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DE974436C - Verfahren zur Herstellung korrosionsbestaendiger Geraete - Google Patents

Verfahren zur Herstellung korrosionsbestaendiger Geraete

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Publication number
DE974436C
DE974436C DEP48783A DEP0048783A DE974436C DE 974436 C DE974436 C DE 974436C DE P48783 A DEP48783 A DE P48783A DE P0048783 A DEP0048783 A DE P0048783A DE 974436 C DE974436 C DE 974436C
Authority
DE
Germany
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treatment
corrosion
passivation
acid
sulfuric acid
Prior art date
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Expired
Application number
DEP48783A
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English (en)
Inventor
Louis Guitton
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Societe dElectro Chimie dElectro Metallurgie et des Acieries Electriques Dugine SA SECEMAU
Original Assignee
Societe dElectro Chimie dElectro Metallurgie et des Acieries Electriques Dugine SA SECEMAU
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Filing date
Publication date
Application filed by Societe dElectro Chimie dElectro Metallurgie et des Acieries Electriques Dugine SA SECEMAU filed Critical Societe dElectro Chimie dElectro Metallurgie et des Acieries Electriques Dugine SA SECEMAU
Application granted granted Critical
Publication of DE974436C publication Critical patent/DE974436C/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C23COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; CHEMICAL SURFACE TREATMENT; DIFFUSION TREATMENT OF METALLIC MATERIAL; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL; INHIBITING CORROSION OF METALLIC MATERIAL OR INCRUSTATION IN GENERAL
    • C23CCOATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; SURFACE TREATMENT OF METALLIC MATERIAL BY DIFFUSION INTO THE SURFACE, BY CHEMICAL CONVERSION OR SUBSTITUTION; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL
    • C23C22/00Chemical surface treatment of metallic material by reaction of the surface with a reactive liquid, leaving reaction products of surface material in the coating, e.g. conversion coatings, passivation of metals
    • C23C22/05Chemical surface treatment of metallic material by reaction of the surface with a reactive liquid, leaving reaction products of surface material in the coating, e.g. conversion coatings, passivation of metals using aqueous solutions
    • C23C22/06Chemical surface treatment of metallic material by reaction of the surface with a reactive liquid, leaving reaction products of surface material in the coating, e.g. conversion coatings, passivation of metals using aqueous solutions using aqueous acidic solutions with pH less than 6
    • C23C22/48Chemical surface treatment of metallic material by reaction of the surface with a reactive liquid, leaving reaction products of surface material in the coating, e.g. conversion coatings, passivation of metals using aqueous solutions using aqueous acidic solutions with pH less than 6 not containing phosphates, hexavalent chromium compounds, fluorides or complex fluorides, molybdates, tungstates, vanadates or oxalates
    • C23C22/50Treatment of iron or alloys based thereon
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25DPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PRODUCTION OF COATINGS; ELECTROFORMING; APPARATUS THEREFOR
    • C25D11/00Electrolytic coating by surface reaction, i.e. forming conversion layers
    • C25D11/02Anodisation
    • C25D11/34Anodisation of metals or alloys not provided for in groups C25D11/04 - C25D11/32
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25FPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC REMOVAL OF MATERIALS FROM OBJECTS; APPARATUS THEREFOR
    • C25F3/00Electrolytic etching or polishing
    • C25F3/02Etching
    • C25F3/06Etching of iron or steel

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  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Cleaning And De-Greasing Of Metallic Materials By Chemical Methods (AREA)
  • Chemical Treatment Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung korrosionsbeständiger Geräte Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, um Geräte, besonders Behälter für korrodierende Substanzen der chemischen Industrie, korrosionsbeständig zu machen. Bekanntlich sind die im Handel befindlichen, sogenannten nichtrostenden Stähle, z. B. solche mit einem Chromgehalt von 15 bis 18°/o, 18 : 8 Chromnickelstahl (181/o Chrom und 81/o Nickel), 18:8-Molybdän-Kupfer-Stahl, gegen Schwefelsäure nur beständig, wenn es sich um höchstkonzentrierte Säuren (6o bis 65° Be) oder um sehr verdünnte Säuren (unter 61/o) handelt, und in beiden Fällen nur in der Kälte. Die Widerstandsfähigkeit gegen die konzentrierten Lösungen ist nicht einmal vollständig. Sie ist außerdem praktisch um so mangelhafter, als diese Lösungen hygroskopisch sind, da die an den Wandungen der Behälter über die Flüssigkeitsoberfläche hochkriechende Flüssigkeit die Luftfeuchtigkeit anzieht, dadurch verdünnt wird und dann zu starken örtlichen Korrosionen Anlaß geben kann.
  • Wenn die obenerwähnten Stähle auch eine gewisse Passivität gegen stark verdünnte Lösungen zeigen, so bleibt doch -die beobachtete Widerstandsfähigkeit wenigstens sehr unstabil.
  • Ähnlich liegen die Verhältnisse in bezug auf die Widerstandsfähigkeit dieser sogenannten nichtrostenden Stähle gegenüber anderen korrodierenden Substanzen wie Phosphorsäure, organische Säuren, Meerwasser, Hypochlorite und Chlorite der Alkalien in saurer Lösung u. dgl. Diese mangelnde Widerstandsfähigkeit tritt besonders in Erscheinung bei Apparaturen aus solchen nichtrostenden Stählen, die Schweißstellen enthalten und Teile, die in kaltem oder warmem Zustand deformiert oder gehämmert sind. Die den Schweißstellen benachbarten Zonen unterliegen immer einem stärkeren Angriff als die übrigen Teile des Metalls, was auf die Wiedererhitzung zurückzuführen ist, der die betreffenden Zonen unterworfen wurden. Die Gefahr wird noch erheblich vergrößert, wenn für die Lötung oder Schweißung eine Legierung verwendet wurde, die von derjenigen abweicht, aus der das zu lötende oder zu schweißende Blech selbst besteht (z. B. im Falle des Chrom-Mangan-Stahles). Aus dem Vorangehenden folgt, daß die Herstellung von Arbeitsgeräten oder Apparaturen, die dazu bestimmt sind, in Berührung mit korrodierenden Substanzen, insbesondere Schwefelsäurelösungen, , im Konzentrationsbereich zwischen etwa 4. und 6o° Be, zu treten, in der Industrie mit anderen Werkstoffen durchgeführt werden mußte, insbesondere mit keramischen Materialien, Glas, Holz und insbesondere Blei. Diese Werkstoffe besitzen aber leider eine völlig unzureichende mechanische Festigkeit und führen auch zu großen Schwierigkeiten in der Anwendung. Das für Schwefelsäure allein verwendbare Metall, das Blei, besitzt gar keine nennenswerte mechanische Widerstandsfähigkeit, ist teuer, schwer und wird allmählich auch durch die heißen Lösungen angegriffen.
  • Die bisher unternommenen Versuche, Geräte aus nichtrostendem Stahl gegen korrodierende Substanzen widerstandsfähig zu machen, führten nicht zu befriedigenden Ergebnissen. Das gilt z. B. von einem Verfahren zum Passivieren von nichtrostendem Stahl (deutsche Patentschrift 712 636), bei dem mit kalter verdünnter Schwefelsäure ein schwaches Dekapieren mit anschließendem Abspülen der gebildeten Flecken durch Wasser vorgenommen wird, wodurch jedoch nur eine ganz vorübergehende Widerstandsfähigkeit allenfalls gegen kalte verdünnte Schwefelsäure, nicht aber gegen die zahlreichen anderen korrodierenden Flüssigkeiten erzielt wird, mit denen in der Praxis zu rechnen ist. Entsprechendes gilt von der zum Entzundern und gleichzeitigen Passivieren empfohlenen Behandlung nichtrostender Stähle, bei der die Beizflüssigkeit nur so lange einwirken soll, als zur Entfernung des Zunders gerade notwendig ist. Eine solche nur oberflächliche Behandlung führt auch höchstens zu einer vorübergehenden, sehr begrenzten Passivität. Auch ein gleichfalls bereits beschriebenes Entzunderungsverfahren für nichtrostenden Stahl (deutsche Patentschrift 467 3o7), das mit einer Beizflüssigkeit aus flußsäure- oder fluoridhaltiger Säure arbeitet, dient nur dazu, der Oberfläche der entzunderten Gegenstände ein schönes Aussehen zu verleihen, bewirkt aber keinen zusätzlichen Korrosionsschutz. Bekannt ist schließlich in der T extilbleicherei das Auskorrodieren von Fehlstellen auf der Oberfläche von Geräten aus säurebeständigem Stahl durch mehrmalig abwechselndes Behandeln mit chlorhaltiger Bleichlösung (Korrosionsbehandlung) und mit Salpetersäure (Passivierungsbehandlung). Die Wirkung der auf diese Weise angestrebten Unterdrückung der punktförmigen Angriffe durch Chlorlösungen ist jedoch, wie die Erfahrungen mit dieser Behandlung gelehrt haben, eine verhältnismäßig oberflächliche und hält nicht lange vor. Das gilt besonders für die Schweißstellen, aber auch für die übrigen Flächenteile, die neben den punktförmigen Angriffsstellen liegen und an denen daher die Behandlungswirkung erst recht oberflächlich bleibt. Daher ist ein solches Auskorrodieren punktförmiger Fehlstellen bei der Chlorbleiche auch nicht geeignet, dem Angriff anderer korrodierender Substanzen in einer -den vielfältigen Beanspruchungen im praktischen Betrieb genügenden Weise Widerstand zu leisten.
  • Diesen Mängeln hilft die Erfindung ab durch eine Behandlung, die es gestattet, trotz der geschilderten starken Angreifbarkeit der sogenannten nichtrostenden Stähle gegenüber gewissen Säuren, insbesondere Schwefelsäure, diese Stähle zu Behältern und Geräten zu verwenden, die eine erheblich gesteigerte Widerstandsfähigkeit gegen korrodierende Substanzen, wie Phosphorsäure, organische Säuren, und andere korrodierende Medien, wie Seewasser Eau de Javel usw., insbesondere auch gegen Schwefelsäure aller Konzentrationen und bei mäßig erhöhten Temperaturen aufweisen. Die erfindungsgemäß vorgesehene Behandlung erstreckt sich sowohl auf die Einzelteile der Apparaturen als auch auf die ganzen Apparaturen selbst, die auf diese Weise gegen die Einflüsse korrodierender Substanzen, insbesondere Schwefelsäure, widerstandsfähig gemacht werden können.
  • Das Behandlungsverfahren besteht im wesentlichen in der Anwendung der Gesamtheit folgender Verfahrensschritte, die gemeinsam oder nacheinander durchgeführt werden: a) Man unterwirft die Oberflächen der Stähle, die später in Berührung mit den korrodierenden Substanzen, insbesondere Schwefelsäure, zu bringen sind, einem gleichmäßigen korrodierenden Angriff durch eine Säure, und zwar mit einer Gewichtsabnahme in der Größenordnung von 150 gJm2.
  • b) Man unterwirft dieselben Oberflächen entweder gleichzeitig mit der erwähnten korrodierenden Behandlung oder anschließend an diese einer Passiv ierungsbehandlung, die dem Metall ein elektropositives Potential gegenüber der Kalomel-Elektrode erteilt, z. B. indem man sie feuchter Luft aussetzt, oder mit Hilfe einer Säure oder vorzugsweise, indem man sie einer anodischen Behandlung unterwirft.
  • Die kombinierte Behandlung gemäß der Erfindung kann entweder auf die einzelnen Elemente der widerstandsfähig zu machenden Geräte angewendet werden, z. B. auf Bleche, aus denen Behälter oder andere Gerätschaften hergestellt werden sollen, oder auf die bereits fertiggestellten Gerätschaften oder Apparaturen selbst. Wenn die zum Aufbau einer Apparatur dienenden Einzelteile vor dem Zusammenbau behandelt werden, so ist es erforderlich, nach dem Zusammenbau die gegebenenfalls angelegten Schweißstellen zu dekapieren.
  • Nur die Kombination der angegebenen Verfahrensschritte gestattet es, den behandelten Gerätschaften eine bisher unerreichte Beständigkeit zu erteilen. Wenn man die in Rede stehenden Oberflächen nur einem der angeführten Behandlungsschritte unterwirft, so wird kein wesentliches Ergebnis erzielt.
  • Die korrodierende und die passivierende Behandlung von Bauelementen vor ihrem Zusammenbau kann in gewissen einfachen Fällen angewendet werden bei Geräten, die in der Kesselschmiede unter Verwendung einer geringen Anzahl von Schweiß- oder Lötstellen mit nicht sehr starker Kaltverformung hergestellt sind. Die erforderliche passivierende Dekapierung der Schweißstellen wird vorteilhaft mit einer Fluor-Salpetersäure-Mischung durchgeführt, z. B. von folgender Zusammensetzung: Natriumfluorid 0,4 bis 2 Gewichtsprozent, Salpetersäure von 36° Be io Volumprozent.
  • Die Mischung kann kalt oder warm angewandt werden. Warm wirkt sie viel schneller. Die Dekapierung geht sehr einfach vor sich, indem die Schweißstellen mit einem mit der Mischung getränkten Tuch mehrere Male eingerieben und dann 24 Stunden an einen feuchten Ort zum Eintrocknen gestellt werden.
  • Die Behandlungsdauer hängt natürlich auch von der Bandtemperatur und vom Oberflächenzustand des Metalls ab. Es erfordert z. B. ein gesandetes Blech oder ein Handelsblech, das nach dem Dekapieren ein oder mehrere Kaltwalzgänge durchlaufen hat, eine Behandlungsdauer von 30 Minuten in einem Bad von 6o° C und eine solche von 24. Stunden in demselben Bad in der Kälte. Die Dauer kann aber auch erheblich abgekürzt werden für ein einfach dekapiertes Blech, das nach der Dekapierung keinem Kaltwalzvorgang mehr unterworfen wurde. Die angegebene Mischung bildet ganz allgemein ein ausgezeichnetes Dekapierungsmittel für rostfreie Stähle, die einer Warmbehandlung unterworfen waren. Meistens ist es jedoch notwendig, die Korrodierungs- und,die Passivierungsbehandlung an der fertigen Apparatur vorzunehmen. In diesem Falle ist es nicht erforderlich, die Schweißstellen besonders zu dekapieren, da diese Wirkung dann selbsttätig im Laufe der beiden angeführten Behandlungen eintritt.
  • Wie bereits oben erwähnt, können die korrodierende und die passivierende Behandlung entweder gleichzeitig oder nacheinander erfolgen. Werden sie nacheinander vorgenommen, so muß die korrodierende Behandlung vorzugsweise mittels einer nicht oxydierenden Säure durchgeführt werden, z. B. mittels verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure. Die Behandlung kann auch, besonders wenn es sich darum handelt, den Stahl gegen die Wirkung von Phosphorsäure, organischen Säuren, Hypochloriten od. dgl. widerstandsfähig zu machen, mit Gemischen aus nicht oxydierenden und aus oxydierenden Substanzen durchgeführt werden, z. B. mit einer Lösung von Salzsäure und Salpetersäure, Fluor-Wasserstoffsäure und Salpetersäure, Natriumfluorid und Salpetersäure.
  • Die Dauer des Angriffes wird so geregelt, daß er zu einem Gewichtsverlust des Stahles von beispielsweise i5o g/m2 führt. Sie wechselt im allgemeinen je nach der Art des Stahles und der verwendeten Säure zwischen io Minuten und i Stunde in der Kälte. Die korrodierende Behandlung kann auch nur bis zu einem geringeren Verlust an Gewicht als dem oben angegebenen geführt werden, wenn das Metall bereits einem Angriff unterworfen worden ist, sei es im Laufe einer vor dem Zusammenbau erfolgten Behandlung, sei es, wenn es sich um ein Blech handelt, im Laufe seiner Dekapierungsbehandlung am Ende seines Fertigungsganges. Voraussetzung ist aber, daß die Wirkung dieser Korrosion nicht durch eine Wiedererhitzung oder eine schließliche Kaltwalzung zerstört worden ist.
  • Die auf diese erste Behandlung folgende Passivierungsbehandlung kann z. B. durchgeführt werden, indem die zu behandelnden Oberflächen einem nicht korrodierenden Oxydationsbad ausgesetzt werden, z. B. einer io°/oigen Salpetersäurelösung. Die Behandlung wird während i bis 48 Stunden durchgeführt, bis das Metall ein deutlich elektropositives Potential, vorzugsweise ein verhältnismäßig hohes Potential, gegenüber der Kalomel-Elektrode aufweist.
  • Die Passivierungsbehandlung mit Salpetersäure, die sich an die korrodierende Behandlung anschließt, erfordert gegebenenfalls 2 bis 3 Tage bei 30° C. In der Kälte kann die Behandlungsdauer in der Größenordnung von einer Woche liegen.
  • Die Behandlung der Geräte bietet keine Schwierigkeiten, wenn es sich um solche geringer Abmessungen handelt. In diesem Falle kann das ganze Gerät in die Passivierungsflüssigkeit eingetaucht werden, wobei die Passivierung dann sowohl innen als auch außen eintritt. Wenn die Abmessungen des zu behandelnden Gerätes zu groß sind, um dieses vollständig mit der Säure zu füllen, so kann die Behandlung auch in der Weise erfolgen, daß ein getrenntes Eintauchen oder Füllen von mehreren Teilen vorgenommen wird, die dann später durch Nieten, Schweißen oder in anderer Weise zusammengebaut werden. Dann ist es aber unbedingt erforderlich, daß die Vereinigungsstellen (Schweißstellen) der verschiedenen Teile einer passivierenden Dekapierung unterworfen werden, ebenso wie diejenigen Teile, deren Passivität während des Zusammenbaues zerstört worden sein kann, z. B. durch eine Wärmebehandlung, durch Nieten, Hämmern usw.
  • Jedenfalls bietet ein in der beschriebenen Weise behandeltes Gerät aus nichtrostendem Stahl eine silberglänzende Oberfläche von charakteristisch schönem Aussehen.
  • Das beste Verfahren zur Passivierung besteht darin, daß das Gerät mit Schwefelsäure einer Konzentration gefüllt wird, die etwa derjenigen gleich ist, gegen die die Widerstandsfähigkeit erzielt werden soll. Während der Füllung wird nun an - das Gerät eine Gleichspannung von 1,5 bis 2 Volt gelegt, derart, daß sein innerer Teil den positiven Pol bildet und eine Stromstärke in der Größenordnung von 5 Amp./m2 erhält. Praktisch erreicht man das dadurch, daß die Masse des Gerätes selbst an den positiven Pol der Stromquelle angeschlossen und in das Innere des Gerätes eine Kathode aus 18: 8-Molybdän-Stahl eingetaucht wird, bis sie sich nur wenige Millimeter vom Boden entfernt befindet, damit zu Beginn der Füllung die Korrosion nicht Zeit hat, an den unteren Teilen anzugreifen. Wenige Augenblicke nach der Beendigung des Füllens wird der Strom unterbrochen.
  • Die geschilderte anodische Behandlung ist insbesondere zur Erzielung einer Widerstandsfähigkeit gegen Phosphorsäure, organische Säuren, Meerwasser, Hypochlorite u. dgl. gleich vorteilhaft, ob dieser Behandlung nun eine Korrosionsbehandlung vorangegangen ist oder nicht.
  • In dem Falle, daß die korrodierende und die passivierende Behandlung gleichzeitig durchgeführt werden, besteht ein erstes Verfahren darin, daß man gleichzeitig die passivierende und korrodierende Wirkung gewisser Mischungen ausnutzt, wie sie die oben angegebene Fluor-Salpetersäure-Lösung darstellt. Die Anwendung dieser Mischung erfordert eine gewisse Überwachung : Die Passivierungswirkung hört nämlich auf, wenn der Gehalt der Lösung an Eisen- und Chromsalzen einen gewissen Wert übersteigt, so daß die Lösung also häufig erneuert werden muß. Gewisse Stahlarten, wie z. B. der i8:8-Molybdän-Stahl, erfordern eine Behandlung in der Wärme (6o° C). In diesem Falle ist die Korrosion verhältnismäßig schwach, in der Größenordnung von 50 g/m2 an vorher gesandeten Flächen. Die Verwendung von Königswasser aller Arten ist für diese gleichzeitig korrodierende und passivierende Behandlung unbedingt zu verwerfen.
  • Die wirksamste und sicherste Methode besteht darin, daß man die beschriebene elektrolytische Behandlung auch noch nach Beendigung der Füllung fortsetzt, so daß ein Gewichtsverlust in der Größenordnung von 5o bis 25o g/m2 eintritt.
  • Man füllt z. B. das Gerät, wie oben angegeben, steigert aber die Stromstärke auf einen hohen Wert, der bis ioo Amp./in2 gehen kann, in dem Falle, daß daß es sich um vorher gesandete Flächen handelt, die daher eine maximale Eignung für die Korrosion besitzen. Man setzt die Einwirkungsdauer mit derselben Stromstärke während etwa 15 Minuten nach Beendigung der Füllung fort, und senkt anschließend den Wert des Stromes auf einen sehr viel niedrigeren Wert, etwa von der Größenordnung von 3 Amp./m2, und hält diesen Wert während 2 bis q. Tagen aufrecht. Man kann die Behandlung auch erheblich kräftiger gestalten, indem man den Strom während q. Stunden auf der beim Füllen angesetzten Anfangsstärke hält, aber der Strombedarf und der Gewichtsverlust sind dann auch viel größer.
  • Bei allen bisher beschriebenen Behandlungen hat der physikalische Anfangszustand des Metalls nur eine untergeordnete Bedeutung, wenn man die Be handlungen an dem fertigen Gerät durchführt. Dif chemische Behandlung in dem Fluoridbad, ebensc wie die elektrische Behandlung - sei es nach der Korrosionsbehandlung oder gleichzeitig mii dieser -, wird erleichtert, wenn das Metall, au: dem das Gerät aufgebaut ist, bereits einer Korrosion unterworfen war, besonders, wenn sich daran eine Deformierungsbehandlung angeschlossen hat, wie beispielsweise ein Kaltwalzen. Die chemische Behandlung kann dann kürzer sein, und bei der elektrolytischen Behandlung kann die Stromstärke gesenkt und die Dauer abgekürzt werden.
  • Wenn man dagegen eine Behandlung des fertigen Gerätes vermeiden will, ist es notwendig, daß die zu seinem Aufbau verwendeten Bleche bereits gegen Korrosionswirkung, z. B. gegen Säure, passiv gemacht worden sind und daß diese Passivität nicht durch Kaltwalz= oder andere Verformungsmaßnahmen zerstört worden ist.
  • Die Behandlung des fertigen Gerätes, die im übrigen stets zu empfehlen ist, kann niemals umgangen werden, wenn die Apparatur auch warmer Säure widerstehen soll oder wenn -die Bleche Warmverformungen oder starken Kaltverformungen unterworfen werden müssen oder wenn man schließlich die Schweiß- oder Lötstellen nicht dekapieren kann.
  • Andererseits haben die verschiedenen geschilderten Behandlungsmethoden, und zwar sowohl, wenn Korrodierung und Passivierung einander folgen, als auch wenn sie gleichzeitig durchgeführt werden, nicht immer dieselbe Wirksamkeit, denn diese hängt auch von der Art des Stahles ab, aus dem die Apparaturwandungen bestehen, sowie von der Konzentration und der Temperatur der korrodierenden Substanzen, beispielsweise Schwefelsäure, mit denen die behandelten Flächen in Berührung kommen sollen.
  • So kann man z. B. mit einem Stahl von 15 % Chrom, aber ohne Nickel, ein befriedigendes Verhalten :der Geräte nur erreichen bei Gegenwart einer kalten Schwefelsäurelösung und unter der Bedingung, daß die Passivierungsbehandlung auf elektrolytischem Wege vorgenommen wurde.
  • Im Gegensatz dazu widerstehen die nichtrostenden Stähle mit i8% Chrom und 8% Nickel, die den oben angegebenen chemischen Behandlungen unterworfen wurden, recht gut Schwefelsäurelösungen aller Konzentrationen auch bei mäßig erhöhten Temperaturen. Um auch für höhere Temperaturen,die Widerstandsfähigkeit zu sichern, müssen die aus solchem Stahl aufgebauten Apparate unbedingt einer elektrolytischen Passivierungsbehandlung unterworfen werden.
  • Im folgenden werden einige Ausführungsbeispiele beschrieben: Beispiel i Zylindrischer Behälter aus nichtrostendem Stahl mit iß-% Chrom und 8% Nickel, bestimmt zur Aufnahme von kalter Schwefelsäure von ,4o° Be; Körper des Behälters längs einer Mantellinie geschweißt; Boden als flaches Stück mit rechtwinklig durch Hämmern umgebördelten Rändern mit dem Mantelteil verschweißt im Abstand von einigen Zentimetern oberhalb des unteren Teiles -des Gerätes. Die zum Zusammenbau verwendeten Bleche waren Handelsware, die,am Schluß der Fertigung einer Dekapierung unterworfen waren. Sie waren durch Schwefelsäure von 40° Be angreifbar.
  • Die Passivierungsbehandlung wurde auf chemischem Wege an dem fertiggestellten Gerät vorgenommen. Zu diesem Zweck wurde der Behälter bis zum Rand mit kalter Schwefelsäure von 40° Be gefüllt; er wurde i Stunde lang der Korrosionswirkung ausgesetzt, worauf er entleert und mehrere Tage an einem feuchten Ort stehengelassen wurde.
  • Nach dieser Behandlung war idie Innenwandung des Behälters vollkommen widerstandsfähig gegen die kalte Schwefelsäure von 40° Be, die sonst auf den Werkstoff die größte Korrosionswirkung ausübt. Beispiel :2 Dekapierungsbehälter aus nichtrostendem Stahl mit i8o/o Chrom, io% Mangan, 211/o Nickel und o,5'°/o Titan, bestimmt zur Aufnahme warmer Schwefelsäurelösungen von 2o° Be; Abmessungen des Behälters i - 2 m und i m Höhe; der Behälter enthält ein gewalztes und geschweißtes Schlangenrohr aus demselben Metall, das in der Wärme gewickelt und durch gewalzte Stützen an dem Behälterkörper befestigt ist. Die zum Aufbaudes Gerätes und der Schlange verwendeten Bleche waren Handelsware, die am Schluß der Fertigung einer Dekapierung unterworfen waren.
  • Das fertiggestellte Gerät wurde einer elektrolytischen Passivierungsbeharndlung unterworfen. Zu diesem Zweck wurde in das Innere des Behälters ein vertikaler Blechstreifen von etwa 2o - ioo cm Abmessungen eingesetzt, der bis auf einige Millimeter vom Boden abstand. Zwischen dem Behälter und dem Blechstreifen wurde eine Potentialdifferenz von 1,5 bis 2 Volt erzeugt mit Hilfe einer elektrischen Stromquelle, die einen Strom von 3 Amp. während 3 Tagen liefern konnte. Nun wurde das Gefäß unter Einschaltung eines Stromes von 3 Amp. mit Schwefelsäure von 2o° Be gefüllt und der Strom 3 Tage lang fließen gelassen.
  • Dann wurde das Gefäß entleert. Es konnte nach dieser Behandlung Schwefelsäurelösungen bis zu Temperaturen von etwa ioo° C aufnehmen, ohne daß irgendein Angriff der Wandungen erfolgte. Beispiel 3 Zylindrisches Gefäß entsprechend dem nach Beispiel i, aber aus Nickel-Chrom-Molybdän-Stahl, bestimmt zur Aufnahme von kalter Handelsschwefelsäure. Da das Gerät verhältnismäßig einfach war und die gestellten Anforderungen weniger groß, konnte es aus handelsüblichen Blechen des genannten Stahles aufgebaut werden, die vorher durch chemische Behandlung passiviert waren, so daß die Behandlung des fertigen Gerätes vermieden werden konnte. Es genügte vielmehr, das Gerät nach seiner Fertigstellung an den inneren Schweißgtellen mittels eines in die Fluor-Salpetersäure-Lösung getauchten Lappens zu dekapieren. Der Behälter wurde anschließend gespült und als widerstandsfähig gegen den Angriff kalter Handelssäure befunden.
  • Ein entsprechendes Ergebnis hatte sich auch erzielen lassen durch Dekapierung nur der Schweißstellen mit einem mit Königswasser getränkten Lappen. Die vorangegangene eigentliche Passivierungsbehan:dlung der Bleche vor dem Zusammenbau hat, wie bereits weiter oben erwähnt wurde, unter Ausschluß von Königswasser zu erfolgen.
  • Die folgenden Beispiele beziehen sich auf die Passivierung nichtrostender Stähle, insbesondere auch gegenüber weiteren korrodierenden Substanzen der oben angegebenen Art wie Phosphorsäure, organische Säuren (z. B. Essigsäure, Oxalsäure), Seewasser, Eau de javel usw. Beispiel 4 Zylindrisches Gefäß von 5001 Inhalt aus nichtrostendem Stahl mit 18% Chrom, 8% Nickel und 2'% Molybdän; der Körperdes Gefäßes war durch Lichtbogenschweißung längs zweier Mantellinien zusammengesetzt, der Boden aus einer rechtwinklig umgebördelten Platte an den Mantelteil im Abstand von einigen Zentimetern oberhalb des unteren Teiles des Gerätes angeschweißt. Die verwendeten Bleche waren Handelsware, die am Schluß der Fertigung einer Dekapierung und einem Kaltwalzgang unterworfen waren.
  • Das Gefäß wurde mit einer Mischung von Salpetersäure (io Volumprozent von 36° Be) und Natriumfluorid (i bis 2 Gewichtsprozent) gefüllt und die Mischung während 24 Stunden bei Zimmertemperatur auf die Innenwand wirken gelassen. Dann wurde die genannte Mischung durch eine io%ige Salpetersäurelösung ersetzt, die 48 Stunden lang bei Raumtemperatur einwirken gelassen wurde. Daraufhin wurde das Gefäß geleert, und es wurden Versuche über den Angriff verschiedener Säuren angestellt.
  • Es wurde festgestellt, daß das Gefäß vollkommen widerstandsfähig war, nicht nur gegen Schwefelsäure aller Konzentrationen (auch bei mäßiger Wärme), sondern auch gegen Phosphorsäure und Perchlorsäur e unter denselben Bedingungen. Ebenso widerstand das Gefäß in vollkommen zufriedenstellender Weise der Einwirkung von kaltem Eau de javel.
  • Es mag erwähnt sein, daß ein aus demselben Metall zusammengesetztes entsprechendes Gefäß ohne die angegebene Behandlung allmählich durch Eau de javel zum Rosten gebracht wird und daß es sehr schnell durch die oben angebenen Säuren angegriffen wird. Beispiel s Ein Gefäß aus nichtrostendem Stahl mit 18% Chrom und io% Mangan derselben Art wie das vorangehende wurde derselben Behandlung unterworfen. Es zeigt sich danach vollkommen widerstandsfähig nicht nur gegen verdünnte Schwefelsäure von 2o° Be (auch bei mäßiger Wärme), sondern auch gegenüber fo%iger Oxalsäure, ebenfalls selbst in der Wärme. Ein aus demselben Stahl mit 18'% Chrom und fo% Mangan aufgebautes und nicht in der geschilderten Weise behandeltes Gefäß unterliegt immer einem starken anfänglichen Angriff, wenn es unter den angegebenen Bedingungen in Berührung mit der Oxalsäure gebracht wird. Beispiel 6 Ein Gefäß, das,dem aus den beiden vorangehenden Beispielen entspricht, aber aufgebaut war aus Stahlblechen mit 18% Chrom, 13,°/o Nickel, 6% Molybdän und 3% Kupfer, wurde in derselben Weise behandelt und zeigt eine vollständige Widerstandsfähigkeit gegenüber warmen sauren Lösungen von Natriumchlorit, wie sie in der Bleicherei verwendet werden. Dasselbe Gefäß bedeckt sich, wenn es nicht behandelt wurde, nach einigen Stunden mit großen Rostflecken.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren, um Geräte aus nichtrostendem Stahl gegen korrodierende Substanzen widerstandsfähig zu machen, bei dem die Geräte einer Korrosionsbehandlung und einer Passivierungsbehandlung unterworfen werden, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens die mit .den korrodierenden Substanzen in Berührung zu bringenden Flächen der Geräte einer gleichmäßigen Korrosionsbehandlung mittels einer sauren Lösung unter so bemessenen Bedingungen der Konzentration, Dauer und Temperatur, daß die behandelte Fläche einen Gewichtsverlust in der Größenordnung von 15o g/m2 erleidet, und außerdem einer Passivierungsbehandlung unterworfen werden, bei der das behandelte Metall ein vorzugsweise relativ hohes, elektropositives Potential gegenüber der Kalomel-Elektrode erhält.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosionsbehandlung mittels einer fluorsalpetersauren Lösung, beispielsweise von 0,5 bis 2 Gewichtsprozent Fluornatrium und fo Volumprozent Salpetersäure 36° B8, durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Ansprüchen r und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Passivierungsbehandlung mittels einer oxydierenden Säure durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Passivierung durch eine anodische Behandlung in Schwefelsäure mit mehreren Amp./m2 erreicht wird.
  5. 5. Verfahren nach Ansprüchen i und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosions- und die Passivierungsbehandlung gleichzeitig mittels einer einzigen anodischen Behandlung in Schwefelsäure, zuerst mit hoher und dann mit niedriger Stromstärke, durchgeführt werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 712 636, 467 307; Zeitschrift »Elektrochemie«, Bd. 47 (194i), S. 441; Zeitschrift »Der Textilbetrieb», 1938, August, S. fi bis 16; Katalog »Remanit-Stähle« der deutschen Edelstahlwerke A. G. Krefeld, Februar i938.
DEP48783A 1945-09-15 1949-07-14 Verfahren zur Herstellung korrosionsbestaendiger Geraete Expired DE974436C (de)

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DE712636C (de) * 1937-02-23 1941-10-22 Budd Edward G Mfg Co Verfahren zum Passivieren von rostfreiem Stahl

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