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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG 1. Gebiet der Erfindung
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Diese Erfindung betrifft martensitische
rostfreie Stahlteile, die an ihrer Kontaktoberfläche einer Induktionshärtung unterzogen
werden, und die beispielsweise als Zylinder, Kolben und dergleichen
von Treibstoffpumpsystemen für
Automobile bei hohem Kontakt-Druck verwendet werden und betrifft
ein Verfahren zur Herstellung der rostfreien Stahlteile dieser Art.
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2. Beschreibung des Stands
der Technik
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Zylinder und Kolben in Präzisionsmaschinen
erfordern ein bestimmtes Ausmaß an
Korrosions- und Abriebbeständigkeit
und deswegen wird üblicherweise
martensitischer rostfreier Stahl SUS440C (C: 0,95 bis 1,20%, Si:
nicht mehr als 1,00%, Mn: nicht mehr als 1,00%, P: nicht mehr als
0,040%, S: nicht mehr als 0,030%, Cr: 16,00 bis 18,00%, wobei der
Rest im Wesentlichen Fe ist) verwendet. Jedoch wird der martensitische
rostfreie Stahl SUS440C durch Schneidarbeiten geformt, weil er keine
ausgezeichnete Kalt- und Warm-Verarbeitbarkeit
aufweist. Zusätzlich
weist das Stahlmaterial dieser Art eine hervorragende Härtbarkeit auf
und die Teile, die aus diesem Stahlmaterial hergestellt sind, werden
vollständig
durch Vergütungsbehandlung
gehärtet
und deswegen ist die Maschinenbearbeitung der vergüteten Teile
schwierig. Darüber
hinaus wird durch die Vergütungs-Behandlung
eine große
Belastung verursacht und es ist schwierig, die Belastung bzw. Spannung
in den Teilen umzuformen.
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Der oben erwähnte martensitische rostfreie
Stahl weist ebenfalls eine sehr schlechte Bearbeitbarkeit auf und
es ist sehr schwierig, zum Zeitpunkt der Herstellung von Präzisionsteilen,
die aus dem martensitischen rostfreien Stahl hergestellt sind, kleine
Löcher
bzw.
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Bohrungen oder Ähnliches zu bohren. Demgemäss wird
manchmal lediglich ein Teil, der für die Korrosionsbeständigkeit
und die Abschreckhärte
in den Präzisionsteilen
erforderlich ist, durch Verwendung des martensitischen rostfreien
Stahls gebildet, wobei der andere strukturelle Anteil der Präzisionsteile
durch Verwendung üblicher
Formstähle
gebildet wird, wie beispielsweise S45C (0,42 bis 0,48% C, 0,15 bis
0,35% Si, 0,60 bis 0,90% Mn) und diese wurden dann verwendet, nachdem
sie miteinander verbunden wurden. Jedoch wird so ein zusätzlicher
Prozess wie beispielsweise Schweißen, Wärmeeinsatz oder dergleichen
nach der Maschinenarbeit notwendig, um die jeweiligen Teile zu verbinden.
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Andererseits weist der martensitische
rostfreie Stahl SUS420J2 (C: 0,26 bis 0,40%, Si: nicht mehr als 1,00%,
Mn: nicht mehr als 1,00%, P: nicht mehr als 0,040%, S: nicht mehr
als 0,030%, Cr: 12,00 bis 14,00%, wobei der Rest im Wesentlichen
Fe ist) eine ausgezeichnete Kalt-Verarbeitbarkeit auf und es ist
möglich
unter Verwendung dieses rostfreien Stahls Kaltbzw. und Warmschmieden
durchzuführen,
dieser Stahl weist jedoch einen Schwachpunkt auf, der darin besteht,
dass es nicht möglich
ist, die Abschreckhärte
bis auf HV 630 (HRC 57) zu verbessern, selbst wenn der Stahl einem
Induktionshärten
unterzogen wird.
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Die JP-A-81 76 752 offenbart einen
martensitischen, hitzebeständigen
Stahl, der N als Verunreinigung in einer Menge von nicht mehr als
0,015% enthält,
um eine Verschlechterung der Kalt-Schmiedbarkeit im martensitischen
Stahl zu vermeiden.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Es ist deswegen eine Aufgabe der
Erfindung, die oben erwähnten
Probleme der herkömmlichen
Material-Stähle
zu lösen
und martensitische rostfreie Stahlteile und ein Verfahren zur Herstellung
der Teile bereitzustellen, die durch Kalt-Verarbeitung und Schneid-Verarbeitung geformt
werden können
und die eine in gewissem Ausmaß bis
auf HV 630 (HRC 57) oder darüber
verbessern Korrosionsbeständigkeit
und Oberflächenhärte aufweisen.
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Als Folge der Erforschung und Überprüfung bezüglich hochharter
Stähle,
die eine Kalt-Verarbeitbarkeit
aufweisen, die derjenigen üblicher
Formstähle
beinahe gleich ist, bei denen es möglich ist, dass sie bis auf HV
630 (HRC 57) oder darüber
in der erwünschten
Tiefe durch Induktionshärtung
einsatzgehärtet
werden, und die für
Kolben oder Zylinder verwendet werden sollen, um die vorher erwähnten Probleme
zu lösen,
haben die Erfinder herausgefunden, dass es möglich ist, die Kalt-Verarbeitbarkeit
und die Korrosionsbeständigkeit
abzugleichen, indem der Cr-Gehalt unter dem Gesichtspunkt in einem
Bereich von 4,0 bis 11,0% definiert wird, dass hochharte Stähle, die
für die
Teile wie beispielsweise Kolben oder Zylinder verwendet werden,
für die
Korrosionsbeständigkeit,
die genauso hoch ist, wie diejenige von SUS440-Stahl oder SUS420J2-Stahl,
nicht erforderlich sind. Es hat sich darüber hinaus herausgestellt,
dass es effektiv ist, dass der Stahl 0,3 bis 0,6 % C enthält, um das
Wachstum von Grobcarbiden zu hemmen, die für die Kalt-Verarbeitbarkeit gefährlich sind und um eine Abschreckhärte zu gewinnen,
und dass der Zusatz von N und Mo in einer geeigneten Menge zur Verbesserung der
Korrosionsbeständigkeit
beiträgt.
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Bei der Induktionshärtung der
Stähle,
die Legierungselemente, wie beispielsweise SUS440C-Stahl aufweisen,
der insbesondere Cr in einer großen Menge enthält, ist
viel Zeit für
das Lösen
von Carbiden im Stahl erforderlich, und es ist deswegen notwendig,
den Stahl für
eine lange Zeitspanne oder auf eine hohe Temperatur zu erhitzen.
Jedoch wird zurückgehaltenes
Austenit durch eine derart lange Zeitspanne oder Hochtemperatur-Behandlung
in großer
Menge erzeugt und es wird schwierig, eine objektive Abschreckhärte von
HV 630 (HRC 57) oder darüber
zu erzielen. Es hat sich herausgestellt, dass es notwendig ist,
den C-Gehalt bis zu einer minimalen Menge zu reduzieren, die für das Härten erforderlich
ist und weiterhin die Legierungselemente zu reduzieren, insbesondere
den Cr-Gehalt so gering wie möglich
zu halten, um ein solches Problem zu vermeiden.
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Die vorliegende Erfindung wird durch
Erzielung dieser Erkenntnisse wie oben erwähnt erreicht.
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Das heißt, martensitische rostfreie
Stahlteile gemäß dieser
Erfindung weisen beispielsweise eine Hohlzylinderform oder eine
schaft- bzw. stangenartige Form, und chemische Zusammensetzungen
auf, die in Gewichtsprozent aus 0,3 bis 0,6% C, nicht mehr als 1,0%
Si, nicht mehr als 1,0% Mn, nicht mehr als 0,04% P, nicht mehr als
0,03% S, 4,0 bis 11,0% Cr, 0,02 bis 0,2% N, wahlweise nicht mehr
als 1,0% Mo gemäß Bedarf, bestehen,
wobei der Rest Fe und nicht vermeidbare Verunreinigungen ist, und
die Teile überdies
einer Induktionshärtung
unterworfen werden.
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Die martensitischen rostfreien Stahlteile
gemäß einer
weiteren Ausführungsform
dieser Erfindung weisen eine chemische Zusammensetzung auf, die
in Gewichtsprozent aus 0,3 bis 0,6% C, nicht mehr als 0,25% Si,
nicht mehr als 0,4% Mn, nicht mehr als 0,015% P, nicht mehr als
0,01% S, nicht mehr als 0,003% O, 4,0 bis 11,0% Cr, 0,02 bis 0,2%
N, wahlweise nicht mehr als 1,0% Mo nach Bedarf, besteht, wobei
der Rest Fe und nicht vermeidbare Verunreinigungen ist und die Teile
einem Induktionshärten
unterworfen werden.
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Bei den martensitischen rostfreien
Stahlteilen gemäß einer
weiteren Ausführungsform
dieser Erfindung können
die Teile einer oder zwei Oberflächenbehandlungen
einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung mit feinen Teilchen
und einem Nitridieren auf ihrer induktionsgehärteten Seite unterzogen werden.
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Die martensitischen rostfreien Stahlteile
gemäß dieser
Erfindung können
beispielsweise als Zylinder oder Kolben verwendet werden.
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Beim Verfahren zur Herstellung der
martensitischen rostfreien Stahlteile gemäß eines weiteren Aspektes dieser
Erfindung wird ein Kalt- oder Warmschmieden des Materialstahles
durchgeführt,
der chemische Zusammensetzungen aufweist, die in Gewichtsprozent
von 0,3 bis 0,6% C, nicht mehr als 0,25% Si, nicht mehr als 0,4%
Mn, nicht mehr als 0,015% P, nicht mehr als 0,01% S, nicht mehr
als 0,003% O, 4,0 bis 11,0% Cr, 0,02 bis 0,2% N, wahlweise nicht
mehr als 1,0% Mo nach Bedarf besteht, wobei der Rest Fe und nicht
vermeidbare Verunreinigungen ist, wobei das erzielte Schmiedestück einer
Induktionshärtung
unterzogen wird, nachdem es zur erwünschten Form durch die anderen
Bearbeitungsverfahren wie beispielsweise Maschinenschneiden oder Ähnliches
nach Bedarf geformt wird, und dass weiterhin wahlweise einer oder
zwei Oberflächenbehandlungen
einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung
mit feinen Teilchen und einem Nitridieren auf der induktionsgehärteten Seite
hiervon, unterworfen wird.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 ist
eine illustrative Querschnittansicht, die ein Beispiel für die Vorrichtung
zum Unterziehen martensitischer rostfreier Stahlteile einer Induktionshärtung auf
der Innenoberfläche
der Teile darstellt; und
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2A bis 2D sind Querschnittansichten
der martensitischen rostfreien Stahlteile, die die Schritte des Warm-Schmiedeverfahrens
darstellen, zur Evaluierung der Warm-Verarbeitbarkeit der Stähle in den
Beispielen dieser Erfindung.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Als nächstes wird eine kurze Erklärung über die
chemische Zusammensetzung der martensitischen rostfreien Stähle gegeben,
die für
diese Erfindung verwendet werden sollen und der Grund, warum diese
auf die oben erwähnten
Bereiche beschränkt
sind.
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C: 0,3 bis 0,6%
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C ist ein Element, das enthalten
sein soll, um die Abrasionsbeständigkeit
bzw. Abriebbeständigkeit durch
Erhöhen
der Härte
zu verbessern, wobei die Wirkung von C nicht ausreichend ist, wenn
es weniger als 0,3% beträgt
und die Kaltverarbeitbarkeit wird aufgrund der Erzeugung von grobkörnigen Carbiden
gesenkt und Abschreck-Risse können
leicht beim Induktionshärten
verursacht werden, wenn C 0,6% überschreitet. Demgemäss ist C
in einem Bereich von 0,3 bis 0,6% definiert.
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Si: nicht mehr als 1,0%
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Si soll als ein Desoxidationsmittel
zum Zeitpunkt der Stahlherstellung zugesetzt werden und Si ist im Stahl
ein Element, das eine Neigung dazu aufweist, die Kaltverarbeitbarkeit
durch Lösungs-Festigen
einer Ferrit-Phase in der Matrix mit einer kugelförmigen Struktur
zu verschlechtern. Deswegen ist Si als nicht mehr als 1,0% definiert,
weil sich Mikrorisse zum Zeitpunkt der Verarbeitung leicht entwickeln,
wenn Si 1,0% überschreitet.
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Es ist notwendig, Si auf nicht mehr
als 0,25% in dem Fall zu beschränken,
in dem der Stahl im Verarbeitungsprozess einem Kalt- oder Warmschmieden
unterworfen wird.
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Mn: 1,0%
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Mn wird als Desoxidationsmittel zum
Zeitpunkt der Stahlherstellung ähnlich
wie Si zugesetzt und ist ebenfalls ein Element, das dazu wirksam
ist, die Härtbarkeit
zu verbessern, so dass es erwünscht
ist, es in einer geeigneten Menge zuzusetzen. Jedoch schadet Mn
von mehr als 1,0 % der Kalt-Verarbeitbarkeit des Stahles durch Förderung
der Arbeitshärtung,
und deswegen ist der Mn-Gehalt auf nicht mehr als 1,0% beschränkt.
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Es wird bevorzugt, Mn auf nicht mehr
als 0,4% in dem Fall zu beschränken,
in dem der Stahl einem Kalt- oder Warmschmieden im Verarbeitungsprozess
unterworfen wird.
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P: nicht mehr als 0,04%
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P ist ein Element, dass der Korrosionsbeständigkeit,
Belastbarkeit und Duktilität
des Stahles schadet und es ist erwünscht, dieses so weit wie möglich zu
reduzieren, jedoch ist P von nicht mehr als 0,04% indiskutabel,
so dass die Obergrenze von P als 0,04% definiert ist. Es ist jedoch
wünschenswert
P in dem Fall auf eine Menge von nicht mehr als 0,015% zu beschränken, in
dem der Stahl einem Kalt- oder Warmschmieden im Verarbeitungsprozess
unterworfen wird.
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S: nicht mehr als 0,03%
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S ist ein Element, das der Heiß- und Kaltverarbeitbarkeit
und der Korrosionsbeständigkeit
des Stahles schadet und es ist erwünscht, dieses so weit wie möglich zu
reduzieren, jedoch stellt S von nicht mehr als 0,03% kein ernsthaftes
Problem dar und S ist so definiert, dass es nicht mehr als 0,03%,
vorzugsweise nicht mehr als 0,01% ausmacht.
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Cr: 4,0 bis 11,0%
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Cr ist ein Element, das enthalten
ist, um die Korrosionsbeständigkeit
und die Abschreckhärte
durch das Induktionshärten
zu verbessern. Es ist notwendig, dass Cr zu 4,0% oder mehr enthalten
ist, um eine Korrosionsbeständigkeit
auf einem solchen Niveau zu erzielen, dass ein Rosten in einer relativ
mild korrosiven Umgebung vermieden werden kann. Ein weiterer Zusatz
von Cr verbessert die Korrosionsbeständigkeit, erhöht jedoch
die Carbid-Menge und die Bildung grobkörnigen Carbids, verschlechtert
die Kaltverarbeitbarkeit des Stahles, wenn Cr in mehr als 11,0%
zugesetzt wird. Darüber
hinaus wird die feste Lösung
der Carbide zu dem Zeitpunkt des Induktionshärtens ungenügend und es wird ziemlich schwierig,
die Abschreckhärte
sicherzustellen und der Cr-Gehalt ist in einem Bereich von 4,0 bis
11,0% definiert.
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Mo: nicht mehr als 1,0%
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Mo ist ein Element, das enthalten
sein soll, um die Korrosionsbeständigkeit
des Stahles zu verbessern, jedoch verschlechtert Mo von mehr als
1,0% die Kaltverarbeitbarkeit und erhöht die Materialkosten des Stahles,
und deswegen ist der Mo-Gehalt auf 1,0% oder weniger beschränkt.
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N: 0,02 bis 0,2%
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N ist ein Element, das enthalten
sein soll, um die Korrosionsbeständigkeit
in ähnlicher
Weise wie Mo zu verbessern, wobei N von weniger als 0,02% nicht
effektiv ist und N von mehr als 0,2% die Verarbeitbarkeit des Stahles
verschlechtert. Deswegen ist der N-Gehalt in einem Bereich von 0,02
bis 0,2% definiert.
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N mag durch Auswahl der Raffinieratmosphäre, Durchperlen
von N2-Gas, Zusatz von Nitrierungs-Legierungen
usw. gesteuert werden.
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O und Ni als Verunreinigungen
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Obwohl O eine Verunreinigung ist
und vorzugsweise gering gehalten werden sollte, sind, wenn O lediglich
bis zu 0,003% enthalten ist, die erzeugten Oxide nur von kleiner
Menge und die Wirkungen auf die Kaltverarbeitbarkeit, Dauerfestigkeit
bzw. Ermüdungsfestigkeit
Belastbarkeit und Duktilität
sind nicht so bemerkenswert. Es ist demgemäss erwünscht, den O-Gehalt als nicht
mehr als 0,003% zu definieren.
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Ni ist ein Element, das aus Abfall
des Rohmaterials stammt und weist die Wirkung auf, die Duktilität der Martensit-Phase
in einem gewissen Umfang zu verbessern. Jedoch macht Ni die Erweichung
schwierig, wenn es zunimmt, so dass es erwünscht ist, den Ni-Gehalt auf
nicht mehr als 0,6% zu beschränken.
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In martensitischen rostfreien Stahlteilen
gemäß dieser
Erfindung wird Legierungsstahl verwendet, der in Gewichtsprozent
aus 0,3 bis 0,6% C, nicht mehr als 1,0% Si, nicht mehr als 1,0%
Mn, nicht mehr als 0,04% P, nicht mehr als 0,03% S, 4,0 bis 11,0%
Cr, 0,02 bis 0,2% N, wahlweise nicht mehr als 1,0% Mo nach Bedarf, besteht,
wobei der Rest Fe und nicht vermeidbare Verunreinigungen sind und
wobei das Induktionshärten
auf den Kontaktoberflächen
der Teile durchgeführt
wird. Deswegen wird ein Rosten in einer relativ milden Umgebung
niemals verursacht, ist es möglich,
die erforderliche Abschreckhärte
von HV 630 (HRC 57) oder darüber durch
Induktionshärten
zu erzielen und werden die Teile bis zur erwünschten Tiefe gehärtet.
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In den martensitischen rostfreien
Stahlteilen gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird ein Legierungsstahl verwendet, der, in Gewichtsprozent,
aus 0,3 bis 0,6% C, nicht mehr als 0,25% Si, nicht mehr als 0,4%
Mn, nicht mehr als 0,015% P, nicht mehr als 0,01% S, nicht mehr
als 0,003% O, 4,0 bis 11,0% Cr, 0,02 bis 0,2% N, wahlweise nicht
mehr als 1,0 % Mo gemäß Bedarf
besteht, wobei der Rest Fe und nicht vermeidbare Verunreinigungen
ist, und das Induktionshärten
zumindest auf der Kontaktfläche
der Teile durchgeführt wird.
Deswegen wird in einer relativ milden Umgebung ein Rosten niemals
verursacht, und deswegen ist es möglich, die erforderliche Abschreckhärte von
HV 630 (HRC 57) oder darüber
lediglich an einer Position in einer erwünschten Tiefe durch das Induktionshärten zu
erzielen und ist es möglich,
das Kalt- und Warmschmieden im Produktionsverfahren der Teile anzuwenden.
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Darüber hinaus werden die martensitischen
rostfreien Stahlteile gemäß einer
weiteren Ausführungsform
dieser Erfindung einer oder beiden Oberflächenbehandlungen einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung
mit feinen Teilchen und einem Nitridieren auf ihrer induktionsgehärteten Seite
unterzogen, und demgemäss
wird die Härte
der Kontaktfläche
weiter erhöht
und der Abrieb der Teile gesenkt. Zusätzlich werden viele mikroskopische
Absenkungen auf der Oberfläche
der Teile unter Verwendung kugelförmiger Geschosse bzw. Kugeln
in der Kugel-Bestrahlung gebildet, wodurch Schmieröl in den
Vertiefungen gehalten wird und wodurch weiter die Reibverschweißungs-Beständigkeit
an der Gleitfläche
der Teile verbessert wird.
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Der in dieser Erfindung zu verwendende
martensitische rostfreie Stahl kann durch das wohlbekannte übliche Verfahren
gewonnen werden, d. h., Legierungsstahl, der die oben erwähnten chemischen
Zusammensetzungen aufweist, wird im Ofen wie beispielsweise einem
Hochfrequenz-Induktionsofen geschmolzen, wobei der geschmolzene
Stahl zu einem Gussblock gegossen wird, darauf der gebildete Gussblock
durch das Heiß-Schmieden
oder Heiß-Walzen
gewalzt wird und der erzielte Walzblock weiter zu Stahlmaterial
mit der erwünschten
Größe heißgewalzt
wird.
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Die martensitischen rostfreien Stahlteile
gemäß der Erfindung
werden als Hohlkomponenten wie beispielsweise Zylinder oder schaft-artig
geformte Bestandteile wie beispielsweise Kolben, Schäfte oder
anderes verwendet und können
beispielsweise durch das Verfahren hergestellt werden, das die Schritte
umfasst, das Stahlmaterial, das durch das oben erwähnte Verfahren
gewonnen wurde zu schneiden, nachdem es einem in die Kugelform überführenden
Annealing bzw. Weichglühen,
einem Schneiden und Mahlen des Material-Stahles, der aus dem kugelförmigen Stahl
geschnitten wurde, zu Teilen, die die vorherbestimmte Form und Größe aufweisen,
durch Maschinenverarbeitung nach Ausbilden durch Kalt- oder Warm-Schmieden, Unterwerfen
der Teile unter zumindest Induktionshärten auf der Kontaktfläche, wahlweise
weiterhin Unterwerfen der Teile gegenüber einer oder beiden Oberflächenbehandlungen
einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung mit feinen Teilchen
und einem Nitridieren auf ihrer induktionsgehärteten Seite der Teile nach
Bedarf, unterzogen wurde.
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In dieser Erfindung kann das Induktionshärten der
schaft-artig geformten Teile wie beispielsweise des Kolbens durch
das übliche,
in der Vergangenheit wohl bekannte Verfahren durchgeführt werden,
d. h. das Verfahren, die Teile durch Eintauchen in Kühlflüssigkeit
oder Sprühen
der Kühlflüssigkeit
nach Erhitzen der Teile in die Heizspule zu löschen bzw. abzuschrecken.
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Im Falle des Induktionshärtens auf
der Innenoberfläche
der Hohlteile, wie beispielsweise des Zylinders, insbesondere der
Teile, die eine Bohrung mit einem Durchmesser von 10 mm oder weniger
aufweisen, ist es möglich,
beispielsweise durch Verwendung einer in 1 dargestellten Vorrichtung zu härten.
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Die Induktionshärtungs-Vorrichtung, die in 1 dargestellt ist, umfasst
einen Träger
und einen Spulen-Bestandteil 5, der mit einer Bohrung im
Zentrum hiervon ausgebildet ist, eine untere Druckvorrichtung und Spulenbestandteil 4,
angeordnet auf dem Träger
und Spulenbestandteil 5 über einer Isolierplatte 6,
eine obere Druckvorrichtung und einen Spulenbestandteil 3 zum
Halten eines Werkstückes
(von Teilen) 1, angeordnet auf der unteren Druckvorrichtung
und einem Spulen-Bestandteil 4, einen rohrförmigen Spulenbestandteil 2,
angeordnet in den Bohrungen der jeweiligen Bestandteile 3 bis 5 und
zur Hindurchführung
von spulen-kühlendem Wasser
dadurch hindurch vorgesehen, und Dichtungen 7 und 8.
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Das hohle Werkstück (Teil) 1, das behandelt
werden soll, wird zwischen den oberen und unteren Trägern und
den Spulenbestandteilen 3 und 4 angeordnet und
nach Hindurchführen
des rohrförmigen
Spulenbestandteils 2 in der Bohrung des Werkstückes 1 gesichert.
In diesem Zustand wird das Werkstück 1 durch Hindurchführen eines
Hochfrequenzstroms HC in die untere Druckvorrichtung und den Spulen-Bestandteil 4,
den rohrförmigen
Spulen-Bestandteil 2, das Werkstück 1 und die untere
Druckvorrichtung und Spulen-Bestandteil 4, erhitzt. Nacheinander
wird die innere Oberfläche
des Werkstückes 1 durch
Gießen
von Abschreckflüssigkeit QL
in die Bohrung des Werkstücks 1 von
der oberen Druckvorrichtung und Spulen-Bestandteil 3 und
durch Entleeren aus der unteren Druckvorrichtung und Spulen-Bestandteil 4 abgeschreckt,
wenn das Werkstück 1 auf
die vorherbestimmte Temperatur erhitzt wird, wodurch die Innenoberfläche des
Werkstück 1 gehärtet wird.
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In dieser Erfindung kann eine Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung
durch Schleudern von harten Teilchen mit Durchmessern von 10 bis
200 μm vorzugsweise
von 50 bis 100 μm
auf die induktionsgehärtete Oberfläche bei
einer Kollisionsgeschwindigkeit von 80 m/sec oder darüber, durchgeführt werden.
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Weiterhin kann ein Nitridieren durch
das übliche
Nitridier-Verfahren durchgeführt
werden, das in der Vergangenheit wohl bekannt war, beispielsweise
durch Abschrecken des Werkstückes
nach dessen Halten in einer Atmosphäre aus NH3-Gas,
erhitzt auf eine Temperatur von 450 bis 600°C für 2 bis 6 Stunden.
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BEISPIEL
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Als nächstes werden die Beispiele
der Erfindung nachstehend zusammen mit Vergleichsbeispielen erklärt werden.
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Martensitischer rostfreier Stahl
mit den chemischen Zusammensetzungen, die in Tabelle 1 dargestellt sind,
wurden im Ofen wie beispielsweise dem Hochfrequenz-Induktionsofen
geschmolzen und jeweils zu Gussblöcken geformt. Anschließend wurden
die erzielten Gussblöcke
durch Heiß-Schmieden
gewalzt und darauf wurden Stab- bzw. Stangenstähle eines Durchmessers von
35 mm durch Heiß-Walzen
erzeugt. Die erzielten Stab-Stähle
wurden einem in Kugelform überführendem
Weichglühen
durch Abkühlen
bis auf 600°C
in einer Kühlgeschwindigkeit
von 15°C/Stunde
nach Erhitzen auf 850°C
für 3 Stunden
und darauf in Luft bis auf Raumtemperatur Abkühlen, unterzogen. Diese Stab-Stähle wurden
jeweils zu zylindrischen Exemplaren mit 6 mm Durchmesser und 12
mm Höhe
durch Maschinenbearbeitung geformt. Jedes der zylindrischen Exemplare wurde
in axialer Richtung beaufschlagt und die Kalt-Schmiedbarkeit der
jeweiligen Stähle
wurde durch Messen der Steigung (Stauch-Verhältnis) zum Zeitpunkt der Erzeugung
von Rissen in den Exemplaren an erster Stelle evaluiert. Die erzielten
Ergebnisse sind in einer Spalte für „Kalt-Schmiedbarkeit" in Tabelle 1 dargestellt.
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Weiterhin wurden zylindrische Muster
bzw. Exemplare mit einem Durchmesser von 30 mm und einer Höhe von 30
mm aus den jeweiligen kugelförmigen
Stab-Stählen
herausgeschnitten und die Warm-Schmiedbarkeit wurde durch Aufbringen
einer Belastung auf das zylindrische Exemplar durch einen Druck
von 400 Tonnen nach Erhitzen des Exemplars auf 300°C und Ausstanzen
einer Bohrung mit einem Durchmesser von 10 mm durch das Schmiede-Verfahren, das in
den 2A bis 2D dargestellt ist, durchgeführt. Die
erzielten Ergebnisse der Stanz-Verarbeitbarkeit sind in der Spalte „Warm-Schmiedbarkeit" in Tabelle 1 mit
den Benotungen O, Δ und
x dargestellt. In dieser Tabelle 1 repräsentiert die Note O ein Exemplar,
das ohne Risse erzeugt wurde, die Note Δ repräsentiert ein Exemplar, das
teilweise mit Rissen erzeugt wurde und die Note x repräsentiert
ein Exemplar, bei dem es nicht möglich
war, es zu stanzen.
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Darüber hinaus wurden hohlzylindrische
Exemplare mit einem Außendurchmesser
von 30 nun, einem Innendurchmesser von 15 mm und einer Höhe von 30
mm aus den jeweiligen kugelförmigen
Stab-Stählen
eines Durchmessers von 35 m ausgeschnitten. Zu diesem Zeitpunkt
wurden vier Exemplare aus jedem der Stab-Stähle mit der erfindungsgemäßen chemischen
Zusammensetzung ausgeschnitten und einzelne Exemplare wurden aus
jedem der Stab-Stähle
mit vergleichbaren chemischen Zusammensetzungen ausgeschnitten.
Die erzielten hohlzylindrischen Exemplare wurden jeweils einem Induktionshärten auf
deren Innenoberfläche
durch Zuführen
eines Hochfrequenzstromes von 80 kHz und 100 kW für 10 Sekunden
unter Verwendung der in 1 dargestellten
Vorrichtung unterzogen. Die induktionsgehärteten Exemplare wurden jeweils
an ihrem Mittel-Anteil geschnitten und die Härte des jeweiligen Exemplars
wurde an vier Punkten gemessen, die 0,5 mm von der Innenoberfläche des
Exemplars entfernt waren. Der Durchschnitt für vier Messungen ist in der Säule „Induktionshärtung (IH)" in Tabelle 1 dargestellt.
Die Härtung
der Exemplare gemäß der erfindungsgemäßen Beispiele
9 und 10 wurde über
einen Tiefenbereich von 0,1 mm bis 5,0 mm in vier Richtungen gemessen
und die erzielten Ergebnisse sind in Tabelle 2 und in Tabelle 3
jeweils dargestellt. Die Härte
wurde durch das Mikro-Vickers-Härtetestgerät mit einer
Belastung von 300 Gramm gemessen.
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Zwei Exemplare der erfindungsgemäßen Beispiele
3, 6, 7, 8 und 10 wurden jeweils unter den induktionsgehärteten Exemplaren
ausgewählt
und die ausgewählten
Proben (10 Proben insgesamt) wurden weiter einem Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlen
auf deren Innenoberflächen
durch Injizieren harter Kugeln mit einem durchschnittlichen Korn-Durchmesser von 50 μm bei einer
Kollisionsgeschwindigkeit von 100 m/sec unterzogen. Anschließend wurde
die Härte
der Exemplare an Punkten gemessen, die von der Innenoberfläche 5 μm entfernt
waren, durch das Mikro-Vickers-Härtetestgerät mit 5
Gramm Belastung. Die erzielten Ergebnisse sind in einer Spalte „IH + Kugelbestrahlung
(SP)" in Tabelle
1 dargestellt.
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Zwei Exemplare der erfindungsgemäßen Beispiele
Nr. 3, 7 und 8 wurden jeweils unter den induktionsgehärteten Exemplaren
ausgewählt
und die ausgewählten
Exemplare (insgesamt 6 Exemplare) wurden weiter durch Aufrechterhalten
der Exemplare in NH3-Gas-Atmosphäre bei 520°C für 3 Stunden
einem Nitridieren unterworfen. Die Härte der Exemplare wurde an
Punkten 50 μm
von der Innenoberfläche
entfernt durch Verwendung des Mikro-Vickers-Härtetestgerätes mit
einer 300 Gramm-Belastung gemessen. Die erzielten Ergebnisse sind
in einer Säule „IH + Nitridieren
(N)" in Tabelle
1 dargestellt.
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Die Exemplare des erfindungsgemäßen Beispiels
Nr. 8, die nach dem Induktionshärten
einem Nitridieren unterworfen wurden, wurden weiterhin einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung
durch Injizieren harter Perlen bzw. Kügelchen mit einem durchschnittlichen
Korndurchmesser von 50 μm
bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von 100 m/sec unterzogen. Die
Härte der
Proben wurde an Punkten mit einem Abstand von 5 μm von der Innenoberfläche der
Proben durch Verwendung des Mikro-Vickers-Härtetestgerätes mit einer 5 Gramm Belastung
gemessen. Die erzielten Ergebnisse sind in der Spalte „IH + N
+ SP" in Tabelle
1 dargestellt.
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Gemäß der oben erwähnten Ergebnisse
wurde bestätigt,
dass alle Stähle
der erfindungsgemäßen Beispiele
die Kalt-Schmiedbarkeit aufwiesen, die durch das Stauchverhältnis von
70% oder mehr angezeigt werden, wobei die Warm-Schmiedbarkeit durch
die Noten O oder Δ angezeigt
sind und die Abschreckhärte
höher als
HV 630 (HRC 57) ist.
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Weiterhin war die Abschreckhärte an der
Innenoberfläche
der Exemplare der erfindungsgemäßen Beispiele
höher als
HV 630 (HRC 57) und es war möglich,
in jeder Richtung bis zu einer Tiefe von 2,5 mm oder ähnlich von
der Oberfläche
aus zu härten,
wie in Tabelle 2 und Tabelle 3 dargestellt ist.
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In den Exemplaren der erfindungsgemäßen Beispiele,
die weiterhin einer oder beiden Oberflächenbehandlungen einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung
mit feinen Teilchen und einem Nitridieren unterzogen wurden, wurde
die Oberflächenhärte um mehr
als 40% im Vergleich zu derjenigen der Exemplare des erfindungsgemäßen Beispiels
verbessert, das lediglich dem Induktionshärten unterworfen wurde.
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Im Vergleich der erfindungsgemäßen Beispiele
mit dem Vergleichsbeispiel Nr. 12, das SUS420J2-Stahl war, der eine
ausgezeichnete Kalt- und Warmschmiedbarkeit aufwies, der jedoch
unmöglich eine
Abschreckhärte
von HV 630 (HRC 57) oder sogar mehr sogar nach Unterwerfen gegenüber Induktionshärten erreichen
konnte, zeigten alle erfindungsgemäßen Beispiele eine Härte von
HV 657 oder darüber
und waren bezüglich
der Abschreckhärte überlegen,
jedoch waren die erfindungsgemäßen Beispiele,
die C, Si und Mn in relativ großen
Mengen enthielten bezüglich
der Kalt- und Warmschmiedbarkeit nur ein wenig schlechter als das
Vergleichsbeispiel.
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Erfindungsgemäß können, wie oben dargelegt, ausgezeichnete
Wirkungen wie folgt erzielt werden.
- (1) Die
martensitischen rostfreien Stahlteile gemäß der Erfindung weisen eine
ausgezeichnete Kalt- und Warmschmiedbarkeit auf und es ist möglich, die
Abschreckhärte
an der Oberfläche
(Kontaktoberfläche)
der Teile genauso wie bei HV 630 (HRC 57) oder darüber zu verbesser
und es ist möglich,
bis zur erwünschten Tiefe
zu härten.
Es ist zusätzlich
möglich,
die Oberflächenhärte um 40%
oder mehr im Vergleich zu den Teilen zu verbessern, die lediglich
dem Induktionshärten
unterworfen wurden, indem die induktionsgehärteten Teile weiterhin einem
oder beiden Oberflächenbehandlungen
einer Hochgeschwindigkeits-Kugelbestrahlung mit feinen Teilchen
oder dem Nitridieren nach dem Induktionshärten unterworfen werden.
- (2) Im Verfahren zur Herstellung der martensitischen rostfreien
Stahlteile gemäß dieser
Erfindung ist es möglich,
die Produktivität
der Teile durch Ausbilden der Teile durch Kalt-Schmiedbarkeit und/oder Warm-Schmiedbarkeit
zu verbessern.