DE9420038U1 - Implantateinrichtung - Google Patents
ImplantateinrichtungInfo
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Description
PRÜFER & PARTNER · PATENTANWÄLTE · EUROPEAN PATENT ATTORNEYS
AH1-9132.7 P/jM/is
Alexander Hartmann, Wilfried Schilli, Freiburg
Implantateinrichtung
In der zahnärztlichen Implantologie, bei der künstliche Implantate
zur Verankerung von festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz eingesetzt werden, werden häufig zylindrische rotationssymmetrische
Körper mit einem Schraubengewinde verwendet. Aus der CH 684 384 A5 ist eine Implantateinrichtung bekannt, bei der ein
derartiger zylindrischer rotationssymmetrische Körper als Implantatschaft in einen Kieferknochen einsetzbar ist. In dem dem Kieferknochen
abgewandten Ende ist ein Gewindesackloch vorgesehen, dessen Mittelachse mit der Mittelachse des Implantatschaftes zusammenfällt.
In das Gewindejsackloch kann eine Halteeinrichtung eingeschraubt werden, deren Mittelachse mit der Mittelachse des
Gewindesackloches zusammenfällt. An der Halteeinrichtung ist ein künstlicher Zahnersatz befeistigbar, dessen Kronenachse mit der
Mittelachse der Halteeinrichtung und des Gewindesackloches zusammenfallen sollte.
Die Plazierung des Implantates muß sich jedoch nach dem vorhandenen
Knochenangebot im Ober- bzw. Unterkiefer richten. Daher kommt es häufig zu Divergenzen zwischen der Implantatachse, der Mittel-
D-81545 MÜNCHEN, HARTHAUSER STR. 25d · Telefon (089) 640640 · Telex 522962 pruef d · Telefax (089) 6422238
achse des Implantatschaftes und der prothetisch notwendigen Kronenachse.
Bei der oben bekannten Implantateinrichtung kann diese Achsendivergenz durch auf den geraden Implantatschaft aufgebrachte
individuelle Zusatzteile ausgeglichen werden.
Die Zusatzteile machen das Implantat als Ganzes kompliziert und erhöhen auch die Kosten.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Implantateinrichtung
vorzusehen, mit der kostengünstig und einfach ein Zahnersatz an einem Kieferknochen befestigt werden kann, auch
wenn das vorhandene Knochenangebot ungenügend ist.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Implantateinrichtung zum Befestigen eines Zahnersatzes an einem Kieferknochen mit den
Merkmalen des Patentanspruches 1.
Durch das aufgeschraubte Einsetzwerkzeug wird die gewinkelte Implantateinrichtung
rotationssymmetrisch und kann ohne zusätzlichen Platzbedarf auch in enge Einzelzahnlücken eingeführt
werden.
Weitere Ausgestaltungen der Implantateinrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Weiter Merkmale und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung anhand der Figur.
Die Figur zeigt die Implantateinrichtung nach einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
Die Implantateinrichtung 1 weist nach einer Ausfuhrungsform der
Erfindung einen Implantatschaft 2, ein Einsetzwerkzeug 3 und eine Schraube 4 auf.
Der Implantatschaft 2, der in dem in dem Kieferknochen (nicht gezeigt) eingesetzten Zustand das eigentliche Implantat bildet,
ist mit einem Außengewinde 5 versehen. Konzentrisch zu dem Außengewinde 5 liegt die Mittelachse 6 des Implantatschaftes 2. An dem
Ende, das in dem in dem Kieferknochen eingesetzten Zustand dem Kieferknochen abgewandt ist, ist ein Kopf mit einem Vorsprung 7
gebildet, der die Außenform einer Achtkantmutter oder eines Achtkantschraubenkopfes
aufweist. Der Vorsprung 7 steht von einer oberen Oberfläche 8 des Kopfes hervor. Der Vorsprung 7 und die
obere Oberfläche 8 bilden eine Schulter. Die Achse senkrecht zu der oberen Oberfläche 8 ist gegenüber der Mittelachse 6 des Implantatschaftes
um einen vorbestimmten Winkel, beispielsweise um 20°, geneigt. Die Mittelachse des Vorsprunges 7 ist ebenfalls um
den vorbestimmten Winkel gegenüber der Mittelachse 6 des Implantatschaftes 2 geneigt. In dem Vorsprung 7 ist ein Gewindesackloch
9 gebildet. Die Mittelachse 10 des Gewindesackloches 9 fällt mit
der Mittelachse des Vorsprunges 7 zusammen.
Der vorbestimmte Winkel zwischen der Mittelachse 6 des Implantatschaftes
2 und der Mittelachse 10 des Gewindesackloches 9 bzw. der Mittelachse des Vorsprunges 7 entspricht dem Winkel, unter
dem das Implantat in den Kieferknochen eingesetzt werden kann, so daß die Mittelachse 10 des Gewindesackloches 9 bzw. die Mittelachse
des Vorsprunges 7 trotz ungenügendem Knochenangebot mit der Kronenachse des anzubringenden Zahnersatzes (nicht gezeigt) zusammenfällt
.
Das Einsetzwerkzeug 3 der Implantateinrichtung 1 weist einen im wesentlichen zylinderförmigen Schaft 11 auf. Das Einsetzwerkzeug
3 weist an einem Ende eine Ausnehmung 12 auf, die eine Innenachtkantform
derart aufweist, daß die Ausnehmung 12 auf den Vorsprung
7 im Paßsitz aufsetzbar ist. Die Mittelachse der Ausnehmung 12
ist gegenüber der Mittelachse 13 des zylinderförmigen Schaftes des Einsetzwerkzeuges um den gleichen Winkel geneigt, wie die
Mittelachse 10 der Sackbohrung 9 des Implantatschaftes 2.
Von einem Umfang des zylinderförmigen Schaftes 11 erstreckt sich
eine erste Bohrung 12 bis kurz vor die Ausnehmung 12. Eine Mittelachse
15 der ersten Bohrung 14 ist um den gleichen Winkel gegenüber
der Mittelachse 13 des zylindrischen Schaftes 11 des Einsetzwerkzeuges
3 geneigt, wie die Mittelachse 10 des Gewindesackloches 9 des Implantatschaftes 2.
An dem Ende, das dem Ende mit der Ausnehmung 12 gegenüberliegt,
ist an dem Einsatzwerkzeug 3 ein Handgriff 16 angebracht. An dem
Abschnitt der ersten Bohrung 14, der dem Boden der Ausnehmung 12
benachbart ist, ist eine zweite Bohrung 14 so vorgesehen, daß ein Loch 17 gebildet wird, dessen Durchmesser kleiner als der allgemeine
Durchmesser der ersten Bohrung 14 ist.
Die Schraube 4 der Implantateinrichtung 1 ist derart bemessen, daß die Schraube 4 in das Gewindesackloch 9 einschraubbar ist.
Der Innendurchmesser des Loches 17 ist so bemessen, daß der Gewindeschaft
der Schraube 4 durch das Loch 17 geht. Der Durchmesser
des Kopfes der Schraube 4 ist so bemessen, daß er nicht durch das Loch 17 der ersten Bohrung 14 paßt.
Die Benutzung der Implantateinrichtung geschieht wie folgt.
Zuerst wird ein Bohrschacht in den Kieferknochen an der Stelle gebohrt, an der der Zahnersatz angebracht werden soll. Die Richtung
des Schachtes richtet sich nach dem zur Verfugung stehenden Knochenangebot in dem Ober- oder Unterkiefer. Der Durchmesser des
Schachtes wird etwas kleiner als der Durchmesser des Implantatschaftes 2 gewählt. In den Schacht wird ein Innengewinde geschnitten,
das etwas kleiner als das Außengewinde 5 des Implantatschaftes 2 gewählt wird.
Die Tiefe des Schachtes wird um einen Gewindehub tiefer als die Länge das Implantatschaftes 2 gewählt. Das Einsetzwerkzeug 3 wird
so auf den Implantatschaft 2 aufgesetzt, daß die Mittelachse 6 des Implantatschaftes 2 mit der Mittelachse 13 des Einsetzwerkzeuges
3 zusammenfällt. Dadurch fallen die Mittelachse 10 des Gewindesackloches 9 und die Mittelachse 15 der ersten Bohrung 14
zusammen. Die Schraube 4 wird durch die erste Bohrung 14 in das Einsetzwerkzeug eingeführt, durch das Loch 17 gesteckt und in das
Gewindesackloch 9 so geschraubt, daß das Einsetzwerkzeug 3 fest mit dem Implantatschaft 2 verbunden ist.
Danach wird der Implantatschaft 2 in den in den Kieferknochen gebohrten Schacht durch Drehen an dem Einsetzwerkzeug 3 eingeschraubt.
Die endgültige Rotatxonsstellung des Implantatschaftes
• · ■·
2 wird so gewählt, daß die Ausrichtung der ersten Bohrung 14, die
sichtbar ist, in die Richtung zeigt, die mit der Kronenachse des aufzubringenden Zahnersatzes zusammenfällt. Es ist daher wichtig,
den Bohrschacht im Kieferknochen um etwa 1 mm tiefer aufzubereiten als der Implantatschaft lang ist, um bei einer Gewindesteigung
von 1 mm nötigenfalls jede unpassende Rotationsstellung durch tieferes Eindrehen korrigieren zu können. Dann wird die
Schraube 4 gelöst, so daß das Einsetzwerkzeug 3 von dem Implantatschaft 2 abgezogen werden kann.
Bei dem dann aufgesetzten Zahnersatz liegt die Kronenachse in der gewünschten Richtung, nämlich in der Richtung, die die Achse des
ersetzten Zahnes aufweist. Der Implantatschaft 2 dagegen ist in einer Richtung in dem Kieferknochen angeordnet, die durch vorhandenes
Knochenmaterial vorbestimmt ist. Die Mittelachse des Implantatschaftes 2 liegt also nicht notwendxgerweise in der Verlängerung
der Kronenachse.
Claims (8)
- ft ·• # ■ >Ansprüche1 . Implantateinrichtung (1) zum Befestigen eines Zahnersatzes an einem Kieferknochen,mit einem in den Kieferknochen einzusetzenden Implantatschaft {2), der in dem dem Kieferknochen abgewandten Ende ein Gewindesackloch (9) aufweist, dessen Mittelachse (10) in einem Winkel zu der Mittelachse (6) des Implantatschaftes (2) vorgesehen ist, und mit einem Einsetzwerkzeug (3) zum Einsetzen des Implantatschaftes (2) in den Kieferknochen, das mit einem ersten Ende so auf das abgewandte Ende des Implantatschaftes (2) aufsetzbar ist, das die Mittelachse (13) des Einsetzwerkzeuges (3) mit der Mittelachse (6) des Implantatschaftes (2) zusammenfällt.
- 2. Implantateinrichtung nach Anspruch 1,bei der der Implantatschaft (2) ein Außengewinde (5) zum Einschrauben in den Kieferknochen aufweist.
- 3. Implantateinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,bei der der Implantatschaft (2) auf dem dem Kieferknochen abgewandten Ende einen Kopf mit einem Vorsprung (7) in der Form eines Achtkantkopfes aufweist undbei der das Gewindesackloch (9) durch den Achtkantkopf hindurchgebildet ist.
- 4. Implantateinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der der Implantatschaft (2) an seinem dem Kieferknochen abgewandten Ende eine umlaufende Schulter aufweist, auf die das Einsetzwerkzeug (3) aufsetzbar ist.
- 5. Implantateinrichtung nach Anspruch 3 oder 4,bei der das Einsetzwerkzeug (3) an seinem ersten Ende eine Ausnehmung (12) mit einem Innenachtkant aufweist, in die der Achtkantkopf des Implantatschaftes (2) einsetzbar ist.
- 6. Implantateinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der das Einsetzwerkzeug (3) eine sich von einem Umfang erstreckende erste Bohrung (14), die in dem gleichen Winkel zu derMittelachse (13) des Einsetzwerkzeuges (3) geneigt ist, wie die Mittelachse (10) des Gewindesackloches (9) zu der Mittelachse (6) des Implantatschaftes (2) geneigt ist, und eine zweite Bohrung mit einem Durchmesser kleiner als der der ersten Bohrung (14), die die erste Bohrung (14) mit dem ersten Ende verbindet, aufweist.
- 7. Implantateinrichtung nach Anspruch 6,bei der eine Schraube (4) durch das Durchgangsloch (14) zum Befestigen des Einsetzwerkzeuges (3) an dem Implantatschaft (2) in das Gewindesackloch (9) einschraubbar ist.
- 8. Implantateinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der das Einsetzwerkzeug (3) an seinem dem ersten Ende abgewandten Ende einen Handgriff (16) zum Handhaben des Einsetzwerkzeuges (3) aufweist.
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