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Hintergrund der Erfindung
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Das
Folgende betrifft generell das Gebiet der Produktion von Polyhydroxyalkanoaten über die
Genmanipulation bakterieller Enzyme.
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Zahlreiche
Mikroorganismen besitzen die Fähigkeit
zur Akkumulation intrazellulärer
Reserven aus Poly[(R)-3-hydroxyalkanoat] (PHA)-Polymeren. PHAs sind
biologisch abbaubare und biokompatible thermoplastische Materialien
mit einem breiten Spektrum industrieller und biomedizinischer Anwendungen
(Williams und Peoples, 1996, CHEMTECH 26: 38–44). PHAs können mittels
mehrerer verschiedener Fermentationsprozesse erzeugt werden und
mittels unterschiedlicher Extraktionstechniken gewonnen werden (Übersichtsartikel siehe
Braunegg et al., 1998, J. Biotechnol. 65: 127–161, Choi und Lee, 1999).
Nutzpflanzen werden zur Erzeugung dieser Polymere auch gentechnisch
manipuliert, und sie bieten eine Kostenstruktur, die mit der der Pflanzenöle auf einer
Linie liegt, sowie die Fähigkeit
zum direkten preislichen Wettbewerb mit Polymeren auf Mineralölbasis (Williams
und Peoples 1996, CHEMTECH 26: 38–44, Poirier, Y. 1999, Plant
Biotechnology S. 181–185).
PHAs werden durch ein PHA-Synthase-Enzym gebildet. Beim Wachsen
der Polymerketten bilden diese unlösliche Körnchen. Die PHAs können dann
gewonnen und anschließend
in Chemikalien überführt werden
oder während
des Gewinnungsprozesses in Chemikalien überführt werden (Martin et al.,
PCT
WO 97/15681 ). Deshalb
repräsentieren
die PHAs, zusätzlich
zu ihrer Nützlichkeit
als Polymere, einen einzigartigen Mechanismus zur Speicherung neuer
Chemismen sowohl in mikrobiellen Systemen als auch in Nutzpflanzensystemen.
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PHA-Copolymere,
die 3-Hydroxyvalerat (3HV) enthalten, insbesondere PHBV, sind ausgiebig
beschrieben worden. Viele Mikroorganismen vom Wildtyp sind in der
Lage, 3HV-haltige
PHAs zu erzeugen. PHBV ist kommerziell mittels Ralstonia eutropha
(früher
Alcaligenes eutrophus) aus Glucose und Propionat und aus Glucose
und Isobutyrat produziert worden (
US-Patent 4 477 654 an
Holmes et al.). Verschiedene andere Mikroorganismen und Prozesse
sind Fachleuten auf diesem Gebiet bekannt (Braunegg et al., 1998,
Journal of Biotechnology 65: 127–161). Ein Poly(3HV)-Homopolymer
ist mittels Chromobacterium violaceum aus Valerat erzeugt worden
(Steinbüchel
et al., 1993, Appl. Microbiol. Biotechnol. 39: 443–449). PHAs,
die 3HV-Einheiten enthalten, sind auch mittels rekombinanter Mikroorganismen
synthetisiert worden. Escherichia coli, das die Gene von R. eutropha
für die
PHA-Biosynthese enthält,
ist zur Erzeugung von PHBV aus Glucose und entweder Propionat oder
Valerat (Slater et al., 1992, Appl. Environ. Microbiol. 58: 1089–1094) und
aus Glucose und entweder Valin oder Threonin (Eschenlauer et al.,
1996, Int. J. Biol. Macromol. 19: 121–130) eingesetzt worden. Klebsiella
oxytoca, das die Gene von R. eutropha für die PHA-Biosynthese enthält, ist
zur Erzeugung von PHBV aus Glucose und Propionat eingesetzt worden
(Zhang et al., 1994, Appl. Environ. Microbiol. 60: 1198–1205).
R. eutropha, das die Gene von Aeromonas caviae für die PHA-Biosynthese enthält, wurde zur Erzeugung von
Poly(3HV-co-3HB-co-3HHp) aus Alkansäuren mit einer ungeraden Zahl
von Kohlenstoffatomen eingesetzt (Fukui et al., 1997, Biotechnol.
Lett. 19: 1093–1097).
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PHA-Copolymere,
die 3-Hydroxypropionat-Einheiten enthalten, sind ebenfalls beschrieben
worden. Holmes et al. (
US-Patent
4 477 654 ) setzten R. eutropha zur Synthese von Poly(3HP-co-3HB-co-3HV)
aus Glucose und entweder 3-Chlorpropionat oder Acrylat ein. Doi
et al. (1990, in E. A. Dawes (Hrsg.), Novel Biodegradable Microbial
Polymers, Kluwer Academic Publishers, Die Niederlande, S. 37–48) setzten
R. eutropha zur Synthese von Poly(3HP-co-3HB) aus 3-Hydroxypropionat,
1,5-Pentandiol, 1,7-Heptandiol oder 1,9-Nonandiol ein. Hiramitsu
und Doi (1993, Polymer 34: 4782–4786)
setzten Alcaligenes latus zur Synthese von Poly(3HP-co-3HB) aus
Saccharose und 3-Hydroxypropionat ein. Shimamura et al. (1994, Macromolecules
27: 4429–4435)
setzten A. latus zur Synthese von Poly(3HP-co-3HB) aus 3-Hydroxypropionat
und entweder 3-Hydroxybutyrat oder Saccharose ein. Der höchste Anteil
an 3-Hydroxypropionat, der in diese Copolymere inkorporiert wurde,
lag bei 88 Mol-% (Shimamura et al., 1994, ebenda). Es sind keine
rekombinanten Produzenten von 3HP-haltigem PHA in diesem Fachgebiet
beschrieben worden.
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Es
ist unter ökonomischen
Gesichtspunkten wünschenswert,
diese Polymere in transgenen Nutzpflanzenspezies produzieren zu
können.
Verfahren zur Produktion von Pflanzen wurden beschrieben im
US-Patent Nr. 5 245 023 und
im
US-Patent Nr. 5 250 430 ,
im
US-Patent Nr. 5 502 273 ,
im
US-Patent Nr. 5 534 432 ,
im
US-Patent Nr. 5 602 321 ,
im
US-Patent Nr. 5 610 041 , im
US-Patent Nr. 5 650 555 ,
im
US-Patent Nr. 5 663 063 ,
in
WO 9100917 ,
WO 9219747 ,
WO 9302187 ,
WO 9302194 und
WO 9412014 , bei Poirier et al., 1992, Science
256: 520–523
und bei Williams und Peoples, 1996, Chemtech 26: 38–44). Zur
Erreichung dieses Ziels ist es erforderlich, ein Gen, oder Gene
im Falle einer PHA-Polymerase mit mehr als einer Untereinheit, das bzw.
die für
eine PHA-Polymerase eines Mikroorganismus codiert bzw. codieren,
in Pflanzenzellen zu transferieren und das geeignete Ausmaß der Erzeugung
des PHA-Polymerase-Enzyms zu erzielen. Außerdem kann es erforderlich
sein, zusätzliche
Gene für
die PHA-Biosynthese bereitzustellen, z. B. ein Gen für die Ketoacyl-CoA-Thiolase, ein Gen
für die
Acetoacetyl-CoA-Reduktase, ein Gen für 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase oder
andere Gene, die für
Enzyme codieren, die für
die Synthese der Substrate für
die PHA-Polymerase-Enzyme erforderlich sind. In vielen Fällen ist
es erwünscht,
die Expression in verschiedenen Pflanzengeweben oder -organellen
steuern zu können.
Verfahren zur Steuerung der Expression in Pflanzengeweben oder -organellen
sind Fachleuten auf diesem Gebiet bekannt (Gasser und Fraley, 1989,
Science 244: 1293–1299,
Gene Transfer to Plants, 1995, Potrykus, I. und Spangenberg, O.,
Hrsg., Springer Verlag Berlin Heidelberg New York, und „Transgenic
Plants: A Produktion System for Industrial and Pharmaceutical Proteins", 1996, Owen, M.
R. L. und Pen, J., Hrsg., John Wiley & Sons Ltd., England).
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Zwar
kennt man Verfahren zur Produktion mehrerer verschiedener Copolymere
in bakteriellen Fermentationssystemen, und es ist die Produktion
von PHAs in Pflanzen erreicht worden, aber das Spektrum an Copolymeren,
das in Bakterien möglich
ist, ist in Pflanzen nicht erreicht worden. Es wäre deshalb vorteilhaft, zur
Erzeugung verschiedener Copolymere in transgenen Pflanzen in der
Lage zu sein und über
mehr Optionen bezüglich
der Substrate, die von den transgenen Pflanzen verwertet werden
sollen, verfügen
zu können.
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Es
ist deshalb ein Ziel der vorliegenden Erfindung, Verfahren und Reagenzien
zur Produktion von PHAs in Pflanzen bereitzustellen.
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Es
ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, Verfahren und
Reagenzien zur Produktion von PHAs unter Verwendung einfacher Zucker
und Alkohole als Substrate bereitzustellen.
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Es
ist noch ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, Verfahren
und Reagenzien zur Produktion anderer Copolymere als PHB und PHVB
bereitzustellen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Erzeugung von Polyhydroxyalkanoat
bereit, das umfasst:
- a) Bereitstellen gentechnisch
manipulierter, nicht-humaner Organismen, die rekombinant Enzyme
exprimieren, die aus der Dehydratase für vicinale Diole und der Aldehyddehydrogenase
ausgewählt
sind,
- b) Bereitstellen von Diolen, die durch von den Organismen exprimierte
Enzyme in 3-Hydroxypropionat- oder 3-Hydroxyvalerat-Monomere überführt werden
können,
und
- c) Kultivieren der Organismen unter Bedingungen, unter denen
3-Hydroxypropionat oder 3-Hydroxyvalerat in Monomere überführt wird,
die unter Bildung von Polyhydroxyalkanoaten polymerisiert werden.
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Die
Organismen können
Bakterien oder Pflanzen sein. Die Organismen können mit Plasmiden genmanipuliert
sein, die für
die Dehydratase für
vicinale Diole oder die Aldehyddehydrogenase oder für beide
codieren, oder sie können
so genmanipuliert sein, dass sie Gene, die für die Dehydratase für vicinale
Diole oder die Aldehyddehydrogenase oder für beide codieren, in das Chromosom
inkorporiert enthaften. Die Dehydratase für vicinale Diole kann die Dioldehydratase
sein, und zusätzlich
kann der Organismus rekombinant wenigstens ein Enzym exprimieren,
das aus der Aldosereduktase der Rattenlinse, der Glyceroldehydrogenase von
E. coli und der Methylglyoxalsynthase ausgewählt ist.
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Die
Dehydratase für
vicinale Diole kann de Glyceroldehydratase sein, und der Organismus
kann auch Enzyme exprimieren, die aus der Glycerol-3-phosphatase
und der Glycerol-3-phosphatdehydrogenase und/oder der Dihydroxyacetonphosphatdehydrogenase
und der Glyerol-3-phosphatase ausgewählt sind. Das Dihydroxyacetonphosphatdehydrogenase-Enzym
kann DAR1 sein. Das Glycerol-3-phosphatase-Enzym kann GPP2 sein.
Die rekombinanten, für
die Enzyme Dihydroxyacetonphosphatdehydrogenase und Glycerol-3-phosphatase codierenden
Gene können
beide in das Chromosom integriert sein.
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Der
Organismus kann auch das Enzym 1,3-Propandioloxidoreduktase exprimieren.
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Der
Organismus kann auch rekombinant wenigstens ein Enzym exprimieren,
das aus der Acyl-CoA-Transferase, der Acyl-CoA-Synthetase, der β-Ketothiolase,
der Acetoacyl-CoA-Reduktase
und der PHA-Synthase ausgewählt
ist.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann Diole einsetzen, die aus 1,2-Propandiol, 1,3-Propandiol und Glycerol
ausgewählt
sind.
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Die
eingesetzten Diole können
in Monomere überführt werden,
die aus 3-Hydroxypropionat- oder 3-Hydroxyvaleratmonomeren ausgewählt sind.
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Das
Verfahren kann ferner die Zugabe von Coenzym B-12 oder dessen Vorläufer zur
Kultur umfassen, zum Beispiel in einer Konzentration von bis zu
1 μM oder
bis zu 20 nM.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch einen genmanipulierten, nicht-humanen
Organismus, wie er oben definiert wurde, bereit.
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Es
werden erfindungsgemäße Organismen
bereitgestellt, die Enzyme wie die Glyceroldehydratase, die Dioldehydratase,
die Acyl-CoA-Transferase, die Acyl-CoA-Synthetase, die β-Ketothiolase, die Acetoacetyl-CoA-Reduktase,
die PHA-Synthase, die Glycerol-3-phosphatdehydrogenase und die Glycerol-3-phosphatase
exprimieren, die für
die Produktion von PHAs nützlich
sind. In einigen Fällen
stammt eines oder stammen mehrere dieser Gene aus dem Wirtsorganismus,
und die restlichen werden vom Transgen bereitgestellt. Diese Organismen
produzieren Poly(3-hydroxyalkanoat)-Homopolymere oder -Copolymere,
die 3-Hydroxypropionat- oder 3-Hydroxyvaleratmonomere inkorporiert
enthalten, wobei die 3-Hydroxypropionat- und die 3-Hydroxyvalerat-Einheiten über die
enzymkatalysierte Umwandlung von Diolen erhalten werden. Zu geeigneten
Diolen, die eingesetzt werden können,
gehören
1,2-Propandiol, 1,3-Propandiol und Glycerol. Es werden auch biochemische
Wege zur Gewinnung des Glycerols aus normalen Zellmetaboliten beschrieben.
Die PHA-Polymere können
leicht gewonnen werden und sind industriell als Polymere oder als
Ausgangsmaterialien für
verschiedene chemische Zwischenprodukte, zu denen 1,3-Propandiol,
3-Hydroxypropionaldehyd, Acrylverbindungen, Malonsäure, Ester
und Amine gehören,
nützlich.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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1 ist
ein Ablaufdiagramm der Produktion von 3-Hydroxyvaleryl-CoA aus Glycerol-3-P.
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2 ist
eine schematische Darstellung des für die Glyceroldehydratase (dhaB)
und die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase (hbcT) codierenden Plasmidkonstrukts
pFS44C.
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3 ist
eine schematische Darstellung des für dhaB, hbcT und phaC codierenden
Plasmidkonstrukts pFS45.
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4 ist
eine schematische Darstellung des für dhaT, dhaB und hbcT codierenden
Plasmidkonstrukts pFS47A.
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5 ist
eine schematische Darstellung des für dhaT, dhaB, hbcT und phaC
codierenden Plasmidkonstrukts pFS48B.
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6 ist
eine schematische Darstellung des für dhaT, DAR1-GPP2 (DAR1, Dihydroxyacetonphosphatdehydrogenase,
und GPP2, sn-Glycerol-3-phosphatphosphatase), dhaB, hbcT und phaC
codierenden Plasmidkonstrukts pMS15.
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7 ist
eine schematische Darstellung des für GPP2 und DAR1 codierenden
Plasmidkonstrukts pFS51.
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Es
sind neue Metabolismuswege zur Produktion von 3-Hydroxyvalerat-Einheiten
enthaltenden PHAs aus 1,2-Propandiol und von 3-Hydroxypropionat-Einheiten
enthaltenden PHAs aus 1,3-Propandiol oder Glycerol entwickelt worden.
Im Falle des Glycerols kann das Glycerol entweder dem Mikroorganismus
verfüttert werden,
oder es kann aus zentralen metabolischen Zwischenprodukten erzeugt
werden. Die Schlüsselenzymkomponenten
dieser neuartigen Metabolismuswege, die zu diesen Monomeren führen, und
ihre Polymerisation sind in der 1 veranschaulicht.
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1,2-Propandiol
und Glycerol sind kostengünstige
Substrate, die für
viele Mikroorganismen selbst in hohen Konzentrationen nicht toxisch
sind. 1,3-Propandiol kann aus erneuerbaren Rohstoffen erzeugt werden (Anton,
D., „Biological
produktion of 1,3-propanediol",
präsentiert
auf der United Engineering Foundation Metabolic Engineering II Conference,
Elmau, Deutschland, 27. Okt. 1998). 1,2-Propandiol kommt in industriellen Abfallströmen aus
der Produktion von Propylenglycol vor. Glycerol kann auch aus dem
Metabolismus verschiedener Mikroorganismen und Nutzpflanzen erhalten
werden. In vielen Fällen
sind diese Substanzen bessere Ausgangsmaterialien für eine Fermentation
als organischen Säuren,
die im Allgemeinen bei niedrigen Konzentrationen für viele
Mikroorganismen toxisch werden. 3-Hydroxypropionsäure ist
chemisch nicht stabil und deshalb nicht kommerziell erhältlich.
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Organismen, die gentechnisch verändert werden
sollen
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Bei
einer Ausführungsform
werden die Gene für
den kompletten in der 1 veranschaulichten Weg in den
Organismus für
die Produktion eingeführt.
Es kann ein Organismus, der nicht natürlicherweise PHAs produziert,
wie Escherichia coli, eingesetzt werden. Verschiedene rekombinante
E.-coli-Systeme zur Produktion von PHB sind beschrieben worden (Madison
und Huisman, 1999, Microbiology and Molecular Biology Reviews 63:
21–53).
Die Gene, die für
eine Dehydratase für
vicinale Diole codieren, von einem Organismus, der Glycerol natürlicherweise
in 3-Hydroxypropionaldehyd überführen kann
(z. B. Klebsiella pneumoniae), werden in diesen Wirt eingeführt. Im
Falle des 1,2-Propandiols überführt die
Dehydratase für
vicinale Diole das Substrat in Propionaldehyd, der durch den endogenen
Metabolismus des Mikroorganismus in Propionyl-CoA überführt werden
kann, gegebenenfalls mit der Unterstützung durch eine exogene Acyl-CoA-Transferase
oder Acyl-CoA-Synthetase. Es kann nützlich sein, Stämme mit
erhöhter
Resistenz gegen Propionaldehyd zu mutieren und zu selektieren. Propionyl-CoA
kann dann von der Ketoacyl-CoA-Thiolase für eine Kondensation mit Acetyl-CoA
akzeptiert werden, wodurch 3-Hydroxyvaleryl-CoA gebildet wird. Die
Ketoacyl-CoA-Thiolase
kondensiert auch Acetyl-CoA mit Acetyl-CoA, wodurch 3-Hydroxybutyryl-CoA gebildet
wird. Sowohl 3-Hydroxyvaleryl-CoA als auch 3-Hydroxybutyryl-CoA
können
von verschiedenen PHA-Synthasen akzeptiert werden, wie von derjenigen,
die im rekombinanten Wirt exprimiert wird, und deshalb wird PHBV
vom rekombinanten Wirt synthetisiert.
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Dem
oben beschriebenen Wirt kann auch 1,3-Propandiol oder Glycerol entweder
während
des Wachstums oder nach einer separaten Wachstumsphase verfüttert werden,
und es wird ein 3HP-Polymer in den Zellen akkumuliert. E. coli synthetisiert
Coenzym B-12 nicht de novo, und deshalb muss auch Coenzym B-12 oder ein
Vorläufer,
den E. coli in Coenzym B-12 überführen kann,
wie Vitamin B-12, verfüttert
werden. Im Falle von Glycerol überführt die
Dehydratase für
vicinale Diole das Substrat in 3-Hydroxypropionaldehyd, der durch
den endogenen Metabolismus des Mikroorganismus in 3-Hydroxypropionyl-CoA überführt werden
kann, gegebenenfalls mit Unterstützung
durch eine exogene Acyl-CoA-Transferase oder eine Acyl-CoA-Synthetase.
3-Hydroxypropionyl-CoA kann dann von der PHA-Synthase zu P3HP polymerisiert
werden. Es können
auch Hydroxyacyl-CoA-Monomereinheiten zusätzlich zu 3HP in das Polymer
inkorporiert werden. Wenn zum Beispiel die Ketoacyl-CoA-Thiolase
und die Reduktase exprimiert werden, dann kann ein Copolymer von
3-Hydroxybutyrat und 3-Hydroxypropionat gebildet werden.
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Zur
Erzeugung der 3HP-Polymere direkt aus Kohlenhydrat-Ausgangsmaterialien
wird E. coli zur Expression der Glycerol-3-phosphatdehydrogenase
und der Glycerol-3-phosphatase weiter genmanipuliert. Solche rekombinanten
E.-coli-Stämme
und Verfahren zu ihrer Konstruktion sind in diesem Fachgebiet bekannt (Anton,
D., „Biological
production of 1,3-propanediol",
präsentiert
auf der United Engineering Foundation Metabolic Engineering II Conference,
Elmau, Deutschland, 27. Okt. 1998; PCT
WO 98/21339 ).
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
kann ein rekombinanter Organismus, der natürlicherweise eine Dehydratase
für vicinale
Diole enthält,
eingesetzt werden. Ein Beispiel für einen derartigen Organismus
ist Klebsiella oxytoca, auch wenn, wie oben diskutiert wurde, weitere
existieren. Bei dieser Ausführungsform braucht
keine exogene Dehydratase für
vicinale Diole aus einem anderen Organismus importiert zu werden. Es
kann jedoch nützlich
sein, diesen Organismus zu mutieren und Mutanten zu selektieren,
die die Dehydratase während
des aeroben Wachstums exprimieren, oder er kann zur Expression des
Gens unter aeroben Bedingungen genmanipuliert werden. Es ist allgemein
der Fall, dass Organismen, die eine oder mehrere Coenzym-B-12-abhängige Dehydratase(n)
für vicinale
Diole exprimieren, Coenzym B-12 de novo synthetisieren können, und
in diesen Fällen
ist es nicht erforderlich, Coenzym B-12 oder eng verwandte Vorläufer von
diesem an irgendeinem Punkt der Kultivierung zuzugeben. In diesem
Falle wird die PHA-Synthase oder ein vollständiger Weg für die Biosynthese
von PHB und gegebenenfalls eine exogene Acyl-CoA-Transferase oder Acyl-CoA-Synthetase in diesen
Organismus eingeführt.
Techniken dafür
sind auf diesem Gebiet gut bekannt (zum Beispiel Dennis et al.,
1998, Journal of Biotechnology 64: 177–186). Zur Erzeugung der 3HP-Polymere direkt
aus Kohlenhydrat-Ausgangsmaterialien wird der Stamm weiter genmanipuliert,
so dass er wie oben beschrieben die Glycerol-3-phosphatdehydrogenase
und die Glycerol-3-phosphatase exprimiert.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
kann ein Organismus, der natürlicherweise
PHAs produziert, eingesetzt werden. Beispiele für solche Organismen sind Ralstonia
eutropha, Alcaligenes latus und Azotobacter, aber viele andere sind
Fachleuten auf diesem Gebiet gut bekannt (Braunegg et al., 1998,
Journal of Biotechnology 68: 127–161). Die Einführung der
Dioldehydratase wird mittels Standardtechniken erreicht, wie sie
bei Peoples und Sinskey (1989, J. Biol. Chem. 164: 15298–15303)
beschrieben werden. In diesen Fällen
kann es nützlich
sein, den Organismus zu mutieren und auf eine erhöhte Resistenz
gegen 3-Hydroxypropionaldehyd zu selektieren. PHA-erzeugende Organismen
unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit
zur Synthese von Coenzym B-12 de novo, und deshalb würde Coenzym
B-12 oder ein Vorläufer,
den der Organismus in Coenzym B-12 überführen kann, bei Bedarf zugesetzt
werden. PHBV wird dann durch das Zuführen von 1,2-Propandiol und wenigstens
eines anderen Ausgangsmaterials erzeugt. PHBP wird durch das Zuführen von
1,3-Propandiol oder Glycerol und eines anderen Ausgangsmaterials,
zum Beispiel Glucose, erzeugt. Zur Erzeugung der 3HP-Polymere direkt
aus Kohlenhydrat-Ausgangsmaterialien wird der Stamm weiter genmanipuliert,
so dass er wie oben beschrieben die Glycerol-3-phosphatdehydrogenase
und die Glycerol-3-phosphatase exprimiert. Es kann nützlich sein,
Mutationen einzusetzen, die für
die Produktion der P3HP-Homopolymere in diesen Organismen von Vorteil
sind. Zu spezifischen Mutationen gehören die Inaktivierung der Gene
der β-Ketothiolase und/oder
der Acetoacetyl-CoA-Reduktase. Da diese Gene allgemein gut bekannt
und erhältlich
oder isolierbar sind, kann die Zerstörung dieser Gene leicht durchgeführt werden,
zum Beispiel wie es von Slater et. al, 1998 (J. Bacteriol.) beschrieben
wurde.
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Die
Implementierung der Produktion von Poly(3-hydroxypropionat) und
seiner Copolymere ist auch nicht auf Bakterien beschränkt, wie
in den Beispielen beschrieben wird. Die gleichen Gene können in
eukaryotische Zellen eingeführt
werden, einschließlich
von, aber nicht beschränkt
auf, Hefen und Pflanzen, die, wie Bakterien, ebenfalls Zwischenprodukte
der Glykolyse wie Dihydroxyacetonphosphat produzieren, aus denen Glycerol
und letztlich Poly(3-hydroxypropionat)
gewonnen werden können.
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Gene für
die Verwertung von Substraten
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Gene
und Techniken zur Entwicklung rekombinanter PHA-Produzenten, die
für einen
Einsatz, wie er hier beschrieben wird, geeignet sind, sind Fachleuten
auf diesem Gebiet allgemein bekannt (Madison und Huisman, 1999,
Microbiology and Molecular Biology Reviews 63: 21–53, PCT
WO 99/14313 ). Da alle Gene,
die für
die Implementierung der Produktion von Poly(3-hydroxypropionat)
aus zentralen metabolischen Zwischenprodukten über Glycerol erforderlich sind,
kloniert worden sind und in gentechnisch manipulierbarer Form erhalten
werden können,
kann jede beliebige Kombination plasmidgetragener und integrierter
Gene eingesetzt werden, und die Implementierung dieses Wegs ist
deshalb nicht auf die hier umrissenen Schemata beschränkt. Viele
verschiedene Implementierungen dürften
für Fachleute
auf diesem Gebiet offensichtlich sein.
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Die
Glyceroldehydratase (EC 4.2.1.30) und die Dioldehydratase (EC 4.2.1.28)
sind verschiedene Coenzym-B-12-abhängige Enzyme, die in verschiedenen
Bakterienspezies vorkommen. Häufig
wird die Glyceroldehydratase während
des anaeroben Wachstums auf Glycerol induziert, und die Dioldehydratase
wird während
des anaeroben Wachstums auf entweder Glycerol oder 1,2-Propandiol
induziert (Forage und Foster, 1979, Biochim. Biophys. Acta 569:
249–258).
Diese Dehydratasen katalysieren die Bildung von 3-Hydroxypropionaldehyd
aus Glycerol und von Propionaldehyd aus 1,2-Propandiol. Diese Aldehyde
werden üblicherweise durch
eine Dehydrogenase in die entsprechenden Alkohole überführt. Organismen,
die eine oder beide Dehydratase(n) enthalten, sind typischerweise
in der Lage, Glycerol in 3-Hydroxypropionaldehyd oder 1,3-Propandiol
zu überführen. Zu
Bakterienspezies, die für
diese Fähigkeit
bekannt sind, gehören
Klebsiella pneumoniae (Streekstra et al., 1987, Arch. Microbiol.
147: 268–275),
Klebsiella oxytoca (Homann et al., 1990, Appl. Microbiol. Biotechnol.
33: 121–126),
Klebsiella planticola (Homann et al., 1990, ebenda) und Citrobacter
freundii (Boenigk et al., 1993, Appl. Microbiol. Biotechnol. 38:
453–457),
auch wenn viele andere Beispiele allgemein bekannt sind. Beide Dehydratasen
bestehen aus drei Untereinheiten, von jede zu ihrem Gegenstück im anderen
Enzym homolog ist.
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Das
Substratspektrum der Glycerol- und Dioldehydratasen (die von jetzt
an auch generell als „Dehydratasen
für vicinale
Diole" bezeichnet
werden) ist nicht auf Glycerol und 1,2-Propandiol beschränkt. Bachovchin
et al. (1977, Biochemistry 16: 1082–1092) zum Beispiel zeigten,
dass zu den vom Enzym von K. pneumoniae akzeptierten Substraten
Glycerol, (R)-1,2-Propandiol,
(S)-1,2-Propandiol, Ethylenglycol, Thioglycerol, 3-Chlor-1,2-propandiol,
1,2-Butandiol, 2,3-Butandiol, Isobutylenglycol und 3,3,3-Trifluor-1,2-propandiol
gehören.
In allen Fällen
ist das Reaktionsprodukt der Aldehyd oder das Keton, der bzw. das
durch die Entfernung eines Wassermoleküls vom Substrat gebildet wird.
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Zu
Organismen, die natürlicherweise
Glycerol aus Zucker über
Phosphoglycerat produzieren, gehören Bacillus
licheniformis (Neish et al., 1945, Can. J. Res. 23B: 290–296), Lactobacillus
sp. (Nelson und Werkman, 1935, J. Bacteriol. 30: 547–557), Halobacterium
cutirubrum (Wassef et al., 1970, Can. J. Biochem. 48: 63–67), Microcoleus
chthonoplastes (Moezelaar et al., 1996, Appl. Environ. Microbiol.
62: 1752–1758),
Zymomonas mobilis (Viikari, 1988, CRC Crit. Rev. Biotechnol. 7:
237–261),
Phycomyces blakesleeanus (Van Schaftigen und Van Laere, 1985, Eur.
J. Biochem. 148: 399–405),
Saccharomyces cerevisiae (Tsuboi und Hudson, 1956, Arch. Biochem.
Biophys. 61: 197–210),
Saccharomyces carisbergensis (Tonino und Steyn-Parvé, 1963,
Biochim. Biophys. Acta 67: 453–469),
Rhizopus javanicus (Lu et al., 1995, Appl. Biochem. Biotechnol.
51/52: 83–95),
Candida magnoliae (Sahoo, D. K., 1991, Ph. D. Thesis, Indian Institute
of Technology, Delhi), Candida utilis (Gancedo et al., 1968, Eur.
J. Biochem. 5: 165–172),
Aspergillus niger (Legisa und Mattey, 1986, Enzyme Microb. Technol.
8: 607–609),
Trichomonas vaginalis (Steinbüchel
und Müller,
1986, Molec. Biochem. Parasitol. 20: 45–55), Dunaliella salina (Sussman
und Avron, 1981, Biochim. Biophys. Acta 661: 199–204, Ben-Amotz et al., 1982,
Experientia 38: 49–52),
Asteromonas gracilis (Ben-Amotz et al., ebenda), Leishmania mexicana (Cazzulo
et al., 1988, FEMS Microbiol. Lett. 51. 187–192) und Crithidia fasciculata
(Cazzulo et al., ebenda). Für
viele dieser Organismen weiß man,
dass das Glycerol vom Dihydroxyacetonphosphat abstammt, einem Zwischenprodukt
des Glycolysewegs. Escherichia coli synthetisiert normalerweise
Glycerol nicht in signifikanten Mengen, wenn man es auf den meisten
Zuckern wachsen lässt
(Baldomà und
Aguilar, 1988, J. Bacteriol. 170: 416). Es sind jedoch transgene
E.-coli-Stämme,
die Glycerol aus den üblichen
Zuckern wie Glucose bilden können,
beschrieben worden, zum Beispiel in PCT
WO 97/20292 .
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Genmanipulierte
Systeme zur Produktion von Glycerol aus Zuckern (
WO 98/21339 ), die Produktion von
1,3-Propandiol aus Glycerol (
WO
96/35796 ,
WO 98/21339 )
und die Produktion von 1,3-Propandiol aus Zuckern sind beschrieben
worden. Für
E. coli, das die Gene DAR1 (Dihydroxyacetonphosphatdehydrogenase) und
GPP2 (sn-Glycerol-3-phosphatphosphatase) von Saccharomyces cerevisiae
exprimiert, wurde gezeigt, dass es hohe Konzentrationen von Glycerol
im Medium akkumuliert, wenn man es auf Glucose wachsen lässt (Anton,
D., „Biological
production of 1,3-propanediol",
präsentiert
auf der United Engineering Foundation Metabolic Engineering II Conference,
Elmau, Deutschland, 27. Okt. 1998).
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Regulation der Expression
-
Bei
allen der zuvor erwähnten
Ausführungsformen
ist es möglich,
die Zusammensetzung des erzeugten Polymers durch das Steuern der
Expression der Dehydratase für
vicinale Diole oder durch das Steuern der Verfügbarkeit von Coenzym B-12 zu
kontrollieren. Je höher
die Dehydrataseaktivität
ist, desto mehr an aktiviertem Monomer wird als Ergebnis ihrer Aktivität erhalten,
und zwar bis zu dem Punkt, an dem ein anderer Faktor, wie die Verfügbarkeit
des Substrats oder eine Enzymaktivität stromabwärts der Dehydratase, limitierend
wird. Verfahren zur Modulation der Genexpression (und somit der
Enzymaktivität)
in verschiedenen Organismen sind Fachleuten auf diesem Gebiet gut
bekannt. Ein zusätzliches
Verfahren zur Kontrolle der Aktivität der Dehydratase für vicinale
Diole ist die Modulation der Verfügbarkeit von Coenzym B-12 für den Mikroorganismus.
Viele Stämme
von Escherichia coli zum Beispiel sind nicht in der Lage, Coenzym-B-12
de novo zu synthetisieren, und deshalb ist die rekombinante Dehydratase
für vicinale
Diole, deren Aktivität
von Coenzym B-12 abhängig
ist, in diesen Stämmen
nicht aktiv, es sei denn, Coenzym B-12 oder ein geeigneter Vorläufer, wie
Vitamin B-12, wird zum Medium gegeben. Für die Escherichia-coli-Stämme, die
Gene für
die PHA-Synthese und eine Dehydratase für vicinale Diole aufweisen,
wurde gefunden, dass ohne den Zusatz von Coenzym B-12 nur PHB synthetisiert
wird, sogar wenn 1,2-Propandiol im Medium vorhanden ist. Die Zugabe
von 1 μM Coenzym
B-12 zu einer Kultur des gleichen Stammes im gleichen Medium führt zur
Bildung von PHBV, wie in den Beispielen diskutiert wird. Skraly
et al. (1998, Appl. Environ. Microbiol. 64: 98–105) fanden, dass transgene Escherichia
coli steigende Mengen an 1,3-Propandiol aus Glycerol synthetisierten,
wenn steigende Konzentrationen an Coenzym B-12 im Medium bereitgestellt
wurden, und zwar bis zu einer Konzentration von ungefähr 20 nM,
danach stieg das 1,3-Propandiol nicht weiter an. Deshalb können Coenzym-B-12-Konzentrationen
von 0 bis 20 nM zur Steuerung der PHBV-Zusammensetzung in Escherichia coli,
die Gene für
die PHA-Synthese und ein Gen für
die Dehydratase für
vicinale Diole enthalten, und die in einem 1,2-Propandiol-haltigen
Medium kultiviert werden, eingesetzt werden. Die gleiche Grundvoraussetzung
gilt für
die Gewinnung von Poly(3-hydroxypropionat) aus Glycerol. Die Zellen
sind in der Lage, ein PHA (wie PHB) in Gegenwart eines Comonomers
zu erzeugen, wenn keine Dehydratase für vicinale Diole vorhanden
ist. Der Einsatz von Coenzym B-12 zur Steuerung der Polymerzusammensetzung
kann bei jedem beliebigen Mikroorganismus durchgeführt werden,
der nicht zur De-novo-Synthese
von Coenzym B-12 in der Lage ist. Zu derartigen Organismen gehören diejenigen,
denen natürlicherweise
diese Fähigkeit
fehlt (wie Escherichia coli), sowie diejenigen, die natürlicherweise über diese
Fähigkeit
verfügen
(wie Klebsiella pneumoniae), aber über den Einsatz einer chemischen
Mutagenese oder mittels genetischer Verfahren, wie einer Transposon-Mutagenese,
mutiert wurden, damit sie diese Fähigkeit verlieren.
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Bei
einigen Mikroorganismen können
einige der Gene in das Wirtschromosom integriert werden, und andere
können
auf einem Plasmid bereitgestellt werden. In einigen Fällen können zum
Beispiel kompatible Plasmidsysteme eingesetzt werden, wobei einige
Schritte des Wegs auf dem einen Plasmid codiert sind und die anderen
Schritte auf dem zweiten Plasmid codiert sind. Es kann auch eine
Kombination der beiden Ansätze eingesetzt
werden.
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Substrate
-
Wie
oben diskutiert wurde gehören
zu Substraten, die zur Herstellung von PHAs eingesetzt werden können, Glycerol
und Glucose. Verschiedene andere Substrate können, zusätzlich zu Glycerol oder Glucose, erfolgreich
eingesetzt werden. Beispiele für
andere Substrate sind Stärke,
Saccharose, Lactose, Fructose, Xylose, Galactose, Maisöl, Sojaöl, Tallöl, Fettsäuren oder
Kombinationen von diesen.
-
Die
vorliegende Erfindung wird anhand der Bezugnahme auf die folgenden,
nicht-einschränkenden Beispiele
noch besser verstanden werden.
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BEISPIEL 1 Produktion von PHBV aus Glucose
und 1,2-Propandiol
-
Der
Escherichia-coli-Stamm MBX769 (Huisman et. al., PCT
WO 99/14313 ), der die Gene für die PHA-Synthese
(Acetoacetyl-CoA-Thiolase, Acetoacetyl-CoA-Reduktase und PHA-Synthase) von Zoogloea ramigera
exprimiert und das Plasmid pFS44C enthält, wurde für die Synthese von PHBV aus
Glucose und 1,2-Propandiol eingesetzt. Das Plasmid pFS44C (schematisch
in der
2 gezeigt) enthält die Gene, die für die Glyceroldehydratase
(dhaB) von Klebsiella pneumoniae, isoliert aus pTC53 (Skraly et
al., 1998, Appl. Environ. Microbiol. 64: 98–105), und die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase
(hbcT) von Clostridium kluyveri, isoliert aus pCK3 (Söhling und
Gottschalk, 1996, J. Bacteriol. 178: 871–880) codieren, beide in einem
Operon unter der Kontrolle des trc-Promotors. pFS44C enthält auch
das Gen des lac-Repressors
(lacI), ein Ampicillinresistenz-Gen (ampR) und einen Replikationsursprung
(ORI), die alle vom Vektor pSE380 (Invitrogen, La Jolla, Kalifornien)
stammen.
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Die
Zellen wurden in 100 mL eines Medium vorkultiviert, das 25 g/L LB-Bouillon-Pulver
(Difco, Detroit, Michigan) und 100 mg/L Ampicillin enthielt. Sie
wurden von diesem Medium durch Zentrifugieren (2000 × g, 10
Minuten) abgetrennt und in 100 mL eines Mediums resuspendiert, dass
pro Liter 5 g LB-Bouillon-Pulver, 50 mmol Kaliumphosphat, pH 7,
10 g 1,2-Propandiol,
2 g Glucose, 1 μmol
Coenzym B-12, 100 μg
Ampicillin und 0,1 mmol Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid (IPTG) enthielt.
Die Zellen wurden in diesem Medium unter Schütteln mit 225 Upm 48 Stunden
bei 30°C
inkubiert. Sie wurden dann durch Zentrifugieren wie oben entfernt, einmal
mit Wasser gewaschen und lyophilisiert.
-
Das
gleiche Experiment wurde parallel noch einmal durchgeführt, wobei
jedoch kein Coenzym B-12 zugesetzt wurde. Ungefähr 25 mg der lyophilisierten
Zellmasse aus jedem Kolben wurden einer gleichzeitigen Extraktion
und Butanolyse bei 110°C
für 3 Stunden
in 2 mL einer Mischung unterzogen, die 90 Vol.-% 1-Butanol und 10
Vol.-% konzentrierte Salzsäure
enthielt, wobei 2 mg/mL Benzoesäure
als interner Standard zugesetzt waren. Die wasserlöslichen
Komponenten der resultierenden Mischung wurden durch Extraktion
mit 3 mL Wasser entfernt. Die organische Phase (1 μL in einem
Splitverhältnis
von 1: 50 bei einer Gesamtflussgeschwindigkeit von 2 mL/min) wurde
auf einer SPB-1-Kapillar-GC-Säule
aus verschmolzenem Siliciumdioxid (30 m, 0,32 mm ID, 0,25 μm Film, Supelco,
Bellefonte, Pennsylvania) mit dem folgenden Temperaturprofil analysiert:
80°C für 2 min,
mit 10°C
pro min auf 250°C,
250°C für 2 min.
Der zur Testung auf die Gegenwart von 3-Hydroxybutyrat- und 3-Hydroxyvalerat-Einheiten
im Polymer eingesetzte Standard war PHBV (Aldrich Chemical Co.,
Milwaukee, Wisconsin). Das Polymer machte in dem Experiment mit
zugesetztem Coenzym B-12 60,9% des Trockenzellgewichts aus, und
es bestand aus 97,4% 3-Hydroxybutyrat-Einheiten und 2,6% 3-Hydroxyvalerat-Einheiten.
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Für den Überstand
wurde nach dem Abschluss dieses Experiments durch eine Analyse mittels
Hochleistungsflüssigchromatografie
(HPLC) gefunden, dass er 0,41 g/L Propanol enthielt, was anzeigte,
dass die Glyceroldehydratase funktional war. Das Polymer machte
in dem Experiment ohne zugesetztes Coenzym B-12 56,7% des Trockenzellgewichts
aus, und es war ein PHB-Homopolymer. Der Überstand enthielt am Ende des Experiments
kein Propanol. Die HPLC-Analyse erfolgte mit einer Aminex-HPX-87H-Säule mit
Schwefelsäure (pH
2) als mobiler Phase bei einer Flussgeschwindigkeit von 0,6 mL/min
und einer Säulentemperatur
von 50°C.
Die Detektion erfolgte sowohl über
den Brechungsindex als auch über
die UV-Absorption.
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BEISPIEL 2 PHBV und Wachstum mit 1,2-Propandiol
als einziger Kohlenstoffquelle
-
MBX
184 wurde für
ein Wachstum auf 1,2-PD selektiert, wodurch der E.-coli-Stamm MBX
1327 erhalten wurde. MBX1327 wurde mit den PHB-Genen ABC5KAN von
MBX1164 transduziert, wodurch der E.-coli-Stamm MBX 1329 erhalten
wurde. MBX1164 ist MBX247::ABC5KAN. MBX247 ist LJ5218 (Jenkins und Nunn,
J. Bact. 1984, E. coli Genetic Stock Center CGSC 6966), mutiert
mit 1-Methyl-3-nitro-1-nitrosoguanidin (NTG) mittels eines Standardverfahrens
(Miller, J., A short course in bacterial genetics, 1992, Cold Spring
Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, New York) und gescreent
auf die Fähigkeit
zum Wachstum mit 1,2-Propandiol als einziger Kohlenstoffquelle.
Stämme
von E. coli mit dieser Fähigkeit
und Verfahren zur Generierung solcher Stämme sind beschrieben worden
(Sridhara et al., 1969, J. Bacteriol. 93: 87). Der E.-coli-Stamm
MBX1329 hat sowohl die Fähigkeit,
mit 1,2-Propandiol
als einziger Kohlenstoffquelle zu wachsen, als auch PHB aus Kohlenstoffquellen
zu synthetisieren, die Acetyl-CoA generieren.
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Man
ließ MBX1329
mit dem Plasmid pFS44C (in der 2 gezeigt)
in einem Medium wachsen, das pro Liter enthielt: 6,25 g LB-Bouillon-Pulver,
3,5 g Natriumammoniumphosphat, 7,5 g dibasisches Kaliumphosphattrihydrat,
3,7 g monobasisches Kaliumphosphat, 0,12 g Magnesiumsulfat, 2,78
mg Eisen(II)sulfatheptahydrat, 1,98 mg Mangan(II)chloridtetrahydrat,
2,81 mg Cobalt(II)sulfatheptahydrat, 1,47 mg Calciumchloriddihydrat,
0,17 mg Kupfer(II)chloriddihydrat, 0,29 mg Zink(II)chloridheptahydrat,
10 mg Thiamin, 10 g 1,2-Propandiol, 50 nmol Coenzym B-12, 100 μg Ampicillin
und 0,05 mmol Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid
(IPTG). Das Gesamtvolumen in einem 250-mL-Erlenmeyerkolben lag bei
50 mL, das Inokulum bestand aus 0,5 mL einer Übernachtkultur in 25 g/L LB-Bouillon-Pulver
und 100 μg/mL
Ampicillin. Die Zellen wurden in diesem Medium 3 Tage bei 37°C unter Schütteln mit
200 Upm inkubiert. Sie wurden von diesem Medium durch Zentrifugieren (2000 × g, 10
Minuten) abgetrennt, einmal mit Wasser gewaschen, erneut zentrifugiert
und lyophilisiert.
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Der
intrazelluläre
Polymergehalt wurde über
eine Butanolyse wie im Beispiel 1 analysiert. Die Zellen wuchsen
bis zu einer Extinktion (bei 600 nm) von 9,8 und enthielten 6% des
Trockenzellgewichts in Form von PHBV. Das Polymer selbst bestand
aus 2,5% 3-Hydroxyvalerat-Einheiten und 97,5% 3-Hydroxybutyrat-Einheiten.
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BEISPIEL 3 Poly(3-hydroxypropionat) aus
1,3-Propandiol und 1,3-Propandiol aus Glycerol
-
Der
Escherichia-coli-Stamm MBX184, dem das fadR-Gen fehlt und der das
atoC-Gen konstitutiv exprimiert, wurde zur Synthese von 1,3-Propandiol
aus Glycerol und Poly(3-hydroxypropionat)
aus 1,3-Propandiol eingesetzt. In beiden Fällen enthielten die Zellen
das Plasmid pFS45 (schematisch in der 3 gezeigt), das
Gene enthält,
die für
die Glyceroldehydratase von Klebsiella pneumoniae, die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase
von Clostridium kluyveri und die PHA-Synthase von Ralstonia eutropha
codieren, die alle in einem Operon unter der Kontrolle des trc-Promotors
vorliegen. Die Zellen wurden wie im Beispiel 1 beschrieben kultiviert,
außer
dass Glycerol anstelle von 1,2-Propandiol vorhanden war.
-
Eine
HPLC-Analyse zeigte, dass die Zellen im Coenzym-B12-haltigen Medium
1,3 g/L 1,3-Propandiol synthetisierten, während die Zellen im Medium
ohne Coenzym B-12 überhaupt
kein 1,3-Propandiol synthetisierten. Der gleiche Stamm wurde auch
mittels des Verfahrens aus Beispiel 1 kultiviert, außer dass
1,3-Propandiol anstelle von 1,2-Propandiol vorhanden war und kein
Coenzym B-12 zugesetzt wurde.
-
Die
lyophilisierte Zellmasse wurde mittels GC wie im Beispiel 1 analysiert,
und zwar mit einem zusätzlichen
Beta-Propiolacton-Standard zur Quantifizierung von Poly(3-hydroxypropionat).
Für diese
Zellen wurde über
eine GC-Analyse gezeigt, dass sie ein Poly(3-hydroxypropionat)-Homopolymer in einem
Anteil von 7,8% des Trockenzellgewichts enthielten. Die Synthese
von Poly(3-hydroxypropionat) aus Glycerol erfolgte wahrscheinlich
aufgrund der Akkumulation von 3-Hydroxypropionaldehyd nicht, der
für viele
Mikroorganismen sehr toxisch ist (Dobrogosz et al., 1989, Wenner-Gren
Int. Symp. Ser. 52: 283–292).
Dieser Toxizität
kann man entgegenwirken, indem man die Akkumulation von 3-Hydroxypropionaldehyd
auf wenigstens zwei Arten unterbindet: 1) Es kann auch eine 1,3-Propandioloxidoreduktase
eines 1,3-Propandiol-erzeugenden Organismus, wie der oben erwähnten, exprimiert
werden, und 2) es kann die Aktivität der nicht identifizierten
endogenen Dehydrogenase von Escherichia coli, die für die beobachtete
Bildung von 1,3-Propandiol beim Vorliegen der Glyceroldehydratase
verantwortlich ist, durch das Screenen auf Glyceroldehydratase-exprimierende
Escherichia-coli-Zellen,
die in Gegenwart von sowohl Glycerol als auch Coenzym B-12 gut wachsen,
erhöht werden. Der
zweite Ansatz kann, zum Beispiel, durch das Transformieren von mutierten
Escherichia coli mit einem Plasmid wie pFS45, so dass das Glyceroldehydratase-Gen
durch die Mutagenese nicht beeinflusst wird, gefolgt von einer Anreicherung
in einem Medium, das Glycerol und Coenzym B-12 enthält, verwirklicht
werden.
-
BEISPIEL 4 Poly(3-hydroxypropionat) aus
Glycerol
-
Die
beiden Wege im Beispiel 3 (Glycerol zu 1,3-Propandiol und 1,3-Propandiol
zu Poly(3-hydroxypropionat)) wurden in den gleichen rekombinanten
Escherichia coli aktiviert. Der E.-coli-Stamm MBX820, der die Gene
phaA, phaB und phaC von Zoogloea ramigera für die PHA-Biosynthese stabil
exprimiert, wurde mit dem Plasmid pFS47A (schematisch in der
4 gezeigt)
transformiert, das, unter der Kontrolle des trc-Promotors, die für die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase von
Clostridium kluyveri und die Glyceroldehydratase und die 1,3-Propandioloxidoreduktase
von Klebsiella pneumoniae codierenden Gene enthält. PFS47A wurde aus dem Plasmid
pFS16, einem Vorläufer
von pFS47A, wie folgt konstruiert: Das orfZ-Gen von Clostridium kluyveri wurde mittels
PCR vom Plasmid pCK3 (Söhling
und Gottschalk, 1996, J. Bacteriol. 178: 871–880) mithilfe der folgenden
Oligonucleotidprimer amplifiziert:
-
Das
orfZ-PCR-Produkt wurde an pTrcN ligiert, das mit XbaI (das mit AvrII
kompatibel ist) und Sa verdaut worden war.
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Die
Zellen wurden in 100 mL eines Mediums vorkultiviert, das 25 g/L
LB-Bouillon-Pulver (Difco, Detroit, Michigan) und 100 mg/L Ampicillin
enthielt. Sie wurden von diesem Medium durch Zentrifugieren (2000 × g, 10
Minuten) abgetrennt und in 100 mL eines Mediums resuspendiert, das
pro Liter 2,5 g LB-Bouillon Pulver, 50 mmol Kaliumphosphat, pH 7,
5 g Substrat (Glycerol, 1,2-Propandiol oder 1,3-Propandiol), 2 g
Glucose, 5 nmol Coenzym B-12, 100 μg Ampicillin und 0,1 mmol Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid
(IPTG) enthielt. Die Zellen wurden in diesem Medium unter Schütteln mit
225 Upm bei 30°C
48 Stunden inkubiert. Sie wurden dann durch Zentrifugieren wie oben
entfernt, einmal mit Wasser gewaschen und lyophilisiert.
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Die
lyophilisierte Zellmasse wurde über
eine GC-Analyse wie im Beispiel 1 analysiert, wobei ein zusätzlicher
Beta-Propiolacton-Standard zur Quantifizierung von Poly(3-hydroxypropionat)
eingesetzt wurde. Die in Glycerol und 1,3-Propandiol kultivierten
Zellen enthielten jeweils ein Copolymer aus 3-Hydroxybutyrat- und 3-Hydroxypropionat-Einheiten,
und die in 1,2-Propandiol kultivierten Zellen enthielten ein Copolymer
aus 3-Hydroxybutyrat- und 3-Hydroxyvalerat-Einheiten. Die Polymerzusammensetzungen
und die als prozentualer Anteil des Trockenzellgewichts angegebenen
Mengen sind in der Tabelle 1 aufgeführt. Die mit Glycerol kultivierten
Zellen synthetisierten mehr Polymer als die mit 1,3-Propandiol kultivierten
Zellen, aber der prozentuale Anteil der 3-Hydroxypropionat-Einheiten
war in den mit Glycerol kultivierten Zellen geringer. Diese Unterschiede könnten dadurch
erklärt
werden, dass der 3-Hydroxypropionaldehyd toxisch ist und er wahrscheinlich
schneller durch die 1,3-Propandioloxidoreduktase aus 1,3-Propandiol
generiert wird als durch die Glyceroldehydratase aus Glycerol. Die
Toxizität
von 3-Hydroxypropionaldehyd kann die Vitalität der Zellen und damit den
Gesamtpolymergehalt negativ beeinflussen, aber seine Bildung aus
Glycerol ist für
die Bildung von 3-Hydroxypropionyl-CoA erforderlich, und zwar unabhängig davon,
ob das erforderliche Zwischenprodukt 3-Hydroxypropionaldehyd oder
1,3-Propandiol ist. Tabelle 1 Polymere, die von MBX820/pFS47A
erzeugt wurden, die in verschiedenen Substraten kultiviert wurden
| Substrat | Gesamtpolymer (%
des TZGa) | 3H6-Einheiten
(% des Polymers) | 3HP-Einheiten
(% des Polymers) | 3HV-Einheiten
(% des Polymers) |
| Glycerol | 55,8 | 98,2 | 1,8 | 0,0 |
| 1,2-Propandiol | 41,3 | 97,1 | 0,0 | 2,9 |
| 1,3-Propandiol | 26,7 | 95,1 | 4,9 | 0,0 |
- aProzent des Trockenzellgewichts
-
BEISPIEL 5 Steuerung der Polymerzusammensetzung
durch das Variieren der Konzentration von Coenzym B-12
-
Da
die Aktivität
der vicinalen Dioldehydratasen von Coenzym B-12 abhängig ist,
und da die Bildung von 3-Hydroxypropionyl-CoA aus Glycerol oder
von Propionyl-CoA aus 1,2-Propandiol von der Dehydrataseaktivität abhängt, kann
die Zusammensetzung des Copolymers für beide Fälle durch das Variieren der
Verfügbarkeit
von Coenzym B-12 für
die Dehydratase gesteuert werden. In diesem Beispiel wurde das durch
das Variieren der zu dem Medium, in dem der E.-coli-Stamm MBX820
mit dem Plasmid pFS47A PHA produzierte, gegebenen Konzentration
von Coenzym B-12 erreicht.
-
Die
Zellen wurden in 100 mL eines Medium vorkultiviert, das 25 g/L LB-Bouillon-Pulver
(Difco, Detroit, Michigan) und 100 mg/L Ampicillin enthielt. Sie
wurden von diesem Medium durch Zentrifugieren (2000 × g, 10
Minuten) abgetrennt und in 100 mL eines Mediums resuspendiert, das
pro Liter 2,5 g LB-Bouillon-Pulver, 50 mmol Kaliumphosphat, pH 7,
10 g Substrat (Glycerol oder 1,2-Propandiol), 2 g Glucose, 100 μg Ampicillin, 0,1
mmol Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid
(IPTG) und 0,5, 20 oder 50 nmol Coenzym B-12 enthielt, Die Zellen wurden
in diesem Medium unter Schütteln
mit 225 Upm bei 30°C
72 Stunden inkubiert. Sie wurden dann durch Zentrifugieren wie oben
entfernt, einmal mit Wasser gewaschen und lyophilisiert. Die lyophilisierte
Zellmasse wurde über
eine GC-Analyse wie im Beispiel 4 analysiert.
-
Die
Tabelle 2 zeigt die Mengen und Zusammensetzungen der auf diese Weise
erzeugten PHAs. Das Fehlen von Coenzym B-12 führte, wenn das Substrat Glycerol
oder 1,2-Propandiol war, zur Synthese von lediglich PHB. Glycerol
förderte
die Bildung von PHA in Abwesenheit von Dehydrataseaktivität, wie es
die letztendliche Extinktion und der Polymergehalt anzeigen, vermutlich
weil E. coli Glycerol unter aeroben Bedingungen als Kohlenstoff-
und Energiequelle verwenden kann (Lin, Ann. Rev. Microbiol. 30:
535, 1976), während
das für
1,2-Propandiol im Allgemeinen nicht der Fall ist (Baldomà und Aguilar,
ebenda). Wenn Coenzym B-12 in erhöhen Mengen zu Zellen gegeben
wird, die mit Glycerol kultiviert werden, steigt der prozentuale
Anteil von 3-Hydroxypropionat-Einheiten im Polymer an, während der
Gesamtpolymergehalt abnimmt. Diese Abnahme beruht wahrscheinlich
auf der Toxizität
von 3-Hydroxypropionaldehyd, die zu einer verringerten Vitalität der Zellen
führt.
Wenn Coenzym B-12 in erhöhen
Mengen zu Zellen gegeben wird, die mit 1,2-Propandiol kultiviert werden,
werden 3-Hydroxyvalerat-Einheiten in das Polymer inkorporiert, aber
der prozentuale Anteil von 3-Hydroxyvalerat im Polymer erhöht sich
nicht im gleichen Ausmaß wie
der prozentuale Anteil von 3-Hydroxypropionat-Einheiten im Glycerol-Experiment.
Das zeigt an, dass die Konzentration von Coenzym B-12 die 3-Hydroxyvaleryl-CoA-Synthese
nicht limitiert, sogar wenn seine Konzentration nur einige nmol/L
beträgt,
und dass ein anderer Faktor limitierend wird.
-
Dieses
Beispiel zeigt, dass die Zusammensetzung von PHAs, die über den
Einsatz Coenzym-B-12-abhängiger
Dehydratasen erhalten werden, durch das Variieren der Konzentration
des für
die Dehydratase verfügbar
gemachten Coenzyms B-12 gesteuert werden kann. Der Umfang, in dem
die Steuerung erfolgen kann, ist vom eingesetzten Diolsubstrat abhängig. Das
kann auf der Präferenz
des vicinalen Diols für
bestimmte Substrate im Vergleich zu anderen und dem sonstigen Metabolismus
des Wirts beruhen, der von dem aus dem Diol gewonnenen Aldehyd zum
Acyl-CoA führt,
das als das aktivierte Monomer für
die Bildung von PHA dient. Tabelle 2 Zusammensetzung von Polymeren,
die von MBX820/pFS47A in Medien mit verschiedenen Coenzym-B-12-Konzentrationen
aus Glycerol und 1,2-Propandiol erzeugt werden
| Substrat | [CoB12],
nM | Extinktiona (600 nm) | 3HBb, % des PHA | 3HVc, % des PHA | 3HPd, % des PHA | Polymer,
% des TZGe |
| Glycerol | 0 | 19,3 | 100 | 0 | 0 | 65,4 |
| 5 | 17,7 | 81,4 | 0 | 18,6 | 56,6 |
| 20 | 10,0 | 79,6 | 0 | 20,4 | 45,9 |
| 50 | 3,9 | 54,4 | 0 | 45,6 | 12,0 |
| 1,2-Propandiol | | | | | | |
| 0 | 4,4 | 100 | 0 | 0 | 34,1 |
| 5 | 4,8 | 98,6 | 1,4 | 0 | 32,4 |
| 20 | 3,9 | 97,6 | 2,4 | 0 | 19,5 |
| 50 | 4,2 | 98,5 | 1,5 | 0 | 21,2 |
- aExtinktion
- b3-Hydroxybutyrat-Einheiten
- c3-Hydroxyvalerat-Einheiten
- d3-Hydroxypropionat-Einheiten
- eProzent des Trockenzellgewichts
-
BEISPIEL 6 Produktion von Poly(3-hydroxypropionat)
aus zentralen metabolischen
-
Zwischenprodukten
-
Die
Beispiele 1–5
zeigen, dass es möglich
ist, Poly(3-hydroxypropionat) aus Glycerol zu erhalten, und dass
es, wie oben diskutiert wurde, sowohl in transgenen als auch in
nicht-transgenen
Organismen möglich ist,
Glycerol aus zentralen metabolischen Zwischenprodukten zu erzeugen.
Deshalb erlaubt eine Kombination der beiden Wege die Synthese von
Poly(3-hydroxypropionat)
aus zentralen metabolischen Zwischenprodukten. Diese Wege können entweder
durch das Einführen
der Gene für
die Synthese von Poly(3-hydroxypropionat) in einen Glycerol-erzeugenden
Wirt oder durch das Einführen
der Gene für
die Synthese von Glycerol in einen Wirt, der bereits zur Synthese
von Poly(3-hydroxypropionat) aus Glycerol fähig ist, wie es in den obigen Beispielen
beschrieben wurde, kombiniert werden.
-
Im
ersteren Falle werden Gene, die für eine Dehydratase für vicinale
Diole, eine PHA-Synthase
und, gegebenenfalls, eine Aldehyddehydrogenase, eine 1,3-Propandioloxidoreduktase
und eine Hydroxyacyl-CoA-Transferase codieren, in einem Wirt exprimiert,
der zur Erzeugung von Glycerol aus zentralen metabolischen Zwischenprodukten
fähig ist.
Ein Beispiel für
einen derartigen Wirt ist ein Escherichia coli, das die Gene der
DAR1 (Dihydroxyacetonphosphatdehydrogenase) und der GPP2 (sn-Glycerol-3-phosphatphosphatase)
von Saccharomyces cerevisiae exprimiert (Anton, D., „Biological
production of 1,3-propanediol",
präsentiert
auf der United Engineering Foundation Metabolic Engineering II Conference,
Elmau, Deutschland, 27. Okt. 1998, PCT
WO 98/21339 ), wie es oben beschrieben
wurde. Viele Stämme
von E. coli exprimieren natürlicherweise
Enzymaktivitäten
der 1,3-Propandioloxidoreduktase und der Aldehyddehydrogenase, aber
ihre Spiegel können gegebenenfalls über eine
Mutagenese oder eine zielgerichtete Überexpression von Enzymen aufgestockt
werden, die diese Funktionen durchführen können. Die erforderlichen zusätzlichen
Gene können auf
einem Plasmid, wie pFS48B, eingeführt werden, das, unter der
Kontrolle des trc-Promotors, die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase
von Clostridium kluyveri, die PHA-Synthase von Zoogloea ramigera und die
Glyceroldehydratase und die 1,3-Propandioloxidoreduktase von Klebsiella
pneumoniae enthält.
Beliebige oder alle dieser Gene können auch über eine Integration in das
Chromosom mittels Standardtechniken, die Fachleuten auf diesem Gebiet
gut bekannt sind, eingeführt
werden.
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Ähnlich können die
Gene DAR1 und GPP2 in einen Wirt eingeführt werden, der bereits zur
Synthese von Poly(3-hydroxypropionat) fähig ist, wie den oben beschriebenen
MBX820/pFS47A. Die Gene DAR1 und GPP2 können auf einem Plasmid eingeführt werden,
das mit pFS47A kompatibel ist (einem Plasmid, das gleichzeitig mit
pFS47A beibehalten werden kann), oder sie können in das Chromosom integriert
werden. MBX820 exprimiert stabil die Acetoacetyl-CoA-Thiolase, die
3-Hydroxybutyryl-CoA-Reduktase und die PHA-Synthase, und deshalb
ist er zur Synthese von Poly(3-hydroxybutyrat-co-3-hydroxypropionat)
fähig. Wenn
das Homopolymer Poly(3-hydroxypropionat) gewünscht wird, kann ein Stamm,
der nur die PHA-Synthase und nicht alle drei Gene für die Biosynthese
von PHB exprimiert, eingesetzt werden.
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Zur
Demonstration des Weges für
die Biosynthese von PHP aus Glucose wurde das Plasmid pMS15 (schematisch
in der 6 gezeigt) so konstruiert, dass es die folgenden
Gene als ein Operon vom trc-Promotor exprimiert: die PHB-Synthase
von A. eutrophus, die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase von C. kluyveri,
die Glyceroldehydratase von Klebsiella, das DAR1-Gen von S. cerevisae,
das GPP2-Gen von S. cerevisae und die 1,3-Propandioloxidoreduktase
von K. pneumoniae.
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Das
Plasmid pFS51 wurde konstruiert, indem die PCR-Produkte von DAR1
und GPP2 eines nach dem anderen an pTrcN ligiert wurden. Das DAR1-Gen
wurde mittels PCR von der genomischen DNA von S. cerevisiae mittels
der folgenden Oligonucleotidprimer amplifiziert:
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Das
GPP2-Gen wurde auf die gleiche Weise mittels der folgenden Oligonucleotidprimer
amplifiziert:
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Die
PCR wurde für
jedes Gen mit Pfu-DNA-Polymerase (Stratagene, La Jolla, Kalifornien)
in einem Reaktionsvolumen von 50 μL
durchgeführt,
das die folgenden Komponenten enthielt: 10 Einheiten Pfu-Polymerase,
vom Hersteller mitgelieferter 1 × Reaktionspuffer, 50 pmol
der einzelnen Primer, ungefähr
200 ng genomische DNA von S. cerevisiae und 200 μM der einzelnen dNTP. Das Heizschema
der Reaktionen sah folgendermaßen
aus: 27 Zyklen von (94°C
für 1 min,
55°C für 2 min,
72°C für 3 min),
dann 7 min bei 72°C.
Die Pfu-Polymerase wurde erst zugesetzt, wenn die Reaktionsmischung
94°C erreicht
hatte.
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Die
PCR-Produkte wurden über
ein Gel aus 1%-iger niedrigschmelzender Agarose gereinigt und mit den
Restriktionsenzymen verdaut, deren jeweilige Stellen in die 5'-Enden der Primer
eingefügt
worden waren (BamHI und NotI für
DAR1, NotI und XhoI für
GPP2). Der Vektor pTrcN ist eine Version von pTrc99a (Pharmacia,
Uppsala, Schweden), die so modifiziert ist, dass ihr eine NcoI-Stelle
fehlt. pTrcN wurde mit BamHI, NotI und der alkalischen Phosphatase
aus dem Kälberdarm
(CIAP, Promega, Madison, Wisconsin) für die Insertion von DAR1 und
mit NotI, XhoI und CIAP für
die Insertion von GPP2 geschnitten. Die Ligationen wurden mit T4-DNA-Ligase
(New England Biolabs, Beverly, Massachusetts) gemäß den vom
Hersteller mitgelieferten Instruktionen durchgeführt. Die Produkte der Ligationen
waren pFS49 (DAR1) und pFS50 (GPP2). Zur Zusammenfügung beider
Gene auf einem Plasmid wurde pFS49 mit MluI und NotI geschnitten,
und das Fragment von 2,3 kb, das den trc-Promotor und DAR1 enthielt,
wurde an pFS50 ligiert, das mit den gleichen beiden Enzymen und
CIAP verdaut worden war. Das resultierende Plasmid, das das Operon
DAR1-GPP2 unter der Kontrolle des trc-Promotors enthielt, wurde
pFS51 genannt.
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Man
ließ den
das Plasmid pMS15 (schematisch in der 6 gezeigt)
enthaltenden E.-coli-Stamm MBX184 über Nacht in einer Rechteckflasche
von 200 mL bei 37°C
in 50 mL LB-Medium, das auch 100 μg/mL Ampicillin
enthielt, wachsen. Die Zellen wurden durch eine 10-minütige Zentrifugation
bei 2000 × g
von dieser Kultur abgetrennt, und die Zellen wurden in 50 mL eines
Glucosemediums resuspendiert und 72 Stunden bei 30°C unter Schütteln mit
200 Upm inkubiert. Das Glucosemedium enthielt pro Liter 6,25 g LB-Pulver,
100 μg Ampicillin,
20 g Glucose, 50 mmol Kaliumphosphat, pH 7, 10 μmol Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid
(IPTG) und 0, 10 oder 100 nmol Coenzym B-12. Nach der Inkubation
wurden die Zellen durch eine 10-minütige Zentrifugation bei 2000 × g vom
Medium abgetrennt, einmal mit Wasser gewaschen, erneut zentrifugiert
und dann lyophilisiert.
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Die
Analyse der lyophilisierten Zellmasse mittels Gaschromatografie
(GC) zeigte, dass im Experiment mit 10 nM Coenzym B-12 das Poly(3HP)
0,11% des Trockenzellgewichts ausmachte, im Experiment mit 100 nM
Coenzym B-12 das Poly(3HP) 0,13% des Trockenzellgewichts ausmachte,
und im Experiment ohne Coenzym B-12 war kein Poly(3HP) nachweisbar.
In keinem Fall wurden andere Polymerbestandteile als 3HP gefunden.
Eine GC-Analyse
wurde wie folgt durchgeführt:
15 bis 20 mg der lyophilisierten Zellmasse wurden bei 100°C 3 Stunden
einer gleichzeitigen Extraktion und Propanolyse in 2 mL einer Mischung
unterzogen, die (in Volumeneinheiten) 50% 1,2-Dichlorethan, 40%
1-Propanol und 10% konzentrierte Salzsäure enthielt, wobei 2 mg/mL
Benzoesäure
als interner Standard zugesetzt waren. Die wasserlöslichen
Komponenten der resultierenden Mischung wurden durch Extraktion
mit 3 mL Wasser entfernt. Die organische Phase (1 μL in einem Splitverhältnis von
1: 50 bei einer Gesamtflussgeschwindigkeit von 2 mL/min) wurde auf
einer SPB-1-Kapillar-GC-Säule aus
verschmolzenem Siliciumdioxid (30 m, 0,32 mm ID, 0,25 μm Film, Supelco,
Bellefonte, Pennsylvania) mit dem folgenden Temperaturprofil analysiert:
80°C für 2 min,
mit 10°C
pro min auf 250°C,
250°C für 2 min.
Der zur Testung auf das Vorhandensein von 3HP-Resten verwendete Standard war β-Propiolacton. Sowohl
Poly(3HP) als auch β-Propiolacton
ergeben, wenn sie einer Propanolyse unterzogen werden, den 1-Propylester
von 3-Hydroxypropionat.
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BEISPIEL 7 PHBV aus zentralen metabolischen
Zwischenprodukten
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Wie
oben gezeigt wurde, ist es möglich,
PHBV aus 1,2-Propandiol mit der optionalen Zugabe anderer Kohlenstoffquellen,
wie Glucose, zu erhalten, und es ist möglich, sowohl in transgenen
als auch in nicht-transgenen Organismen 1,2-Propandiol aus zentralen
metabolischen Zwischenprodukten zu erzeugen (Cameron et al., 1998,
Biotechnol. Prog. 14: 116–125).
Deshalb ermöglicht
eine Kombination der beiden Wege die Synthese von PHBV aus zentralen
metabolischen Zwischenprodukten. Diese Wege können entweder durch das Einführen der
Gene für
die Synthese von PHBV in einen 1,2-Propandiol-erzeugenden Wirt oder
durch das Einführen
der Gene für
die Synthese von 1,2-Propandiol in einen Wirt, der bereits zur Synthese
von PHBV aus 1,2-Propandiol fähig
ist, wie es in den obigen Beispielen beschrieben wurde, kombiniert
werden.
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Im
ersteren Falle werden die Gene, die für eine Dehydratase für vicinale
Diole, eine PHA-Synthase, eine 3-Ketoacyl-CoA-Thiolase und eine
Reduktase und, gegebenenfalls, eine Aldehyddehydrogenase, eine 1-Propanoloxidoreduktase
und eine Hydroxyacyl-CoA-Transferase
codieren, in einem Wirt exprimiert, der zur Erzeugung von 1,2-Propandiol
aus zentralen metabolischen Zwischenprodukten fähig ist. Ein Beispiel für einen
derartigen Wirt ist ein Escherichia coli, das die Aldosereduktase
der Rattenlinse exprimiert oder die Glyceroldehydrogenase von E.
coli überexprimiert,
wie es oben beschrieben wurde. Viele E.-coli-Stamme exprimieren
natürlicherweise
Enzymaktivitäten
der 1-Propanoloxidoreduktase, der Aldehyddehydrogenase und der Propionyl-CoA-Transferase,
aber ihre Spiegel können
gegebenenfalls über
eine Mutagenese oder eine zielgerichtete Überexpression von Enzymen,
die diese Funktionen ausüben,
erhöht
werden. Die zusätzlich
erforderlichen Gene könnten
als plasmidgetragene Gen eingeführt
werden, oder sie können
in das Chromosom integriert werden, oder es kann eine Kombination
der beiden Ansätze
eingesetzt werden. Zum Beispiel kann ein Plasmid wie pFS48B, das,
unter der Kontrolle des trc-Promotors, die 4-Hydroxybutyryl-CoA-Transferase von Clostridium
kluyveri, die PHA-Synthase von Zoogloea ramigera und die Glyceroldehydratase
und die 1,3-Propandioloxidoreduktase von Klebsiella pneumoniae enthält, in Kombination
mit der Integration der Gene für
die PHB-Synthese in das Chromosom mittels Standardtechniken, die
Fachleuten auf diesem Gebiet gut bekannt sind, eingesetzt werden.
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Ähnlich kann
das Gen der Aldosereduktase der Rattenlinse oder der Glyceroldehydrogenase
von E. coli in einen Wirt eingeführt
werden, der bereits zur Synthese von PHBV fähig ist, wie MBX769/pFS44C,
der oben beschrieben wurde. Eine zusätzliche Verbesserung kann aus
der Überexpression
eines Gens für
die Methylglyoxalsynthase resultieren, wie von Cameron et al., 1998
(Biotechnol. Prog. 14: 116–125)
vorgeschlagen wurde. Das Gen der Aldosereduktase der Rattenlinse
oder der Glyceroldehydrogenase von E. coli kann auf einem Plasmid,
das mit pFS44C kompatibel ist (einem Plasmid, das gleichzeitig mit
pFS44C beibehalten werden kann), eingeführt werden, oder es kann in
das Chromosom integriert werden.
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BEISPIEL 8 Identifizierung von 3-Hydroxypropionaldehyddehydrogenase-Aktivität
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Die
Sequenz des aldH-Gens von E. coli ist von GENBANK erhältlich.
Dieses Gen wurde nach der PCR-Amplifizierung mittels des im Beispiel
6 beschriebenen Ansatzes und der folgenden Primer in die Acc65I- und
NotI-Stellen des Klonierungsvektors pSE380 kloniert:
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Das
resultierende rekombinante Plasmid pALDH wurde in E. coli DH5 alpha
eingeführt,
und dann ließ man
die Zellen in 5 mL LB-Medium mit 100 μg/mL Ampicillin bei 37°C wachsen.
Am nächsten
Tag wurden 100 mL, die 100 µg/mL
Ampicillin enthielten, mit 100 µL
der Übernachtkultur
inokuliert, und man ließ das
Ganze wachsen, bis die Extinktion bei 600 nm 0,5 erreichte, und
zu diesem Zeitpunkt wurde der trc-Promotor mit 1 mM IPTG induziert,
und es wurde weitere 3 Stunden bei 37°C inkubiert. Die Zellen wurden
geerntet, gewaschen, in 0,1 M Tris·HCl, pH 8,0, resuspendiert
und durch Sonifizieren lysiert. Das Zelllysat wurde mithilfe von 3-Hydroxypropionaldehyd
sowohl mit NAD als auch mit NADP als Kofaktor auf Aldehyddehydrogenase-Aktivität getestet.
Die Assays wurden mittels eines Diodenarray-Spektralphotometers von Hewlett Packard
durchgeführt.
Die Enzymreaktionen wurden in UV-Küvetten von
1,5 mL in einer Lösung
durchgeführt,
die die folgenden Komponenten enthielt:
0,1 M Tris·HCl, pH
8,0, 1 mM NAD oder NADP, 6 mM Dithiothreitol und rohen Zellextrakt
bis zu einem Volumen von 1 mL. Die Mischung wurde 20 Sekunden inkubiert,
ehe die Reaktion durch die Zugabe von 1 mM 3-Hydroxypropionaldehyd
gestartet und bei 340 nm verfolgt wurde. Das Lysat zeigte, wenn
NAD der Kofaktor war, eine signifikante 3-Hydroxypropionaldehyddehydrogenase-Aktivität (1,35 µmol/min/mg
Protein), die nicht in der mittels des Vektors allein hergestellten
Kontrollprobe vorhanden war. Somit kann das aldH-Gen zur Erhöhung der 3-Hydroxypropionaldehyddehydrogenase-Aktivität in den
in den vorherigen Beispielen beschriebenen Stämmen eingesetzt werden. SEQUENCE
LISTING