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DE906741C - Verfahren und Vorrichtung zur getrennten Entfernung der Cyanverbindungen und sonstigen fluechtigen Saeuren aus Gasen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur getrennten Entfernung der Cyanverbindungen und sonstigen fluechtigen Saeuren aus Gasen

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Publication number
DE906741C
DE906741C DEST1382D DEST001382D DE906741C DE 906741 C DE906741 C DE 906741C DE ST1382 D DEST1382 D DE ST1382D DE ST001382 D DEST001382 D DE ST001382D DE 906741 C DE906741 C DE 906741C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
washing
water
column
volatile
ammonia
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEST1382D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Josef Schmidt
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Carl Still GmbH and Co KG
Original Assignee
Carl Still GmbH and Co KG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Carl Still GmbH and Co KG filed Critical Carl Still GmbH and Co KG
Priority to DEST1382D priority Critical patent/DE906741C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE906741C publication Critical patent/DE906741C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors
    • C10K1/10Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with aqueous liquids

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur getrennten Entfernung der Cyanverbindungen und sonstigen flüchtigen Säuren aus Gasen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur getrennten Entfernung der Cyanverbindungen, insbesondere des Cyanwasserstoffes, und der sonstigen flüchtigen Säuren, insbesondere des Kohlendioxyds und Schwefelwasserstoffes, aus Gasen und Gasgemischen durch zwei aufeinanderfolgende Waschungen. Es ist bekannt, für die erste Waschung zur Entfernung der Cyanverbindungen reines, d. h. durch besondere Verfahren enthärtetes Wasser und für die zweite ,Waschung ein im Kreislauf zu verwendendes Absorptionsmittel, das durch Erhitzen wiederbelebt wird, zu benutzen. Die Anwendung zweier getrennter Waschstufen mit je einem gesonderten Waschmittel für die Cyanverbindungen einerseits und die anderen flüchtigen ;Säuren andererseits bezweckt hierbei das Fern-. halten von Cyanverbindungen aus dem Waschmittel der zweiten Waschstufe, weil .diese bei der späteren Erhitzung dieses Waschmittels zu seiner Wiederbelebung stark korrodierend wirken würden. Die Anwendung von reinem, d. h. härtefreiem Wasser in der ersten Waschstufe ist zur Vermeidung von Umsetzungserzeugnissen der Härtebestandteile mit dem Kohlendioxyd des Gases, die zu betriebsstörenden Ansätzen und Verkrustungen der Waschvorrichtungen führen würden, notwendig. In der zweiten Waschstufe ist diese Forderung praktisch dadurch erfüllt, daB ein und dieselbe Waschflüssigkeit dauernd im Kreislauf als Absorptionsmittel verwendet wird. Die Erfindung hat zum Ziel, das für die erste Waschstufe benötigte reine Wasser ständig neu im Betrieb selbst zu gewinnen, ohne daß besondere Behandlungen zu seiner Reinigung oder Enthärtung erforderlich sind. Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die in der zweiten Stufe des Verfahrens auftretende Wiederbelebung derWaschflüssigkeit durch Erhitzen mittels Heizdampfes vorgenommen wird und daß der Überschuß an Wasser, der dem Betrieb aus dem Kondensat dieses Heizdampfes zugeht, als Waschmittel zur Entfernung der Cyanverbindungen dient. Dieses Heizdampfkondensat, dem Wesen nach destilliertes Wasser, ist von vornherein ein reines, von Härtebestandteilen freies Wasser, und seine Anfallmen.ge ist im allgemeinen reichlich groß genug dafür, um die Cyanauswaschung mit ständig neuem Waschwasser zu beschicken, das nach seiner 'Beladung endgültig aus dem iBetrieb entfernt werden kann, in den meisten .Fällen als Abwasser, jedenfalls ohne .daß die Notwendigkeit vorliegt, aus Mangel an neuem Waschmittel für diese Stufe das abgehende Waschmittel ganz oder teilweise zu regenerieren und im Kreislauf wiederzuverwenden, was den Gesamtbetrieb stark verumständlichen und verteuern würde.
  • Bei dem Verfahren der Erfindung kann in der zweiten Waschstufe zur Entfernung der flüchtigen Säuren als Absorptionsmittel entweder eine W aschlösung, die ein flüchtiges Absorbens enthält, z. B. eine Ammoniakwasserlösung, oder eine Waschlösung verwendet werden, die ein nichtflüchtiges Absorbens enthält. Beispiele für solche nichtflüchtige Absorptionsmittel sind wäßrige Lösungen von gewissen alkalisch reagierenden Metallsalzen, wie Natrium- und Kalium:karbonaten, Boraten, Phosphaten, von Salzen schwacher organischer Säuren, von verschiedenerlei organischen Basen, etwa Äthanolaminen u. a. Bei Verwendung einer Ammoniakwasserlösung, also eines flüchtigen Absorptionsmittels, erfolgt die Wiederbelebung der Waschflüssigkeit, d. h. sowohl ihre Entsäuerung als auch die dabei notwendige Ammoniakabtreibung eines von der kreisenden Lösung abgezweigten Teilstroms, durch unmittelbar zugeführten Heizclampf, und das Abwasser dieser Abtreibung .dient als Waschmittel zur Entfernung der Cyanverbindungen in der ersten Waschstufe. Dies bedeutet also, daß sich hierbei das Kondensat des Heizdampfes mit einer :Betriebsflüssigkeit mischt und daß aus diesem Gemisch der der Kondensatmenge entsprechende Überschuß genommen und als reines Waschwasser im Verfahren ausgenutzt wird. Bei Verwendung einer ein nichtflüchtiges Absorbens enthaltenden Waschlösung in der zweiten Waschstufe erfolgt die Wiederbelebung der Waschlösung durch mittelbare Beheizung derselben mittel Wasserdampfes, und dann dient dessen isoliert bleibendes Kondensat selbst als Waschflüssigkeit für -die Entfernung der Cyanverbindungen in der ersten Waschstufe. !Die Vorrichtung für die Durchführung dieser letzteren Ausführungsform des Verfahrens kann in der Anordnung eines Dampfheizkörpers im Bodenteil der als Kolonne ausgebildeten Wiederbelebunggsvorrichtung und in der Verbindung des Dampfkondensatablaufs dieses Heizkörpers mit der Saugseite der Druck- und Förderpumpe für die Waschflüssigkeit des Cyanwaschers bestehen.
  • Bei dem Verfahren 'können die beiden Waschstufen unter atmosphärischem oder erhöhtem, auch untereinander verschieden großem Druck betrieben werden. Bei der Wiederbelebung kann je nach der Art und Konzentration des Absorbens atmosphärischer höherer oder niedrigerer Druck angewendet werden. Bei Verwendung einer Ammoniakwasserlösung als Absorptionsmittel ergibt ein höherer, also atmosphärischer Druck in der Wiederbelebung Vorteile für die Entsäuerung wegen .der weiter reichenden und leichter eintretenden Dissoziation.
  • Als Ausgangsgase des Verfahrens können die verschiedensten technischen Gase und Gasgemische in Betracht kommen, die entweder unmittelbar als Rohgase bestimmter Verarbeitungsprozesse anfallen oder die selbst schon das Erzeugnis einer Weiterverarbeitung irgendeines geeigneten Ausgangsstoffes sind. Zu Gasen der ersten Art gehören z. B. Kohlendestillationsgase, Schwelgase, Hydrier- und Synthesegase, Erdgase u. dgl.; zu Gasgemischen der zweiten Art gehören beispielsweise die aus einer Absorption oder Adsorption durch Wiederaustreibung anfallenden, an irgendwelchen Nutzstoffen, z. B. Kohlenwasserstoffen, angereicherten Gasgemische, Abfallgase oder -Gas-Dampf-Gemische von Destillationen, Stabilisierungen und Erzeugnisse von ähnlichen Prozessen. Die in das Verfahren eingeleiteten Gasgemische müssen zwar frei von groben Verunreinigungen wie Teer. Staub u. dgl. sein, können aber außer den Stoffen, die durch das Verfahren entfernt werden sollen, auch andere Stoffe, z. B. Ammonia-l:, enthalten, :die durch das Waschmittel der ersten Stufe mit erfaßt und entfernt werden würden.
  • In der Zeichnung sind mit Abb. i und z zwei verschiedene Ausführungsbeispiele von Einrichtungen, die zur Durchführung des Verfahrens geeignet sind, in schematischer Aufrißdarstellung wiedergegeben. Hierbei betrifft die Abb. i eine Ausführung für Verwendung einer Ammoniakwasserlösung und Abb. 2 eine Ausführung für Verwendung einer ein nichtflüchtiges Absorbens enthaltenden Waschlösung in der zweiten Waschstufe.
  • Bei der Ausführungsform nach A'bb. i wird das zur Verarbeitung gelangende Gas mit gewöhnlicher Temperatur und unter einem ,geeigneten, im allgemeinen überatmosphärischen Druck durch die Rohrleitung i in den als druckfeste Glockenboden-'kolonne ausgebildeten Waschturm 2 am unteren Teil eingeleitet und aus dem obersten Teil durch die Rohrleitung 3 weg und weiter bei q. in den unteren Teil eines zweiten, ebenfalls .druckfest und als Glockenbodenkolonne ausgebildeten Waschturms geführt, der aus dem unteren Kolonnenteil 5 und dem oberen Kolonnenteil 6 besteht. Es verläßt den letzteren oben durch die mit einem druckhaltenden Ventil versehene Rohrleitung 7 in fertig behandeltem Zustand. Die beiden Kolonnenteile 5 und 6 sind durch den Zwischenboden 8 getrennt, der nur den aufsteigenden 'Gasen und Dämpfen freien Durchtritt zu dem oberen !Kolonnenteil gewährt, aber die aus letzterem herabrieselnde Waschflüssigkeit abfängt und dem unteren Kolonnenteil fernhält. Der Waschturm 2 wird durch die Rohrleitung 9, die das Ventil io enthält, am oberen Ende mit reinem Wasser von gewöhnlicher Temperatur beschickt, das gemäß der Erfindung in später zu beschreibender Weise ständig neu gewonnen wird. Durch dieses Waschmittel werden in dem Waschturm :2 die Cyanverbindungen vollständig ausgewaschen. .Das beladene Waschwasser fließt aus dem Bodenteil der Kolonne :2 durch die Rohrleitung i i mit dem druckhaltenden Ventil 12 ab, das durch einen Höhenstandsregler 13 gesteuert wird. Dieses beladene Waschmittel wird, wenn es keine sonstigen Wertstoffe enthält, als Abwasser weggeführt; wenn es weitere Wertstoffe, z. B. Ammoniak, aus dem Gas mit ausgewaschen hat, muß es vor seiner Weggabe einer entsprechenden Aufarbeitung unterzogen werden. 'Dem oberen Teil 6 des zweiten Waschturms wird an der Spitze durch die Rohrleitung 1q. gleiches Waschwasser, wie es auf den Waschturm 2 aufgegeben wird, zugeführt. Diese beiden Waschwassermengen werden durch die .Steigleitung 15 gemeinsam herangeschafft und mengenmäßig durch die in den Rohrleitungen 9 und 1q. befindlichen Ventile io und 16 regelbar verteilt. Die auf den Kolonnenteil 6 aufgegebene Waschwassermenge verläßt ihn durch die an den Abfangboden 8 anschließende Rohrleitung 17 mit dem Ventil 18, das durch den Höhenstandsregler i9 gesteuert wird. Der untereKolonnenteil 5 wird an seinem obersten Boden durch die Rohrleitung 2o mit einer im Kreislauf geführten und in der untenstehenden Weise wiederbelebten Ammoniakwasserlösung berieselt. Diese durch die Wiederbelebung von Kohlendioxyd und 'Schwefelwasserstoff praktisch befreite Waschlösung absorbiert aus den aufwärts entgegenströmenden Gasen den größten Teil dieser beiden Verunreinigungsstoffe, indem sie an das Ammoniak der Lösung gebunden werden, und fließt mit ihnen beladen am Bodenteil der Kolonne 5 durch die Rohrleitung 2i und das Ventil 22 ab, das von einem Höhenstandsregler 23 gesteuert wird. Sie gelangt von der Rohrleitung 21 aus durch die zwei hintereinandergeschalteten Wärmeaustauscher 24 und 25 und wird .dann durch die Rohrleitung 26 auf die Entsäuerungskolonne 27 etwa im oberen Drittel ihrer Höhe, nach der Zeichnung auf ihren fünften Boden von oben her, eingeleitet. Das in der Kolonne 5 von dem aufsteigenden Gasstrom aus der übergerieselten Waschlösung aufgenommene flüchtige Ammoniak wird in den oberen ;Kolonnenteil 6 hineingetragen und durch das hier stattfindende Nachwaschen des Gases mit dem aus der Rohrleitung 1q. aufgegebenen reinen Wasser aufgenommen und dadurch zurückgehalten. Dieses ammoniakhaltig gewordene Waschwasser wird durch die Abgangsrohrleitung 17 der Entsäuerungskolonne 27 auf deren obersten Boden zugeführt. Die Kolonne 27 wird im allgemeinen unter atmosphärischem, gegebenenfalls auch höherem Druck .betrieben, der aber in diesem Fall niedriger als der in der Waschkolonne 5 und 6 herrschende überatmosphärische Druck ist; die erforderliche Druckminderung wird durch das Ventil 22 herbeigeführt. Im Innern der Kolonne 27 werden durch die Einwirkung von heißen wasserdampf- und ammoniakhaltigen Dämpfen, die in ihren Bodenteil durch die Rohrleitung q.o eingeleitet werden, Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff praktisch vollständig entfernt und schließlich an der .Spitze der Kolonne durch die Rohrleitung 51 frei von Ammoniak herausgeführt. Die mit ihnen abziehende Menge an Wasserdampf ist wegen der niedrigen Temperatur unerheblich gering und wird durch den an anderer Stelle des Systems auftretenden Zugang an Wasser ausgeglichen. Am Fuß der Entsäuerungskolonne 27 fließt die von den sauren Stoffen Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff befreite Waschlösung, die aber noch Ammoniak enthält, durch die Rohrleitung 28 ab. Von hier aus wird durch die abzweigende Rohrleitung 29 eine solche Teilmenge der Lösung, die der von der Waschkolonne 5 abgeflossenen und durch die Rohrleitung 26 auf die Kolonne 27 aufgegebenen Waschmittelmenge gleich ist, abgenommen, von der Pumpe 3o durch deren Druckleitung 3 i, die das handgesteuerte Ventil 3:2 enthält, zuerst durch den erwähnten Wärmeaustauscher 2q., dann zu ihrer völligen Abkühlung auf gewöhnliche Temperatur durch den mit Kühlwasser beschickten Kühler 33 gefördert und durch die anschließende Rohrleitung 2o erneut auf die Waschkolonne 5 aufgegeben. Diese Waschlösung vollführt also einen dauernden Kreislauf zwischen der Waschkolonne 5 und der Entsäuerunggkolonne 27. Die über diese kreisende Flüssigkeitsmenge hinausgehende Restmenge an Waschlösung, die aus der Kolonne 27 durch das Rohr 28 mit abgeflossen war, wird über die anschließende Rohrleitung 34 von der Förderpumpe 35 aufgenommen und durch deren Druckleitung 36, in welcher das von dem 'Höhenstandsregler 37 gesteuerte Regelventil 38 sitzt, auf den obersten ,Boden einer Ammoniakabtreibekolonne 39 gegeben. Diese Kolonne steht durch die von ihrer Spitze ausgehende Dämpfeleitung 40 mit dem Unterteil der Entsäuerungskolonne 27 in Verbindung. Im Bodenteil der Kolonne 39 ist die Dampfbrause 41 zur unmittelbaren Einführung von 'Wasserdampf vorgesehen, der durch das Ventil 42 als Frischdampf oder Abdampf zugeführt wird. Dieser Wasserdampf dient als 'Heizmittel für den Betrieb der beiden Kolonnen 39 und 27 und zugleich als Abtreibemittel für das in der Kolonne 39 verflüchtigte Ammoniak, das dann zusammen mit Wasserdämpfen durch die Rohrleitung qo in die Entsäuerungskolonne 27 übertritt, und für die in der Entsäuerungskolonne 27 vor sich gehende Entfernung der sauren Gase Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff. Am Fuß der Kolonne 39 ist das Ablaßrohr 43 mit dem Ventil 44 vorgesehen, das durch den Höhenstandsregler 45 gesteuert wird; dieses Rohr 43 dient zur Ableitung des etwaigen, Üm Betrieb immer nur geringen Überschusses an abgetriebener Waschflüssigkeit. Die Hauptmenge der durch die Kolonne 39 gegangenen Flüssigkeit zieht an ihrem Fuß durch die Rohrleitung 46 nach der Förder- und Druckpumpe 47 ab, wird durch deren Druckleitung 48, in. der .das handgesteuerte Ventil 49 sitzt, zuerst durch den erwähnten Wärmeaustauscher 25 und,dann zu ihrer völligen Abkühlung auf gewöhnliche Temperatur durch den mit ;Kühlwasser beschickten Kühler 5o gefördert und durch -die anschließende Rohrleitung 15 erneut auf die Waschkolonnen 2 und 6 aufgegeben. Diese Flüssigkeit ist die in der Kolonne 39 von allen flüchtigen Bestandteilen einschließlich des Ammoniaks durch Abtreiben völlig befreite, im dauernden Betrieb benutzte Waschlösung, also ein reines Wasser, dem das Kondensat des durch die Brause 41 unmittelbar zugeführten Heizdampfes beigemischt ist. Dieses Wasser bleibt im Betrieb auch dauernd rein, weil ihm im ,Beharrungszustand weder anderes Wasser noch irgendwelche Fremdstoffe, etwa aus dem Gas, zugeführt werden. Aus Abb. i ist zu erkennen, daß derjenige Teil dieser reinen Wassermenge, welcher durch die Rohrleitung 14 auf die Nachwaschkolonne 6 aufgegeben wird, ebenfalls einen geschlossenen :Kreislauf durch die ganze Anlage vollführt. Diese Kreislaufwassermenge wirkt im oberen Teil der Entsäuerungskolonne 27 als kalte Dephlegmationsflüssigkeit zur Niederschlagung und Zurückhaltung des aus dem unteren Kolonnenteil heraufgetragenen flüchtigen Ammoniaks; sie wird durch entsprechende Regelung der Pumpe 47 auf eine solche Größe eingestellt, daß die im Bodenteil der Kolonne 27 gesammelte bzw. durch die Rohrleitung28 abgezogene Waschlösung daselbst eine Temperatur von etwa 95 'bis 97° C besitzt. Andererseits wird die Zufuhrmenge an unmittelbar wirkendem Heizdampf für die Brause 41 durch das Ventil 42 so eingestellt, daß die Temperatur der Flüssigkeit im Bodenteil der Abtreibekolonne 39 etwa ioi bis 1o5° C beträgt. Die angegebenen Temperaturen in beiden Kolonnen 27 und 39 gelten für die Aufrechterhaltung von wesentlich atmosphärischem Druck in ihnen; bei höherem Druck würden sie natürlich entsprechend höher liegen.
  • Die durch die Pumpe 47 mitgeförderte Teilmenge von reinem Wasser, die die erwähnte Kreislaufmenge für den Nachwascher 6 übersteigt, ist diejenige Menge von reinem Wasser, welche durch die Rohrleitung 9 auf den obersten Teil des Waschturms 2 zur Cyanauswaschung aufgegeben wind. Es ist erkennbar, daß diese letztere Teilmenge aus dem Überschuß an Wasser herrührt, der dem Betrieb aus dem .Kondensat des bei 41, 42 zugeführten Heizdampfes zugeht. Im allgemeinen ist diese Zugangsmenge an Heizdampfkondensat reichlich groß genug, um den Bedarf des Waschturms 2 an Waschwasser zu decken. Die darüber hinaus verbleibende überschußmenge wird dann durch die Rohrleitung 43 am Fuß der Kolonne 39 aus dem Betrieb entfernt. Die Einrichtung nach Abb.2 für eine Ausführungsform des Verfahrens, bei der eine ein nichtflüchtiges Absorbens enthaltende Waschlösung in der zweiten Waschstufe verwendet wird, stimmt mit derjenigen nach Abb. i weitgehend überein und ist insoweit mit gleichen Bezugsziffern versehen. Sie unterscheidet sich von der Ausführung nach Abb. i zunächst dadurch, daß für die zweite Waschstufe des Ausgangsgases die Nachwaschkolonne 6 für das in der zweiten Waschstufe 5 in das gewaschene Gas hinein verflüchtigte Absorbens, d. h. dort flüchtiges Ammoniak, und .der dafür erforderliche Kreislauf von Waschwasser entbehrlich sind und daß deswegen auch die zweite Kolonne 39 der Abb. i für die Ammoniakabtrei'bung dieses Kreislaufwaschwassers bei Abb.2 wegfällt. Aus dem Ausgangsgas werden also nach Abb. 2 wiederum in dem ersten Waschturm 2 die Cyanverbindungen und in dem zweiten Waschturm 5 das Kohlendioxyd und der .Schwefelwasserstoff entfernt. Dabei spielt sich aber die zweite Phase des Verfahrens im wesentlichen nur in dem einheitlichen Waschturm 5 und in der Wiederbelebungskolonne 27 ab. .Demnach vollzieht sich der Kreislauf .der das nichtflüchtige Absorbens, etwa z. B. Kaliumcarbonat, enthaltenden Waschlösung von der Zufuhrrohrleitung 2o aus durch den Waschturm 5, über die Abgangsrohrleitung 21 durch die Wärmeaustauscher 24 und 25 und über die Rohrleitung 26 durch die Wiederbelebungskolonne 27 und weiter über deren Abgangsrohrleitung 28 durch die Pumpe 30 und durch den Wärmeaustauscher 24 und Schlußkühler 33 hindurch nach der AufgaberohrleitUng 20 zurück. Die Wiederbelebungskolonne 27 ist im Bodenteil mit .der mittelbar wirkenden Dampfheizschlange 53 ausgestattet, die frischen Heizdampf durch die mit dem Ventil 58 versehene Zufuhrleitung 54 zugeführt erhält. Das Kondensat dieses Heizdampfes gelangt aus der Heizschlange 53 in den ;Kondenstopf 55 und wird aus diesem durch die Druck- und Förderpumpe 47 aufgenommen, die es durch den Wärmeaustauscher 25 und Schlußkühler 5o über die Rohrleitungen 15 und 9 als reines Waschwasser auf .den obersten Teil des ersten Waschturms 2 fördert. Der von dieser anfallenden Kondensatmenge überschüssig bleibende Teil wird vor der Pumpe 47 durch die Rohrleitung 56 mit dem Ventil 57 abgezogen. Die kreisende Waschlösung, welche in dem Waschturm 5 die flüchtigen ;Säuren Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff aufgenommen hat, gibt diese bei ihrer Behandlung in der Wiederbelebungskolonne 27 durch die Erhitzung mittels des Dampfheizkörpers 53 ab und wird dadurch wieder in den ursprünglichen, erneut zum Auswaschen geeigneten Zustand versetzt. Die abgetriebenen Gase ziehen an der Spitze der Kolonne 27 durch die Rohrleitung 51 ab. 'Sie sind zwar, wenn eine wäßrige Lösung als Waschmittel verwendet wird, an dieser Abgangsstelle mit Wasserdampf gesättigt; da sie aber nahezu gewöhnliche oder nur wenig höhere Temperatur besitzen, ist dieser Verlust an Wasser in dem Kreislaufsystem sehr gering. Er wird zweckmäßig durch entsprechende Zugabe von Dampfkondensat aus dem Überschuß, der durch die Rohrleitung 56 abgenommen wird, ersetzt. Die Menge des im Kreislauf befindlichen Absorbens bleibt, weil es unter -den Bedingungen des Verfahrens nicht flüchtig ist, ständig gleich groß.
  • Die Vorrichtung zur Wiederbelebung der Waschflüssigkeit in der zweiten Phase .des Verfahrens muß nicht unbedingt eine Kolonne sein, da die für ihre Wiederbelebung wesentliche :Maßnahme eine Erhitzung ist. Der Betriebsdruck in dieser Wiederbelebungsvorrichtung wird, wenn die Waschung in der zweiten Stufe bei erhöhtem Druck stattfindet, zweckmäßig bei demgegenüber niedrigerem Druck durchgeführt, um die Druckminderung zur teilweisen Entgasung der Waschflüssigkeit mit auszunutzen; im allgemeinen wird wesentlich atmosphärischer ,Druck oder gegebenenfalls sogarUnterdruck in der Wiederbelebungsphase angewendet. Beispiel Bei einer Anlage nach Abb. i treten stündlich q.ooo Nm3 eines Gases mit 13 Volumprozent Kohlendioxyd und 1,5 g Cyanwasserstoff je Nm3 bei einem Druck von q.o atü und einer Temperatur von 25° C in den Cyanwascher 2 ein, .der am Kopf mit i m3 Reinwasser stündlich beschickt wird. Das Gas tritt aus dem Wascher 2 vollkommen cyanfrei aus und in den .Kohlendioxydwascher 5, 6 über. Auf ,den Unterteil 5 dieses Waschturms werden stündlich 25 1113 3o/oiges Ammoniakwasser und auf den Kopfteil 6 des Waschturms stündlich 6 m3 Beinwasser gegeben. Das mit diesen Waschflüssigkeiten behandelte Gas tritt bei 7 aus dem Waschturm frei von Kohlendioxyd und Ammoniak aus. Das am Fuß des Kolonnenteils 5 abgehende, mit Kohlensäure angereicherte Ammoniakwasser wird in der Entsäuerungskolonne 27, auf deren Kopf die vom Oberteil 6 des Waschturms ablaufende schwach ammoniakhaltige Lösung als Dephlegmationswasser aufläuft, von Kohlendioxyd praktisch vollständig befreit. Das Gemisch aus beiden Waschwässern sammelt sich im Unterteil der Entsäuerungskolonne 27; davon wird der größere Teil, d. h. 25 m3/h, nach vollständiger Kühlung auf den Kolonnenteil 5 des Kohlensäurewaschers wieder aufgegeben, während der restliche Teil, d.h. 6 m3/h, vermehrt um die in der Kolonne 27 niedergeschlagene Heizdampfkondensatmenge, auf den Abtreiber 39 aufgegeben und hier vom Ammoniak restlos befreit wird. Am Unterteil des Abtreibers 39 wird stetig eine Gesamtmenge von 6 m3/h abgetriebenem Ammoniakwasser plus 2 m3/h Dampfkondensatwasser abgezogen, und von diesem Gemisch, einem reinen Wasser, werden 6 m3/h auf den Oberteil 6 des Kohlendioxydwaschturms und i m3/h auf den Kopf des Cyanwaschers 2 gefördert, während i m3/h überschüssiges Dampfkondensatwasser zu anderweitiger Verwendung zur Verfügung steht.
  • Wenn das Ausgangsgas beispielsweise ein Kohlendestillationsgas mit Ammoniakgehalt üblicher Größe ist, so wird dieses Ammoniak in dem Cyanwascher 2 durch die angegebene Waschwassermenge vollständig mit ausgewaschen, da sie hierfür reichlich groß ist.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur getrennten Entfernung der Cyanverbindungen, insbesondere des Cyanwasserstoffes, und ider sonstigen flüchtigen Säuren, insbesondere :des Kohlendioxyds, aus Gasen und Gasgemischen durch zwei aufeinanderfolgende Waschungen, deren erste mit reinem Wasser und deren zweite mit einem im Kreislauf verwendeten Absorptionsmittel, das durch Erhitzen wiederbelebt wird, durchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß diese Erhitzung mittels Heizdampfes vorgenommen wird und der Überschuß an Wasser, der dem Betrieb aus dem Kondensat des Heizdampfes zugeht, als Waschmittel zur Entfernung der Cyanverbindungen dient.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i mit Verwendung einer Ammoniakwasserlösung als Absorptionsmittel in der zweiten Waschstufe für die Entfernung der flüchtigen .Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß die Ammoniakabtreibung des nach der Entsäuerung der .kreisenden Ammoniäkwasserlösung abgezweigten Teilstroms derselben durch .ihm unmittelbar zugeführten Heizdampf erfolgt und das Abwasser dieser Abtreibung als Waschmittel zur Entfernung der Cyanverbindungen in der ersten Waschstufe dient.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser der Ammoniakabtrei,bung zu einem Teil als Waschmittel zur Entfernung der Cyanverbindungen in der ersten Waschstufe benutzt und zum andern Teil unter Wiederverwendung in einem eigenen Kreislauf dem Gasstrom, der durch die zweite Waschstufe zieht, zwecks Nachauswaschung von flüchtigem Ammoniak entgegengeführt wird. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i mit Verwendung einer ein nichtflüchtiges Absorbens, z. B. nichtflüchtiges Alkali, enthaltenden Waschlösung in der zweiten Waschstufe für die Entfernung der flüchtigen Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß die Wiederbelebung der Waschlösung durch mittelbare Beheizung derselben mittels Wasserdampfes erfolgt und dessen Kondensat als Waschflüssigkeit für die Entfernung der Cyanverbindungen in der ersten Waschstufe dient.
  5. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch q., gekennzeichnet durch die Anordnung eines Dampfheizkörpers im Bodenteil der Wiederbelebungskolonne und durch die Verbindung seines Dampfkondensatablaufs mit der Saugseite der Druck- und Förderpumpe für die Waschflüssigkeit des Cyanwaschers.
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