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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein neues, reproduzierbares Verfahren
zur Herstellung von früher
beschriebenem polymorphem kristallinem Sertralin-Hydrochlorid Form
V, (1S-cis)-4-(3,4-Dichlorphenyl)-1,2,3,4-tetrahydro-N-methyl-1-naphthalenaminhydrochlortd.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Sertralin-Hydrochlorid,
(1S-cis)-4-(3,4-Dichlorphenyl)-1,2,3,4-tetrahydro-N-methyl-1-naphthalenaminhydrochlorid,
mit der Formel
wurde unter der Marke Zoloft
® von
der US-Bundesbehörde
zur Überwachung
von Nahrungs- und Arzneimitteln für die Behandlung von Depression,
Zwangsneurose und Panikstörung
zugelassen.
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Das
US-Patent Nr. 4,536,518 beschreibt die Synthese von Sertralin-Hydrochlorid.
Das US-Patent Nr. 5,248,699
beschreibt fünf
kristalline Formen von Sertralin-Hydrochlorid, die als Form I, Form
II, Form III, Form IV und Form V bezeichnet werden.
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Das
US-Patent 4,536,518 ("das '518-Patent") beschreibt die
Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
mit einem Schmelzpunkt von 243-245°C durch Behandeln einer Ethylacetat/Ether-Lösung der freien Base mit gasförmigem Chlorwasserstoff.
Die Festkörpereigenschaften
des so hergestellten Sertralin-Hydrochlorids werden ansonsten nicht
offenbart.
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Gemäß dem US-Patent
5,248,699 ("das '699-Patent") hat das gemäß dem Verfahren
des '518-Patents hergestellte
Sertralin-Hydrochlorid eine kristalline Form, die als "Form II" bezeichnet wird.
Das '699-Patent
offenbart vier weitere polymorphe Formen I, III, IV und V und charakterisiert
sie mittels Einkristall-Röntgenanalyse,
Pulverröntgenbeugung,
Infrarotspektroskopie und Differenti alscanningkalorimetrie. Das '699-Patent berichtet,
daß Form
II durch rasche Krstallisation von Sertralin-Hydrochlorid aus einem
organischen Lösungsmittel,
einschließlich
Isopropylalkohol, Hexan, hergestellt wird, und beschreibt allgemein
Verfahren zur Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid, Formen I-V.
Gemäß diesem
Patent hängt
die bevorzugte Bildung der Formen I, II oder IV in einer sauren
Lösung,
bestehend aus Isopropylalkohol, Hexan, Aceton, Methylisobutylketon,
Eisessig oder bevorzugt Ethylacetat, von der Schnelligkeit der Krstallisation
ab. Form Iwird so beschrieben, daß sie durch Kristallisieren
von Sertralin-Hydrochlorid in einer sauren Lösung unter Verwendung eines
organischen Lösungsmittel,
wie einem der oben aufgeführten,
hergestellt wird. Die Kristallisation von Form I findet bei einer
Temperatur von etwa 20°C
bis in etwa der Rückflußtemperatur
des Lösungsmittels,
vorzugsweise von etwa 40° bis
etwa 60°C,
statt. Das einzige in diesem Patent beschriebene Verfahren zur Herstellung
der Formen II und IV ist die rasche Kristallisation von Sertralin-Hydrochlorid aus
einem organischen Lösungsmittel, wie
einem der oben aufgeführten.
Eine langsame Kristallisation oder Granulierung von Sertralin-Hydrochlorid erzeugt
Form I. Form III wird so beschrieben, daß sie durch Erhitzen der Formen
I, II oder IV auf Temperaturen oberhalb von etwa 180°C gebildet
wird. Das Granulieren irgendeiner der Formen II, III oder IV in
Isopropylalkohol, Ethylacetat, Hexan oder irgendeinem der oben aufgeführten Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa 40° bis
60°C führt zu einer
Umwandlung in Form I. Das einzige in diesem Patent beschriebene
Verfahren zur Herstellung von Form V ist Sublimation von Sertralin-Hydrochlorid
Form I bei vermindertem Druck und bei einer Temperatur von etwa
180-190°C
auf einen Kondensator. Wir hatten jedoch keinen Erfolg bei dem Versuch,
dieses Verfahren zu wiederholen, um Form V zu erhalten.
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Die
US 5,734,083 offenbart ein
Verfahren zur Herstellung der polymorphen T1-Form von Sertralin-Hydrochlorid.
Bei diesem Verfahren wird eine Aufschlämmung oder Lösung von
freier Sertralin-Base in einem organischen, nicht-polaren Lösungsmittel,
wie Toluol, mit einem polaren Lösungsmittel,
wie Ethylacetat, Diethylether oder Gemischen davon, unter Bildung
einer Lösung
der freien Sertralin-Base in dem polaren Lösungsmittel behandelt. Eine
separate Menge des organischen Lösungsmittels
wird entnommen und gekühlt,
z.B. auf 0-10°C,
und Chlorwasserstoffgas wird hineingeleitet, um eine Lösung mit
etwa 1-10% (w/w) Chlorwasserstoff herzustellen, die dann langsam
unter leichtem Schütteln
zu der Lösung
aus freier Sertralin-Base zugegeben wird.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es
wurde nun entdeckt, daß Sertralin-Hydrochlorid
Form V durch Kristallisation aus verschiedenen Lösungsmitteln anstelle von Sublimation
gebildet werden kann. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zum Herstellen von Sertralin-Hydrochlorid Form V, welches
die folgenden Stufen umfaßt:
- (a) Lösen
oder Suspendieren von Sertralin-Base in einem Lösungsmittel, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Methanol, Ethanol, Wasser, Isopropylalkohol,
Hexan und Toluol und Gemischen davon,
- (b) Zugeben von Chlorwasserstoff oder Salzsäure, um den pH-Wert der Lösung oder
Suspension zu reduzieren, und
- (c) Isolieren von Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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Es
wird auch eine neue Kristallform von Sertralin-Hydrochlorid bereitgestellt,
die als Form VI bezeichnet wird. Form VI ist in einem Aspekt der
vorliegenden Erfindung als Zwischenprodukt geeignet.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
ZEICHNUNGEN
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1 ist
ein charakteristisches Pulverröntgenbeugungsspektrum
von Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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2 ist
ein charakteristisches Pulverröntgenbeugungsspektrum
von amorphem Sertralin-Hydrochlorid.
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3 ist
ein charakteristisches Differentialscanningkalorimetrie- (DSC-)
Thermogramm von Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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4 ist
ein charakteristisches Infrarot- (IR-) Absorptionsspektrum von Sertralin-Hydrochlorid Form
V.
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5 ist
ein charakteristisches Differentialscanningkalorimetrie- (DSC-)
Thermogramm von Sertralin-Hydrochlorid Form VI.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Form V
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein neues Verfahren zur Herstellung
von Sertralin-Hydrochlorid
Form V aus Sertralin-Base bereit. Das in der vorliegenden Erfindung
bereitgestellte Verfahren ist kommerziell einfacher ausführbar als
das Sublimationskondensationsverfahren des US-Patents Nr. 5,248,699,
das wir nicht reproduzieren konnten. Überraschenderweise wurde auch
herausgefunden, daß durch
das vorliegende Verfahren Form V sogar bei verschiedenen Kristallisationsgeschwindigkeiten
gebildet wird.
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Wo
die vorliegende Erfindung Verfahren zur Umwandlung von Sertralin-Hydrochlorid
in Sertralin-Hydrochlorid Form V bereitstellt, wird Sertralin-Hydrochlorid
mit einem Lösungsmittel,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Methanol, Ethanol, 1-Methoxy-2-propanol,
und einem Gemisch aus Isopropylalkohol und Wasser vereinigt. Wenn
ein Gemisch aus Isopropylalkohol und Wasser verwendet wird, ist
es bevorzugt in etwa ein 6:1-Gemisch. Vorzugsweise ist das Lösungsmittel
Methanol oder Ethanol, und besonders bevorzugt ist das Lösungsmittel
Ethanol. Sertralin-Hydrochlorid
Form V wird isoliert, indem man die Lösung abkühlen läßt. Ein bevorzugtes Verfahren
besteht darin, das Lösungsmittel
rasch auf 5°C
abzukühlen.
Ein weiteres bevorzugtes Verfahren umfaßt das Impfen der Lösung mit
Kristallen von Sertralin-Hydrochlorid Form V, gefolgt von langsamem
Abkühlen
auf Raumtemperatur, gefolgt von Filtration und Trocknen. Sertralin-Hydrochlorid Form
V kann auch durch Umkristallisieren von Sertralin-Hydrochlorid Form
VI (unten beschrieben) aus Wasser hergestellt werden.
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Die
vorliegende Erfindung liefert Verfahren zum Umwandeln von Sertralin-Base
in Sertralin-Hydrochlorid
Form V, wobei Sertralin-Base zu wenigstens einem Lösungsmittel
zugegeben und Chlorwasserstoffgas durch die Lösung hindurchperlen gelassen
wird. Bevorzugte Lösungsmittel
umfassen Methanol, Ethanol, Wasser oder Gemische von Ethanol, Methanol,
Isopropylalkohol, Hexan untereinander oder mit Wasser.
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Alternativ
wird eine geeignete Menge an Chlorwasserstoffgas in Methanol, Ethanol,
Wasser, Isopropylalkohol, Ethylacetat gelöst, oder ein Gemisch davon
wird mit der Lösung
aus Sertralin-Base
vereinigt. Sertralin-Hydrochlorid Form V wird isoliert, indem das
Stattfinden einer Präzipitation
bei etwa 0°C
bis etwa 60°C
erlaubt wird, gefolgt von Filtration und Trocknen. Vorzugsweise
ist das Lösungsmittel
Hexan, Isopropylalkohol oder ein Gemisch davon. Bei einem weiteren
Verfahren wird Sertralin-Base zu einem Lösungsmittel zugegeben, und
die resultierende Lösung
wird zu einer Salzsäurelösung mit
einem pH-Wert von 0-4 zugegeben; bevorzugt beträgt der pH-Wert der Lösung etwa
1.
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Alternativ
wird Sertralin-Base zu einem Lösungsmittel,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Methanol, Ethanol, Wasser, Hexan und
Isopropylalkohol oder einem Gemisch davon, zugegeben. Die Lösung wird
erhitzt und konzentrierte Salzsäure
wird zugegeben. Wasser kann ebenfalls zugegeben werden. Sertralin-Hydrochlorid
Form V wird isoliert, indem das Gemisch auf Raumtemperatur abkühlen gelassen
und über Nacht
bei Raumtemperatur gehalten wird, gefolgt von Filtration und Trocknen.
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Alternativ
kann Sertralin-Base mit einem Lösungsmittel,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Ethanol oder Ethanol und Wasser, vereinigt
werden. Die Lösung
wird auf etwa 50-60°C
erhitzt, und Wasser wird zugegeben. Das Lösungsmittel wird durch Destillation
teilweise entfernt. Sertralin-Hydrochlorid Form V wird isoliert,
indem die Lösung
auf Raumtemperatur abkühlen
gelassen wird, gefolgt von Filtration und Trocknen des Präzipitats.
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Alternativ
kann Sertralin-Base mit einem Lösungsmittel,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Methanol, Ethanol und einem Gemisch
davon, vereinigt werden. Eine gesättigte Lösung von Chlorwasserstoffgas
in Isopropylalkohol wird zugegeben, um die Bildung von Sertralin-Hydrochlorid Form
V zu induzieren. Sertralin-Hydrochlorid Form V wird isoliert, indem
die Lösung über Nacht
bei Raumtemperatur stehengelassen wird, gefolgt von Filtration und
Trocknen des Präzipitats.
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Sertralin-Base
für die
Verwendung in den Verfahren der vorliegenden Erfindung kann durch
Lösen von Sertralinmandelat
in Ethylacetat, gefolgt von Neutralisation des Sertralinmandelats
mit wäßrigem Natriumhydroxid,
hergestellt werden. Die organische Phase wird von der wäßrigen Phase
abgetrennt und unter Verwendung von Magnesiumsulfat getrocknet.
Das Lösungsmittel
wird unter vermindertem Druck entfernt unter Bildung von Sertralin-Base
als ein Öl.
Verfahren zur Herstellung von Sertralin-Base sind in den US-Patenten
Nr. 4,356,518 und 5,248,699 beschrieben.
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Das
Sertralin-Hydrochlorid Form V, das aus der Ausführung der Erfindung, wie sie
hierin beispielhaft beschrieben wird, resultiert, kann anhand seines
Pulverröntgenbeugungsmusters
charakterisiert werden. 1 zeigt ein repräsentatives
Muster von Sertralin-Hydrochlorid Form V. Die beobachteten Hauptpeaks
liegen bei etwa 5,2° ± 0,2,
10,4° ± 0,2,
11,0° ± 0,2,
14,3° ± 0,2,
16,5° ± 0,2,
17,3° ± 0,2,
18,4° ± 0,2,
19,1° ± 0,2, 19,7° ± 0,2,
20,9° ± 0,2,
22,0° ± 0,2,
23,2° ± 0,2,
23,6° ± 0,2,
25,5° ± 0,2,
26,0° ± 0,2 und
29,1 ° ± 0,2 Grad 2-Theta.
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Drei
Experimente wurden durchgeführt,
um das in dem US-Patent Nr. 5,248,699 beschriebene Verfahren zur
Herstellung von Form V mittels Sublimation zu wiederholen. Zwei
Expermente wurden mittels Sublimation einer Probe von Form I unter
Vakuum von 30 mm Hg und bei einer Temperatur zwischen 170-190°C durchgeführt. Ein
drittes Experiment wurde mittels Sublimation einer Probe von Form
I unter Hochvakuum (13,33 Pa (0,1 mm Hg)) und bei einer Temperatur
zwischen 180-195°C
durchgeführt.
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Die
drei durch Sublimation hergestellten Proben von Sertralin-Hydrochlorid
wurden mittels Pulverröntgenbeugung
analysiert. In allen Fällen
wurde das typische breite merkmalsfreie Muster ohne scharte Peaks, die
für amorphe
Materialien typisch sind, erhalten. 2 zeigt
ein solches Muster.
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Schließlich konnte
Sertralin-Hydrochlorid gemäß dem in
dem US-Patent Nr. 5,248,699 beschriebenen Verfahren zur Herstellung
von Form V durch Sublimation von Form Inicht erhalten werden.
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Das
IR-Spektrum von Sertralin-Hydrochlorid Form V, das gemäß dem vorliegenden
Verfahren hergestellt wurde, ist durch die folgenden Banden gekennzeichnet:
773 cm–1,
822 cm–1,
1012 cm–1,
1032 cm–1,
1054 cm–1,
1133 cm–1,
1328 cm–1,
1562 cm–1 und
1590 cm–1,
wie es in 4 gezeigt ist.
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Das
Sertralin-Hydrochlorid Form V des vorliegenden Verfahrens ist beispielsweise
weiterhin durch die DSC-Thermogrammdaten gekennzeichnet, wie sie
in 3 gezeigt sind. Das DSC-Thermogramm ist gekennzeichnet durch
ein kleines endothermes Maximum (~3 Joule pro Gramm) bei etwa 210°C, von dem
angenommen wird, daß es
sich um eine Fest-Fest-Phasenumwandlung zu Form III handelt (auf
Basis von Beobachtungen unter einem Heiztischmikroskop), und einem
Schmelzpeak von Form III bei 251°C.
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Form VI
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Sertralin-Hydrochlorid
Form VI ist eine solvatisierte Kristallform von Sertralin-Hydrochlorid.
In der vorliegenden Erfindung kann Sertralin-Hydrochlorid Form VI
ein Ethanolat sein, wobei Ethanol in die Kristallstruktur von Form
VI aufgenommen ist. Alternativ kann Sertralin-Hydrochlorid Form
VI ein Methanolat sein, wobei Methanol in die Kristallstruktur von
Sertralin-Hydrochlorid Form VI aufgenommen ist. Alle Solvate von
Sertralin-Hydrochlorid Form VI haben identische Pulverröntgenbeugungsmuster.
Wenn auf Sertralin-Hydrochlorid Form VI Bezug genommen wird, sind
daher notwendigerweise alle Solvate von Sertralin-Hydrochlorid Form
VI, wie Ethanolate von Sertralin-Hydrochlorid
Form VI und Methanolate von Sertralin-Hydrochlorid Form VI, eingeschlossen.
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Um
die neue kristalline Form von Sertralin-Hydrochlorid Form VI zu
bilden, wird Sertralin-Base
zu absolutem Ethanol oder Methanol zugegeben. Dann wird Chlorwasserstoffgas
durch die Lösung
hindurchperlen gelassen. Sertralin-Hydrochlorid Form VI wird isoliert,
indem eine Präzipitati on
ablaufen gelassen wird, gefolgt von Filtration. Das DSC-Thermogramm
von Form VI, die aus Ethanol kristallisiert wurde, zeigt einen Desolvatationspeak
bei 95°C
(siehe 5) und verliert 11,2% an Gewicht (gemessen durch
TGA); Form VI, die aus Methanol kristallisiert wurde, verliert bei
Desolvatation 8,3% an Gewicht (gemessen durch TGA); Form VI, die aus
Ethanol kristallisiert wurde, ist ein Ethanolat und insbesondere
ein Monoethanolat. Form VI, die aus Methanol kristallisiert wurde,
ist ein Methanolat und insbesondere ein Monomethanolat.
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Das
Trocknen des präzipitierten
Sertralin-Hydrochlorids Form VI bei 50-60°C über Nacht liefert Sertralin-Hydrochlorid
Form V.
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Pharmazeutische Zusammensetzungen,
die polymorphe Formen von Sertralin-Hydrochlorid enthalten
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann gemäß den hierin
offenbarten neuen Verfahren hergestelltes Sertralin-Hydrochlorid
Form V als pharmazeutische Zusammensetzungen hergestellt werden,
die insbesondere für
die Behandlung von Depression, Zwangsneurose und Panikstörung geeignet
sind. Solche Zusammensetzungen umfassen eine der neuen kristallinen
Formen von Sertralin-Hydrochlorid mit pharmazeutisch verträglichen
Trägern
und/oder Bindemitteln, die einem Fachmann auf dem Gebiet bekannt
sind.
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Beispielsweise
können
diese Zusammensetzungen als Medikamente für die orale, parenterale, rektale,
transdermale, bukkale oder nasale Verabreichung hergestellt werden.
Geeignete Formen für
die orale Verabreichung umfassen Tabletten, komprimierte oder beschichtete
Pillen, Dragees, Duftsäckchen,
harte oder Gelatinekapseln, sublinguale Tabletten, Sirupe und Suspensionen.
Geeignete Formen für
die parenterale Verabreichung umfassen eine wäßrige oder nicht-wäßrige Lösung oder
Emulsion, während
für die
rektale Verabreichung geeignete Formen Suppositorien mit hydrophilem
oder hydrophobem Vehikel umfassen. Für die topische Verabreichung
stellt die vorliegende Erfindung geeignete transdermale Verabreichungssysteme
bereit, die im Stand der Technik bekannt sind, und für die nasale
Verabreichung werden geeignete Aerosol-Verabreichungssysteme bereitgestellt,
die im Stand der Technik bekannt sind.
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Experimentelles
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Die
Pulverröntgenbeugungsmuster
wurden durch im Stand der Technik bekannte Verfahren unter Verwendung
eines Philips Röntgenpulverdiffraktometers,
Goniometer Modell 1050/70, bei einer Abtastgeschwindigkeit von 2° pro Minute
mit einer Cu-Strahlung von λ =
1,5418 Å erhalten.
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Die
Differentialscanningkalorimetrie-Thermogramme wurden durch im Stand
der Technik bekannte Verfahren unter Verwendung eines DSC Mettler
821 Star° erhalten.
Das Gewicht der Proben betrug weniger als 5 mg. Der Temperaturbereich
der Abtastungen betrug 30°C
bis 300°C
bei einer Geschwindigkeit von 10°C/Min.
Die Proben wurden mit Stickstoffgas bei einer Fließgeschwindigkeit
von 40 ml/min gespült.
Es wurden standardmäßige 40 μl Aluminiumtiegel
mit Deckeln mit drei kleinen Löchern
verwendet.
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Die
Infrarotspektren wurden durch im Stand der Technik bekannte Verfahren
unter Verwendung eines Perkin Elmer FT-IR Paragon 1000 Spektrometers
erhalten. Die Proben wurden in Nujol-Suspensionen analysiert. Spektren wurden
bei einer Auflösung
von 4 cm–1 und
jeweils 16 Abtastungen erhalten.
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BEISPIELE
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Die
vorliegende Erfindung wird nun in den folgenden Beispielen weiter
ausgeführt.
Die vorliegende Erfindung soll jedoch nicht als hierauf beschränkt angesehen
werden. Für
einen herkömmlichen
Fachmann auf dem Gebiet ist es offensichtlich, wie die beispielhaften
Präparationen
variiert werden müssen,
um die gewünschten
Ergebnisse zu erzielen.
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Beispiel 1
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Herstellung von Sertralin-Base
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Sertralinmandelat
(5 g) wurde bei Raumtemperatur mit 50 ml Ethylacetat gerührt. Wäßriges Natriumhydroxid
wurde tropfenweise zugegeben, bis das Sertralinmandelat vollständig neutralisiert
war. Die Phasen wurden getrennt, und die organische Phase wurde über MgSO4 getrocknet und filtriert. Das Lösungsmittel
wurde unter vermindertem Druck entfernt, was Sertralin-Base als
ein Öl
(3,2 g) lieferte.
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Beisgiel 2
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form VI und Form V
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Sertralin-Base
(25 g) wurde in Methanol (125 ml) bei Raumtemperatur gelöst. Die
Lösung
wurde mit Chlorwasserstoff angesäuert,
bis ein pH-Wert von 1,5 erreicht wurde. (Präzipitation trat während des
Ansäuerns
auf.) Die Temperatur stieg auf etwa 40°C. Die Aufschlämmung wurde
auf Raumtemperatur abkühlen
gelassen und für
etwa 2 Stunden gerührt.
Der Feststoff wurde unter Erhalt von Sertralin-Hydrochlorid-Methanolat Form
VI mittels Filtration abgetrennt. Das Trocknen des Produkts über Nacht
ergab Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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Beispiel 3
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form VI und Form V
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Sertralin-Base
(3,2 g) wurde in absolutem Ethanol (32 ml) bei Raumtemperatur gelöst, und
dann wurde Chlorwasserstoffgas hindurchperlen gelassen, bis ein
pN-Wert von 0,5 erreicht wurde. Die Temperatur stieg auf 40°C. Die Aufschlämmung wurde
auf Raumtemperatur abkühlen
gelassen und für
etwa 16 Stunden gerührt.
Der Feststoff wurde mittels Filtration abgetrennt und mit Ethanol
(3 × 2
ml) gewaschen. 5 zeigt das Röntgenbeugungsmuster
des so erhaltenen Produkts (Sertralin-Hydrochlorid Form VI). Das
Trocknen dieses Produkts über
Nacht bei 50-60°C
lieferte 2,95 g (82%) Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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Beispiel 4
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Sertralin-Base
(3 g) wurde in absolutem Ethanol (15 ml) bei Raumtemperatur gelöst. Eine
gesättigte Lösung von
Chlorwasserstoff in Isopropylalkohol wurde tropfenweise zugegeben,
um einen pH-Wert von 1,3 zu erreichen. Die resultierende Aufschlämmung wurde
bei Raumtemperatur über
Nacht gerührt.
Der Feststoff wurde mittels Filtration abgetrennt und über Nacht
bei 50-60°C
getrocknet, was 2,75 g (81,8%)Sertralin-Hydrochlorid Form V lieferte.
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Beispiel 5
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Sertralin-Base
(3 g) wurde in absolutem Ethanol (15,5 ml) bei Raumtemperatur gelöst, und
dann wurde die Lösung
auf etwa 0°C
abgekühlt.
Chlorwasserstoffgas wurde hindurchperlen gelassen, bis ein pH-Wert
von 0,5 erreicht wurde. Die Temperatur stieg auf etwa 7°C. Es fand
eine Präzipitation
statt, und die Aufschlämmung wurde
bei etwa 10°C
für 2 Stunden
gerührt.
Der Feststoff wurde mittels Filtration isoliert, mit Ethanol gewaschen
und bei etwa 50°C
getrocknet. Das getrocknete Material (2,87 g, Ausbeute 82,7%) war
Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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Beispiel 6
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Sertralin-Base
(3 g) wurde mit 35 ml Wasser gerührt.
Die Aufschlämmung
wurde bei –70°C erhitzt,
und während
diese Temperatur gehalten wurde, wurde konzentrierte Salzsäure zugegeben,
bis ein pH-Wert von 1 erreicht wurde. Während der Ansäuerung wurde
eine nahezu vollständige
Auflösung
beobachtet, gefolgt von Präzipitation.
Das Gemisch wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und für 2 Stunden gerührt. Der
Feststoff wurde mittels Filtration isoliert, mit Wasser gewaschen
und über
Nacht bei 50-60°C
getrocknet, was 3,23 g (96%) Sertralin-Hydrochlorid Form V lieferte.
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Beispiel 7
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Sertralin-Base
(3 g) wurde in 10 ml absolutem Ethanol bei 40°C gelöst. Die Lösung wurde auf 50-60°C erhitzt,
und konzentrierte 32%-ige Salzsäure
(1,2 ml) wurde zugegeben, bis ein pH-Wert von ~1,3 erreicht wurde. Wasser
(12 ml) wurde zugegeben. Die resultierende klare Lösung wurde
auf die Hälfte
ihres Volumens konzentriert und auf natürliche Weise auf Raumtemperatur
abkühlen
gelassen. Der Feststoff wurde mittels Filtration isoliert, mit Wasser
gewaschen und über
Nacht bei 50-60°C
getrocknet, was 3,18 g (94,65%) Sertralin-Hydrochlorid Form V lieferte.
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Beispiel 8
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Sertralin-Base
(3,7 g) wurde in 18,5 ml absolutem Ethanol gelöst, und die Lösung wurde
auf 60°C
erhitzt. Chlorwasserstoffgas wurde durch die Ethanollösung hindurchperlen
gelassen, bis ein pH-Wert von ~0,5 erreicht wurde. Das Gemisch wurde
auf Raumtemperatur abgekühlt,
und das Rühren
wurde für
2 Stunden fortgesetzt. Der nach Filtration, Waschen mit Ethanol
und Trocknen bei 50°C
erhaltene Feststoff war Sertralin-Hydrochlorid Form V (3,16 g, Ausbeute
76%).
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Beispiel 9
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Freie
Sertralin-Base wurde in absolutem Ethanol gelöst, und die Lösung wurde
mit Chlorwasserstoffgas auf einen pH-Wert von etwa 3 angesäuert. Es
fand eine Präzipitation
statt, und die Aufschlämmung
wurde bei Raumtemperatur für
2 Stunden gerührt.
Der resultierende Feststoff wurde filtriert, mit Ethanol gewaschen und
getrocknet unter Erhalt von Sertralin-Hydrochlorid Form V.
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Beispiel 10
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Freie
Sertralin-Base (13,3 g) wurde in absolutem Ethanol (60 ml) gelöst und bei
35°C für eine Stunde tropfenweise
zu Ethanol (20 ml), welcher Chlorwasserstoffgas (17,5 g) enthielt,
zugegeben. Nach 2 Stunden wurde der Feststoff filtriert, mit Ethanol
gewaschen und bei etwa 80°C
getrocknet unter Erhalt von Sertralin-Hydrochlorid Form V (12,9
g, Ausbeute 87%).
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Beispiel 11
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Herstellung von Sertralin-Hydrochlorid
Form V
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Wasserfreies
Sertralin-Hydrochlorid (2 g) wurde mit 14 ml Ethanol gerührt. und
auf Rückflußtemperatur
erhitzt unter Erhalt einer klaren Lösung. Die Lösung wurde mit Sertralin-Hydrochlorid
Form V geimpft und auf natürliche
Weise auf Raumtemperatur abgekühlt.
Bei etwa 50°C
wurde eine massive Präzipitation
beobachtet. Die Aufschlämmung
wurde für
2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt.
Der Feststoff wurde filtriert, mit Ethanol (3 ml) gewaschen und über Nacht
bei 50-60°C
getrocknet, was 1,71 g (85,5%) Sertralin-Hydrochlorid Form V lieferte.
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Tabelle
1 zeigt eine Zusammenfassung zusätzlicher
Experimente, die im allgemeinen unter Befolgung der oben beschriebenen
Verfahren durchgeführt
wurden. TABELLE
1 – Herstellung
von Sertralin-HCl Form V Sertralin-Bbase
als Ausgangsmaterial
PXRD = Pulverröntgenbeugung