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Diese
Erfindung betrifft die Herstellung von Diarylcarbonaten durch direkte
oxidative Carbonylierung. Spezieller betrifft sie Verfahren zur
Herstellung von Diarylcarbonaten durch kontinuierliche Prozesse.
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Diarylcarbonate
und Diphenylcarbonate insbesondere sind wertvolle Monomervorläufer für die Herstellung
von Polycarbonaten durch Umesterung in der Schmelze. Eine vorteilhafte
Route für
die Synthese von Diarylcarbonaten ist die direkte Carbonylierung
von aromatischen Verbindungen mit Kohlenmonoxid und Sauerstoff in
Gegenwart eines Katalysators.
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Ein
breiter Bereich Katalysatoren kann verwendet werden. Zum Beispiel
offenbart US Patent Nr. 4,187,242 von Chalk Katalysatoren, die von
Gruppe VIIIB-Metallen abgeleitet sind, d. h. Metallen, die ausgewählt sind
aus der Gruppe von Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium, Iridium
und Platin oder Komplexen davon. Die US Patente Nr. 5,231,210 von Joyce,
5,284,964 von Pressman et al., US Patent Nr. 5,760,272 von Pressman
und 5,399,734 von King, Jr. et al. offenbaren weiterhin die Verwendung
von Cokatalysatoren, einschließlich
Metall-Cokatalysatorspezies wie Kobaltpentadentat-Komplexen und anderen
Kobalt(II)-Komplexen mit Pyridinen, Bipyridinen, Terpyridinen, Chinolinen,
aliphatischen Polyaminen, Kronenethern, aromatischen oder aliphatischen Aminethern
und Schiff-Basen. Diese Metall-Cokatalysatoren werden oftmals in
Kombination mit organischen Cokatalysatoren wie zum Beispiel Terpyridinen
und Halogenidquellen, wie quaternären Ammonium- oder Phosphoniumhalogeniden
verwendet.
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Ein
Katalysatorsystem von besonderem Interesse ist in US Patent Nr.
5,498,789 von Takagi et al. offenbart. Das Katalysatorsystem besteht
aus Palladium oder einer Palladiumverbindung, mindestens einer Bleiverbindung,
mindestens einem Halogenid, das ausgewählt ist aus quaternären Ammoniumhalogeniden
und quaternären
Phosphoniumhalogeniden und wahlweise mindestens einer Kupferverbindung. Die
Verwendung eines Blei-Cokatalysators führt zu einem Prozess, worin
die Ausbeute von aromatischem Carbonat pro Äquivalent Palladium (Turnover-Zahl
von Palladium) hoch ist, d. h. größer als etwa 700. Ein weiteres
verbessertes Katalysatorsystem umfasst die Verwendung von Hexaalkylguanidiniumhalogeniden,
insbesondere Hexaethylguanidiniumbromid, als Halogenidquelle. Die
Verwendung von Hexaalkylguanidiniumhalogeniden in Mengen, die im wesentlichen äquivalent
zu den Mengen quaternärer Ammoniumhalogenide
wie zuvor beschrieben sind, führt
zu signifikanten Anstiegen der Produktausbeute (d. h. der Prozentzahl
hydroxyaromatischer Verbindung, die in Reaktionsprodukte überführt ist).
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Trotz
des Potenzials des vorangehenden Katalysatorsystems in der direkten
Carbonylierung von aromatischen Hydroxyverbindungen verbleiben bestimmte
Hindernisse und Nachteile vom Standpunkt der Kommerzialisierung,
vor allem, dass frühere
Veröffentlichungen
auf Batch- oder Batch-flow-Reaktionen in kleinen Größenordnungen
bezogen sind. „Batch-flow"-Prozesse sind zum
Beispiel offenbart in US Patent Nr. 5,399,734 von King et al. In
einem Batch-flow-Prozess wird der Reaktor mit aromatischer organischer
Hydroxyverbindung und Katalysator befüllt, während der Sauerstoff und Kohlenmonoxid
eingeführt
und bei konstanten Partialdrücken
und Gesamtdrücken
behalten werden. Sowohl Batch- als auch Batch-flow-Prozesse sind
in kommerziellen Größenordnungen
nicht wirtschaftlich und ein wirtschaftlicher Prozess zur Herstellung
von Diarylcarbonaten sollte dementsprechend als kontinuierlicher Fließprozess
eingerichtet sein.
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Eine
solche Einrichtung ist nicht immer einfach. Ein typisches Beispiel
ist die Einrichtung einer Diarylcarbonat-Produktion unter Verwendung
des zuvor beschriebenen Palladium/Bleioxid/Hexaalkylguanidiniumhalogenid-Katalysatorsystems
unter Verwendung des kontinuierlichen Fließreaktorsytems 10,
das schematisch in 1 gezeigt ist. Eine Lösung von
Bleioxid (PbO) und Pd(acetylacetonat)2 in Phenol
von Tank 12 wird über
die Rohrleitung 16 in die gemeinsame Rohrleitung 20 eingespeist.
Hexaalkylguanidiniumhalogenid in Phenol wird aus dem Tank 14 über die
Rohrleitung 18 in die gemeinsame Rohleitung 20 eingespeist.
Die gemeinsame Rohrleitung 20 speist die Mischung der Cokatalysatoren
in den Reaktor 22 ein. Die Verwendung dieses kontinuierlichen
Prozesssystems resultierte jedoch in signifikant geringeren Ausbeuten
als denjenigen, die in Batch- oder Batch-flow-Prozessen erhalten
wurden. Dementsprechend verbleibt ein Bedürfnis in der Technik nach Verfahren
und Vorrichtungen zur Herstellung von Diarylcarbonaten durch direkte
Carbonylierung mit kontinuierlichen Fließprozessen.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
zuvor beschriebenen Hindernisse und Nachteile des Standes der Technik
werden durch das vorliegende Verfahren zur kontinuierlichen Fließproduktion
von Diarylcarbonaten überwunden
oder gemildert, wobei man eine aromatische Hydroxyverbindung mit
Sauerstoff und Kohlenmonoxid in Gegenwart eines Katalysatorsystems
in einem kontinuierlichen Fließreaktor
in Kontakt bringt, wobei mindestens zwei der Katalysatorsystemkomponenten
getrennt in den kontinuierlichen Fließreaktor eingeführt werden.
Die Verwendung dieses Verfahrens erlaubt die Produktion von Diphenylcarbonaten
durch direkte Carbonylierung im kommerziellen Maßstab.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 ist
ein schematisches Diagramm eines Systems zur kontinuierlichen Fließproduktion
von Diarylcarbonaten nach dem Stand der Technik.
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2 ist
ein schematisches Diagramm eines Systems, das zur Verwendung in
dem vorliegenden Verfahren geeignet ist.
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3 ist
ein schematisches Diagramm einer alternativen Ausführungsform
gemäß dem vorliegenden
Verfahren.
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4 ist
ein Graph, der die Prozente des über
die Zeit vorhandenen löslichen
Bleioxids in der rohen Reaktionsmischung des vorliegenden Verfahrens
zeigt.
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5 ist
ein Graph, der über
die Zeit die Ausbeute von Diphenylcarbonat in einem kontinuierlichen
Prozess gemäß dem vorliegenden
Verfahren zeigt.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Das
vorliegende Verfahren zur kontinuierlichen Fließherstellung von Diarylcarbonaten
umfasst, dass man eine hydroxyaromatische Verbindung mit Sauerstoff
und Kohlenmonoxid in Gegenwart eines Katalysatorsystems in einem
kontinuierlichen Fließreaktor
in Kontakt bringt, wobei mindestens zwei der Katalysatorsystemkomponenten
getrennt in den kontinuierlichen Fließreaktor eingeführt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst das Katalysatorsystem eine wirksame Menge eines Katalysators, einer
Bleiverbindung und ein Hexaalkylguanidiniumhalogenid, wobei die
Bleiverbindung und das Hexaalkylguanidiniumhalogenid getrennt in
den kontinuierlichen Fließreaktor
eingeführt
werden. Die Verwendung dieses Verfahrens erlaubt die Herstellung
von Diphenylcarbonaten durch direkte Carbonylierung im kommerziellen
Maßstab.
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Ein
breites Spektrum hydroxyaromatischer Verbindungen kann in der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden, einschließlich monozyklischer, polyzyklischer
oder verschmolzener polyzyklischer aromatischer Hydroxyverbindungen.
Monohydroxyaromatische Verbindungen, wie Phenol, die Cresole, die
Xylenole, Naphtol und p-Cumylphenol sind im allgemeinen bevorzugt,
wobei Phenol am meisten bevorzugt ist. Die Erfindung kann jedoch
ebenso mit dihydroxyaromatischen Verbindungen ausgeführt werden,
wie Resorcinol, den verschiedenen Isomeren von Dihydroxynaphthalin,
Hydrochinon und 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan oder „Bisphenol
A", wobei die Produkte
Polycarbonate sind.
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Weitere
essentielle Reagenzien im Verfahren dieser Erfindung sind Sauerstoff
und Kohlenmonoxid, die mit der hydroxyaromatischen Verbindung zur
Bildung des erwünschten
Diarylcarbonats reagieren. Das Kohlenmonoxid kann hochreines Kohlenmonoxid
sein oder Kohlenmonoxid, das mit einem weiteren Gas, wie Stickstoff,
Argon, Kohlendioxid oder Wasserstoff, die keine negativen Effekte
auf die Reaktion haben, verdünnt
werden. Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Sauerstoff
kann hochreiner Sauerstoff, Luft oder Sauerstoff sein, der mit einem
weiteren Gas, wie Stickstoff, Argon oder Kohlendioxid verdünnt ist,
die keine negativen Effekte auf die Reaktion haben.
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Das
Katalysatorsystem umfasst einen Katalysator, mindestens einen Metall-Cokatalysator
eine optionalen organischen Cokatalysator und eine optionale Halogenidquelle,
vorzugsweise ein Hexaalkylguanidiniumhalogenid. Der Katalysator
ist ein katalytisch wirksames Gruppe-VIIIB-Metall, vorzugsweise Palladium
oder eine Palladiumverbindung. Demzufolge sind Palladiumschwarz
oder elementares Palladium, das auf Kohlenstoff oder Siliciumdioxid
abgelagert ist, geeignet, wie auch Palladiumverbindungen, wie Halogenide,
Nitrate, Carboxylate und Komplexe von Palladium mit Kohlenmonoxid,
Aminen, Phosphinen oder Olefinen. Bevorzugte Verbindungen umfassen
Palladium(II)salze von organischen Säuren, zum Beispiel aliphatische
Carbonsäuren
mit 2–6
Kohlenstoffatomen, und Palladium(II)salze von β-Diketonen, wie 2,4-Pentandion.
Palladium(II)acetat [Pd(OC(O)CH3)2] und Palladium(II)-2,4-pentandionat (Pd(acac)2) sind im Allgemeinen am meisten bevorzugt.
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Das
Katalysatorsystem umfasst vorzugsweise ebenso einen anorganischen
Cokatalysator und/oder einen organischen Cokatalysator des im zuvor
erwähnten
US Patent Nr. 5,284,964 offenbarten Typs, worauf hier ausdrücklich Bezug
genommen wird. So bevorzugte anorganische Cokatalysatoren umfassen
divalente oder trivalente Manganhalogenid- oder Carboxylatsalze,
oder Amin-, Diketon-, oder Kohlenmonoxidkomplexe, oder Kobalt(II)halogenid- oder
-carboxylatsalze, oder Amin-, Diketon-, oder Kohlenmonoxidkomplexe,
zum Beispiel Kobaltchlorid und Kobaltacetat. Ebenso nützlich sind
Kobalt(II)salze des im zuvor erwähnten
US Patent Nr. 5,231,210 offenbarten Typs, namentlich Komplexe von
Kobalt(II)salzen mit organischen Verbindungen, die Komplexe damit
bilden können,
insbesondere Pentadentatkomplexe. Veranschaulichende organische Verbindungen
dieses Typs sind Stickstoff-heterozyklische Verbindungen einschließlich Pyridine,
Bipyridine, Terpyridine, Chinoline, Isochinoline und Bichinoline,
aliphatische Polyamine, wie Ethylendiamin und Tetraalkylethylendiamine,
Kronenether, aromatische oder aliphatische Aminether, wie zum Beispiel Kryptanden,
und Schiffbasen. Ein insbesondere bevorzugter anorganischer Cokatalysator
ist ein Kobalt(II)komplex mit Bis[3-salicylalamino)propyl]methylamin,
nachfolgend benannt als „CoSMDPT".
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Weitere
anorganische Cokatalysatoren umfassen verschiedene Bleiverbindungen.
Die Bleiverbindungen sind vorzugsweise unter den Reaktionsbedingungen
in einer flüssigen Phase
löslich.
Beispiele solcher Bleiverbindungen umfassen Bleioxide, zum Beispiel
PbO, Pb3O4 und PbO2, Bleicarboxylate, zum Beispiel Pb(OC(O)CH3)2, Pb(OC(O)CH3)4, und Pb(OCOC2H5)2,
Bleisalze, wie Pb(NO3)2 und
PbSO4, und Alkoxy- uns Aryloxybleisalze,
wie Pb(OCH3)2 und Pb(OC6H6)2,
und Bleikomplexe, wie Phthalocyanin-Blei und dergleichen. Von diesen
Verbindungen sind Bleioxide und Bleiverbindungen, die durch die Formel
Pb(OR)2 dargestellt sind, worin R eine Arylgruppe
mit sechs bis zu zehn Kohlenstoffatomen oder eine Acylgruppe mit
einer Alkylgruppe mit ein bis vier Kohlenstoffatomen ist, bevorzugt.
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Geeignete
organische Cokatalysatoren, die eingesetzt werden können, umfassen
verschiedene Terpyridin-, Phenanthrolin-, Chinolin- und Isochinolinverbindungen,
einschließlich
2,2':6'2''-Terpyridin, 4'-Methylthio-2,2':6',2''-Terpyridin und 2,2':6',2''-Terpyridin-N-oxid,
1,10-Phenanthrolin, 2,4,7,8-Tetramethyl-1,10-phenanthrolin, 4,7-Diphenyl-1,10-phenanthrolin
und 3,4,7,8-Tetramethyl-1,10-phenanthrolin. Die Terpyridine und
insbesondere 2,2':6',2''-Terpyridin sind im Allgemeinen bevorzugt.
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Die
Chlorid- oder Bromid-, vorzugsweise Bromid-, -quelle die gemäß der vorliegenden
Erfindung eingesetzt wird, ist ein tertiäres Ammoniumchlorid oder bromid,
ein Hexaalkylguanidiniumchlorid oder bromid des in US Patent 5,229,482
offenbarten Typs, worauf hier ausdrücklich Bezug genommen wird.
Eingeschlossen sind die α,ω-Bis(pentaalkylguanidinium)alkansalze.
Chloride oder Bromide, in denen die Alkylgruppen zwei bis sechs
Kohlenstoffatome enthalten, sind bevorzugt, wobei Hexaethylguanidiniumbromid
besonders bevorzugt ist.
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Der
Anteil der eingesetzten Gruppe-VIIIB-Metallquelle liegt typischerweise
im Bereich von etwa 5–800
ppm pro Metallgewicht, bezogen auf die hydroxyaromatische Verbindung.
Demzufolge sind sowohl „Hochkonzentrations"-Systeme, in denen
die Konzentration des Gruppe-VIIIB-Metalls im Bereich von etwa 100–800 ppm
liegt, als auch „Niederkonzentrations"-Systeme, in denen
sie im Bereich von etwa 5–100
ppm liegen, von der Erfindung umfasst.
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Im „Hochkonzentrations"-System werden für jedes Äquivalent
Gruppe-VIIIB-Metall üblicherweise etwa
0,1–5,0
oder etwa 0,5–1,5
Gramm-Atome Metall-Cokatalysator (d. h. Kobalt oder Mangan) eingesetzt,
etwa 0,1–3,0
und vorzugsweise etwa 0,3–1,0 Mole
organischer Cokatalysator und etwa 2–150, vorzugsweise etwa 5–40 Mole
Hexaalkylguanidiniumhalogenid.
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Im „Niederkonzentrations"-System ist Blei
typischerweise in einer Menge von etwa 10–4 bis
etwa 10–1,
vorzugsweise etwa 10–4 bis etwa 10–2 Molen
pro Mol der hydroxyaromatischen Verbindung zugegen. Pro jedem Äquivalent
des Gruppe-VIIIB-Metalls,
d. h. Palladium, werden normalerweise etwa 1000–5000, vorzugsweise etwa 2500–3500 molare Äquivalente Hexaalkylguanidiniumhalogenid
bezüglich
des Gruppe-VIIIB-Metalls
eingesetzt.
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Gas
wird der Reaktionsmischung in Anteilen von etwa 2–50 Molprozenten
Sauerstoff zugeführt, wobei
der Rest Kohlenmonoxid ist. Die Gase können getrennt oder als Mischung
eingeführt
werden, bis zu einem Gesamtdruckbereich von etwa 10–250 Atmosphären. Reaktionstemperaturen
im Bereich von etwa 60–150°C sind typisch.
Trocknungsmittel, typischerweise Molekularsiebe, können in
dem Reaktionsgefäß vorhanden
sein. Damit die Reaktion so schnell wie möglich abläuft, ist es bevorzugt, den
Reaktionsdruck aufrecht zu erhalten, d. h. im wesentlichen konstante
Partialdrücke
von Sauerstoff gemäß dem zuvor
erwähnten
US Patent Nr. 5,399,734 aufrecht zu erhalten bis die Umsetzung der
hydroxyaromatischen Verbindung vollständig ist.
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In
kontinuierlichen Fließprozessen
des Standes der Technik werden Katalysatoreinspeisungssysteme, Lösungen verschiedener
Katalysatorsystemkomponenten, getrennt gelagert und anschließend aus
Tanks gepumpt, die unmittelbar in einer einzelnen Leitung zusammenfließen. Sie
fließen
dann als Mischung in den Reaktor und werden mit den gasförmigen Reaktanten
gemischt. Die Anpassung solcher Systeme an Reaktionen, die das Palladium/Blei/Halogenidquellen-Katalysatorsystem
einsetzen, ist in 1 gezeigt, worin eine Lösung von
Bleioxid (PbO) in Phenol aus Tank 12 über eine Rohrleitung 16 in eine
gemeinsame Rohrleitung 20 eingespeist wird. Hexaalkylguanidiniumhalogenid
in Phenol wird aus Tank 14 über die Rohrleitung 18 in
die gemeinsame Rohrleitung 20 eingespeist. Die gemeinsame
Rohrleitung 20 speist die Mischung der Cokatalysatoren
in den Reaktor 22 ein.
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Es
wurde gefunden, dass die Verwendung dieses kontinuierlichen Prozesssystems
in signifikant geringeren Ausbeuten resultiert als denjenigen, die
in Batch oder Batch-flow-Prozessen
erhalten werden. Diese Fehler waren insbesondere dadurch überraschend,
dass Tests der rohen Reaktionsmischung nach der Reaktion zeigten,
dass lösliches
Blei in der theoretischen Konzentration vorhanden war. Die hiesigen
Erfinder haben unerwarteterweise gefunden, dass Mischungen von Komponenten
wie Blei(II)oxid und Hexaethylguanidiniumbromid, die durch annähernd 20 Fuß Fuß-markierte
Quarterinch-Rohrleitung geleitet
werden, zur Bildung von unlöslichem
Niederschlag führt.
Dieser unlösliche
Niederschlag verhindert den effizienten kontinuierlichen Fließbetrieb
und produziert inkonsistente Ausbeuten von Diphenylcarbonat. Löslichkeitsexperimente
zeigen, dass bei 60°C
Bleioxid in Konzentrationen von bis zu mindestens 17.000 ppm Blei
löslich
in Phenol ist. Die Zugabe von 790 ppm Bleioxid zu einer fünfprozentigen Hexaethylguanidiniumbromidlösung in
Phenol bei 80°C
führt jedoch
zur Bildung eines weißen
Niederschlags und einer Konzentration von Blei in Lösung von
nur 320 ppm Blei (bestimmt durch Atomabsorptionsspektrophotometrie).
Eine Erhöhung
der Temperatur auf 110°C
führt zu
einem Anstieg der Menge löslichen
Bleis auf nur 520 ppm. Diese Daten zeigen, dass im Gegensatz zu
den Reaktionsmischungen das simple Mischen einer Hexaethylguanidiniumbromid/Phenol-Lösung mit
einer Bleioxid/Phenol-Lösung
zu einer reduzierten Konzentration löslichem Bleis führt, die
durch Erhitzen nicht auf die theoretische Konzentration erhöht werden
kann.
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Folglich
umfasst der vorliegende kontinuierliche Prozess die getrennte Lagerung
und den Transport von mindestens zwei der Katalysatorsystemkomponenten.
Vorzugsweise wird von der Blei/Phenol-Lösung oder Hexaalkylguanidiniumhalogenid/Phenol-Lösung eine
in einem ersten Tank gelagert und die Andere in einem zweiten Tank
gelagert. Die Verwendung getrennter Zufuhrleitungen verhindert die
Mischung bis die Komponenten den Reaktor erreichen, wo sie sich
gleichzeitig mit den gasförmigen
Reaktanten vermischen.
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Zum
Zweck, dass Fachleute besser zur Ausführung einer bevorzugten Form
des Verfahrens befähigt
sind, wird auf die Zeichnungen verwiesen. 2 zeigt
eine schematische Darstellung eines kontinuierlichen Reaktorsystems
zur Herstellung von aromatischem organischem Carbonat, das einen kontinuierlichen
Fluss bei einer Rate von etwa 50 ml bis 1000 ml und vorzugsweise
etwa 300 ml bis 600 ml pro Minute erbringen kann, wobei eine Mischung
aus Kohlenmonoxid und Sauerstoff in einem im wesentlichen konstanten
molaren Verhältnis
und bei konstanten Partialdrücken
von Sauerstoff und Kohlenmonoxid belassen wird. Spezieller ist bei 110 ein
Reaktor 112 gezeigt, der Gas-Einspeisungszufuhrleitungen 114, 116 und
zwei getrennte Katalysator-Einspeisungszufuhrleitungen 118, 120 besitzt.
Die Leitung 118 ist eine Zufuhrleitung aus dem Tank 122,
der eine der Halogenidquellen oder die Bleiverbindung enthält, und
die Leitung 120 ist eine Zufuhrleitung für den Tank 124,
der das Andere enthält.
Geeignete Mengen der Halogenidquelle und Bleiverbindung werden in
den Reaktor 112 über
Zufuhrleitungen 118, 120 eingespeist und bei Eintritt
in den Reaktor 112 gemischt. Die Ausbeute an Diphenylcarbonat
bei Verwendung dieser Anordnung ist gleich zu der bei Batch-flow-Prozessen
beobachteten.
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Eine
alternative Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist in 3 gezeigt,
worin Zufuhrleitungen 118, 120 in eine einzelne
Leitung 126 einspeisen, die in den Reaktor 112 einspeist.
In einem wichtigen Merkmal dieser Ausführungsform ist die Länge der
Zufuhrleitung 126 extrem kurz, so dass sich kein oder im
Wesentlichen kein Niederschlag vor dem Eintritt in den Tank 112 bildet.
Vorzugsweise ist der Querschnitt der Zufuhrleitung 126 derart,
dass jeglicher gebildete Niederschlag nicht zu einer wesentlichen
Blockierung der Leitung führt,
wodurch eine Zufuhr in den Reaktor 112 in konstanten vorhersagbaren
Raten ermöglicht
wird. Die Länge
der Zufuhrleitung 126 wird primär auf Basis der Geschwindigkeit
der Niederschlagsbildung und des Querschnitts der Zufuhrleitung
bestimmt, wobei ein schneller Niederschlag kurze Leitungen hohen
Querschnitts erfordert, so dass Blockierung verhindert wird. Diese
Ausführungsform
sorgt mindestens für eine
teilweise Mischung der Katalysatorkomponenten vor ihrer Einführung in
den Reaktor 112.
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Die
durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellten
Diarylcarbonate können
mit konventionellen Techniken isoliert werden. Es ist oftmals bevorzugt,
ein Addukt des Diarylcarbonats mit der hydroxyaromatischen Verbindung
zu bilden und thermisch zu cracken, wie beschrieben in US Patent
Nr. 5,239,103 und 5,312,955.
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Das
Verfahren wird weiterhin durch die nachfolgenden, nicht beschränkenden
Beispiele verdeutlicht.
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Beispiel 1
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Eine
phenolische Lösung
(Zufuhrstrom A) wurde hergestellt, welche aus 2,50 Gramm Pd(acac)2 (8,20 mmol), 112,80 Gramm PbO (505,8 mmol,
61,7 Äquivalente
Blei pro Äquivalent
Palladium) in 16,0 Litern Phenol bestand. Eine zweite phenolische
Lösung
(Zufuhrstrom B) wurde hergestellt, die aus 1767 Gramm Hexaethylguanidiniumbromid
(5775 mil) in 14,2 Litern Phenol bestand. Jeder Zufuhrstrom wurde
bei 65°C
belassen und in einer Rate von 0,6 Litern/Stunde in ein gerührtes, 1-
Gallonen kontinuierliches Reaktorsystem gepumpt, das bei 65°C 40 psig geführt wurde.
Als der Reaktor einmal gefüllt
war, wurde ein Gasfluss einer Mischung aus 6% Sauerstoff in Kohlenmonoxid
mit einer Rate von 1200 SLPH (standard liters per hour) eingeleitet,
um einen Druck von 1200 psig zu erzielen, wonach die Reaktortemperatur
auf 100°C
erhöht
wurde. Diese Bedingungen (100°C,
1200 psig, 120 SLPH von 6% Sauerstoff in Kohlenmonoxidgasmischung,
unter Rühren) wurden
für annähernd 20
Stunden beibehalten und die Gew.-% Diphenolcarbonat wurden mit Hochdruck-Flüssigkeitschromatographie über den
Reaktionsverlauf bestimmt. Die Ausbeute Diphenylcarbonat über die
Zeit ist graphisch 5 gezeigt, die zeigt, dass hohe
Ausbeuten (ungefähr
14 Gew-%) Diphenylcarbonat sogar nach 20 Reaktionsstunden unter
kontinuierlichen Fließbedingungen
aufrecht erhalten werden können.
Die Menge löslichen
Bleioxids in der Reaktionsmischung war anfänglich gering, erreichte nach
8 Stunden aber etwa 90% der theoretischen Menge, wie in 5 gezeigt.
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Beispiel 2 (Vergleich)
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Eine
phenolische Lösung
(Zufuhrstrom A) wurde hergestellt, die aus 1,7849 g Pd(acac)2 (5,86 mmol), 20,14 g PbO (90,2 mmol, 15,4 Äquivalente Blei
pro Äquivalent
Palladium) und 11,4 Litern Phenol bestand. Eine zweite phenolische
Lösung
(Zufuhrstrom B) wurde hergestellt, die aus 1261 g Hexaethylguanidiniumbromid
(4112 mmol) in 3,2 Litern Phenol bestand. Jeder Zufuhrstrom wurde
bei 65°C belassen
und mit einer Rate von 1,5 Litern/Stunde in ein gerührtes, 1-
Gallonen kontinuierliches Reaktorsystem gepumpt, das bei 65°C und 40
psig geführt wurde.
Als der Reaktor einmal gefüllt
war, wurde ein Gasfluss einer Mischung aus 6% Sauerstoff in Kohlenmonoxid
in einer Rate von 1200 SLPH (standard liters per hour) veranlasst,
um einen Druck von 1200 psig zu erzielen, wonach die Reaktortemperatur
auf 100°C
erhöht
wurde. Diese Bedingungen (100°C, 1200 psig,
1200 SLPH von 6% Sauerstoff in Kohlenmonoxidgasmischung, unter Rühren) wurden
für annähernd 7
Stunden gehalten und die Gew.-% Diphenolcarbonat wurden mit Hochdruck-Flüssigkeitschromatographie über den
Reaktionsverlauf bestimmt. Nur 1,5–2 Gew.-% Diphenylcarbonat
wurden nach 7 Stunden hergestellt. Eine vergleichbare Batch-flow-Reaktion, die
unter dem gleichen Druck und der gleichen Sauerstoffkonzentration
gefahren wurde, produzierte 17% Diphenylcarbonat in 1,25 Stunden.
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Beispiel 3 (Vergleich)
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Eine
phenolische Lösung
(Zufuhrstrom A) wurde hergestellt, die aus 1,2500 g Pd(acac)2 (4,104 mmol), 14,10 g PbO (63,17 mmol,
15,4 Äquivalente Blei
pro Äquivalent
Palladium) und 8,0 Litern Phenol bestand. Eine zweite phenolische
Lösung
(Zufuhrstrom B) wurde hergestellt, die aus 884,0 Gramm Hexaethylguanidiniumbromid
(2889 mmol) in 7,2 Litern Phenol bestand. Jeder Zufuhrstrom wurde
bei 65°C behalten
und mit einer Rate von 0,4 Litern/Stunde in ein gerührtes, 1-
Gallonen kontinuierliches Reaktorsystem gepumpt, das bei 60°C und 40
psig geführt wurde.
Der Lauf wurde abgebrochen, weil weißer Niederschlag einen Durchflussmesser
verstopfte, der den Fluss der Katalysatorlösung nach Mischung der Zufuhrströme A und
B mißt.
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Im
Gegensatz zu Beispiel 2 und 3 führte
die getrennte Einführung
von HEGBr/Phenol und Bleioxid-Phenollösung in einen Reaktor zur Bildung
von 14 Gew.-% Diphenolcarbonat nach 6 Stunden (2).
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Obwohl
bevorzugte Ausführungsformen
gezeigt und beschrieben wurden, können verschiedenste Modifikationen
und Ersetzungen daran vorgenommen werden ohne von der Idee und dem
Schutzbereich der Erfindung abzuweichen. Demzufolge ist selbstverständlich,
dass die vorliegende Erfindung zur Verdeutlichung und nicht zur
Beschränkung
beschrieben wurde.