DE8104908U1 - Gasdiffusionsfestes rohr - Google Patents
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PATENTAMW ALTE "..*.!.. Dipl.-Phys. JÜRGEN WEISSE · Dipl.-Chem. Dr. RUDOLF WOLGAST
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Gasdiffusionsfestes Rohr
Die Neuerung betrifft ein gasdiffusionsfestes Rohr, dessen
Wandung aus einem inneren Wandungsteil aus einem flüssigkeitsfesten Kunststoff und aus einem äußeren Wandungsteil
aus einem stoßfesten Kunststoff zusammengesetzt ist.
Rohre dieser Art, insbesondere solche aus vernetztem Polyethylen, werden weithin als Leitungsrohre für heiße Flüssigkeiten,
insbesondere in Zentralheizungsanlagen, verwendet. Bei den Arbeitstemperaturen von Zentralheizungsanlagen diffundiert
Sauerstoff aus der Luft von außen her in das Innere solcher Rohre und wird darin von Wasser oder einem darin zur
Wärmeübertragung geförderten Medium aufgenommen. Auf diese Weise kommt der in der Flüssigkeit transportierte Sauerstoff
mit Metalloberflächen in der Anlage in Berührung, so daß diese oxidieren bzw. unter Rostbildung korrodieren. Rostpartikel
und andere oxidierte Metallteilchen können sich dann ablösen und werden als in dem wärraeübertragenden Medium
suspendierte Teilchen durch die Anlage gefördert, so daß sie
•i, 2. \ -
sich an Engstellen oder anderen Strömungswiderständen ablagern und eventuell Verstopfungen verursachen können. Aus
diesen Gründen ist es allgemein erwünscht, in Zentralheizungsanlagen gasdiffusionsfeste Rohre zu verwenden; bis
heute bekannte Rohre dieser Art sind jedoch aus verschiedenen Gründen ungenügend.
Ein bekanntes, aus zwei Schichten gebildetes gasdiffusionsfestes
Rohr (UK-PS 1 175 OO5) besteht aus Polyethylen und
Nylon. Eine solche Ausbildung des Rohres ist jedoch für Zentralheizungsanlagen nicht geeignet, weil es sich während
der Heizphase linear ausdehnt. Wird vernetztes Polyethylen eingesetzt, um die gewünschte Dimensionsstabilität zu erhalten,
so kann der sauerstoffdiffusionsfeste Nylonüberzug
darauf nicht mit Erfolg eingesetzt werden, da sich dessen linearer thermischer Ausdehnungskoeffizient zu weit von dem
des vernetzten Polyethylenrohres unterscheidet.
Ein anderes bekanntes gasdiffusionsfestes Rohr (UK-PS 1 171 122) enthält eine Zwischenschicht aus einer
Metallfolie, die sowohl das Rohr verstärkt, als auch das Diffundieren von Gasen verhindert. Jedoch sind solche Anordnungen
schwierig und teuer in der Herstellung, weil es Schwierigkeiten verursacht, den äußeren und den inneren
Teil des Rohres mit der Folie zu verbinden. Darüberhinaus ist auch die Installation solcher Rohre wegen ihrer inneren
Starrheit schwierig und auch deshalb, weil die in Zentralheizungsanlagen gebräuchlichen Anschlußstücke aus Kunststoff
im allgemeinen nicht zusammen mit Rohren mit Metalleinlage verwendet werden können.
Die Aufgabe der Neuerung besteht darin, ein Rohr der eingangs genannten Art zu schaffen, das im Gebrauch hinreichend
flexibel und unempfindlich gegen den Durchgang heißer Flüssigkeit
ist, wobei solches Rohr zweckmäßig in einem Schritt im Spritzgußverfahren herstellbar und leicht zu installieren
sein soll.
Neuerungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Zwischenschicht aus einem gasdiffusionsfesten Kunststoff
zwischen dem inneren und dem äußeren Wandungsteil angeordnet und mit beiden Wandungsteilen fest verbunden ist.
Vorzugsweise können der innere und der äußere Wandungsteil des neuerungsgemäßen Rohres sehr ähnliche lineare thermische
Ausdehnungskoeffizienten aufweisen und die Zwischenschicht wenigstens geringfügig elastisch sein. Dabei kann die
Zwischenschicht mit dem inneren und dem äußeren Wandungsteil verklebt sein.
Zweckmäßigerweise besteht bei dem Rohr nach der Neuerung der innere Wandungsteil und/oder der äußere Wandungsteil aus
einem vernetzten Polyolefin wie Polyethylen, wodurch die Dimensionsstabilität des Rohres bei erhöhten Temperaturen
günstig beeinflußt wird.
Bei dem neuerungsgemäßen Rohr kann die Zwischenschicht aus der Gruppe: Polyvinylalkohol, Polyacrylnitril, Polyvinylidenchlorid
ausgewählt sein; dabei hat sich Polyvinylalkohol als besonders brauchbar erwiesen. Da der Polyvinylalkohol jedoch
für sich nicht stoßfest ist, muß er durch eine Schicht aus einem stoßfesten Material geschützt werden. Die Schicht
aus stoßfestem Material muß unter diesen Umständen keine gasdiffusionsfeste Schicht sein, und es genügt dafür eine
verhältnismäßig dünne Schicht, sofern diese als solche hinreichende Festigkeit besitzt. Als stoßfeste Schicht kann
lineares Polyethylen oder vernetztes Polyethylen zur An-
wendung kommen.
Anstelle des Polyvinylalkohole oder Polyacrylnitril können
auch Copolymere aus Acrylnitril und thermoplastischen Polyestern, Polyamide oder chlorierte Polyvinylchloride die
Zwischenschicht bilden.
Die Auswahl des Materials für die Zwischenschicht des gasdiffusionsfesten
Rohres hängt im allgemeinen von der Atmosphäre ab, in der das Rohr zum Einsatz kommen soll.
Bei einer üblichen Zentralheizungsanlage ist es am wichtigsten, das Eindiffundieren von Sauerstoff in das wärmeübertragende
Medium zu verhindern. In bestimmten Umgebungen, z.B. in Laboratorien, kann es jedoch wichtig sein, die
diffusionsverhindernde Zwischenschicht so auszuwählen, daß die Diffusion von Halogenen wie Chlor oder die Diffusion
organischer Gase verhindert wird.
Diffusionsverhindernde Materialien wie Polyvinylalkohol wirken gleichzeitig' als Klebstoff und können so dazu dienen,
den inneren und den äußeren Wandungsteil fest miteinander zu verbinden. Falls' jedoch der stoßfeste äußere Wandungsteil
oder die Außenfläche des inneren Wandungsteils nicht -j
ohne weiteres an der diffusionsverhindernden Zwischenschicht anhaften, kann zusätzlich dazu ein Klebstoff verwendet
werden.
Soweit möglich, ist es erwünscht, das innere Wandungsteil, die diffusionsverhindernde Zwischenschicht und den äußeren
Wandungsteil koaxial nacheinander im Spritzgußverfahren zu erzeugen. Dabei ist es in einigen Anwendungsfällen zweckmäßig,
das gleiche Material, beispielsweise vernetztes Polyethylen, sowohl für den inneren Wandungsteil, als auch für
den äußeren, stoßfesten Wandungsteil einzusetzen. Dadurch
wird sichergestellt, daß beide Wandungsteile ähnliche lineare thermische Ausdehnungskoeffizienten besitzen. Wird beispielsweise
Polyvinylalkohol als Zwischenschicht verwendet, so kompensiert dessen gewisse Elastizität den geringen Unterschied
seines linearen thermischen Ausdehnungskoeffizienten.
Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung ist in den Abbildungen dargestellt und wird nachfolgend an Hand der Bezugszeichen
im einzelnen erläutert und beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 und 2 diagrammartige Querschnitte von
Segmenten zweier neuerungsgemäßer Rohre.
Figur 1 zeigt ein Rohr aus einem inneren Wandungsteil 1 aus vernetztem Polyethylen und einer damit fest verbundenen, das
Eindiffundieren von Sauerstoff verhindernden Zwischenschicht 3 aus Polyvinylalkohol, die wiederum mit einem stoßfesten
äußeren Wandungsteil 5 aus einem linearen Polyethylen fest verbunden ist..
Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
zwischen dem inneren Wandungsteil 1 und einer das Eindiffundieren von Sauerstoff verhindernden Zwischenschicht 3,
sowie zwischen dieser Zwischenschicht 3 und einem stoßfesten
äußeren Wandungsteil 5 aus Polyethylen eine Klebstoffschicht
21 bzw. V eingelagert.
Falls die Zwischenschicht 3 und das äußere Wandungsteil 5
nicht nach dem Spritzgußverfahren zusammen mit dem inneren Wandungsteil 1 hergestellt werden können, können sie auch
durch Aufsprühen, Eintauchen oder Umwickeln aufgebracht werden, je nach den Anforderungen. Die Zwischenschicht 3
sollte eine Stärke haben, die so groß ist, daß das Ein-
"» IQ «I
diffundieren von Sauerstoff wenigstens auf ein Fünftel, vorzugsweise aber auf ein Zehntel bis ein Hundertstel des
Wertes des inneren Wandungsteils 1 verringert wird.
Bei den nachfolgend beschriebenen Beispielen besteht das innere Wandungsteil 1 aus einem Rohr aus vernetztem Polyethylen
mit einem Außendurchmesser von 20 mm und einer Wandstärke von 2 mm. Die Rohre wurden mit verschiedenen
Zwischenschichten und einem stoßfesten äußeren Wandungsteil aus Polyethylen in einer Stärke von 0.3 mm versehen, und es
wurde die Sauerstoffdiffusion gegen eine Probe des unbehandelten
Rohres bzw. eines Rohres, das lediglich einen dünnen Auftrag eines Klebstoffs aufwies, der ohne Einfluß auf die
Sauerstoffdiffusion ist, gemessen. Die Versuchsergebnisse
sind in der folgenden Tabelle dargestellt.
Sauerstoffdiffusion durch nach der Neuerung zusammengesetzte Rohre im Vergleich zu einem Rohr aus vernetztem Polyethylen
Material und Dicke der Abnahmefaktor der Sauerstoff-Zwischenschicht 5
. diffusion
20
Polyvinylalkohol
Polyvinylalkohol
20/um <- η ρ
Polyacrylnitril "
40 /um <T 0 1
Polyvinylalkohol
^O /um .
Polyacrylnitril-Copolymer '' ^
40 /um / π ?
chloriertes Polyvinylchlorid ^
'^
1) Handelsname: Bazex
Ti
Es ergibt sich aus der Tabelle, daß besonders vorteilhafte
Ergebnisse mit einer Zwischenschicht 3 aus Polyvinylalkohol oder Polyacrylnitril einer Stärke zwischen 20 und 40 jam erhalten
werden. Die Sauerstoffdiffusion wird dadurch auf weniger als ein Zehntel der Sauerstoffdiffusion reduziert,
die bei dem Rohr aus vernetzten! Polyethylen mit einem Außendurchmesser
von 20 mm und einer Wandstärke von 2 mm ge- \ funden wird.
I
I
Beim Einsatz der neuerungsgemäßen Rohre stellt man in der Praxis fest, daß in den damit ausgerüsteten Zentralheizungsanlagen Korrosion in wesentlich geringerem Umfang eintritt,
was auch zu einer entsprechend geringeren Wartungshäufigkeit führt.
Da sich die diffusionsverhindernden Zwischenschichten 3 beim Herstellungsverfahren der Rohre aus vernetztem Polyethylen
aufbringen lassen, können die neuerungsgemäßen Rohre praktisch zu den gleichen Herstellungskosten gefertigt werden.
Dementsprechend können die Sauerstoffdiffusion verhindernden Rohre nach der Neuerung ohne besondere Kosten in Zentralheizungsanlagen
eingebaut werden und ergeben über längere ! Betriebszeiten beträchtliche Vorteile.'Die vergleichsweise
unstrukturierte, dünne Zwischenschicht 3 zur Verhinderung
der Sauerstoffdiffusion erlaubt eine größere Flexibilität im Vergleich zu solchen Rohren, die eine Metallfolie
zum gleichen Zweck enthalten. Schließlich erlaubt die Elastizität der Zwischenschicht 3 auch eine gute Abstimmung
der linearen thermischen Ausdehnungskoeffizienten der Wandungsteile des Rohres aufeinander.
Insgesamt wird durch die Verwendung der neuerungsgemäßen Rohre in Zentralheizungsanlagen deren Beständigkeit und Lebensdauer
beträchtlich erhöht.
-8-
Claims (6)
1. Gasdiffusionsfestes Rohr, dessen Wandung aus einem inneren
Wandungsteil aus einem flüssigkeitsfesten Kunststoff und aus einem äußeren Wandungsteil aus einem stoßfesten Kunststoff
zusammengesetzt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Zwischenschicht (3) aus einem gasdiffusionsfesten Kunststoff zwischen dem inneren
und dem äußeren Wandungsteil (1 bzw. 5) angeordnet und mit beiden Wandungsteilen (1, 5) fest verbunden ist.
2. Rohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der innere und der äußere Wandungsteil (1, 5) sehr ähnliche
lineare thermische Ausdehnungskoeffizienten aufweisen und die Zwischenschicht wenigstens geringfügig elastisch
ist.
3. Rohr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Wandungsteil (1) mindestens aus einem vernetzten
Polyolefin besteht. .
4. Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Wandungsteil (5) aus einem Polyolefin besteht.
5. Rohr nach Anspruch 3 oder 4-, dadurch gekennzeichnet, daß das Polyolefin Polyethylen ist.
-9-
'r- '9
6. Rohr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zwischenschicht (3) mit dem
inneren und dem äußeren Wandungsteil (1 bzw. 5) verklebt ist.
7· Rohr nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zwischenschicht (3) aus der Gruppe: Polyvinylalkohol, Polyacrylnitril, Polyvinylidenchlorid ausgewählt ist.
8e Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 7? dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenschicht (3) eine Stärke im Bereich von 10 jam bis ca. 60 jum hat.
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|---|---|---|---|
| DE19818104908 DE8104908U1 (de) | 1981-02-21 | 1981-02-21 | Gasdiffusionsfestes rohr |
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ID=6724927
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Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE8104908U1 (de) |
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1981
- 1981-02-21 DE DE19818104908 patent/DE8104908U1/de not_active Expired
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