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Verfahren und Maschine zum Bebändern von Zigarrenkistchen u. dgl.
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Einfassen der Kanten
von Kistchen mit Papierstreifen, die bezwecken, den gewöhnlich I0, 25, 50 oder 100
Zigarren enthaltenden Kistchen einen besonderen ansehnlichen Ausputz und bestimmtes
Herkunftsgepräge außer der sonstigen Ausstattung zu verleihen.
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Das Verfahren nach der Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß
das Bebändern über mehrere Bewegungsvorgänge durchgeführt wird.
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Dabei wird mit den vier Seitenkanten im Zuge einer von oben nach unten
verlaufenden Bewegung begonnen, innerhalb der das Kistchen durch Anlenk-, Anpreß-
und Umlenkmittel bestreift und zugleich die Papierstreifen abgeschnitten werden.
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Nach einer Drehung um 3600 werden dann die vier Bodenkanten im Verlaufe
einer im Achsmittel des Kistehens liegenden Drehbewegung der Bestreifung unterzogen
und darauf, nach einer Wendung des Kistchens um I800, die oberen Kanten in einem
unterteilten Vorgang mit Einschlagen durch Papieranlenk- und Umlenkrollen durch
Anpressen nach innen. Schließlich folgen die tiefer gelegenen Seitenteile und hierbei
gleichzeitig das Anlenken des mit seinen drei äußeren Kanten vorbebänderten Deckels
mit einem unteren und vielleicht auch mit einem oberen Leinenstreifen und dem Papierüberstreifen.
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In der Zeichnung ist eine Maschine dargestellt, deren Einrichtungen
die stufenweise Bebänderung der Kanten des Kistchens und des anzulenkenden Deckels
in sich vereinigt. Es zeigen Abb. I und 2 die Maschine im Schaubilde, Abb. 2a die
Kantenwandungen des Kistchens und des Deckels, Abb. 3 eine Zubringereinrichtung,
Abb. 4 das Anpressen des Deckels, Abb. 5 das Umlegen des Leinenstreifens, Abb. 6
eine Pendelschlagvorrichtung, Abb. 7 den Trockenvorgang,
Abb. 8
die Pendelschlagvorrichtung für eine Kante, Abb. g das Umlegen eines Streifens,
Abb. Io, Ioa und II die Deckelschließbewegung, Abb. I2 die Bebänderungeiner Kante
und Abb. 13, I4 und I4a die Deckelkantenbebänderung.
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Die Maschine besteht aus getrennten Einrichtungen für die Seitenkanten,
die Bodenkanten, die oberen Kanten und schließlich die Deckelkantenbebänderung und
das Anlenken des Deckels selbst.
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Das Kistchen I wird mit dem Boden nach oben flach von oben in einen
Förderschacht 2 eingeführt wo es durch Förderbänder 3 zwangsläufig abwärts gezogen
wird. Mittels Anlenkvorrichtung 4 wird auf diesem Wege ein beliebig bemusterter
Papierstreifen an die vier Seitenkanten a, b, c, d, zunächst in einer El)elle, angedrückt
und von Anpreß- oder Umlegerollen 5 rechtwinkelig umgelegt. Dabei wird der Kantenstreifen
von der Rolle 6 abgezogen.
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Im Weiterlauf werden nun Mittel ausgelöst, die diese vier Kantenstreifen
selbsttätig abschneiden und mit diesem Augenblick erfolgt gleichzeitig die Freigabe
des Kistchens aus einer Haltevorrich tung des Förderbandes 3. Das Kistchen I fällt
nun auf eine Drehscheibe 7, wo es unmittelbar festgeklemmt und durch diese Scheibe
um 3600 gedreht wird. Eine Anlenkvorrichtung mit Papierrollen 8 nimmt die Bestreifung
des Kistenbodens während der Drehl,ewegung der Scheibe 7 so vor, daß der Papierstreifen
hälftig angeklebt wird und hälftig hochsteht. Nun bewegt ein Ausstoßer g das Kistchen
zunächst nur um eine kurze Strecke in Richtung des Fließganges.
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Ntit diesem kurzen Weg wird der hochstehende Papierstreifen noch
zu der erforderlichen Überdeckung mit den bereits angeklebten hochstehenden Streifen
gebracht. Sodann erfolgt das Abschneiden des Streifens selbsttätig. Der Ausstoßer
9 setzt sich hierauf erneut in Bewegung und legt die noch hochstehende Kante e um,
wobei gleichzeitig die an den Kanten hochstehenden Ecken eingefalzt werden.
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Auf dem weiteren Ausstoßweg kommt auch die Kanten mit einem zugeordneten
Anschlag 10 in Berührung, wobei dieser auch diesen Streifen umlegt. Nun wird das
Kistchen mittels Ausstoßer 9 völlig auf das Förderband II geschoben. Die noch seitlich
hochstehenden Streifen g und h werden auf dem weiteren Förderweg von den Anlenkrollen
12 erfaßt und umgelegt. Am Ende dieses Förderbandes 11 fällt das Kistchen I auf
die schiefe Ebene 13, wo es von dem am Fuße befindlichen Anschlag 14 gezwungen wird,
sich um I800 um seine Längsachse zu wenden. Dadurch fällt es auf das Förderl)and
I5, von dem es im Weiterverlauf zu den beiderseitigen Anlenkrollen I6 und einer
Einschlagvorrichtung gebracht wird, die gleichzeitig die hochstehenden Kantenstreifen
i, k ablängt, abschneidet, anbiegt und nach innen umlegt.
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Jetzt wird das Kistchen 1 unmittelbar von dem Förderband I7 übernommen,
das es zum Anlenken des bereits gesondert bebänderten Deckels n an die Kante e des
Kistchens I zur Bebänderung bringt.
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Während des Anbringens des Deckels ist das Kistchen festgehalten.
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Eine Zubringeeinrichtung 18 (Abb. 3) bringt einen beiderseitig hälftig
beleimten Leinenstreifen 27 zwischen den Kisttnrand l und den Deckel n, wobei dieser
selbsttätig aus einem Stapel 19 herausgezogen und anschließend an den Kistenrand
I gepreßt wird durch das Ntittel zweier treibenden Rollen 28. Der Leinenstreifen
wird durch die unterhalb des Deckels 1 befindliche Anpreßvorrichtung 29 an den Kistenrand
l gel)reßt, wobei das obere Leinenstreifenteil 30 freisteht. Dieser Teil 30 wird
dann (Abb. 5) durch die Anpreßvorrichtung 31 ebenfalls an den Rand des Deckels gepreßt.
Darauf tritt eine Pendelschlagvorrichtung 20 (Al)b. 6) in Wirkung, die das Auflringeu
und Umlegen des abdeckenden Zierstreitens auf die Stoßkante des angelenkten Deckels
am Kastenrand besorgt.
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Die aus Preßkolben 36 und Hel)el 37 hestehende Pendelschlagvorrichtung
20 arbeitet in der Weise, daß ein auf einer Auflage 32 aufgelegter Zierstreifen
zunächst durch eine ülliche Absaugevorrichtung festgehalten wird, sodann dreht der
Preßkolben 36 die Gabel 37 um ihre Achse 33 um etwa 1800 bis zum Aufschlag auf die
hehänderte Stoßkante, wobei die Hälfte des Streifens nach innen überragt. Die noch
erforderliche Umlegunig nach innen besorgt nun eine Stoßvorrichtung 34.
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An Stelle der Vorrichtung I8 kann das Anbringen des Leinenstreifens
auch unter Wegfall der Vorrichtung I8 unmittelbar durch die Vorrichtung 20 erfolgen,
wobei der Vorgang der gleiche ist, lediglich zuerst ein Leinen- statt eines Zierstreifens
aufgelegt wird und dann sich der für den Zierstreifen geschilderte Vorgang wiederholt.
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Nun wird das Kistchen 1 wieder freigegeben und der nächsten Festhaltevorrichtung
zugeführt, wo es durch Zuklappen des Deckels n geschlossen wird. Zuvor kann eine
Warmluftzufuhr 35 die Klebestellen trocknen. Bei dem Vorgang des Zuklappens des
Deckels wird zuerst der Papierstreifen der Kante l so lange durch das AIittel 38
(Abb.g) festgehalten, bis der langsam durch die Umlegevorrichtung 2I (Abl). 10,
rosa) hochgedrückte Deckeln sich selbsttätig umlegen kann. Ehe der, Deckels zugeklappt
wird. l)ehcindert die Pendelschlagvorrichtung 22» (Alih. ) die Kante m und nach
dem Zuklappen in gleicher Weise die Pendelschlagvorrichtung 23 (Abb. 1 1) die Kante
o. In einem Zxvischenarbeitsgallg wurde der Deckel n auf seinen drei Kanten p, q
und r bebändert, indem er einer Durchzugsvorrichtung 24 (Abb. 12 und I3) unterzogen
wurde, dergestalt, daß ein Streifen 39 in einer Länge, die drei Kantenlängen entspricht,
durch den Deckel n selbst mittels einer aus Preßkolben und Druckkante bestehenden
Durchstoßvorrichtung 25 durch einen Schlitz 26 gezogen wird. Zunächst berührt nun
die Kante q den flach ausgelegten Streifen 39. Darauf gelangt beim weiteren Durchdrücken
des Deckels durch den Schlitz 26 der Streifen unter die Wirkung von Anlenkwalzen
4I, 40, durch die das Umlegen und Anklehen des Streifens 39 an die Kanten p, q,
r des
Kistendeckels n vor sich geht. Die Längswalzen 41 besorgen
dabei das Anlenken des Streifens an die Kante q, während die Querwalzen 40 ihn gleichlaufend
an die Kanten p, r anlegen, wobei sich die Ecken unter 450 einlegen (Abb. I3). Sodann
werden diese gleichlaufend zu den Kanten p, r stehenden Streifen noch vollends durch
Kegel- und Zylinderwalzen 42, 43 (14, I4a) beim weiteren Durchstoß des Deckels fl
an die Deckeiflächen angeklel)t.
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Hierauf fällt der dreiseitig bebänderte Deckel n auf einen Stapel
I9, von dem er, wie oben dargelegt. nach Bedarf herausgezogen wird.
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Aus der offenbarten Arlieitsweise beimBestreifen des Deckels n mit
einer Durchzugsvorrichtung 24 ergibt sich die Möglichkeit, diese auch für die Be-Abänderung
der Kistenkanten anzuwenden.
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PATEXTAXSPROCHE: I. Verfahren zum Einfassen der Kanten von Zigarrenkistcheii
u. dgl. mit Papierstreifen. dadurch gekennzeichnet, daß dieses Bebändern in mehreren
Bewegungsvorgängen durchgeführt wird, angefangen mit den vier Seitenkanten (a bis
d) des Kistchens (I) im Zuge einer von oben nach unten laufenden Bewegung innerhalb
des Kistchens (I) durch Anlenk-, Anpreß- und Umlenkmittel l)estreift die Papierstreifen
sogleich abgeschnitten werden und nach einer l)rehung um 3600 die vierBodenkanten
(e bis h) im Verlaufe einer im Achsmittel des Kistchens liegenden Drehbewegung der
Bestreifung unterzogen werden, nach Wendung um I800 die oberen Kanten (i, k) in
einem unterteilten Vorgang mit Einschlagen des Streifens durch Anlenk- und Umlenkrollen
nach innen angepreßt werden und hierauf die tiefer gelegenen Kanten (l, m) der Seitenteile
folgen, wobei gleichzeitig die Anlenkung des mit seinen drei äußeren Kanten (p q
r) vorbebänderten Deckels (n) mit Leinenstreifen und dem Papierüberstreifen vorgenommen
wird.