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'Steuer- und Antriebsvorrichtung für Schiffe Die Erfindung bezieht
sich auf eine Steuer- und Antriebseinrichtung für Schiffe, insbesondere solche mit
einem Doppelruder.
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Gemäß der Erfindung sind hei Schiffen mit zwei neheneinanderliegenden
Ruderblättern, zwischen denen der den Vorschub des Schiffskörpers bewirkende Wasserstrom
hindurchgedrückt wird, die Ruderblätter durch das Steuergestänge derart zueinander
verstellbar, (iaß die hinteren Teile der Ruderblätter einander mehr oder weniger
genähert werden können, um so den Durchgangsspalt für (las Wasser auf eine größere
oder kleinere Weite einzustellen, wodurch der Antriebseffekt des Wassers verändert
wird, wie auch die Ruderblätter in üblicher Weise zur Steuerung des Schiffes um
gleiche N1'inkel nach gleichen Richtungen hin ausschwenkbar sind. In praktischer
Durchführung des Erfindungsgedankens besteht bei einer Schiffssteuerung aus zwei
nebeneinanderliegenden Ruderblättern, zwischen denen der den Vorschub des Schiffes
bewirkende Wasserstrom hindurchgeführt ist, das Steuergestänge für die Ruderblätter
aus einem Gelenkfünfeck mit vier Stäben, von denen die zwei mit je einer der Schwenkachsen
der Ruderblätter verbunden sind, so daß die Schwenkbewegung auf die Ruderblätter
übertragen wird, undwobei ferner der Gelenkpunkt zwischen den beiden anderen Stäben,
die ihrerseits wieder an den beiden ersten Stäben angelenkt sind, derart verstellbar
gelagert ist, daß er gegen einen festen Punkt verschoben und gegen diesen verschwenkt
werden kann, so daB durch das Ausschwenken dieses Gelenkpunktes gegen den Festpunkt
die Ruderblätter nach der
gleichen Richtung ausgeschwenkt werden,
während' durch die Verstellung dieses Gelenkpunktes gegen den Festpunkt die Ruderblätter
in entgegengesetzter Richtung ausgeschwenkt werden.
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Die Erfindung ist nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläutert,
die verschiedene Ausführungsbeispiele wiedergibt. Es zeigt Fig. i eine schematisch
gehaltene Seitenansicht der Rudereinrichtung, Fig. 2 eine Draufsicht hierzu, Fig.3
bis 8 verschiedene Stellungen des Steuergestänges mit den zugehörigen Stellungen
der Ruderblätter, Fig. 9 eine Seitenansicht des Ruders mit einer Schiffsschraube,
Fig. io einen Schnitt nach Linie X-X der Fig. 9, Fig. i i die Anordnung der Steuereinrichtung
bei einem Schiffskörper mit Kreuzerheck, Fig. 12 einen Schnitt nach Linie XII-XII
der Fig. i i, Fig. 13 eine Seitenansicht einer kraftangetriebenen Steuereinrichtung,
Fig. 14 eine Draufsicht hierzu, Fig. 15 in teilweise geschnittener Ansicht ein Kommandogerät
für die Einrichtung nach Fig. 13 und 14 und Fig. 16 bis i9 Stellungsdiagramme der
Ruderblätter für verschiedene Stellungen des Kommandogerätes nach Fig. 15.
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Unter dem Heck 5 des Schiffskörpers nach Fig. i und 2 sind zwei Ruderblätter
1, 2 mit den das Heck 5 durchsetzenden Drehachsen aufgehängt. Die Achsen sind drehbar
im Heck gelagert und an den oberen Enden 6, 7 mit Schwenkarmen 8, 9 verbunden. Der
Arm 8 ist durch ein Gelenk 27 mit einem Lenker i i gekuppelt, während der Arm 9
durch ein Gelenk 28 an einem Lenker io angeschlossen ist. Die Lenker io und i i
sind durch einen Zapfen 13 miteinander verbunden. Den Zapfen 13 durchsetzt eine
mit ihm fest verbundene Büchse 14, in der ein Schwenkarm 15 geführt und durch sich
von beiden Seiten gegen die Büchse 14 legende Stellmuttern 16, 17 in seiner Lage
zur Büchse 14 gehalten ist. Durch Änderung der Lage der Stellmuttern auf dem Schwenkarm
15 kann somit die Lage des Armes zu der Büchse i4 eingestellt werden.
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Das rückwärtige Ende i5A des Armes 15 ist durch einen Drehzapfen 18
des Schiffshecks 5 geführt. Der Arm 15 ist in einer Bohrung des Drehzapfens 18 und
in der axialen Vorschubbewegung durch eine Mutter i9 begrenzt. In der äußersten
Vorschubstellung des Armes 15 liegt die Mutter i9 an dem Drehzapfen 18 an.
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Der Antrieb des Schiffes nach Fig. i und 2 erfolgt durch einen Wasserstrahl.
Eine nicht dargestellte Pumpe saugt Wasser durch eine Offnung im Schiffsboden an
und drückt dieses durch eine Leitung 20 in eine Expansionskammer 21. Diese Kammer
21 hat rechteckigen Querschnitt, dessen Breite nach den Ruderblättern hin zunimmt.
Das Ende der Expansionskammer ist durch schmale Seitenwände 22, 23 begrenzt. Die
Oberkanten der Ruderblätter liegen dicht unter einer waagerechten Platte 33, und
unter den Ruderblättern liegt eine den Raum nach unten abschließende Platte 32.
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Die Arbeitsweise der neuen Steuereinrichtung ergibt sich aus den Fig.
3 bis B.
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Bei voller Vorausfahrt ist der Steuerarm 15 bis zur Anlage der Mutter
19 an dein Drehzapfen nach vorn gezogen. In dieser Stellung nehmen die beiden Ruderblätter
eine der Richtung der Expansionskammer 21 folgende, parallele Lage ein urd bilden
die Fortsetzung der Seitenwände dieser Kammer. Das von der Pumpe in die Kammer 21
gedrückte Wasser fließt zwischen den Ruderblättern in der Richtung der Längsachse
des Schiffskörpers nach hinten. Der Wasserstrahl Nvird dabei durch die Ruderblätter
nicht abgelenkt, so daß das Schiff geradeaus fährt (Fig. 3).
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Durch Zurückschieben des Steuerarmes 15 in dem Drehzapfen 18 wird
auch der Zapfen 13 nach hinten verschoben, wodurch über die Hebel i 1, 8 bzw. io,
9 die Ruderblätter derart gegeneinander verschwenkt werden, daß sich ihre Endkanten
ie, 28 berühren (Fig. .I). Der aus der Kammer 21 austretende Wasserstrahl
kann nunmehr nicht zwischen den Ruderblättern 1, 2 austreten. Das Wasser wird abgelenkt
und fließt durch den Spalt zwischen der vorderen Kante 2A des Ruderblattes 2 und
der Kante 22 bzw. der vorderen Kante iA des Ruderblattes i und der Kante 23 in Richtung
der Pfeile 24, 25 ab. Da je-,veils die halb° Wassermenge in Richtung des Pfeiles
24 bzw. 25 abfließt, fährt das Schiff rückwärts.
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Zwischen diesen beiden Endstellungen der Ruderblätter liegt eine Zwischenstellung,
in welcher ein Teil des Wassers zwischen den Ruderblättern hindurchtritt, während
ein anderer Teil an den Vorderkanten der Ruderblätter austritt, und wobei die Resultierende
aus diesen beiden Wasserströmungen gleich Null ist, so daß also der Schiffskörper
stehenbleibt, obgleich der Antrieb mit voller Kraft arbeitet (Fig. 5). Um die Einstellung
des Steuerarmes 15 in diejenige Stellung zu erleichtern, die derjenigen nach Fig.5
entspricht, kann der Arm 15 mit einer Nut oder Aussparung versehen sein, in die
eine durch eine Feder belastete Kugel des Zapfens 18 einrastet.
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Wird der Arm 15 aus der Stellung nach Fig. 5 nach Steuerbord ausgeschNvenkt
(Fig. 6), dann stellt sich das Backbordruderblatt 2 in die achsparallele Lage, so
daß an seiner Vorderkante 2A kein Wasser austreten kann. Dagegen wird das Ruderblatt
i zur Freigabe eines größeren Austrittsspaltes zwischen seiner `'orderkante iA und
der Kante 23 ausgeschwenkt.
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Es verbleibt ferner ein Spalt zwischen den Hinterkanten ie und 211
der Ruderblätter. Es ergibt sich also noch eine Vorschubkomponente, die durch die
Vorwärtskomponente des Wasserflusses in Richtung des Pfeiles 26 ausgeglichen ist.
Die Querkomponente des Strahles in Richtung des Pfeiles 26 hat jedoch keine Gegenkraft,
so daß sich das Schiff nach Steuerbord dreht. Das Schiff dreht
sich
in Umlaufrichtung des Uhrzeigers auf der Stelle, solange diese huderstellung beibehalten
wird.
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Wird der Steuerarm 15 dagegen nach Backbord umgelegt, dreht sich das
Schiff in entgegengesetzter Richtung.
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Aus der Art des Antriebes folgt, daß die Geschwindigkeit der Drehbewegung
des Schiffes mit der Größe des Anschlages des Steuerarmes 15 zunimmt und in voller
Auslagestellung eine starke Reaktion eintritt. Auf das Schiff wirkt somit ein großes
Drehmoment und führt zu einem sofortigen und schnellen Schwenken.
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Aus der Stellung nach Fig.6 braucht der Steuerarm 15 nur zur Mitte
ausgerichtet und in dem Drehzapfen 18 verschoben zu werden, um eine Vorwärts- oder
Rückwärtsbewegung des Schiffes nach jeder Richtung des Kompasses einzustellen.
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\\'enn bei der vorbeschriebenen Steuereinrichtung die Lenker 8, 9,
io, i i von gleicher Länge sind, der :\bstand der Ruderachsen etwa die halbe Länge
dieser Lenker beträgt und der Drehzapfen 18 hinter der Verbindungsgeraden zwischen
den Gelenken 27 und 28 liegt, wird bei einer Drehung bei Vorwärtsfahrt das auf der
Außenseite des Bogens liegende Ruderblatt um einen größeren Winkel ausgeschwungen
als das auf der Innenseite liegende Ruderblatt. Dies zeigt Fig.7, in welcher der
Steuerarm i .s aus der Stellung nach l,' ig. i nach Backbord gelegt ist. Das Backbordruder
2 dreht sich dabei um einen größeren Winkel als das Steuerbordruder i.
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Das Drehen der Ruderblätter führt zu einer Ablenkung des zwischen
ihnen durchtretenden Wasserstrahles und damit zu einem Seitenschub im Winkel zur
Längsachse des Schiffes, und das Schiff beschreibt somit einen Vorwärtsbogen.
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Wird der Steuerarm 15 aus der Stellung nach Fig..I ausgeschwenkt,
so kann das Schiff auch bei Rückwärtsfahrt gesteuert werden. Die Seitenkomponenten
der in Richtung der Pfeile 24 und 25 (Fig. d) austretenden Wasserströme sind dann
nicht ausgeglichen, und das Heck des Schiffes wird somit je nach der Schwenkrichtung
des Armes 15 nach Backbord oder Steuerbord gedreht. Dabei bleibt jedoch die das
Schiff rückwärts treibende Kraft stets gleich.
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Fig. 8 zeigt die SchNvenkendstellung des Steuerarmes 15 nach Backbord
aus der Stellung nach Fig..l. In dieser Stellung der Ruderblätter setzt das Schiff
die Rückwärtsbewegung mit nach Backlord ausweichendem Bug fort.
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Die neue Steuereinrichtung et:gibt namentlich für Rückwärtsfahrt eine
gute Steuerbarkeit.
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Wird zur Erzeugung des Wasserstrahles eine 7entrifugalpumpe benutzt,
dann ist die Pumpe mit einer Antriebsmaschine mit hoher Drehzahl direkt gehoppelt,
und (las Pumpenrad kann mit einer höheren Geschwindigkeit angetrieben werden, als
dies für Schiffsschrauben üblicher Art möglich ist. Es entfallen alle Cbersetzungsgetriebe,
Rücklaufgetriel>e. Kupplungen, freiliegenden Wellen, und wegen der höheren Drehzahl
kann die Pumpe und i 'hi -e Antr«e i bsmaschine leichter gebaut werden als ein entsprechender
Schraubenantrieb. Hierdurch tritt eine «eitere Ersparnis an Anschaffungs- und Unterhaltungskosten
sowie Platzbedarf ein, und da nur eine kurze Welle mit ausgeglichenem Pumpenrad
als umlaufende Teile vorhanden sind, entfällt ferner jede Neigung des Schiffskörpers
zur Vibration oder Resonanz. Der Rückstrahlantrieb gibt weiter die Möglichkeit,
die Geschwindigkeit und Rückstoßkraft des Wasserstrahles derart einzuregeln, daß
die verlangte Geschwindigkeit des Schiffes erreicht wird.
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Dem angesaugten Wasser wird in der Pumpe eine große Geschwindigkeit
erteilt, die in der Expansionskammer so gemindert wird, daß sich ein Wasserstrahl
ergibt, der unter den gegebenen Voraussetzungen dem Schiff den besten Antrieb verleiht.
Ferner können die Ruderblätter 1, 2 zum Einstellen der Austrittsöffnung für den
Wasserstrahl benutzt werden, um bei einem Wechsel der Bedingungen auf einer besten
Geschwindigkeit bei entsprechender Rückstoßkraft zu halten.
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Der Rückstoßantrieb gewährt somit bei Linienfahrten mit stark schwankenden
Ladungsgewichten oder abnehmendem Ladungsgewicht zufolge der Abnahme des Brennstoffvorrates,
bei Bodenansatz oder Änderung der Windgeschwindigkeit eine höhe Wirtschaftlichkeit.
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Die Fig.9 und io zeigen die Anwendung der neuen Steuereinrichtung
für ein Schiff mit Schraubenantrieb. Hier haben die beiden Ruderblätter 1, 2 gegenüber
der Ausführung nach Fig. i und 2 eine leichte Abwandlung erfahren. Die Abwandlung
besteht in der Anordnung von Lappen an den Ober- und Unterkanten der Ruderblätter,
die gegen das jeweils andere Ruderblatt gerichtet sind. Die Lappen 29 des Ruderblattes
i haben etwa halbkreisförmige Gestalt, während die Lappen 30 des Ruderblattes 2
etwa die Form. einer Parabel haben und sich nur über etwa die hintere Hälfte des
Ruderblattes erstrecken. Diese Lappen bilden bei der Einstellung der Steuereinrichtung
auf Rückwärtsfahrt einen geschlossenen Behälter, aus dem der von der Schiffsschraube
herrührende Strom nach vorn und außen abgelenkt wird. Im übrigen entspricht die
Handhabung und Wirkung der Steuereinrichtung derjenigen nach Fig. i und 2. Diese
Anordnung ermöglicht die Übertragung der besseren und leichteren Steuerbarkeit der
Einrichtung nach den Fig. i und 2 auf Schiffen mit Schraubenantrieb.
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Bei Schiffen mit Schraubenantrieb mit einem sogenannten Kreuzerheck,
bei denen also die Schiffsschraube weit vor dem Heck liegt, kann zwischen der Schraube
und den Ruderblättern 1, 2 ein Kanal vorgesehen sein, wie dies in Fig. i i und 12
dargestellt ist. Der Kanal V, von kreisförmigem Querschnitt 31A an dem der Schraube
zugekehrten Ende, geht nach den Ruderblättern 1, 2 in rechteckigen Querschnitt über,
wobei jedoch der Querschnitt über die ganze Länge gleich bleibt. Die Ruderblätter
1, 2 bilden somit eine Fortsetzung der Seitenwände des Kanals 31, der im Bereich
der
Ruderblätter durch eine Bodenplatte 32 und eine Deckplatte 33 begrenzt ist. Hierdurch
ergibt sich die gleiche Wasserführung wie bei dem Rückstoßantrieb nach Fig. i und
2. Das Innenende 3iA des lZanals 31 ist mit Leitblechen 34 versehen. Diese Leitbleche
34 sind radial zu dem Kanal 31 ausgerichtet und so gestellt, daß sie den von der
Schiffsschraube kommenden Strom ohne Stoß aufnehmen und in glatter Strömung weiter
nach hinten leiten. Diese Leitschaufeln 34 führen zu einer wirtschaftlichen Ausnutzung
der Antriebsenergie der Schiffsschraube, indem sie die durch diese hervorgerufene
Wirbelströmung in einen Gleitstrom umformen und somit die Antriebskraft durch Abschwächung
der Wirbelung stärken.
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Die Fig. 13 bis 15 zeigen eine kraftbetriebene Steuereinrichtung für
die Verstellung des Armes 15 in bezug auf den Drehzapfen 18. Die Anordnung der Lenker
für die Bewegung des Doppelruders entspricht derjenigen nach Fig. i und 2, und für
die gleichen Teile sind übereinstimmende I3ezugzeichen verwendet worden. An dem
Ende 15A des Armes 15 ist ein Kolben 35 (Fig. 15) befestigt, der mit einer Bohrung
36 versehen ist. Der Kolben 35 ist in einem Zylinder 37 geführt, der auf dem Drehzapfen
18 angeordnet ist. Das Ende 37A des Zylinders 37 ist durch einen Schraubstopfen
38 verschlossen. Durch eine Leitung 39 ist der Zylinder 37 an eine Druckmittelquelle
angeschlossen, von der der Kolben 35 auf der linken Seite mit hohem Druck beaufschlagt
werden kann. Am Gegenende 37A des Zylinders ist eine Ablaßleitung 4o angeschlossen.
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Zur Durchführung der Schwenkbewegung des Armes 15 dient ein Kabelzug
41 (Fig. 13 und 14), der mit dem Steuerrad verbunden ist und von diesem bewegt wird.
Das Kabel 41 ist über Leitrollen 42, 43 geführt und an einen Führungsbogen angeschlossen,
der durch ein Hängelager 44A an dem Zylinder 37 befestigt ist. Durch den Kabelzug
wird somit der Zylinder 37 um den Drehzapfen 18 verschwenkt.
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Wie Fig. 15 erkennen läßt, ist der Arm 15 mit einer Umfangsnut 45
versehen, der in einer Bohrung des Drehzapfens 18 eine Kugel 46 zugeordnet ist.
Die Kugel 46 ist über ein Zwischenstuck 47 von einer Feder 48 belastet, deren Spannung
durch eine Stellschraube 49 einregelbar ist.
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Eine in der Führungsbohrung für den Arin 15 allgeordnete Packung 5o
verhindert den Verlust an Druckmittel längs des Armes 15.
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Das :\blaßrohr 40 ist an den Einlaß 51 eines Steuerventils 52 angeschlossen,
in dessen Körper 53 mit zylindrischer Bohrung 54 ein Plunger 55 untergebracht ist.
Die Bohrung 54 ist an dem rechten Ende durch einen Stopfen 56 verschlossen, in welchen
eine Ventilnadel 57 mit Spitze 58 verstellbar und durch eine Mutter 59 feststellbar
ist.
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Der Plunger 55 hat eine Sackbohrung 6o, die mit der,Spitze 58 der
Ventilnadel 57 zusammen arbeitet, und eine Umfangsnut 61, die mit der Bohrung 6o
durch Kanäle 62 und 63 in Verbindung steht.
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Der Ventilkörper 53 ist ferner mit zwei von der Bohrung 54 ausgehenden
Querbohrungen 64, 65 versehen, die an einen Auslaß 66 angeschlossen sind, der zu
dem Einlaß der Druckinittelquelle führt.
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Das Ende 55' des Plungers 55 ist durch einen Stift 68
gelenkig mit einem I=ielie1 67 verbunden, der seinerseits durch einen Zapfen
70 mit einer Stange 69 in Gelenkverbindung stellt. Das Ende 69A der Stange
69 ist mit dem Steuerhebel 71 des Schiffes verbunden.
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An dem Ende 67A ist der Hebel 67 mit einem Schlitz. 72 an einen Zapfen
73 geführt, der in einem Schlitz 74 des Gehäuses 75 eines hydraulischen Servomotors
verschiebbar ist.
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Der Servomotor 75 steuert die Lage des Zapfens 73 in Abhängigkeit
von dem Unterschied zwischen der Geschwindigkeit des Schiffes und der Geschwindigkeit
des Wasserstrahles in bezug auf das Schiff. Zu diesem Zweck ist der Servomotor an
der einen Seite durch eine Leitung 77 an ein Venturirohr 76 angeschlossen, das an
einer Schiffsseite im Wasser liegt. Die Geschwindigkeit des Schiffes wird durch
eine Meßuhr 78, die an die Leitung 77 angeschlossen ist, angezeigt. Die Gegenseite
des Servomotors 75 ist durch eine mit einer Meßuhr 82 versehene Leitung 81 an ein
zweites Venturirohr 79 angeschlossen, das unmittelbar hinter den Ruderblättern 1,
2 (Fig. 13) in dem _hitriebsstrom liegt.
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In der Einstellung des Stellhebels 71 nach Fig. 15 (Rückwärtsfahrt)
ergibt sich die dargestellte Lage des Hebels 67 und des Plungers 55. Das durch die
Bohrung 36 des Kolbens 35 fließende Druckmittel gelangt durch die 1_eitung 40, Anschluß
51, Ringnut 61 zu dem _\uslaß 66. Der Druck auf der rechten Seite des 1\"o11>ens
35 ist somit verhältnismäßig gering. während der Druck auf der linken Seite des
Kolbens 35 hoch ist. Der Kolben 35 bewegt sich somit unter dem Druckmittel nach
rechts (Fig. 15), so daß also die Ruderblätter 1, 2 die in Fig. 16 dargestellte
Lage einnehmen und das Schift rückwärts fährt.
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Wird der Handhebel 71 auf Halt gestellt, dann bewegt der um den Zapfen
73 scli\\-iiigende Hebel 67 den Plunger 55 aus der Stellung nach Fig. i5 nach links.
Die Bewegung `ist so groß, daß die Kante 83 der Ntit 61 sich an die linke Kante
der Bohrung 64 legt und somit der .\lifluLi durch diese abgesperrt wird. Das von
der Leitung4o kommende Druckmittel nimmt jetzt seinen Weg durch den Anschluß 51,
Ringnut 61 zu dem Sackloch 6o um die Ventilnadel 57 nach der Bohrung 65 und den
Auslaß 66. Da der Durchgang durch (las Sackloch 6o durch die Nadel 57 gedrosselt
ist, steigt der Druck auf der rechten Seite des Kolbens 35 an. Der Druck des aus
der E-"#p<insionslcammer 21 strömenden Wassers öffnet die Ruderblätter 1, 2,
da deren Drehachsen vor ihrer 1\litte liegen, und der Arm 15 wird aus der Stellung
nach Fig. 15 nach links verschoben, bis die Kugel 46 in die Rolle 45 einrastet.
Die Ventilnadel 57 ist so eingestellt, daß der Druckunterschied beiderseits des
Kolbens 35 in etwa durch (las Drehmoment der Ruderblätter ausgeglichen ist und diese
stehenbleiben.
Der Unterschied zwischen den beiden l-Zrä fiten wird
durch die Reibung in dem Übertragungsgestänge ausgeglichen. Die Ruderblätter nehmen
dann die Stellung nach Fig. 17 ein.
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Wenn der Handhebe171 auf Fahrtstellung gebracht ist, dann bewegt sich
der Plunger 55 so weit nach rechts, bis die Kante 84 der Ringnut 61 der linken Kante
der Bohrung 51 gegenüberliegt. In dieser Stellung ist der Abfluß des Druckmittels
durch die Leitung 4o völlig abgeschlossen. Der Plunger 55 bleibt jedoch wegen der
Bewegung des Zapfens 73 hinter dieser Stellung zurück. Wenn kein Druckmittel durch
die Leitung 4o abfließt, stellt sich auf beiden Seiten des Kolbens 35 der gleiche
Druck ein. Da aber die Kolbenfläche auf der linken Seite des Kolbens 35 um den Betrag
des Querschnittes der Kolbenstange 15 kleiner ist als die freie Koll)enfläche auf
der rechten Seite, und außerdem auf die Ruderblätter der Antriebsstrom einwirkt,
werden diese bis etwa zu der Stellung nach Fig. i9 ausgeschwenkt, die aber wegen
des Zurückbleibens des Plungers 55 nicht ganz erreicht wird. Die Ruderblätter schwingen
um die Stellung nach Fig. 18. Dieses Zurückbleiben des Plungers beruht darauf, daß
bei gegenüber der Schiffsgeschwindigkeit zu großer Strahlgeschwindigkeit der Zapfen
73 des Servomotors 75 nach rechts verschoben wird. Hierdurch wird ein Abschluß des
Ablasses verhindert, und durch den Druck des Wassers auf die Ruderblätter wird der
Abstand der Il interenden größer, wodurch der Durchgangsquerschnitt größer und somit
die Wassergeschwindigkeit geringer wird. Wenn jedoch die Geschwindigkeit des Wasserstrahles
gegenüber der Schiffsgeschwindigkeit zu klein ist für einen wirksamen Antrieb, dann
bewegt sich der Zapfen 73 nach links, und es verbleibt ein geringer Ablaß für (las
Druckmittel durch die Bohrung 6o, Kanal 65 und Auslaß 66. Der Kolben 35 wird durch
den auf seine linke Seite einwirkenden Flüssigkeitsdruck, der größer ist als derjenige
auf der rechten Seite, nach rechts verschoben, und die Ruderblätter 1, 2 nehmen
die Stellung nach Fig. 18 ein, in welcher ihre Hinterkanten etwas einander genähert
sind.
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Für volle Fahrt, unabhängig von der Vorschubkraft, wird die Geschwindigkeit
des Wasserstrahles gesteigert. Hierzu wird der Hebel 71 in die vordere Endstellung
verbracht, wodurch der Plunger 55 so weit verschoben wird, daß die Kante 84 der
Tut 61 erheblich jenseits der Bohrung 51 liegt und jeder Abfluß von Druckmittel
mit Sicherheit verhindert ist. Die Ruderblätter nehmen dann die Stellung nach Fig.
i9 ein.
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Die vorbeschriebene Steuereinrichtung kann in vielen Fällen auch zum
Verstellen der Schalträder unabhängiger Rudermaschinen benutzt werden.
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Die Lenkhebelsteuerung für die Ruderblätter 1, 2 läßt sich als Gelenkfünfeck
bestimmen, dessen eine Seitenstange fest steht,währenddieanderenStangen 1)eweglicll
sind. Dabei bildet die Verbindungslinie zwischen den beiden Drehachsen 6, 7 der
Ruderblätter den festen Stab, und die Stäbe 8 bis i i sind beweglich. Die Stäbe
8, 9 sind dabei um die Enden des festen Stabes schwenkbar. Der Kuppelzapfen 13,
der die beiden Stäbe io, ii verbindet, ist durch den Arm 15 geführt, der in dem
Drehzapfen 18 verschiebbar ist, so daß der Zapfen 13 radial gegen den Drehzapfen
18 verschoben werden kann. Der Drehzapfen 18 ist drehbar an dem Schiffskörper gelagert,
so daß der Arm 15 um einen festen Punkt des Schiffskörpers schwenkbar ist. Die Kuppelglieder
27 und 28 lassen sich als die beliebig beweglichen Gelenke des Gelenkfünfecks bezeichnen.
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Die Ruderblätter 1, 2 bilden die beiden Seitenwände des Strömungskanals,
dessen Boden bzw. Deckwand von den Platten 32, 33 gebildet wird, so daß die beiden
Ruderblätter einen bestimmten Raum begrenzen.