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DE706059C - Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide, insbesondere des Morphins - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide, insbesondere des Morphins

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Publication number
DE706059C
DE706059C DER98824D DER0098824D DE706059C DE 706059 C DE706059 C DE 706059C DE R98824 D DER98824 D DE R98824D DE R0098824 D DER0098824 D DE R0098824D DE 706059 C DE706059 C DE 706059C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
morphine
acid
salts
parts
solution
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DER98824D
Other languages
English (en)
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Individual
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Individual
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Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Application granted granted Critical
Publication of DE706059C publication Critical patent/DE706059C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D489/00Heterocyclic compounds containing 4aH-8, 9 c- Iminoethano-phenanthro [4, 5-b, c, d] furan ring systems, e.g. derivatives of [4, 5-epoxy]-morphinan of the formula:
    • C07D489/02Heterocyclic compounds containing 4aH-8, 9 c- Iminoethano-phenanthro [4, 5-b, c, d] furan ring systems, e.g. derivatives of [4, 5-epoxy]-morphinan of the formula: with oxygen atoms attached in positions 3 and 6, e.g. morphine, morphinone
    • C07D489/04Salts; Organic complexes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Medicinal Preparation (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide, insbesondere des Morphins Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide. Unter diesen kommt in .erster Linie das Morphin, ferner z. B. das Codein in Betracht. Solche Opiumalkaloide-wurden bisher zu therapeutischen Zwecken regelmäßig in Form ihrer Hydrochloride verwendet. Außerdem sind bereits das Morphinlactat, das Morphintartrat und ähnliche Salze zu gleicher Verwendung wie das Hydrochlorid bekanntgeworden. Die Erfindung bezweckt, neue Salze dieser Ausgangsstoffe zu schaffen und hierdurch deren Verwendungsbereich zu therapeutischen Zwecken wesentlich zu erweitern, insbesondere neue Abstufungen der Wirksamkeit dieser Alkaloide herzustellen.
  • Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die therapeutische Wirkung der Opiumalkaloide wesentlich verändert, insbedere erhöht wird, wenn man diese nicht in Form ihrer Hydrochloride, sondern in Form anderer Salze verwendet, welche mit Säuren gebildet sind, die gemäß der Erfindung ,ausgewählt sind.
  • Gemäß der Erfindung werden für die Verbindung mit den in Betracht kommenden Basen Säuren ausgewählt, die vier sekundäre Alkoholgruppen enthalten. Klinische Versuche haben gezeigt, daß die Salze dieser Säuren langsamer in die Nervenzellen eindringen und langsamer aus diesen ausgeschieden werden, was in vielen klinischen Fällen erwünscht ist, um eine lang anhaltende Schmerzunempfindlichkeit zu erzielen. Außerdem :ergab sich für die neuen Salze der Vorteil, daß sie durch den Urin leicht abgeschieden «erden können, ohne Störungen der Urn-1-abscheidung mit sich zu bringen, wie sie für das Morphinhydrochlorid bekannt sind.
  • Insbesondere für Morphinsalze haben A m s 1 e r und S t e n der (Arch. f. exp. Path. und Pharm. 1931, S. 16o, igm) gezeigt, daß die intravenöse Einspritzung der Salze die lokalanästhetischeWirkung verstärkt, die man zuvor an der Hornhaut, z. B. eines Versuchshaninchens, mittels eines üblichen Lokalanästhetikuins, wie Cocainhydrochlorid, erzeugt und fast abklingen lassen hat. Wenn man in diesem Augenblick, in dem die lokale Unempfindlichkeit fast vollständig verschwunden. ist, eine Lösung des Salzes einspritzt, so läßt sich das dann plötzlich auftretende Wiederaufleben der lokalanästhetischen Wirksamkeit in Anlehnung an den üblichen Regnier-Test (Ball. Sciences. Pharm. 1923, Bd.3o, S. 58o bis 646) messen. Auf diese Weise hat sich z. L. für das 1lorpliingluconat ein Wiedvransteigen der lokalanästhetischen Wirkung um 15o ergeben. Es eignet sich in vurscliiedeileiu-. Maße, je nachdem, welche lange oder kurzd°@ Nachwirkung der Einspritzung, welche Ge'#.' wöhnung an diese und welche Dosierung im Einzelfall gewünscht wird oder vermieden werden soll. Man besitzt also vermöge der neuen Salze für Heilzwecke eine griil"ere Austuahlmöglichkeit, die es z. B. erlaubt, entweder eine plötzliche besonders intensive Wirkung des Alkaloidsalzcs oder eine wenigur plötzliche, aber länger nachhaltende Wirkung, zu erzielen. So hat sich gerade für diejenigen der neuen Salze, bei denen das gemessene Wiederansteigen der lokalen Unempfindlichkeit verhältnismäßig gering war, bei der klinischen Behandlung eine viel län-er anlialtc-nde Wirkung ergeben. Insbesondere für das Morphingluconat zeigt es sich, diU; matt es %-icl wirksamer als das Hydrochlorid gegen Aunungsbeschcverden verwenden kann. Auch die schmerzstillende Wirkung gellt bei den nettci, Salzen viel befriedig eil der vor sich als bei den üblichen Morpliii)salzcit. Schließlich sind die neuen Salze auch zum Eiaschläfern hei vielen Individuen besser zu vertuenden, bei denen sich sonst bei Verwendung von 1Ioi-pliinliydroclilorid ein Brechreiz ergibt, der sich insbesondere beim lIorphingluconat nie einstellte.
  • Als vier sekundäre Alkoholgruppen enthaltende Säuren kommen in erster Linie solche in Betracht, die Wasser- oder lipoidlösIiche Salze bildet), insbesondere solche, die entsprechl-nd ihrer Zugehörigkeit . ztir IIoftineistersclien Reihe Gelatinen ztt quel:en vermögen und ein hohes Eindringungsvcrmögen in Zellen besitzen. Unter dieser) Säuren sind außer der Gluconsiure vor allem die Chinasäure, ferner die Schleimsäure (1Iucinsätu-e i und die Saccharinsäure nach der Erfindung als geneigt zu nennen.
  • Um eine besondere Wirksamkeit der gemäß der Erfindung gebildeten Salze zu erzielen, empfiehlt es sich, statt, wie im einfachsten Falle möglich, die Säure tit)mittelbar auf die freie Base einwirken zu lassen. eine doppelte Umsetzung vorzunehmen, und zwar insbesondere zwischen einen) mineralsauren Salz der Alkaloidbase und einem Metallsalz einer Säure, die vier sekundäre Alkoholgruppen enthält.
  • Das Beispiel der Gluconsäure -neigt übrigens, daß die Erfindung nicht auf das Vorhandensein. voll nur vier Alkoholgruppen beschränkt ist, sondern daß die Säure z. B. edle fünfte primäre Alkoholgruppe tragen kann. In erster Linie kommen 1lonocarbllnsättren zur ller s:(>11.111"- der ileuell Salze in
    Die folgenden Ausführungsbeispiele zeigen,
    in welcher Weise die Herstellung der neuen
    Salze im einzelnen durchgeführt werden kann.
    .": Beispiel i
    Herstellung
    v-önMorphingluconatlösungdurch
    doppelte (:nlsetzung
    \Iaa stellt durch doppelte Umsetzung zu-
    nächst blorpllingluconat entsprechend einem
    Verhältnis von o,8o; g Base auf i oo Teile
    Wasser her, indcin man i g lVIorphinhydro-
    chlorid sich finit einem geringen t: berschuß
    von (:alciuinglttcoilat umsetzen läbt.
    Die erzielte Lösung enthält eine Menge
    voll Morphingluconat, die i""g Morphin-
    hydrochlorid pro Kubikzentimeter entspricht;
    die kleine, sich aus der doppelten Umsetzung
    ergebende Menge von Calciumchlorid beein-
    trächtigt die Wirkung des neuen Morphin-
    Salzes In Lösung 1I1 keiner Weise.
    Beispiel
    llerstellung
    einer 64ecu-ichtsprozentigen
    Lösung von Morphingluconat
    mittels Gluconsäure
    Man c-rhält eine sehr konzentrierte, 64ge-
    wichtsprozentige, wäßrige Lösung voll Mor-
    phin gIuconat, indem man zu 5 Gewichtsteilen
    liydratisici-tein Morphin 6,9 Volumteile
    52(1'oiger Gluconsäure zusetzt.
    Durch Erhitzen der Mischung im Wasser-
    bad wird die Mischung nahezu homogen,
    und mal) erhält schließlich eine sirupartige,
    vollkommen klare Flüssigkeit, die in destillier-
    tem Wasser vollständig löslich ist. Die Aus-
    beute al) 64gewichtsprozentiger Morphin-
    gluconatlösung beträgt i2,:1 Geiuichtsteile.
    Beispiel 3
    1-icrstellung einer Lösung, die
    einer 5@@;'oig-en Morphinhydro-
    cliloridlösting äquivalent ist
    1lsin löst ohne Schwierigkeit 22,i9 Ge-
    «-ichtsteile von hydratisiertem Morphin in
    einer Menge von Gluconsäure, die sehr viel
    größer ist als der theoretisch erforderliche
    Betrag, etwa in cil);r Lösung von etwa 25Vo-
    lMntteilen ; Stl;oiger Säure in 15o Volumteilen
    destillierten Wassers.
    Man rührt vorsichtig und stetig, indem man
    das Wasserbad auf ; o erhitzt, und stellt
    schließlich auf ein Volumen von 55o Teilen
    ein. «-as einen Titer der Morphingluconat-
    löstutg ergibt, der einer 5o'uigen Morphin-
    hydrochloridlösung entspricht.
    Für Morphinsalze z«-eillasisclier Säuren, die
    der Formel C,IlI,,Os entsprechen, wie z. B.
    die Schleimsäure und Saccharinsäure, verfährt man in der oben angegebenen Weise, um die gewünschten Titer an Morphin zu erhalten, indem man jedesmal für 21 Gewichtsteile der jeweiligen zweibasischen Säure 6o Teile hydratisiertes Morphin verwendet.
  • Für Codeinsalze sind die Verfahrensweisen genau die gleichen, wobei man jedoch entsprechend dem Molekulargewicht des hydratisierten Codeins Beträge von etwa 3 z,7 Teilen hydratisiertem Codein auf z9,6 Teile Gluconsäure und 63,4 Teile des gleichen hydratisierten Codeins auf 21 Teile Schleimsäure oder Saccharinsäure nehmen muß.
  • ' Beispiel 4 Herstellung von schleimsaurem Morphin a) Man löst 2 Teile Morphinhydrochlozdd und o,72 Teile Calciummucinat in Wasser; die .auf Zoo Volumteile verdünnte Lösung entspricht in der Morp:hinwirkung einer z %igen Lösung von Morphinhydrochlorid.
  • b) Man fügt z Mol kristallisierter Schleünsäure (Zerfall: bei ungefähr 210-) 2 Mol Morphinbase zu, die in Wasser suspendiert ist. Man erhöht die Temperatur im Wasserbad auf 70° und fügt nach und nach eine wäßrige Lösung verdünnter Schleimsäure bis zum vollständigen Verschwinden .der Mozphinbase zu. Man stellt dann auf den gewünschten Alkaloidtiter .ein. Beispiel 5 Herstellung von festem Morphingluconat Man gibt 3,03g hydratisierte Morphinbase zu einer genau titrierten Lösung von Gluconsäure. Der Titer wird durch das Siedeverfahren festgestellt, und man nimmt eine solche Menge von Lösung der Säure, daß sie 1,96 g Säure auf z o bis 15 g Wasser enthält. Der Vorgang wird bei 6o' durchgeführt. Man filtriert dann ab, um :eine sehr kleine Menge von nicht gelöstem Morphin abzutrennen. Man wäscht das Filter mit Wasser aus und dampft das Wasser im Vakuum oder im Wasserbad ab. Man erhält festes Morphingluconat, das man aufnimmt und im Vakuum über Schwefelsäure trocknet. Das erzielte feste Salz ist äußerst hygroskopisch.

Claims (1)

  1. PATENT AN SPRUCH Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide, insbesondere des Morphins, dadurch gekennzeichnet, daß man die Base mit .einer Säure, die, ivie Gluconsäure, wenigstens vier sekundäre Alkoholgruppen enthält, entweder durch unmittelbare Einwirkung der Säure auf die freie Base oder durch eine doppelte Umsetzung zwischen einem mineralsauren Salz der Alkaloidbase und einem Salz der Säure verbindet.
DER98824D 1935-04-02 1935-05-30 Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide, insbesondere des Morphins Expired DE706059C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
FR706059X 1935-04-02

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DE706059C true DE706059C (de) 1941-05-16

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ID=9067532

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DER98824D Expired DE706059C (de) 1935-04-02 1935-05-30 Verfahren zur Herstellung von Salzen der Opiumalkaloide, insbesondere des Morphins

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DE (1) DE706059C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1185171A4 (de) * 1999-06-16 2004-09-29 Nastech Pharm Co Morphingluconat enthaltende zusammensetzungen und verfahren

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1185171A4 (de) * 1999-06-16 2004-09-29 Nastech Pharm Co Morphingluconat enthaltende zusammensetzungen und verfahren

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