-
Die Erfindung betrifft elektrolumineszierende
Vorrichtungen, insbesondere jene, bei denen ein organisches Material
zur Lichtemission verwendet wird.
-
Elektrolumineszierende Vorrichtungen,
bei denen ein organisches Material zur Lichtemission verwendet wird,
werden in PCT/WO90/13148 und
US
4,539,507 beschrieben. Die Grundstruktur dieser Vorrichtungen ist
eine lichtemittierende organische Schicht, zum Beispiel ein Film
aus einem Poly(p-phenylenvinylen) ("PPV"),
der sandwichartig zwischen zwei Elektroden angeordnet ist. Eine
der Elektroden (die Kathode) injiziert negative Ladungsträger (Elektronen),
und die andere Elektrode (die Anode) injiziert positive Ladungsträger (Löcher). Die
Elektronen und die Löcher
vereinigen sich wieder in der organischen Schicht und erzeugen dabei Photonen.
In der PCT/WO90/13148 ist das lichtemittierende organische Material
ein Polymer. In der
US 4,539,507 gehört das lichtemittierende
organische Material zu der als Material mit kleinen Molekülen bekannten
Klasse, wie zum Beispiel Tris(8-hydroxychinolino)aluminium ("Alq3"). In einer praktischen
Vorrichtung ist eine der Elektroden normalerweise transparent, damit
die Photonen aus der Vorrichtung entweichen können.
-
Vorweg sei angemerkt, daß die hier
für Energieniveaus,
Energiefunktionen etc. angegebenen Werte im allgemeinen mehr der
Veranschaulichung dienen, als daß es Absolutwerte sind. Die
Energiefunktion von ITO kann in weiten Bereichen schwanken. Die
in der Literatur genannten Zahlen sprechen für einen Bereich zwischen 4
und 5,2 eV. Der hier verwendete Wert von 4,8 eV ist mehr ein veranschaulichender
Wert als ein Absolutwert. Die Anmelderin hat Messungen mit der Kelvin-Sonde
durchgeführt,
die dafür
sprechen, daß 4,8 eV
ein vernünftiger
Wert ist. Es ist jedoch wohlbekannt, daß der tatsächliche Wert von dem ITO-Abscheidungsverfahren
und von früheren
Maßnahmen
abhängen
kann. Bei organischen Halbleitern sind wichtige Eigenschaften die
Bindungsenergien, die in bezug auf das Vakuumniveau der elektronischen
Energieniveaus, insbesondere das Niveau des "höchsten
besetzten Molekülorbitals" ("HOMO") und des "niedrigsten unbesetzten Molekülorbitals" ("LUMO"), gemessen wurden.
Diese können
geschätzt
werden aufgrund von Messungen der Photoemission, insbesondere von
Messungen der elektrochemischen Potentiale für Oxidation und Reduktion. Auf
diesem Gebiet ist man sich darüber
im klaren, daß solche
Energien durch eine Anzahl von Faktoren wie zum Beispiel die örtliche
Umgebung in der Nähe
einer Grenzfläche
beeinflußt
werden, so daß die
Verwendung solcher Werte mehr indikativ als quantitativ ist.
-
Diese Vorrichtungen können sehr
gut für
Displays verwendet werden. Es gibt jedoch noch mehrere bedeutende
Probleme. Eines besteht darin, die Vorrichtung effizient zu machen,
was insbesondere durch ihren externen Energiewirkungsgrad und ihren
externen Quantenwirkungsgrad gemessen wird. Ein weiteres Problem
besteht darin, die Spannung zu optimieren (z. B. zu reduzieren),
bei der ein Spitzenwirkungsgrad erreicht wird. Noch ein Problem
besteht darin, die Spannungscharakteristik der Vorrichtung über die
Zeit zu stabilisieren.
-
1 zeigt
einen Querschnitt einer typischen Vorrichtung. 2 zeigt die Energieniveaus über die Vorrichtung.
Die Anode 1 ist eine Schicht aus transparentem Indium-Zinnoxid
("ITO") mit einer Energiefunktion von
4,8 eV. Die Kathode 2 ist eine Ca : Al-Schicht (eine mit
Aluminium abgedeckte Calciumschicht) mit einer Energiefunktion (für das Calcium
an der Grenzfläche
mit der lichtemittierenden Schicht) von 2,9 eV. Zwischen den Elektroden
befindet sich eine mit 5% Poly-(2,7-(9,9-di-n-octylfluoren)-3,6-benzothiadiazol)
("F8BT") dotierte lichtemittierende
Schicht 3 aus Poly(2,7-(9,9-di-n-octylfluoren) ("F8") mit einem LUMO-Energieniveau
4 um die 2,8 eV und einem HOMO-Energieniveau
5 um die 5,8 eV. (Von nun an wird der Begriff "5BTF8" zur Bezeichnung dieser Mischung aus
dotierten emittierenden Schichten verwendet). Das LUMO- bzw. HOMO-Niveau
des Emitterdotanden liegt um die 3,4 bzw. 5,8 eV. In 3 wurde übereingekommen, daß das HOMO- und
LUMO-Energieniveau
für den
Dotanden (F8BT) der Mischung mit Hilfe eines Rechtecks dargestellt
wird, das in die dem Hauptbestandteil (F8) der Mischung entsprechende
Zone eingesetzt wurde. Bei dieser Übereinkunft hat die Breite
und die seitliche Lage des Rechtecks keine besondere Bedeutung,
und wenn eine Mischung aus drei oder mehr Materialien besteht, dann
werden zwei oder mehr eingesetzte Rechtecke verwendet. In die Vorrichtung
injizierte Löcher
und Elektronen vereinigen sich wieder durch Strahlung in der 5BTF8-Schicht.
Ein wichtiges Merkmal der Vorrichtung ist die Löchertransportschicht 6 aus
Poly(styrolsulfonsäure),
die mit Poly(ethylendioxythiophen) dotiert ist ("PEDOT : PSS"). Dies ergibt ein mittleres Ionisationspotential
etwas über
4,8 eV, was dazu beiträgt,
daß die
aus dem ITO injizierten Löcher
das HOMO-Niveau in dem F8 erreichen. Es gibt jedoch noch eine große Sperre
(ungefähr
1,0 eV) zwischen der Löchertransportschicht und
der lichtemittierenden Schicht. Das Vorhandensein hoher Sperren
ist unerwünscht,
weil es zum Beispiel die Ansteuerspannung erhöhen, hohe innere Felder aufbauen
oder zur Ansammlung von Löchern
führen
kann. Ein Gesichtspunkt ist auch, daß die Ansammlung von Ladung
an einer Grenzfläche
unerwünscht
ist, weil sie chemische Reaktionen zwischen dem Polymer und Verunreinigungen
fördern
kann, was zu einer Verminderung der Konjugation oder örtlich begrenzten
tiefen Zuständen
führt,
die dann durch die Anreicherungsschicht aufgeladen werden können. Es
wird angenommen, daß das "Einfangen" von Ladung dazu
führt,
daß eine
höhere
Vorspannung erforderlich ist, um denselben Strom durch die Vorrichtung
zu schicken, was bei Verwendung der Vorrichtung mit der Zeit zu
einem relativ raschen Spannungsanstieg führt.
-
Es ist wohlbekannt, eine Sauerstoffplasmabehandlung
zum Reinigen von Substraten zu verwenden, und insbesondere zum Entfernen
von organischem Material. Es ist außerdem wohlbekannt, daß eine solche Plasmabehandlung
von ITO dazu verwendet werden kann, die Energiefunktion von ITO
zu modifizieren und möglicherweise
die Löcherinjektionssperre
herabzusetzen (siehe zum Beispiel WO 97/48115).
-
Es wurden Verfahren zur Bildung ultradünner Filme
mit schichtweiser Kontrolle beschrieben. W. B. Stockton und M. F.
Rubner, "Molecular-level
processing of conjugated polymers. 4. Layer-by-layer manipulation
of polyaniline via hydrogen-bonding interactions," Macromolecules,
Bd. 30, S. 2717–2725, 1997,
beschreiben zum Beispiel den Selbstaufbau eines Polymers über Wasserstofsbindungswechselwirkungen;
Y. Shimazaki, M. Mitsuishi, S. Ito und M. Yamamoto, "Preparation of the
layer-by-layer deposited ultrathin film based on the charge-transfer
interaction," Langmuir,
Bd. 13, S. 1385–1387,
1997, beschreiben den Selbstaufbau eines Polymers über Ladungsübertragungswechselwirkungen;
A. C. Fou und M. F. Rubner, "Molecular-level
processing of conjugaged polymers. 2. Layer-by-layer manipulation
of in-situ polymerized p-type
doped conducting polymers," Macromolecules,
Bd. 28, S. 7115–7120,
1995, beschreiben ein Verfahren zur Herstellung eines ultradünnen Films
durch aktive In-situ-Polymerisation; M. Ando, Y. Watanabe, T. Iyoda,
K. Honda und T. Shimidzu, "Synthesis
of conducting polymer Langmuir-Blodgett multilayers," Thin Solid Films,
Bd. 179, S. 225–231,
1989, beschreiben ein Langmuir-Blodgett-Abscheideverfahren; und K. Kaneto, K.
Yoshino und Y. Inuishi, "Electrical
and optical properties of polythiophene prepared by electrochemical
polyrnerization," Solid State
Communications, Bd. 46, S. 389–391,
1983, beschreiben die elektrochemische Polymerisation auf leitenden
Substraten. Keines dieser Dokumente beschreibt die Abstufung von
Ladungstransportschichten für lichtemittierende
Vorrichtungen.
-
Weitere Einzelheiten der Herstellung
selbstaufgebauter polymerer Zwischenschichten finden sich in unserer
gleichzeitig anhängigen
PCT-Patentanmeldung Nr. PCT/GB98/02671. Offensichtlich können die
in dieser Anmeldung beschriebenen Techniken auf verschiedene Weise
mit denen in jener früheren
Anmeldung kombiniert werden.
-
Gemäß einer ersten Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer
elektrolumineszierenden Vorrichtung bereitgestellt, bei dem eine
erste, Ladungsträger
injizierende Schicht zur Injektion von Ladungsträgern einer ersten Polarität gebildet
wird; auf der ersten, Ladungsträger
injizierenden Schicht eine organische Ladungsträger-Transportschicht gebildet
wird, wobei die Transportschicht eine elektronische Eigenschaft
besitzt, die sich über
die Dicke der Transportschicht ändert;
auf der Transportschicht eine lichtemittierende organische Schicht
gebildet wird; und auf der lichtemittierenden Schicht eine zweite,
Ladungsträger
injizierende Schicht zur Injektion von Ladungsträgern einer zweiten Polarität gebildet
wird.
-
Bei dem Schritt der Bildung einer
Transportschicht wird geeigneterweise zuerst die Transportschicht abgeschieden
und dann die Transportschicht behandelt, um die Änderung in der(den) elektronischen
Eigenschaften) über
die Dicke der Transportschicht zu erzeugen. Alternativ wird die
Transportschicht so abgeschieden, daß sie die erforderlichen Eigenschaften
hat, wenn sie zum Beispiel mit Hilfe von selbstaufbauenden oder anderen
Abscheideverfahren abgeschieden wurde. Beispiele für andere
schichtweise Polymerabscheideverfahren umfassen den Selbstaufbau
des Polymers durch elektrostatische, Wasserstofsbindungs- oder Donator-Akzeptor-Wechselwirkungen,
Langmuir-Blodgett-Aufbauverfahren und elektrochemische Verfahren
zur In-situ-Polymerisation. Wenn Materialien mit kleinen Molekülen anstelle
von Polymeren verwendet werden, dann könnten auch Selbstaufbaureaktionen
mit kleinen Molekülen
verwendet werden, die zur Bildung von Schichtstrukturen führen.
-
Beispiele für die elektronische(n) Eigenschaften)
umfassen ein oder mehrere Energieniveaus und/oder Energieniveauverteilungen,
die geeigneterweise verantwortlich sind für den Transport von Ladungsträgern wie
zum Beispiel Löcher
oder Elektronen. Im Falle von Löchern
kann es sich hierbei (zum Beispiel) um ein HOMO-Niveau, ein Valenzband,
ein Ionisationspotential, ein Akzeptordotierungsniveau oder Einfang-
oder sonstige Zustände
nahe bei (z. B.) einem Ionisationspotential handeln. Im Falle von
Elektronen kann es sich hierbei (zum Beispiel) um ein LUMO-Niveau,
ein Leitungsband, eine Elektronenaffinität, Donatorzustände oder Einfang-
oder sonstige Zustände
nahe bei (z. B.) einer Elektronenaffinität handeln. Weitere solche Eigenschaften
sind der Bandabstand bzw. optische Spalt. Eine oder mehrere dieser
Eigenschaften können
sich über
die Dicke der Transportschicht ändern.
Das Energieniveau kann zum Empfang von Ladungsträgern der ersten Polarität oder zum
Empfang von Ladungsträgern
der zweiten Polarität
dienen.
-
Die Ladungsträger einer ersten Polarität sind geeigneterweise
positive Ladungsträger,
wobei die Transportschicht dann eine Transportschicht für positive
Ladungsträger
ist.
-
Gemäß einer zweiten Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer
elektrolumineszierenden Vorrichtung bereitgestellt, bei dem eine
erste, Ladungsträger
injizierende Schicht zur Injektion positiver Ladungsträger gebildet
wird; eine lichtemittierende organische Schicht auf der Transportschicht
gebildet wird, wobei sich eine elektronische Eigenschaft der lichtemittierenden
Schicht über
die Dicke der emittierenden Schicht ändert; und eine zweite, Ladungsträger injizierende
Schicht auf der lichtemittierenden Schicht zur Injektion negativer
Ladungsträger
gebildet wird. Die besagte Eigenschaft ist geeigneterweise von der
oben näher
erläuterten
Art.
-
Bei dem Schritt der Bildung einer
lichtemittierenden Schicht wird geeigneterweise zuerst die emittierende
Schicht abgeschieden und dann die emittierende Schicht behandelt,
um die Änderung
in der besagten Eigenschaft (z. B. ihr Ionisationspotential oder
Bandabstand) über
ihre Dicke zu schaffen.
-
Bei dem Schritt der Behandlung bzw.
Modifikation der emittierenden Schicht oder, bei der ersten Ausgestaltung
der Erfindung, der Transportschicht wird vorzugsweise die emittierende
Schicht oder die Transportschicht mit einem Mittel behandelt, das
eine Modifikation der elektronischen Eigenschaften der Schicht verursacht.
Eine Möglichkeit
besteht darin, daß das
Mittel ein reaktionsfähiges
Mittel ist, das geeigneterweise eine chemische Reaktion in der Transportschicht
fördert.
Vorzugsweise sind die Reaktionsbedingungen dergestalt, daß sich der
Grad der Reaktion durch die emittierende Schicht bzw. die Transportschicht
hindurch ändert,
um die Änderung
im Ionisationspotential bereitzustellen. Vorzugsweise wird eine
Hauptfläche
der emittierenden Schicht bzw. Transportschicht mit dem Mittel behandelt.
-
Die Reaktion kann geeigneterweise
eine Oxidationsreaktion oder eine Reduktionsreaktion sein (die zu einer
Aufhebung der Dotierung führen
könnte), vor
allem im Falle der Transportschicht. Das Reagenz kann ein Oxidationsmittel
sein, zum Beispiel Sauerstoff. Das Reagenz liegt geeigneterweise
in Form eines Plasmas vor. Ein bevorzugtes reaktionsfähiges Oxidationsmittel
ist ein Sauerstoffplasma. Der Grad der Oxidation, Reduktion oder
Aufhebung der Dotierung ändert
sich vorzugsweise durch die Dicke der Transportschicht bzw. emittierenden
Schicht, was geeigneterweise zu der Änderung in den elektronischen/optischen
Eigenschaften führt. Das
Plasma umfaßt
vorzugsweise auch ein Edelgas, geeigneterweise zu Kühlzwecken.
-
Die emittierende Schicht bzw. Transportschicht
umfaßt
geeigneterweise ein konjugiertes Material. Dann umfaßt der Schritt
des Erzeugens der Änderung
in der(den) elektronischen Eigenschaften) vorzugsweise die Erniedrigung
des Konjugationsgrades des konjugierten Materials.
-
Die elektronische(n) Eigenschaften) ändert(ändern) sich
vorzugsweise kontinuierlich oder im wesentlichen kontinuierlich
durch die emittierende Schicht bzw. Transportschicht hindurch. Bei
der ersten Ausgestaltung der Erfindung ändert sich das Ionisationspotential
vorzugsweise in einer Richtung von der ersten, Ladungsträger injizierenden
Schicht zu der lichtemittierenden Schicht, und zwar weg von dem
Leitungsband (Fermi-Niveau) der ersten, Ladungsträger injizierenden
Schicht zu dem entsprechenden HOMO- oder LUMO-Niveau der lichtemittierenden
Schicht. Bei der zweiten Ausgestaltung der Erfindung ändert sich
der optische Spalt der lichtemittierenden Schicht vorzugsweise (am
meisten bevorzugt wird er breiter) in einer Richtung von der ersten,
Ladungsträger
injizierenden Schicht zu der zweiten, Ladungsträger injizierenden Schicht.
-
Gemäß einer dritten Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung wird eine elektrolumineszierende Vorrichtung
bereitgestellt, die folgendes umfaßt: eine erste, Ladungsträger injizierende
Schicht zur Injektion positiver Ladungsträger; eine zweite, Ladungsträger injizierende
Schicht zur Injektion negativer Ladungsträger; eine lichtemittierende
organische Schicht, die zwischen den Ladungsträger injizierenden Schichten
angeordnet ist; und eine organische Ladungsträger-Transportschicht, die zwischen
der lichtemittierenden Schicht und einer der Ladungsträger injizierenden
Schichten angeordnet ist, und ein organisches Material mit einem
Energieniveau zum Empfang von positiven Ladungsträgern von
der einen der Ladungsträger
injizierenden Schichten, das sich über die Dicke der Transportschicht ändert.
-
Das besagte Energieniveau zum Empfang
positiver Ladungsträger
von der einen der Ladungsträger injizierenden
Schichten kann durch eine organische Ladungsträger-Transportschicht ersetzt
oder ergänzt
werden, die zwischen der lichtemittierenden Schicht und der anderen
der Ladungsträger
injizierenden Schichten angeordnet ist und ein organisches Material
umfaßt
mit einem Energieniveau zum Empfang von negativen Ladungsträgern von
der anderen der Ladungsträger
injizierenden Schichten, das sich über die Dicke der Transportschicht ändert.
-
Gemäß einer vierten Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung wird eine elektrolumineszierende Vorrichtung
bereitgestellt, die folgendes umfaßt: eine erste, Ladungsträger injizierende
Schicht zur Injektion positiver Ladungsträger; eine zweite, Ladungsträger injizierende
Schicht zur Injektion negativer Ladungsträger; und eine lichtemittierende
organische Schicht, die zwischen den Ladungsträger injizierenden Schichten
angeordnet ist, wobei sich der optische Spalt der lichtemittierenden
Schicht über
die Dicke der emittierenden Schicht ändert.
-
Gemäß einer fünften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer elektrolumineszierenden
Vorrichtung bereitgestellt, die eine erste, Ladungsträger injizierende
Schicht zur Injektion von Ladungsträgern einer ersten Polarität, eine
zweite, Ladungsträger
injizierende Schicht zur Injektion von Ladungsträgern einer zweiten Polarität und mindestens
eine organische Schicht umfaßt,
die zwischen den Ladungsträger
injizierenden Schichten angeordnet ist, wobei bei dem Verfahren
die organische Schicht wenigstens teilweise oxidiert oder reduziert
wird. Die Oxidation kann beispielsweise durch Behandlung mit einem
reaktionsfähigen
Oxidationsmittel wie zum Beispiel einem Sauerstoffplasma oder durch
Photooxidation erfolgen. Die Reduktion kann beispielsweise durch
Behandlung mit einem reaktionsfähigen Reduktionsmittel erfolgen.
Geeigneterweise wird eine Hauptfläche der Transportschicht oder
der lichtemittierenden Schicht dem reaktionsfähigen Oxidations- oder Reduktionsmittel
oder dem zur Photooxidation verwendeten Licht ausgesetzt.
-
Gemäß einer sechsten Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer
eine organische Verbindung umfassenden Schicht bereitgestellt, wobei
die Schicht mindestens eine Eigenschaft hat, die sich über ihre
Dicke ändert,
wobei bei dem Verfahren eine Reihe von Teilschichten gebildet werden,
die sich in dieser Eigenschaft unterscheiden. Die Eigenschaft ist
vorzugsweise eine Materialeigenschaft wie zum Beispiel Ionisationspotential,
Elektronenaffinität
oder Bandabstand oder allgemein eine elektronische Eigenschaft wie
sie oben näher
erläutert
wurde. Die Verbindung kann ein Polymer, ein Oligomer oder eine Verbindung
mit kleinen Molekülen
sein. Ein Polymer wird bevorzugt. Die Teilschichten können mit
den besagten unterschiedlichen Eigenschaften abgeschieden werden,
oder sie können
abgeschieden werden und dann modifiziert werden, um die besagten
Eigenschaften zu erhalten. Die Teilschichten werden vorzugsweise nach
einem selbstaufbauenden Verfahren abgeschieden, z. B. unter Verwendung
von Langmuir-Blodgett-Techniken oder selbstaufbauenden Techniken,
die elektrostatische Wirkungen, Wasserstoffbindungswirkungen und/oder
Wirkungen einer kovalenten Bindung nutzen. Eine weitere Möglichkeit
ist die Verwendung von Mischungen von Materialien, bei denen es
beim Abscheiden zu einer Phasentrennung zu Mehrfachschichten, z.
B. Doppelschichten kommt. Eine bevorzugte Möglichkeit ist ein Selbstausbauverfahren
mit einem Polyelektrolyten, bei dem die Teilschichten in Form von
Doppelschichten gebildet werden. Die Schicht kann eine Ladungstransportschicht
sein. Die Schicht kann Bestandteil eines elektronischen Bauelements
wie zum Beispiel einer lichtemittierenden Vorrichtung sein, vorzugsweise
einer lichtemittierenden Vorrichtung, bei der ein organisches Material
zur Lichtemission verwendet wird.
-
Nachfolgend werden einige bevorzugte
Materialien für
alle Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung angegeben:
- – Eine
der Ladungsträger
injizierenden Schichten (die Löcher
injizierende Schicht) hat vorzugsweise eine Energiefunktion von
mehr als 4,3 eV. Diese Schicht kann ITO umfassen. Die andere, Ladungsträger injizierende
Schicht (die Elektronen injizierende Schicht) hat vorzugsweise eine
Energiefunktion von weniger als 3,5 eV. Diese Schicht kann geeigneterweise
Calcium, Lithium, Samarium, Ytterbium, Terbium, Barium oder eine
Legierung aus einem oder mehreren dieser Metalle mit oder ohne einem
weiteren Metall wie zum Beispiel Aluminium umfassen. Mindestens
eine der Elektrodenschichten ist geeigneterweise lichtdurchlässig, und
vorzugsweise transparent, geeigneterweise bei der Frequenz der Lichtemission
aus der Vorrichtung.
- – Die
Transportschicht kann geeigneterweise ein oder mehrere Polymere
umfassen, wie zum Beispiel mit Poly(ethylendioxythiophen) dotierte
Poly(styrolsulfonsäure)
und/oder Poly(2,7-(9,9-di-n-ocytlfluoren)-(1,4-phenylen(4-imino(benzoesäure))-1,4-phenylen-(4-imino(benzosäure))-1,4-phenylen))
("BFA") (siehe 3) und/oder Polyanilin (dotiert,
undotiert oder teilweise dotiert) und/oder PPV.
- – Die
lichtemittierende Schicht kann ein oder mehr organische Materialien
umfassen, geeigneterweise Polymere, vorzugsweise konjugierte oder
teilweise konjugierte Polymere. Geeignete Materialien umfassen PPV,
Poly(2-methoxy-5-(2'-ethyl)hexyloxyphenylenvinylen)
("MEH-PPV"), ein PPV-Derivat
(z. B. ein Dialkoxy- oder Dialkylderivat), ein Polyfluoren und/oder
ein Copolymer mit Polyfluorensegmenten, PPVs und/oder verwandte
Copolymere, Poly(2,7-(9,9-di-n-octylfluoren)-(1,4-phenylen-((4-secbutylphenyl)imino)-1,4-phenylen))
("TFB") (siehe 3), Poly(2,7-(9,9-di-n-octylfluoren)-(1,4-phenylen-((4-methylphenyl)imino)-1,4-phenylen-((4-methylphenyl)imino)-1,4-phenylen))
("PFM") (siehe 3), Poly(2,7-(9,9-di-n-octylfluoren)-(1,4-phenylen-((4-methoxyphenyl)imino)-1,4-phenylen-((4-methoxyphenyl)imino)-1,4-phenylen))
("PFMO") (siehe 3), F8 oder F8BT. Alternative
Materialien umfassen organische lichtemittierende molekulare Materialien,
z. B. Alq3, oder jedes andere im Stand der Technik bekannte fein
sublimierte oder in Lösung
behandelte molekulare oder konjugierte elektrolumineszierende polymere Material.
-
Es könnten auch noch andere Materialien
verwendet werden.
-
Die Änderung in den elektronischen
Eigenschaften (z. B. Energieniveau oder Energieniveauverteilung)
der Transportschicht und/oder der Schritt der Modifikation der Transportschicht
durch (beispielsweise) Oxidation bewirkt geeigneterweise eine Verbesserung
des Transports der Ladungsträger
einer Polarität
zwischen der Elektrode und der emittierenden Schicht und/oder die
Verhinderung des Transports der Ladungsträger der anderen Polarität zwischen
der emittierenden Schicht und der Elektrode und verbessert dadurch
den Wirkungsgrad der Vorrichtung. Vorzugsweise ist das mindestens
eine Energieniveau der Transportschicht dergestalt, daß es eine
Sperre für
den Durchgang von Ladungsträgern
einer Polarität
durch die Vorrichtung bildet und/oder diesen Durchgang hemmt, indem
es zum Beispiel den Durchgang dieser Ladungsträger über die Grenzfläche aus
der emittierenden Schicht hemmt, dagegen aber den Durchgang von
Ladungsträgern
der anderen Polarität über diese
Grenzfläche
vorzugsweise begünstigt.
-
Die vorliegende Erfindung wird nun
beispielhaft anhand der beigefügten
Zeichnungen beschrieben; darin zeigen:
-
3 die
chemischen Strukturen von PEDOT : PSS, F8 und F8BT;
-
4a und 4b schematische Banddiagramme
für elektrolumineszierende
Vorrichtungen;
-
5 bis 9 graphische Darstellungen
der Leistung von elektrolumineszierenden Vorrichtungen;
-
10 die
Auswirkung von Plasma auf eine emittierende Schicht im Bereich einer
Kathode;
-
11 eine
Vorrichtung, bei der die Photooxidation die elektronischen Eigenschaften
einer Löchertransportschicht
aus PPV ändert;
-
12 eine
schematische Querschnittsansicht einer Vorrichtung, die 5BTF8 als
emittierendes Material hat;
-
13 die
chemische Struktur einer Kopplungsschicht aus Silyl;
-
14 absorptionsspektroskopische
Messungen der Aufbaulösungen
für die
Vorrichtungen I bis IV im UV-Bereich bzw. im sichtbaren Bereich;
-
15 bis 19 die Stromstärke und
Lichtleistung sowie den Wirkungsgrad im Vergleich zur Spannung für die Vorrichtungen
I bis V;
-
20 den
Energiewirkungsgrad der Vorrichtungen I bis V im Vergleich zur Helligkeit;
-
21a und 21b die Energieniveaus in
zwei beispielhaften Vorrichtungen;
-
22 eine
graphische Darstellung der Stromdichte durch die Vorrichtungen I
bis V im Vergleich zur angelegten Spannung; und
-
23 eine
graphische Darstellung der Ansteuerspannung für die Vorrichtungen I bis V
im Vergleich zur Helligkeit.
-
4a zeigt
ein schematisches Banddiagramm für
eine elektrolumineszierende Vorrichtung, deren physischer Aufbau ähnlich dem
in 1 gezeigten ist.
Die Vorrichtung umfaßt
eine Anodenschicht 10 aus ITO auf einem Glassubstrat. Auf
dem ITO befindet sich eine Löchertransportschicht 11 aus
PEDOT : PSS. Auf der Löchertransportschicht
befindet sich eine lichtemittierende Schicht 12 aus einer
Mischung aus F8 und F8BT. Auf der lichtemittierenden Schicht befindet
sich eine Kathodenschicht 13 aus Ca : Al. Das(Die) für den Transport
der positiven Ladungsträger
in dem PEDOT : PSS verantwortliche(n) Energieniveau(s) ist(sind)
durch die Dicke der Löchertransportschicht 11 hindurch
nicht konstant. Es reicht(Sie reichen) von dem Niveau des unbehandelten PEDOT
: PSS von 4,8 eV in der Nähe
der Grenzfläche
mit der Anode 10 bis möglicherweise
6,0 eV an der Grenzfläche
mit der lichtemittierenden Schicht 12. Die Anmelderin hat
festgestellt, daß diese
Behandlung die Leistung der Vorrichtung gewaltig verbessert.
-
Es wird nun die Herstellung dieser
Vorrichtung beschrieben.
-
Das Glassubstrat ist eine polierte
Glasschicht aus Sodalime-Glas mit einer Dicke von 1,1 mm, die auf ihrer
Oberseite eine Sperrschicht aus Siliciumdioxid mit einer Dicke um
die 100 nm hat. Die ITO-Anode wird durch ein herkömmliches
Gleichstrom- oder HF-Zerstäubungsverfahren
auf dem Siliciumdioxid abgeschieden. Die fertige ITO-Schicht ist
etwa 1500 Å dick
bei einem Schichtwiderstand um die 15 Ohm/Quadrat und einer Durchlässigkeit
von etwa 85 %. Alternativen zu ITO sind andere leitfähige Materialien
wie zum Beispiel mit Fluor dotiertes Zinnoxid, mit Aluminium dotiertes
Zinkoxid, Metalle wie Gold, Legierungen und leitfähige Polymere wie
dotierte Polythiophene (z. B. PEDOT : PSS) oder dotiertes Polyanilin,
oder Kombinationen davon. Um eine wirksame Anode bereitzustellen,
ist das Material vorzugsweise ein Material mit einer hohen Energiefunktion, und
zwar mit einer Energiefunktion, die höher ist als beispielsweise
4,0 oder 4,5 eV. Bei Vorrichtungen, wo das abgestrahlte Licht durch
die Anode hindurchgelassen werden soll, sollte die Anode mindestens
teilweise transparent oder lichtdurchlässig sein.
-
In diesem Stadium kann die ITO-Schicht
ggf. bemustert werden, zum Beispiel durch herkömmliche naßchemische ITO-Bemusterungsverfahren,
und dann gereinigt werden.
-
Die PEDOT : PSS-Schicht
11 ist
eine Schicht aus einem leitfähigen
konjugierten Polymer. Die gelieferte PEDOT : PSS-Mischung (siehe
EP 0 686 662 und das "Provisorische Produktinformationsblatt
für das Versuchsprodukt
Al 4071" der Bayer
AG) wird weiter mit PSS verdünnt,
um ein Verhältnis
des Feststoffgehalts von PEDOT zu PSS von 1 : 2 und einen Gesamtfeststoffgehalt
von 1% zu erzielen. Die Mischung wird durch Schleuderbeschichten
auf die ITO- Schicht
aufgebracht und dann durch Erwärmen
getrocknet – zum
Beispiel bei 110°C
oder 200°C
in Luft oder einem Stickstoffstrom einer Reinheit von 99,999%. Dann
wird die PEDOT : PSS-Schicht mit einem Reagenz behandelt, das nachfolgend
näher erläutert wird.
Die Dicke der fertigen PEDOT/PSS-Schicht beträgt um die 50 nm.
-
Zur Herstellung der emittierenden
Schicht werden die Ausgangspolymere von F8 und F8BT gemischt (das
Verhältnis
von F8 zu F8BT beträgt
0,95 : 0,05 Gew./Gew.) und die resultierende Mischung wird dann durch
Schleuderbeschichten aus einer Lösung
mit einer Konzentration von 1,6 W/V%, die gemischtes Xylol als Lösemittel
enthält,
auf die PEDOT : PSS-Schicht aufgetragen. Die Dicke der fertigen
emittierenden Schicht beträgt
um die 95 nm. In Tabelle 1 sind die Materialeigenschaften der Materialien
F8 und F8BT aus konjugiertem organischem Polymer angegeben. Der
Photolumineszenz-Wirkungsgrad wurde gemessen mit der Technik der "Efficient Photodiodes
from Interpenetrating Polymer Networks", J. J. M. Halls et al., Nature, Bd.
376, 10. August 1995, S. 498– 500,
und
US 5,670,791 . Die
HOMO-Positionen wurden aufgrund von elektrochemischen Messungen
geschätzt.
Der optische Spalt wurde jeweils aus dem Extinktionsspektrum im
UV-Bereich bzw. im sichtbaren Bereich ermittelt. Die LUMO-Positionen
wurde anhand der HOMO-Position und des optischen Spalts geschätzt.
-
-
Schließlich wird die Kathode aufgedampft,
um eine 80 nm dicke Schicht aus Ca und anschließend eine 200 nm dicke Schicht
aus Al zu bilden. In einer inerten Atmosphäre wie zum Beispiel Stickstoff
wird die Vorrichtung verkapselt, indem sie in einem Kapselungsmaterial
aus Glass und Epoxidharz eingeschlossen wird.
-
Es wird nun die reaktive Behandlung
der PEDOT : PSS-Schicht beschrieben. Nachdem die PEDOT : PSS-Schicht
abgeschieden und getrocknet wurde, wird sie reaktionsfähigem Sauerstoff
in Form eines Sauerstoffplasmas ausgesetzt. Das Sauerstoffplasma
wird erzeugt durch einen herkömmlichen
handelsüblichen
Mikrowellen-Multimode-Plasmareaktor, zum Beispiel vom Typ Cambridge
Fluid Systems MRC100 (2,45 GHz), unter den folgenden Verfahrensbedingungen:
| Kammerdruck | 2
mbar |
| Argonstrom | 5
l/min |
| Sauerstoffstrom | 2
l/min |
| Energie | 0,044
W/cm2 |
| Ionendichte | 1012/cm2 |
| Elektronentemp. | 1–2 eV |
| Ionenfluß | 4 × 1015 – 4 × 1016 Ionen/cm2/sek |
-
Argon wird dem Plasma zugesetzt,
um das Substrat abzukühlen.
Die Hauptfläche
des PEDOT : PSS soll die Grenzfläche
mit der emittierenden Schicht bilden, die hauptsächlich dem Plasma ausgesetzt
ist. Die oxidierende Wirkung des Plasmas ist daher an dieser Oberfläche am größten und
nimmt mit der Tiefe in die PEDOT : PSS-Schicht ab, da die Eindringtiefe
von angeregtem Sauerstoff wahrscheinlich gering ist und von der
Ionenenergie abhängen
wird. Das Plasma wird lange genug auf die Vorrichtung aufgebracht,
so daß das PEDOT
: PSS nicht vollständig
mit dem Sauerstoff reagiert, zumindest in tieferen Teilen der Schicht
(d. h. näher bei
dem ITO). Es wird angenommen, daß dies zu der in 4a gezeigten Wirkung führen kann,
wo sich das Energieniveau des PEDOT : PSS dann, wenn die Vorrichtung
nicht unter einer äußeren Vorspannung
steht, von seinem normalen Niveau in der Nähe der Grenzfläche mit
der Anode zu einem niedrigeren Niveau näher bei dem HOMO-Niveau der
emittierenden Schicht in der Nähe
der Grenzfläche
mit der emittierenden Schicht gleichmäßig und kontinuierlich durch
die Dicke der Schicht hindurch ändert.
Eine alternative Interpretation ist in 4b veranschaulicht, die eine breite Verteilung
von zusätzlichen
eingefangenen Zuständen
in der Nähe der
Grenzfläche
des PEDOT mit der emittierenden Schicht zeigt.
-
Bei Verwendung einer Plasmaquelle,
wo die Ionenenergie gesteuert werden kann (z. B. über eine
Vorspannung), wird es durch die Überwachung
des Ionenflusses und die Auswahl des Verhältnisses von Ionen zu Radikalen
leichter, die Form und das Ausmaß des Übergangsbereichs von der normalen
Energiefunktion (Wf) des dotierten PEDOT zu der Oberflächenenergiefunktion
(Wf ) auszuwählen.
Der Übergangsbereich
kann so gesteuert werden, daß die
wirksame Oberflächenenergiefunktion
ungefähr
auf die HOMO-Position des emittierenden Polymers abgestimmt werden
kann. Wenn im wesentlichen eine dünne Sperrschicht erforderlich
ist, dann könnte
ferner die Modifikation des Plasmas in einer Weise, daß nur Radikale
auf die Oberfläche
auftreffen, den gewünschten
Effekt der Bildung einer dünnen
Schicht aus einem stark unkonjugierten Polymer haben.
-
Es wurden die Vorrichtungen A bis
D hergestellt, wobei unterschiedliche Behandlungen auf die PEDOT
: PSS-Schichten angewandt wurden.
-
Für
die Vorrichtung A wurde die PEDOT : PSS-Schicht in einem Ofen 1
Stunde in einer N2-Atmosphäre bei 200°C gehärtet und
dann 20 Sekunden einem Sauerstoffplasma ausgesetzt. Für die Vorrichtung
B wurde die PEDOT : PSS-Schicht
in einem Ofen 1 Stunde in einer N2-Atmosphäre bei 200°C gehärtet und
dann 1 Minute einem Sauerstoffplasma ausgesetzt. Die Vorrichtungen
C und D wurden als Kontrollproben hergestellt. Für die Vorrichtung C wurde die
PEDOT : PSS-Schicht in einem Ofen 1 Stunde in einer N2-Atmosphäre bei 200°C gehärtet und
keinem Plasma ausgesetzt. Für
die Vorrichtung D wurde die PEDOT : PSS-Schicht auf einer Heizplatte,
die eine Temperatur von 200°C
hatte, 1 Stunde an Luft gehärtet
und keinem Plasma ausgesetzt.
-
In 5 bis 9 wird die Leistung dieser
Vorrichtungen verglichen. Die 5 bis 8 zeigen jeweils die Eigenschaften
der Vorrichtungen A bis D. Das obere Feld jeder Figur zeigt die
Helligkeit der Vorrichtung im Vergleich zur angelegten Spannung
und die Stromdichte durch die Vorrichtung im Vergleich zur angelegten Spannung.
Das untere Feld jeder Figur zeigt die Lichtleistung (Energiewirkungsgrad)
in Lumen/Watt der Vorrichtung im Vergleich zur angelegten Spannung
und den äußeren Wirkungsgrad
der Vorrichtung in Candela/Amp im Vergleich zur angelegten Spannung.
-
In der folgenden Tabelle wird die
Leistung der Vorrichtungen anhand der Daten von 5 bis 8 zusammengefaßt.
-
-
Der Schritt der Behandlung der PEDOT
: PSS-Schicht mit Sauerstoffplasma bewirkt ungefähr eine dreifache Zunahme des
maximalen Energiewirkungsgrades (lm/W) und eine signifikante Zunahme
des maximalen äußeren Wirkungsgrades
(Cd/A). Die Spannungen, bei denen maximale Wirkungsgrade erreicht
werden, sind ungefähr
halbiert.
-
9 zeigt,
daß die
Behandlung der PEDOT : PSS-Schicht mit Sauerstoffplasma auch die
Spannungscharakteristiken der Vorrichtung bei einer anfänglichen
Lichtleistung von 200 Cd/m2 signifikant
zu stabilisieren scheint. (Vorrichtung mit konstanter Stromstärke angetrieben).
-
Ein möglicher Mechanismus für die Wirkung
des Sauerstoffplasmas auf das PEDOT : PSS ist die Oxidation der
PEDOT : PSS-Schicht, möglicherweise
durch Ringöffnung
und/oder Herstellung von Carbonylgruppen, die die Konjugation in
dem PEDOT herabsetzen und seinen Bandabstand vergrößern (siehe
Rothberg et al., "Photophysics
of phenylenevinylene polymers",
Synthetic Metals 80 (1996) 41–58).
Ein weiterer möglicher Mechanismus
besteht darin, daß das
Sauerstoffplasma die Dotierung des PEDOT aufheben könnte und
somit möglicherweise
seine Energiefunktion vergrößern könnte. In
jedem Fall hat es den Anschein, daß das HOMO-Niveau des PEDOT
: PSS verändert
werden kann, um näher
bei dem der emittierenden Schicht in der Nähe der Grenzfläche zwischen
den beiden zu liegen, wie in 4a gezeigt.
Angenommen ein Schlüsselfaktor
beim Anstieg der Ansteuerspannung ist das Vorhandensein signifikanter
innerer Sperren und daher möglicherweise
ein Abfall der Spannung und/oder eine Ansammlung von Ladung, so
legt der verminderte Spannungsanstieg über die Zeit nahe, daß der Übergang
des HOMO-Niveaus von dem dotierten Wert von 4,8 eV zu dem Oberflächenwert
durch die Dicke der PEDOT : PSS-Schicht hindurch im wesentlichen
graduell sein kann.
-
Eine ähnliche Technik kann verwendet
werden, um den Bandabstand eines eine lichtemittierende Schicht
bildenden Materials zu vergrößern. (Siehe 10). Indem man eine lichtemittierende
Schicht nach ihrem Abscheiden mit Sauerstoffplasma (zum Beispiel)
behandelt, kann das HOMO-Niveau des emittierenden Materials (z.
B. PPV) in der Nähe
seiner Oberfläche,
die die Grenzfläche
mit der Kathode bilden soll, herabgesetzt werden. Dies kann den
Durchgang von Löchern
von dem emittierenden Material zu der Kathode hemmen, was den Wirkungsgrad
der Vorrichtung erhöht.
Eine weitere Option ist die Photooxidation des PPV zwecks Bildung
von Carbonylgruppen (siehe Rothberg et al., oben erwähnt, und
Harrison et al., "Singlet
Intrachain Exciton Generation and Decay in Poly(p-phenylenevinylene", Physical Review
Letters, Bd. 77, Nr. 9, S. 1881–4,
22. August 1996). Bei der obigen, durch den optischen Spalt unterstützten Photooxidation
kann die Wellenlänge
und/oder der Einfallswinkel des für den Oxidationsschritt verwendeten
Lichts für
eine Absorptionstiefe gewählt
werden, mit der das gewünschte
Tiefenprofil des Ionisationspotentials erreicht wird, weil der Prozess
nicht durch die Sauerstoffdiffusionsgeschwindigkeit begrenzt werden
kann. Die beste Wellenlänge kann
jedoch bei der optischen Absorption der Schicht (blau für PPV) nahe
beim Maximum liegen. Das Aufspalten der Kette bei der Photooxidation
des PPV könnte
zwangsläufig
zu einer größeren Änderung
im IP als im EA führen, wobei
der optische Spalt des PPV vergrößert wird.
(Siehe 11, die den Fall
veranschaulicht, wo PPV als Löcher
injizierende Schicht verwendet wird und 5BTF8 die emittierende Schicht
ist).
-
Alternative Materialien könnten in
Vorrichtungen verwendet werden, die die oben beschriebenen Prinzipien
verkörpern.
Zum Beispiel umfassen alternative Materialien für die Anode Zinnoxid ("TO") und fluoriertes TO;
alternative Materialien für
die emittierende Schicht umfassen TFB, PFMO, PFM, PPV und MEH-PPV;
und alternative Materialien für
die Kathode umfassen Li, Ba, Mg, Ca, Ce, Cs, Eu, Rb, K, Sm, Na,
Sr, Tb und Yb; eine Legierung aus zwei oder mehr dieser Metalle;
ein Fluorid, Carbid, Oxid oder Nitrid von einem oder mehreren dieser
Metalle (z. B. CsF, LiF); und eine Legierung aus einem oder mehreren
dieser Metalle zusammen mit einem oder mehreren Metallen wie zum
Beispiel Al, Zr, Si, Sb, Sn, Zn, Mn, Ti, Cu, Co, W, Pb, In oder
Ag (z. B. LiAl). Die Kathode könnte
transparent sein. Auf die Löchertransportschicht
könnte
verzichtet werden, oder es könnte
mehr als eine Löchertransportschicht
geben. Es könnte
eine oder mehrere Elektronentransportschichten zwischen der Kathode
und der emittierenden Schicht geben, die den Übergang von Elektronen von
der Kathode zu der emittierenden Schicht erleichtern und/oder das
Wandern von Löchern
zu der Kathode verhindern würden.
-
Anstelle von PEDOT : PSS könnte die
Löchertransportschicht
BFA oder Polyanilin umfassen. Die Löchertransportschicht könnte eine
Mischung von Materialien sein. Zum Beispiel könnte sie aus BFA bestehen, das
mit einem in geeigneter Weise löslich
gemachten PFM-artigen Polymer vermischt ist.
-
Es könnten noch weitere Reagenzien
verwendet werden, und Oxidationsmittel sind nur Beispiele hierfür. Optionen
umfassen die Behandlung mit Wasserstoffperoxid, Ozon (in Form eines
Gases oder in Lösung enthalten),
weiteren Bleichlösungen
und weiteren Gasen wie zum Beispiel H2,
HCF3 und weiteren chlor- und/oder fluorhaltigen
Gasen wie zum Beispiel CF4 oder CCl4. Behandlungen, die den Einfluß von PSS
auf PEDOT vermindern, wie zum Beispiel Ammoniak, könnten ebenfalls
in Betracht gezogen werden.
-
Es wird angenommen, daß eine weitere
Folge der Oberflächenbehandlung
einer Schicht bei Vorrichtungen festgestellt werden kann, bei denen
eine anschließende
Schicht aus einem Material, das eine Mischung von Bestandteilen
enthält,
auf der behandelten Oberfläche
abgeschieden wird. Die Behandlung der Oberfläche kann die Oberflächeneigenschaften
der behandelten Schicht ändern,
zum Beispiel ihre freie Oberflächenenergie
oder die Strukturmerkmale der Oberfläche. Diese Änderung kann die Affinität der Bestandteile der
anschließend
abgeschiedenen Mischung für
die Oberfläche
beeinflussen, was dazu führt,
daß während oder
nach dem Abscheiden dieser Bestandteile auf die Oberfläche einer
oder mehrere der Bestandteile, im Vergleich zu einem oder mehreren
anderen der Bestandteile, wahlweise von der Oberfläche angezogen
oder abgestoßen
werden können.
Die Oberflächenbehandlung
kann also dazu dienen, die Verteilung der Bestandteile in der anschließenden Schicht
zu beeinflussen. Es kann allgemein wünschenswert sein, diesen Effekt auszunutzen,
um zu bewirken, daß einer
oder mehrere Bestandteile der Mischung, die in der fertigen Vorrichtung
mit der Schicht, deren Oberfläche
behandelt wird, direkt in elektronische Wechselwirkung treten sollen, jeweils
von der behandelten Oberfläche
angezogen werden. Ein Beispiel für
diesen Effekt könnte
bei einer Vorrichtung verwendet werden, bei der eine lichtemittierende
Schicht aus einer Mischung von Bestandteilen auf einer Schicht aus
PEDOT abgeschieden wird. Wenn das PEDOT in der fertigen Vorrichtung
als Löchertransportschicht
wirken soll, dann kann es vorteilhaft sein, die Konzentration eines
Löcher
empfangenden Bestandteils der Mischung in dem Bereich der lichtemittierenden
Schicht in der Nähe
der PEDOT-Schicht zu erhöhen. Da
die Bestandteile der Mischung wahrscheinlich eine unterschiedliche Wechselwirkung
mit der Oberfläche zeigen,
wäre in
vielen Fällen
zu erwarten, daß eine
Modifikation der Oberfläche
der PEDOT-Schicht (z. B. durch Erhöhen oder Herabsetzen ihrer
freien Oberflächenenergie)
dazu beitragen wird, daß ein
gewünschter Bestandteil
bevorzugt von der PEDOT-Oberfläche
angezogen wird, wenn die emittierende Schicht auf der PEDOT-Schicht
abgeschieden wird. Analog dazu könnte
dieser Effekt dann, wenn die emittierende Schicht auf einer Schicht
aus einem anderen Material (das kein Löchertransportmaterial sein
muß und
zum Beispiel ein Elektronentransportmaterial sein könnte) abgeschieden
wird, dazu verwendet werden, einen gewünschten Bestandteil des emittierenden
Materials an diese Schicht anzuziehen. Der Effekt könnte auch
dazu verwendet werden, die Verteilung von Bestandteilen in nichtemittierenden
Schichten wie zum Beispiel Löcher
und/oder Elektronen transportierenden Verbundschichten zu beeinflussen.
Zur Verfügung
stehende Behandlungen zum Erzeugen dieses Effekts umfassen die Plasmabehandlung
und andere Oxidationsbehandlungen sowie die Lösemittelbehandlung.
-
Es wird nun ein weiteres Verfahren
zum Abstufen der Eigenschaften der PEDOT-Schicht durch ihre Dicke
hindurch beschrieben.
-
Dieses Beispiel beschreibt die Fertigung
einer organischen lichtemittierenden Vorrichtung (OLED) (in 12 im Querschnitt schematisch
dargestellt), die folgendes umfaßt: die 5BTF8-Mischung (siehe
auch 3) als emittierendes
Material 50; eine Calcium-Aluminium-Kathode 51;
und eine Zwischenschicht auf der Basis von PEDOT : PSS und PPV in
der Nähe
der ITO-Anode 53. Zwischen dem PEDOT : PSS/PPV 52 und dem
ITO 53 gibt es eine Kopplungsschicht 54 aus Silyl
(siehe auch 13). Die
Vorrichtung wird auf einem Glassubstrat 55 ausgebildet,
und im Betrieb wird Licht durch das Glas abgestrahlt, wie durch
den Pfeil 56 allgemein dargestellt, wenn eine Spannung
zwischen der Anode und der Kathode angelegt wird.
-
Ein Selbstaufbauverfahren mit einem
Polyelektrolyten wird verwendet, um die Zwischenschicht 52 aufzubauen.
Dieses Verfahren ist besonders attraktiv als allgemeines, vielseitiges
Verfahren zur Herstellung eines ultradünnen, durch gehenden und konformen
mehrlagigen Polymerfilms (vorzugsweise auf entsprechend behandelten
Substraten) durch die sequentielle Adsorption (Abscheidung) eines
Polyelektrolyten, der eine Nettoladung eines Vorzeichens trägt, und
dann eines anderen Polyelektrolyten, der eine Nettoladung des anderen Vorzeichens
trägt.
Ein mehrlagiger Film kann hergestellt werden durch Wiederholung
eines Zyklus von Schritten. Jeder Aubauzyklus besteht aus dem Eintauchen
des Substrats in jede der beiden Polyelektrolytlösungen, um wiederum zwei aufeinanderfolgende
Teilschichten aus den Lösungen
abzuscheiden, wobei dazwischen ausgedehnte Spülschritte stattfinden. In jedem
Aufbauzyklus wird somit eine Doppelschicht des mehrlagigen Films
aufgebaut.
-
Ein solches Selbstausbauverfahren
mit einem Polyelektrolyten wurde zuerst beschrieben von Decher und
Mitarbeitern. Siehe zum Beispiel: G. Decher, J. D. Hong und J. Schmitt, "Buildup of ultrathin
multilayer films by a self-assembly process. 3. Consecutively alternating
adsorption of anionic and cationic polyelectrolytes on charged surfaces," Thin Solid Films,
Bd. 210/211, S. 831–835,
1992. Von Rubner und Mitarbeitern wurde es anschließend verwendet,
um die gesamte emittierende Schicht in einer Polymer-LED herzustellen.
Siehe zum Beispiel: O. Onitsuka, A. C. Fou, M. Ferreira, B. R. Hsieh
und M. F. Rubner, "Enhancement
of light emitting diodes based on self-assembled heterostructures
of poly(p-phenylene vinylene)," Journal
of Applied Physics, Bd. 80, S. 4067– 4071, 1996; A. C. Fou, O.
Onitsuka, M. Ferreira und M. F. Rubner, "Interlayer interactions in self-assembled
poly(phenylene vinylene) multilayer heterostructures: implications
for light-emitting and photorectifying diodes," Materials Research Society Symposium
and Proceedings, Bd. 369, S. 575–580, 1995; und A. C. Fou,
O. Onitsuka, M. Ferreira, M. F. Rubner und B. R. Hsieh, "Fabrication and properties
of light-emitting diodes based on self-assembled multilayers of
poly(phenylene vinylene)," Journal
of Applied Physics, Bd. 79, S. 7501–7509, 1996. Im letzten dieser
Berichte fanden die Autoren eine schwache Verbesserung der LED-Leistung,
wenn sie den Film vor dem Abscheiden der Calcium-Kathode mit dem
isolierenden Paar Polymethacrylat/Polyallylammonium abschlossen.
Sie berichteten auch über
Verbesserungen bei einer emittierenden Zweiblock- Verbundschicht, die aus einem mit der
ITO-Anode in Kontakt stehenden Polystyrolsulfonat/PPV-Block und
einem mit der Calcium-Kathode in Kontakt stehenden Polymethacrylat/PPV-Block
bestand. Eine weitere in Frage kommende Veröffentlichung ist die von T.
Ostergard, J. Paloheimo, A. J. Pal und H. Stubb, "Langmuir-Blodgett
light-emitting diodes of poly(3-hexylthiophene): electrooptical
characteristics related to structure," Synthetic Metals, Bd. 88, S. 171–177, 1997,
in der die Fertigung einer bi-strukturierten emittierenden Polymerschicht
durch Langmuir-Blodgett-Abscheidung beschrieben wird.
-
Das im folgenden zu beschreibende
Verfahren bietet beachtliche Verbesserungen gegenüber den
in früheren
Dokumenten erwähnten
Verfahren. Erstens erlaubt das vorliegende Verfahren die Fertigung
einer Zwischenschicht anstelle der ganzen emittierenden Schicht;
dies erlaubt einen Grad der unabhängigen Steuerung, der bisher
nicht möglich
war. Zweitens zielt das vorliegende Verfahren auf eine Abstufung
in der Zusammensetzung/Eigenschaft(en) der Zwischenschicht in Wachstumsrichtung,
und diese Abstufung kann insbesondere so gestaltet werden, daß eine signifikante
Verbesserung in der LED-Leistung erzielt wird.
-
Eine entsprechend behandelte ITO-Oberfläche wurde
in diesem Beispiel hergestellt durch Oberflächensilylierung mit 3-Aminopropyltrimethoxysilan.
Der Selbstaufbau mit einem Polyelektrolyten wurde unter staubfreien
Bedingungen in einem Laminarströmungsschrank
durchgeführt.
Handelsübliches
p-dotiertes PEDOT : PSS (erhältlich
bei Bayer AG) dient als Polyanion. Dieses Material umfaßt engverbundene
PEDOT- und PSS-Polymerpaare, wobei das Verhältnis der negativ geladenen
Sulfonatgruppen (auf PSS) zu den positiv geladenen Thiophenringen
(auf PEDOT) ungefähr
3 beträgt,
so daß das
Polymerpaar insgesamt negativ geladen ist. Als Selbstaufbaupartner
wurde Poly(p-xylyloltetrahydrothiopheniumchlorid)
(PPV-THT) verwendet. Dieses Polymer eliminiert bei höheren Temperaturen
Tetrahydrothiophen und Salzsäure,
so daß man
konjugierte p-Phenylenvinylen(PPV)-Sequenzen erhält, die vorteilhafterweise
Ladungstransport (hier Löchertransport) und
-injektion in eine Richtung durch eine abgeschiedene Schicht unterstützen könnten, aber
das Entweichen von Elektronen in die entgegengesetzte Richtung durch
die Schicht und/oder eine oder beide Grenzflächen mit angrenzenden Schichten
verhindern könnten.
Die Vorrichtung wird dann fertiggestellt, indem man eine emittierende
5BTF8-Polyrnerschicht
einer Dicke von 860 Å durch
Schleuderbeschichten aufbringt und dann eine Calciumkathode einer
Dicke von 2000 Å und
eine Abdeckschicht aus Aluminium einer Dicke von 1000 Å thermisch
aufdampft.
-
Es wurden mehrere unterschiedliche
Arten von Vorrichtungen hergestellt, um die Erfindung zu veranschaulichen.
Vorrichtung I ist eine Kontrollvorrichtung mit einer 320 Å dicken
Löchertransportschicht
aus PEDOT : PSS, die durch Schleuderbeschichten direkt auf das ITO-Substrat
aufgebracht wurde, und mit einer durch Schleuderbeschichten auf
das PEDOT : PSS aufgebrachten Emitterschicht. Vorrichtung II umfaßt einen aus
sechs Doppelschichten bestehenden Film aus PEDOT : PSS/PPV, der
durch Selbstaufbau mit einem Polyelektrolyten auf dem silylierten
ITO-Substrat abgeschieden wurde. 5BTF8 wird dann durch Schleuderbeschichten
auf diesem Zwischenschichtfilm abgeschieden. Das PEDOT in der Zwischenschicht
ist im wesentlichen vollständig
dotiert (d. h. hochleitend). Vorrichtung III umfaßt einen
aus sechs Doppelschichten bestehenden Film aus PEDOT : PSS/PPV,
bei dem aber das Dotierungsniveau des PEDOT während des Aufbaus fortlaufend
herabgesetzt wird, so daß das
PEDOT in der letzten Doppelschicht im wesentlichen undotiert (d.
h. schlecht leitend) ist. Vorrichtung IV ist genauso aufgebaut wie
Vorrichtung III, nur daß eine
zusätzliche
Doppelschicht aus Polystyrolsulfonat/PPV als Abdeckschicht auf den
PEDOT : PSS/PPV-Film aufgebracht ist. Vorrichtung V ist ähnlich aufgebaut
wie Vorrichtung II, nur daß das
PEDOT im wesentlichen undotiert ist.
-
Das Dotierungsniveau des PEDOT in
der Aufbaulösung
läßt sich
leicht einstellen durch eine kontrollierte Reaktion mit Hydrazin,
das p-dotiertes PEDOT unter Bildung von harmlosem N2 als
Nebenprodukt reduziert. Auf diese Weise kann PEDOT mit abnehmendem
(oder im allgemeinen sich allmählich änderndem)
Dotierungsniveau zu dem Zwischenschichtfilm aufgebaut werden. Um
zu verhindern, daß das
Dotierungsniveau wegen des gleichzeitigen Ladungs- und Innentransports
durch die wachsende Zwischenschicht möglicherweise durcheinandergerät, wurde
durchwegs ein basisches Lösungsmedium
verwendet. In diesem Medium wird die Ladungsneutralität durch
NH4
+-Ionen anstelle
der beweglicheren H+-Ionen aufrechterhalten.
-
Es wird nun die Herstellung der fünf beispielhaften
Vorrichtungen (Vorrichtungen I bis IV) beschrieben.
-
Einzelheiten der Behandlung
für die
Vorrichtungen I bis V
-
(1) Derivatisierung der
ITO-Oberfläche
-
Mit Hilfe des nun folgenden Verfahrens
wurden ITO-Oberflächen
mit eindeutigen pH-unempfindlichen und redox-inaktiven quartären Ammoniumfunktionalitäten hergestellt:
-
Die mit ITO beschichteten Glassubstrate
(10 Ohm/Quadrat, Balzers) wurden zunächst bemustert, nach einem
RCA-Rezept (H2O : H2O2 : NH3, 10 : 2 :
0,6, 50–60°C, 30 Min)
gereinigt, dann im Vakuum getrocknet (165–70°C, 150 Min), um physikalisch
absorbiertes Wasser zu entfernen, und unter trockenem Stickstoff in
einem Handschuhkasten abgekühlt.
In dem Handschuhkasten wurden die Substrate in einem Silylierungsbad
(95°C, 2
h) behandelt, um -CH2CH2CH2NH2-Gruppen zu bilden,
die sich an die ITO-Oberfläche
binden. Das Silylierungsbad (20 ml) bestand aus 5 Vol-% 3-Aminopropyltrimethoxysilan
(Aldrich) in Toluol von HPLC-Qualität (Aldrich), das zuvor über Molekularsieben
von 4 Å getrocknet
wurde. Die Substrate wurden dann der Reihe nach in Toluol von HPLC-Qualität (1 × 50 ml),
Methanol von HPLC-Qualität
(2 × 50
ml) und Isopropanol von HPLC-Qualität (2 × 50 ml)
gewaschen. Die Sichtprüfung
unter schräg
einfallendem Licht ergab kein Anzeichen einer Bildung von Silicagel,
was bei mangelnder Sorgfalt der Fall wäre.
-
Die Substrate wurde anschließend in
einem Methylierungsbad im Dunkeln behandelt (25°C, 3 h), um -CH2CH2CH2NH2 zu
den pH-unempfindlichen und redox-inaktiven Propyltrimethylammoniumionen (-CH2CH2CH2NMe3
+) zu quaternisieren.
Das Methylierungsbad (20 ml) bestand aus 5 Vol-% CH3I
(Aldrich) und 0,5 Vol-% Triethylamin als Säuredesoxidationsmittel in N,N-Dimethylformamid
von HPLC-Qualität
(Aldrich). Die Substrate wurden dann in vollentsalztem Wasser (3 × 50 ml)
und Isopropanol von HPLC-Qualität
(1 × 50 ml)
gewaschen und in einem Trockenschrank bei 50°C getrocknet. Die Sichtprüfung in
diesem Stadium ergab, daß die
derivatisierte ITO-Oberfläche
im wesentlichen klar blieb.
-
(2) Herstellung der PEDOT
: PSS-Aufbaulösung
mit kontrollierten PEDOT-Dotierungsniveaus
-
Vier Lösungen von PEDOT : PSS mit
abnehmendem Dotierungsniveau (P1 bis P4) wurden aus handelsüblichem
Material (Versuchsprodukt A14071 von Bayer AG) hergestellt. 2,0
ml der dunkelblauen Lösung von
vollständig
dotiertem PEDOT : PSS (Gesamtfeststoffgehalt 1,6 W/V%) wurden mit
den folgenden Mengen von 55 W/V%igem Hydrazinhydrat (Aldrich) umgesetzt:
0,00
ml (nichts) zur Herstellung von Material P1,
0,20 ml zur Herstellung
von Material P2,
1,0 ml zur Herstellung von Material P3,
8,0
ml zur Herstellung von Material P4;
jeweils in einer verschlossenen
braunen Ampulle zusammen mit genügend
destilliertem Wasser, um das Reaktionsvolumen auf insgesamt 10,0
ml aufzufüllen.
Das Reaktionsgemisch wurde 3 Stunden auf 70°C erwärmt, wobei in dieser Zeit die
Dotierung des PEDOT aufgehoben wurde. Die Lösungen wurden dann über Nacht
stehengelassen. Es war kein Niederschlag festzustellen. Absorptionsspektroskopische
Messungen der resultierenden Lösungen
im UV-Bereich bzw.
im sichtbaren Bereich (in 14 dargestellt)
wiesen auf einen Erfolg der selektiven Aufhebung der Dotierung hin.
Das Spektrum der P1-Lösung
ist charakteristisch für
vollständig dotiertes
PEDOT (das ungefähr
zu 30% dotiert ist), während
das der P4-Lösung
charakteristisch ist für
undotiertes PEDOT (d. h.
-
ungefähr 0% dotiert). Die Spektren
von P2 und P3 liegen zwischen den beiden, was etwa 25% bzw. 20%
entspricht, wie es aus der korrigierten Intensität des π-π*-Übergangs
bei 620 nm geschätzt
wurde. Die Gleichstromleitfähigkeit,
die gemessen wurde durch vier hintereinandergeschaltete Sonden auf
mikrometerdicken, auf Glassubstrate gegossenen Filmen, entspricht
ebenfalls abnehmenden Dotierungsniveaus: 1,0 S/cm für P1, 0,01
S/cm für
P2, 0,008 S/cm für
P3 und 0,004 S/cm für
P4.
-
Zur Herstellung der PEDOT : PSS-Aufbaulösungen wurden
jeweils 9,5 ml der resultierenden P1- bis P4-Lösungen mit 10 ml von 50 mM
wäßrigem NaCl
gemischt, um die endgültige
Ionenstärke
bei 25 mM zu fixieren, und der pH-Wert wurde durch Zugabe von 50 μl von 35
W/V%igem wäßrigem NH3 auf 11 eingestellt. Dies ergab daher einen
Gesamtgehalt von ungefähr
0,15 W/V% polymeren Feststoffen in den Aufbaulösungen. Die NaCl-Lösung wurde
mit vollentsalztem Wasser hergestellt. Die Ionenstärke der
Lösungen
wurde auf 25 mM gehalten, um den Einfluß der ionischen Verunreinigungen
in handelsüblichen
Polyelektrolyten herauszuschwemmen und einen konstanten Ionenhintergrund
für den
Selbstaufbau bereitzustellen.
-
(3) Herstellung der PPV-THT-Aufbaulösung
-
Zur Herstellung der PPV-THT-Aufbaulösung wurden
2,05 g einer Poly(p-xylyloltetrahydrothiopheniumhydrochlorid)-Lösung in
Methanol (1,1 W/V% Gesamtfeststoffgehalt, hergestellt nach in der
Literatur genannten Standardverfahren, siehe zum Beispiel R. A.
Wessling, "The polymerisation
of xylylene bisdialkylsulfonium salts", Journal of Polymer Science, Polymer
Symposium 72, S. 55–66,
1985) mit 18 ml einer 25 mM NaCl-Lösung gemischt, und der pH-Wert
wurde durch Zugabe von 50 μl
von 35 W/V%igem wäßrigem NH3 auf 11 eingestellt. Der PPV-THT-Gehalt
in der Aufbaulösung
betrug daher ungefähr
0,1 W/V%.
-
(4) Selbstaufbau mit Polyelektrolyt
-
Zur Herstellung der Zwischenschicht
wurde der Selbstaufbau mit Polyelektrolyt bei Raumtemperatur (22°C) innerhalb
von zwei Stunden nach Herstellung jeder Polyelektrolytlösung in
einem Laminarströmungsschrank
durchgeführt.
- (a) Zum Ausbau der einen Doppelschicht der
Zwischenschicht für
die Vorrichtung II wurde das derivatisierte ITO-Substrat 10 Minuten
in die Pl-Lösung getaucht,
in 2 × 30
ml frischem vollentsalztem Wasser für insgesamt 1 Minute kräftig gespült, dann
10 Minuten in die PPV-THT-Lösung
getaucht und schließlich
1 Minute in 2 × 30
ml frischem vollentsalztem Wasser gespült. Dieser Zyklus wurde noch
fünfmal
wiederholt, um den aus sechs Doppelschichten bestehenden Film aus
vollständig
dotiertem PEDOT : PSS/PPV auf der ITO-Anode aufzubauen.
- (b) Die ersten drei Doppelschichten der Zwischenschicht in der
Vorrichtung III wurden nach dem oben für Vorrichtung II beschriebenen
Protokoll gefertigt. Dann wurde die PEDOT : PSS-Aufbaulösung für den nächsten Aufbauzyklus
in P2 geändert,
dann in P3 und schließlich
in P4. Die idealisierte Zusammensetzung des resultierenden mehrlagigen
Polymerfilms war also drei Doppelschichten aus 30% dotiertem (vollständig dotiertem)
PEDOT, anschließend
eine Doppelschicht aus 25% dotiertem PEDOT, dann eine Doppelschicht
aus 20% dotiertem PEDOT und schließlich eine Doppelschicht aus
undotiertem PEDOT.
- (c) Die ersten sechs Doppelschichten des Zwischenschichtfilms
in der Vorrichtung IV wurde wie oben für Vorrichtung III beschrieben
gefertigt. Danach wurde ein zusätzlicher
Aufbauzyklus in einer Polyanionenlösung von Poly(styrolsulfonat,
Natriumsalz) und anschließend
einer Polykationenlösung
von PPV-THT verwendet, um die Abdeckschicht aus PSS/PPV auf dem
PEDOT : PSS/PPV-Film aufzubauen. Die Poly(styrolsulfonat)-Lösung wurde
hergestellt durch Zugabe von 24 mg Poly(styrolsulfonat, Natriumsalz)
(Molekulargewicht = 70.000; von Aldrich) zu 20 ml 25 mM NaCl-Lösung, und der
pH-Wert wurde durch Zugabe von 50 μl von 35 W/V%igem wäßrigem NH3 auf 11 eingestellt.
-
Am Ende des Aufbauprozesses wurden
die Substrate in eine Vakuumheizvorrichtung in einem Handschuhkasten
gegeben und 2 Stunden bei 70°C
in einem dynamischen Vakuum (Druck kleiner als 10–6 mbar) getrocknet,
um lose gebundene Wassermoleküle
von den selbstaufgebauten Polyelektrolytfilmen zu vertreiben und
eine teilweise Umwandlung des PPV-THT zu kurzen konjugierten Segmenten
von Oligo-p-phenylenvinylen-Sequenzen zu bewirken. Es zeigte sich,
daß höhere Trocknungstemperaturen
während
des Betriebs der Vorrichtung bei niedrigen Spannungen zu beachtlichen
unproduktiven Leckströmen
führen.
Die anschließenden
Schritte wurden alle in dem Handschuhkasten durchgeführt.
-
5) Abscheidung von emittierenden
Polymer- und Metallkathoden
-
Ein 5BTF8-Film von 860 Å wurde
durch Schleuderbeschichten mit 1400 UpM aus einer 1,5 W/V%igen p-Xylol-Lösung auf
den selbstaufgebauten Polymerfilmen abgeschieden. Eine Calciumschicht
von 2000 Å wurde
mit 20 Å/s
unter einem Basisdruck von 10–6 mbar durch eine Schattenmaske
thermisch aufgedampft, um auf jedem Substrat der Vorrrichtung acht
lichtemittierende Dioden von 1,5 mm2 (nominal)
zu bilden. Eine dünne Schutzschicht
aus Aluminium mit einer Dicke von 1000 Å wurde dann auf das Calcium
aufgedampft.
-
(6) Kontrollvorrichtung
-
Die zweilagige Kontrollvorrichtung
I wurde hergestellt durch Bereitstellen eines RCA-gereinigten ITO-Substrats,
auf das ein PEDOT : PSS-Film von 320 Å durch Schleuderbeschichten
mit einer Geschwindigkeit von 1850 UpM aus einer 0,8 W/V%igen wäßrigen Lösung aufgebracht
wurde. Der Film wurde dann bei 70°C
getrocknet, wie in Abschnitt (4) beschrieben, woraufhin
ein 5BTF8-Film von 860 Å und
anschließend
eine Calciumschicht von 2000 Å und
eine Aluminiumschutzschicht von 1000 gemäß der Beschreibung in Abschnitt (5)
abgeschieden wurden.
-
Um die Streuung infolge von Schwankungen
bei dem Fertigungsverfahren zu reduzieren, wurden alle fünf Vorrichtungen
in einer Charge hergestellt.
-
In 15 bis 19 ist jeweils die repräsentative
Leistung der Vorrichtungen I bis V dargestellt. Im oberen Feld jeder
Figur ist die Helligkeit der Vorrichtung und außerdem die Stromdichte durch
die Vorrichtung im Vergleich zur angelegten Spannung angegeben.
Im unteren Feld jeder Figur ist der Energiewirkungsgrad und außerdem der
Quantenwirkungsgrad der Vorrichtung im Vergleich zur angelegten
Spannung angegeben.
-
In der folgenden Tabelle sind die
Ansteuerspannung und der Energiewirkungsgrad der Vorrichtungen bei
ausgewählten
Helligkeiten zusammengefaßt.
Die Daten erhielt man durch Mitteln über jeweils 3–4 Vorrichtungen
jeder Art.
-
-
Die Ergebnisse zeigen, daß die Zwischenschicht
aus geschichtetem PEDOT : PSS/PPV den Energiewirkungsgrad der Vorrichtung
gegenüber
dem der mit PEDOT : PSS allein aufgebauten Kontrollvorrichtung signifikant
verbessert. Gemäß der obigen
Tabelle wird eine dreißig-
bis vierzigfache Verbesserung im Energiewirkungsgrad bei einer mittelhohen
Ansteuerspannung von 3–4
V und einer Helligkeit von etwa 10 cd/m2 für die Zwischenschichtvorrichtungen
II bis V erzielt wird. Bei noch niedrigeren Spannungen sind diese
Vorrichtungen sogar noch effizienter. Energiewirkungsgrade bis zu
20–30
Im/W werden gleich nach dem Einschalten des Geräts ohne weiteres erreicht.
(Siehe 20, in der der
Energiewirkungsgrad der Vorrichtungen im Vergleich zur Helligkeit
graphisch dargestellt ist). Der Energiewirkungsgrad nimmt mit zunehmender
Ansteuerspannung und Helligkeit ab. Selbst bei einer mittelhohen
Helligkeit von 1000 cd/m2 wird jedoch immer
noch eine zwei- bis dreifache Verbesserung gegenüber der Kontrollvorrichtung
erzielt. Eine Möglichkeit
zum Verschieben der hohen 1m/W-Werte in Richtung einer höheren Helligkeit
ist die Vergrößerung der
Dicke der 5BTF8-Schicht. Insbesondere könnte die Dicke auf Werte um
die 1000, 1200, 1500 oder sogar bis um die 2000 Å vergrößert werden.
-
Es wird angenommen, daß die Konfiguration
der PEDOT : PSS/PPV-Zwischenschicht
eine Löcher transportierende,
aber Elektronen blockierende Funktion bereitstellt, die Rekombination
von Ladung erleichtert und hilft, die Anregungszustände auf
die Emitterschicht zu begrenzen. Das Vorhandensein halbleitender PPV-Schichten
in der geschichteten PEDOT : PSS/PW-Anordnung, insbesondere als
Abschlußschicht,
spielt dabei vermutlich eine wichtige Rolle. Es wird erwartet, daß das LUMO-Niveau
des halbumgewandelten PPV für
den Elektronentransport mehrere Zehntel eines Elektronenvolt höher ist
als das von PEDOT, F8BT und F8 (siehe 21a),
was eine blockierende Wirkung auf die die Grenzfläche von
der entgegengesetzten Richtung überquerenden
Elektronen ausüben
könnte.
Die eingeschlossenen Elektronen würden vorteilhafterweise das elektrische
Feld in der Vorrichtung neu verteilen, um das Gleichgewicht der
in die Vorrichtung injizierten Elektronen und Löcher zu verbessern. Die PPV-Schicht
würde außerdem dazu
beitragen, die anschließend
gebildeten Anregungszustände
gegen einen direkten Kontakt mit der ITO-Anode zu isolieren, was
zu einem gewissen nicht strahlungsbedingten Verlust führt. Das
PEDOT verleiht der Zwischenschicht dagegen eine Löchertransportfunktion
und unterstützt
die Injektion von Löchern über die
Grenzfläche
mit der Emitterschicht. Der Nettoeffekt wäre dann ein verbessertes Gleichgewicht
zwischen Elektronen und Löchern
in Verbindung mit einem verbesserten Einfangen von Elektronen und
Löchern
und einem höheren
Anteil an Strahlungsrekombination. Man nimmt an, daß dies zu
dem stark verbesserten Energiewirkungsgrad führt, der bei den Vorrichtungen mit
Zwischenschicht festzustellen ist.
-
Infolge der Transportschicht ist
die zum Erzeugen einer ausgewählten
Lichtleistung benötigte
Ansteuerspannung bei diesen Vorrichtungen mit Zwischenschicht beträchtlich
reduziert. Dies ist höchst
wünschenswert,
weil sie die elektrische Spannung in der Vorrichtung während des
Betriebs herabsetzt, was dann normalerweise zu längeren Betriebslebensdauern
führt.
Die Verminderung in der Ansteuerspannung ist bei den Vorrichtungen
III und VI mit abgestufter Zwischenschicht besonders ausgeprägt. Zum
Beispiel fällt
die zum Erzeugen von 1000 cd/m2 benötigte Spannung
von 7,1 V für
die Kontrollvorrichtung I auf 6,3 V ab bei der Vorrichtung II mit
Zwischenschicht und weiter auf 5,5 V bei den Vorrichtungen III und
IV mit abgestufter Zwischenschicht. Die Verbesserung bei Vorrichtungen
mit elektronisch abgestufter Zwischenschicht ist weitgehend auf
eine zunehmende Erleichterung bei der Strominjektion in Verbindung
mit einem geringeren Einfluß einer
schwachen Verbesserung ihres Energiewirkungsgrades zuzuschreiben.
Dies ist in 22 deutlicher
zu sehen, in der die Stromdichte durch die verschiedenen Vorrichtungen
im Vergleich zur angelegten Spannung graphisch dargestellt ist,
und in 23, in der die
Ansteuerspannung für
die verschiedenen Vorrichtungen im Vergleich zur Helligkeit graphisch
dargestellt ist. Es ist daher deutlich zu sehen, daß eine Abstufung
der elektronischen Eigenschaften in eine Zwischenschicht eingebaut
werden könnte,
und daß eine
solche Abstufung im Sinne einer Verbesserung der Leistung der OLEDs
ausgenutzt werden könnte.
-
Es wird angenommen, daß die Abstufung
in der Leitfähigkeit
oder im HOMO-Niveau
für den
Löchertransport
zu einem Bild führt,
das in 21b schematisch
dargestellt ist. Die Herstellung einer Zwischenschicht, bei der
Löcher-
oder Elektronentransportzustände
hinsichtlich der Energie (und/oder der molekularen Eigenschaften)
genauer mit jenen in den angrenzenden Schichten übereinstimmen, wobei dazwischen
eine Abstufung besteht, vermindert die fehlende Übereinstimmung hinsichtlich
der thermodynamischen Energie für den
Ladungstransport zwischen angrenzenden Schichten. Die thermodynamische
Sperre an der Injektionsgrenzfläche
wird bei den Vorrichtungen mit abgestufter Zwischenschicht kleiner
und weniger abrupt als bei herkömmlichen
Vorrichtungen mit Doppelschicht, bei denen zum Beispiel eine vollständig dotierte
PEDOT-Schicht verwendet wird, die eine elektronisch abrupte Grenzfläche zwischen
sich und dem emittierenden Polymer ergibt. Eine solche Abstufung
kann ferner auch verhindern, daß sich
das elektrische Feld an der Grenzfläche abrupt entwickelt, indem
sie eine allmähliche Änderung
durch die Zwischenschicht selbst hindurch zuläßt. Dies könnte die Ansammlung von Ladung
an den Grenzflächen
reduzieren, was normalerweise zu einer zunehmenden Verschlechterung
der Vorrichtung führt.
Zusammenfassend läßt sich
daher sagen, daß mit
einer solchen räumlichen
Abstufung in den elektronischen Eigenschaften der Zwischenschicht
eine ausgewogenere Elektronen- bzw. Löcherinjektion bei niedrigeren
Ansteuerspannungen in OLEDs erreicht werden kann.
-
Es werden nun einige bevorzugte (aber
nicht wesentliche) allgemeine Merkmale des Verfahrens und der Vorrichtungen
beschrieben. Vorzugsweise besteht jede Doppelschicht aus zwei Komponenten,
wovon eine vorzugsweise ein Halbleiter (z. B. PPV) ist und die andere
vorzugsweise leitend ist (z. B. PEDOT : PSS). Der Halbleiter (falls
vorhanden) stellt vorzugsweise ein mittleres Energieniveau zwischen
dem leitenden Material (falls vorhanden) und dem emittierenden Material
der Vorrichtung bereit. Vorzugsweise ist die Teilschicht, die an
das emittierende Material angrenzt (oder diesem am nächsten liegt),
eine Teilschicht des Halbleiters. Zwischen der letzten Teilschicht
und dem emittierenden Material könnte
es noch eine weitere Schicht (z. B. eine leitende Schicht) geben.
Die Bestandteile aufeinanderfolgender Doppelschichten müssen nicht
dieselben sein – zum
Beispiel könnten
in jeder Schicht unterschiedliche leitende Materialien verwendet
werden. Eine oder mehrere der Doppelschichten können durch Schichten ersetzt
werden, die mehr als zwei Teilschichten haben. Jede Teilschicht
besteht geeigneterweise aus einem polymeren Material und ist vorzugsweise
eine Polymerkette tief (wobei die genaue Dicke durch die Struktur
der Kette bestimmt wird). Bei einigen bevorzugten Ausführungsformen ändert sich
ein Leitungsenergieniveau des leitfähigen Materials zwischen aufeinanderfolgenden
Doppelschichten, und vorzugsweise nimmt es in Richtung zu dem emittierenden
Material hin zwischen aufeinanderfolgenden Doppelschichten in Richtung
eines HOMO- oder LUMO-Niveaus des emittierenden Materials zu oder
ab. Vor allem dann, wenn sich die Eigenschaften des leitfähigen Materials
auf diese Weise ändern,
könnte
auf eine weitere Schicht verzichtet werden und die Doppelschichten
könnten
in der Tat durch Monoschichten ersetzt werden. Das Verfahren könnte auf
andere als lichtemittierende Vorrichtungen angewandt werden, vor
allem in Fällen,
wo die Ladungsinjektion verbessert werden muß.
-
Man nimmt an, daß das PSS das PPV bis zu einem
gewissen Grad dotieren kann, wobei der Grad der Dotierung zunimmt,
wenn das PPV durch Wärmebehandlung
bei höheren
Temperaturen, zum Beispiel höher als
100°C, umgewandelt
wird.
-
Es sei angemerkt, daß die Vorrichtungen
mit Zwischenschicht steile (diodenartige) Einschaltcharakteristiken
zeigen wie bei herkömmlichen
Vorrichtungen mit Doppelschicht, im Gegensatz zu den 5BTF8-Vorrichtungen
mit Einfachschicht.
-
Es sei unbedingt erwähnt, daß die Ergebnisse
zeigen, daß das
vorliegende Verfahren eine besonders feine Kontrolle über die
Abstufung elektronischer Eigenschaften (z. B. Dotierung) erlaubt
und die Vorteile einer solchen Abstufung zum Tragen bringt.
-
Das Herstellungsverfahren stellt
ein Mittel bereit, um die Verfahren der schichtweisen Herstellung
zum Aufbau einer Zwischenschicht mit kontrollierter Veränderung
eines oder mehrerer elektronischer Parameter und/oder optischer
Parameter bereitzustellen, wie zum Beispiel Energieniveaus oder
Energieniveauverteilungen (vor allem jene, die für den Ladungsträgertransport
verantwortlich sind), die effektive Energiefunktion, Elektronenaffinität, Ionisationsenergie
und/oder Bandabstand über
die Dicke der Zwischenschicht. Durch Anpassung eines oder mehrerer
dieser Parameter an die Eigenschaften eines oder mehrerer der bei
einer fertigen Vorrichtung an die Zwischenschicht angrenzenden Materialien
kann eine vorteilhafte Handhabung der Höhen und Breiten der Sperrschicht
(z. B. Energiesperrschicht) erreicht werden. Daraus können sich
dann zusätzliche
Steuerparameter ergeben, die ausgenutzt werden könnten, um die Leistung einer
lichtemittierenden Vorrichtung (vor allem einer organischen lichtemittierenden
Vorrichtung) hinsichtlich Helligkeit, Wirkungsgrad, Lebensdauer,
Ansteuerspannung und/oder Farbe zu optimieren.
-
Das Verfahren nutzt auch die Abstufung
der Zusammensetzung als ein Mittel aus, das eine Anpassung der Parameter
der molekularen Wechselwirkung mit dem Material auf beiden Seiten
der Zwischenschicht erlaubt, so daß der gewünschte Grad der Haftung zwischen
den beiden mit der Zwischenschicht in Kontakt stehenden Materialien
aufrechterhalten werden könnte.
Dies kann auch eine weitere Optimierung der Leistung der Vorrichtung
erlauben.
-
Diese Methode der Abstufung durch
die Dicke der PEDOT : PSS-Schicht kann auch auf andere Materialien
angewandt werden, insbesondere auf Polymere (einschließlich Oligomere).
Die Methode kann verwendet werden, um eine Änderung in einer oder mehreren
der folgenden Eigenschaften durch die Dicke der Schicht bereitzustellen:
Zusammensetzung, Dotierungsniveau, Elektronenaffinität, Ionisationspotential,
Energiefunktion, Bandabstand und Molekülwechselwirkung zum Steuern
der Ladungsinjektion und/oder -adhäsion. Vorzugsweise wird diese Änderung
durch die aus einer Vielzahl von Teilschichten unterschiedlicher
Zusammensetzung bestehende PEDOT : PSS-Schicht bereitgestellt. Alternative
Materialien könnten
in Vorrichtungen verwendet werden, die die oben beschriebenen Prinzipien
verkörpern.
Zum Beispiel sulfonierte oder andere entsprechend derivatisierte
Polyaniline, Polythiophene, Poly(vinylcarbazole), Poly(vinylnaphthaline)
oder auf diesen basierende Materialien oder auch noch andere Materialien.
-
In einer lichtemittierenden Vorrichtung
kann die abgestufte Schicht geeigneterweise neben dem lichtemittierenden
Material liegen, entweder an der Grenzfläche zwischen der Anode oder
mit der Anode in Kontakt stehenden Schichten (z. B. PEDOT) und dem
emittierenden Material; und/oder an der Grenzfläche zwischen der Kathode oder
mit der Kathode in Kontakt stehenden Schichten und dem emittierenden
Polymer; und/oder an der Grenzfläche
zwischen zwei lichtemittierenden Materialien. Die Dicke der abgestuften
Schicht liegt geeigneterweise im Bereich von 5 bis 1000 Å oder mehr,
vorzugsweise im Bereich von 5 bis 200 Å oder mehr.
-
Die abgestufte Schicht ist geeigneterweise
eine Polymerschicht, vorzugsweise eine polymere Zwischenschicht.
Die abgestufte Schicht wird geeigneterweise hergestellt durch Abscheiden
einer Reihe von Teilschichten unterschiedlicher Eigenschaften (z.
B. Zusammensetzung) oder durch Abscheiden einer Schicht (oder einer
Reihe von Teilschichten), wobei im Anschluß an einige oder alle Abscheidungsschritte
oder nur den letzten Abscheidungsschritt ein Schritt durchgeführt wird,
bei dem die Eigenschaften zumindest der zuletzt abgeschiedenen Schicht/Teilschicht
modifiziert werden. Die Schichten oder Teilschichten können in
Form von Filmen vorliegen.
-
Bei der fertigen abgestuften Schicht ändert sich
geeigneterweise die Zusammensetzung in Richtung ihrer Dicke. Dies
führt geeigneterweise
zu einer Änderung
in den elektronischen oder molekularen Eigenschaften über ihre
Dicke. Diese räumliche Änderung
in der Zusammensetzung könnte
diffus oder abrupt sein und könnte
sich durch die gesamte Dicke oder einen Teil der Dicke der Schicht
erstrecken. Die Änderung
könnte zum
Beispiel von zwei oder mehr völlig
verschiedenen aneinandergehängten
chemischen Gruppen (wie zum Beispiel PEDOT und PPV in der Vorrichtung
I) oder von einer kontinuierlichen Änderung im Grad der Dotierung oder
Aufhebung der Dotierung (wie zum Beispiel PEDOT mit einem unterschiedlichen
Grad der Ladung der Hauptkette wie bei den Vorrichtungen II bis
IV) des Materials der Zwischenschicht herrühren. Die Änderung in der Zusammensetzung
könnte
dann vorhanden sein, wenn die Schicht zuerst hergestellt wird, oder
könnte durch
physikalische und/oder chemische Behandlungen im Anschluß an ihre
Herstellung hervorgerufen werden, zum Beispiel durch Bestrahlung
mit elektromagnetischer Strahlung (wie zum Beispiel UV-Strahlung)
oder durch Kontakt mit energiereichen Teilchen wie sie in Plasma
enthalten sind oder durch chemische Reaktionen, die durch einen
oder mehrere der folgenden Faktoren begrenzt sind: Diffusion, Stöchiometrie,
Zeit, Reaktionsfähigkeit
und Konzentration.
-
Die vorliegende Erfindung kann jedes
hierin implizit oder explizit offenbarte Merkmal oder jede solche Merkmalskombination
oder jede Verallgemeinerung davon enthalten, unabhängig davon,
ob es bzw. sie die hier beanspruchte Erfindung betrifft. Angesichts
der obigen Beschreibung wird es für einen Fachmann offensichtlich
sein, daß im
Rahmen der Erfindung verschiedene Modifikationen vorgenommen werden
können.