DE807259C - Verfahren und Vorrichtung zur Massenherstellung von Betonwaren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Massenherstellung von BetonwarenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Massenherstellung von Betonwaren Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Betonwaren, insbesondere Dachstein in Nassen (etwa IOOOO Stück pro Tag und mehr), maschinell herzustellen unter Verwendung betongefüllter Formen und unter Anwendung von Vibrationen zum Ausbreiten und Verdichten des Betons in den Formen.
- Bisher hat man erst nach dem Einfiillell des Betons in die Formen durch Aufsetzen von Schwingungserregern auf die Formen den Verdichtungsvorgang durchgeführt. Dies hat u. a. insbesondere bei Dachsteinen den Nachteil, daß die Oberseite der gefüllten Formen, die bisher auch die Oberseite der Dachsteine bildete, nicht dicht genug ausfällt und deshalb durch Anstrich u. dgl. regenfest gemacht werden muß.
- Nach der Erfindung werden die Formen bereits während des Füllens in Schwingungen versetzt, wodurch neben einer gleichmäßigen Ausbreitung eine besonders undurchlässige, dichte Schicht am Boden der Formen, also auf der Unterseite der l)achsteine, erzeugt wird. Diese in der Form untenliegende Seite des I)achsteins wird aber nach einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch zur Oberseite des fertigen Dachsteins, daß die Nasen und Leisten oder sonstige Erhebungen nachträglich nach dem Füll- und Vibrationsvorgang auf die Oberseite der Form aufgesetzt werden. Während man also bisher die Nasen bereits bei der Herstellung der Formen berücksichtigte, wird durch das nachträgliche Aufsetzen der Nase nach der Erfindung die ursprüngliche Unterseite zur Oberseite des fertigen Dachsteins.
- Es wurde ferner gefunden. daß von der Vielzahl der möglichen Einstellung der Schwingungserregung nach Schwingungsweite und Schwingungszahl sowie Phasenlage ganz bestimmte Optimale Vibrierbedingungen zur Erzielung einer gleichmäßigen Ausbreitung und Verdichtung des Gutes eingehalten werden müssen. Nach der Ertindung wird das Füllen der Formen bei Einhaltung einer wesentlich senkrechten Stoßrichtung der Schw i iigungsregel ung durchgeführt, wogegen nach dem Füllen, beispielsweise durch Wahl einer anderen Phase und Drehzahl der Erregung, eine schräg nach vorwärts gerichtete und gegen Ende der Verdichtung eine wesentlich horizontale Stoßrichtung gewählt wird. Da Füllvorgang und Verdichtungsvorgang zweckmäßig auf einem einzigen Vibriertisch nach der Erfindung durchgeführt werden. so kann durch entsprechende räumliche Verteilung der Schwingungserreger unter der Tischplatte auch die Schwingungsweite vom einen Ende des Tisches zum anderen, in der Bewegungsrichtung der Formen gesehen, allmählich abnehmen.
- Ferner hat es sich als zweckmäßig erwiesen, Schwelungen über die gesamte Länge des Vibriervorganges zu erzeugen, beispielsweise durch Änderung der Drehzahlen der Schwingungserreger.
- Durch diese Schwebungen wird eine besonders intensive Verdichtung und gleichmäßigere Verteilung deS Füllgutes erreicht.
- ÄVie an Hand eines Ausführungsbeispieles des näheren erläutert, erfolgt die Füllung der Formen in automatisch abgemessenen Mengen des Füllgutes. wobei auch eine stufenweise Füllung der Formen, gegebenenfalls mit verschiedenem Füllgut in jeder Füllstufe, durchgeführt werden kann. Es können dadurch Betonkörper in Schichten aufgehaut und diese Schichten untereinander verschieden hinsichtlich der Porosität und Dichte ausgebildet werden. Insbesondere ist die Ausbildung einer besonders feinkörnigen und dichten Oberfläche der 13etonkörper möglich. tu Hand einer in der Zeichnung wiedergegebenen Vibriervorrichtung für die Massenherstellung von l)achsteinen sei das Verfahren der Erfindung und die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens an Hand der Abbildungen näher beschrieben.
- I)ie Abb. l zeigt einen Schnitt und teilweise eine Seitenansicht nach der Linie 1-1 der Abb. 2; die Abb. 2 zeigt den Gegenstand der Erfindung im Grundriß nach der Linie II-II der Abt. 1 ; die Nhl). 3 zeigt im Schema eine vollständige Betondachsteinanlage. Für diese letztere Abbildung sind andere Bezugszeichen gewählt worden.
- In Al)l). 1 und 2 ist mit I der Rüttel- oder Vibriertisch hezeichnet, auf dem die Formen 2 zweckmäßig in mehreren Reihen beweglich angeordnet sind. Mit Hilfe der dem Tisch gegebenen Schwingungserregung bewegen sich die Formen 2 von links nach rechts über den Tisch hinweg. Hierbei gleiten oder rollen sie in besonderen Bahnen oder Nuten (nicht gezeichnet), um ein Tanzen der Formen auf dem Tisch zu verhüten. unter dem Tisch I sind mehrere unausgeglichene Schwungmassenpaare 3 mit den Scheiben 4 vorgesehen, die durch den Motor 5 in schnelle Umdrehungen versetzt werden. Am Ende des Tisches I sind besondere Massen 6 sowohl in vertikaler als auch horizontaler Richtung verstellbar angeordnet, um den Schwerpunkt des gesamten Vibrationstisches verstellen zu können und damit eine Änderung der Schwingungen von einem Ende des Tisches zum anderen zu erreichen. Der Tisch I ist in bekannter Weise auf Federn 7 ahgestützt oder aufgehängt.
- Nach der Grundrißdarstellung der Abb. 2 sind je zwei Formen in an sich bekannter Weise zusammengefaßt.
- Der gesamte Vibriertisch mit seinen Schwingungserregern und Federn ist so ausgeführt, daß sich seine Schwingungen nicht der unmittelbar über dem Tisch angeordneten Füllvorrichtung 8 mitteilen können. Durch Anordnung eines Dreigelenks kann der Tisch nach allen Richtungen beweglich ausgebildet sein, um die Formen nötigenfalls während des Füllens schwenken zu können.
- Es ist aber auch möglich, jede einzelne Form für sich schwenkbar auf der Tischplatte anzuordnen.
- Die automatische Füllvorrichtung zum Füllen der leeren Formen mit einer Betonmischung besteht im wesentlichen aus dem Füllbehälter 8 (Abb. I), einem zweckmäßigerweise darin angeordneten Rührwerk 9 und den sich daran anschließenden, der Anzahl der gleichzeitig zu füllenden Formen angepaßten Füllhälsen 10, die nach unten konisch erweitert sind und am Ende durch zwei miteinander fest verbundene hin und her bewegliche Doppelschieber 1 1 und I2 verschlossen sind. Diese Schieber ii und 12 überdecken sich mit ihren Enden nur wenig und bewirken beim Hinundherschieben mittels der Schwiiige I6 eine Dosierung des in dem Raum 13 abgeschnittenen Füllgutes.
- Die Schieber II und I2 werden durch die Rollen 14 auf der Schiene 15 geführt. Der Antrieb der Schwinge I6, die an die Schieber II, I2 angelenkt ist, erfolgt durch den Motor I7 über das Vorgelege I8 und die Scheibe 19. Am unteren Ende der Schwinge i6 ist außerdem ein Mitnehmerarm 20 angelenkt, der im Takte der Bewegung der Schieber II, 12 das Vorziehen der Formen von links nach rechts vornimmt.
- Die aus dem Meßraum I3 durch Bewegen des Schiebers 12 nach links herabfallende Betonmischung verteilt sich durch das ständige Vibrieren der Formen unverzüglich in ihnen, so daß ein besonderes Glattstreichen der Füllung, wie es bisher üblich war, sich erübrigt. Durch Federn 0. dgl.
- (nicht gezeichnet) werden die Formen 2 in der Füllstellting zunächst festgehalten. Bei der nächsten stoßweisen Fortbewegung der Formenreihe mit Hilfe des Armes 20 klinken die gefüllten Formen aus der Federhaltung aus, und die nächste leere Formreihe kommt zur Füllung. Die freigegebenen Formen wandern selbsttätig auf dem Tisch infolge der eingangs erwähnten besonderen Schwingungserregung vorwärts, wobei gleichzeitig die Verdichtung des Formeninhaltes erfolgt. Durch Aufsetzen von Platten oder Formkörpern auf die Oberfläche der Formen kann sowohl eine zusätzliche Verdichtung als auch eine weitere Formgebung durchgeführt werden.
- Mit dem Verlassen des Vibriertisches ist der Verdichtungsvorgang beendet, und es werden bei der Herstellung von Dachsteinen nunmehr die Nasen oder sonstige Vorsprünge oder Erhebungen von Hand oder maschinell in noch weichem Zustand des Betons aufgesetzt. Die Formen kommen dann zum Erhärten auf besondere Stapelplätze.
- Eine vollständige Anlage zur Herstellung von Betonwaren mit den Alerkmalen der vorliegenden Erfindung ist in Abb. 3 im Schema dargestellt. Die Betonmischung wird im hlischer a hergestellt und gelangt über die Zuführungsrinne b zur Aufgabevorrichtung c (Füllbunker mit.Füllhälsen) und von dieser in der eingangs beschriebenen XVeise in die leeren Formen auf dem Rüttel- oder Vibriertisch d.
- Die leeren Formen werden vom Stapel e auf einen Aufgabetisch f in Reihen angeordnet, von dem sie dann über den Tisch d gefüllt auf den Abnahmetisch g gelangen. Auf diesem Tisch g können alle zusätzlichen Arbeitsgänge ausgeführt werden, wie Aufsetzen der Dachsteinnasen oder besondere Formgebung oder Anstrich der Oberfläche des Betongutes.
- Vom Tisch g werden die gefüllten Formen auf Stapelwagen ii oder auf fließende Bänder gesetzt, die den strichpunktierten Weg zwischen den beiden Stapelplätzen i tiehmen. Die gefüllten Formen werden von dem Wagen oder den Bändern zu beiden Seiten der Laufbahn bei i gestapelt, um den Forminhalt zum Abbinden zu bringen. Nach vollendetem Ablinden werden die Formen ausgeschlagen, wozu zweckmäßig ebenfalls ein Rütteln oder Vibrieren zu Hilfe genommen werden kann, und die leeren Formen zu beiden Seiten der Stapelplätze i auf den gestrichelten Bahnen (Abb. 3) zu einem besonderen Reinigungsplatz 1 geführt. Die fertigen Betonwaren werden bei k aufgestapelt.
- Die Reinigung der Formen von anhaftenden Betonresten bei l kann ebenfalls unter Zuhilfenahme von Vibriertischen oder Klopfeinrichtungen vorgenommen werden. Die weitere Vorbereitung der Formen, gegebenenfalls ein Ausspülen und Ausstreichen, geschieht im Anschluß daran bei m, worauf die fertig vorbereiteten Formen wieder bei e gestapelt werden.
- PATENTAXSPRCCHE I. Verfahren zur Massenherstellung von Betonwaren, insbesondere Dachsteinen, durch Vibrieren des in Formen gefüllten Gutes, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllen der Formen, das Verdichten des Betons in ihnen und der Transport der Formen unter ständigem Vibrieren der Formen erfolgt.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Füllvorgang bei senkrechter Stoßrichtung der Schwingungserregung erfolgt, wogegen nach beendetem Füllvorgang durch Wahl einer anderen Phase und Drehzahl eine schräg nach vorwärts gerichtete und gegen Ende der Verdichtung eine wesentlich horizontale Schwingungserregung erzeugt wird.3. Verfahren nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwinguiigsweite nach dem Fiillvorgang allmählich abnimmt.4. Verfahren nach Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Schwebuiigen während der Dauer des Vibriervorganges erzeugt werden, beispielsweise durch ungleichförmige Verteilung der Schwingungszahlen.,. Verfahren nach Ansprüchen I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß während des Vibriervorganges Formstücke, wie Profilleisten, durch ihr Eigengewicht oder durch Federdruck in die Verdichtungsmasse eingepreßt werden, wobei zweckmäßig diesen Formstücken eine zusätzliche lAewegung erteilt wird.6. Verfahren nach Ansprüchen I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung der Formen in automatisch abgemessenen SIengen des Füllgutes stufenweise und gegebenenfalls mit verschiedenem Füllgut in jeder Füllstufe erfolgt.7. Verfahren nach Ansprüchen I bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß nach beendetem Füllvorgang auf die Oberfläche der gefüllten Formen Formkörper, Abdeckplatten 0. dgl. aufgesetzt werden, gegebenenfalls unter Anwendung zusätzlichen Preßdrucks.8. Verfahren nach Ansprüchen I bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Nasen von Dachsteinen 0. dgl. Erhebungen nach beendetem Vil)riervorgang auf die Oberfläche der gefüllten Formen aufgesetzt werden.9. Verfahren nach Ansprüchen I bis S, dadurch gekennzeichnet, daß das Entleeren der Formen nach Verfestigung ihres Inhalts und gegebenenfalls auch ihr Rücktransport zur Füllstelle unter Zuhilfenahme der Schwingungserregung erfolgt.IO. Verfahren nach Ansprüchen I bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Formen durch die Fiillvorrichtung automatisch während des gesamten Vibriervorganges gesteuert werden.1 1. Vorrichtung zur Durchführung der Verfahren nach Ansprüchen I bis IO, gekennzeichnet durch die Anordnung einer automatischen Füllvorrichtung unmittelbar über einer mit mehreren Schwingungserregern versehenen Tragvorrichtung, auf der die Formen zweckmäßig in mehreren Reihen nebeneinander verschiebbar angeordnet sind.12. Vorrichtung nach Anspruch II, dadurch gekennzeichnet, daß die automatische Füllvorrichtung aus einer Anzahl Füllschächten mit -Nbsperrschiebern besteht, die als Doppelschieber ausgebildet sind, die sich mit ihren Enden nur wenig überdecken und beim gleichzeitigen Hinundherbewegen eine Dosierung des Füllgutes 1 ew i rken.13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß an den beiden Absperr- chiebern N.litnehmer angelenkt sind, die die Formen im Takte der Schieberbewegungen in einer Richtung vor sich herschieben.14. Vorrichtung nach Anspruch II, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schwingungserregerpaar unmittelbar unter oder seitlich der automatischen Füllvorrichtung und ein oder mehrere weitere Erregerpaare in der Fortbewegungsrichtung der Formen angeordnet sind.15. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Formenträger zur Schwerpunktverlagerung der Vibriervorrichtung längs und quer verschiebliche Massen angebracht sind.16. Vorrichtung nach Anspruch ii, dadurch gekennzeichnet, daß die Scli'v ilgungserreger der Tragvorrichtung zur Erzeugung von Schwebungen verschiedene Drehzahlen besitzen.17. Vorrichtung nach Anspruch 11 und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragvorrichtung auf einem Dreigelenk angeordnet ist.
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| DEP13136A DE807259C (de) | 1948-10-02 | 1948-10-02 | Verfahren und Vorrichtung zur Massenherstellung von Betonwaren |
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| DE807259C true DE807259C (de) | 1951-06-28 |
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|---|---|
| DE (1) | DE807259C (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1014907B (de) * | 1953-03-27 | 1957-08-29 | Johannes Bakker | Ruettelvorrichtung |
| DE972416C (de) * | 1951-11-14 | 1959-07-16 | Soest Ferrum Appbau G M B H | Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung teigiger Stoffe, insbesondere keramischer Massen |
| DE1072913B (de) * | 1960-01-07 | Dr.-Ing. Walther Drechsel, München | Verfahren und Vorrichtung zur Verbindung von Mörtel- und Zementleimschichten mit erhärtendem oder abgebundenem Mörtel oder Beton | |
| DE1083168B (de) * | 1957-11-29 | 1960-06-09 | Schlosser & Co G M B H | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Spannbetonmasten, Eisenbahnschwellen od. dgl. Spannbetonteilen |
| DE2705714A1 (de) * | 1977-02-11 | 1978-08-17 | Ernst Windisch | Verfahren zur herstellung marmorimitierter plattenelemente |
-
1948
- 1948-10-02 DE DEP13136A patent/DE807259C/de not_active Expired
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| DE1072913B (de) * | 1960-01-07 | Dr.-Ing. Walther Drechsel, München | Verfahren und Vorrichtung zur Verbindung von Mörtel- und Zementleimschichten mit erhärtendem oder abgebundenem Mörtel oder Beton | |
| DE972416C (de) * | 1951-11-14 | 1959-07-16 | Soest Ferrum Appbau G M B H | Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung teigiger Stoffe, insbesondere keramischer Massen |
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