter Verwendung von Lichtstrahlen; als
Projektionseinheiten können auch Video-Beamer, Auflichtprojektoren
und sonstige Vorrichtungen, die in der Lage sind,
ein gewünschtes Muster und/oder Bild auf das zu bearbeitende
Material oder den zu bearbeitenden Gegenstand zu projizieren.
Das projizierte Muster und/oder Bild ist so beschaffen, daß
es die Kontrolle und Herstellung von Bedingungen, die erfüllt
sein müssen, damit die aus dem Stoff auszuschneidenden Stoffteile
so ausgeschnitten werden, daß sie einen gewünschten
Stoffmusterausschnitt tragen, und kann
- eine Darstellung der Form oder eines Teils der Form (beispielsweise
der Kontur oder einen Teil der Kontur der Form)
des aus dem Stoff herauszuschneidenden Stoffteils, und/oder
- ein Abbild des Musters oder eines Teils des Musters, das
der Stoff aufweist, wenn er ordnungsgemäß auf dem Arbeitstisch
aufliegt, und/oder
- einzelne, mehrere oder alle Konturen oder Teile der Konturen
des Musters, das der Stoff aufweist, wenn er ordnungsgemäß
auf dem Arbeitstisch aufliegt, und/oder
- sonstige Bezugspunkte, Bezugslinien, und/oder Bezugsflächen,
anhand welcher sich die ordnungsgemäße Lage des
Stoffes und der ordnungsgemäßem Verlauf des auf dem Stoff
vorhandenen Musters kontrollieren lassen, beispielsweise
eine Linie oder ein Gitter zur Kontrolle, ob wiederkehrende
Stoffmusterbestandteile miteinander fluchten, und/oder
- beliebige andere Muster und/oder Bilder, welche die Kontrolle
und Herstellung der Bedingungen ermöglichen, die zu
erfüllen sind, damit das zu bearbeitenden Material oder der
zu bearbeitende Gegenstand tatsächlich an der Stelle bearbeitet
wird, an der er bearbeitet werden soll,
umfassen.
Die genannten Muster und/oder Bilder können einzeln oder in
beliebigen Kombinationen projiziert werden. Es können auch
verschiedene Muster, Bilder oder Bild- und/der Musterkombinationen
abwechselnd oder nacheinander projiziert
werden.
Bei den in den Figuren dargestellten Vorrichtungen besteht
das projizierte Muster und/oder Bild aus der Kontur der Form
des aus dem Stoff herauszuschneidenden Stoffteils (Figur 1,
Bezugszeichen 31) bzw. aus einer Linie zur Kontrolle, ob
wiederkehrenden Stoffmusterbestandteile (die Blüten)
miteinander fluchten (Figur 2, Bezugszeichen 32).
Das projizierte Muster und/oder Bild ist so ausgebildet und
wird so auf den Stoff projiziert, daß es oder ausgewählte
Teile desselben bei ordnungsgemäßer Lage des Stoffes auf dem
Arbeitstisch mit zugeordneten Stellen des Stoffmusters zu
Deckung kommt. Eine ordnungsgemäße Lage des Stoffes auf dem
Arbeitstisch liegt dann vor, wenn der Stoff glatt auf dem
Arbeitstisch aufliegt, und weder aus seiner Normalposition
verschoben, noch verdreht, noch verzogen ist.
Das projizierte Muster und/oder Bild ist im Computer 6 gespeichert;
dieser Computer 6 steuert die Projektionseinheit
5, so an, daß diese das Muster und/oder Bild auf den im
Kontroll- und Korrekturbereich 41 des Arbeitstisches 4
befindlichen Stoff projiziert.
Die Kontrolle, ob das projizierte Muster und/oder Bild oder
ausgewählte Teile desselben mit zugeordneten Stellen des
Stoffmusters zur Deckung kommt, erfolgt in einer Phase, in
welcher der Stoff nicht in Bewegung ist (das Endlos-Förderband
45 stillsteht) und wird von einer in den Figuren mit dem
Bezugszeichen 7 bezeichneten Person durchgeführt; der Stoff
wird so lange im Stillstand gehalten, bis die Kontrolle und
eine gegebenenfalls erforderliche Korrektur zur Erfüllung der
Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit die aus dem Stoff
auszuschneidenden Stoffteile so ausgeschnitten werden, daß
sie einen gewünschten Stoffmusterausschnitt tragen, abgeschlossen
sind.
Die Person 7 kontrolliert, ob das von der Projektionseinheit
5 auf den im Kontroll- und Korrekturbereich 41 des Arbeitstisches
4 befindlichen Stoff 3 projizierte Muster und/oder
Bild oder ausgewählte Teile desselben mit den diesem zugeordneten
Stellen des Stoffmusters zur Deckung kommt, und
entscheidet abhängig hiervon, ob und gegebenenfalls welche
Korrekturen vorzunehmen sind.
Zur Korrektur stehen der Person 7 mehrere Möglichkeiten zur
Verfügung, nämlich
- ein Ausrichten des Stoffes und/oder des Stoffmusters auf
das darauf projizierte Muster und/oder Bild, oder
- ein Ausrichten des projizierten Musters und/oder Bildes auf
das Stoffmuster, oder
- eine Kombination dieser Möglichkeiten.
Das Ausrichten des Stoffes und/oder des Stoffmusters auf das
projizierte Muster und/oder Bild kann beispielsweise durch
ein Verschieben, Drehen, Dehnen, Zusammenschieben, Glätten
des Stoffes erfolgen. Es wird im betrachteten Beispiel
manuell von der Person 7 durchgeführt, da diese ohnehin
unmittelbar neben dem Kontroll- und Korrekturbereich 41
steht, und da dies eine sehr leichte Arbeit ist. Prinzipiell
kann das Ausrichten des Stoffmusters auf das projizierte
Muster und/oder Bild aber auch maschinell erfolgen.
Die Ausrichtung des Stoffmusters auf das projizierte Muster
und/oder Bild ist in sehr vielen Fällen erheblich einfacher
und schneller durchzuführen als die Ausrichtung des projizierten
Musters und/oder Bildes auf das Stoffmuster. Häufig
genügt es schon, den Stoff ordentlich glattzustreifen.
Das Ausrichten des projizierten Musters und/oder Bildes auf
das Stoffmuster erfolgt im betrachteten Beispiel über entsprechende
Eingaben der Person 7 in eine am Computer 6 angeschlossene
Eingabevorrichtung 61. Über diese Eingabevorrichtung
61 kann dem Computer 6 befohlen werden, das
projizierte Muster und/oder Bildes oder einzelne Punkte oder
Teile desselben zu verschieben, zu drehen, zu dehnen, zu
stauchen oder auf sonstige Art und Weise zu beeinflussen. Der
Computer 6 modifiziert basierend auf den ihm über die
Eingabevorrichtung 61 zugeführten Anweisungen das projizierte
Muster und/oder Bild und sorgt dafür, daß das veränderte
Muster und/oder Bild durch die Projektionseinheit 5 auf den
Stoff projiziert wird. Die Person 7 kann dadurch sofort
erkennen, wie sich die von ihr veranlaßte Veränderung des
projizierten Musters und/oder Bildes auswirkt, genauer gesagt
ob die Korrektur erfolgreich war, und/oder ob eine weitere
Korrektur erfolgen muß, um das projizierte Muster und/oder
Bild oder ausgewählte Teile desselben mit den zugeordneten
Stellen des Stoffmusters zur Deckung zu bringen.
Spätestens wenn die Ausrichtung des projizierten Musters
und/oder Bildes auf das Stoffmuster abgeschlossen ist, führt
der Computer eine Anpassung der Lage und/oder der Form
und/oder der Größe der Schnittmuster durch, nach welchen die
aus dem Stoff herauszuschneidenden Teile durch den Cutter aus
dem Stoff herauszuschneiden sind. Eine solche Anpassung ist
nur bei einer Ausrichtung des projizierten Musters und/oder
Bildes auf das Stoffmuster, nicht aber bei einer Ausrichtung
des Stoffmusters auf das projizierte Muster und/oder Bild
erforderlich; bei einer Ausrichtung des Stoffmusters auf das
projizierte Muster und/oder Bild kann das Herausschneiden der
herauszuschneidenden Teile aus dem Stoff unter Verwendung der
normalerweise verwendeten Schnittmuster erfolgen.
Die nach einer Ausrichtung des projizierten Musters und/oder
Bildes auf das Stoffmuster durchzuführende Anpassung der Lage
und/oder Form und/oder der Größe des Schnittmusters erfolgt
unter Berücksichtigung der Aktionen, die vorgenommen wurden,
um das projizierte Muster und/oder Bild auf das Stoffmuster
auszurichten. Sofern das projizierte Muster und/oder Bild
"nur" als eine zusammenhängende Einheit verschoben und/oder
gedreht und/oder vergrößert oder verkleinert wurde, um mit
den zugeordneten Stellen des Stoffmusters zur Deckung gebracht
zu werden, muß auch das Schnittmuster nur entsprechend
verschoben und/oder gedreht und/oder vergrößert oder verkleinert
werden. Wenn allerdings an verschiedenen Teilen des
projizierten Musters und/oder Bildes unterschiedliche Aktionen
vorgenommen werden mußten, um diese mit den jeweils zugeordneten
Stellen des Stoffmusters zur Deckung zu bringen,
muß die Form des Schnittmusters verändert werden. Dem liegt
die Erkenntnis zugrunde,
- daß eine solche ortsabhängige Ausrichtung des projizierten
Musters und/oder Bildes auf das Stoffmuster nur erforderlich
sein kann, weil der Stoff verzogen ist und/oder ungleichmäßig
auf dem Arbeitstisch aufliegt,
- daß die aus einem solchen Stoff herauszuschneidenden Stoffteile
nach dem Herausschneiden eine vom Schnittmuster abweichende
Form und/oder Größe aufweisen, und
- daß man in solchen Fällen die Form und/oder die Größe des
Schnittmusters gegenüber der gewünschten Form und/oder gewünschten
Größe des aus dem Stoff herauszuschneidenden
Teils verändern muß, wenn die aus dem Stoff herauszuschneidenden
Stoffteile nach dem Herausschneiden die gewünschte
Form und/oder die gewünschte Größe des aus dem Stoff
herauszuschneidenden Teils haben sollen.
In welcher Weise das Schnittmuster hierzu zu verändern ist,
läßt sich aus der Art und dem Umfang berechnen, im welcher
bzw. in welchem das projizierte Muster und/oder Bild verändert
werden mußte, um mit den zugeordneten Stellen des
Stoffmusters zur Deckung gebracht zu werden. Dies läßt sich
beispielsweise durch in der Projektionseinheit 5 vorgesehene
Sensoren ermitteln.
Wenn das projizierte Muster und/oder Bild und das Stoffmuster
ordnungsgemäß aufeinander ausgerichtet sind, können die aus
dem Stoff herauszuschneidenden Stoffteile aus diesem herausgeschnitten
werden. Die Person 7 signalisiert dies über die
Eingabevorrichtung 61 dem Computer 6, welcher daraufhin das
Endlos-Förderband 45 einschaltet, wodurch
- der im Kontroll- und Korrekturbereich 41 befindliche Stoff
in den Schneidebereich 42 transportiert wird,
- die im Schneidebereich 42 aus dem Stoff herausgeschnittenen
Stoffteile in den Abräumbereich 43 transportiert werden,
und
- neuer (von der Stoffrolle 2 abgerollter) Stoff in den
Kontroll- und Korrekturbereich 41 gezogen wird.
Nachdem der Stoff um einen der Länge des Schneidebereichs
entsprechende. Strecke oder eine definierte kürzere Strecke
weitertransportiert wurde, wird das Endlos-Förderband 45
durch den Computer 6 automatisch wieder angehalten.
Danach steuert der Computer 6 den Cutter so an, daß dieser
aus dem im Schneidebereich 42 befindlichen Stoff nach den
standardmäßigen oder den an die gegebenen Verhältnisse angepaßten
Schnittmustern die aus dem Stoff herauszuschneidenden
Stoffteile herausschneidet. Bei den in den Figuren dargestellten
Vorrichtungen wird jeweils gerade ein Stoffteil
aus dem Stoff herausgeschnitten; dieses Stoffteil ist mit dem
Bezugszeichen 33 bezeichnet.
Gleichzeitig
- können die zuvor vom Cutter herausgeschnittenen und jetzt
im Abräumbereich 43 zur Abholung bereitliegenden Stoffteile
(diese Stoffteile sind in den Figuren mit dem Bezugszeichen
34 bezeichnet) vom Arbeitstisch 4 weggenommen werden, und
- können der neu in den Kontroll- und/oder Korrekturbereich
41 gelangte Stoff bzw. die Schnittmuster für die danach aus
dem Stoff herauszuschneidenden Teile der vorstehend beschriebenen
Kontrolle und Korrektur unterzogen werden.
Bedingt durch die Tatsache, daß das Herausschneiden von Teilen
aus dem Stoff und die Kontroll- und Korrekturarbeiten für
die danach herauszuschneidenden Teile gleichzeitig ausgeführt
werden, entsteht durch die durchgeführte Kontrolle und
Korrektur kein oder jedenfalls kein nennenswerter Zeitverlust.
Daß die Bearbeitung des zu bearbeitenden Materials oder des
zu bearbeitenden Gegenstandes und die Kontrolle und Herstellung
der zu erfüllenden Bedingungen in verschiedenen
Bereichen der Vorrichtung erfolgen und dadurch gleiqhzeitig
durchgeführt werden können, erweist sich auch als vorteilhaft,
die wenn die Kontrolle und/oder die Herstellung der zu
erfüllenden Bedingungen nicht wie vorstehend beschrieben,
sondern auf eine beliebige andere Art und Weise erfolgen.
Unabhängig davon ist es in der Regel ein großer Vorteil, wenn
der Stoff seitlich in bestimmten Abständen (beispielsweise
alle 20 cm) ein wenig (beispielsweise 1 cm) eingeschnitten
wird. Dies kann beispielsweise durch (in den Figuren nicht
gezeigte) angetriebene Rundmesser geschehen, die seitlich am
Gestell 1 und/oder seitlich am Endlos-Förderband 45 und/oder
in dem zwischen dem Gestell und dem Endlos-Förderband liegenden
Bereich angeordnet sind. Ein solches Einschneiden des
Stoffes hat in der Regel den positiven Effekt, daß sich dadurch
gewisse Verzüge und Spannungen im Stoff selbständig
lösen, und daß der Stoff dadurch leichter in seine ordnungsgemäße
Lage bringbar ist. Dies kommt daher, daß durch das
Einschneiden des Stoffes in den meisten Fällen eine sogenannte
Webkante durchtrennt wird, die, weil der Stoff dort
verstärkt und dichter gewebt ist, weniger dehnbar ist als der
Rest des Stoffes und dadurch häufig die Ursache für eine
nicht ordnungsgemäße Lage des Stoffes auf dem Arbeitstisch
darstellt.
Die beschriebene Vorrichtung und das beschriebene Verfahren
ermöglichen es unabhängig von den Einzelheiten der praktischen
Realisierung, die Kontrolle und Herstellung der
Bedingungen, die zu erfüllen sind, damit das zu bearbeitenden
Material oder der zu bearbeitende Gegenstand tatsächlich an
der Stelle bearbeitet wird, an der er bearbeitet werden soll,
unter allen Umständen einfach, schnell und in der erforderlichen
Genauigkeit durchgeführt werden.
Bezugszeichenliste
- 1
- Gestell
- 2
- Stoffrolle
- 3
- Stoff
- 4
- Arbeitstisch
- 5
- Projektionseinheit
- 6
- Computer
- 7
- Person
- 31, 32
- projizierte Muster
- 33
- Stoffteil, das gerade herausgeschnitten wird
- 34
- bereits herausgeschnittene Stoffteile
- 41
- Kontroll- und Korrekturbereich auf 4
- 42
- Schneidebereich auf 4
- 43
- Abräumbereich auf 4
- 45
- Endlos-Förderband
- 61
- Eingabevorrichtung von 6
- 421
- Schneidevorrichtung tragendes Teil von 42