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DE82498C - - Google Patents

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Publication number
DE82498C
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
tannin
horn
vat
solution
liquor
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT82498D
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English (en)
Publication of DE82498C publication Critical patent/DE82498C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09JADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
    • C09J197/00Adhesives based on lignin-containing materials

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nachstehend beschriebenes Verfahren bezieht sich auf Verwerthung von Keratin oder verwandte Körper enthaltenden Stoffen, am besten von Abfällen, wie schlechtem Horn, Hufen, Klauen, Haaren und dergl., die sich mit geringen Kosten zu gut verwerthbaren Klebstoffen verarbeiten lassen.
Solche Körper, wie Hörner, Klauen und Hufe, werden in Wasser von über ioo° gelöst; diese Lösung wird durch den Gerbstoff der Ablauge der Sulfitzellstofffabrikation gefällt. Ein Theil der genannten Abfälle wird nicht völlig durch Wasser gelöst; dieser wird durch verdünnte Natronlauge in Lösung gebracht und wie oben angegeben ausgefällt. Die entstandenen Gerbstoffverbindungen werden dann in Wasser mit wenig Soda gelöst und als Klebstoff benutzt.
Bei der Fällung des Gerbstoffes unter Anwendung der Ablauge als solcher bleibt in der Mutterlauge aufser den nicht herausgefallenen stickstoffhaltigen Stoffen der gährungsfähige Körper der Sulfitablauge.
Beispiel:
In einem eisernen Kessel mit etwa 5 cbm Inhalt, welcher mit den nöthigen Armaturen und Mannlöchern zum Einfüllen und Entleeren und auch mit Vorrichtungen, um heifses Wasser und Dampf aus einem Dampfkessel hineinzupressen, versehen ist, befindet sich eine Auskleidung von Mauerwerk und Blei. In diesen Kessel werden Hornabfälle hineingeschüttet. Nach Verschliefsen des Kochers wird nun zunächst heifses Wasser in denselben hineingelassen und dieses, wenn nöthig, noch durch Dampf bis zur Temperatur von zweckmäfsig 110 bis 1400 erhitzt. Nach ungefähr 6 Stunden stärkeren Erhitzens enthält das Wasser mindestens 3 pCt. Horn gelöst. Durch einen Dampfstrom wird die richtige Temperatur aufrecht erhalten.
Das Horn u. s. w. wird nun durch Wasser unter Erneuerung des letzteren im Kocher unter vollständiger Erweichung allmählich bis auf einen in Wasser unlöslichen schlammigen Rückstand aufgelöst, welcher, nachdem zweckmäfsig ein mehrmaliges Nachfüllen von Horn stattgefunden hat, zeitweilig aus dem Kessel entfernt wird. Dieser Schlamm, wenn er noch gröfsere Mengen ungelösten Horns enthält, bedarf einer besonderen Behandlung. Er wird entweder wieder zum Lösen in den Kocher gebracht oder durch verdünnte (2 pCt.) Natronlauge unter häufigem Umrühren und bei dickeren Massen unter Erwärmung gelöst. In gleicher Weise können auch die ursprünglich in Anwendung kommenden Körper, besonders solche, die in Wasser schwierig zu lösen sind, schnell gelöst werden.
In grofsen Bottichen wird nun weiter zu diesen Lösungen unter Zusatz von Säure oder säurehaltigen Körpern, z. B. schwefelsaurer Thonerde, Ablauge von der Sulfitzellstofffabrikation oder nur der Gerbstoff von derselben geschüttet, bis keine Fällung mehr entsteht. Die Menge der Ablauge richtet sich nach der Menge des gelösten Horns, ζ. B. auf ein Mafs einer 5 proc. Lösung in der Regel Y2 Mafs der gewöhnlichen Ablauge von 1,05 spec. Gewicht. Die in den Bottichen durch den Gerbstoff entstandene Fällung setzt sich schnell ab

Claims (2)

und kann nach kurzer Zeit direct oder nach Entfernung des gröfsten Theils der Flüssigkeit oder auch noch nach dem Auswaschen mit Wasser benutzt werden. Diese Operationen der Lösung und Fällung von Horn oder auch des vorhin angegebenen Schlammes lassen sich zur Herstellung der Gerbstoffverbindung sehr vereinfachen, wenn die Hornkörper in sehr fein vertheiltem Zustande vorhanden sind. Sie werden in hohe, unten mit Siebvorrichtung versehene Bottiche geschüttet und die zur Bildung von Gerbstoffverbindungen angegebenen Flüssigkeiten (Sulfitlauge) von unten hindurchgelassen. Der ganze Bottich bleibt stets mit Flüssigkeit gefüllt und es findet nur ein sehr langsames Durchfliefsen statt, damit der Gerbstoff der Ablauge möglichst aufgenommen wird. Aus dem einen Bottich geht die Flüssigkeit, wenn sie noch Gerbstoff enthält, in einen zweiten ebenso gefüllten hinein. Ist in dem ersten überall der Hornkörper vollständig in die Gerbstoffverbindung verwandelt (durch seitliche Stutzen des Bottichs können stets Proben entnommen werden), was durch Lösbarkeit des Körpers in verdünnter Soda erkannt wird, so wird der Bottich geleert, mit neuem Stoff gefüllt und die Operation in gleicher Weise, nur mit dem Unterschiede fortgesetzt, dafs der bisherige zweite Bottich der erste wird und der neugefüllte der zweite. Die Fällung, sowie die anderen wie beschrieben erhaltenen Verbindungen des Gerbstoffes lösen sich sehr wenig in Wasser, aber meist schon kalt in sehr verdünnten kohlensauren Alkalien (Soda) auf. Diese Flüssigkeiten können nach der Concentration als Kleb- oder Appreturmittel verwendet werden oder werden auch durch geringen Zusatz von Säure oder sauren Salzen oder auch Thonerdesalzen aus der Lösung für sich gefällt und als Klebmittel benutzt. Patεnt-Ansprüche:
1. Verfahren zur, Herstellung von Klebstoffen aus Horn und hornähnlichen Stoffen mittels Sulfitzellstoffablaugen, darin bestehend, dafs man eine Lösung der Keratinsubstanzen (Horn, Hufen, Klauen, Haare und dergl.) durch Sulfitzellstoffablauge oder den daraus erhältlichen Gerbstoff in saurer Lösung fällt und die gefällte Keratingerbstoffverbindung in verdünnter Sodalösung auflöst.
2. Eine Ausführungsform des in Anspruch ι. gekennzeichneten Verfahrens, darin bestehend, dafs man die Keratinsubstanzen in fein vertheilter Form in die angesäuerte Sulfitzellstoffablauge einlegt, bis sie in verdünnter Sodalösung löslich geworden sind.
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