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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduzierung der
Interferenz der Kapselpolysaccharidkomponente eines konjugiert Haemophilus
influenzae B-Impfstoffs (Hib) in einem Kombinationsimpfstoff, der
DTPa umfaßt – einem
allgemein bekannten "trivalenten" Kombinationsimpfstoff,
der Diphtherietoxoid (DT), Tetanustoxoid (TT) und azelluläre Pertussis-Komponenten
[typischerweise entgiftetes Pertussistoxoid (PT) und filamentöses Hämagglutinin
(FHA) mit optionalem Pertactin (PRN) und/oder Agglutinin 1+2] enthält, zum
Beispiel der vermarktete Impfstoff INFANRIX-DTPaTM (SmithKline
Beecham Biologicals), der DT-, TT-, PT-, FHA- und PRN-Antigene enthält. Die
Erfindung betrifft auch Kombinationsimpfstoffe, die durch dieses
Verfahren hergestellt werden.
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Impfstoffe,
die Polysaccharide verwenden, sind fachbekannte. Zum Beispiel beruht
ein Hib-Impfstoff zur Prävention
von Haemophilus influenzae B-Infektionen auf dem H. influenzae B-Kapselpolysaccharid (PRP),
konjugiert mit einem Trägerprotein.
Das Polysaccharid ist ein Polymer aus Ribose, Ribit und Phosphat. Beispiele
für Trägerprotein
schließen
Diphtherie- oder Tetanustoxoid oder ein äußeres Membranprotein von N. meningitidis
ein. Siehe zum Beispiel
US 4,365,170 ,
US 4,673,574 ,
EP 208375 ,
EP 477508 und
EP 161188 .
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Es
ist wünschenswert
solche konjugierten Impfstoffe mit anderen Antigenen oder Impfstoffen
zur gleichen Zeit zu verabreichen, und dies kann mehrere Injektionen
involvieren. Mit mehrfachen Injektionen assoziierte Probleme schließen ein
komplizierteres Verabreichungsverfahren und ein höheres Gesamtinjektionsvolumen
ein. Dies ist ein besonders akutes Problem, wenn der Impfstoff für Kinder
gedacht ist. Sowohl für
das Kind als auch für
den Arzt ist es wünschenswert,
alle notwendigen Antigene in einer Injektion mit normalem Volumen
zu injizieren, was das Impfungsverfahren weniger traumatisch und
schmerzvoll für
das Kind und effizienter und leichter durchzuführen für den Arzt macht.
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Es
wurde deshalb vorgeschlagen, solche konjugierten Polysaccharidimpfstoffe
mit anderen Impfstoffen wie DTPa zu kombinieren, um umfassendere Kombinationsimpfstoffe
herzustellen. Zusätzlich
wurde auch der Einschluß weiterer
Antigene in einem solchen Kombinationsimpfstoff zur Prävention
von Krankheiten wie Hepatitis B oder Polio vorgeschlagen (Kombinationsimpfstoffe,
die ein Antigen gegen Hepatitis B und Antigene gegen Diphtherie,
Tetanus und Pertussis (HepB, DTPa) umfassen, wurden in WO 93/24148
und WO 97/46255 beschrieben).
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Es
wurde jedoch festgestellt, daß das
einfache Vermischen der Komponenten eines Kombinationsimpfstoffs
durch die Tatsache verkompliziert wird, daß nicht alle Antigene effektiv
miteinander vermischt werden können.
Die Reduzierung der Immunogenität
eines Antigens bei Kombination mit anderen Komponenten (im Vergleich
zu dem allein verabreichten, besonderen Antigen) ist als Interferenz
bekannt. Es ist zum Beispiel bekannt, daß das unvorbereitete Vermischen
eines DTPa-Kombinationsimpfstoffs mit Hib ohne Hilfsstoff zu einer
Reduzierung von Antikörpertitern
gegen die Polysaccharid-Komponente von Hib führt (WO 97/00697). Zusätzlich zeigte
WO 97/00697, daß es
eine signifikante Reduzierung an Antikörpertitern gegen die Polysaccharid-Komponente
gibt, falls Hib an Aluminiumhydroxid adsorbiert ist. Diese Ergebnisse
zeigten, daß es
eine Interferenz zwischen dem Aluminiumhydroxid des DTPa-Impfstoffs
und Hib gab. Zum Ausprobieren und Minimieren dieser Interferenz
in einem solchen unvorbereitet hergestellten Kombinationsimpfstoff
wurde Hib an Aluminiumphosphat voradsorbiert.
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WO
96/37222 beschreibt auch dieses Problem. In diesem Fall wird die
Antigenität
von Hib durch dessen Adsorbieren und der anderen DTPa-Komponenten an einen
Hilfsstoff auf Aluminiumbasis mit einer Nullpunktladung von weniger
als 7,2, zum Beispiel Aluminiumphosphat oder Aluminiumhydroxid,
an das Anionen addiert wurden, stabilisiert. Wenn jedoch Aluminiumphosphat
verwendet wird, kann der Ansatz zur Erhöhung der Desorption anderer
Antigene im Kombinationsimpfstoff führen, die besser bei Adsorption
an Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff arbeiten, was auch ein Problem sein
kann, wenn Aluminiumhydroxid plus Anionen verwendet werden (wobei
die Oberfläche
des Aluminiumhydroxids im wesentlichen durch das Anion beschichtet
wurde).
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Ein
weiteres Problem, das bei der Formulierung von sowohl monovalenten
als auch Kombinationsimpfstoffen angetroffen wird, ist die inhärente zeitliche
Stabilität
ihrer Mischantigene. Impfstoffe in Lösung können zeitliche Prozesse erfahren,
die die Immunogenität
ihrer Antigenkomponenten verringern, zum Beispiel den Abbau des
Antigens oder die Desorption des Antigens vom Hilfsstoff, an den
es adsorbiert wurde. Obwohl es allgemein wünschenswert ist, auf den höchstmöglichen
Adsorptionsgrad von Antigen an Hilfsstoff abzuzielen, ist es für einen
verläßlichen
Impfstoff das Hauptziel, den höchsten
Grad an Adsorption zu erreichen, der über die Lagerzeit des Impfstoffs
aufrechterhalten werden kann. Auch wenn lyophilisierte Impfstoffe
unvorbereitet solubilisiert werden können, ist es vorteilhaft, wenn
der solubilisierte Impfstoff stabil ist, so daß er wirksam über einen
langen Zeitraum ist, um dem Arzt die größte Flexibilität bei der
geringsten Verschwendung von Impfstoff zu geben. Idealerweise könnte ein
stabiler Impfstoff in Lösung
bereitgestellt werden (ein "flüssiger" Impfstoff). Ein
stabiler Impfstoff in Lösung
wäre nicht
nur weniger kostspielig herzustellen als ein lyophilisiertes Äquivalent,
er würde
auch einen zusätzlichen
Handhabungsschritt des Arztes verhindern, der unter dem Risiko steht,
unkorrekt durchgeführt
zu werden.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1:
Diagramm, das die Pertussis-Mäuselungen-Clearance-Aktivität von Formulierungen
mit "leichtem Aluminiumhydroxid" (Chargen 21750 und
21751) und mit "Vollaluminiumphosphat" (Charge 21752) (mit und
ohne Hib) im Vergleich mit einem handelsüblichen Standard-DTPa-Impfstoff
(angegeben durch quadratische Symbole) zeigt.
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Beschreibung
der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft ein allgemeines Verfahren, durch das unvorbereitet
hergestellte oder flüssige Hib/DTPa-Kombinationsimpfstoffe
hergestellt werden können,
um das Hib-Interferenzproblem gegenüber demjenigen besser zu vermeiden,
das im Stand der Technik beschrieben wurde, während die maximale stabile Adsorption
jedes Antigens an den Hilfsstoff auf Aluminiumbasis bewahrt werden
kann, an dem es am stärksten immunogen
ist. Bei dieser Durchführung
werden Pertussis-Antigene in Kombinationsimpfstoffen der vorliegenden
Erfindung stabil in ihrer wirksamsten Form bewahrt. Zusätzlich betrifft
die Erfindung, wie das Verfahren kompatibel mit einem zusätzlichen
Verfahren zur Verbesserung der Adsorption der Komponenten eines
flüssigen
Kombinationsimpfstoffs an Hilfsstoffe auf Aluminiumbasis in einer
stabilen Weise ist. Auf diese weise kann die Immunogenität der Polysaccharid-Komponente
von Hib in Kombinationsimpfstoffen durchgehend bewahrt werden und
kann im flüssigen
Zustand für
einen längeren
Zeitraum stabil bleiben. Entsprechend sind so hergestellte Impfstoffe
von größerem Nutzen
bei Verabreichung an Patienten, insbesondere Kinder.
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Spezifisch
lehrt diese Erfindung ein verläßliches
Verfahren, durch das Aluminiumhydroxid als Hilfsstoff in einem DTPa-Hib-Kombinationsimpfstoff
ohne Verursachung von Interferenz gegen die Hib-Komponente im Zeitverlauf
in unvorbereitet hergestellten oder flüssigen Formulierungen und ohne
unnötige
Zugabe von Anionen zur Formulierung verwendet werden kann, wie es
das in WO 96/37222 offenbarte Verfahren macht. Da Anionen nicht
unnötig
zur Formulierung hinzugegeben werden, wird die Stabilität aller
adsorbierten Antigene maximiert, und ferner ist das Verfahren kompatibel
mit einem weiter offenbarten Verfahren der Optimierung der Adsorption
von Antigenen an Hilfsstoffe auf Aluminiumbasis in einem Kombinationsimpfstoff
in einer stabilen Weise, spezifisch durch Optimieren ihrer Adsorption
(und Minimieren anschließender
Desorption) an Hilfsstoff im Zeitverlauf in einer flüssigen Formulierung
durch Verwendung von "extragewaschenem" Aluminiumphosphat.
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Entsprechend
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Reduzierung der
Interferenz einer Kapselpolysaccharidkomponente eines konjugierten
Haemophilus influenzae B-Impfstoffs (Hib) in einem Kombinationsimpfstoff
bereit, der DTPa umfaßt,
worin ein solches Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:
- (i) Auswählen
eines oder mehrerer Antigene zur Adsorption an Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff;
- (ii) Vorsättigen
des Aluminiumhydroxid-Hilfsstoffs mit den ausgewählten Antigenen, so daß es eine
Minimierung jeglicher Interferenz gegenüber Hib-Antigen im Kombinationsimpfstoff
gibt, die durch Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff verursacht wird;
- (iii) Auswählen
von Hib plus einem oder mehreren zusätzlichen Antigenen zur Adsorption
an Aluminiumphosphat; (iv) Adsorbieren von Hib und den zusätzlichen
Antigenen an Aluminiumphosphat;
- (v) Kombinieren aller Antigene im Impfstoff.
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Mit "Vorsättigen" ist gemeint, daß Antigene,
die das Versetzen mit Aluminiumhydroxid als Hilfsstoff erfordern,
an Aluminiumhydroxid voradsorbiert werden, so daß kein überschüssiges Aluminiumhydroxid vorhanden
ist, das ausreichend zum Verursachen signifikanter Interferenz gegenüber Hib
(ob unadsorbiert oder adsorbiert an Aluminiumphosphat) im fertigen
Kombinationsimpfstoff ist, und daß Zeit für die Adsorption erlaubt wird,
bevor die an Aluminiumhydroxid adsorbierten Antigene mit anderen
Antigenen des Impfstoffs kombiniert werden. Bevorzugt sollte die
Adsorption an Aluminiumhydroxid die Vollständigkeit erreichen gelassen
werden (für
wenigstens einen Zeitraum von ca. 10 Minuten bei Raumtemperatur).
Die Vorsättigung
des Aluminiumhydroxids führt
somit zu einer Minimierung von etwaiger Interferenz gegenüber dem
Hib-Antigen, die durch Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff verursacht wird.
Häufig
kann der Ausflockungs-(oder Aggregations-)zustand des Aluminiumhydroxid-Hilfsstoffs
im Kombinationsimpfstoff ein Indikator für Hib-Interferenz sein – je größer die Ausflockung,
desto größer das
Risiko von Hib-Interferenz. Zusätzlich
hat die Verwendung von Antigenen zur Vorsättigung des Aluminiumhydroxids
den weiteren Vorteil, daß weniger
Aluminiumhydroxid pro fester Dosis von Antigen aufgenommen wird,
was potentiell die mit Alaun assoziierte lokale Reaktogenität reduzieren
kann.
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Es
sollte eingesehen werden, daß das
Verfahren, obwohl das obige Verfahren das am meisten bevorzugte
ist, auch durchgeführt
werden kann, wenn die Hib-Komponente nicht mit Hilfsstoff versehen
ist, wenn sie zur Formulierung hinzugegeben wird.
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Ein
anderer Aspekt, der durch diese Erfindung bereitgestellt wird, ist
ein Verfahren, durch das entweder Hib ohne Hilfsstoff oder an Aluminiumphosphat
adsorbiertes Hib unvorbereitet und wirksam mit dem Kombinationsimpfstoff
bei minimaler Abnahme seiner Immunogenität kombiniert werden kann. Ein
solches Verfahren umfaßt
die folgenden Schritte:
- (i) Auswählen eines
oder mehrerer Antigene zur Adsorption an Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff;
- (ii) Vorsättigen
des Aluminiumhydroxid-Hilfsstoffs mit den ausgewählten Antigenen, so daß es eine
Minimierung jeglicher Interferenz gegenüber Hib-Antigen im Kombinationsimpfstoff
gibt, die durch Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff verursacht wird;
- (ii) Auswählen
eines oder mehrerer zusätzlicher
Antigene zur Adsorption an Aluminiumphosphat;
- (iv) Adsorbieren der zusätzlichen
Antigene an Aluminiumphosphat;
- (v) Kombinieren aller Antigene im Impfstoff;
- (vi) unvorbereitetes Zugeben von entweder Hib ohne Hilfsstoff
oder von an Aluminiumphosphat adsorbiertem Hib.
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Mit "DTPa" ist die oben angegebene
Definition gemeint. DT, TT, PT, FHA und PRN sind allgemein fachbekannt.
Die PT-Komponente kann zu einem Toxoid entweder chemisch oder genetisch
gemacht werden, zum Beispiel wie in
EP
515415 beschrieben. Siehe auch
EP 427462 und WO 91/12020 für die Herstellung
von Pertussis-Antigenen. Gegebenenfalls kann die PT-Komponente rekombinant
sein (zum Beispiel wie beschrieben in
EP
306318 ,
EP 322533 ,
EP 396964 ,
EP 322115 und
EP 275689 ). Gegebenenfalls können auch
die DT- und TT-Komponenten rekombinant sein. Typischerweise werden
die PT-, FHA-, PRN-, HbsAg-(Hepatitis B-Oberflächenantigen-) und Hib-Komponenten
im Bereich von 8–25 μg pro 0,5
ml Dosis von Bulk-Impfstoff sein. Die DT-, TT- und IPV-(inaktivierter trivalenter
Poliovirus-Impfstoff) Komponenten sollten typischerweise als ca. 15–25 Lf (Flockungseinheiten),
10 Lf bzw. 40/8/32 (Typ I/II/III) DU pro 0,5 ml Dosis von Bulk-Impfstoff
vorhanden sein.
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Bevorzugt
ist das im Hib-Konjugat verwendete Trägerprotein entweder Diphtherietoxoid,
Tetanustoxoid, Diphtherie-Crm197-Protein
oder ein äußeres Membranprotein
aus einem Bakterium wie N. meningitidis. Die Synthese von Haemophilus
influenzae-Typ B-Kapselpolysaccharid-(PRP)-Tetanustoxoid-(TT)-Konjugat wird in WO
97/00697 beschrieben.
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Das
Polysaccharidkonjugat kann durch jede bekannte Kupplungstechnik
hergestellt werden. Zum Beispiel kann das Polysaccharid über eine
Thioetherbindung gekoppelt werden. Dieses Konjugationsverfahren vertraut
auf die Aktivierung des Polysaccharids mit 1-Cyano-4-dimethylaminopyridiniumtetrafluoroborat (CDAP)
zur Bildung eines Cyanatesters. Das aktivierte Polysaccharid kann
so direkt oder über
eine Spacer-Gruppe an eine Amino-Gruppe
auf dem Trägerprotein
gekuppelt werden. Bevorzugt wird der Cyanatester mit Hexandiamin
gekuppelt, und Amino-derivatisiertes Polysaccharid wird an das Trägerprotein
unter Verwendung von Heteroligationschemie konjugiert, die die Bildung
der Thioetherbindung beinhaltet. Solche Konjugate werden in WO 93/15760
(Uniformed Services University) beschrieben.
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Die
Konjugate können
auch durch direkte reduktive Aminierungsverfahren wie in
US 4365170 (Jennings) und
US 4673574 (Anderson) beschrieben
hergestellt werden. Andere Verfahren werden in
EP 161188 ,
EP 208375 und
EP 477508 beschrieben.
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Ein
weiteres Verfahren beinhaltet die Kupplung eines mit Bromcyan aktivierten
Polysaccharids, das mit Adipinsäurehydrazid
(ADH) derivatisiert ist, an den Proteinträger durch Carbodiimid-Kondensation.
Eine solche Konjugation wird in C. Chu et al., Infec. Immunity,
1983, 245–256
beschrieben.
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Zusätzlich zu
DTPa-Antigenen und Hib kann der Kombinationsimpfstoff auch andere
Antigene umfassen, bevorzugt eines oder mehrere aus der Gruppe:
Hepatitis B-Oberflächenantigen
(HBsAg), inaktiviertes Hepatitis A-Virus, Poliovirusantigene (zum
Beispiel inaktiviertes trivalentes Poliovirus – IVP), N. meningitidis A-Kapselpolysaccharid
(und Proteinkonjugate davon), N. meningitidis C-Kapselpolysaccharid
(und Proteinkonjugate davon), Streptococcus pneumoniae-Kapselpolysaccharid
(und Proteinkonjugate davon), Streptococcus pneumoniae-Proteine,
Moraxella catarrhalis-Außenmembranproteine,
nicht-typisierbare Haemophilus influenzae-Außenmembranproteine und N. meningitidis
B-Außenmembranproteine.
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Bevorzugt
wird das HBsAg an Aluminiumphosphat wie in WO 93/24148 beschrieben
adsorbiert werden. Zusätzlich
sind Verfahren zur Adsorption von DTPa- und Hib-Antigenen an Aluminium-Hilfsstoffe
fachbekannt. Siehe zum Beispiel WO 93/24148 und WO 97/00697.
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Geeignete
Komponenten zur Verwendung in solchen Impfstoffen sind bereits kommerziell
erhältlich, und
Einzelheiten können
von der Weltgesundheitsorganisation erhalten werden. Zum Beispiel
kann die IPV-Komponente der inaktivierte Salk-Polioimpfstoff sein.
Das Hepatitis B-Oberflächenantigen
kann das "S"-Antigen wie in Engerix-BTM (SmithKline Beecham Biologicals) umfassen.
Das inaktivierte Hepatitis A-Virus kann bevorzugt den als HavrixTM (SmithKline Beecham Biologicals) bekannten
kommerziellen Impfstoff umfassen, der ein abgetöteter abgeschwächter Impfstoff
ist, der aus dem HM-175-Stamm des Virus stammt.
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Die
Addition von entweder lyophilisiertem oder flüssigem Hib (entweder ohne Hilfsstoff
oder adsorbiert an Aluminiumphosphat) zu einer Lösung der anderen Komponenten
des Kombinationsimpfstoffs kann unvorbereitet durchgeführt werden
oder bevor der Impfstoff den Hersteller verläßt. In jedem der obigen Fälle sollte die
Immunogenität
der Hib-Komponente stabil und wirksam bei minimaler Interferenz
bleiben. Hib kann entweder als solches oder in einer Mischung mit
anderen Komponenten, die nicht mit Aluminiumhydroxid als Hilfsstoffs
versetzt sind, hinzugegeben werden.
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Die
Impfstoffherstellung wird allgemein beschrieben in "Vaccine Design – The Subunit
and adjuvant approach",
Hrsg. Powell und Newman; Pellum Press. Vorteilhaft ist der erfindungsgemäße Kombinationsimpfstoff
ein pädiatrischer
Impfstoff.
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Die
Menge des konjugierten Antigens in jeder Impfstoffdosis wird als
eine Menge ausgewählt,
die eine immunprotektive Reaktion ohne signifikante nachteilige
Nebenwirkungen in typischen Impflingen induziert. Eine solche Menge
wird in Abhängigkeit
davon variieren, welche spezifischen Immunogene eingesetzt werden.
Allgemein wird erwartet, daß jede
Dosis 1–1000 μg konjugiertes
Polysaccharid (ausgedrückt
in Menge von Polysaccharid), bevorzugt 2–100 μg und am meisten bevorzugt 4–40 μg umfassen
wird. Eine optimale Menge für
einen besonderen Impfstoff kann durch Standardstudien sichergestellt
werden, die die Beobachtung von Antikörpertitern und anderen Reaktionen
in Testpersonen beinhalten. Nach einer Erstimpfung können Testpersonen
ein oder zwei Auffrischungsinjektionen in Intervallen von ca. 4
Wochen oder länger
erhalten.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung reicht das Verhältnis
von Aluminiumphosphat- zu Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff (ausgedrückt als
relative Mengen von Al3+), das im Kombinationsimpfstoff
vorhanden ist, bevorzugt von 1:1 bis 20:1, besonders bevorzugt von
2:1 bis 14:1 und am meisten bevorzugt von 1,5:1 bis 14:1. Es ist
bevorzugt, die PRN-Komponente an Aluminiumhydroxid in der Formulierung
zu adsorbieren, da die Erfinder festgestellt haben, daß, obwohl
das Antigen vollständig
an Aluminiumhydroxid über
einen weiten Bereich von pH-Werten adsorbiert wird, es dann, wenn
es an Aluminiumphosphat adsorbiert wird, bei pH-werten von mehr
als 5,1 schnell schlechter adsorbiert wird (und weniger wirksam
ist). Nach 24 Stunden Adsorption bei pH 6,1 gibt es weniger als
ca. 10 % nicht-adsorbiertes
PRN unter Verwendung von Aluminiumhydroxid gegenüber mehr als ca. 50 % unter
Verwendung von Aluminiumphosphat. Da der von der WHO für DTP-Impfstoffe
spezifizierte End-pH zwischen 6 und 7 ist, ist es deshalb wichtig,
PRN an Aluminiumhydroxid zur größten Wirksamkeit
zu adsorbieren. Es hat sich gezeigt, daß PRN eine der wichtigsten
Komponenten im Pertussis-Impfstoff
ist, und es wurde jetzt gefunden, daß eine Minimierung der Adsorption
die T-Zellreaktion und die Wirksamkeit des Pertussis-Impfstoffs
als ganzer reduziert.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden alle Antigene des Kombinationsimpfstoffs an
Aluminiumphosphat adsorbiert, mit der Maßgabe, daß Pertactin an Aluminiumhydroxid
adsorbiert wird. Dieser Kombinationsimpfstoff verwendet den Ansatz,
der als "Vollaluminiumphosphat" bezeichnet wird.
Bevorzugt wird das an Aluminiumhydroxid adsorbierte Pertactin mit
nicht-adsorbierten inaktivierten Poliovirusantigenen vor der Kombination
mit den an Aluminiumphosphat adsorbierten Antigenen kombiniert (so daß weiter
sichergestellt wird, daß das
Aluminiumhydroxid vorgesättigt
ist). Ein Beispiel dafür
wird in Beispiel 1 beschrieben.
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Der "Vollaluminiumphosphat"-Ansatz kann auch
für das
oben ausführlich
dargestellte alternative Verfahren verwendet werden, das Hib unvorbereitet
entweder in einer Form ohne Hilfsstoff oder adsorbiert an Aluminiumphosphat
zufügt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden alle Antigene des Kombinationsimpfstoffs an
Aluminiumhydroxid adsorbiert, mit der Maßgabe, daß HBsAg und Hib an Aluminiumphosphat adsorbiert
werden. Dieser Kombinationsimpfstoff verwendet den Ansatz, der als "leichtes Aluminiumhydroxid" bezeichnet wird.
Bevorzugt werden die an Aluminiumhydroxid adsorbierten Antigene
kombiniert, bevor das an Aluminiumphosphat adsorbierte HBsAg hinzugegeben
wird. Bevorzugt wird das HBsAg mit den anderen Antigenen vor der
Zugabe von Hib, das an Aluminiumphosphat adsorbiert ist, kombiniert.
Ein Beispiel dafür
wird in Beispiel 2 beschrieben. Falls jedoch die Gesamtmenge des
verwendeten Hilfsstoffs (Aluminiumsalze) nicht ausreichend ist,
um einen Hilfsstoffeffekt zu erzeugen, kann freies Aluminiumphosphat
zu diesem Zeitpunkt ohne Umkehrung der Vorteile dieser Erfindung
hinzugegeben werden.
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Der "leichtes Aluminiumhydroxid"-Ansatz kann auch
für das
oben ausführlich
dargestellte alternative Verfahren verwendet werden, das Hib unvorbereitet
entweder in einer Form ohne zugesetzten Hilfsstoff oder adsorbiert
an Aluminiumphosphat zufügt.
In einem solchen Fall sollte etwaiges zusätzliches freies Aluminiumphosphat,
das zum Kombinationsimpfstoff hinzugegeben wird, bevorzugt vor der
Zugabe von Hib hinzugegeben werden.
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"Hybrid-Vollaluminiumphosphat/leichtes
Aluminiumhydroxid" ist
noch eine weitere Ausführungsform der
Erfindung. In einer solchen Hybridformulierung werden ausgewählte Antigene
zusätzlich
zu Pertactin an Aluminiumhydroxid adsorbiert, aber nicht so viele
wie in "leichtes
Aluminiumhydroxid"-Formulierungen.
Wiederum wird das gesamte verwendete Aluminiumhydroxid mit Antigen
vorgesättigt,
um das Risiko von Hib-Interferenz zu minimieren. Bevorzugt werden
alle Antigene des Kombinationsimpfstoffs an Aluminiumphosphat adsorbiert,
mit der Maßgabe,
daß Pertactin,
Diphtherietoxoid, Pertussistoxoid, filamentöses Hämagglutinin an Aluminiumhydroxid
adsorbiert werden. Wiederum kann Hib entweder ohne zugesetzten Hilfsstoff
oder an Aluminiumphosphat adsorbiert sein, wenn es zu den flüssigen oder
unvorbereitet hergestellten Formulierungen gegeben wird. Bevorzugt
werden an Aluminiumhydroxid adsorbiertes Pertactin, Diphtherietoxoid,
Pertussistoxoid, filamentöses
Hämagglutin
mit nicht-adsorbierten inaktivierten Poliovirusantigenen kombiniert,
bevor sie mit den an Aluminiumphosphat adsorbierten Antigenen kombiniert
werden. Ein Beispiel dafür
wird in Beispiel 3 beschrieben.
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Es
sollte zusätzlich
eingesehen werden, daß eines
oder mehrere der Antigene, die zur Vorsättigung des Aluminiumhydroxid-Hilfsstoffs
ausgewählt
werden, bereits an einem anderen Hilfsstoffs, bevorzugt Aluminiumphosphat,
adsorbiert sein können.
Solche Formulierungen werden als "angepaßte Vollaluminiumphosphat/leichtes
Aluminiumhydroxid"-Formulierungen
bezeichnet, und diese stellen noch eine weitere bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung bereit. Wiederum wird das gesamte verwendete Aluminiumhydroxid
mit Antigen vorgesättigt,
um das Risiko von Hib-Interferenz zu minimieren. In solchen Formulierungen
sollte Hib zur Formulierung unvorbereitet entweder in einem Zustand
ohne Hilfsstoff oder adsorbiert an Aluminiumphosphat gegeben werden.
Bevorzugt werden alle Antigene des Kombinationsimpfstoffs an Aluminiumphosphat
adsorbiert, mit der Maßgabe,
daß Pertactin,
Pertussistoxoid, filamentöses
Hämagglutinin
an Aluminiumhydroxid adsorbiert werden, und Diphtherietoxoid (das
zuvor an Aluminiumphosphat adsorbiert wurde) wird auch mit freiem
Aluminiumhydroxid vor seiner Kombination mit den anderen Antigenen
kombiniert. Ein Beispiel dafür
wird in Beispiel 4 beschrieben.
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Bevorzugt
wird das in der Durchführung
des Verfahrens der Erfindung verwendete Aluminiumphosphat vor der
Adsorption von Antigen "extragewaschen", so daß die freie
Phosphationenkonzentration auf unter 10 mM und bevorzugt 3 mM oder
weniger und besonders bevorzugt 2,5 mM oder weniger reduziert wird.
Das extragewaschene Aluminiumphosphat sollte vor der Adsorption
von Antigen sterilisiert werden (bevorzugt durch Autoklavieren).
Es wurde von den Erfindern gezeigt, daß die Verwendung von extragewaschenem
Aluminiumphosphat den Adsorptionsgrad von Hib und HBsAg an Aluminiumphosphat
verbessert und bei der Verhinderung der Desorption aller Antigene
im DTPa-Hib-Kombinationsimpfstoff hilft (und damit die Stabilität der Antigene
verbessert). Ein Verfahren zum Waschen des Aluminiumphosphat-Hilfsstoffs wird
in den Beispielen beschrieben.
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Aufgrund
des obigen nachteiligen Effekts von Phosphatanionen in Lösung, der
von den Erfindern gezeigt wurde, sollte jeglicher Puffer, der im
Kombinationsimpfstoff zur Stabilisierung des pH verwendet wird,
bevorzugt kationischer Natur sein. Am meisten bevorzugt sollte L-Histidinmonohydrat/monochlorid
verwendet werden.
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In
einem weiteren erfindungsgemäßen Aspekt
wird ein Kombinationsimpfstoff bereitgestellt, der durch das oben
beschriebene Verfahren der Erfindung erhalten wird.
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Zusätzlich gibt
es einen Kombinationsimpfstoff, der ein konjugiertes Kapselpolysaccharid
von Haemophilus influenzae B (Hib) und DTPa umfaßt, dadurch gekennzeichnet,
daß Hib
an Aluminiumphosphat adsorbiert ist und jegliches freies Aluminiumhydroxid
keine signifikante Interferenz mit Hib verursacht.
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Das
Verfahren des extragewaschenen Aluminiumphosphats kann auch unabhängig zur
Erhöhung
der Adsorption von Antigenen an Aluminiumphosphat und zur Verringerung
ihrer anschließenden
Desorption in einem Kombinationsimpfstoff, der DTPa umfaßt, verwendet
werden, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:
- (i) Waschen von Aluminiumphosphat-Hilfsstoff,
so daß die
freie Phosphationenkonzentraion auf 3 mM oder weniger (bevorzugt
weniger als 1 mM) reduziert ist;
- (ii) Sterilisieren des gewaschenen Aluminiumphosphats aus (i);
(iii) Auswählen
von Antigenen zur Adsorption an Aluminiumphosphat-Hilfsstoff.
- (iv) Adsorbieren der Antigene an das gewaschene Aluminiumphosphat;
- (v) nach Bedarf Kombinieren der Antigene des Kombinatios-Impfstoffs.
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Bevorzugt
werden die Phosphationen entweder durch wiederholte Schritte aus
Zentrifugieren und Verdünnung
(siehe Beispiel 8) oder durch weitere Diafiltrationsschritte als
diejenigen, die derzeit von den Aluminiumphosphat-Herstellern durchgeführt werden,
unter Verwendung einer Ultrafiltrationsvorrichtung entfernt. Bevorzugt
wird die Sterilisation des extragewaschenen Hilfsstoffs in Schritt
(ii) durch Autoklavieren durchgeführt.
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Zusätzlich wird
durch diese Erfindung ein Kombinationsimpfstoff bereitgestellt,
der DTPa und Aluminiumphosphat-Hilfsstoff umfaßt, dadurch gekennzeichnet,
daß der
Aluminiumphosphat-Hilfsstoff gewaschen wurde, so daß die freie
Phosphationenkonzentration auf 3 mM oder weniger reduziert ist.
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Auch
eine immunogene Zusammensetzung wird bereitgestellt, die Aluminiumphosphat-Hilfsstoff
und ein Antigen umfaßt,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Aluminiumphosphat-Hilfsstoff gewaschen wurde, so daß die freie
Phosphationenkonzentration auf 3 mM oder weniger reduziert ist.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung, aber beschränken nicht
ihren Umfang.
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Beispiele
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Beispiel 1: Herstellung
einer impfstofformulierung unter Verwendung des "Vollaluminiumphosphat"-Ansatzes
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Das
zur Herstellung eines flüssigen
DTPa-Hib-HBsAg-IPV-Kombinationsimpfstoffs verwendete Verfahren war
wie folgt (Mengen sind skaliert, um eine Dosis Impfstoff darzustellen):
- 1) 8 μg
PRN, voradsorbiert an 0,05 mg Superfos-Aluminiumhydroxid, wurden
mit 40/8/32 DU von nicht mit Hilfsstoff versetztem IPV (Typ 1/2/3
respektive) vermischt und für
mehr als eine Stunde bei Raumtemperatur gerührt. Die Umhüllung der
IPV-Antigene bewahrte den Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff in seinem Antigen-gesättigten
Zustand stabil im fertigen Kombinationsimpfstoff.
- 2) 17 Lf DT, 10 Lf TT, 25 μg
PT, 25 μg
FHA und 10 μg
HBsAg, alle voradsorbiert an 0,17, 0,1, 0,05, 0,05 bzw. 0,2 mg extragewaschenem
Superfos-Aluminiumphosphat (ausgedrückt in Mengen von Al3+), wurden neben dem PRN aus Schritt 1)
für mehr
als eine Stunde bei Raumtemperatur vermischt.
- 3) 10 μg
Hib (PRP, konjugiert an Tetanustoxoid), voradsorbiert an 0,12 mg
extragewaschenes Superfos-Aluminiumphosphat, wurden zum Ergebnis
aus Schritt 2) gegeben, und die Mischung wurde für mehr als 15 Minuten bei Raumtemperatur
gerührt.
- 4) Die Mischung wurde auf 10 mM für den kationischen Puffer L-Histidinmonohydrat/monochlorid
eingestellt, und der pH wurde auf 6,1 ± 0,1 eingestellt. Histidin
hat einen pKa-Wert nahe dem gewünschten End-pH
von 6,1 und ruft aufgrund seiner kationischen Natur keine Antigendesorption
hervor.
- 5) 5 mg/ml 2-Phenoxyethanol wurden zur Mischung hinzugegeben,
die für
mehr als 60 Minuten bei Raumtemperatur gerührt wurde.
- 6) Der pH der Mischung wurde auf 6,1 ± 0,1 überprüft (zwischen 6 und 7 gemäß Spezifikation
der WHO für DT-
und DTP-Impfstoffe). Das fertige vermischte Volumen betrug 0,5 ml
und enthielt 140 mM NaCl.
- 7) Der Kombinationsimpfstoff wurde für wenigstens 2 Wochen bei Raumtemperatur
vor seiner Verwendung in Untersuchungen zur immunogenen Wirksamkeit
gelagert. Das Verhältnis
von Aluminiumphosphat-zu-Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff (ausgedrückt als
relative Mengen an Al3+), das im Kombinationsimpfstoff
vorhanden ist, betrug 14:1.
-
DT,
TT, PT, FHA, PRN, HbsAg und Hib wurden an ihre jeweiligen Hilfsstoffe
bei pH 5,1 ± 0,1,
5,7 ± 0,1, 5,1 ± 0,1,
5,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
5,5 ± 0,1
bzw. 5,1 ± 0,1
adsorbiert.
-
Beispiel 2: Herstellung
einer Impfstofformulierung unter Verwendung des Ansatzes "leichtes Aluminiumhydroxid"
-
Das
zur Herstellung eines flüssigen
DTPa-Hib-HBsAg-IPV-Kombinationsimpfstoffs verwendete Verfahren war
wie folgt (Mengen sind skaliert, um eine Dosis Impfstoff darzustellen):
- 1) 25 Lf DT, 10 Lf TT, 25 μg PT, 25 μg FHA, 8 μm PRN und 40/8/32 DU IPV (Typ
1/2/2 respektive), alle voradsorbiert an 0,1, 0,025, 0,005, 0,005,
0,05 bzw. 0,01 mg Superfos-Aluminiumhydroxid (ausgedrückt in Mengen
von Al3+), wurden für mehr als eine Stunde bei
Raumtemperatur vermischt. Bei diesen Mengen von Aluminiumhydroxid
wurde der Hilfsstoff stabil mit Antigen gesättigt.
- 2) 10 μg
HBsAg, voradsorbiert an 0,2 mg ungewaschenes Superfos-Aluminiumphosphat,
wurden mit dem Ergebnis aus Schritt 1) vermischt und für mehr als
eine Stunde bei Raumtemperatur gerührt.
- 3) 10 μg
Hib (PRP, konjugiert an Tetanustoxoid), voradsorbiert an 0,12 mg
extragewaschenes Superfos-Aluminiumphosphat, wurden zum Ergebnis
aus Schritt 2) gegeben, und die Mischung wurde für mehr als 15 Minuten bei Raumtemperatur
gerührt.
- 4) Die Mischung wurde auf 10 mM für den kationischen Puffer L-Histidinmonohydrat/monochlorid
eingestellt, und der pH wurde auf 6,1 ± 0,1 eingestellt. Histidin
hat einen pKa-Wert nahe dem gewünschten End-pH
von 6,1 und ruft aufgrund seiner kationischen Natur keine Antigendesorption
hervor.
- 5) 5 mg/ml 2-Phenoxyethanol wurden zur Mischung gegeben, die
für mehr
als 60 Minuten bei Raumtemperatur gerührt wurde.
- 6) Der pH der Mischung wurde auf 6,1 ± 0,1 überprüft (zwischen 6 und 7 gemäß Spezifikation
der WHO für DT-
und DTP-Impfstoffe). Das fertige vermischte Volumen betrug 0,5 ml
und enthielt 140 mM NaCl.
- 7) Der Kombinationsimpfstoff wurde für wenigstens 2 Wochen bei 4°C vor seiner
Verwendung in Untersuchungen zur immunogenen Wirksamkeit gelagert.
Das Verhältnis
von Aluminiumphosphat- zu Aluminiumhydroxid-Hilfsstoff (ausgedrückt als relative Mengen von
Al3+), das im Kombinationsimpfstoff vorhanden
ist, betrug 1,7:1.
-
DT,
TT, PT, FHA, PRN, HbsAg, IPV und Hib wurden an ihre jeweiligen Hilfsstoffe
bei pH 6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
5,5 ± 0,1,
6,1 ± 0,1
bzw. 5,1 ± 0,1
adsorbiert.
-
Beispiel 3: Herstellung
einer Impfstofformulierung unter Verwendung eines Ansatzes "Hybrid-Vollaluminiumphosphat/leichtes
Hydroxid"
-
Das
zur Herstellung von DTPa-Hib-HBsAg-IPV-Kombinationsimpfstoff verwendete
Verfahren war wie folgt (Mengen sind skaliert, um eine Dosis Impfstoff
darzustellen):
- 1) 25 Lf DT, 25 μg PT, 25 μg FHA und
8 μg PRN,
alle voradsorbiert an 0,1, 0,05, 0,05 bzw. 0,05 mg Superfos-Aluminiumhydroxid,
wurden mit 40/8/32 DU von nicht mit Hilfsstoff versetztem IPV (Typ
1/2/3 respektive) vermischt.
- 2) 10 Lf TT und 10 μg
HBsAg, voradsorbiert an 0,25 bzw. 0,2 mg ungewaschenes Superfos-Aluminiumphosphat
(ausgedrückt
in Mengen von Al3+), wurden zusammen mit
der Mischung aus Schritt 1) vermischt und für mehr als 15 Minuten bei Raumtemperatur
gerührt.
- 3) Die Mischung wurde auf 10 mM für den kationischen Puffer L-Histidinmonohydrat/monochlorid
eingestellt. Sie wurde für
mehr als 15 Minuten bei Raumtemperatur gerührt, und dann wurde der pH
auf 6,1 ± 0,1 eingestellt.
Histidin hat einen pKa-Wert nahe dem gewünschten End-pH von 6,1 und
ruft aufgrund seiner kationischen Natur keine Antigendesorption
hervor.
- 4) 5 mg/ml 2-Phenoxyethanol wurden zur Mischung hinzugegeben,
die für
mehr als 60 Minuten bei Raumtemperatur gerührt wurde.
- 5) Der pH der Mischung wurde zu 6,1 ± 0,1 überprüft (zwischen 6 und 7 gemäß Spezifikation
der WHO für DT-
und DTP-Impfstoffe). Das fertige vermischte Volumen betrug 0,5 ml
und enthielt 140 mM NaCl.
- 6) Der Kombinationsimpfstoff wurde für wenigstens 3 Wochen bei 4°C vor seiner
Verwendung in Untersuchungen zur immunogenen Wirksamkeit gelagert.
- 7) 10 μg
Hib (PRP, konjugiert an Tetanustoxoid) wurden unvorbereitet zum
Ergebnis aus Schritt 6) gegeben.
-
DT,
TT, PT, FHA, PRN und HbsAg wurden an ihre jeweiligen Hilfsstoffe
bei pH 6,1 ± 0,1,
5,7 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1
bzw. 5,3 ± 0,1
adsorbiert.
-
Beispiel 4: Herstellung
einer impfstofformulierung unter eines Ansatzes "angepaßtes Vollaluminiumphosphat/leichtes
Hydroxid"
-
Das
zur Herstellung von DTPa-Hib-HBsAg-IPV-Kombinationsimpfstoff verwendete
Verfahren war wie folgt (Mengen sind skaliert, um eine Dosis Impfstoff
darzustellen):
- 1) 25 Lf DT wurden an 0,15 mg
ungewaschenes (normales) Superfos-Aluminiumphosphat adsorbiert (ausgedrückt in Mengen
von Al3+). Dies wurde zu 0,1 mg Superfos-Aluminiumhydroxid
gegeben, und die Mischung wurde für mehr als 30 Minuten bei Raumtemperatur
gerührt.
Der pH wurde auf 6,1 ± 0,1
eingestellt.
- 2) 25 μg
PT, 25 μg
FHA und 8 μg
PRN, alle voradsorbiert an 0,05, 0,05 bzw. 0,05 mg Superfos-Aluminiumhydroxid,
wurden mit dem DT aus Schritt 1) und 40/8/32 DU von nicht mit Hilfsstoff
versetztem IPV (Typ 1/2/3 respektive) vermischt.
- 3) 10 Lf TT und 10 μg
HBsAg, voradsorbiert an 0,1 bzw. 0,2 mg ungewaschenes (normales)
Superfos-Aluminiumphosphat (ausgedrückt in Mengen von Al3+), wurden zusammen mit der Mischung aus
Schritt 2) vermischt und für
mehr als 15 Minuten bei Raumtemperatur gerührt.
- 4) Die Mischung wurde auf 10 mM für den kationischen Puffer L-Histidinmonohydrat/monochlorid
eingestellt, und der pH wurde auf 6,1 ± 0,1 eingestellt. Histidin
hat einen pKa-Wert nahe dem gewünschten End-pH
von 6,1 und ruft aufgrund seiner kationischen Natur keine Antigendesorption
hervor.
- 5) 5 mg/ml 2-Phenoxyethanol wurden zur Mischung gegeben, die
für mehr
als 60 Minuten bei Raumtemperatur gerührt wurde.
- 6) Der pH der Mischung wurde zu 6,1 ± 0,1 überprüft (zwischen 6 und 7 gemäß Spezifikation
der WHO für DT-
und DTP-Impfstoffe). Das fertige vermischte Volumen betrug 0,5 ml
und enthielt 140 mM NaCl.
- 7) Der Kombinationsimpfstoff wurde für wenigstens 3 Wochen bei 4°C vor seiner
Verwendung in Untersuchungen zur immunogenen Wirksamkeit gelagert.
- 8) 10 μg
Hib (PRP, konjugiert an Tetanustoxoid) wurden unvorbereitet zum
Ergebnis aus Schritt 7) gegeben.
-
DT,
TT, PT, FHA, PRN und HbsAg wurden an ihre jeweiligen Hilfsstoffe
bei pH 5,4 ± 0,1,
5,7 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1,
6,1 ± 0,1
bzw. 5,3 ± 0,1
adsorbiert.
-
Beispiel 5: interferenzmessungen
in klinischen Untersuchungen der Kombinationsimpfstoffe
-
Die
nachfolgenden klinischen Untersuchungen zeigen das Interferenzproblem,
das bei Anti-PRP-Antikörpertitern
in Kombinationsimpfstoffen angetroffen wurde, die DTPa (herkömmlich adsorbiert
an einen Überschuß von Aluminiumhydroxid)
und Hib umfassen.
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Ursprünglich seronegative
gesunde Säuglinge
als Freiwillige wurden mit 3 Dosen Kombinationsimpfstoff immunisiert,
der in den nachfolgend angegebenen Schemata verabreicht wurde. Die
Reaktionen wurden als Testpersonen mit Antikörpertitern definiert, die signifikant über dem
Hintergrund lagen. Die Titer wurden in mIU/ml ausgedrückt.
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Die
nachfolgenden Ergebnisse sind als geometrische mittlere Titer (GMT)
in mIU/ml ausgedrückt.
Für Anti-PRP
stellt die Zahl in Klammern den Prozentwert von Individuen dar,
die GMT-Werte über
1,0 hatten. Die Ergebnisse zeigen, daß das Hib-Interferenzproblem
unter Verwendung des "Vollaluminiumphosphat"-Ansatzes ohne Beeinträchtigung
der Wirksamkeit der anderen Antigene im Kombinationsimpfstoff abgemildert
werden konnte.
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-
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Beispiel 6: Mäusepertussis-Lungen-Clearance-Aktivität der "leichtes Aluminiumhydroxid"- und "Vollaluminiumphosphat"-Formulierungen
-
"Leichtes Aluminiumhydroxid"- und "Vollaluminiumphosphat"-Formulierungen ohne Hib wurden kurz nach
Formulierung untersucht, um ihre Pertussis-Mäuselungen-Clearance-Aktivität im Vergleich
mit einer kommerziellen DTPa-Impfstofformulierung (INFANRIXTM – SmithKline
Beecham Biologicals) zu überprüfen. Die
Zugabe von nicht mit Hilfsstoff versetztem Hib zu den Formulierungen
wurde auf ihre Wirkung auf die Aktivität bewertet.
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Die
Tests erfolgten mit einem Immunisierungsschema mit zwei Dosen (unter
Verwendung einer viertel Humandosis). Immunisierte Mäuse wurden
mit Bordetella pertussis infiziert, und die KBE/Lungen von Bakterien
wurden gegen die Zeit nach der Exposition gemessen.
-
Die
Ergebnisse sind in 1 ersichtlich. Die Pertussis-Tierexpositionsdaten
zeigen, daß die
Pertussis-Lungen-Clearance-Aktivität äquivalent unter Verwendung
der "leichtes Aluminiumhydroxid"- und "Vollaluminiumphosphat"-Formulierungen (mit
oder ohne Hib, das nicht mit Hilfsstoff versetzt ist) im Vergleich
mit früheren
klassischen DTPa-Formulierungen
ist.
-
Beispiel 7: Hib-Immunogenitätsstudien
an der Babyratte mit "leichtes
Aluminiumhydroxid"-
und "Vollaluminiumphosphat"-Formulierungen
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Ein
Babyrattenmodell wurde verwendet, um die Immunogenität der Hib-Komponente in "leichtes Aluminiumhydroxid"- und "Vollaluminiumphosphat"-Impfstofformulierungen zu bewerten.
Die Experimente erfolgten mit 1/10 der Humandosis (50 μl Injektion),
die subkutan mit einem 0-14-28-Tageschema (beginnend mit Tag 7 nach
der Geburt) subkutan verabreicht wurde, wobei Blutproben am Tag
42 entnommen wurden. 24–30 Tiere
wurden pro Gruppe untersucht. An Aluminiumphosphat adsorbiertes
Hib wurde entweder zur Formulierung (die "flüssige" Formulierung der
Beispiele 1 und 2) zwei Wochen vor den Experimenten oder unvorbereitet hinzugegeben.
Geometrische mittlere Antikörpertiter
(GMT) gegen PRP wurden gemessen.
-
Die
Ergebnisse zeigten, daß PRP-Titer
für sowohl
die "leichtes Aluminiumhydroxid"- als auch "Vollaluminiumphosphat"-Formulierungen (ob
in einer "flüssigen" Formulierung oder
in einer unvorbereitet hergestellten Formulierung) äquivalent
waren oder höchstens
minimal im Vergleich mit den Titern wechselwirkten, die nach der
Verabreichung von monovalentem Hib, adsorbiert an Aluminiumphosphat,
gemessen wurden.
-
Beispiel 8: Herstellung
von "extragewaschenem
Aluminiumphosphat-Hilfsstoff"
-
Zum
Waschen des Aluminiumphosphats wurden die folgenden Schritte durchgeführt: die
Aluminiumphosphat-Lösung
wurde mit 3500 U/min für
10 Minuten zentrifugiert, und der Überstand wurde aufgefangen. Das
Pellet wurde mit 150 mM NaCl resuspendiert. Diese Schritte wurden
wenigstens 3- bis
4-mal wiederholt. Das Ergebnis wurde durch ein 100 μm-Filter
(zur Entfernung potentieller Aggregate) filtriert, und das Aluminiumphosphat
wurde durch Autoklavieren sterilisiert. Der sterile Hilfsstoff wurde
bei 4°C
bis zur Verwendung gelagert. Extragewaschenes und autoklaviertes
Aluminiumphosphat ist für
wenigstens 45 Tage bei Raumtemperatur stabil.
-
Superfos-Aluminiumphosphat
wurde für
dieses Verfahren verwendet. Das vom Hersteller gelieferte Produkt
enthält
bis zu 5 mM freie Phosphationen. Bei sorgfältigem Waschen kann die freie
Phosphatkonzentration auf weniger als 0,5 mM reduziert werden, was
zu 1 mM führt,
falls die gewaschene Lösung
bei 37°C
für 7 Tage
inkubiert wird. Falls das gewaschene Aluminiumphosphat anschließend autoklaviert
wird, kann die freie Phosphatkonzentration auf 2,0–3,0 mM
steigen.
-
Ergebnisse:
-
Die
Wirkung des Waschens von Aluminiumphosphat auf die Adsorption von
Antigenen (H = Stunden, RT = Raumtemperatur) ist in Tabelle II gezeigt. Tabelle
II
-
Wie
aus den Ergebnissen ersichtlich ist, verbessert die Verwendung von
extragewaschenem Aluminiumphosphat die Adsorption aller Antigen,
speziell für
DT und TT. Es kann auch beobachtet werden, daß die Zugabe freier Phosphationen
zum Adsorptionsverfahren zu einer signifikanten Abnahme der Adsorption
von HBsAg führt.
-
Beispiel 9: Die Wirkung
von nicht-adsorbierten Antigenen und freiem Phosphat auf die Desorption
von PRN
-
PRN
sollte an Aluminiumhydroxid adsorbiert werden, um Antigen stabil
bei pH 6,1 wie oben beschrieben zu adsorbieren (und die Wirksamkeit
zu bewahren). Bei der Handhabung kleiner Mengen von Hilfsstoff (zur
Vorsättigung
mit Antigen) ist es wichtig, die Stabilität des Antigens in einem Kombinationsimpfstoff
zur Bestimmung zu untersuchen, ob das Aluminiumhydroxid im Zusammenhang
der Kombination übersättigt ist.
Die folgende Tabelle zeigt die Wirkung des Vermischens von PRN,
voradsorbiert an Aluminiumhydroxid (8 μg pro 10 μg oder 50 μg Al
3+),
mit einer Dosis eines nicht-adsorbierten Antigens (oder Aluminiumphosphat) über 7 Tage
bei 4°C
oder 37°C,
pH 6,1. Antigen-Endkonzentrationen waren äquivalent zu ihren Konzentrationen
in einem typischen Kombinationsimpfstoff. Der Prozentwert PRN im Überstand
wurde unter Verwendung von ELISA gemessen; das PRN wurde im Überstand
und im Pellet gemessen (500 mM Phosphationen wurden zur Desorption
des PRN verwendet, und die Menge von freigesetztem PRN wurde gemessen).
Ein Prozentwert wurde dann berechnet. Tabelle
III
-
Wie
die Tabelle zeigt, ist das Aluminiumhydroxid im Kombinationsimpfstoff-Zusammenhang
mit 8 μg PRN
unter Verwendung von 10 μg
Aluminiumhydroxid übersättigt, aber
ist stabil unter Verwendung von 50 μg des Hilfsstoffs.
-
Es
wird auch gezeigt, daß die
Wirkung von freiem Aluminiumphosphat die Verursachung einer gewissen
Desorption des PRN ist. Die Verwendung von extragewaschenem Aluminiumphosphat
würde diese
Wirkung beschränken.